Wer nichts weiß, muss alles glauben.
Martin Puntigam: Ausgabe 121 des Science-Busters-Podcasts, die erste im Kalenderjahr 2026,
Martin Puntigam: heute Teil 3 der Sternstunden der
Martin Puntigam: Science-Busters und heute heißt einer Herzsprung und der andere Russell.
Florian Freistetter: Stimmt zwar, aber trotzdem muss man solche Witze nicht machen, wenn es nicht sein muss.
Martin Puntigam: Muss aber sein.
Martin Puntigam: Herzlich Willkommen zur Ausgabe 121 des Science Wars, das Podcast wie immer
Martin Puntigam: produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien.
Martin Puntigam: Mein Name ist Martin Puntigam, das ist auch 2026 noch so und mir gegenüber sitzt
Martin Puntigam: auch 2026 wieder Florian Freistädter, Astronom. Hallo.
Florian Freistetter: Hallo.
Martin Puntigam: In der letzten Ausgabe 120 haben wir beide in der zweiten von mehreren Ausgaben
Martin Puntigam: über Sterne gesprochen, über Sternengeschichten als Podcast und live,
Martin Puntigam: was man mit den Friedmann-Gleichungen berechnet, warum das Universum kein aufgeblasener
Martin Puntigam: Luftballon ist, wie Friedman,
Martin Puntigam: Einstein zeigen hat können,
Martin Puntigam: was der eigentlich entdeckt hatte, warum die Urwolke urspannend ist,
Martin Puntigam: weil man sie trotzdem verkleinern muss,
Martin Puntigam: ob JetGPT Immanuel Kant richtig versteht, wer das Runge-Kutter-Verfahren braucht
Martin Puntigam: und vor allem natürlich, ob Florian Freistetter mit Kaspar, Melchior und Palteser verwandt ist.
Martin Puntigam: Heute geht es um die Herren Herzsprung und Russell und was die Sterne den beiden
Martin Puntigam: zu verdanken haben oder vielleicht oder vermutlich sogar eher umgekehrt.
Martin Puntigam: Lorraine, in Folge 6 deiner Sternengeschichten, das ist schon lange her,
Martin Puntigam: 2013, also 13 Jahre, und sie klingt noch ein bisschen so, als hättest du beim
Martin Puntigam: Sprechen damals extra einen Eimer über den Kopf gegeben.
Martin Puntigam: Das hat aber natürlich Gründe, oder?
Florian Freistetter: Ja, ich hatte einen Eimer im Kopf. Also nein, aber 13 Jahre sind vor allem,
Florian Freistetter: was Technik und Internet angeht, eine sehr, sehr lange Zeit.
Florian Freistetter: Also braucht man schauen, was es vor 13 Jahren alles an Dingen,
Florian Freistetter: die heute selbstverständlich sind, gibt und nicht gibt. Also sowas wie YouTube
Florian Freistetter: oder soziale Netzwerke und so weiter.
Florian Freistetter: Aber 13 Jahre ist lang und damals gab es ganz viele Software nicht,
Florian Freistetter: die man heute problemlos verwenden kann für die Podcast-Herstellung.
Florian Freistetter: Die ganze Audio-Nachbearbeitung, die heute weitestgehend automatisiert erfolgen
Florian Freistetter: kann und dafür sorgt, dass die Podcasts alle mehr oder weniger hervorragend
Florian Freistetter: klingen, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt.
Florian Freistetter: Die gab es damals nicht. Da hat man händisch arbeiten müssen und die Software
Florian Freistetter: war entsprechend kompliziert.
Florian Freistetter: Und wenn man keine Ahnung von Tonbearbeitung gehabt hat, dann war es halt nicht
Florian Freistetter: so toll, wie es werden hätte können.
Florian Freistetter: Ich habe natürlich damals bei Folge 6 von meinen mittlerweile fast 700 Folgen
Florian Freistetter: Sterling-Geschichten noch weit, weit weniger Erfahrungen gehabt im Podcast,
Florian Freistetter: wie man in ein Mikrofon spricht, wie das Mikrofon richtig verwendet wird,
Florian Freistetter: wie es richtig eingestellt wird.
Florian Freistetter: Ich habe, das habe ich glaube ich auch schon mal erzählt, eine Zeit lang das
Florian Freistetter: Mikrofon komplett falsch herumstehen gehabt, also quasi von der falschen Seite
Florian Freistetter: ins Mikrofon reingesprochen.
Florian Freistetter: Also natürlich hat sich im Laufe der Zeit was geändert und die ersten Folgen
Florian Freistetter: klingen dementsprechend anders.
Martin Puntigam: Aber inhaltlich war es schon sattelfest und es ist um Herzsprung und Russell
Martin Puntigam: gegangen und um die Entstehung von Sternen, beziehungsweise die Beschreibung,
Martin Puntigam: wie man Sterne überhaupt klassifizieren und beschreiben kann.
Martin Puntigam: Was war denn da das Problem? Weil Sterne kennt man seit immer.
Martin Puntigam: Noch bevor es Astronomie gegeben hat, hat man schon den Lauf der Sterne beschreiben
Martin Puntigam: können und der Himmelskörper.
Martin Puntigam: Was genau haben denn die beiden herausgefunden?
Florian Freistetter: Also Herzsprung und Russell haben erstmal nicht gemeinsam gearbeitet.
Florian Freistetter: Da kommen wir später noch dazu.
Florian Freistetter: Aber jede Person, die auch nur ein bisschen tiefer in die Astronomie einsteigt
Florian Freistetter: und mehr macht als jetzt nur, selbst wenn man sich eine Astronomiezeitschrift
Florian Freistetter: kauft, eine populärwissenschaftliche, wird man das Herzsprung-Rassel-Diagramm finden.
Florian Freistetter: Also jedes Mal, wenn man sich irgendwie ein bisschen tiefer mit Astronomie beschäftigt
Florian Freistetter: und natürlich auch im Studium, kommt man zum Herzsprung-Rassel-Diagramm.
Florian Freistetter: Also das ist wirklich eines der zentralsten Dinge in der Astronomie,
Florian Freistetter: zumindest in dem Teil der Astronomie, der sich mit Sternen beschäftigt.
Florian Freistetter: Und man kann sagen, man kann eigentlich fast die gesamte Astronomie der Sterne
Florian Freistetter: anhand des Herzsprung-Rassel-Diagramms erklären, ableiten, verstehen.
Florian Freistetter: Das ist wirklich ein Ausbild.
Florian Freistetter: Absolut zentrales Ding in der Astronomie. Also ich würde jetzt nicht so weit
Florian Freistetter: gehen und sagen, das ist für die Astronomie so zentral, wie es die Evolutionstheorie
Florian Freistetter: für die Biologie ist, weil so zentral ist es dann doch nicht.
Florian Freistetter: Aber insofern es überhaupt irgendwas so zentrales in der Astronomie gibt,
Florian Freistetter: dann kann man es vergleichen mit der Evolutionstheorie.
Florian Freistetter: Also Herzsprung-Rassel-Diagramm ist extrem wichtig und die Geschichte dahinter
Florian Freistetter: zeigt, warum es wichtig ist.
Martin Puntigam: Also man lernt es gleich am Anfang des Studiums, oder?
Florian Freistetter: Nicht gleich ganz am Anfang, aber schon im ersten Semester kommt es schon vor.
Florian Freistetter: Das ist schon wichtig. Also das hört man, weil es, wie gesagt,
Florian Freistetter: ohne das geht vieles nicht in der Astronomie.
Florian Freistetter: Das Problem war, kannst du vielleicht so probieren, die Astronomie hat generell
Florian Freistetter: viele Probleme, die sie bewältigen muss, um ihre Forschung zu treiben.
Florian Freistetter: Und eins davon ist, dass man Sterne halt insofern sehr schlecht erforschen kann
Florian Freistetter: oder das Sternenleben, wenn man so will, schlecht erforschen kann,
Florian Freistetter: weil die Dinge halt einfach absurd lang leben.
Florian Freistetter: Also so ein Stern lebt, wenn er kurz lebt, ein paar Dutzend Millionen Jahre,
Florian Freistetter: aber das sind wirklich nur eine Handvoll der Sterne, die am kürzesten leben.
Florian Freistetter: Und normalerweise lebt so ein Stern Milliarden Jahre. Das heißt,
Florian Freistetter: wir können die Dinger noch so lange anschauen.
Florian Freistetter: Wir sehen nicht, was sich da verändert. Wir wollen aber, wenn wir die Sterne
Florian Freistetter: verstehen wollen, dann müssen wir halt wissen, wie entsteht ein Stern,
Florian Freistetter: wie entwickelt sich ein Stern, wie ändert ein Stern in deinem Leben.
Florian Freistetter: Und das müssen wir irgendwie rauskriegen.
Florian Freistetter: Aber wir können halt in der Zeit, wo wir,
Florian Freistetter: beobachten. Ja, wir sehen halt nur einen winzigen Ausschnitt.
Florian Freistetter: Ich habe in einem Artikel über die Geschichte des Herzsprung-Rassel-Diagramms
Florian Freistetter: einen schönen Vergleich gesehen.
Florian Freistetter: Das ist so, wie wenn du die Aufgabe bekommst, einen Wald zu erforschen.
Florian Freistetter: Du sollst einen Wald erforschen, verstehen, also alles, die Ökologie,
Florian Freistetter: die Bäume, wie verhält sich ein Baum, wie entwickelt sich ein Baum und wie stirbt
Florian Freistetter: ein Baum. Das sollst du alles verstehen.
Florian Freistetter: Du hast auch alle Instrumente, die du für diese Aufgaben brauchst.
Florian Freistetter: Kriegst du auch alle. Du kannst alles machen, aber du hast dafür nur fünf Minuten
Florian Freistetter: Zeit. In diesen fünf Minuten kannst du Daten sammeln, so viel du Bock hast und danach ist aus.
Florian Freistetter: Und so ungefähr ist das Problem, das die Astronomie hat, wenn sie Sterne verstehen will.
Martin Puntigam: Das heißt, wenn man Sterne anschaut, blinzelt man immer als Erster.
Florian Freistetter: Ganz genau. Und das ist das Problem. Man hat natürlich gesehen dann,
Florian Freistetter: wir sind jetzt so spät des 18., frühen 19.
Florian Freistetter: Jahrhundert, da hat man natürlich schon mit entsprechenden Teleskopen festgestellt,
Florian Freistetter: dass es unterschiedliche Arten von Sternen gibt.
Florian Freistetter: Kann man auch ganz ohne Teleskope feststellen. Man sieht ja,
Florian Freistetter: es gibt Zwischenstände, die leuchten rot. Sterne leuchten eher blau-weißlich
Florian Freistetter: und Sterne leuchten ein bisschen gelblich.
Florian Freistetter: Manche sind heller, manche sind weniger hell. Also das kann man feststellen.
Florian Freistetter: Sterne sind unterschiedlich, aber die Frage war, warum ist das so?
Florian Freistetter: Das ist mal eine ganz grundlegende Frage.
Florian Freistetter: Und einer der Ersten, der sich da wirklich wissenschaftlich intensiv damit beschäftigt
Florian Freistetter: hat, war der italienische Astronom Angelo Secchi.
Florian Freistetter: Der hat das so in den späten 1800, also 1860 rum untersucht.
Florian Freistetter: Da hatte man schon Spektroskopie. Also man hatte schon die Möglichkeit,
Florian Freistetter: das Licht, das von den Sternen kommt, in seine Spektralfarben aufzuspalten und
Florian Freistetter: mit den Spektrallinien rauszufinden, ein bisschen grob herauszufinden,
Florian Freistetter: woraus die bestehen könnten. Also ein bisschen...
Florian Freistetter: Chemische Zusammensetzung herausfinden können. Und das wäre auch wieder die
Florian Freistetter: Geschichte der Spektroskopie und die Erklärung der Spektroskopie,
Florian Freistetter: die auch wieder mindestens eine eigene Folge wert.
Martin Puntigam: Das haben wir, glaube ich, in Seh schon als Ausübung gestellt.
Florian Freistetter: Ah, stimmt. Okay, gut. Ja, weil die Spektroskopie halt wichtig ist.
Florian Freistetter: Aber das hat Seki damals gemacht, 4.000 Sterne ungefähr, hat sich da angestaut
Florian Freistetter: und hat festgestellt, okay, ja, da gibt es zum Beispiel viele,
Florian Freistetter: die sind hell und eher weißlich leuchtend. Da hat er viel Wasserstoff nachweisen können.
Florian Freistetter: Dann hat er die schwach-rötlich-leuchtenden gesehen. Da war mehr Kohlenstoff
Florian Freistetter: drin als bei den anderen und so.
Florian Freistetter: Also er hat da so ein bisschen was rumklassifiziert. Und seine Idee war,
Florian Freistetter: dass das halt vor allem mit der Temperatur zu tun hat, der Stern, die Unterschiede.
Florian Freistetter: Andere Astronomen haben aber gesagt, nee, das ist was anderes.
Florian Freistetter: Also es gab jetzt sehr vereinfacht gesagt zwei Gruppen in der Astronomie.
Florian Freistetter: Der eine hat gesagt, die Sterne sind deswegen unterschiedlich,
Florian Freistetter: weil sie tatsächlich unterschiedlich chemisch zusammengesetzt sind.
Florian Freistetter: Also deutlich unterschiedlich chemisch zusammengesetzt sind.
Florian Freistetter: Also es gibt Sterne, die bestehen aus den Elementen und Sterne,
Florian Freistetter: die bestehen aus komplett anderen chemischen Elementen und deswegen sind die
Florian Freistetter: unterschiedlich und haben unterschiedliche Farben und so weiter.
Florian Freistetter: Und die andere Gruppe hat gesagt, ja, Sterne haben natürlich nicht alle exakt
Florian Freistetter: dieselbe chemische Zusammensetzung, aber sie sind vor allem deswegen unterschiedlich,
Florian Freistetter: weil sie sich im Laufe ihres Lebens unterschiedlich entwickeln.
Florian Freistetter: Das waren die beiden Denkschulen damals. Und das Problem war,
Florian Freistetter: dass man sehr, sehr viel damals, so Ende des 19.
Florian Freistetter: Jahrhunderts, noch nicht verstanden hat, wie Licht funktioniert zum Beispiel.
Florian Freistetter: Das haben wir jetzt vor kurzem erst ausführlich in unseren Bauern-Silvester-Shows
Florian Freistetter: in unserer Quantenmechanik-Abhandlung diskutiert, dass es erstaunlich schwer
Florian Freistetter: war und immer noch erstaunlich schwer ist, zu verstehen, was ist Licht und wie...
Martin Puntigam: Also man weiß es ja noch immer nicht im Detail.
Florian Freistetter: Genau. Aber damals hat man noch nicht gewusst, wie Atome Licht aussinden.
Florian Freistetter: Warum Atome Licht aussenden.
Florian Freistetter: Die Sache mit den Atomen war im Wesentlichen klar damals Ende des 19.
Florian Freistetter: Jahrhunderts. Also da hat man sehr, sehr viel noch nicht verstanden und das
Florian Freistetter: muss man halt am Ende verstehen, wenn man wissen will, was in den Sternen abgeht.
Florian Freistetter: Aber damals hat man es nicht verstanden.
Florian Freistetter: Bisschen mehr kam dann, so in den 1880er Jahren, da ist die Spektroskopie im
Florian Freistetter: Wesentlichen in die Astronomie gekommen worden.
Florian Freistetter: In Form von sinnvoller Wissenschaft, wenn man so sagen will.
Florian Freistetter: Das Ganze ist auch eine Geschichte.
Florian Freistetter: Ich muss jetzt sehr viele Geschichten nur kurz ansprechen, weil die alle eigentlich
Florian Freistetter: spannend genug wären für mindestens eine eigene Folge.
Florian Freistetter: Das, was in den 1880er Jahren am Harvard College, an der Sternwarte des Harvard
Florian Freistetter: College stattgefunden hat, das ist auch in vielen Büchern schon erzählt worden.
Florian Freistetter: Da haben nämlich die sogenannten Computer gearbeitet.
Martin Puntigam: Das waren Frauen, die gerechnet haben für die Männer, die dann publiziert haben.
Florian Freistetter: So ungefähr. Also in dem Fall waren die Harvard-Computer wirklich berühmt.
Florian Freistetter: Also da gibt es jede Menge Bücher, jede Menge eigene Podcast-Folgen,
Florian Freistetter: alles Mögliche gibt es zu dem Thema.
Florian Freistetter: Und sollten wir auch mal eine machen, aber ich kann jetzt wirklich nur die Kurzversion machen.
Florian Freistetter: Also im Wesentlichen war es so, man hat auch da probiert, Sterne zu klassifizieren
Florian Freistetter: und Sterne irgendwie zu ordnen.
Florian Freistetter: Und hat dafür die Spektren verwendet, also das, was man eben aus dem Licht über
Florian Freistetter: die Zusammensetzung und so weiter der Sterne rauskriegen kann.
Florian Freistetter: Also man hat jede Menge Daten gehabt und dann hat man die Daten irgendwie sortieren müssen.
Florian Freistetter: Und Edward Pickering, das war der Chef der Sternwarte, der hatte eine Haushälterin,
Florian Freistetter: die hieß Williamina Fleming.
Florian Freistetter: Und die war, ich weiß gar nicht, ob sie Haushälterin war, sie war auf jeden
Florian Freistetter: Fall in seinem Haus angestellt und hat da Sachen gemacht.
Florian Freistetter: Also ja, wird schon sowas gewesen sein. Aber Pickering hat festgestellt,
Florian Freistetter: dass die eigentlich recht schlau
Florian Freistetter: ist und weil er mit seinen männlichen Assistenten sehr unzufrieden war,
Florian Freistetter: die wird immer wieder erzählt, ich habe noch keine eindeutige Quelle gefunden
Florian Freistetter: für diese Geschichte, aber es wird sie geben, weil so oft wie es erzählt wird,
Florian Freistetter: wird es vermutlich stimmen.
Florian Freistetter: Also er war unzufrieden mit seinen männlichen Assistenten und hat dann so gesagt,
Florian Freistetter: selbst bei der Haushälterin kannte es besser als ihr, hat sie dann eingestellt
Florian Freistetter: und die konnte das besser als die Männer.
Florian Freistetter: Und ein Punkt, der dann meistens eher, weil deshalb eine sehr lustige Anekdote
Florian Freistetter: ist, der dann nicht mehr so oft erzählt wird.
Florian Freistetter: Aber vermutlich näher an der Wahrheit ist, der hat die Frauen natürlich deutlich
Florian Freistetter: schlechter bezahlen können.
Florian Freistetter: Also Frauen haben halt, wenn sie in der Wissenschaft arbeiten durften,
Florian Freistetter: was auch nicht selbstverständlich war, aber sie haben halt weniger Geld bekommen
Florian Freistetter: und natürlich, wenn ich direkt davon der Sterbwarte bin und sehe,
Florian Freistetter: ach, da gibt es einen Haufen schleue Frauen, die das auch können,
Florian Freistetter: aber denen muss ich nur die Hälfte des Geldes geben. Naja, dann habe ich mehr Geld für anderes.
Florian Freistetter: Also hat er dann diverse andere Frauen auch noch eingestellt,
Florian Freistetter: eine, die wichtig werden wird. Da gibt es ganz viele davon. Wie gesagt,
Florian Freistetter: da gibt es jede Menge zu dem Thema.
Martin Puntigam: Ich glaube, die Ruth und ich haben einmal über die Henrietta Spond-Levitt gesprochen.
Florian Freistetter: Ja, die war da auch mit dabei. Die ist zwar für andere Sachen berühmt geworden,
Florian Freistetter: die hat jetzt mit der Spektral-Klassifikation, auf die jetzt ich kommen möchte,
Florian Freistetter: eher weniger zu tun gehabt.
Florian Freistetter: Aber eine, die für uns dann wichtig wird, oder für den Teil der Geschichte, war Antonia Maui.
Florian Freistetter: Das war die Nichte von Pickering. Das weiß ich gerade nicht.
Florian Freistetter: Ich habe nur gemerkt, sie war die Nichte von irgendwem. Aber ja, bitte.
Martin Puntigam: Wir schreiben das in die Show. mit wem sie wie verwandt war und wem sie was
Martin Puntigam: in welcher Größenordnung schenken hat müssen zum Geburtstag.
Florian Freistetter: Jedenfalls, also die hat dann probiert, irgendwie Sinn in diese Daten zu bringen.
Florian Freistetter: Also das haben die meisten Frauen gemacht, aber die waren dann am Ende verantwortlich
Florian Freistetter: dafür und hat probiert, irgendwie Sinn da reinzukriegen in diese Daten,
Florian Freistetter: die bei den Sternen existiert haben.
Florian Freistetter: Und sie hat dann ein System entwickelt, das im Wesentlichen heute noch existiert.
Florian Freistetter: Es existiert nicht mehr in der Form, die heute existiert, aber es existiert in einer abgewandelt.
Florian Freistetter: Und vor allem, wer schon mal was von der Klassifikation der Sterne,
Florian Freistetter: der Spektralklassifikation der Sterne gehört hat, der wird sich wundern,
Florian Freistetter: warum die Astronomie das so komisch macht. Also ich kann das kurz mal aufzählen.
Florian Freistetter: Man teilt die Sterne in unterschiedliche Spektralklassen und die heißen OBA.
Florian Freistetter: F-G-K-
Martin Puntigam: Klingt ein bisschen, wie wenn man singen lernt.
Florian Freistetter: Ja, also sortiert sind sie in dem Fall ganz, ganz einfach gesagt,
Florian Freistetter: blauisch, also die O-Sterne sind heiß, die M-Sterne sind kühl und dazwischen
Florian Freistetter: ändert sich die Temperatur entsprechend.
Florian Freistetter: Also diese Klassifikation O-B-A-F-G-K-M geht von heißen zu kühlen Sternen.
Florian Freistetter: Und irgendwie muss man die ja nennen, kann man 1, 2, 3, 4, 5 nennen oder halt A, B, C, D, E.
Florian Freistetter: Und das hat Mauri auch gemacht, also die hat sie quasi alphabetisch benannt,
Florian Freistetter: Aber er hat sie noch auf eine andere Art klassifiziert, also er hat die anders sortiert gehabt.
Florian Freistetter: In ihrer Sortierung war das alphabetisch, aber später hat man gemerkt,
Florian Freistetter: na, das ist doch ein bisschen anders und man muss das umsortieren und ein paar
Florian Freistetter: von den ganzen Klassen kann man wegschmeißen und so.
Florian Freistetter: Also da war viel, viel Arbeit noch dahinter und am Ende ist man halt mit dem
Florian Freistetter: System übrig geblieben, wo man gemerkt hat, aha, okay, wir können die am besten
Florian Freistetter: nach Temperatur ordnen, da funktioniert es am besten.
Florian Freistetter: Und dann hat man halt diese Reihenfolge OBAFGKM gehabt, die wie so oft in der
Florian Freistetter: Astronomie halt einfach geblieben ist, auch wenn es jetzt überhaupt keinen Zimmer
Florian Freistetter: macht und es sehr, sehr mühsam ist, wenn man das das erste Mal in der Fäuser
Florian Freistetter: gehört, sich das zu merken, die Reihenfolge.
Martin Puntigam: Aber gibt es da Eselsbrücke, wie es es im Lateinischen oft gibt?
Florian Freistetter: Ja, ja, es gibt jede Menge Eselsbrücken. Also die berühmteste ist auch noch von damals.
Florian Freistetter: Die ursprüngliche Version sagt man heute eher nicht mehr, weil die da ja,
Florian Freistetter: die lautet, also auf Englisch, oh, be a fine girl, kiss me.
Florian Freistetter: Also, sei ein liebes Mädel, küss mich.
Martin Puntigam: Sagt man heute schon auch noch, aber es kommt anders an.
Florian Freistetter: Manche ändern das Girl auch zu Guy, kann man auch machen. Einer,
Florian Freistetter: die habe ich mir tatsächlich mal ausgedacht, oder ich und ein Kollege,
Florian Freistetter: Matthias, der das hier vielleicht auch hört, mit dem ich gemeinsam studiert habe.
Florian Freistetter: Wir sind damals, das muss 1995 gewesen sein, und da dürften nämlich Wahlen gewesen
Florian Freistetter: sein oder irgendwie sowas. Wir sind da zur Sternwarte marschiert,
Florian Freistetter: gerade als wir das gelernt haben im ersten Semester.
Florian Freistetter: Und da war irgendein Wahlplakat von irgendeinem Bauernbund oder von der ÖVP.
Florian Freistetter: Die haben betont, wie wichtig die Landwirtschaft ist.
Martin Puntigam: Aber es ja stimmt.
Florian Freistetter: Ja, eben. Und wir haben dann gesagt, man kann diese Klassen auch merken,
Florian Freistetter: ohne Bauern am Feld gibt es keine Milch.
Martin Puntigam: Das stimmt wiederum. Den Zusammenhang gibt es ja wiederum nicht.
Florian Freistetter: Ja, aber man merkt es sich. Man kann sich das merken. Also es gibt vermutlich
Florian Freistetter: auch jede Menge andere Versionen.
Florian Freistetter: Eine Version, die ich noch kenne, lautet Offenbar benutzen Astronomen furchtbar
Florian Freistetter: gerne komische Merksätze.
Florian Freistetter: Aber wenn man da im Internet sucht, findet man Dutzende Versionen von dem Ganzen.
Martin Puntigam: Also das heißt, allein indem man sucht, kann man sich dann schon merken und
Martin Puntigam: braucht die Eselsbrücke dann irgendwann immer.
Florian Freistetter: Ja, und irgendwann sind es auch nur sieben Stück. Also das kann man sich auch nur noch so merken.
Florian Freistetter: Aber ja, das war jetzt die sehr, sehr kurze Version, wie diese Spektalklassen
Florian Freistetter: entstanden sind. Und das war halt eine sehr, sehr frühe Version.
Florian Freistetter: Also das war so Ende des 19., Anfang des 20.
Florian Freistetter: Jahrhunderts hat man so ein bisschen die Sterne anhand ihrer Spektralklassen
Florian Freistetter: sortiert gehabt und dann kam einer Herzsprung.
Florian Freistetter: Das war ein dänischer Astronom, der, wann ist der geboren?
Florian Freistetter: 1870 rum ist er geboren, glaube ich. Und der hat halt auch gedacht,
Florian Freistetter: okay, er möchte das auch gern verstehen, wie das mit den Spektren ist und so weiter.
Florian Freistetter: Und hat festgestellt, ja, die Temperatur, die ist zwar wichtig,
Florian Freistetter: die Temperatur, die sagt uns schon was über den Stern.
Florian Freistetter: Aber die Temperatur sagt uns nicht alles.
Florian Freistetter: Denn es hat damals, Moment, das habe ich vorhin vergessen zu sagen,
Florian Freistetter: dass der Angelo Secchio, der hat damals die Sterne eingeteilt in Riesen und Zwerge.
Florian Freistetter: Also es gibt große Sterne, kleine Zwerge und so weiter.
Florian Freistetter: Aber, und jetzt sind wir fast 100 Jahre später.
Florian Freistetter: Nein, gar nicht mal 100 Jahre später. Es sind ein paar Jahrzehnte später.
Florian Freistetter: Da hat sich Herr Herzsprung mit den Beschäftigten festgestellt,
Florian Freistetter: ja, die Temperatur ist zwar wichtig, Temperatur spielt eine Rolle,
Florian Freistetter: aber die Temperatur, die kann uns nicht alles sagen.
Florian Freistetter: Weil er hat festgestellt, und das war das, was damals in der Klassifikation
Florian Freistetter: aus Harvard noch nicht inkludiert war.
Florian Freistetter: Die haben einfach nur gesagt, okay, wir haben rote Sterne. Das war die ursprüngliche Version.
Florian Freistetter: Da hat die Antonia Maui, die Lichte von irgendjemandem, festgestellt,
Florian Freistetter: dass es eben rote Sterne gibt.
Florian Freistetter: Und es gibt helle rote Sterne und es gibt schwach leuchtende rote Sterne.
Florian Freistetter: Und Herzsprung hat sich das Ganze...
Florian Freistetter: Ich habe ihn entsprechend ein bisschen genauer angeschaut und festgestellt, ja, ist okay.
Florian Freistetter: Aber das Problem ist, wenn ich jetzt einfach nur die Temperatur nehme,
Florian Freistetter: also sag mal Rot, die Farbe ist ja ein Wert für die Temperatur.
Florian Freistetter: Das hat man damals schon gewusst. Was Rot leuchtet, muss kühler sein als das,
Florian Freistetter: was zum Beispiel Blau leuchtet.
Florian Freistetter: Die Temperatur, die Farbe allein hilft uns nicht, weil er hat festgestellt,
Florian Freistetter: okay, es gibt einerseits rote
Florian Freistetter: Sterne, die klein sind und andererseits rote Sterne, die sehr groß sind.
Florian Freistetter: Und wie er da drauf gekommen ist, das ist aber auch wieder ein Thema für sich,
Florian Freistetter: weil das ist gar nicht so einfach, da drauf zu kommen.
Florian Freistetter: Aber er hat sich halt Sterne angeschaut in Gruppen, wo er davon ausgehen hat
Florian Freistetter: können, die Sterne sind alle mehr oder weniger gleich weit von der Erde entfernt.
Florian Freistetter: Und dann ist tatsächlich die Helligkeit, die man beobachtet,
Florian Freistetter: die man sieht von der Erde aus, ein Maß dafür, wie hell sie wirklich sind.
Florian Freistetter: Weil ansonsten, wenn ich weiß, wie weit die weg sind, dann kann das ja irgendein Grund sein.
Florian Freistetter: Dann kann der extrem hell sein, aber wir sehen ihn nur ganz schwach, weil er so weit weg ist.
Florian Freistetter: Oder er kann halt extrem hell sein, weil er uns extrem nahe ist.
Florian Freistetter: Also ich muss die Entfernung kennen und wenn ich die nicht kenne,
Florian Freistetter: was quasi der Standard ist in der Astronomie, dass man nicht weiß,
Florian Freistetter: wie weit was weg ist, dann ist es schwierig, aus der Helligkeit irgendwas zu
Florian Freistetter: schließen über die wahre Helligkeit.
Florian Freistetter: Aber Herzsprung, der hat sich eben Sterne angeschaut, so Sternhaufen,
Florian Freistetter: Sterngruppen, wo man gesagt hat, okay, die sind jetzt alle mehr oder weniger gleich weit weg von uns.
Florian Freistetter: Und wenn das so ist, dann müssen die Hellen wirklich größer sein,
Florian Freistetter: heller sein als die, die schwach leuchten.
Florian Freistetter: Und da hat er halt festgestellt, okay, wir haben rote Sterne,
Florian Freistetter: die sehr hell sind und rote Sterne, die sehr nicht so hell sind.
Florian Freistetter: Und die sind aber alle gleich weit weg von uns. und das bedeutet,
Florian Freistetter: die hellen Roten müssen deutlich größer sein als die nicht so hellen Roten.
Florian Freistetter: Das klingt jetzt alles sehr, sehr trivial, aber es ist sehr,
Florian Freistetter: sehr wichtig, weil das bedeutet, dass die Temperatur allein uns nichts über
Florian Freistetter: die Natur des Sterns sagen kann.
Florian Freistetter: Also wir wissen dann immer noch nicht, ist der groß, ist der klein,
Florian Freistetter: weil wir wissen auch noch nicht, damals habe ich noch nicht gewusst,
Florian Freistetter: was geht da genau ab im Stern, warum ist ein Stern groß, warum ist ein Stern
Florian Freistetter: klein und so weiter. Und das hat Herzsprung jetzt mal auf wissenschaftliche Weise geklärt.
Florian Freistetter: Er hat gesagt, okay, wir brauchen mehr als nur die Temperatur,
Florian Freistetter: wenn wir Sterne verstehen wollen.
Florian Freistetter: Das Ganze hat er 1905 veröffentlicht und zwar in der Zeitschrift für wissenschaftliche Fotografie.
Florian Freistetter: Das war ein bisschen so ein obskures Journal.
Florian Freistetter: Also obskur jetzt nicht im Sinne von, da stand Schwachsinn drin,
Florian Freistetter: sondern obskur im Sinne von, das hat kaum wer gekannt. Und damals gab es ja
Florian Freistetter: auch noch kein Internet, wo ich einfach was gesucht habe.
Florian Freistetter: Heutzutage ist es fast wurscht, wo ich was publiziere, weil solange es irgendwo
Florian Freistetter: entsprechend indiziert ist in den Datenbanken, dann kommt das raus bei der Suche.
Florian Freistetter: Aber damals hat man halt das gelesen, was in der wissenschaftlichen Bibliothek,
Florian Freistetter: in der Institutsbibliothek,
Florian Freistetter: in der Bibliothek rumgelegen ist. Und wenn das eine Zeitschrift war,
Florian Freistetter: die halt so obskur war, dass sie kaum ein Institut abonniert hat,
Florian Freistetter: dann hat das halt keiner gelesen.
Florian Freistetter: Das heißt, er hat das zwar veröffentlicht,
Florian Freistetter: aber es hat nicht wirklich mehr gewusst, dass er es getan hat.
Martin Puntigam: Aber warum hat er die Zeitschrift genommen oder hat er keine Wahl gehabt?
Florian Freistetter: Weiß man nicht, warum er es genommen hat. Vielleicht weiß man es,
Florian Freistetter: aber ich weiß es jetzt gerade nicht. Es wird schon einen Grund gehabt haben.
Florian Freistetter: Vielleicht war es ihm auch einfach wurscht. Also er hat es halt einfach,
Florian Freistetter: dachte ich, veröffentlicht es jetzt und dann habe ich es veröffentlicht.
Florian Freistetter: Also damals war ja auch noch nicht dieser Publikationsdruck in der Wissenschaft,
Florian Freistetter: wie er heute ist. Ja, da hat man einen Job gehabt und dann hast du einen Job gehabt.
Florian Freistetter: Also das war jetzt nicht so wie heute, wo du ständig was publizieren musst.
Florian Freistetter: Also er hat es halt publiziert, damit es irgendwer weiß. Aber dann hat zeitgleich
Florian Freistetter: und unabhängig der amerikanische Astronom Henry Norris Russell sich im Prinzip
Florian Freistetter: mit dem gleichen Thema beschäftigt.
Florian Freistetter: Er hat auch gesagt, er schaut sich jetzt mal genauer an, wie man Sterne klassifizieren
Florian Freistetter: kann, was wichtig ist und so weiter und hat tatsächlich auch festgestellt,
Florian Freistetter: dass es eben diese zwei Arten von Sternen gibt, nämlich die Zwergsterne und
Florian Freistetter: die Riesensterne und hat festgestellt, ja,
Florian Freistetter: wir brauchen da wirklich eben nicht nur die Temperatur, sondern wir brauchen
Florian Freistetter: da noch einen anderen Parameter, um das feststellen zu können,
Florian Freistetter: klassifizieren zu können und hat das dann 1913 auf einer Konferenz vorgestellt
Florian Freistetter: und dann später veröffentlicht.
Florian Freistetter: Und wir werden dann gleich später reden, was dann jetzt wirklich genau das Resultat
Florian Freistetter: ist. Das ist nur die Geschichte bis dahin.
Florian Freistetter: Aber das, was er da veröffentlicht hat, das hat man dann wirklich ziemlich schnell
Florian Freistetter: als das erkannt, was es auch ist, nämlich extrem wichtig.
Florian Freistetter: Und wenn wichtige Dinge sich verbreiten, dann kriegen sie einen Namen.
Florian Freistetter: Und dann ist es oft der Name von der Person, die es veröffentlicht hat oder entdeckt hat.
Florian Freistetter: Und dieses Diagramm, es geht um ein Diagramm, das ist dann ab da als Rassel-Diagramm
Florian Freistetter: bezeichnet worden, weil niemand gewusst hat, dass Herzsprung das eh auch gemacht
Florian Freistetter: hat. Aber später hat dann, ich glaube es war ein anderer dienischer Astronom
Florian Freistetter: oder ein schwedischer Astronom.
Florian Freistetter: Bernd Strömgren, glaube ich, ich weiß gerade, irgendwo aus Kandinavien kam der,
Florian Freistetter: aber der hat die Arbeit von Herzsprung 1933 wieder ausgebuddelt und seit damals
Florian Freistetter: ist jetzt dieses Diagramm als Herzsprung-Rassel-Diagramm bekannt,
Florian Freistetter: weil das beide quasi gleichermaßen beigetragen haben dazu.
Florian Freistetter: Also die haben jetzt nicht kollaboriert, um das zu machen, sondern beide haben
Florian Freistetter: es gemacht und deswegen ist es nach beiden benannt.
Martin Puntigam: Haben Sie jemals kennengelernt eigentlich?
Florian Freistetter: Das ist eine gute Frage, die ich probiert habe herauszufinden für das Buch von
Florian Freistetter: mir, was jetzt demnächst rauskommt, die Farben der Astronomie.
Florian Freistetter: Da geht es ja auch sehr, sehr intensiv um unter anderem dieses Thema,
Florian Freistetter: weil die Farbe eine wichtige Rolle spielt für die Sterne und für das Herzsprung-Rassel-Diagramm.
Florian Freistetter: Ich habe jetzt nicht beliebig viel Zeit gehabt für die Recherche in der Zeit,
Florian Freistetter: die ich hatte, habe ich jetzt nicht herausgefunden, dass die beiden sich getroffen
Florian Freistetter: hätten. Die werden schon voneinander gewusst haben, weil...
Florian Freistetter: Wir haben schon gewusst, was die anderen so forschen, aber ob sie sich getroffen
Florian Freistetter: haben und darüber diskutiert haben, konnte ich tatsächlich nicht herausfinden.
Florian Freistetter: Vielleicht hört eine Person zu, die wissenschaftshistorische Expertise hat und
Florian Freistetter: kann das für mich klären, aber ich hätte jetzt nicht gewusst,
Florian Freistetter: dass die sich getroffen hätten.
Martin Puntigam: Aber waren sie im Briefkontakt oder so? Weil wir waren ja Zeitgenossen.
Florian Freistetter: Ja, ja, weiß ich jetzt auch nicht. Das hätte ich jetzt auch nicht gefunden,
Florian Freistetter: dass die jetzt kommuniziert hätten.
Florian Freistetter: Aber wie gesagt, ich habe auch nicht so genau nachgeschaut, wie ich nachschauen
Florian Freistetter: hätte müssen, um das herauszufinden.
Florian Freistetter: Das ist eine Frage, die kann man jetzt hier nicht beantworten.
Florian Freistetter: Aber was wir beantworten können ist, was dieses Diagramm eigentlich ist und
Florian Freistetter: warum es so bedeutend ist.
Florian Freistetter: Weil bis jetzt habe ich immer nur gesagt, man hat sich die Temperatur der Sterne
Florian Freistetter: angeschaut und festgestellt, da gibt es heiße und kühle und rote und blaue und große und kleine.
Florian Freistetter: Das ist jetzt nicht überraschend, aber das Herzsprung-Rassel-Diagramm ist auf
Florian Freistetter: den ersten Blick sehr überraschend.
Martin Puntigam: Ganz kurz noch dazwischen, warum gibt es nur große und kleine Sterne?
Martin Puntigam: Weil es gibt ja wahrscheinlich auch mittlere Sterne.
Florian Freistetter: Die waren egal. Genau. Die waren nicht egal, aber die kommen jetzt nicht.
Florian Freistetter: Natürlich gibt es auch mittler- und mittelgroße Sterne, aber um genau das geht
Florian Freistetter: es. Also was man jetzt gemacht hat, ist, okay, wir machen jetzt ein Diagramm.
Florian Freistetter: Und auf die eine Seite des Diagramms, also auf die, ist ein bisschen blöd immer,
Florian Freistetter: ein Diagramm im Podcast zu beschreiben, aber in dem Fall führt kein Weg dran
Florian Freistetter: vorbei und wir reden eh so ausführlich drüber,
Florian Freistetter: dass am Ende alle verstehen, was es ist, beziehungsweise braucht man es einfach
Florian Freistetter: nur im Internet eingeben und bekommt sofort ein entsprechendes Bild.
Florian Freistetter: Aber ich erkläre es jetzt eh.
Florian Freistetter: Also wir haben ein Diagramm, wo man auf der einen Achse, nämlich der X-Achse,
Florian Freistetter: die Spektralklasse aufträgt.
Florian Freistetter: Also genau das, was ich gerade erzählt habe. O, B, A, F, G, K, M.
Florian Freistetter: Oder das ist äquivalent die Temperatur. Habe ich auch vorhin gesagt.
Florian Freistetter: O-Sterne sind die heißesten, M-Sterne sind die kühlsten. Also ob ich jetzt die
Florian Freistetter: Spektralklasse oder die Temperatur auftrage, ist im Wesentlichen egal.
Florian Freistetter: Aber üblicherweise trägt man die Spektralklasse auf. Und zwar so,
Florian Freistetter: dass von rechts nach links die Temperatur niedriger wird.
Florian Freistetter: Wenn ein Stern eine niedrige Temperatur hat, dann ist er irgendwo rechts auf dieser Achse.
Florian Freistetter: Wenn er heiß ist, ist er irgendwo links auf dieser Achse. Das ist die eine Achse.
Florian Freistetter: Aber das haben ja Herzsprung und Rassel beide festgestellt. Die Temperatur allein
Florian Freistetter: reicht nicht, um das zu klassifizieren.
Florian Freistetter: Wir brauchen eine zweite Größe und die zweite Größe, das ist die absolute Helligkeit.
Florian Freistetter: Also die Helligkeit, wie hell ist dieser Stern wirklich?
Florian Freistetter: Gehen wir jetzt auch nicht darauf ein, wie man das genau misst und wie man das
Florian Freistetter: rauskriegt, aber wir sagen mal, wir kriegen es raus.
Florian Freistetter: Wir wissen, wie ist die absolute Helligkeit des Sterns, wie ist seine Leuchtkraft,
Florian Freistetter: wie hell leuchtet der und die trage ich auf der anderen Achse auf und zwar so,
Florian Freistetter: dass die, die schwach leuchten,
Florian Freistetter: in dem Fall jetzt unten sind, weil wir sind ja bei der y-Achse,
Florian Freistetter: sind unten und die hell leuchten sind oben. So, das sind unsere Achsen und jetzt,
Florian Freistetter: Da kann man sich denken, was passiert? Wir nehmen jetzt, keine Ahnung,
Florian Freistetter: 5000 Sterne, für die wir sowohl die Temperaturspektralklasse als auch die Helligkeit
Florian Freistetter: kennen und wir tragen die in diesem Diagramm ein.
Florian Freistetter: Was würde man erwarten, dass rauskommt?
Florian Freistetter: Hast du eine Erwartung, was rauskommt? Also die Frage ist, soll überhaupt irgendwas passieren?
Florian Freistetter: Weil, wie gesagt, es gibt große Sterne, kleine Sterne, heiße Sterne,
Florian Freistetter: kühle Sterne und so weiter.
Martin Puntigam: Ja, dass die Verteilung ungefähr gleich sein wird, das wäre die Erwartung.
Florian Freistetter: Ja, also man könnte sich mal denken, okay, wenn ich die eintruche,
Florian Freistetter: dann habe ich halt einfach überall, die Punkte sind dann überall im Diagramm.
Florian Freistetter: Weil ich habe halt große Sterne, kleine Sterne mit allen möglichen Temperaturen.
Florian Freistetter: Das heißt, ich kriege je nachdem, wie der Sterne gerade drauf ist,
Florian Freistetter: irgendwo in dem Diagramm Punkte.
Florian Freistetter: Ja, ist aber nicht so. Wenn man das macht, dann kriegt man eine Linie, mehr oder weniger.
Florian Freistetter: Also die Punkte ordnen sich entlang einer Linie, um eine Linie herum an,
Florian Freistetter: die von oben links nach unten rechts führt.
Florian Freistetter: Also es gibt Sterne, die sind sehr heiß und hell, die sind oben links und es
Florian Freistetter: gibt Sterne, die sind sehr kühl und leuchtschwach, die sind unten rechts und
Florian Freistetter: die anderen liegen dazwischen.
Florian Freistetter: Das heißt, du kriegst eine Linie aus Sternen, wenn du sie einträgst im Diagramm,
Florian Freistetter: die von schräg einmal durch von oben nach unten läuft.
Florian Freistetter: Das war das, was man da findet, wenn man das Diagramm macht.
Florian Freistetter: Und das ist einerseits ein bisschen überraschend und andererseits der Schlüssel
Florian Freistetter: zum Verständnis des Lebens und der Entwicklung eines Sterns.
Florian Freistetter: Weil diese Linie, die heißt Hauptreihe.
Florian Freistetter: Das ist ein bisschen unkreativ genannt in der Astronomie, aber es ist halt der
Florian Freistetter: Main Sequence, sagt man, wenn man auf Englisch redet. Da klingt es ein bisschen
Florian Freistetter: besser, weil Hauptreihe, das klingt fast schon wie das, wo man sich da irgendwie
Florian Freistetter: so eine Dirnreihe oder sowas im Turnunterricht oder so.
Martin Puntigam: Oder wie eine Hauptsatzreihe. Genau.
Martin Puntigam: So wie man sprechen soll, aber was beim Schreiben ein bisschen uneleganter wirkt.
Florian Freistetter: Aber Main Sequence, das definiert besser, was es eigentlich ist.
Florian Freistetter: Es ist wirklich so, die hauptsächliche, die hauptsächliche, kann es schwer übersetzen.
Florian Freistetter: Also es ist wirklich das, was für das Sternleben wichtig ist.
Florian Freistetter: Und jetzt können wir schauen, was, wir müssen jetzt mal ignorieren,
Florian Freistetter: wie ein Stern entsteht. Das müssen wir uns später anschauen.
Florian Freistetter: Aber jeder Stern, der mal entstanden ist, hat eine gewisse Helligkeit und eine
Florian Freistetter: gewisse Temperatur. Und die Temperatur und die Helligkeit, die bekommt der Stern über seine Masse.
Florian Freistetter: Je mehr Masse ein Stern hat, desto mehr Druck kann er in seinem Inneren aufbauen,
Florian Freistetter: desto härter sind die Temperaturen und Bedingungen im Zentrum des Sterns,
Florian Freistetter: desto mehr Kernfusion kann dort ablaufen, desto heißer kann er brennen quasi.
Florian Freistetter: Also je mehr Masse, desto mehr Helligkeit und Temperatur kann so ein Stern aufbauen.
Florian Freistetter: Und deswegen kann so ein Stern eben nicht beliebig existieren,
Florian Freistetter: sondern er muss da entlang dieser Linie liegen, wo er sich einordnet,
Florian Freistetter: je nach seiner Masse, die er bei der Entstehung gehabt hat.
Florian Freistetter: Sterne, die aus wenig Masse entstehen, die können halt nur schwach leuchten.
Florian Freistetter: Nur weil sie schwach leuchten, haben sie eine geringe Temperatur.
Florian Freistetter: Und Sterne, die viel Masse haben, die leuchten hell und sind heiß.
Florian Freistetter: Und in diesem Diagramm müssen sie dann halt diese Diagonale besetzen.
Florian Freistetter: Das heißt, je nach Ursprung, Entstehungsmasse des Sterns, liegt er dann entweder
Florian Freistetter: am Anfang dieser Linie, also bei den heißen, hellen Sternen oder am Ende bei
Florian Freistetter: den roten, schwachleuchtenden Sternen oder irgendwo dazwischen.
Florian Freistetter: Und da bleibt er auch. Also die Sonne zum Beispiel, die ist genau in der Mitte
Florian Freistetter: zwischen den Riesen und den Zwergen.
Florian Freistetter: Solange der Stern ein Stern ist, bleibt er auf dieser Hauptreihe.
Florian Freistetter: Der bewegt sich da nicht wirklich weg. Das heißt, alle Sterne,
Florian Freistetter: die wir so landläufig als normale Sterne bezeichnen, müssen sich irgendwo auf
Florian Freistetter: dieser Hauptreihe befinden.
Martin Puntigam: Aber gibt es da leichte Bewegungen, weil Sterne strahlen ja ununterbrochen Energie ab?
Florian Freistetter: Natürlich gibt es leichte Bewegungen, aber die sind jetzt so gering verglichen
Florian Freistetter: mit dem, was danach kommt, dass es da keine große Relevanz hat.
Florian Freistetter: Was danach kommt, das sieht man, wenn man sich so ein typisches Herzsprung-Rassel-Diagramm anschaut.
Florian Freistetter: Denn wenn ich wirklich so eine normale, wie sagt man bei Umfragen,
Florian Freistetter: eine repräsentative Auswahl an Sternen nehme vom Himmel und die alle eintracht,
Florian Freistetter: dann sehe ich halt vor allem mal diese Hauptreihe.
Florian Freistetter: Ich werde aber auch sehen, dass in dem Bereich rechts über der Hauptreihe auch
Florian Freistetter: Punkte sind und auch links unten.
Florian Freistetter: Also da ist auch ein bisschen was. Auch nicht wahllos verteilt,
Florian Freistetter: aber ein bisschen was ist da.
Florian Freistetter: Und was da zum Beispiel ist, das sind die, die ich vorhin erwähnt habe,
Florian Freistetter: als Herzsprung festgestellt hat, dass es nicht nur rote Sterne gibt,
Florian Freistetter: die schwach leuchten, sondern auch rote Sterne gibt, die sehr hell leuchten.
Florian Freistetter: Es gibt auch rote, helle Sterne. Das heißt, die sind sehr hell.
Florian Freistetter: Das heißt, die müssen oben liegen im Diagramm. Aber sie sind rot und sehr kühl,
Florian Freistetter: müssen also rechts liegen im Diagramm.
Florian Freistetter: Das heißt, ich habe auch oben rechts eine Gruppe, wo dann Sterne sind,
Florian Freistetter: die aus irgendeinem Grund rot und hell sind.
Florian Freistetter: Da oben habe ich auch Sterne, die sind gelb und hell und blau und hell.
Florian Freistetter: Das heißt, ich habe irgendwie so eine Riesengruppe. Das nennt man auch so.
Florian Freistetter: Man nennt das den Riesenast.
Martin Puntigam: Wie nach einer ausgiebigen sportlichen Betätigung.
Florian Freistetter: Ja, so ungefähr. Also heißt es halt auf Deutsch, also auf Englisch haben die,
Florian Freistetter: das ist der Red Giant Branch und so weiter, aber der Riesenast,
Florian Freistetter: weil das ist das, was ein Stern tut, wenn er die Hauptreihe verlässt.
Florian Freistetter: Also wenn ein Stern aufhört, ein normaler Stern zu sein, dann passieren auch
Florian Freistetter: viele, viele komplizierte Dinge, aber im Wesentlichen führt das dazu,
Florian Freistetter: das kann man anhand unserer Sonne erklären.
Florian Freistetter: Dass der Stern zuerst innen drin ein bisschen heißer wird und dadurch ein bisschen
Florian Freistetter: mehr Strahlung erzeugt, dadurch.
Florian Freistetter: Die Temperatur auch außen sich erhöht, der Stern sich ein bisschen ausdehnt.
Florian Freistetter: Also der Stern wird größer, während er sich ausdehnt und innen drin zwar heißer ist als vorher.
Florian Freistetter: Die äußeren Schichten, die müssen kühler werden, weil die dehnen sich ja aus.
Florian Freistetter: Ich habe dann quasi mehr Fläche, die von der gleichen Energie bestrahlt wird.
Florian Freistetter: Und deswegen verteilt sich die Energie über den größeren Bereich und der Stern
Florian Freistetter: insgesamt wird kühler außen.
Florian Freistetter: Und darum habe ich dann eben Sterne, die zwar sehr groß sind und sehr hell sind,
Florian Freistetter: weil sie sehr groß sind, aber trotzdem außen kühl sind und deswegen rot leuchten.
Florian Freistetter: Das heißt, die Sonne wird sich am Ende ihres Lebens genau zu so einem großen
Florian Freistetter: roten Stern entwickeln und das ist ein roter Riese und die finden wir dann halt
Florian Freistetter: eben oben rechts im Diagramm.
Florian Freistetter: Und andere Sterne, die noch mehr Masse haben, die sind dann halt irgendwie groß
Florian Freistetter: und gelb und groß und orange und groß und blau und so weiter.
Florian Freistetter: Das heißt, wenn ein Stern sich am Ende seines Lebens befindet,
Florian Freistetter: dann landet er irgendwo da oben in dieser Riesengruppe, am Riesenast und dann
Florian Freistetter: wieder Beispiel unsere Sonne.
Florian Freistetter: Unsere Sonne wird dann, wenn sie dann die rote Riesenphase hinter sich hat,
Florian Freistetter: am Ende so heiß werden, dass die äußeren Atmosphärenschichten,
Florian Freistetter: diese kühlen roten Schichten, wo sie komplett abgestoßen werden,
Florian Freistetter: die verflüchtigen sich irgendwo im Weltall und übrig bleibt nur noch der heiße
Florian Freistetter: innerste Kern, der dann wirklich so groß ist wie die Erde ungefähr.
Florian Freistetter: Also zwar heiß ist, aber halt sehr klein ist und deswegen auch schwach leuchtet.
Florian Freistetter: Das heißt, wir haben jetzt Objekte, die im Diagramm, im Herzsprung-Rassel-Diagramm
Florian Freistetter: unten links sind, weil links ist das heiße und unten ist das dunkle und das sind die weißen Zwerge.
Florian Freistetter: Also wir sehen da in diesem Herzsprung-Rassel-Diagramm
Florian Freistetter: so die klassischen Stadien der Sternentwicklung.
Florian Freistetter: Wir sehen den Normalzustand, da ist der Stern auf der Hauptreihe.
Florian Freistetter: Wir sehen den Stern, wie es anfängt, sein Leben zu beenden. Dann wandert er
Florian Freistetter: nach oben in diese Riesengruppe und dann ganz am Schluss schräg einmal durch
Florian Freistetter: nach unten zu den weißen Zwergen.
Florian Freistetter: Und das macht er unterschiedlich auf unterschiedlichen Wegen. Da gibt es ja ganze...
Florian Freistetter: Ganze Wissenschaften, die sich nur damit beschäftigen, welche Wege die Sterne
Florian Freistetter: durchs Herzsprung-Rassel-Diagramm machen.
Florian Freistetter: Es gibt den asymptotischen Riesenass zum Beispiel.
Florian Freistetter: Das ist wieder so AGB-Sterne.
Florian Freistetter: Asymptotic Giant Branch heißt das auf Englisch. Und deswegen heißen die Sterne,
Florian Freistetter: die sich auf diesem asymptotischen Riesenass befinden, eben AGB-Sterne.
Florian Freistetter: Also ich kann mich erinnern, auf der Sternwarte in Wien, wie ich dort war,
Florian Freistetter: war AGB-Sterne, das war eine eigene Arbeitsgruppe. Die haben nichts anderes
Florian Freistetter: gemacht, als sich mit den Dingen zu beschäftigen.
Martin Puntigam: Das klingt ein bisschen nach Konsumentenschutz und Rechtswissenschaft, AGBs lesen.
Florian Freistetter: Ja, aber in dem Fall ist es eben der asymptotische Riesenast und das ist eben
Florian Freistetter: auch ein Teil dieses Endstadiums in den Sternenlebens und diese ganzen Entwicklungspfade,
Florian Freistetter: die man da hat, die sind halt einerseits wichtig, wenn man verstehen will,
Florian Freistetter: wie ein Stern sich entwickelt und dann eben, wenn man das mal theoretisch untersucht
Florian Freistetter: hat, Weil man kann ja mittlerweile mit entsprechenden Sternmodellen auch so
Florian Freistetter: quasi sagen, was wäre jetzt,
Florian Freistetter: wenn wir jetzt einen Stern haben, der dieses und jenes macht,
Florian Freistetter: dann kann ich den Weg des Sterns durch dieses Herzsprung-Rassel-Diagramm aufzeichnen
Florian Freistetter: und dann kann ich schauen, wenn ich einen realen Stern beobachte.
Florian Freistetter: Den eintragen im Herzsprung-Rassel-Diagramm und kann schauen,
Florian Freistetter: okay, auf welchem Weg ist der genau?
Florian Freistetter: Wenn er auf der Hauptreihe ist, ist er auf der Hauptreihe, das ist klar.
Florian Freistetter: Aber wenn er nicht auf der Hauptreihe liegt, dann kann ich schauen,
Florian Freistetter: okay, ich habe vorhin gesagt, der ist irgendwo oben rechts oder unten links.
Florian Freistetter: Das ist eine sehr grobe Einteilung. Man kann das sehr, sehr viel feiner machen.
Florian Freistetter: Und dann kann ich genau schauen, okay, wo ist der jetzt genau?
Florian Freistetter: Ist er jetzt auf dem Weg, wo er ein blauer Überriese wird?
Florian Freistetter: Ist er auf dem Weg, wo er ein asymptotischer Riesenstern wird?
Florian Freistetter: Ist er auf dem Weg, wo er ein leuchtkräftiger, blauer, veränderlicher Stern wird?
Florian Freistetter: Das sind alles unterschiedliche Typen von Sternen in der Endphase ihres Lebens
Florian Freistetter: und das kann ich eben alles mit diesem Diagramm machen und schauen,
Florian Freistetter: wo auf welchem Wanderweg ist er jetzt quasi gerade genau dann weiß ich nämlich
Florian Freistetter: auch, wo er herkommt und wo er hingeht und kann so halt
Florian Freistetter: aus diesem Schnappschuss, den ich habe, von dem Stern, wie er jetzt ist,
Florian Freistetter: mithilfe des Herzsprung-Rassel-Diagramms das ganze Sternenleben auch in die
Florian Freistetter: Vergangenheit und in die Zukunft ablesen.
Florian Freistetter: Und deswegen ist es so enorm wichtig für die Astronomie, weil wir dieses Problem,
Florian Freistetter: das ich am Anfang angesprochen habe, dadurch zum Teil lösen können.
Florian Freistetter: Wir sehen nur einen winzigen Ausschnitt aus dem Leben eines Sterns,
Florian Freistetter: aber mit dem Werkzeug des Herzsprung-Rassel-Diagramms können wir trotzdem das
Florian Freistetter: ganze Sternenleben verstehen. Bis zum nächsten Mal.
Martin Puntigam: Und im Werkzeugkasten hat es sofort einen fixen Platz gehabt in der Astronomie?
Florian Freistetter: Also nicht in der Form, wie es heute existiert natürlich, weil seit damals ist
Florian Freistetter: natürlich sehr viel Forschung passiert.
Florian Freistetter: Aber es war schon von Anfang an klar, dass es wichtig ist, was Herzsprung und
Florian Freistetter: Rassel da rausgefunden haben.
Florian Freistetter: Und dass es wichtig ist, die Sterne auf diese Art zu betrachten und es wichtig
Florian Freistetter: ist, sich damit zu beschäftigen.
Florian Freistetter: Und das haben die Menschen in der Astronomie seitdem natürlich auch gemacht
Florian Freistetter: und sich damit beschäftigt und deswegen all das gemacht, was heute mit dem Thema
Florian Freistetter: gemacht wird. Also ich habe jetzt ganz viel noch nicht angesprochen.
Florian Freistetter: Es gibt auch Variationen des Herzsprung-Rassel-Diagramms. Das sind Farben-Helligkeits-Diagramme,
Florian Freistetter: die funktionieren ein bisschen anders.
Florian Freistetter: Und man kann zum Beispiel auch
Florian Freistetter: so ein Herzsprung-Rassel-Diagramm oder ein Farben-Helligkeits-Diagramm
Florian Freistetter: in dem Fall verwenden, um herauszufinden, wie weit ein Stern weg ist oder eine Sterngruppe weg ist.
Florian Freistetter: Weil das könnte man vielleicht noch erzählen, dass man wirklich mal weiß,
Florian Freistetter: wie man das in der Praxis anwendet, so ein Herzsprung-Rassel-Diagramm, das Werkzeug.
Florian Freistetter: Das habe ich damals sogar gemacht, in einem astronomischen fortgeschrittenen
Florian Freistetter: Praktikum haben wir das machen müssen.
Florian Freistetter: Du hast zum Beispiel einen Sternhaufen, so wirklich ein Sternhaufen.
Florian Freistetter: Haufen Sterne und du sollst herausfinden, wie weit ist der weg.
Florian Freistetter: Ist jetzt in der Astronomie nicht trivial herauszufinden, wie weit was weg ist,
Florian Freistetter: aber in dem Fall fängst du damit an und machst einfach für alle Sterne oder
Florian Freistetter: so viele Sterne wie möglich in dem Sternhaufen, machst du ein Herzsprung-Rassel-Diagramm.
Florian Freistetter: Also nicht von beliebigen Sternen, sondern nur Sterne in diesem Haufen,
Florian Freistetter: die trägst du ins Herzsprung-Rassel-Diagramm ein.
Florian Freistetter: Und dann wirst du natürlich auch rauskriegen, okay, ja, du hast die Hauptreihe,
Florian Freistetter: weil da sind die Sterne halt, Aber in dem Fall wirst du feststellen,
Florian Freistetter: dass nicht die komplette Hauptreihe besetzt ist.
Florian Freistetter: Diese Linie geht nicht einmal von ganz oben nach unten rechts durch, sondern oben fehlt was.
Florian Freistetter: Und es fehlt deswegen was, weil,
Florian Freistetter: das weiß man auch, Sterne umso kürzer leben, je mehr Masse sie haben.
Florian Freistetter: Das liegt wieder daran, je mehr Masse, desto heißer sind sie,
Florian Freistetter: desto schneller haben sie ihren Brennstoff verbraucht.
Florian Freistetter: Und irgendwann gehen sie von der Hauptreihe runter und werden dann halt so ein
Florian Freistetter: roter Riese, weißer Zwerg, Supernova, schwarzes Loch, was auch immer.
Florian Freistetter: Also irgendwann, je mehr Masse sie haben, desto weniger Zeit verbringen sie auf der Hauptreihe.
Florian Freistetter: Und jetzt gehen wir davon aus, dass alle Sterne im Sternhaufen mehr oder weniger
Florian Freistetter: zur selben Zeit entstanden sind.
Florian Freistetter: Das ist so bei Sternhaufen. Das heißt, die sind alle mehr oder weniger gleich
Florian Freistetter: alt, also mehr oder weniger zur selben Zeit entstanden.
Florian Freistetter: Aber die Großen, die damals entstanden sind, und da sind natürlich Sterne aller
Florian Freistetter: möglichen Massen entstanden, große, mittlere, kleine, aber die Großen,
Florian Freistetter: die sind schon weg, die ganz Großen.
Florian Freistetter: Und wenn der Haufen schon ein bisschen älter ist, dann sind auch die weniger
Florian Freistetter: Großen weg. Und wenn der Haufen noch älter ist, dann sind vielleicht auch schon
Florian Freistetter: ein paar von dem mittleren weg.
Florian Freistetter: Also je nachdem, wie alt der Haufen ist, sind...
Florian Freistetter: Die großen Sterne schon weg und ist die Hauptreihe weniger stark besetzt.
Florian Freistetter: Und jetzt kann ich mal anschauen, wann die Sterne da, man sieht das ziemlich
Florian Freistetter: deutlich, wenn man ausreichend viele Sterne hat, man sieht dann eben nicht nur
Florian Freistetter: die Hauptreihe, diese Linie, sondern man sieht dann, dass es irgendwo einen
Florian Freistetter: Punkt gibt, wo sich diese Linie so nach rechts oben rüberbiegt.
Florian Freistetter: Nämlich dahin, wo die ganzen roten Riesen und so weiter Sterne sind,
Florian Freistetter: da wo sie halt hingehen, wenn sie nicht mehr auf der Hauptreihe sind.
Florian Freistetter: Und je nachdem wie früh diese Hauptreihe abknickt in Richtung rote Riesen,
Florian Freistetter: desto jünger oder älter muss der Haufen sein.
Florian Freistetter: Also ich muss im Herzsprung-Rassel-Diagramm diesen Abknickpunkt der Hauptreihe bestimmen.
Florian Freistetter: Und wenn ich den bestimmt habe, kann ich mit noch mehr Mathematik und allem
Florian Freistetter: daraus das Alter des Sternhaufens bestimmen, weil ich dann weiß,
Florian Freistetter: okay, die sind alle schon abgeknickt, die sind schon alle darüber gegangen in
Florian Freistetter: dem Diagramm, die anderen noch nicht.
Florian Freistetter: Das heißt, der Haufen muss so alt sein. Das ist so ein klassisches Anwendungsbeispiel
Florian Freistetter: für das Werkzeug Herzsprung-Rassel-Diagramm.
Martin Puntigam: Es gibt ja verschiedenfärbige Riesen und Zwerge. Es gibt ja nicht nur rote Riesen und weiße Zwerge.
Martin Puntigam: Ich glaube, braun gibt es ja auch, gelb und so weiter. Wie kommt man denn auf diese Farben?
Florian Freistetter: Ja, das ist wieder eine eigene Folge. Da müssen wir jetzt nämlich nicht nur
Florian Freistetter: mit der Spektralklassifikation uns beschäftigen, sondern wir müssten auch die
Florian Freistetter: Leuchtkraftklassen noch mit einbauen.
Florian Freistetter: Also Leuchtkraftklasse, das ist auch selbsterklärend.
Florian Freistetter: Leuchtkraftklassen, das ist halt, wie hell sind die Dinger?
Florian Freistetter: Leuchtkraftklassen gibt es eben, die reichen von Leuchtkraftklasse 5, das ist ein Zwerg.
Florian Freistetter: Und über den Zwergen kommen dann schon gleich die Riesen. Also Leuchtkraft ist
Florian Freistetter: ein 4, ist ein Unterriese, 3 ist eine normale Riese, 2 ist ein heller Riese,
Florian Freistetter: 1 ist ein Überriese und 0 gibt es dann glaube ich noch als Hyperriese.
Florian Freistetter: Und tatsächlich, du hast vorhin gelber Zwerg gesagt, die Sonne ist ein gelber Zwerg.
Martin Puntigam: Also nicht für uns und ihre Bedeutung, aber insgesamt in der Sternenwelt.
Florian Freistetter: Alle Sterne auf der Hauptreihe sind Zwerge.
Florian Freistetter: Also die Riesen werden sie erst, wenn sie sich dann eben von der Hauptreihe
Florian Freistetter: entwickeln und sich dann eben nochmal weiter aufblähen, dann nennt man sie Riesen.
Florian Freistetter: Davor auf der Hauptreihe sind sie alle Zwerge und da halt, wenn sie kühl sind.
Martin Puntigam: Aber wenn sie ganz groß sind, links oben und größer als die Sonne,
Martin Puntigam: als roter Riese, sind sie trotzdem Zwerge?
Florian Freistetter: Dann sind sie immer noch Zwerge, es sind halt große Zwerge, aber noch keine
Florian Freistetter: Riesen, weil das Riesenstadium, das kommt eben erst, wenn sie sich von der Hauptreihe
Florian Freistetter: wegentwickeln, weil sie sich gegen Ende ihres Lebens aufblähen.
Florian Freistetter: Und dann, wie gesagt, darum hat man halt diese ganzen unterschiedlichen Riesen,
Florian Freistetter: weil, das habe ich ja vorhin gesagt, je nachdem wie viel Masse der Stern auf der Hauptreihe hat,
Florian Freistetter: desto unterschiedlich kann er halt ein Riese werden, also die Sonne wird halt
Florian Freistetter: ein normaler Riese werden,
Florian Freistetter: aber die großen, die werden dann eben überriesen oder hyperriesen und darum
Florian Freistetter: gibt es halt, weil sie halt unterschiedlich groß werden, also die Sonne als
Florian Freistetter: roter Riese wird sich grob bis zur Erdbahn ausdehnen ungefähr,
Florian Freistetter: was eh groß ist, aber es gibt halt auch Sterne, die weit, weit,
Florian Freistetter: weit, weit drüber hinaus, Die würden sich da, keine Ahnung, bis zur Jupiterbahn
Florian Freistetter: oder Saturmbahn irgendwie ausdehnen.
Florian Freistetter: Und das sind halt dann die Überriesen oder die Hyperriesen. Und weil die halt
Florian Freistetter: dann so oder so alle nach ihrer Hauptreinphase größer werden,
Florian Freistetter: sind das halt die Riesen und davor sind es die Zwerge.
Martin Puntigam: Wenn man von einem Stern spricht, während seiner normalen Lebenszeit ist er immer Zwerg?
Florian Freistetter: Ja, ja.
Martin Puntigam: Und erst danach? Also wenn er in Pension geht, wird er Riese?
Florian Freistetter: Ja, zuerst wird er Riese und dann, je nachdem, was mit ihm dann passiert,
Florian Freistetter: wie gesagt, die Sonne nach dem roten Riesen wird sie zum weißen Zwerg.
Florian Freistetter: Größere wären halt zu einem Neutronenstern oder schwarzen Loch,
Florian Freistetter: aber da macht es keinen Sinn mehr, die Dinger ins Herzsprung-Rassel-Diagramm einzutragen.
Florian Freistetter: Das sind dann schon so andersartig als Sterne.
Florian Freistetter: Selbst ein weißer Zwerg hat eigentlich mit dem klassischen Stern nichts mehr
Florian Freistetter: zu tun, aber die kann man halt noch halbwegs sinnvoll ins Herzsprung-Rassel-Diagramm
Florian Freistetter: eintragen. Darum sind die halt noch da.
Florian Freistetter: Aber ja, die Sonne wird erst in der Pension oder gegen Ende ihres Lebens ein
Florian Freistetter: Riese und danach wird sie nochmal eine andere Art von Zwerg.
Florian Freistetter: Also es ist ein bisschen unglücklich, dass die weißen Zwerge auch so heißen
Florian Freistetter: wie die roten Zwerge oder die gelben Zwerge, weil die eigentlich fundamental
Florian Freistetter: unterschiedliche Objekte sind. Also ein roter Zwerg, ein gelber Zwerg,
Florian Freistetter: das sind noch wie die Sonne, das sind noch normale Sterne.
Florian Freistetter: Ein weißer Zwerg, das ist kein Stern
Florian Freistetter: mehr, das ist ein Endstadium der Sternentwicklung, heißt es offiziell.
Florian Freistetter: Also das heißt eben deswegen, es ist kompliziert, weil es kein Stern mehr ist,
Florian Freistetter: sondern das, was übrig bleibt, wenn ein Stern aufhört, ein Stern zu sein.
Martin Puntigam: Aber wenn der Stern ein weißer Zwerg geworden ist, dann fliegt er irgendwann
Martin Puntigam: von diesem Diagramm auch wieder raus?
Florian Freistetter: Nein, also weiße Zwerge, die, ich meine, irgendwann, irgendwann, irgendwann ist es,
Florian Freistetter: Immer, ja, weil das Universum halt lang existieren wird. Aber ein weißer Zwerg
Florian Freistetter: bleibt ein weißer Zwerg. Da tut sich nicht mehr viel.
Florian Freistetter: Also der weiße Zwerg kühlt vereinfacht gesagt einfach nur noch aus.
Florian Freistetter: Das heißt, der würde in dem Diagramm, da wo er halt ist, irgendwo da unten links
Florian Freistetter: unter der Hauptreihe, der würde einfach immer kühler und kühler werden und würde
Florian Freistetter: langsam nach rechts rüber wandern.
Florian Freistetter: Ja, aber bis ein weißer Zwerg ausgekühlt ist, das dauert ein paar Billionen Jahre.
Florian Freistetter: Also den Fall haben wir tatsächlich noch nicht gehabt in unserem Universum.
Florian Freistetter: Und so alt ist es noch gar nicht, dass das passiert sein könnte, dass der auskühlt.
Florian Freistetter: Das wäre dann ein schwarzer Zwerg, aber die gibt es noch nicht im Universum.
Florian Freistetter: Das ist im Universum noch nicht alt genug dafür.
Martin Puntigam: Aber die wird es sicher geben oder das ist nur hypothetisch, das vermutet man?
Florian Freistetter: Wenn all das stimmt, was wir bis jetzt wissen über Sterne, dann muss es die geben.
Florian Freistetter: Weil wie gesagt, in einem weißen Zwerg, da passiert nichts mehr.
Florian Freistetter: Ein weißer Zwerg ist der Kern des ursprünglichen Sterns, der seine äußeren Schichten abgestoßen hat.
Florian Freistetter: Da findet keine Fusion mehr im Inneren statt, weil da nichts mehr ist,
Florian Freistetter: was fusioniert werden kann.
Florian Freistetter: Da fehlt die Energie, um da was zu fusionieren. Das heißt, das ist eine Kugel,
Florian Freistetter: so groß wie die Erde und die kühlt aus.
Florian Freistetter: Und was soll da, ja, kann schon was passieren. Es können zwei weiße Zwerge kollidieren
Florian Freistetter: zum Beispiel, das kann passieren.
Florian Freistetter: Dann kann da quasi wieder ein neuer Stern draus entstehen. Das geht schon,
Florian Freistetter: aber ist jetzt nicht wahnsinnig häufig. Aber ansonsten, ja, was soll passieren? Der kühlt halt aus.
Florian Freistetter: Dann ist er irgendwann kühl und dann leuchtet er nicht mehr und dann ist er
Florian Freistetter: ein schwarzer Zwerg. Also es ist immer noch das selbe Ding wie vorher, nur halt jetzt kühl.
Florian Freistetter: Also da muss man jetzt nicht so spektakuläre Annahmen treffen,
Florian Freistetter: dass es unwahrscheinlich ist, dass das passiert, weil das Ding ja auskühlen,
Florian Freistetter: das ist relativ normal im Universum.
Martin Puntigam: Aber niemand, der heute lebt, wird das erleben.
Florian Freistetter: Nein, also wie gesagt, es dauert noch ewig, bis das passiert.
Florian Freistetter: Braune Zwerge hast du noch angesprochen, die sind wieder was ganz anderes.
Florian Freistetter: Das sind auch keine echten Sterne, das sind auch keine echten Planeten,
Florian Freistetter: das ist so ein Mittelding zwischen Stern und Planet, also hat zu wenig Masse
Florian Freistetter: ein brauner Zwerg, um auf der Hauptreihe zu landen.
Florian Freistetter: Also der kommt nicht auf die Hauptreihe, weil er
Florian Freistetter: sogar noch weniger Masse hat und noch schwächer leuchtet als die roten Zwerge,
Florian Freistetter: die eh schon ganz rechts unten sind.
Florian Freistetter: Noch weiter drunter, da wären halt die braunen Zwerge, kann man auch ab und
Florian Freistetter: zu eintragen, in manchen Diagrammen sind sie drin, aber die sind auch quasi
Florian Freistetter: keine echten Sterne, sondern die fangen erst mit den roten Zwergen an.
Martin Puntigam: Und die sind von Anfang an zu klein als Zwerge und sind dann deshalb nur braune
Martin Puntigam: Zwerge, weil sie so leicht schwach und klein sind?
Florian Freistetter: Das ist halt das Ding, also der Stern entwickelt sich schon,
Florian Freistetter: aber wie gesagt, der rutscht. Und das, was halbwegs fix bleibt in der normalen
Florian Freistetter: Lebensphase eines Sterns, ist die Masse.
Florian Freistetter: Die Masse ergibt sich halt auf die Art und Weise, wie der Stern entsteht,
Florian Freistetter: woraus der Stern entsteht und so weiter, in welcher Umgebung der Stern entsteht.
Florian Freistetter: Und dann hat er eine Masse, mit der er entstanden ist.
Florian Freistetter: Und die Masse legt fest, wie viel Druck er im Inneren aufbauen kann und welche
Florian Freistetter: Fusion deswegen im Inneren laufen kann und wie lang sie laufen kann.
Florian Freistetter: Also die Masse legt die Temperatur fest und ein brauner Zwerg ist halt ein Objekt,
Florian Freistetter: das zu wenig Masse hat, um normale Kernfusionen zu machen.
Florian Freistetter: Das kann man auch theoretisch leicht ableiten. Man braucht ungefähr so 70 mal
Florian Freistetter: die Masse vom Jupiter, grob gesagt, 75, ich weiß gar nicht, aber irgendwas um
Florian Freistetter: die 70, 70 mal die Masse von Jupiter, damit du im Inneren,
Florian Freistetter: dieses Objekts ausreichend viel Temperatur zusammenkriegst, dass dort Wasserstoff
Florian Freistetter: zu Helium fusioniert werden kann.
Florian Freistetter: Also ab 70 Jupitermassen fängt das an, was wir Sterne nennen.
Florian Freistetter: Also die roten Zwerge fangen bei 70 Jupitermassen an und darunter funktioniert es nicht.
Florian Freistetter: Was darunter funktioniert und weswegen wir braune Zwerge als eigene Kategorie
Florian Freistetter: haben, darunter kannst du keinen Wasserstoff oder keinen normalen Wasserstoff fusionieren.
Florian Freistetter: Darunter reicht die Temperatur gerade so, um Deuterium zu fusionieren.
Florian Freistetter: Deuterium ist schwerer Wasserstoff, also Wasserstoffisotop.
Florian Freistetter: Das kann man bei ein bisschen geringeren Temperaturen fusionieren.
Florian Freistetter: Und das machen die braunen Zwerge. Da braucht man 13 Jupitermassen.
Florian Freistetter: Also ab 13 Jupitermassen kannst du Deuterium fusionieren.
Florian Freistetter: Aber Deuterium ist halt im Vergleich zu Wasserstoff extrem selten.
Florian Freistetter: Also diese ganzen Wolken da draußen, aus denen Sterne und andere Dinge entstehen,
Florian Freistetter: die sind ja fast ausschließlich Wasserstoff mit ein bisschen Helium drin.
Florian Freistetter: Das heißt, die roten Zwerge, alle anderen entstehen aus Wasserstoffwolken und
Florian Freistetter: in diesen Wasserstoffwolken ist halt ein bisschen was anderes drin und ein bisschen
Florian Freistetter: Deuterium drin und der braune Zwerg schafft halt nur ausreichend Temperatur,
Florian Freistetter: um das Deuterium zu fusionieren.
Florian Freistetter: Es ist wenig da, deswegen leuchtet er schwach.
Florian Freistetter: Und weil wenig da ist, hört er auch bald schon wieder zum Leuchten auf,
Florian Freistetter: einfach gesagt. Das heißt, der glimmt halt so ein bisschen vor sich hin.
Florian Freistetter: Und deswegen sind die noch kühler, noch weniger rot als die roten Zwerge.
Florian Freistetter: Und darum haben wir sie halt braune Zwerge genannt.
Florian Freistetter: Aber kein echter Stern, weil ein echter Stern muss ausreichend lange Wasserstoff
Florian Freistetter: fusionieren können, um ein stabiles Gleichgewicht zwischen Strahlungsdruck und
Florian Freistetter: Gravitation herzustellen.
Florian Freistetter: Dann ist es ein roter Zwerg oder ein anderer Stern auf der Hauptreihe und der
Florian Freistetter: braune Zwerg schafft es halt nicht.
Florian Freistetter: Der ist nicht langzeitstabil und darum zählen wir ihn nicht zu den Sternen.
Martin Puntigam: Es ist ja in der folkloristischen Erzählung rund um rote Riesen und braune Zwerge
Martin Puntigam: und so weiter, das wird auch sehr gern mit einem Augenzwinkern politisch interpretiert.
Martin Puntigam: Ist das auch etwas, was ein Thema ist, wenn man Astronomie studiert,
Martin Puntigam: dass da sofort die Witze aufkommen?
Florian Freistetter: Nein, nein. Also das ist überhaupt nicht, weil ich meine, dass Dinge rot oder
Florian Freistetter: blau oder grün oder irgendwie genannt werden, das heißt in jeder Wissenschaft,
Florian Freistetter: damit hast du gerade in der Astronomie so viel zu tun,
Florian Freistetter: dass du irgendwann, vielleicht im ersten Semester, wenn du es lernst,
Florian Freistetter: machst du nochmal einen Witz drüber, aber irgendwann wird es dann langweilig,
Florian Freistetter: da jetzt immer denselben Witz zu machen.
Florian Freistetter: Dann immer wieder, wenn irgendwo irgendwer was von dem roten Zwerg sagt,
Florian Freistetter: dann wieder einen Witz über die SPÖ oder irgendwelche Kommunisten, aber es nicht zu machen.
Florian Freistetter: Nein, das wird langweilig. Also ich habe bis in meiner wissenschaftlichen Karriere
Florian Freistetter: wenig Witze zu dem Thema gehört.
Florian Freistetter: Also nicht, dass man keine Witze macht in der Wissenschaft, aber das ist jetzt
Florian Freistetter: diese politische Zuordnung, die auch nicht überall gleich ist.
Florian Freistetter: Also in den USA ist Rot und Blau anders zugeordnet als zum Beispiel bei uns in Österreich.
Florian Freistetter: Das, ja, dann hat man das, nee, nee, nee, also wüsste ich jetzt nicht,
Florian Freistetter: dass da was Witze gemacht wird.
Martin Puntigam: Also da ist man schnell durch.
Florian Freistetter: Ja, wir machen lieber, in den USA machen wir lieber Witze über Uranus. Also da geht viel mehr.
Florian Freistetter: Das gibt es wirklich extrem viel und da hört es auch nicht auf.
Florian Freistetter: Also Uranus-Witze im englischsprachigen Raum, die sind anscheinend immer noch sehr beliebt.
Martin Puntigam: Also man kann aus der Hauptreihe herausfallen oder so ganz rechts unten irgendwo
Martin Puntigam: sein als Brauner Zwerg, dass man gar nicht eingetragen wird,
Martin Puntigam: aber wie schafft man es denn als Stern auf die Hauptreihe?
Florian Freistetter: Ja, da muss man sich mit der Frage der Sternentstehung beschäftigen und das
Florian Freistetter: ist wieder ein eigenes Thema.
Florian Freistetter: Das haben wir auch schon vor ein paar Folgen angekündigt, dass man das normale
Florian Freistetter: Bild, eine Gaswolke kollabiert und dann gibt es einen Stern,
Florian Freistetter: dass das in Wahrheit natürlich deutlich komplizierter ist und tatsächlich ist
Florian Freistetter: es so kompliziert, dass man da mindestens eine eigene Folge braucht,
Florian Freistetter: Aber ich habe es auch in der Folge kurz schon angeteasert, auf die Hauptreihe
Florian Freistetter: kommt der Stern über die Hayashi-Linie.
Florian Freistetter: Und die Hayashi-Linie, das ist das Thema dann vielleicht der nächsten Folge.
Florian Freistetter: Die Hayashi-Linie, die sagt uns genau, auf welchem Ort der Hauptreihe ein Stern
Florian Freistetter: landet und wie er dort landet.
Florian Freistetter: Aber dazu muss man sich wirklich genau anschauen, wie so ein Stern entsteht.
Martin Puntigam: Also da setzen sie sich in den Zug, die Sterne, und fahren mit der Hayashi-Linie
Martin Puntigam: auf die Hauptreihe. Und damit beschäftigen wir uns in Ausgabe 122.
Martin Puntigam: Unser Thema war heute das Herzsprung-Russell-Diagramm und die Sternenhauptreihe.
Martin Puntigam: Und du hast aber auch noch angedeutet, dass es das Herzsprung-Russell-Diagramm
Martin Puntigam: nicht nur für Sterne gibt, sondern dass man das auch im übertragenen Sinn verwendet.
Martin Puntigam: Was kann man dir darunter vorstellen?
Florian Freistetter: Ich habe das damals, als ich angefangen habe zu bloggen, also im Internet über
Florian Freistetter: Wissenschaft zu schreiben.
Florian Freistetter: Das war so 2008 rum und natürlich habe ich irgendwann auch mal das Herzsprung-Russell-Diagramm
Florian Freistetter: vorgestellt. und habe dann bei meiner Recherche, das war im Jahr 2010,
Florian Freistetter: ich habe das vorhin nochmal ausgegraben, im Jahr 2010 einen englischsprachigen,
Florian Freistetter: sehr, sehr schönen Artikel gefunden.
Florian Freistetter: Damals gab es sehr viel mehr Internetblogs als heute. Heute gibt es es ja nicht mehr.
Florian Freistetter: Heute heißen die Newsletter und man muss die per E-Mail abonnieren,
Florian Freistetter: anstatt sie so zu lesen wie früher. Aber da hat ein… Echt.
Martin Puntigam: Das ist die Genesis des Blogs?
Florian Freistetter: Ja, also ich glaube schon, das ist wieder ein ganz anderes Thema,
Florian Freistetter: aber es gibt heutzutage Unmengen Newslettern.
Florian Freistetter: Alle möglichen Leute machen Newsletter, die man abonnieren kann und im Wesentlichen
Florian Freistetter: stehen da halt Artikel drin, die ich genauso früher geschrieben hätte.
Florian Freistetter: Ich habe es halt im Blog veröffentlicht und die Leute haben drauf geschaut.
Florian Freistetter: Jetzt muss man halt ein Newsletter abonnieren und den Leuten den Artikel per
Florian Freistetter: E-Mail zuschicken. Aber ja, ebenfalls damals gab es ein sehr schönes Astronomie-Blog.
Florian Freistetter: Es hieß, glaube ich, sogar unoriginellerweise Astronomie-Blog oder irgendwie sowas.
Florian Freistetter: Aber ja, Astronomie-Blog heißt es. Und dort hat ein gewisser Steward eine scherzhafte
Florian Freistetter: Arbeit geschrieben und zwar ein Herzsprung-Rassel-Diagramm für Astronominnen.
Florian Freistetter: Also da trägt man jetzt nicht irgendwie Helligkeit und Temperatur der Menschen
Florian Freistetter: ein, das macht wenig Sinn, also ist jetzt kein medizinisches Diagramm,
Florian Freistetter: sondern er hat gedacht, okay,
Florian Freistetter: wie wäre es denn, wenn wir uns anschauen, die einerseits wissenschaftliche Bedeutung,
Florian Freistetter: also wie viele wissenschaftliche Artikel hast du veröffentlicht und andererseits
Florian Freistetter: so die Berühmtheit, die öffentliche Bedeutung.
Florian Freistetter: Und das hat er damals genährt über Suchresultate bei Google.
Florian Freistetter: Also wie viel kommt raus bei Google?
Florian Freistetter: Und hat dann eben das für ein paar Leute eingetragen.
Florian Freistetter: Also das, wie gesagt, war nicht ganz ernst gemeint, aber es waren noch nicht
Florian Freistetter: genug Daten drin, um wirklich schauen zu können, gibt es da wirklich eine Hauptreihe?
Florian Freistetter: Aber er hat es so angedeutet, dass es da quasi ganz unten rechts,
Florian Freistetter: die Leute, die noch nichts publiziert haben und kaum Google-Resultate haben,
Florian Freistetter: das sind die Proto-Astronomers, also noch keine echten Astronomen,
Florian Freistetter: sondern die müssen erst welche werden.
Florian Freistetter: Und dann, das ist jetzt gar nicht so unplausibel, je mehr du veröffentlichst,
Florian Freistetter: desto mehr Suchresultate gibt es auch über dich, weil du wirst da noch mehr gefunden.
Florian Freistetter: Das heißt, theoretisch solltest du dann, wenn in dem Diagramm eben hier die.
Florian Freistetter: Suchresultate auf der y-Achse sind und die Publikationen auf der x-Achse,
Florian Freistetter: dann müsstest du halt auch wieder, er hat das ein bisschen umgedreht, also der
Florian Freistetter: In dem Fall sind wenig Publikationen rechts und wenig Google-Resultate unten.
Florian Freistetter: Also von rechts unten nach links oben kommst du halt mit mehr Publikationen,
Florian Freistetter: kommen mehr Google-Resultate.
Florian Freistetter: Das heißt, du hast da die meisten Astronomen, hat er gesagt,
Florian Freistetter: sollten sich entlang dieser Linie anordnen, die halt da von rechts unten nach links oben geht.
Florian Freistetter: Das hat er die Main-Career-Sequence, also die Haupt-Karriere-Reihe quasi genannt
Florian Freistetter: und dann eben auch probiert, die anderen Gruppen einzuteilen.
Florian Freistetter: Also was ist zum Beispiel mit Leuten, die halt wahnsinnig viel publiziert haben
Florian Freistetter: und auch wahnsinnig bekannt sind.
Florian Freistetter: So Leute wie Carl Sagan oder Stephen Hawking.
Florian Freistetter: Das sind Leute, die sind wirklich bekannt und haben auch viel publiziert.
Florian Freistetter: Beziehungsweise noch drunter die Leute, die halt so ein bisschen,
Florian Freistetter: vielleicht noch nicht ganz so bekannt sind, die in der Wissenschaft wichtig
Florian Freistetter: sind, weil sie viel publiziert haben, aber noch nicht ganz so bekannt sind.
Florian Freistetter: Das sind die akademischen Riesen, die Academic Giants.
Florian Freistetter: Und wenn du dann ganz nach oben kommst, wo du halt dann so
Florian Freistetter: Eben Hawking oder Sagan, ja, das sind dann schon die akademischen Überriesen quasi.
Florian Freistetter: Und dann gibt es aber auch halt so Leute, das sind dann so die meisten wissenschaftskommunikatorisch
Florian Freistetter: tätigen Menschen wahrscheinlich, die haben halt vielleicht nicht ganz so viel
Florian Freistetter: publiziert, sind aber trotzdem sehr bekannt.
Florian Freistetter: Und in seinem Diagramm war zum Beispiel Brian Cox, hat er da eingetragen.
Florian Freistetter: Oder Neil Tyson. Die haben jetzt deutlich weniger publiziert als Leute wie Hawking
Florian Freistetter: oder Sagan oder andere. Aber sind halt sehr, sehr bekannt.
Florian Freistetter: Und die sind auch da rechts oben im Diagramm, wo halt dann so die Riesensterne sind.
Florian Freistetter: Das sind die Media Stars. Hat sie ja genannt, also die Mediensterne,
Florian Freistetter: die halt medial bekannt sind, aber wissenschaftlich nicht ganz so.
Florian Freistetter: Und da gibt es auch einen New Media Branch. Also das wird man heute vielleicht
Florian Freistetter: weglassen, weil neue Medien ist das ja alles nicht mehr.
Florian Freistetter: Und sehr spannend fand ich auch den Bereich der dunklen Astronomen, Dark Astronomers.
Florian Freistetter: Das sind die, die zwar viel publiziert haben, die aber trotzdem keine Sorge kennt.
Florian Freistetter: Und das fand ich halt eine witzige Idee. Ich habe damals geschaut in dem Artikel,
Florian Freistetter: den ich damals darüber geschrieben habe, wo ich da einzuordnen wäre.
Florian Freistetter: Damals habe ich glaube ich so um die 20 Veröffentlichungen gehabt und ich glaube
Florian Freistetter: irgendwie 100.000 Google-Einträge.
Florian Freistetter: Da wäre ich noch so ein bisschen über der Haupt-Main-Career-Sequence gelandet.
Florian Freistetter: Da ist es in dem Diagramm im Niemandsland, da war jetzt nichts,
Florian Freistetter: aber mittlerweile von 2010 bis jetzt gibt es mehr Google-Ergebnisse über mich
Florian Freistetter: als damals, weil ich ja doch mehr gemacht habe und geschrieben habe und so weiter.
Florian Freistetter: Mehr Wissenschaft publiziert habe ich nicht, da kam kaum was dazu.
Florian Freistetter: Aber jetzt bin ich tatsächlich auch in diesem Bereich der Leute,
Florian Freistetter: die so mittelmäßig geforscht, aber sehr bekannt sind, also im Bereich der Mediastars,
Florian Freistetter: da wo so Tyson und Brian Cox sich rumtreiben.
Florian Freistetter: Und da ungefähr würde ich jetzt auch
Florian Freistetter: eingeordnet werden in diesem Herzsprung-Rassel-Diagramm der Astronominnen.
Martin Puntigam: Und wo wäre ich ungefähr einzuordnen?
Florian Freistetter: Du wärst ungefähr bei den Protoastronomen vermutlich, ja.
Florian Freistetter: Weil du hast doch kaum was publiziert in der Astronomie, aber vermutlich ein paar Google-Treff.
Florian Freistetter: Also du wärst da ja so ein bisschen in der Ecke von den braunen Zwergen,
Florian Freistetter: da würdest du dich rumtreiben ungefähr.
Martin Puntigam: Na gut, bin ich zufrieden damit. Kaum was publiziert, ist ja eigentlich geschön.
Florian Freistetter: Nicht in wissenschaftlichen Artikeln.
Martin Puntigam: Publizierst schon, aber kein einziger Fachaufsatz.
Martin Puntigam: Und um dein Ranking im Herzsprung-Russell-Diagramm für Astronominnen noch weiter
Martin Puntigam: aufzufetten, hast du jetzt deine,
Martin Puntigam: wie wir es in der letzten Folge besprochen haben, Sternengeschichten-Live-Show
Martin Puntigam: am Start, mit der du schon eine Zeit lang unterwegs bist und es gibt auch weitere
Martin Puntigam: Termine Und damit sind wir quasi bei der Präambel der Parteienverkehre,
Martin Puntigam: nämlich gibt es ab Ende Jänner, 29.
Martin Puntigam: Jänner, die Österreich-Premiere deines Sternengeschichten-Live-Programms in der Kulisse Wien.
Martin Puntigam: Das ist einerseits schön, andererseits nicht so schön für die,
Martin Puntigam: die das noch anschauen wollen, weil es gibt wahrscheinlich bestenfalls noch
Martin Puntigam: Warteliste, es ist schon ausverkauft.
Martin Puntigam: Tags drauf genießt du nicht deinen Erfolg nach der Wien-Premiere,
Martin Puntigam: sondern nach der Österreich-Premiere, sondern fährst gleich weiter nach Salzburg.
Martin Puntigam: Du bist dort im Oval, um dann einen Monat damit zu pausieren und am 20.02.
Martin Puntigam: In Wörgl weiterzumachen, im Kommer.
Martin Puntigam: Am 26.02. in Oberwaltersdorf. Dort, haben wir schon das letzte Mal gesagt,
Martin Puntigam: können alle hinfahren, die in Wien keine Karten bekommen haben.
Martin Puntigam: Das ist unweit von Wien in der Bettfedernfabrik und am 28.
Martin Puntigam: Februar, dem letzten Tag im Februar heuer, finden die Sternengeschichten im Posthof Linz statt.
Martin Puntigam: Und dann geht es im Herbst wieder in Deutschland weiter. Wer alle Termine sich
Martin Puntigam: anschauen möchte oder schon rechtzeitig Karten reservieren, das findet man unter
Martin Puntigam: sternen-geschichten.live.
Florian Freistetter: Genau, man kann übrigens auch am 19. November nach Baden kommen,
Florian Freistetter: da habe ich den kürzesten Anreiseweg und für alle, die aus Wien kommen und in
Florian Freistetter: den Oberwaltersdorf zu weit weg ist, die können am 19.
Florian Freistetter: November nach Baden fahren, da ist man ein bisschen schneller da.
Martin Puntigam: Da kommst du dann relativ spät und zu Fuß.
Florian Freistetter: Genau. Das neue Buch der Science Buster existiert immer noch,
Florian Freistetter: nachdem er schon im letzten Jahr erschienen ist.
Florian Freistetter: Aus, heißt es, die Wissenschaft vom Ende, im Hansa Verlag erschienen.
Florian Freistetter: Kann man überall dort kaufen, wo es Bücher gibt. Genauso das Hörbuch,
Florian Freistetter: das überall dort erhältlich ist, wo es Hörbücher gibt.
Florian Freistetter: Und das bekommt man gelesen von Ralf Kaspers, den viele kennen von der Sendung mit der Maus.
Florian Freistetter: Und wer ihn nicht kennt, soll sich das Hörbuch anhören, dann werdet ihr ihn kennenlernen.
Martin Puntigam: Zum Buch erschienen ist natürlich, wie wir es immer haben, eine neue Live-Show,
Martin Puntigam: Weltuntergang für Fortgeschrittene.
Martin Puntigam: Da haben wir jetzt eine Zeit lang nicht gespielt, weil wir Bauern Silvester
Martin Puntigam: und Silvester dazwischen geschoben haben, was auch sehr vergnüglich war.
Martin Puntigam: Aber Weltuntergang für Fortgeschrittene gibt es ab demnächst wieder.
Martin Puntigam: Und das Besondere daran ist natürlich immer die Aftershow-Party am Büchertisch.
Martin Puntigam: Man kann da das Buch kaufen, wenn man das möchte, oder drinnen am Blättern.
Martin Puntigam: Und wenn man es gekauft hat, kann man es sich von uns signieren lassen oder
Martin Puntigam: Sachen reinzeichnen lassen und während der Show stellst du diesmal Bananenbrot
Martin Puntigam: her, sehr köstliches Bananenbrot her.
Martin Puntigam: Und sie beweisen, dass Bananenbrot nicht irgendwie schmecken muss,
Martin Puntigam: sondern dass es auch tatsächlich köstlich sein kann.
Martin Puntigam: Und das wird auch verteilt aus gutem Grund, weil die Apokalypse im Bananenbrot wohnt unter anderem.
Martin Puntigam: Aber auch das Ende des Universums kann man sich versüßen. Und das haben wir
Martin Puntigam: auch gemacht gemeinsam mit der Firma Zotter.
Martin Puntigam: Da gibt es zwei Universumsuntergang Schokoladen, beide sehr köstlich.
Martin Puntigam: Big Rip oder Big Crunch. Zwei Möglichkeiten, wie das Universum zu Ende gehen
Martin Puntigam: könnte, aber vermutlich nicht wird.
Martin Puntigam: Auch das gibt es am Ende beim Büchertisch zu kosten und die Schokoladen kann
Martin Puntigam: man auch online erwerben.
Florian Freistetter: Genau und die Büchertische, wo das stattfindet, die stehen unter anderem am
Florian Freistetter: 15. Januar im Posthof Linz, am 16.
Florian Freistetter: Januar in Passau in der Redout, am 22.
Florian Freistetter: Januar im Stadtsaal Wien und dort auch noch am 7. März und am 5.
Florian Freistetter: April im Stadtsaal Wien. Am 24.
Florian Freistetter: Januar im Theaterforum Schwächert, am 25.
Florian Freistetter: Januar im Orpheum in Wien, im Februar geht es weiter in die VHS-Kulturgarage
Florian Freistetter: der Seestadt, am 22. Februar in die Kulisse in Wien, am 17.
Florian Freistetter: März in die Burg Perchtholzdorf, am 9. April nach Weidhofen an der Yps und am 10. April nach Graz.
Martin Puntigam: Und weitere Termine gibt es natürlich auch noch auf unserer Website sciencebusters.at
Martin Puntigam: slash Termine, wo auch zu sehen ist, dass wir im März wieder mal in Deutschland
Martin Puntigam: unterwegs sind und zwar am 23.
Martin Puntigam: März in den Wühlmäßen in Berlin. Am 26. März arbeiten wir im Filmtheater Schauburg
Martin Puntigam: in Dresden, tags drauf im Kupfersaal Leipzig und am 28.
Martin Puntigam: Dritten in der Puffbohne Erfurt und dann beginnt auch schon die Karwoche.
Martin Puntigam: Sehr oft gibt es, wenn wir unterwegs sind, nicht nur abends Weltuntergangs-Show,
Martin Puntigam: sondern schon tagsüber ScienceBusters4Kids, unsere Show für alle Abenteuer.
Martin Puntigam: 4, 5, 6 bis 193, wenn die Lebenserwartung so lange reichen sollte und man dann
Martin Puntigam: noch ins Theater gehen kann.
Martin Puntigam: Die Show gibt es digital in der ORF Kids App, aber analog und in voller Länge
Martin Puntigam: mit Martin Modo und mir auf der Bühne und zwar das nächste Mal im Posthof Linz am 15. Jänner, am 25.
Martin Puntigam: Jänner im Orpheum Wien, da ist glaube ich schon ausverkauft,
Martin Puntigam: am 21. Februar in der VHS Kulturgarage Seestadt, ebenfalls Wien, am 22.
Martin Puntigam: Februar in der Kulisse Wien, auch da ist glaube ich schon voll, dann am 7. Februar
Martin Puntigam: Das nächste Mal im Stadtsaal, Wien am 22.03.
Martin Puntigam: In Bruno, im Bruno am Gebirge, am 9.04. in den Hofmann der Ips und am 10.04.
Martin Puntigam: In Graz in der Listhalle im schönen Detroit.
Martin Puntigam: Aber auch da sind, glaube ich, schon alle Karten vergriffen.
Florian Freistetter: Was es auch noch gibt und zwar in Wien, genau heute am Tag der Veröffentlichung dieser Folge, am 5.
Florian Freistetter: Januar, Glückskatze von Martin Puntigam, das Soloprogramm von dir,
Florian Freistetter: das du jetzt aufhörst aufzuführen und es heute noch einmal in Wien stattfindet, 5.
Florian Freistetter: Januar, im Kabarett Niedermeier und dann gibt es das noch am 9.
Florian Freistetter: Und 10. Januar im Theater Café Graz und dann ist es aus mit der Katze.
Florian Freistetter: Und wer dich alleine sehen will, muss bis zum Herbst 2026 warten. Am 10.
Florian Freistetter: November 2026 gibt es die Uraufführung des neuen Soloprogramms im Theatercafé
Florian Freistetter: Graz mit dem Titel Der heilige Puntigam. Und am 17.
Martin Puntigam: November gibt es dann die Premiere dazu in Wien und dann gibt es weitere Termine,
Martin Puntigam: jetzt nicht auf der ganzen Welt oder auf allen Sternen, die auf der Hauptreihe
Martin Puntigam: sitzen, aber doch im ganzen deutschsprachigen Raum da und dort.
Florian Freistetter: Ihr alle Infos und Tickets unter sciencebusters.at oder puntigam.at.
Martin Puntigam: Oder im sternengeschichten.live. Und am 20.
Martin Puntigam: Februar gibt es noch einmal das Duo-Programmformat im Modo und Florian Aigner zu sehen.
Martin Puntigam: Der Urknall war ein Irrtum und zwar in der Kulisse Wien.
Martin Puntigam: Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen.
Martin Puntigam: Danke an Florian Freistädter. Danke an alle fürs Streamen, Downloaden,
Martin Puntigam: Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Konzipieren, Herzen, Sprengen,
Martin Puntigam: Rasseln, Hauptreihen, Tracken und was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann.
Martin Puntigam: Bis zur nächsten Sternenstunde, das 1 passt, das Nummer 4, wo es um die Geburt
Martin Puntigam: der Sterne geht und wie man auf die Hauptreihe kommt.
Martin Puntigam: Bis zum nächsten Mal, tschüss und habe die Ehre.
Florian Freistetter: Tschüss.