Science Busters Podcast

Science Busters Podcast

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Transkript

Zurück zur Episode

Ausgabe 1 Martin Puntigam Martin Moder: So, herzlich willkommen. Es ist soweit Ausgabe 1 des nagelneuen Podcasts der

Ausgabe 1 Martin Puntigam Martin Moder: Science Busters mit dem Namen Science Busters Podcast.

Ausgabe 1 Martin Puntigam Martin Moder: Kann man sich, glaube ich, merken, oder? Ja, ich glaube.

Martin Puntigam: So hat es damals begonnen, am 15. März 2021.

Martin Puntigam: Herzlich willkommen natürlich zur Ausgabe 100 des Science Busters Podcasts.

Martin Puntigam: Nach wie vor und wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien.

Martin Puntigam: Mein Name ist Martin Puntigam und mir gegenüber sitzt wie damals in Ausgabe

Martin Puntigam: 1 Martin Moda, Molekularbiologe. Hallo.

Martin Moder: Ja, hallo.

Martin Puntigam: In der letzten Ausgabe, folgerechtig Ausgabe 99,

Martin Puntigam: haben Ursula Hollenstein, Infektiologin und Fachärztin für Reisemedizin und

Martin Puntigam: ich gesprochen über STDs, also Geschlechtskrankheiten, unter anderem darüber,

Martin Puntigam: wieso die Klobrille so oft als Ausrede bei der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten herhalten muss.

Martin Puntigam: Was besser ist, harter Schanker oder weicher Schanker?

Martin Puntigam: Warum Nonnen mitverantwortlich für die Entdeckung von HPV zeichnen?

Martin Puntigam: Weshalb man sich über einen Strauß Gürtelhosen nicht so sehr freut?

Martin Puntigam: Weshalb Tiere sich nicht gegen Hepatitis B impfen lassen müssen?

Martin Puntigam: Warum wahnsinnige Regierungen wie in den USA mit ihren Maßnahmen mithelfen,

Martin Puntigam: Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu töten?

Martin Puntigam: Wieso man aufs Bonjour-Tröpfchen nicht anstoßen muss? und weshalb nicht nur

Martin Puntigam: Pauli-Fans jubeln, wenn HSV verliert.

Martin Puntigam: Heute sind wir tatsächlich bei Ausgabe 100 gelandet.

Martin Puntigam: So lang, wie wir herumgetan haben, damals, Martin, bevor Ausgabe 1 und er gegangen

Martin Puntigam: ist, ist schon erstaunlich, dass wir durchgehalten haben.

Martin Puntigam: Aber es geht ja um Wissenschaft und davon kann es gar nicht genug geben,

Martin Puntigam: obwohl es immer genug davon gibt.

Martin Puntigam: Klassisches Paradox. Folge 1 damals hat geheißen Kunstfleisch-Burger mit leichten

Martin Puntigam: Verlauf. Da weiß man als Zeitgenosse, Zeitgenossin gleich, wann die Folge entstanden sein muss, nämlich ...

Martin Puntigam: Frühjahr 2021, in dem Fall während der Pandemie.

Martin Puntigam: Also fast auf den Tag genau vor vier Jahren. Damit weiß man eines sofort.

Martin Puntigam: Wir publizieren im Zwei-Wochen-Rhythmus und wir haben Folge 1 noch einmal angehört.

Martin Puntigam: Und es ist doch erstaunlich, wie schnell das alles aus dem Gedächtnis verschwindet.

Martin Puntigam: Zum einen Kunstfleisch-Burger, also Laborfleisch, sagt man, glaube ich.

Martin Puntigam: Da gibt es verhältnismäßig wenig Neuigkeiten.

Martin Moder: Ja, ja.

Martin Puntigam: Also in Österreich, soweit ich mich erinnern kann, ist alles beim ganz Alten geblieben.

Martin Puntigam: Da gibt es große Proteste von Landwirtschaftskammerseite, dass man Laborfleisch

Martin Puntigam: ja nicht verwenden sollte, weil da ja Tiere dran glauben müssen,

Martin Puntigam: sondern lieber echtes Fleisch essen soll, weil da ja Tiere dran glauben müssen.

Martin Puntigam: International gibt es aber doch ziemlich viele Firmen, die als Startups daran

Martin Puntigam: arbeiten, dass man erstens kein FPS mehr braucht. FPS heißt was?

Martin Moder: Das steht für Fetales Kälberserum bzw.

Martin Moder: Fetal Bovine Serum und das ist halt das Wachstumshormon Serum,

Martin Moder: das man da reingibt, damit sich die Zellen auch teilen, das eben aus Kalbsföten gewonnen wird.

Martin Puntigam: Das verwenden aber nicht mehr alle Firmen. Das war immer ein großer Kritikpunkt,

Martin Puntigam: dass man eigentlich Tierfötenserum verwendet, um Kunstfleisch oder Laborfleisch zu züchten.

Martin Puntigam: Und es gibt mittlerweile schon industriefertiges Laborfleisch,

Martin Puntigam: allerdings nicht bei uns am Teller, sondern hauptsächlich als Tierfutter wird

Martin Puntigam: es verwendet seit Februar 2025, wenn es bei der Ankündigung geblieben ist.

Martin Puntigam: Könnte man eigentlich versuchen, demnächst Katzenfleisch ins Hundefutter zu geben?

Martin Moder: Lustig wäre es auf jeden Fall.

Martin Puntigam: Und vice versa natürlich. Und Thema 2 war,

Martin Puntigam: was T-Zellen besser können als Antikörper und warum die Impfung AstraZeneca,

Martin Puntigam: die ja dann später eher nicht so gut beleumundet war, damals im Ruf gestanden

Martin Puntigam: ist, so gut zu helfen, was eigentlich ein Vektor-Impfstoff macht.

Martin Puntigam: Sputnik V, da kann man wirklich sehen, dass sich die Welt verändert hat.

Martin Puntigam: Also Russland war damals schon ein seltsam regiertes Land, aber es ist doch

Martin Puntigam: deutlich schlimmer geworden, lang bevor die wahlberechtigten Bevölkerung in

Martin Puntigam: die Regierung der USA nachgezogen haben.

Martin Puntigam: Aber vor vier Jahren, im März 2021, da hat die Welt nicht nur anders ausgesehen,

Martin Puntigam: sondern wahrscheinlich auch dein Alltag.

Martin Puntigam: Was kann man dazu heute im Abstand von vier Jahren über diese Pandemiezeit sagen?

Martin Moder: Puh, ja, also da war ja gerade Peak-Pandemie auf jeden Fall.

Martin Moder: Da muss ich sagen, mein Alltag war da außerordentlich langweilig.

Martin Moder: Ich bin halt den ganzen Tag daheim gesessen und habe Papers gelesen und dann

Martin Moder: hier und da über die Papers was erzählt.

Martin Puntigam: Das klingt aber nicht so langweilig, oder?

Martin Moder: Ja, es ist mir schon lieber, wenn ich ein bisschen herumfahren kann,

Martin Moder: während ich die Papers lege, als wenn ich nur in meinem Schlafzimmer sitze.

Martin Moder: War natürlich jetzt wissenschaftlich sehr interessant, aber in allen anderen

Martin Moder: Aspekten natürlich eine Katastrophe auf voller Linie.

Martin Moder: Und rückblickend muss man sagen, stellt sich ja vieles dann auch viel klarer

Martin Moder: dar, was natürlich auch gern verzerrt dann wiedergegeben wird.

Martin Puntigam: Zum Beispiel?

Martin Moder: Ich glaube, die große Herausforderung zu der Zeit der Pandemie war,

Martin Moder: dass halt noch sehr viel Wissen generiert worden ist und dass sich die Situation

Martin Moder: auch sehr schnell verändert hat.

Martin Moder: Und das ist auch das, was man jetzt rückblickend, wo ja die Pandemie schon fast

Martin Moder: vor fünf Jahren begonnen hat, glaube ich, eigentlich vor ziemlich genau fünf Jahren begonnen hat.

Martin Moder: Verdreht, oft dann als Vorwurf bekommt, weil es ja auch sehr widersprüchliche

Martin Moder: Aussagen gegeben hat, zum Teil aber berechtigterweise widersprüchlich.

Martin Moder: Also es haben sich eigentlich zwei Dinge verändert.

Martin Moder: Es hat sich unser Wissensstand verändert und es hat sich die Situation verändert.

Martin Moder: Und eine der häufigsten Kritikpunkte, die man jetzt rückblickend gesagt bekommt,

Martin Moder: ist zum Beispiel, dass am Anfang alle behauptet haben, die Impfung wird vor

Martin Moder: Ansteckung schützen oder vor Virusweitergabe schützen und dass sie dann herausgestellt

Martin Moder: hat, das ist ja überhaupt nicht der Fall.

Martin Moder: Und das finde ich so interessant, weil da wird halt dieser zeitliche Verlauf

Martin Moder: der Pandemie komplett ausgeblendet.

Martin Moder: Zu dem Zeitpunkt, und ich glaube, das war ziemlich genau die Zeit,

Martin Moder: auch wie wir unsere erste Folge aufgenommen haben, da war es absolut korrekt

Martin Moder: zu sagen, dass diese Impfung die Virusweitergabe reduziert.

Martin Moder: Da hat man ganz klare Daten gehabt, da hatte man diese Haushaltsstudien,

Martin Moder: wo man gesehen hat, wenn Leute geimpft sind, dass sie dann mit weniger Wahrscheinlichkeit

Martin Moder: die Leute in ihrem Haushalt anstecken, wenn sie positiv werden.

Martin Moder: Im Vergleich zu Nicht-Geimpften, man hat gesehen, dass bei denen die Viruslast

Martin Moder: schneller abfällt, also dass sie auch weniger lang ansteckend sein dürften.

Martin Moder: Und man hat sogar epidemiologisch gesehen, zum Beispiel in Israel,

Martin Moder: dass wenn man sehr schnell viele Leute impft, dass man Infektionswellen brechen kann.

Martin Moder: Also das war da wissenschaftlich eigentlich komplett außer Frage,

Martin Moder: dass man gesehen hat, dass die Virusweitergabe reduziert wird.

Martin Puntigam: Das war sogar noch ein Dreivierteljahr so, wie dann Delta gekommen ist.

Martin Puntigam: Das war, glaube ich, im Herbst 2021.

Martin Puntigam: Selbst da hat er die Impfung noch ganz ausgezeichnet vor Ansteckung geschützt

Martin Puntigam: oder ab da dann nicht mehr?

Martin Moder: Bei Delta war es noch relativ gut in diesem Aspekt. Erst Omikron hat dann wirklich

Martin Moder: so einen gewaltigen Mutationssprung gemacht oder sagen wir so einen massiven

Martin Moder: Flucht-Mutationssprung gemacht,

Martin Moder: dass dieser Schutz vor Virusweitergabe, dass der dann schon sehr stark in den

Martin Moder: Hintergrund gerückt ist.

Martin Moder: Und heute ist ja noch ein bisschen vorhanden, kurz nach der Impfung vielleicht,

Martin Moder: aber wirklich nicht mehr ausschlaggebend.

Martin Moder: Und was halt so interessant ist, jetzt rückblickend, ist, wenn ganz oft das

Martin Moder: Argument gebracht wird, da, die haben damals behauptet, die Impfung würde auch

Martin Moder: andere vor dem Virus schützen.

Martin Moder: Und jetzt schauen wir uns die Studien an, wie sie heute sind und sehen,

Martin Moder: das stimmt überhaupt nicht.

Martin Moder: Dann kann man natürlich leicht so eine Geschichte erzählen, die haben uns alle belogen.

Martin Moder: Aber man muss halt wirklich immer schauen, zu welcher Zeit wurde was gesagt.

Martin Moder: Also das ist ja die Tragödie bei einer Situation, die sich so verändert und

Martin Moder: man muss auch sagen, bei einem Virus, das sich sprunghafter schnell verändert

Martin Moder: hat, als die meisten Virologen, Virologinnen das angenommen hatten.

Martin Moder: Dass sich halt damit dann auch tatsächlich die Situation ändert.

Martin Moder: Und das, was zu dem Zeitpunkt einfach fachlich völlig richtig war,

Martin Moder: war dann halt sechs Monate später vielleicht nicht mehr zutreffend.

Martin Moder: Aber wenn man diesen zeitlichen Faktor komplett ausklammert,

Martin Moder: dann kann man natürlich sagen, die haben da was behauptet. Und heute sehen wir, das stimmt gar nicht.

Martin Puntigam: Aber ganz weg ist es ja nicht, oder? Wenn 100 Prozent der Bevölkerung geimpft

Martin Puntigam: wären, hätten wir ja tatsächlich weniger Ansteckung.

Martin Moder: Eine gewisse Zeit lang, ja. Aber es ist schon sehr in den Hintergrund gerückt.

Martin Puntigam: Aber die Leute lassen sich ja staffelweise zeitlich versetzt impfen.

Martin Puntigam: Das heißt, dann hätten wir eigentlich durchgehend immer ein bisschen weniger

Martin Puntigam: Ansteck und weniger Infektionsgeschehen.

Martin Puntigam: Das war ja damals auch ein neues Wort, Infektionsgeschehen.

Martin Moder: Ja, also ich habe jetzt keine Daten, was jetzt mit der aktuellen Variante jetzt

Martin Moder: die Situation ist mit der Virusweitergabe.

Martin Moder: Bei allen Papers, die ich gesehen habe, war es halt schon so,

Martin Moder: dass wenn man jetzt ganz frisch geimpft ist Und sobald der Impfschutz dann da

Martin Moder: ist, dann wird das schon ein bisschen reduziert sein für die nächsten paar Wochen,

Martin Moder: aber dann ist es wieder weg.

Martin Moder: Das heißt, als Gedankenexperiment, ich glaube schon, dass wenn man jetzt jeden Österreicher,

Martin Moder: jede Österreicherin gleichzeitig impfen wird, dass dann das Infektionsgeschehen

Martin Moder: eine Zeit lang deutlich gedämpft wäre, aber es würde jetzt nicht an der Gesamtheit

Martin Moder: dieser Viruspräsenz langfristig etwas ändern.

Martin Puntigam: Sehr unbeliebt waren ja damals und sind heute wieder Masken,

Martin Puntigam: deren Wirksamkeit sie aber doch als ausgesprochen effektiv erwiesen hat.

Martin Moder: Ja, und das ist auch, also da muss ich sagen, da verstehe ich jetzt auch,

Martin Moder: wenn man sich einfach anschaut, was so die Botschaften waren,

Martin Moder: dass Leute sehr skeptisch geworden sind, weil da war ja ganz zu Beginn und wieder,

Martin Moder: also was sich da geändert hat, das war nicht so sehr die Situation selbst,

Martin Moder: sondern das war in dem Fall halt unser Wissensstand.

Martin Moder: Es war halt ein neues Virus, man vergisst das ja so leicht, aber wir haben ja

Martin Moder: ganz zu Beginn gar nicht gewusst, wie das überhaupt übertragen wird.

Martin Moder: Da haben wir angefangen mit fleißig Händewaschen, das war eh gut,

Martin Moder: dass man dann beibehalten hat, aber muss man rückblickend sagen,

Martin Moder: Händewaschen war da wirklich kein allzu relevanter Faktor.

Martin Moder: Ich bin trotzdem froh, wenn es Leute, ein bisschen häufiger,

Martin Moder: jeder, der schon mal ein Norovirus gehabt hat, ist froh über jeden Menschen,

Martin Moder: der sich die Hände wäscht.

Martin Moder: Aber also da waren ja die Aussagen ganz konfus, weil man am Anfang halt einfach

Martin Moder: wirklich nichts gewusst hat.

Martin Moder: Also dann ist erst langsam rausgekommen, dass sich das über die Luft ausbreitet,

Martin Moder: zuerst hat es geheißen, über diese Tröpfchen, dann sogar Aerosol.

Martin Moder: Und die Daten bezüglich dieses Virus und der Maske, die sind halt erst tröpfchenweise reingesickert.

Martin Moder: Da war halt zuerst schon die Aussage, es waren halt zu wenig Masken da.

Martin Moder: Man hat gesagt, gut, lassen wir denen in den Krankenhäusern.

Martin Moder: Da hat es geheißen, ihr braucht die Masken nicht, das bringt euch nichts.

Martin Moder: Und man hat es zu dem Zeitpunkt halt auch nicht wirklich gewusst.

Martin Moder: Aber man wollte halt ein bisschen Masken sparen, nicht, dass dann die Hamster kommen.

Martin Puntigam: Was ja zwangsläufig, wenn man einen Blick aufs Klopapier wirft,

Martin Puntigam: wahrscheinlich passiert wäre.

Martin Moder: Genau.

Martin Puntigam: Oder dann später auf dem Asthma-Spray, da ist das ja auch passiert.

Martin Moder: Vollkommen richtig, ja. Erst dann langsam, wie die Daten reinkommen sind,

Martin Moder: ui, breitet sich vor allem über die Luft aus.

Martin Moder: Und die Masken könnten tatsächlich sinnvoll sein. Dann ist halt die gegenteilige

Martin Moder: Message gekommen, dass man sagt, gut, bitte setzt immer die Masken auf bis hin zur Maskenpflicht.

Martin Moder: Und das glaube ich schon, dass wenn man das nicht gewohnt ist,

Martin Moder: wie das ist in der Forschung, Dass sich halt die Regeln ändern mit neuem Wissen.

Martin Moder: Dass das dann so widersprüchlich klingen kann, dass man das Gefühl hat,

Martin Moder: ja, die sagen einmal das eine, einmal das andere.

Martin Moder: Das hat man dann eh versucht, irgendwie so klarzustellen, dass man sagt,

Martin Moder: gut, wenn man mehr weiß, dann muss man das halt entsprechend anpassen.

Martin Moder: Aber ja, wie du richtig sagst, es sind dann halt eh nach und nach die Studien

Martin Moder: kommen, die gezeigt haben, wenn alle eine Maske tragen, dann hat das wirklich

Martin Moder: einen brauchbaren Nutzen.

Martin Moder: Dann war halt in vielen Situationen die Stimmungslage schon so,

Martin Moder: dass einfach ein großer Teil dazu nicht bereit war.

Martin Moder: Und dann hat man von dem Effekt halt auch nicht das gehabt, was man hätte haben können.

Martin Puntigam: Es ist ja schon seltsam, weil wenn man sich anschaut, Menschen verwenden seit

Martin Puntigam: 20 Jahren flächendeckend und zunehmend mehr Mobiltelefone und da ändert sich

Martin Puntigam: die ganze Zeit irgendwas.

Martin Puntigam: Und da sagen die Menschen nie, früher hast du nicht so viele Daten übertragen

Martin Puntigam: können und einen HD-Film am Handy anschauen, war früher unmöglich und jetzt geht es auf einmal.

Martin Puntigam: Die wissen auch nicht, was sie sagen, da ändert sich auch dauernd der Standpunkt,

Martin Puntigam: sondern da nimmt man das einfach zur Kenntnis, weil es halt so ist.

Martin Puntigam: Aber bei der Impfung und bei medizinischen Auskünften rund um die Infektion

Martin Puntigam: waren auf einmal alle Leute sogenannt skeptisch,

Martin Puntigam: ignorant, trifft es bei sehr vielen eigentlich viel, viel besser und haben gedacht,

Martin Puntigam: sie kennen sich bei etwas aus, wovon sie keine Ahnung haben.

Martin Puntigam: Das ist doch sehr seltsam.

Martin Moder: Es ist durchaus seltsam. Ich glaube, das ist allgemein so eine Sache bei Gesundheitsthemen.

Martin Moder: Ich glaube, weil jeder so ein grobes Verständnis davon hat, was kann ich machen,

Martin Moder: dass ich eher gesund bin, also nicht grüne Sachen essen, mit Bewegung und Sport machen.

Martin Puntigam: Frösche.

Martin Moder: Genau, Quacks.

Martin Moder: Dass man eher das Gefühl hat, gut, gut, ich meine, dem Autobauer traue ich eher

Martin Moder: zu, meinen Motor zu reparieren, dem Handy-Ingenieur oder wie auch immer der

Martin Moder: sagt, traue ich eher zu, mein Display auszutauschen.

Martin Moder: Aber dass man trotzdem diese Illusion hat, bei gesundheitswissenschaftlichen

Martin Moder: Themen trotzdem irgendwie so mit dem Bauchgefühl recht zu haben.

Martin Moder: Und gerade wenn dann jetzt eine Technologie ist, von der ich überhaupt noch

Martin Moder: nichts gehört habe, mRNA-Impfung,

Martin Moder: dass man dann halt leicht einmal der Illusion aufliegt, zu sagen,

Martin Moder: ich weiß genau, dass das Natürliche, was ich mache, die viel bessere Lösung ist.

Martin Moder: Was natürlich absurd ist, weil ich sage mal, die anderen Impfstoffe,

Martin Moder: die man verwendet, sind eigentlich nicht weniger kompliziert.

Martin Moder: Die sind zum Teil auch nicht weniger radikal. Also ich fand das immer so lustig,

Martin Moder: wenn man zum Beispiel die Diskussionen gehört hat, ja, aber das ist RNA und

Martin Moder: dann kommen da Begriffe wie die Genspritze,

Martin Moder: die viele verwenden oder wenn man rechtsradikalen Medien folgt,

Martin Moder: wie das spaßhalber auf Telegram macht,

Martin Moder: ist da sogar die Rede von Todesspritzen und weiß Gott, was da für Begriffe eingeführt werden.

Martin Moder: Und es wird versucht, das so radikal zu framen, dass da RNA in die Zelle kommt.

Martin Moder: Wo ich mir immer denke, es gibt Impfungen wie die Windpockenimpfung.

Martin Moder: Die bringt DNA in deinen Zellkern ein.

Martin Moder: So viel radikal davon der Überlegung

Martin Moder: verdient viel eher einen Begriff wie Genspritze, wenn man so möchte.

Martin Moder: Aber keiner kommt auf die Idee, weil er sich da nie die Gedanken gemacht hat,

Martin Moder: weil es auch nicht so gehypt wird gesellschaftlich.

Martin Moder: Es ist beides keine Genspritze oder ähnliches, es ist beides eine super Schutzimpfung,

Martin Moder: aber DNA in den Zellkernschleusen kein Problem, RN1, Zytoplasma,

Martin Moder: auf einmal die große Katastrophe und das fand ich halt so interessant,

Martin Moder: weil Leute, die sich halt normal nie mit diesen Themen auseinandergesetzt haben,

Martin Moder: da halt in irgendwelche Bubbles reingeraten sind, wo auf einmal Dinge diskutiert

Martin Moder: werden, die für sie skandalös klingen, weil sie einfach nicht wissen, was die Norm ist.

Martin Moder: Also ich fand es zum Beispiel interessant, wenn er diskutiert wurde auf Twitter,

Martin Moder: wie man es ja damals noch nennen hat dürfen.

Martin Puntigam: Man darf es ja auch noch so nennen. Also es ist egal welcher Name,

Martin Puntigam: also das, was dahinter passiert ist damit, ist das Verheerende.

Martin Puntigam: Die Namensänderung ist ja vergleichsweise harmlos.

Martin Moder: Genau, die schierige Plattform halt, wenn er diskutiert wird und skandalisiert

Martin Moder: wird, dass man sagt, wo genau wird da jetzt das Antigen produziert,

Martin Moder: in welchen Zelltypen und sind es vielleicht nicht doch auch Zelltypen ein bisschen

Martin Moder: weiter weg von der Einstichstelle.

Martin Moder: Und ich mir einfach immer denke, kein Mensch hat sie davor,

Martin Moder: Der jetzt nicht in der Forschung arbeitet, hat sich davor jemals die Frage gestellt,

Martin Moder: wo bei der Grippeimpfung jetzt das Antigen in meinem Körper ist. Ist es im Lymphknoten?

Martin Moder: Kommt es in die Organe? Also das hat man sich da nur gestellt,

Martin Moder: weil auf einmal halt versucht worden ist, jeden Spin irgendwie auszunutzen,

Martin Moder: um da etwas Skandalisierendes drin zu finden.

Martin Moder: Am Ende des Tages muss man sagen, und das kann man wirklich nach den vier Jahren

Martin Moder: ganz klar zusammenfassen, diese Impfung hat so viele Leben gerettet.

Martin Moder: Und die Risikonutzenrechnung, die passt einfach vorn bis hinten.

Martin Moder: Und das ist natürlich bei jeder Impfung das Entscheidende. Und das gerät halt

Martin Moder: so schnell in den Hintergrund, wenn man sich auf diese Details stürzt und dann

Martin Moder: sagt, aber da habe ich auch dieses Körpergewebe gesehen,

Martin Moder: wo in der Ratte dann ebenfalls Spike-Protein produziert wurde für eine gewisse

Martin Moder: Zeit, was alles schön und gut ist, wenn man es untersucht.

Martin Moder: Aber im Endeffekt steht die Frage, schneiden die Geimpften gesundheitlich besser ab?

Martin Moder: Und das hat man halt in jedem einzelnen Land der Welt gesehen.

Martin Moder: Und das ist halt das Spannende, finde ich, bei solchen Thematiken.

Martin Moder: Man muss wirklich schon an eine spektakuläre globale Verschwörung glauben,

Martin Moder: wo sich ausnahmsweise alle Regierungen der Welt auf eine Lüge einigen konnten,

Martin Moder: was selten ist, normalerweise hat halt jeder so ihre eigenen Lügen und versuchen

Martin Moder: sich gegenseitig auszufechten, welche jetzt glaubwürdiger sind.

Martin Moder: Aber dass die ganze Welt, also die verfeindetsten Länder, dass sie quasi auf

Martin Moder: eine Lüge einigen könnten, inklusive aller Forschungsinstitutionen der Welt,

Martin Moder: das ist einfach so unglaubwürdig.

Martin Moder: Also selbst radikalste Verschwörungstheoretiker sollten sich eigentlich vorstellen

Martin Moder: können, dass die verfeindetsten Nationen sie da nicht absprechen würden und

Martin Moder: sagen, jetzt erzählen wir alle dieselbe Geschichte und wehe, einer schert aus.

Martin Puntigam: Ja, aber die Länder werden ja nur von ganz wenigen Eliten regiert,

Martin Puntigam: heißt es ja dann gerne in diesen Verschwörungserzählungen.

Martin Puntigam: Und was natürlich schon dazu kommt, ist,

Martin Puntigam: dass die Menschen auf einmal durch diesen, für viele jetzt nicht Stillstand

Martin Puntigam: in den Pflegeberufen, in den medizinischen Berufen hat es alles andere als Stillstand

Martin Puntigam: gegeben, aber in vielen gesellschaftlichen Bereichen hat es Stillstand gegeben

Martin Puntigam: während der Pandemie und die Menschen haben auf einmal Zeit gehabt,

Martin Puntigam: um sie zu äußern und Social Media Plattformen, um sich auch bemerkbar zu machen.

Martin Puntigam: Weil zum Nachbarn Tratschen gehen, zur Nachbarin Tratschen gehen hat man ja

Martin Puntigam: nicht dürfen wegen Social Distancing.

Martin Puntigam: Also hat man halt online viel Zeit verbracht, um die Langeweile totzuschlagen

Martin Puntigam: oder die Angst zu befrieden oder die Neugierde zu stillen.

Martin Puntigam: Was schon noch dazugekommen ist, also all dieser irrationale und esoterische

Martin Puntigam: Unsinn und Aberglauben, das hat schon aus den 70er Jahren heraufkommend gegeben

Martin Puntigam: und das ist auch immer mehr geworden, das hat man allein im Stadtbild in Wien sehen können,

Martin Puntigam: dass es halt immer mehr so esoterische und Mineralienhandlungen gegeben hat

Martin Puntigam: und immer mehr Workshops und immer mehr Apotheken, die halt Globuli verkauft

Martin Puntigam: haben und sich teilweise sogar darauf spezialisiert haben und immer größer geworden sind.

Martin Puntigam: Das heißt, all dieses irrationale Zeug hat es ja schon gegeben und auf einmal

Martin Puntigam: hat man die Menschen, die man sonst gemieden hat, weil einem das einfach zu

Martin Puntigam: blöd war, weil die angefangen haben vom Leder zu ziehen, hat man die gebraucht

Martin Puntigam: für die sogenannte, und das war damals auch ein sehr populäres Wort, Herdenimmunität.

Martin Puntigam: Und dann haben die natürlich eine große Wichtigkeit auf einmal gehabt und man

Martin Puntigam: hat bemerkt, man hört ihnen zu, weil man sie für eines braucht,

Martin Puntigam: muss man offensichtlich halt das andere, nämlich den Unsinn mitkaufen.

Martin Moder: Ja, also diese Herdenimmunität, das ist ja auch so ein trauriger Fall rückblickend.

Martin Moder: Das wäre ja schön gewesen, wenn es funktioniert hätte und das war die große Hoffnung.

Martin Moder: Und es war auch nicht irrational, das zu Beginn anzunehmen, weil man hat gesehen

Martin Moder: einfach, dass die symptomatischen Infektionen so stark zurückgehen.

Martin Moder: Aber hat sich dann halt schon herausgestellt, dieser Schutz vor Infektionen,

Martin Moder: der fällt dann irgendwann ab und hat man halt auch nicht von Anfang an so genau vorhersehen können.

Martin Moder: Also das mit der Herdenimmunität ist leider nichts geworden.

Martin Moder: Und das, was halt geblieben ist, ist, dass man die Hospitalisierungen massiv drücken hat können.

Martin Moder: Und dadurch die Überlastung des Gesundheitssystems in einem halbwegs händelbaren

Martin Moder: Ausmaß oder so einem mittelhalbwegs händelbaren Ausmaß gehalten hat.

Martin Moder: Das war, glaube ich, auch rückblickend etwas, das nicht gut kommuniziert worden

Martin Moder: ist, dass man oft so das Bild gehabt hat, ja, da gibt es Krankenhäuser und da

Martin Moder: gibt es eine gewisse Anzahl an Betten.

Martin Moder: Und solange die nicht voll belegt sind, ist alles Balletti. Und das ist aber grundfalsch.

Martin Moder: Also das eine ist, man hat schon gesehen in vielen Ländern, dass in dem Moment,

Martin Moder: wo die Krankenhäuser oder wo die Infektionszahlen steigen, auch wenn die Krankenhausbetten

Martin Moder: nicht vollständig belegt sind.

Martin Moder: Trotzdem mehr Leute in den Krankenhäusern an anderen gesundheitlichen Problemen

Martin Moder: sterben, weil einfach die Kapazitäten nicht mehr da sind.

Martin Moder: Du hast einfach viel weniger Personal auf eine Person gehabt.

Martin Moder: Das heißt, da sterben auch Leute, während Betten noch frei sind,

Martin Moder: die sonst überlebt hätten.

Martin Moder: Und was man auch nicht viel kommuniziert hat und was halt auch einfach ein sehr

Martin Moder: unangenehmer Gedanke ist,

Martin Moder: ist, dass man halt zum Teil Leute dann auf Palliativstationen geschickt hat,

Martin Moder: die man normalerweise auf Intensivstationen noch geschickt hätte.

Martin Moder: Aber man muss halt gewisse Kapazitäten freihalten und das macht jetzt auch kein

Martin Moder: Krankenhaus in seiner Öffentlichkeitskommunikation, dass sie sagen,

Martin Moder: ja das ist halt jetzt bei uns die Situation.

Martin Moder: Das gab es in ganz wenigen Fällen, aber natürlich will dann dort niemand mehr

Martin Moder: hingehen oder seine Verwandtschaft hinschicken.

Martin Moder: Aber das ist alles eingetreten in Österreich, das habe ich sehr klar mitbekommen.

Martin Moder: Und weil du angesprochen hast, die Leute hatten viel Zeit.

Martin Moder: Ich glaube, was man auch nicht unterschätzen darf, ist der Faktor Unzufriedenheit

Martin Moder: bei der Ablehnung der Wissenschaft.

Martin Moder: Es ist ja so gegen Ende der Pandemie so eine Ursachenstudie vom Wissenschaftsministerium

Martin Moder: in Auftrag gegeben worden.

Martin Moder: Und das ist ein elendslanger, 400 Seiten langer Bericht, sehr viel Blabla,

Martin Moder: auch ein paar interessante Dinge.

Martin Moder: Und eine Sache, die Sie gesehen haben, und das ist speziell in Österreich alles

Martin Moder: erhoben worden, ist, dass Leute, die besonders unzufrieden sind,

Martin Moder: einerseits mit der Politik, aber auch mit ihrem eigenen Leben,

Martin Moder: dass die besonders dazu neigen, Wissenschaft abzulehnen oder wissenschaftsskeptisch

Martin Moder: zu sein, wie man es nennt.

Martin Moder: Und das ist ja was, das war ja in der Pandemie oder das ist generell in einer

Martin Moder: Pandemie quasi nicht zu vermeiden.

Martin Moder: Ja, natürlich ist man unzufrieden. Es ist ja alles schlechter in einer Pandemie

Martin Moder: als abseits von einer Pandemie.

Martin Moder: Außer man ist ein Riesenfan vom Homeoffice, je nachdem. Also ich kenne Leute,

Martin Moder: die haben die Zeit tatsächlich genossen, aber die haben halt das Glück gehabt,

Martin Moder: dass in ihrer Verwandtschaft niemand erwischt hat.

Martin Puntigam: Ja, wobei ich kenne heute noch viele Leute, die Homeoffice gut finden und gerne

Martin Puntigam: mehr davon machen würden, weil das sehr angenehm sein kann,

Martin Puntigam: wenn man das Leben anders strukturiert als in der Früh außer Haus und am Abend

Martin Puntigam: wieder zurück und dazwischen sitzt man halt Oft gar nicht so produktiv woherum,

Martin Puntigam: wo man es eigentlich angenehmer haben könnte.

Martin Puntigam: Aber diese Unzufriedenheit mit Wissenschaft,

Martin Puntigam: das war schon ausgesprochen erstaunlich, weil ja wir machen seit 2007 Shows

Martin Puntigam: als Science Busters und Radiokollunionbücher und so weiter und so fort und sind

Martin Puntigam: am Anfang auf ein Publikum gestoßen,

Martin Puntigam: das sich daran erfreut hat, dass es auf einmal interessante,

Martin Puntigam: humoristisch verbremte Wissenschaft gibt.

Martin Puntigam: Die man ja verstehen kann und ich weiß nicht, wie oft wir gehört haben,

Martin Puntigam: wenn ich so einen Physik-, Chemie-, Biologieunterricht gehabt hätte,

Martin Puntigam: das wäre was gewesen, dann hätte

Martin Puntigam: ich mich ja mehr für Wissenschaft interessiert. Also da war ja eher...

Martin Puntigam: Die Sachlage, zumindest bei dem Publikum, das wir erreicht haben,

Martin Puntigam: so, dass die Leute sie gefreut haben, dass Wissenschaft auf einmal nicht mehr

Martin Puntigam: so ein Fremdkörper in ihrem Leben ist.

Martin Puntigam: Und heute aber gibt es ganz viele Menschen, natürlich,

Martin Puntigam: weil das auch bewirtschaftet wird, hauptsächlich von den rechtsradikalen Parteien,

Martin Puntigam: aber auch von ehemaligen konservativen und heute rechten Parteien,

Martin Puntigam: dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Einzelnen fast als Feinde betrachtet werden,

Martin Puntigam: die man auf jeden Fall ohne Konsequenzen verachten kann und man muss nicht auf

Martin Puntigam: das hören, was die machen, weil man es ja selber besser weiß oder weil das sicher

Martin Puntigam: Teil von irgendeiner Gewinngebahrung ist, da möchte mir jemand ausnehmen,

Martin Puntigam: das braucht man ja alles nicht.

Martin Moder: Ja, ich glaube, das sind vielleicht sogar ein bisschen zwei unterschiedliche Dinge.

Martin Moder: Das eine ist, dass halt, und das war glaube ich 2007 eher die Situation,

Martin Moder: dass Leute mit der Annahmestaatenwissenschaft, die es irgendwie fad,

Martin Moder: Das ist so kompliziert, da möchte ich gar nicht zuhören.

Martin Moder: Und das hat sie halt dann sehr gut aufgebrochen. Und dann sieht man natürlich,

Martin Moder: aha, das ist interessant, das ist spannend und da passieren super Dinge in Österreich.

Martin Moder: Das andere, was in der Pandemie so problematisch wurde, ich glaube nicht,

Martin Moder: dass man sagt, Wissenschaft ist langweilig oder uninteressant.

Martin Moder: Tatsächlich glaube ich, es haben sich mehr Leute für Wissenschaft interessiert als jemals zuvor.

Martin Moder: Man wurde sonst über Messenger-RNA geredet.

Martin Puntigam: Jetzt wollen alle nur noch Messenger-Überwachen haben.

Martin Moder: Ja, ich glaube, was jetzt eher die Situation ist, wir verwenden zwar immer den

Martin Moder: Begriff Wissenschaftsfeindlichkeit, Wissenschaftsskeptizismus,

Martin Moder: in Wirklichkeit ist diese Abneigung aber, glaube ich, nicht so sehr gegen die

Martin Moder: Wissenschaft selbst gerichtet. Ja.

Martin Moder: Niemand geht jetzt demonstrieren und sagt, wir fordern weniger Krebsforschung

Martin Moder: in Österreich oder wir fordern ein Ende der Beteiligung an CERN.

Martin Moder: Das sagt niemand. Also Wissenschaft ist eh cool.

Martin Moder: Ich glaube, was die Leute ablehnen, ist nicht die Forschung,

Martin Moder: sondern die wissenschaftlichen Einrichtungen, vor allem die,

Martin Moder: die nach außen kommunizieren.

Martin Moder: Ich glaube, sie haben einen Skeptizismus entwickelt gegenüber Einrichtungen

Martin Moder: wie der Weltgesundheitsorganisation, der AGES.

Martin Puntigam: Wenn man Menschen fragt, selbst die bildetere Menschen oder selbst wenn man

Martin Puntigam: mich fragen würde, wie schaut denn die WHO im Detail aus?

Martin Puntigam: Da hat doch niemand eine Ahnung und sollte doch kein Urteil darüber erlauben,

Martin Puntigam: bevor sie ein bisschen einliest oder informiert.

Martin Moder: Richtig, ich habe auch keine Ahnung, wie die WHO im Detail aussieht.

Martin Moder: Und ich glaube aber, in dieselbe Kategorie von Ablehnung fallen alle Einrichtungen,

Martin Moder: die versucht haben, die wissenschaftliche Information zu kommunizieren,

Martin Moder: wie sie eben, die wenig Forschungsinstitute machen es auch schon selber,

Martin Moder: aber wenn es wir hören, kommt es meistens von Einrichtungen eben wie der WHO oder der AGES bei uns.

Martin Moder: Und die Ablehnung gegen die Medien selbst hat auch dadurch zugenommen.

Martin Moder: Also all diese Institutionen, die unfassbar wichtig sind, gerade bei so komplexen

Martin Moder: Themen, gegen die, glaube ich, ist dieser Skeptizismus gewachsen.

Martin Moder: Und das kommt eben schon auch, glaube ich, von diesen Botschaften,

Martin Moder: die sich geändert haben, eben wie zuerst keine Masken tragen,

Martin Moder: dann Masken tragen, zuerst kein Schutz vor Virusweitergabe, umgekehrt meine

Martin Moder: ich, und dann Schutz vor Weitergabe.

Martin Moder: Und das lässt sich natürlich Storytelling mäßig super ausschlachten von Leuten,

Martin Moder: die eh sagen, wir wollen keinerlei seriöse Kontrollinstitutionen,

Martin Moder: damit wir jede Lüge verbreiten können, die wir wollen.

Martin Moder: Also das machen ja alle Rechtspopulisten, dass sie ständig versuchen,

Martin Moder: nicht nur auf die kritischen Medien draufzuhauen, sondern auch auf die Forschungseinrichtungen,

Martin Moder: sobald die denen widersprechen.

Martin Moder: Das hat halt massiv zugenommen.

Martin Puntigam: Jetzt sind ja diese Parteien aber nur so erfolgreich an die Politiker und Politikerinnen

Martin Puntigam: und in den USA sind sie ja nicht einmal Politikerinnen, sondern da sind sie

Martin Puntigam: ja Geschäftsleute, die versuchen sie selber zu bereichern, indem sie sich da einmischen.

Martin Puntigam: Die haben nur deshalb so einen Erfolg, weil Leute ihnen auch glauben.

Martin Puntigam: Also es gibt ja genug Leute, die, um bei dem Beispiel zu bleiben,

Martin Puntigam: sagen, Elon Musk ist ein drogensüchtiger Vollidiot und hat komplett die Spur verlassen.

Martin Puntigam: Das ist ja eigentlich sehr nah an einer Sachverhaltsdarstellung und trotzdem

Martin Puntigam: ist diese Regierung, die er sich da gekauft hat, gewählt worden.

Martin Puntigam: Das müsste ja nicht sein. Die Menschen können sich alle ihren Urlaub buchen,

Martin Puntigam: die können Geld abheben von ihrem Konto, die können verschiedene andere Dinge

Martin Puntigam: organisieren, ihr ganzes Leben organisieren, die können sich ein Auto kaufen.

Martin Puntigam: Warum glauben Sie dann so einen kompletten Unsinn, wenn das irgendwelche rechtsradikalen

Martin Puntigam: Schreihälse von sich geben?

Martin Moder: Uff, das kann ich natürlich auch schwer beantworten, aber ich denke,

Martin Moder: es hat schon damit zu tun, dass wenn es diesen Leuten gelingt,

Martin Moder: und das glaube ich ist eine Spezialität von Donald Trump,

Martin Moder: dass wenn es diesen Leuten gelingt, die ganzen seriösen Einrichtungen so kümmern,

Martin Moder: klein zu reden, als so ihre Legitimität in Frage zu stellen,

Martin Moder: die Medien, eben die WHO etc., dann hast du halt wirklich freie Hand, Lügen zu verbreiten.

Martin Moder: Dann kannst du natürlich immer darauf pochen, dass die Leute sich selbst informieren sollen.

Martin Moder: Aber wenn wir uns ehrlich sind, was ist damit gemeint, wenn man sagt, do your own research?

Martin Moder: Gerade bei so komplexen Fragen wie gesundheitlichen Themen oder pandemischen,

Martin Moder: epidemiologischen Fragen, Niemand stellt sich hin und sagt, ich mache jetzt

Martin Moder: do my own research und fange an zu pipettieren in irgendein Labor.

Martin Moder: Niemand setzt sich hin und sagt, jetzt lese ich 30 Forschungsarbeiten und schreibe

Martin Moder: ein Review. Das ist ja nie gemeint mit do your own research.

Martin Moder: Was damit gemeint ist, ist Google so lang, bis du irgendwas findest,

Martin Moder: was für dich irgendwie überzeugend klingt, was lässig oder interessant klingt.

Martin Moder: Und wenn man da jetzt nicht sagt, gut, da setze ich halt dafür zuerst einmal

Martin Moder: ein Studium voraus, dann ist das halt meistens irgendeine sehr einfache Botschaft.

Martin Moder: Diese Botschaften sind ja sehr einfach in aller Regel, diese impfgegnerischen Botschaften.

Martin Puntigam: Man muss das ja nicht glauben. Also wenn sich jetzt jemand wie in Österreich

Martin Puntigam: Herbert Kickl hinstellt und sagt, Pferdeentwurmungsmittel ist urgut gegen Corona,

Martin Puntigam: Impfen ist schlecht und die Ausländer sind an allem schuld, da muss man ja jetzt nicht studiert haben,

Martin Puntigam: um festzustellen, das ist höchstwahrscheinlich alles kompletter Unfug und wenn

Martin Puntigam: das jemand noch dazu so lautstark vertritt, dann wird er entweder nicht der

Martin Puntigam: Schlaueste sein oder nicht die hersten Absichten verfolgen.

Martin Moder: Das wird wahrscheinlich nicht das Schlaueste sein, das ist schon richtig.

Martin Moder: Also gerade zum Beispiel das Pferdentwurmungsmittel, dieses Ivermectin,

Martin Moder: das ist natürlich, weil es halt in erster Linie als Pferdentwurmungsmittel eingesetzt

Martin Moder: wird, natürlich ein super Running Gag.

Martin Moder: Aber in Wirklichkeit zeigt es eher, wie Wissenschaft funktioniert,

Martin Moder: wie gute Wissenschaft funktioniert und wie leicht man damit Leute in die Irre führen kann.

Martin Moder: Weil ganz zu Beginn, da gab es ein paar kleine Studien, ja, wirklich schwache

Martin Moder: Studien, kaum bis gar nicht kontrolliert, methodisch wirklich kontrolliert.

Martin Moder: Nahezu aussagelos, aber die haben halt den Anschein erweckt,

Martin Moder: als würde man da riesen Effektgrößen finden, was das Überleben bei Covid-Infektion betrifft.

Martin Moder: Und das hat dann halt in manchen Kreisen die Runde gemacht, mit dem gleichzeitigen

Martin Moder: Framing, dass wir ja scheinbar eh schon ein super billiges, super wirksames

Martin Moder: Medikament haben, ergo braucht man gar keine Schutzimpfung.

Martin Moder: So, was hat man dann aber gemacht? Man hat dann das hergenommen,

Martin Moder: diese Studien, hat gesagt, gut, dann schauen wir uns das jetzt gescheit an,

Martin Moder: weil vielleicht ist ja was dahinter,

Martin Moder: hat wirklich kontrollierte, doppelblinde Studien gemacht, sehr große Studien

Martin Moder: gemacht, hat dann Meta-Analysen gemacht und es ist überhaupt nichts übrig geblieben von dem Effekt.

Martin Moder: Man hat gesehen, das hat überhaupt keinen Nutzen bei Covid-Infektionen.

Martin Moder: Wissenschaftlich war das Thema da mit vom Tisch. Nur das Problem war,

Martin Moder: nachdem sie das halt schon in bestimmten Kreisen so breit gemacht hat,

Martin Moder: war dann natürlich die Annahme, ah ja, ja, ja, also da hätte man ein super Medikament

Martin Moder: gehabt Und jetzt framen sie das natürlich so, als wäre das nutzlos,

Martin Moder: damit sie doch wieder die Impfung verkaufen können.

Martin Moder: Das heißt, die Geschichte ist schon draußen, egal was man wissenschaftlich dann noch gemacht hat.

Martin Puntigam: Aber da sind ja dann Leute gestorben, die sich an diesen Ratschlag gehalten haben. Das heißt…,

Martin Puntigam: Sterben, Ableben ist dann kein handfestes Argument gegen solche Ratschläge?

Martin Moder: Also wenn das ein Argument wäre, das Sterben, dann hätte sich jeder impfen lassen.

Martin Moder: Die Leute sind auch viel häufiger gestorben, wenn sie sich nicht impfen haben lassen.

Martin Moder: Es ist schwer, diese Geschichten loszuwerden. Zu keinem Zeitpunkt war es wissenschaftlich

Martin Moder: gerechtfertigt zu sagen, das ist eine sinnvolle Therapie bei Covid-Infektionen.

Martin Moder: Ganz zu Beginn hätte man sagen können, das könnte eventuell hilfreich sein,

Martin Moder: Müssen wir uns aber erst anschauen.

Martin Moder: Und ab einem gewissen Punkt war dann klar, das hat da überhaupt keinen Nutzen.

Martin Moder: Aber wenn die Geschichte einmal draußen ist und eine gewisse Anhängerschaft findet,

Martin Moder: dann ist es egal, was du wissenschaftlich publizierst, weil dann hast du ja

Martin Moder: eh schon die Illusion dieses korrupten wissenschaftlichen Systems,

Martin Moder: das jetzt nur die Wahrheit unterdrücken will, wie man es halt dann immer versucht zu framen.

Martin Moder: Und dann kommt man da nicht mehr raus. Also ich glaube, es gibt bis heute Leute,

Martin Moder: die überzeugt sind, dass das wahrscheinlich die sinnvollste Therapie ist.

Martin Moder: Außer die, die sie dann so weit radikalisiert haben, dass sie sagen,

Martin Moder: es hat gar keine Corona-Pandemie gegeben. Das gibt es ja auch.

Martin Moder: Einen Arzt, mit dem er mich beschäftigt hat, der hat ja auch, der Dr.

Martin Moder: Spitzbatt, der hat ja auch ganz zu Beginn gesagt, Corona-Virus lässt sich ganz

Martin Moder: leicht mit Vitamin C abtöten.

Martin Moder: Deswegen gibt es in China auch kein Coronavirus mehr. Die Zahlen gehen zurück,

Martin Moder: weil die alle Vitamin C gegessen haben.

Martin Moder: Und dann Jahre später hat er gesagt, na, hat es gar nicht gegeben.

Martin Moder: Corona-Pandemie war einfach nur die normale Grippe-Pandemie.

Martin Moder: Also die ändern das ja ständig. Das muss ja keinerlei Konsistenz haben.

Martin Moder: Also das Schöne ist in der Wissenschaft, da greift der eine Erkenntnis in die andere.

Martin Moder: Die Verschwörungstheorien widersprechen sie zum Teil so massiv und trotzdem

Martin Moder: schaffen es viele, die dann dennoch gleichzeitig im Kopf zu haben.

Martin Moder: Also dass man sagt, Corona-Pandemie hat es gar nicht gegeben und das Virus lässt

Martin Moder: sich aber super mit Ivermectin und Vitamin C abtöten.

Martin Puntigam: Wir wollen jetzt zu einer kuriosen Forschungserkenntnis kommen,

Martin Puntigam: die direkt aus der Pandemie abgeleitet ist.

Martin Puntigam: Noch ganz kurz, jetzt war fünf Jahre Pandemie, das war so ein Jubiläum,

Martin Puntigam: wenn man so möchte, zumindest ein Jahrestag.

Martin Puntigam: Und da hat es natürlich auch viele Rückblicke gegeben. Wir haben das ja auch

Martin Puntigam: zum Teil jetzt gemacht und Kommentare.

Martin Puntigam: Und einer dieser Kommentare, die ich gelesen habe, hat gesagt,

Martin Puntigam: was man vor allem machen muss, ist diese lauten Stimmen,

Martin Puntigam: die so viel irrationales Zeug glauben und verbreiten, wieder loszuwerden,

Martin Puntigam: bevor die nächste Pandemie über uns hereinbrechen kann,

Martin Puntigam: weil wenn man die spanische Grippe als junger Mensch erlebt hat,

Martin Puntigam: dann war die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man nie wieder in seinem Leben

Martin Puntigam: eine Pandemie erleben wird und das war für die meisten auch so.

Martin Puntigam: Und wenn man aber jetzt als junger Mensch die Corona-Pandemie erlebt hat,

Martin Puntigam: hat man sehr gute Chancen, dass man noch einmal in seinem Leben eine Pandemie erlebt.

Martin Puntigam: Und dann sollte man aber so gut vorbereitet sein, nicht nur medizinisch,

Martin Puntigam: sondern auch kommunikativ, damit man diese Pandemie mit möglichst wenig Kranken

Martin Puntigam: und Toten überstehen kann.

Martin Puntigam: Wenn jetzt, sagen wir, wenn nächste Woche eine Pandemie ausbrechen würde.

Martin Puntigam: Dann wären wir ja ungleich schlechter

Martin Puntigam: vorbereitet und das wäre eigentlich katastrophal und es würden viele,

Martin Puntigam: viele Menschen allein deshalb sterben, weil so viele Ignorante ihr Ignoranz

Martin Puntigam: so rücksichtslos vertreten würden und wahrscheinlich sogar gute Maßnahmen verhindern würden.

Martin Puntigam: Wie kann man denn diese unbrauchbaren Stimmen wieder zumindest leiser machen?

Martin Moder: Erwartest du da jetzt eine einfache Schlüssel?

Martin Moder: Ja, das ist ja die große Herausforderung. Ja, bist du wahnsinnig.

Martin Moder: Ich finde, man muss ja den Pandemie-Response, den kann man ja in zwei Bereichen ansehen.

Martin Moder: Der eine ist halt wirklich der wissenschaftliche Response und der war ein Traum.

Martin Moder: Also die Impfstoffe, die funktioniert haben, uns nach wie vor tun.

Martin Moder: Manche davon waren an einem Wochenende da, designed. Also wie gesagt,

Martin Moder: diese RNA-Impfungen, haben wir ja oft beredet, sind seit 30 Jahren in Entwicklung,

Martin Moder: und waren gerade zu dem Zeitpunkt in klinischer Studien, in Phase 3,

Martin Moder: also wirklich quasi fertig entwickelt in anderem Kontext, im Krebskontext vor

Martin Moder: allem, wo sie ja jetzt auch mehr und mehr zum Tragen kommen.

Martin Moder: Das ist ja der positive Nachzipf, sage ich mal. Und alles, was man tun hat müssen,

Martin Moder: ist die Sequenz abändern, um das Spike-Protein da reinzubringen.

Martin Moder: Und ich glaube, sobald die RNA-Sequenz des Coronavirus veröffentlicht war,

Martin Moder: ich weiß jetzt nicht mehr, welche der Firmen es waren, aber die hat an einem

Martin Moder: Wochenende das dann angepasst und danach war nur mehr Sicherheitskontrolle.

Martin Moder: Aber so schnell geht das, das ist ein Wahnsinn.

Martin Moder: Und da haben wir in aller Tragik damit zumindest noch ein kleines Glück gehabt,

Martin Moder: weil sonst wäre es noch viel tragischer verlaufen, das Ganze.

Martin Moder: Und der gesellschaftliche oder gesundheitspolitische Response oder kommunikative

Martin Moder: Response, der hat halt nicht so gut funktioniert.

Martin Moder: Und da weiß ich auch wirklich nicht, wie man es besser machen sollte beim nächsten

Martin Moder: Mal. Ich glaube, auf jeden Fall, was ein Fehler war, ist, dass man...

Martin Moder: Politikerinnen, Politiker Seite

Martin Moder: an Seite mit Virologinnen, Virologen in Pressekonferenzen gestellt hat.

Martin Moder: Das ist natürlich angenehm für die Politik. Dann können Sie auch sagen,

Martin Moder: schaut, wir lassen uns seriös beraten und kann man eh froh sein, wenn sie das tun.

Martin Moder: Aber man riskiert halt schon, dass man

Martin Moder: dann auch Wissenschaft so als einen Einheitsbrei mit Politik wahrnimmt.

Martin Moder: Und vielleicht auch nur als eine Message von vielen.

Martin Moder: Das, glaube ich, war riskant. Aber ich glaube, das Hauptproblem.

Martin Moder: Dass Leute mit irreführenden Aussagen es oft so viel leichter haben,

Martin Moder: das ist wirklich schwer lösbar auf vielen Ebenen.

Martin Moder: Ich glaube zum einen, die Lüge, die Fiktion hat es eigentlich immer leichter.

Martin Moder: Also wenn ich jetzt eine korrekte wissenschaftliche Aussage zu einem Virus oder

Martin Moder: einem Impfstoff treffen will, dann ist das unfassbar kostspielig.

Martin Moder: Dann brauche ich dafür Forschungsinstitute, gute, seriöse, sauber recherchierende

Martin Moder: Medien und die müssen da oft monatelang arbeiten für eine Erkenntnis und dann

Martin Moder: muss das kommuniziert werden, schön und gut. Die Lüge hat es da leichter.

Martin Moder: Die denke ich immer aus, das ist in einer halben Minute erledigt.

Martin Moder: Die hat da einen absoluten Zeitvorteil. Und die Lüge hat auch den Vorteil,

Martin Moder: dass das Ergebnis immer das ist, das ich mir wünsche.

Martin Moder: Also während der Forschende vielleicht sagen muss, 70 Prozent Schutz vor schweren

Martin Moder: Verlauf und eigentlich würde er sie wünschen 99 Prozent, kann der Lüge sagen,

Martin Moder: 100 Prozent Turbokrebs, wenn es dich impfen lässt.

Martin Moder: Also der hat immer genau die Botschaft, die er haben will.

Martin Moder: Und was da oben dann halt noch reinspielt, ist einfach, dass nach wie vor die

Martin Moder: Emotion der Empörung leider eine derer ist, die sich in sozialen Medien am schnellsten verbreiten.

Martin Moder: Man hat versucht während der Pandemie, das mit Fact-Checkern irgendwie zu kontern.

Martin Moder: Das hat so mittelgut funktioniert.

Martin Moder: Aber die Lösung, die quasi jetzt angekündigt wurde, nämlich dass man gar kein

Martin Moder: Fact-Checking mehr macht, ist natürlich noch im Welten schlechter.

Martin Moder: Ohne dem weiß ich nicht, wie man das kontern kann. Also ich glaube nicht,

Martin Moder: dass in einem völlig freien Informationsraum, der quasi keinerlei regulatorische

Martin Moder: Position einnimmt, die Lüge einfach einen derartigen Vorteil hat.

Martin Moder: Und vor allem die Angst, die ja auch meist mit einfacheren Botschaften einhergeht.

Martin Moder: Also wenn wir zurückdenken an die Lüge.

Martin Moder: Ich glaube, es war so Anfang der Impfkampagnen. Da gab es ja das Gerücht.

Martin Moder: Die Impfung würde unfruchtbar machen.

Martin Moder: Und das hat sie rasant verbreitet. Das war auch mit einer Geschichte untermauert, die seriös klingt.

Martin Moder: Also die haben gesagt, dieses Spike-Protein, das man da verimpft,

Martin Moder: das ist in seiner Aminosäure-Sequenz sehr ähnlich einem Protein des Körpers,

Martin Moder: das aber für Fruchtbarkeit notwendig ist.

Martin Moder: Und die Antikörper greifen dann beides an. Ja, kreuzreaktive Antikörper,

Martin Moder: Syncytin-1, also seriöse Begriffe, klingt, als hätte er das studiert und es

Martin Moder: würde sie auskennen, der das sagt.

Martin Moder: Das Problem ist, es ist halt ein Blödsinn, aber ich habe ja versucht,

Martin Moder: das zu entkräften. Ich habe dafür ein Video gebraucht, ich glaube,

Martin Moder: das war zehn Minuten lang.

Martin Moder: Ich habe damit viele komplizierte Dinge erklären müssen, was ist ein Aminosäure-Alignment,

Martin Moder: was sind kreuzreaktive Antikörper. Also das war so viel länger, so viel komplizierter.

Martin Moder: Und mir ist bewusst, ich habe damit nicht einmal einen Bruchteil von einem Tausendstel

Martin Moder: der Leute erreicht, die quasi diese einfache, kurze Lüge erwischt hat.

Martin Moder: Und obendrauf kommt dann auch noch, selbst wenn mich beide Informationen erreichen,

Martin Moder: das eine verursacht eine derartige Angst, dass die andere Botschaft das wahrscheinlich

Martin Moder: nicht vollständig aufheben kann. Weil was, wenn der Moda am Blödsinn redet?

Martin Moder: Vielleicht liegt der ja falsch, der komische YouTuber.

Martin Moder: Das ist einfach kein fairer Wettbewerb. Und ich sehe da wirklich keine andere Option,

Martin Moder: als dass man irgendeine Form von automatisierten Fact-Checking etabliert,

Martin Moder: das nicht Dinge jetzt zwangsläufig löscht oder als falsch einstuft,

Martin Moder: aber zumindest eine Art von Warnung zeigt.

Martin Moder: So wie es halt die klassischen Fact-Checker auch gemacht haben.

Martin Moder: Achtung, dass es widerlegt. Achtung, das widerspricht diesem oder jenen.

Martin Moder: Aber im Moment entwickelt es sich halt eher in die Gegenrichtung.

Martin Moder: Ich bin vorsichtig, hoffnungsvoll, dass fortgeschrittenere Arten von künstlicher

Martin Moder: Intelligenz vielleicht bis zur nächsten Pandemie diese Rolle übernehmen können.

Martin Moder: Aber wenn wir uns anschauen, wer die Leute sind, die die künstliche Intelligenz

Martin Moder: momentan in den Händen halten, wird er vielleicht noch pessimistischer.

Martin Puntigam: Ja, die geben zu wenig guter Hoffnung Anlass.

Martin Puntigam: Das sind nicht die wertvollsten Exemplare Homo sapiens sapiens. Musik Musik Musik Musik,

Martin Puntigam: Um jetzt auf eine kurios klingende, aber tatsächlich sehr interessante medizinische

Martin Puntigam: Variante zu sprechen zu kommen, mit der wir uns auch in unserer kommenden Show

Martin Puntigam: beschäftigen werden, die im Oktober, ich glaube am 16.

Martin Puntigam: Oktober Premiere hat, Weltuntergang für Fortgeschrittene.

Martin Puntigam: Das ist dem geschuldet, dass während der Pandemie Beatmungsgeräte auf einmal

Martin Puntigam: auch sehr populär waren.

Martin Puntigam: Aus guten Gründen, weil man ja im Wesentlichen erstickt ist,

Martin Puntigam: wenn man an Corona verstorben ist.

Martin Puntigam: Und wenn man beatmet werden hat können, hat man gewisse höhere Chancen gehabt,

Martin Puntigam: dass man das vermeiden kann oder dass andere das für einen vermeiden können.

Martin Puntigam: Es waren diese Beatmungsgeräte immer knapp oder oft knapp und da sind,

Martin Puntigam: glaube ich, japanische Forscher, Forscherinnen auf eine sehr ungewöhnliche,

Martin Puntigam: sehr lustig klingende, aber dann letztlich doch vielversprechende Lösung verfallen.

Martin Moder: Absolut, absolut. Die haben sich orientiert am Tierreich, das macht man ja gern.

Martin Moder: Das schreiben sie auch ganz klar so in ihre Arbeit hinein. Die haben sich orientiert

Martin Moder: an den sogenannten Darmatmern im Reich der Fische.

Martin Puntigam: Was kann man sich unter einem Darmatmer im Reich der Fische vorstellen?

Martin Moder: Es ist eigentlich einigermaßen selbsterklärend. Also wir atmen ja meistens durch die Lunge.

Martin Puntigam: Ja, aber die haben dann überhaupt keine Kiemen.

Martin Moder: Vollkommen in Ordnung. Die atmen nur durch den Kiemen? Die haben schon Kiemen,

Martin Moder: aber es reicht nicht immer aus. Immer geht es nicht aus.

Martin Moder: Zum Beispiel der Schlammbeißer, das ist einer, den Sie in Ihrer Arbeit erwähnen.

Martin Moder: Das ist ein Darmatmer, der normalerweise schon über die Kiemen atmet.

Martin Moder: Aber der ist halt oft in Gewässern, die relativ sauerstoffarm sind.

Martin Moder: Gerade wenn es zum Beispiel Gewitter gibt, da ist an der Oberfläche oft wenig Sauerstoff.

Martin Moder: Und dann nutzt er halt den Darm quasi so als zweites Atmungsorgan.

Martin Moder: Der schluckt dann einfach Luft.

Martin Moder: Und man kennt das eh, glaube ich, von sich selber auch, wenn man sehr achtsam ist.

Martin Moder: Dass das dann, wenn man das geschickt macht, dann hinten wieder rauskommt.

Martin Puntigam: Wenn man Luft schluckt?

Martin Moder: Ich glaube schon. Ich glaube zum Teil schon. Also ich habe gehört,

Martin Moder: und das war jetzt keine wissenschaftliche Veröffentlichung, Aber ein guter Teil

Martin Moder: von dem, was bei uns hinten rauskommt, das sind nicht nur die Mikroorganismen,

Martin Moder: das ist auch Luft, die wir schlucken.

Martin Puntigam: Weil ich kenne das eher als Magenschaß, dass man das halt wieder rülpst.

Martin Moder: Kann man sehr aussuchen, wie hell die Stichflamme sein soll, kann man dosieren.

Martin Moder: Aber meines Wissens schon, und die Darmatmer, die haben das halt perfektioniert.

Martin Moder: Also wenn da jetzt wenig Sauerstoff vorhanden ist, dann gehen die an die Oberfläche

Martin Moder: und schlucken Luft. Einen Teil davon….

Martin Puntigam: Also die machen das dann wie im Kinderlied, alle meine Entchen,

Martin Puntigam: Köpfchen unter Wasser, Schwänzchen in die Höhe und atmen mit dem Darm außerhalb des Wassers?

Martin Moder: Aber sie ziehen dadurch, also da wären sie schon sehr talentiert,

Martin Moder: wenn sie dadurch einatmen können. Nein, nein, also die Richtung ist doch die übliche.

Martin Moder: Die nehmen einen Teil des Sauerstoffs

Martin Moder: in ihrem Darm dann auf und der Rest schießt hinten wieder raus.

Martin Moder: Und er hat dadurch auch sehr lustige Namen übrigens. Man nennt den auch die

Martin Moder: Furzgrundl, weil er meistens halt oben das schluckt und dann geht er nach unten und pulft.

Martin Moder: Und weil eben bei Gewittern der Sauerstoffgehalt in den oberen Wasserschichten

Martin Moder: sinkt, nennt man ihn auch den Gewitterfurzer.

Martin Moder: Und da haben sich halt jetzt die Forscher gedacht, na super,

Martin Moder: wenn das die Furzgrundl Gewitterfurzer kann, warum macht man das nicht auch bei Menschen?

Martin Moder: Weil die Beatmungsgeräte und auch die künstlichen Lungen, wenn die Schäden verursachen.

Martin Puntigam: Das heißt, dann sind sie in die Intensivstationen gegangen mit dem Fotoapparat,

Martin Puntigam: haben geblitzt in der Hoffnung, dass die Patientinnen schnell durch den Darm atmen.

Martin Moder: Das schreiben sie jetzt so nicht in die Arbeit, aber man schreibt ja nicht immer

Martin Moder: alles in die Arbeit. Ich glaube ehrlich gesagt nicht.

Martin Moder: Aber die Überlegung ist wirklich nicht irrational, weil wenn wir uns überlegen,

Martin Moder: was ist denn die Lunge überhaupt?

Martin Moder: Warum kann die denn so gut diesen Gasaustausch vollziehen?

Martin Moder: Das hat vor allem den Grund, dass die Lunge einfach wahnsinnig viel Oberfläche

Martin Moder: hat, mit diesen ganzen veräßten Lungen da, und dass diese Oberfläche sehr gut

Martin Moder: durchblutet ist. Viele Blutgefäße nah an der Oberfläche.

Martin Moder: Und der Darm hat eigentlich eine ähnliche Struktur.

Martin Moder: Also der Darm soll ja auch Dinge aufnehmen, in dem Fall halt nicht Gas, aber Nährstoffe.

Martin Moder: Aber dafür hat er eine ähnliche Bauart verabreicht bekommen.

Martin Moder: Und jetzt rein von der Größe her haben wir bei der Lunge zwischen 70 und 140

Martin Moder: Quadratmeter, je nachdem wie genau man jetzt die Ränder misst.

Martin Moder: Aber 70 bis 140 ist so die Größenangabe, die man meistens findet.

Martin Moder: Beim Darm sind es 30 bis 40 Quadratmeter. Also es ist schon ein Stück kleiner.

Martin Puntigam: Eine Mehrzimmerwohnung und das ist ein Gasonnier, ist ein Darm quasi.

Martin Moder: Der Name Gasonnier, der passt perfekt zur Furzuckerrundel.

Martin Moder: Also auf jeden Fall nicht Größenordnungen kleiner. Und die wollten halt wissen,

Martin Moder: jetzt könnte man das bei Menschen vielleicht auch nutzen zur Sauerstoffaufnahme.

Martin Moder: Und das haben sie mit Tieren getestet. Das waren Schweine, Ratten, ich glaube Mäuse auch.

Martin Moder: Und zuerst haben sie das ganz banal gemacht. Die haben einfach Sauerstoff hinten

Martin Moder: reingeblasen, so wie du es vorher bei der Furzgrundl postuliert hättest,

Martin Moder: also quasi in die Gegenrichtung.

Martin Moder: Aber das hat für sich genommen jetzt nicht gut funktioniert.

Martin Moder: Das hat dann nur einigermaßen funktioniert, wenn man den Darm vorher aufgeraut hat.

Martin Moder: Aber das ist natürlich alles andere als angenehm. Das möchte man beim Menschen

Martin Moder: jetzt auch nicht machen.

Martin Puntigam: Außer die Leute mögen es gern, aber das sind wenige.

Martin Moder: Also haben sie sich gedacht, vielleicht brauchen sie ein anderes Trägermedium.

Martin Moder: Und haben sich für Flüssigkeitsatmung durch den Darm entschieden.

Martin Moder: Sie haben dem Ganzen auch einen Namen gegeben, und zwar EVA.

Martin Moder: EVA steht für Enterale Ventilation über den Anus.

Martin Moder: So haben sie es zuerst genannt und mit Flüssigkeit haben sie den Namen dann

Martin Moder: beibehalten. Da braucht man natürlich eine Flüssigkeit, die viel Sauerstoff speichern kann.

Martin Moder: Und da gibt es eine, von der man schon lange weiß, dass die das sehr gut kann,

Martin Moder: und zwar Perfluorcarbon.

Martin Puntigam: Wenn man jetzt ein Kracherl trinkt, ein Erfrischungsgetränk,

Martin Puntigam: ein Jugendgetränk, dann die Kohlensäure, die da als Gas drinnen ist im Wasser,

Martin Puntigam: die verbindet sich ja nicht gern mit dem Wasser, sondern schaut,

Martin Puntigam: dass sie so schnell wie möglich wieder rauskommt.

Martin Puntigam: Wenn man in einer Cola, Sprite, Fanta oder wie immer diese Punkte Wasser genannt

Martin Puntigam: werden, wenn man da Salz reinbröselt, dann schäumt das sofort,

Martin Puntigam: auch bei Bier und die Kohlensäure schaut, dass sie weiterkommt.

Martin Puntigam: Und bei dieser Flüssigkeit ist das anders, die kann den Sauerstoff sehr gut halten.

Martin Moder: Die kann den sehr, sehr gut halten und nicht nur den Sauerstoff,

Martin Moder: sondern auch das CO2, weil unsere Atmung, die soll ja nicht nur Sauerstoff reinbringen,

Martin Moder: die muss ja auch das CO2 abtransportieren.

Martin Moder: Und dieses Perfluorcarbon, das kann tatsächlich pro Volumen sogar mehr Sauerstoff

Martin Moder: oder CO2 speichern als unser Blut. Unser Blut hat halt den Vorteil,

Martin Moder: das wird die ganze Zeit herumgepumpt und wieder entladen und aufgeladen.

Martin Moder: Das heißt, beim Perfluorcarbon muss man halt einmal viel einbringen in den Darm.

Martin Moder: Dann könnte man es halt irgendwann wieder wechseln. Aber es ist nicht so damit

Martin Moder: getan, dass man das da einmal reinjogt und dann muss man nie wieder atmen.

Martin Moder: Aber das kennt man schon lange. Das ist jetzt prinzipiell nichts mehr.

Martin Puntigam: Beim Apnoe tauchen hilft es nicht, wenn man mit einem vollen Darm...

Martin Moder: Also ich muss sagen, Also die Frage habe ich mir noch nie gestellt,

Martin Moder: aber es würde mich gar nicht überraschen, weil es ist nicht nichts.

Martin Puntigam: Ist es eine schwere Flüssigkeit? Also kommt man leichter runter?

Martin Moder: Sie ist schwerer als Wasser. Ja, na vielleicht darauf muss man ja auch wieder beim Abnehmen...

Martin Moder: Aber in den 1960ern hat man damit schon Versuche mit Mäusen gemacht.

Martin Moder: Da hat man zeigen können, dass man Mäuse tatsächlich zum Teil stundenlang in

Martin Moder: Sauerstoff gesättigtes Perfluorcarbon tauchen kann.

Martin Moder: Die füllen natürlich ihre Lungen damit. Das ist alles andere als angenehm.

Martin Moder: Das weiß man. Ein Mensch hat das auch schon ausprobiert.

Martin Moder: Und die haben da stundenlang überleben können durch Flüssigkeitsatmung und haben

Martin Moder: sie in der Regel da ohne irgendwelche Folgeschäden regeneriert.

Martin Moder: Das möchte man jetzt beim Mensch so wahrscheinlich nicht machen,

Martin Moder: vor allem bei jemandem, wo die Lunge bereits geschädigt ist.

Martin Moder: Und da bietet sich dann halt eben der andere Eingang an, weil der ist meistens einigermaßen intakt.

Martin Moder: Also auch wenn man Covid hat, im Darm geht es meistens einigermaßen gut.

Martin Moder: Ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen wird er.

Martin Moder: Und hat sich überlegt, kann man das als Einlauf da verwenden?

Martin Moder: Und hat das halt auch bei den Tieren ausprobiert.

Martin Moder: Die hat man halt zuerst in so einer, nicht ganz Sauerstoffunterversorgung,

Martin Moder: aber schon mit Sauerstoffrestriktion versehen und dann geschaut,

Martin Moder: wie lange es dauert, bis eine Sauerstoffunterversorgung eintritt und hat schon gesehen,

Martin Moder: dass wenn man dieses PFC, wie man das Perfluorcarbon nimmt, vorher in den Darm

Martin Moder: spült, dass man das lange Zeit hinauszögern kann.

Martin Moder: Und das wäre jetzt natürlich ein relativ sicheres Backup,

Martin Moder: wenn jemand akute Atemprobleme hat zum Beispiel, wenn jemand verengte Atemwege

Martin Moder: hat, Atemnot oder massive Asthmaanfälle, wo man jetzt nicht so einfach die Lunge

Martin Moder: da irgendwie mit Sauerstoff ventilieren kann,

Martin Moder: dass man dann einen so einen Einlauf macht und dann für einige Zeit,

Martin Moder: was den Sauerstoff betrifft, sicher wäre.

Martin Puntigam: Aber man kann jetzt nicht atmen übers Rektum, aber man kann das Absinken des

Martin Puntigam: Sauerstoffgehalts im Blut verhindern?

Martin Moder: Genau, man kann es längere Zeit rauszögern. Also die haben das jetzt bei,

Martin Moder: wie gesagt, Schweinen, Ratten, Mäusen gemacht.

Martin Moder: Sie haben schon noch hochgerechnet, was sie denken, dass bei Menschen notwendig

Martin Moder: wären, um lange Zeit den Sauerstoffmangel hinauszuzögern und kommen da so auf

Martin Moder: 600 bis 1200 Milliliter Flüssigkeit.

Martin Moder: Das ist nicht so viel. Also so ein Darm, der ist schon groß. die Erfahrung.

Martin Puntigam: Ja, aber ein Liter Flüssigkeit als Einlauf, das ist schon eine ganze Menge.

Martin Moder: Ich sage jetzt nicht, dass es ein Genuss ist, ich sage nur, man kriegt schon rein, wenn man das will.

Martin Moder: Und ja, also das ist etwas, wo man...

Martin Puntigam: Da rein praktisch, nur dass ich es gefragt habe, wenn man schon einmal einen

Martin Puntigam: Einlauf hinter sich hat, weiß man ja, das,

Martin Puntigam: ungern länger drinnen? Also die Darmmuskulatur reagiert das so,

Martin Puntigam: dass man versucht, die Flüssigkeit relativ bald wieder loszuwerden.

Martin Puntigam: Das ist bei diesem Perfluorchlor auch so oder das bleibt, weil es ein bisschen

Martin Puntigam: schwerer ist, eh drinnen liegen?

Martin Moder: Dass man einen Handstand machen muss während der Handstand.

Martin Puntigam: Das Lustige ist, das ist natürlich zu Stöpsel, aber wie bleibt das drinnen?

Martin Puntigam: Wie wird das nicht sofort wieder durch die Peristaltik rausbezüglich?

Martin Moder: Das ist eine absolut berechtigte Frage praktischer Natur, die ich mir noch nie

Martin Moder: gestellt habe, weil im Paper auch nichts dazu steht. Also ich habe einfach angenommen,

Martin Moder: man zwickt dann zusammen.

Martin Puntigam: Aber wenn man bewusstlos ist, ist zusammenzwicken wirklich schwierig.

Martin Moder: Ich kann das nicht beantworten. Also ich hatte tatsächlich noch nie einen Einlauf.

Martin Moder: Ich weiß nicht, wie schwer das ist, dass das dann drinnen bleibt.

Martin Puntigam: Naja, das ist ja eigentlich der Sinn, dass es eben nicht drinnen bleibt,

Martin Puntigam: sondern unter Umständen eine Verstopfung oder was auch immer im Darm ein Kot

Martin Puntigam: ist, dass man das rausspült und deshalb sollte es ja möglichst bald einmal auch wieder rauskommen.

Martin Moder: Es könnte ja auch sein. Ich meine, das ist ja dann kein Dauerzustand,

Martin Moder: mit dem man lebt. Man läuft ja dann keinen Marathon für einen extra Sauerstoffboost.

Martin Moder: Aber ich würde jetzt auch nicht ausschließen und wie gesagt,

Martin Moder: da spekuliere ich jetzt, dass der Schlauch da hinten einfach drin bleibt.

Martin Moder: Weil man muss ja nicht, das geht ja auch.

Martin Moder: Wie gesagt, beim Menschen hat man es noch gar nicht ausprobiert.

Martin Moder: Das hat jetzt mal beim Tier gut funktioniert.

Martin Moder: Aber es ist schon was, wo die Autoren, Autorinnen natürlich sagen,

Martin Moder: das werden wir jetzt verfolgen, weil das könnte ja tatsächlich sinnvoll sein.

Martin Puntigam: Das ist natürlich schon eine Lösung, wenn man das mit einem Schlauch einführt

Martin Puntigam: und dann halt den Flüssigkeitspegel konstant hat, da der Druck von außen hoch

Martin Puntigam: bleibt, dann kommt das natürlich nicht wieder so leicht raus.

Martin Puntigam: Das ist natürlich schon eine praktische Lösung, die möglich wäre.

Martin Moder: Das Pegelhalten auch gleich eine ganz neue Bedeutung.

Martin Puntigam: Mit diesen beruhigenden medizinischen Aussichten, was die Erst- und Intensivversorgung

Martin Puntigam: während der nächsten Pandemie betrifft, die ja auf jeden Fall kommen wird.

Martin Puntigam: Die Frage ist ja nur, wann sind wir am Ende der Ausgabe 100.

Martin Puntigam: Der Jubiläumsausgabe unserer Science Masters Podcast, zumindest der Online-Ausgabe.

Martin Puntigam: Denn live feiern wir auch noch vor Publikum, nehmen wir den Podcast auf und

Martin Puntigam: zwar im Literaturhaus Graz Am 31.

Martin Puntigam: März Florian Freistetter und ich begrüßen zwei fantastische Gäste,

Martin Puntigam: Nicole Streitler-Kastberger, Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin und Autorin.

Martin Puntigam: Die letzten 20 Jahre hat sie viele Sachen gemacht, aber war auch maßgeblich

Martin Puntigam: daran beteiligt, das Gesamtwerk von Uden von Horvath herauszubringen.

Martin Puntigam: Und wer da hineinliest, wird fasziniert feststellen, dass von Uden von Horvath

Martin Puntigam: bis über Helmut Qualtinger rauf zu Josef Hader und letztlich auch mir,

Martin Puntigam: das alles schon damals grundgelegt ist, die Art und Weise,

Martin Puntigam: wie man denn Witze schreibt, wie man Personen beschreibt, wie man dramaturgisch

Martin Puntigam: arbeiten kann, war ich selber erstaunt,

Martin Puntigam: dass eigentlich deutlich weniger, als ich mir eingebildet habe,

Martin Puntigam: in meiner Arbeit tatsächlich original von mir ist.

Martin Puntigam: Und als zweiter Gast, also ich habe jetzt nicht abgeschrieben,

Martin Puntigam: die Witze, aber die Art und Weise zu denken, ist doch schon 100 Jahre vorher

Martin Puntigam: grundgelegt worden, mindestens.

Martin Puntigam: Und als zweiter Gast dabei ist Gilbert Prelasnik, ehemaliger Fußball-Nationalspieler

Martin Puntigam: mit Sturm Graz, extrem erfolgreich in den 90er Jahren, mehrfach Meister,

Martin Puntigam: mehrfach Cup-Sieger in der Champions League, erfolgreich.

Martin Puntigam: Und, das ist das Besondere, weil das gibt es wirklich selten,

Martin Puntigam: ein erfolgreicher Fußball-Nationalspieler, der gleichzeitig aufregt.

Martin Puntigam: Master ist in Linguistik in dem Fall. Er hat seine Masterarbeit in klinischer

Martin Puntigam: Linguistik absolviert.

Martin Puntigam: Was genau klinische Linguistik sein soll, werden wir ihn am 31.03.

Martin Puntigam: Im Literaturhaus Graz fragen und wie es ihm als Assistenztrainer des Frauenfußballnationalteams

Martin Puntigam: geht, weil das ist er mittlerweile auch.

Martin Puntigam: Online wird diese Aufnahme aus dem Literaturhaus dann am 14.

Martin Puntigam: April sein, wenn mit der Aufnahme alles gut geht und davon gehen wir eigentlich aus.

Martin Puntigam: Darüber hinaus gibt es natürlich noch immer die Parteienverkehre, der ScienceBusters.

Martin Puntigam: Die neue TV-Staffel ist längst fertig aufgezeichnet und seit 11.

Martin Puntigam: März jeden Dienstag wieder in der Dienstagnacht auf ORF1 zu sehen und danach

Martin Puntigam: immer ein halbes Jahr weltweit abrufbar auf ORF ON.

Martin Puntigam: Zu allen Tages- und Nachtzeiten, also die Ausrede, puh, Designspassel sind immer

Martin Puntigam: so spät, gilt in dem Fall nicht, wenn man sie wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit anschauen kann.

Martin Puntigam: Aktuell heißt die Folge gar nicht schlecht passend zur Furzgrundl hinter dir Klopapier.

Martin Puntigam: Es geht aber nicht um die Furzgrundl, sondern es geht unter anderem darum,

Martin Puntigam: wie oft man Papier falten muss, bis man beim Mond angelangt ist und wie man

Martin Puntigam: Aliens richtig begrüßt.

Martin Puntigam: Und ab morgen gibt es dann die kommende Folge auch thematisch wieder einschlägig

Martin Puntigam: Willkommen im Scheißhaus.

Martin Puntigam: Da geht es darum, wie komfortabel sind eigentlich Insektenhotels für ihre Gäste.

Martin Moder: Und am 28.04. gibt es dann die nächste Ausgabe von Frag die Science Pass das Live.

Martin Moder: Alles rund ums Klima. Wie immer von 13 bis 14 Uhr eine Stunde lang auf Radio

Martin Moder: FM4. Und bis zum Sommer spielen wir das Programm Planet B, bevor wir am 16.

Martin Moder: Oktober im Stadtsaal Wien mit einer neuen Show Premiere feiern werden mit dem

Martin Moder: Titel Weltuntergang für Fortgeschrittene.

Martin Moder: Bis dahin gibt es Planet B am 19.04. und am 25.05.

Martin Moder: Im Stadtsaal Wien, am 26.03. im Stadttheater Wels.

Martin Puntigam: Danach geht es nach Deutschland. 2.4. E-Werk Erlangen, 3.4. F-Haus Jena, 4.4.

Martin Puntigam: Kupfersaal in Leipzig, 5.4. Schauburg Dresden, dann zurück in die Oststeiermark, 23.4.

Martin Puntigam: Zentrum Feldbach. Den April beschließen wir am 30.04.

Martin Puntigam: Im Posthof Linz, um dann am 16.05. im Freudenhaus Lustenau in Vorarlberg aufzutreten und am 17.05.

Martin Puntigam: Noch einen Hupfer weiterentwickeln.

Martin Puntigam: Theater am Kirchplatz in Scharn in Lichtenstein.

Martin Moder: Und ScienceBusters4Kids gibt es natürlich auch noch aktuell digital in der ORF

Martin Moder: Kids App. Da dauert jede Folge circa zehn Minuten.

Martin Moder: Und analog kann man sie natürlich auch genießen. Und zwar am 19.04.

Martin Moder: Im Stadtsaal Wien um 15.30 Uhr und am 20.04.

Martin Moder: Wieder um 11 Uhr. Außerdem am 30.04. im Posthof Linz und am 18.05.

Martin Moder: Im Wienomnersaal Rangweil.

Martin Puntigam: Am 26.04. gibt es ein Wiedersehen mit Betsy aus der Märchenstadt.

Martin Puntigam: Betsy und die Science Buster spielen bei der Ipsiade auf. Das Ganze ist mehr

Martin Puntigam: oder weniger vorglühen für die neue Science Busters und Betsy Show, die am 6.

Martin Puntigam: Mai im Uranier Puppentheater in Wien Premiere haben wird.

Martin Puntigam: Betsy, Kasperl, die Großmutti, Helmut Jungwirth und ich erkunden,

Martin Puntigam: wie Betsy fliegen lernen kann. Er möchte um die Welt fliegen,

Martin Puntigam: aber mit dem Flugzeug ist es sehr teuer und sehr schlecht fürs Klima.

Martin Puntigam: Also möchte er gerne fliegen lernen mit dem Bär-Nulli-Effekt, wie die Show heißt.

Martin Puntigam: Sechster bis Elfter, Fünfter im Oranierpuppentheater Wien.

Martin Moder: Und Glückskatze, das Solo von und mit Martin Buntigam, schnurrt auch 2025 wieder. Und zwar am 11.

Martin Moder: Und am 12.4. im Kabarett Niedermeier. Und eben ab 16.10.

Martin Moder: Dann die neue Show Weltuntergang für Fortgeschlittene.

Martin Moder: Jetzt einmal im Stadtsaal Wien, danach Welttournee.

Martin Puntigam: Tickets, Informationen unter sciencebusters.at oder puntigam.at.

Martin Puntigam: Danke für 100 Mal Unterstützung an die TU Wien und die Uni Graz.

Martin Puntigam: Danke an die Zuhörerschaft, also an Sie oder Euch fürs Zuhören,

Martin Puntigam: Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Impfen,

Martin Puntigam: nicht verschwören, schnorcheln, Darmatmen oder was man sonst noch alles mit

Martin Puntigam: einem Podcast anstellen kann.

Martin Puntigam: Danke für die Auskünfte, Martin Moda.

Martin Puntigam: Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.

Martin Moder: Wiederschauen. Tschüssi. Baba. Bis zum nächsten Mal.

Über diesen Podcast

Der Science Busters Podcast ist ein Podcast der Science Busters. Das trifft sich insofern sehr gut, weil der Name leicht zu merken ist.

Seit 2007 gibt es die Science Busters als Wissenschafts-Show-Projekt. Auf der Bühne, auf Radio FM4, als Bücher, als Lehrveranstaltung und TV-Sendungen. Und ab 2021 auch als Podcast. Weil fast immer mehr zu einem Thema zu sagen wäre, als im jeweiligen Format Platz hat. Nachhaltige Wissenschaftskommunikation, wenn man so will, lehrreich, unterhaltsam und durchgehend in Stereo.

In jeder Folge wird eine aktuelle Frage der Hörerschaft beantwortet, oder zwei. Und ein Thema umfassend beackert. Am Ende gibt es Tipps und Empfehlungen. Um Eigenwerbung zu vermeiden, muss immer einer die Arbeit seines Gegenüber bewerben.

Science Busters Podcast - transparent, unbestechlich, bürgernah
Tiere können der Handlung nicht folgen.

Produziert mit Unterstützung der Universität Graz und der TU-Wien

Kontakt: podcast@sciencebusters.at

von und mit Martin Puntigam, Martin Moder, Florian Freistetter

Abonnieren

Follow us