Science Busters Podcast

Science Busters Podcast

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Transkript

Zurück zur Episode

Martin Puntigam: Ausgabe 125 des Science Masters Podcasts und heute fabrizieren wir Denken.

Barbara Blaha: Schauen wir mal, nur weil Denkfabrik draufsteht, kommt ja nicht immer Denken raus.

Martin Puntigam: Herzlich willkommen zur Ausgabe 125 des Science Masters Podcasts,

Martin Puntigam: wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien.

Martin Puntigam: Mein Name ist Martin Puntigam und mir gegenüber sitzt heute erstmals Barbara

Martin Puntigam: Plaha, Autorin, Germanistin und Leiterin des Momentum-Instituts. Hallo.

Barbara Blaha: Hallo, danke für die Einladung.

Martin Puntigam: Danke für die Annahme der Einladung. In der letzten Ausgabe 124 haben wir anlässlich

Martin Puntigam: der Erscheinung des neuen Buchs von Florian Freistetter mit dem Titel Die Farben

Martin Puntigam: des Universums und dann darüber gesprochen, warum das Universum bunt ist,

Martin Puntigam: obwohl es eigentlich schwarz ist, welche Farbe der Urknall hat,

Martin Puntigam: warum Eisriesen nicht kalt sind, was am Ende des Regenbogens zu finden ist,

Martin Puntigam: warum kleine grüne Männchen klein grün und Männer sein müssen und was unbunte Farben sind.

Martin Puntigam: Heute, in der Ausgabe 125, geht es um Thinktanks, also Denkfabriken,

Martin Puntigam: wie die Übersetzung lautet.

Martin Puntigam: Handelt es sich dabei eher um Orientierungshilfen oder doch um organisierte Desinformation?

Martin Puntigam: Und warum haben sie durchwegs einen so guten Ruf? Warum gibt es überhaupt Thinktanks?

Martin Puntigam: Wer hat sie zu welchem Zweck erfunden und warum sind sie mittlerweile so einflussreich?

Martin Puntigam: Der unmittelbare Anlassbauer für die Kolumne war, weil vor einigen Monaten der

Martin Puntigam: Leiter der Agenda Austria, das ist ein österreichischer Thinktank,

Martin Puntigam: manchmal, wenn man es ein bisschen präzisieren möchte, Zack noch.

Martin Puntigam: Ein neoliberaler Think Tank dazu, was in vielen Kreisen ja kein Schimpfwort

Martin Puntigam: ist, der hat im Profil eine Kolumne publiziert, wo er sich nach einer modernen

Martin Puntigam: Sozialdemokratie sehnt.

Martin Puntigam: Jetzt ist er so alt wie ich, hat also von den sozialistischen Reformen sehr

Martin Puntigam: profitiert, ist gut ausgebildet worden, das weiß er auch, wenn er schreibt, Zitat,

Martin Puntigam: haben wir es doch mit einer großen Partei zu tun, da schreibt er von der SPÖ,

Martin Puntigam: die das Land geprägt hat wie kaum eine andere, die viel für die Chancengleichheit

Martin Puntigam: getan hat, die soziale Absicherung breiter.

Martin Puntigam: Bevölkerungsschichten vorangetrieben und das Land einst gesellschaftspolitisch

Martin Puntigam: modernisiert und geöffnet hat.

Martin Puntigam: Also der weiß schon, in welchem Land er aufgewachsen ist, hat seine gute Ausbildung

Martin Puntigam: aber nicht dafür verwendet, um das weiterzuentwickeln, sondern ist eben trotzdem

Martin Puntigam: Leiter einer wirtschaftsliberalen Denkfabrik geworden und seine Analyse,

Martin Puntigam: endet im Wesentlichen dann wenig überraschend in Die Linken sind schuld an den Rechten.

Martin Puntigam: Da denken sich, wenn der in den Nachrichten auftaucht, aber viele Menschen nicht,

Martin Puntigam: naja, wenn Agenda Austria draufsteht und der kommt, dann wird der das und das

Martin Puntigam: sagen, da kann ich jetzt einmal zwischendurch aufs Klo gehen oder was zum Trinken

Martin Puntigam: holen und nachher weiterschauen,

Martin Puntigam: sondern Thinktanks gelten ja gemeinhin als seriös.

Martin Puntigam: Bevor wir uns damit beschäftigen, wie es dazu gekommen ist, ganz kurz deine

Martin Puntigam: Geschichte, weil das Momentum-Institut ist ja auch ein Thinktank.

Barbara Blaha: Ja, genau.

Martin Puntigam: Und du bist aber natürlich wie so gut wie alle Menschen als Baby auf die Welt

Martin Puntigam: gekommen, in Wien, in Simmering, dann in die Schule gegangen,

Martin Puntigam: ausgebildet worden und dann war es ja ein wahrscheinlich nicht vorhergezeichneter

Martin Puntigam: Weg bis zum heutigen Podcast. Was ist denn da alles passiert?

Barbara Blaha: Im Wesentlichen ist passiert, dass ich mich angefangen habe,

Barbara Blaha: für mein eigenes Leben zu interessieren.

Barbara Blaha: Und wenn man das tut, dann beginnt man auch, sich für Politik zu interessieren,

Barbara Blaha: denn die prägt ganz maßgeblich, in welchen Verhältnissen wir aufwachsen,

Barbara Blaha: welche Möglichkeiten wir im Leben haben, wie unser Leben insgesamt eigentlich so verläuft.

Barbara Blaha: Und das hat für mich bedeutet, schon in einem sehr...

Barbara Blaha: In einem sehr jungen Stadion, mich da ein bisschen einzumischen.

Barbara Blaha: Ich habe zuerst eine Schulzeitung gegründet, bin dann in die Schulpolitik gegangen,

Barbara Blaha: war später dann auch an der Uni politisch aktiv und habe dann nach meinem Studium

Barbara Blaha: sehr lange im Verlagswesen gearbeitet und Sachbücher gemacht.

Barbara Blaha: Und der Moment, wo ich mir gedacht habe, hey,

Barbara Blaha: man sollte wieder was tun, das reicht alles hinten vor nicht,

Barbara Blaha: war tatsächlich schwarz-blau.

Barbara Blaha: Mir anzuschauen, wie sehr schwarz-blau... Also 2000, die erste schwarz-blau.

Barbara Blaha: Genau, mit so einem Mordstempo, der alles zur Seite räumt und dann insbesondere

Barbara Blaha: auch die Regierung von Kurz und Strache, wo ich mir gedacht habe,

Barbara Blaha: also wenn mich meine Kinder eines Tages fragen, hey Mama, was hast du eigentlich

Barbara Blaha: gemacht, wie das gesamte Land so ein bisschen downhill gegangen ist,

Barbara Blaha: dann möchte ich ihnen gerne sagen, ich habe es zumindest probiert aufzuhalten.

Martin Puntigam: Also reiner Egoismus und schlechtes Gewissen.

Barbara Blaha: Richtig.

Martin Puntigam: Nur ganz Ganz kurz zur Einordnung für die Leute, die nicht in Österreich sozialisiert sind.

Martin Puntigam: Schwarzblau ist die erste Regierung 2000 gewesen. Das war noch ein großes Hallo

Martin Puntigam: europaweit. Da hat es auch Sanktionen gegeben, EU-Sanktionen.

Martin Puntigam: Wolfgang Schüssel wollte damals unbedingt Bundeskanzler werden und hat deshalb

Martin Puntigam: die FPÖ salonfähig zu machen begonnen.

Martin Puntigam: Und die zweite Regierung ist, glaube ich, 2017 zustande gekommen.

Martin Puntigam: Sebastian Kurz mit Hans-Christian Strache.

Martin Puntigam: Das war schon noch einmal deutlich rechtere Regierung, die dann eigentlich wahrscheinlich

Martin Puntigam: noch immer am Amt wäre, wenn nicht dankenswerterweise das Ibiza-Video publiziert worden wäre.

Martin Puntigam: Und das waren für dich die Anlässe, um zu sagen, ich habe es doch nicht verhindern

Martin Puntigam: können, aber ich bin nicht schuld.

Barbara Blaha: Genau, und ich möchte zumindest dazu beitragen, dass wir es auf lange Sicht

Barbara Blaha: wieder schaffen, dass wir in dem Land auch politische Mehrheiten jenseits von

Barbara Blaha: rechts und rechtsextrem zusammenbringen.

Barbara Blaha: Das war für mich so ein erster Moment, wo ich mir gedacht habe,

Barbara Blaha: okay, was kann ich denn dazu beitragen? Und eine Sache, die mich mein ganzes

Barbara Blaha: Leben lang begleitet hat und ich denke, das kennen viele, die uns auch heute zuhören.

Barbara Blaha: Man schlägt die Zeitung auf, man dreht das Radio an, man dreht den Fernseher

Barbara Blaha: auf und es lachen einen ganz viele Experten und Expertinnen an.

Barbara Blaha: Aus ganz unterschiedlichen Institutionen,

Barbara Blaha: die aber interessanterweise alle recht ähnliche Sachen sagen.

Barbara Blaha: Das sind so Wortphrasen, die wir alle kennen. Das Pensionssystem ist nicht sicher,

Barbara Blaha: wir sollen alle länger arbeiten, ist zum Beispiel so eine gängige Phrase dieser Experten.

Barbara Blaha: Ganz oft hört man auch, dass der Staat zu fett sei und wir müssen endlich mit

Barbara Blaha: den Ausgaben runter und den Sozialstaat zusammenstampern.

Barbara Blaha: All diese Dinge hört man immer und immer und immer wieder, eigentlich seit Jahrzehnten.

Barbara Blaha: Und dann ist für mich die entscheidende Frage, wie kann das sein,

Barbara Blaha: dass alle Experten, Expertinnen, die ich so wahrnehme in der öffentlichen Debatte

Barbara Blaha: auf die Wirtschaft und damit auf die Welt immer ein bisschen schauen aus der

Barbara Blaha: Perspektive der Chefetage.

Barbara Blaha: Was wäre gut für den Chef? Aber kein Experte, keine Expertin schaut auf die

Barbara Blaha: Wirtschaft aus Sicht jener, die die Wertschöpfung herstellen.

Barbara Blaha: Und das sind alle, die ihre Arbeitskraft jeden Tag verkaufen müssen,

Barbara Blaha: um zu leben und in die Haken gehen.

Barbara Blaha: Es gibt kein Wirtschaftsforschungsinstitut, keinen Think Tank,

Barbara Blaha: der sagt, hey, wir schauen auf die Wirtschaft aus Arbeitnehmerinnen-Sicht,

Barbara Blaha: aus der Sicht von pensionierten Menschen, aus der Sicht von arbeitssuchenden

Barbara Blaha: Menschen, aus der Sicht von Familien.

Barbara Blaha: Das hat mich interessiert. Und das muss doch möglich sein, da ein Gegengewicht zu schaffen.

Martin Puntigam: Das hat ja früher, wenn ich mich nicht ganz täusche, eine Institution wie das

Martin Puntigam: Sozialministerium erledigt.

Martin Puntigam: Da hat man ja keinen Think Tank gebraucht, sondern da hat es ja Abteilungen gegeben,

Martin Puntigam: wo Beamte, Beamtinnen mit Unterstützung oder in Zusammenarbeit mit Leuten von

Martin Puntigam: Universitäten Dinge ausgearbeitet haben, die dann in die Gesetzgebung eingeflossen

Martin Puntigam: sind oder auch nicht, zumindest in den Prozess eingeflossen sind.

Barbara Blaha: Da hast du völlig recht. Gleichzeitig muss man sagen...

Barbara Blaha: Klar abgrenzen, welche Möglichkeiten und Funktionen hat die Verwaltung.

Barbara Blaha: Ministerium wäre in dem Fall ganz klar der Verwaltung zuzuordnen.

Barbara Blaha: Und welche Funktion haben andere Akteure in der öffentlichen Debatte.

Barbara Blaha: Und wir sehen seit vielen Jahrzehnten eine, ich würde sagen,

Barbara Blaha: Verschiebung der Diskurspositionen mit Hilfe von sogenannten unabhängigen Experten und eben Thinktanks.

Barbara Blaha: Das ist eine Rolle, die kann ein Beamterministerium gar nicht einnehmen.

Barbara Blaha: Einerseits, weil er weisungsgebunden arbeiten muss. Das heißt,

Barbara Blaha: kritisch gegenüber dem amtierenden Minister, schwierig, schwierig.

Barbara Blaha: Also das machst du genau einmal und dann bist du den Job, glaube ich, auch schon wieder los.

Barbara Blaha: Du kannst auch schwer außerhalb des Koalitionszwangs nachdenken,

Barbara Blaha: weil du hast ja immer auch einen Regierungspartner da normalerweise drin.

Barbara Blaha: Du bist sehr im Tagesgeschäft verortet, dass du über die Regierungsperiode hinaus

Barbara Blaha: nachdenkst und das noch dazu öffentlich sichtbar, das ist tatsächlich nicht

Barbara Blaha: die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung.

Barbara Blaha: Das heißt, wenn es darum geht, über politische Verhältnisse nachzudenken oder

Barbara Blaha: Vorschläge einzubringen, die längerfristig sind oder die nicht sofort in ein

Barbara Blaha: Gesetz gegossen werden müssen, sondern wir sagen, denken wir mal darüber nach,

Barbara Blaha: diskutieren wir es zumindest mal.

Barbara Blaha: Das ist eine Aufgabe, die können

Barbara Blaha: Experten und Expertinnen im öffentlichen Diskurs durchaus wahrnehmen.

Barbara Blaha: Wenn die aber alle nur von der einen Seite kommen, dann habe ich eine Schieflage

Barbara Blaha: im öffentlichen Diskurs, die sich gewaschen hat und über die viel zu wenig nachgedacht wird.

Barbara Blaha: Auch von jenen, die diese Experten einladen ins Fernsehen.

Martin Puntigam: Ja, ich kenne ja Leute, ich arbeite ja schon seit fast 20 Jahren mit Wissenschaftlern

Martin Puntigam: und Wissenschaftlerinnen zusammen und bin auch alt genug, dass Leute,

Martin Puntigam: die ich aus meiner Jugend kenne, mittlerweile auch schon akademische Karriere gemacht haben.

Martin Puntigam: Die arbeiten ja in Forschungsgruppen, in Forschungsprojekten und unterstützen

Martin Puntigam: oder arbeiten für Ministerien,

Martin Puntigam: was sehr lange üblich war, was dann eben in dieser Kurz-Strache-Regierung und

Martin Puntigam: vor allem in der Pandemie dann außen vorgelassen worden ist.

Martin Puntigam: Sind dann in externe Institute gekommen und haben mit ihrer Expertise oder,

Martin Puntigam: sogenannten Expertise helfen sollen. Aber da ist ja immer wieder mal Fachwissen beigezogen worden,

Martin Puntigam: ohne dass das Thinktanks geheißen hat, sondern das waren halt Leute von Universitäten,

Martin Puntigam: die im Rahmen von Forschungsprojekten Dinge gemacht haben, wie die Historikerkommission zum Beispiel.

Martin Puntigam: Also das war ja kein Thinktank, obwohl es eigentlich aus heutiger Sicht in der

Martin Puntigam: Terminologie einer wäre.

Martin Puntigam: Wo kommt denn das überhaupt her? Weil Think Tank klingt sehr kriegerisch, sehr militärisch.

Martin Puntigam: Die Denkfabrik klingt fast fleißig.

Martin Puntigam: Wer hat denn das erfunden? Wie lange gibt es denn das schon eigentlich?

Barbara Blaha: Oh, Think Tanks gibt es schon sehr lange. Die sind uns tatsächlich ein bisschen

Barbara Blaha: hereingespielt worden aus dem US- und angloamerikanischen Raum.

Barbara Blaha: Was ist damals passiert?

Barbara Blaha: Du musst dir vorstellen, wir hatten ja ganz lang in der Nachkriegsordnung eigentlich den Konsens.

Barbara Blaha: Dass ein gut ausfinanzierter Staat eigentlich eine gute Idee ist.

Barbara Blaha: Dass die Einkommensungleichheit nicht völlig auseinanderlaufen sollte.

Barbara Blaha: Dass Vermögenskonzentration am oberen Ende gar nicht so leingend ist.

Barbara Blaha: Ich gebe dir ein Beispiel, das haben wir heute gar nicht mehr am Schirm.

Barbara Blaha: Aber Spitzensteuersatz von bis zu 90 Prozent, was völlig selbstverständlich

Barbara Blaha: in den USA bis weit in die 70er hinein.

Barbara Blaha: Glaubt man heute gar nicht mehr, wenn man es an die USA denkt. Also der Common Sense,

Barbara Blaha: wo alle miteinander gefunden haben, ja, so muss man es irgendwie machen,

Barbara Blaha: ohne dass man sich deshalb durchaus politisch positionieren musste,

Barbara Blaha: war sehr lange eigentlich sehr geprägt von einer Nachkriegsordnung,

Barbara Blaha: die gesagt hat, wer mehr hat, soll mehr beitragen und alle gemeinsam als Staat

Barbara Blaha: kriegen wir am meisten weiter.

Barbara Blaha: So, das hat einigen Leuten nicht so gut gefallen. Die fanden,

Barbara Blaha: das taugt mir eigentlich nicht, wie kann ich das ändern?

Barbara Blaha: Ein ganz, ganz wesentlicher Player in dem Kontext ist zum Beispiel Milton Friedman,

Barbara Blaha: ein hart marktradikaler Ökonom, ein anderer, der in dem Zusammenhang zu nennen

Barbara Blaha: ist, ist Friedrich Hayek.

Barbara Blaha: Das ist der Österreich-Beitrag zum Neoliberalismus.

Barbara Blaha: Und die haben sich überlegt, wie kriege ich diesen allgemein gültigen,

Barbara Blaha: hausverstandsmäßigen, so soll die Welt sein, wie kriege ich das verschoben?

Barbara Blaha: Wie kriege ich das Richtung, der Staat ist schlecht, wie kriege ich das Richtung,

Barbara Blaha: die Steuern für die Reichen sollen runter etc. etc.

Barbara Blaha: Und die haben damals ein Netzwerk gegründet, die Montpareil Society,

Barbara Blaha: und haben dann sehr gezielt über viele Jahre Leute, die ihnen nahe standen und

Barbara Blaha: die ihr Denken geteilt haben, in Institutionen geschickt. Sie haben geschaut,

Barbara Blaha: dass sie Lehrstühle bekommen.

Barbara Blaha: Sie haben versucht, sie in den Redaktionen von Zeitungen unterzubringen.

Barbara Blaha: Sie haben ganz viele Thinktanks gegründet, nicht nur in Österreich,

Barbara Blaha: weltweit gesehen. So, und die schieben seither ganz stark die öffentliche Debatte mit.

Barbara Blaha: Wie gut das funktioniert, hat Niklas Luhmann, ein Sozialwissenschaftler,

Barbara Blaha: mal sehr gut zusammengefasst.

Barbara Blaha: Er sagt, es geht nicht darum, dass wir uns ums Feststellen von Wahrheiten bemühen,

Barbara Blaha: sondern es geht darum, dass man Organisationen finanziert,

Barbara Blaha: die sich dann öffentlich vermeintlich mit einer Wahrheit zu Wort melden können

Barbara Blaha: und so den Diskurs ein Stück weit verschieben können.

Barbara Blaha: Und auf der Reise sind sie schon ganz weit gekommen.

Barbara Blaha: Aber Hayek selber hat gesagt, die Zeit, die es braucht, dass sich eine Idee

Barbara Blaha: durchsetzt, als allgemein gültig und richtig, ist weit mehr als eine Generation.

Barbara Blaha: Also sie wussten, das ist ein langer Prozess. Die sind da echt in einem Marathon

Barbara Blaha: und müssen ganz, ganz lange daran arbeiten. Aber das ist, finde ich,

Barbara Blaha: auch für alle Leute eine ganz spannende Überlegung. Wie wird Hegemonie gebaut?

Barbara Blaha: Das ist ja ein permanenter Prozess. Die ist ja niemals sicher.

Barbara Blaha: Die muss man permanent absichern, verteidigen.

Barbara Blaha: Und auch das ist eine Arbeit, die Thinktanks übernehmen können.

Martin Puntigam: Da ist ganz kurz schon das Stichwort gefallen. Friedman und Hayek sind ja keine

Martin Puntigam: Milliardäre, wie man sie heute die ganze Zeit auf Social Media und in den Nachrichten hat.

Martin Puntigam: Und viele Leute bewundern ja reiche Menschen mittlerweile auch.

Martin Puntigam: Wer hat denn das finanziert?

Martin Puntigam: Weil da muss ja jemand die Idee haben, ein Institut zu gründen.

Martin Puntigam: Du bist ja selber Leiterin von einem Institut und weißt, wie schwierig das ist,

Martin Puntigam: jedes Jahr die Finanzierung aufzustellen.

Martin Puntigam: Wo haben die denn das Geld herbekommen für diesen Marathon?

Barbara Blaha: Worden sind. Eine andere Geschichte, die sie gemacht haben in den großen Fortwerken

Barbara Blaha: in den USA, wurde an alle Arbeiter eine vereinfachte Fassung ausgeteilt,

Barbara Blaha: um sicherzugehen, dass die das auch verstehen.

Martin Puntigam: Also eine vereinfachte Fassung vom Reader's Digest?

Barbara Blaha: Nein, eine vereinfachte Fassung von Hayek. Also weil Reader's Digest ist ja

Barbara Blaha: schon eine vereinfachte Fassung. Das war eine Millionenauflage.

Barbara Blaha: Da sind 40 Millionen Bücher in alle US-amerikanischen Haushalte geliefert worden.

Barbara Blaha: Das ist wirklich verrückt.

Martin Puntigam: Ich kann mich erinnern, wir haben das auch zu Hause gehabt und ich habe aber

Martin Puntigam: immer die Witze-Seite nur gelesen als Gege.

Barbara Blaha: Das sehen wir dann so in den 90er Jahren, weil da merkst du ja wirklich,

Barbara Blaha: dass du deinen Job gut gemacht hast, weil am Anfang wirst du belächelt oder

Barbara Blaha: bekämpft, aber irgendwann einmal fangen deine eigentlichen politischen Gegner

Barbara Blaha: an, deine Ideen aufzugreifen und zu übernehmen und als ihre eigenen zu verkaufen.

Barbara Blaha: Können wir uns anschauen bei der Sozialdemokratie, Stichwort dritter Weg. Es ist kein Zufall,

Barbara Blaha: dass Margaret Thatcher, die marktliberale, radikale Premierministerin von Großbritannien,

Barbara Blaha: am Ende ihrer politischen Karriere mal gefragt worden ist, Frau Thatcher,

Barbara Blaha: was war denn ihr größter politischer Erfolg? Und sie sagt, Tony Blair.

Martin Puntigam: Gut, da war die. Bei aller Abneigung, die man hegen kann gegen sie,

Martin Puntigam: die hat ja einen Schmäh gehabt.

Martin Puntigam: Das hat sie sich vielleicht auch noch gegönnt, in das fassungslose Journalisten,

Martin Puntigam: Journalistinnen-Gesicht zu schauen, wenn sie so eine Pointe setzt.

Martin Puntigam: Aber es ist natürlich inhaltlich nicht ganz falsch, soweit ich das beurteilen

Martin Puntigam: kann. So Leute wie Hayek und Friedman und die kommen ja jetzt aus dem luftleeren Raum.

Martin Puntigam: Wo haben denn die ihre Ideen hergehabt und warum sind die dann auf einmal von

Martin Puntigam: Menschen, die Geld investiert haben, in sie ernst genommen worden?

Martin Puntigam: Nachdem ja zuerst zwei verheerende Kriege das letzte Jahrhundert dominiert haben

Martin Puntigam: und dann eigentlich die Zusammenarbeit auf allen Ebenen im Vordergrund gestanden ist und nicht das,

Martin Puntigam: was man heute aus allen Ecken und Enden hört und was ja passiert ist,

Martin Puntigam: nämlich die sogenannte Spaltung.

Martin Puntigam: Warum sind die dann ernst genommen worden? Sind die von den Universitäten gekommen?

Martin Puntigam: Waren die dort schon etabliert?

Barbara Blaha: Gebildeten Wissenschaftlern anfängt, in diese Richtung zu marschieren,

Barbara Blaha: na dann kommt schon Bewegung in die Sache.

Barbara Blaha: Und ganz wesentlich ist natürlich auch, dass es eine Attraktivität hatte für

Barbara Blaha: jene Menschen, die von dieser Art der Politik auch profitieren.

Barbara Blaha: Also denk etwa an die Kochbrüder in den USA, die finanzieren mit ihrem Geld

Barbara Blaha: unfassbar viele Ableger von Thinktanks, die im Wesentlichen nichts anderes machen,

Barbara Blaha: als für eine Politik zu lobbyieren, die im Sinne von sehr reichen Menschen ist,

Barbara Blaha: die viel Geld damit verdienen,

Barbara Blaha: anderen Menschen Produkte zu verkaufen, Waffen, was immer.

Barbara Blaha: Ganz, ganz bedeutsam ist das insbesondere auch im Kontext der Klimabewegung.

Barbara Blaha: Wir sehen in den letzten 15, 20 Jahren eine Desinformationskampagne,

Barbara Blaha: die organisiert wird, unter anderem von der Öllobby.

Barbara Blaha: Was machen die? Die stecken Geld in Wissenschaft, die stecken Geld in Institutionen,

Barbara Blaha: in Thinktanks, um dafür zu sorgen, dass wir uns alle miteinander nicht so ganz

Barbara Blaha: sicher sind. Ist das überhaupt ein Thema?

Barbara Blaha: Wird das wirklich so schlimm? Haben die überhaupt recht? Gibt es da nicht auch Zweifel?

Barbara Blaha: Und es gibt ein Memo aus den 70er Jahren, wo sich die Öllobby zusammengesetzt hat, um zu überlegen.

Barbara Blaha: Die wussten damals schon ganz genau, wohin die Reise geht, hatten Berechnungen,

Barbara Blaha: die exakter waren als jene der NASA, wie sich die Temperaturkurve nach oben

Barbara Blaha: schieben wird über die nächsten Jahrzehnte.

Barbara Blaha: Und dann haben sie sich gedacht, na, was machen wir da jetzt?

Barbara Blaha: Sie haben nicht gedacht, hey, wir müssen vielleicht unser Geschäftsmodell umdenken

Barbara Blaha: und sollten damit aufhören, Öl zu verbrennen.

Barbara Blaha: Nein, sie haben gesagt, na, wir holen die besten PR-Experten zusammen und machen

Barbara Blaha: einen gemeinsamen Plan, wie wir die Öffentlichkeit darüber möglichst lange im Umplan lassen.

Barbara Blaha: Und in diesem Memo, das ist im Internet übrigens frei zugänglich,

Barbara Blaha: steht unter anderem drin, wie sie wissen werden, dass sie ihr Ziel erreicht haben.

Barbara Blaha: Also eine Art Benchmarking. Und eines ihrer Ziele war, wenn in jeder Debatte

Barbara Blaha: zum Thema Klima jemand sitzt, der sagt, stimmt gar nicht.

Barbara Blaha: Und wenn die allgemeine Öffentlichkeit große Zweifel darüber hat,

Barbara Blaha: dass sowas wie ein Klimawandel überhaupt gibt, dann wissen sie,

Barbara Blaha: dass sie Erfolg hatten. Und das schieben die seit den 70er Jahren an.

Martin Puntigam: Hat sich das ja bis in Regierungskreise, wenn man nur Österreich betrachtet, fortgepflanzt.

Martin Puntigam: Dort sitzen natürlich nicht nur die schlauesten Menschen, aber nicht nur die dümmsten Menschen.

Martin Puntigam: Und fleißig, bis zu einem gewissen Grad muss man sein, dass man dort hinkommt.

Martin Puntigam: Warum sagen Leute, die dort sitzen, dann solche Sachen, dass man technologieoffen

Martin Puntigam: sein muss, dass man sie anpassen muss, dass man sich Klimaschutz nicht leisten

Martin Puntigam: kann, weil sonst die Wirtschaft untergeht und, und, und.

Martin Puntigam: Also da muss man ja nicht besonders schlau sein, um zu verstehen, dass das nicht stimmt.

Martin Puntigam: Warum passiert das nach wie vor trotzdem?

Martin Puntigam: Obwohl es selbst für die Menschen, die jetzt in Ämtern sind,

Martin Puntigam: die sind ja teilweise auch jünger als ich, also das heißt, die werden dann alt

Martin Puntigam: sein, wenn es richtig unangenehm wird.

Martin Puntigam: Das heißt, die bereiten ja, also helfen mit vorzubereiten, dass ihr Lebensabend

Martin Puntigam: sehr unangenehm wird und das Leben ihrer Kinder sowieso. Warum machen die das trotzdem?

Barbara Blaha: Ich glaube, ein wesentlicher Grund ist sicher, dass man sich selber gar nicht

Barbara Blaha: so genau herholt, was das eigentlich wirklich bedeuten wird für uns alle.

Barbara Blaha: Also man schaut halt nicht hin und ist ganz gut im Verdrängen.

Barbara Blaha: Da sind wir, sind wir ehrlich, eigentlich alle miteinander, wenn wir an die Klimafrage denken.

Barbara Blaha: Ein anderer ganz wesentlicher Punkt ist natürlich immer auch eine Machtfrage. Was meine ich damit?

Barbara Blaha: Ganz große Wirtschaftsverbände haben ja nicht nur die Macht als Unternehmen,

Barbara Blaha: weil sie schaffen Arbeitsplätze und können darum Druck auf die Politik machen,

Barbara Blaha: sondern die haben auch durchaus direkte Wege, indem sie dafür sorgen,

Barbara Blaha: dass es gewisse Geldflüsse gibt oder eben nicht.

Barbara Blaha: Oder, auch das ist ein, wie ich finde, noch unterbeleuchteter Faktor,

Barbara Blaha: sie sorgen dafür, dass Leute nach ihren politischen Karrieren Jobs haben.

Barbara Blaha: Auch das ist ja ein ganz wesentlicher Bereich, wo klar ist, hey,

Barbara Blaha: wenn ich es mal mit denen völlig verscherze, werde ich sicher nicht Aufsichtsrat

Barbara Blaha: von einem Ölkonzern noch.

Martin Puntigam: Die wirtschaftsliberalen Wissenschaftler haben ja die Thinktanks nicht erfunden, oder?

Martin Puntigam: Soweit ich das in Erinnerung habe, ist das tatsächlich eine militärische Erfindung aus Kriegszeiten.

Martin Puntigam: Und Tank heißt vermutlich tatsächlich, dass man sich irgendwo zurückzieht.

Martin Puntigam: Bunker, also eigentlich müsste man Denkbunker sagen, wenn man es richtig übersetzt.

Martin Puntigam: Denkpanzer, in einem Panzer wird sich niemand gesetzt haben,

Martin Puntigam: aber in einem abgesicherten Raum, um dort Strategie zu besprechen.

Barbara Blaha: Ja, genau. Tatsächlich ist es ein Begriff, der vom Militär kommt.

Barbara Blaha: Und ich glaube, Tank heißt in dem Fall schon Panzer. Also das war schon,

Barbara Blaha: wir finden was, was dann auch unfassbar schlagkräftig und sehr wirksam ist.

Martin Puntigam: Also tatsächlich die Strategie, mit der man sie dann durchsetzt.

Martin Puntigam: Was unterscheidet denn, um die Nomenklatur noch einmal zu präzisieren,

Martin Puntigam: ein Think Tank, also eine Denkfabrik von einer Lobbyorganisation,

Martin Puntigam: wie es in Österreich auch viele gibt, Bünde, Kammern zum Beispiel,

Martin Puntigam: oder privaten Lobbyorganisationen oder wie die Industriellenvereinigung zum Beispiel.

Martin Puntigam: Was ist denn da der Unterschied zwischen den beiden?

Barbara Blaha: Also ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen einer Kammer und einem Think

Barbara Blaha: Tank würde ich meinen, ist, die Kammer ist ihren Mitgliedern verpflichtet.

Barbara Blaha: Jede Kammer hat ja Mitglieder und die ist dafür da, die Interessen der Mitglieder

Barbara Blaha: so gut als möglich zu wahren, zu sichern und ihnen weitere Vorteile quasi zu bringen.

Barbara Blaha: Ich glaube, das gelingt den Kammern unterschiedlich gut. Bin nicht sicher,

Barbara Blaha: ob jeder, der in der Wirtschaftskammer ist, dort glücklich ist als Mitglied.

Barbara Blaha: Anderen gelingt es ein bisschen besser. Wenn ich mir private Lobbyorganisationen

Barbara Blaha: anschaue, dann sind auch die ihren Mitgliedern verpflichtet.

Barbara Blaha: Das sind normalerweise Vereine, private Lobbyorganisationen und das sieht man

Barbara Blaha: dann natürlich auch zum Beispiel in der Industrieinvereinigung.

Barbara Blaha: Die organisieren die Interessen der Industrie.

Barbara Blaha: Das möglichst öffentlichkeitswirksam. Ja, ich finde da ein großer Unterschied

Barbara Blaha: ist aber auch, dass die Institutionen, die du gerade erwähnt hast,

Barbara Blaha: eigentlich sehr transparent sind im Sinne von, jeder weiß, wo die im Spiel stehen.

Barbara Blaha: Also wenn ich höre, das ist der Chef der Industrienvereinigung,

Barbara Blaha: dann weiß ich, er spricht für die Interessen der Industrie.

Barbara Blaha: Da muss ich mich sonst noch gar nicht viel auskennen, das kriege ich irgendwie

Barbara Blaha: mit. Wenn das das Institut Geschistikschasti ist, das ich im Fernsehen sehe,

Barbara Blaha: dann weiß ich nicht, für welche Interessen spricht denn dieses Institut da gerade.

Barbara Blaha: Aber auch die haben ja einen Finanzierungshintergrund.

Barbara Blaha: Und das ist eine Sache, die oft eigentlich nicht dazu gesagt wird.

Barbara Blaha: Woher kommt denn das Geld, das notwendig ist, um diese Sprechposition in der

Barbara Blaha: Öffentlichkeit einnehmen zu können?

Martin Puntigam: Was ist denn so ein Institut wie das Wirtschaftsforschungsinstitut?

Martin Puntigam: Ist das eine öffentliche, halböffentliche Institution,

Martin Puntigam: weil die schickt ja oft sogar den Schiff an die vorderste Front,

Martin Puntigam: um zu erklären, was gut ist, was schlecht ist und was jetzt noch getan werden

Martin Puntigam: muss, damit man doch dieses momentan Sparziel erreichen kann.

Barbara Blaha: Die großen Wirtschaftsforschungsinstitute in Österreich sind tatsächlich so

Barbara Blaha: eine Art Zwitterwesen, die sind sehr stark von der öffentlichen Hand finanziert.

Barbara Blaha: Einerseits zahlen Ministerien rein, also etwa Institut für höhere Studien wird

Barbara Blaha: maßgeblich vom Finanzministerium finanziert.

Barbara Blaha: Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat einen bunten Blumenstrauß an öffentlichen Förderern.

Barbara Blaha: Da ist unter anderem aber auch drin zum Beispiel die Wirtschaftskammer oder

Barbara Blaha: der ÖGB oder die Arbeiterkammer. Also da sind viele Institutionen vereint.

Barbara Blaha: Die Idee dahinter ist natürlich auch, dass es dann möglichst unabhängig sein

Barbara Blaha: kann, weil eben nicht nur eine Seite finanziert, sondern möglichst viele verschiedene.

Martin Puntigam: Und grundsätzlich ist das ja auch nicht schlecht, wenn viele verschiedene Interessensgruppierungen

Martin Puntigam: in einer neuen Vereinigung drinnen sind, weil die dann ja miteinander reden

Martin Puntigam: müssen in irgendeiner Form.

Martin Puntigam: Und das muss ja was rauskommen dann vorne aus dem Lautsprecher,

Martin Puntigam: was alle repräsentiert.

Martin Puntigam: Also das ist ja so, es ist jetzt keine Sozialpartnerschaft, aber es ist zumindest

Martin Puntigam: mehr Konsensbemühung, als es nur ein privater Think Tank wäre.

Barbara Blaha: Das ist sicher richtig. Also ich bin sicher, Gabriel Felbermayr muss sehr gut

Barbara Blaha: nachdenken, was er öffentlich sagt, weil er wird nachher sicher angerufen von den ersten Leuten.

Martin Puntigam: Und davor wird er von Redaktionen angerufen und du bist ja auch ab und zu im

Martin Puntigam: Fernsehen, in Diskussionen, repräsentierst dann das Institut,

Martin Puntigam: das Momentum-Institut.

Martin Puntigam: Und bevor wir darauf kommen, wie ihr arbeitet, wer ruft denn da warum an und

Martin Puntigam: warum sind manche öfter im Fernsehen?

Martin Puntigam: Und Fernsehen bedeutet jetzt, also ich kenne wenig Menschen,

Martin Puntigam: die Fernsehen noch immer als Fernsehen konsumieren, aber selten sind so viele

Martin Puntigam: Menschen vor Bildschirmen gesessen wie heute.

Martin Puntigam: Das heißt, viele Menschen sind ja stolz, dass sie sagen, sie haben kein Fernseher

Martin Puntigam: zu Hause, schauen aber eh das ganze Fernsehprogramm am Handy.

Barbara Blaha: Am Handy, ja, genau.

Martin Puntigam: Also man erreicht dann schon Menschen, die Menschen wissen dann oft nicht,

Martin Puntigam: wo die Clips oder die Information herkommt, aber Fernsehen hat nach wie vor einen großen Einfluss.

Martin Puntigam: Deshalb hat es schon einen Sinn, im Fernsehen Gast zu sein, um was zu sagen.

Martin Puntigam: Wer entscheidet denn das oder wie wird denn da gewichtet?

Barbara Blaha: Das sind normalerweise die Redaktionen, die die Einladungspolitik für so Talksendungen

Barbara Blaha: machen, wo man dann eben als Gast auch eingeladen wird.

Barbara Blaha: Meiner Wahrnehmung nach gibt es da vor allem einen Zugang, der ist sehr verbreitet.

Barbara Blaha: Wir haben die eine Seite, wir haben die andere Seite.

Martin Puntigam: Echt, diese False-Balance-Geschichten?

Barbara Blaha: Ganz genau. Also sieht man ja bis heute auch, in Klimadiskussionen ist immer

Barbara Blaha: noch immer einer dabei, der findet, ist alles kein Problem, gehen Sie weiter.

Barbara Blaha: Es gibt hier nichts zu sehen, was ich absurd finde, weil ich ja bei einer Debatte

Barbara Blaha: über, weiß ich nicht, den Zustand der Erde auch niemanden reinhole,

Barbara Blaha: der sagt, Erde ist eine Scheibe. Aber okay, was soll's.

Barbara Blaha: Also diese False-Balance-Geschichte hast du natürlich stark drinnen und ich

Barbara Blaha: glaube, der zweite ganz wesentliche Punkt ist, mir hat eine Redakteurin mal

Barbara Blaha: gesagt, es geht halt schon auch darum, dass man gutes Fernsehen macht.

Barbara Blaha: Gutes Fernsehen bedeutet für sie Konflikt.

Barbara Blaha: Also das ist etwas, das auch aktiv gesucht wird. Es wird meistens so programmiert,

Barbara Blaha: dass es weniger um den Erkenntnisgewinn geht der Diskussionsteilnehmerinnen

Barbara Blaha: und Teilnehmer, sondern es geht darum, dass sie sich möglichst in die Groschen

Barbara Blaha: hauen und das schon trächtig.

Martin Puntigam: Okay, aber wenn man das weiß als Konsument, Konsumentin, dann muss man sich das ja nicht anschauen.

Martin Puntigam: Also ist das ja eigentlich ein Programm, das mache ich ja oft,

Martin Puntigam: wo ich gar nicht reinschaue, weil ich mir denke, da sitzen Leute,

Martin Puntigam: deren Positionen kenne ich eh und die Stunde kann ich anders nützen.

Martin Puntigam: Aber du gehst ja trotzdem dort auch hin. Warum machst du das?

Barbara Blaha: Meine Entscheidung, in so einer Sendung teilzunehmen, ist meist von einem Gedanken

Barbara Blaha: geprägt. Ich stelle mir immer die Frage, wenn ich nicht hingehe,

Barbara Blaha: wird die Position einsteigen?

Barbara Blaha: Aus Sicht von unten, also ArbeitnehmerInnen, PensionistInnen,

Barbara Blaha: arbeitssuchende Menschen, wird die dort vertreten, ja oder nein?

Barbara Blaha: Und wenn ich nicht hingehe, ist sie meistens gar nicht am Tisch. Deshalb mache ich es.

Martin Puntigam: Da kommen wir jetzt an die Wurzeln,

Martin Puntigam: wenn man so möchte, vom Momentum-Institut. Das ist gar nicht so alt.

Barbara Blaha: Nein, sechs Jahre sind wir.

Martin Puntigam: Das ist vor relativ kurzer Zeit gegründet worden.

Martin Puntigam: Erzähl einmal kurz bitte, wie es dazu gekommen ist. Weil ein Institut zu gründen,

Martin Puntigam: rein formal, da braucht man wahrscheinlich wenig Geld.

Martin Puntigam: Da muss man irgendwie Gebühren bezahlen und dann hat man ein Institut.

Martin Puntigam: Aber das funktioniert ja dann noch nicht.

Martin Puntigam: Also wie war denn der Vorlauf, bis es tatsächlich das Institut gegeben hat und

Martin Puntigam: wie waren die ersten sechs Jahre?

Martin Puntigam: Wir haben ja eine Stunde Zeit.

Barbara Blaha: Genau, wir kommen zu meinem TED-Talk. Ich erzähle es vielleicht in einer Kurzfassung.

Barbara Blaha: Die Idee für das Institut hatte ich schon sicher ein Jahrzehnt,

Barbara Blaha: bevor ich begonnen habe, es zu gründen, weil mir in der öffentlichen Debatte

Barbara Blaha: eben aufgefallen ist, da ist so eine Lehrstelle.

Barbara Blaha: Diese Sprecherposition wird in der öffentlichen Debatte nicht besetzt.

Barbara Blaha: Es gibt eben kein Forschungsinstitut, keinen Thinktank, der aus Arbeitnehmerinnens

Barbara Blaha: Sicht auf die Dinge schaut.

Barbara Blaha: Und zwar parteiisch aus Sicht der Arbeitnehmerinnen auf die Dinge schaut.

Barbara Blaha: Und habe mir gedacht, okay, das hätte ich eigentlich gerne.

Barbara Blaha: Gar nicht so sehr, dass ich es mache, sondern ich habe immer gefunden,

Barbara Blaha: irgendjemand soll das doch bitte jetzt mal gründen oder tun.

Barbara Blaha: Hat aber dann leider niemand. Dann kam für mich so der Moment,

Barbara Blaha: hey, ich sollte, du hast vorher gesagt, aus schlechtem Gewissen heraus und purem Egoismus.

Barbara Blaha: Das war eben der Moment, wo ich gefunden habe, okay, dann, wenn es kein anderer

Barbara Blaha: macht, versuche ich es selber.

Barbara Blaha: Habe meinen Job im Verlagswesen gegründet und habe dann ein Dreivierteljahr

Barbara Blaha: nichts anderes gemacht, als eigentlich durch Österreich fahren.

Barbara Blaha: Und alle Leute, die ich kenne oder gebeten habe, mir Leute mitzubringen,

Barbara Blaha: die ich gar nicht kenne, habe ich von dieser Idee erzählt.

Barbara Blaha: Also du kannst dir das vorstellen wie so eine Art Tupperparty.

Barbara Blaha: Ich bin da mit ein paar Folien gekommen, da waren dann, je nachdem,

Barbara Blaha: im Caféhaus waren es mal zehn Leute, in einem Wohnzimmer waren es mal fünf Leute.

Barbara Blaha: Also ich bin wirklich so durch eine, ich bin unfassbar viel im Zug gesessen.

Barbara Blaha: Habe für diese Idee geworben und habe gleichzeitig und parallel dazu begonnen,

Barbara Blaha: Kleinspenden zu sammeln.

Barbara Blaha: Das war von Beginn an für mich ganz wichtig, zu sagen, ey, ein Think Tank der

Barbara Blaha: vielen, da müssen die vielen auch was beitragen, weil es kommt eben kein Unternehmen

Barbara Blaha: daher und finanziert mich. Das wird nicht passieren.

Barbara Blaha: Dann habe ich begonnen, institutionelles Geld zu versuchen, also habe mit der

Barbara Blaha: Gewerkschaftsbewegung gesprochen, habe auch dort die Idee gepitcht,

Barbara Blaha: dann hatten wir irgendwie genug beieinander, so ein paar hunderttausend Euro,

Barbara Blaha: dass ich gesagt habe, okay, jetzt probieren wir es mal mit einer kleinen Gruppe.

Barbara Blaha: Wir haben zu sechst angefangen im ersten Jahr, vier Ökonominnen und ich und

Barbara Blaha: dann haben wir unfassbar viel gearbeitet, weil ich gesagt habe,

Barbara Blaha: okay, wir haben jetzt ein Jahr Zeit,

Barbara Blaha: wo wir den Leuten, die uns Geld gegeben haben, zeigen, wir machen einen guten

Barbara Blaha: Job und hoffentlich durch unsere gute Arbeit möglichst viele andere davon überzeugen,

Barbara Blaha: dass sie uns auch ihr Geld geben.

Barbara Blaha: Und das hat wirklich super funktioniert. Und nach eineinhalb Jahren ist dann

Barbara Blaha: auch die Arbeiterkammer als institutioneller Spender eingestiegen.

Barbara Blaha: Das hat uns nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub gegeben.

Barbara Blaha: Und seither sind wir halb Think Tank, halb Medium. Wir haben einen Teil im Institut,

Barbara Blaha: der macht ökonomische Analysen, rechnet, setzt den Grafiken um,

Barbara Blaha: macht Policy Briefs, Studien, Umfragen.

Barbara Blaha: Und einen zweiten Teil, das ist das Moment Magazin, weil wir immer gesagt haben,

Barbara Blaha: all diese Dinge müssen auch raus. Und ich kann mich nicht darauf verlassen,

Barbara Blaha: werde ich auch nie, dass die sehr konzentrierte Zeitungslandschaft in Österreich

Barbara Blaha: meine Analysen super findet.

Barbara Blaha: Weil, seien wir uns ehrlich, die Tageszeitungen in diesem Land gehören zwölf

Barbara Blaha: sehr reichen Menschen, der katholischen Kirche und Reifeisen.

Barbara Blaha: Die sind auf meine Vermögensteuer-Idee gar nicht so neigerig.

Barbara Blaha: Dementsprechend muss ich eigene Kanäle aufbauen. Das war von Beginn an das Ziel.

Barbara Blaha: Und mit dem Moment-Magazin übersetzen wir die komplexe Arbeit der Ökonomen quasi

Barbara Blaha: auch so, dass Menschen ohne Volkswirtschaftsstudium das verstehen, worum es da geht.

Martin Puntigam: Das ist im Prinzip dieselbe Struktur, wie du von Friedman und Hayek beschrieben hast.

Martin Puntigam: Sechs Jahre gibt es das Institut, das heißt, ihr habt es noch 34 Jahre vor euch,

Martin Puntigam: bis ihr euch durchgesetzt habt.

Barbara Blaha: Ja, aber die Timeline ist, glaube ich, tatsächlich eher so mein Leben lang.

Barbara Blaha: Ich sage immer, es wird der Tag nicht kommen, wo jemand zu mir sagt,

Barbara Blaha: ja, sehr gut, Barbara, du hast deinen Job gut gemacht, die Welt ist jetzt ein gerechter Ort.

Barbara Blaha: So realistisch muss man schon sein. Ja, der Tag wird nicht kommen,

Barbara Blaha: es wird mir niemand eine Medaille umhängen, das weiß ich ganz sicher. Aber es ist ein...

Barbara Blaha: Ich finde, es ist so eine Art Nordstern, dem man so ein bisschen folgen kann.

Barbara Blaha: Und ich sage auch immer, ganz ehrlich, mein Job ist, mich dafür einzusetzen,

Barbara Blaha: dass das Leben von Menschen besser wird. Das ist der schönste Job der Welt.

Barbara Blaha: Und darum auf jeden Fall ein sinnerfülltes Leben. Selbst wenn ich das Ziel einer

Barbara Blaha: gerechten Welt nicht zu 100 Prozent, nicht zu 100 Prozent erreichen werde im Laufe meines Lebens.

Martin Puntigam: Wer greift denn auf eure Publikationen und Analysen zurück eigentlich?

Barbara Blaha: Es ist eine bunte Mischung. Ganz viel unserer Arbeit wird direkt genützt,

Barbara Blaha: zum Beispiel von Leuten, die in Betrieben arbeiten.

Barbara Blaha: Wir kriegen ganz oft jetzt gerade zum Beispiel, die Ordensspitäler haben gestern

Barbara Blaha: gestreikt in Oberösterreich.

Barbara Blaha: Ich habe das extrem rührend gefunden, da schreiben uns Beschäftigte.

Barbara Blaha: Und hat mir vorgestern eine Frau geschrieben, sie arbeitet im Ordensspital,

Barbara Blaha: sie ist Pflegefachkraft dort und sie hat irgendwie gehört, was die Gewerkschaft

Barbara Blaha: da fordert und sie sieht, dass der Arbeitgeber sagt, das ist alles ein Wahnsinn

Barbara Blaha: und sie weiß jetzt nicht, was stimmt und sie fragt uns,

Barbara Blaha: ich kenne euch und eure Analysen, bitte erklärt es mir, wer hat da jetzt recht,

Barbara Blaha: ist das okay, was wir da fordern oder ist das zu viel und kriegt dann eine Analyse

Barbara Blaha: von uns, wo wir ihr kurz darstellen, wie wir es einschätzen.

Barbara Blaha: Die tragt das dann in ihre Betriebsversammlung und erklärt es den anderen Kolleginnen und Kollegen.

Barbara Blaha: Also das wäre so ein Use Case für unsere Arbeit. Ganz wesentlich für uns ist

Barbara Blaha: aber natürlich auch, dass uns Journalistinnen und Journalisten lesen,

Barbara Blaha: die das dann wieder in ihre Zeitungsberichte schreiben und natürlich auch,

Barbara Blaha: ich nenne es immer, Entscheidungsvorbereiter.

Barbara Blaha: Gar nicht so sehr der tatsächliche Politiker, aber jeder Politiker hat ja ein

Barbara Blaha: Team von Menschen, die ihm Ideen geben, die ihm Sachen vorbereiten,

Barbara Blaha: die ihm Sachen hinlegen.

Barbara Blaha: An die muss man auch rankommen, damit die Ideen, die wir haben,

Barbara Blaha: tatsächlich auch auf dem Tisch der Politiker landen.

Martin Puntigam: Jetzt wird den jungen Menschen vorgeworfen, sie können nichts mehr anderes als

Martin Puntigam: am Handy wischen, wischen, wischen.

Martin Puntigam: Was in Wirklichkeit, wenn wir irgendwo am Familienfest ist, die Alten machen

Martin Puntigam: und nicht die Jungen oder beide.

Barbara Blaha: Beide eigentlich, oder?

Martin Puntigam: Aber

Martin Puntigam: Das ist ja nicht der einzige Weg, wie man Menschen erreicht,

Martin Puntigam: dass sie halt zufällig auf etwas stoßen, das bookmarken und dann immer wieder

Martin Puntigam: hinschauen oder wenn sie so lange draufschauen, dass der Algorithmus immer wieder vorschlägt.

Martin Puntigam: Das heißt, geht es ja auf die Menschen auch zu und freuen sie die dann,

Martin Puntigam: dass ihr da seid oder müsst ihr sehr kämpfen oder ist das manchmal kontraproduktiv?

Barbara Blaha: Im Gegenteil, ich muss überhaupt nicht kämpfen um öffentliche Auftritte.

Barbara Blaha: Ich kriege mehr Einladungen, als ich wahrnehmen kann, sage ich ganz ehrlich.

Barbara Blaha: Wir sind als Momentum-Institut auch der absoluten Überzeugung,

Barbara Blaha: dass der stärkste Moment ist, wenn man es live hört.

Barbara Blaha: Nicht, wenn man es in der Zeitung liest, nicht, wenn man es auf Social Media

Barbara Blaha: verfolgt, sondern es gibt wirklich nichts Stärkeres als der persönliche Austausch,

Barbara Blaha: das persönliche Gespräch.

Barbara Blaha: Das heißt, alle Kollegen und Kolleginnen sind regelmäßig zum Beispiel in Betrieben.

Barbara Blaha: Wir gehen auf ganz viele Betriebsversammlungen.

Barbara Blaha: Wir werden eingeladen zu Schulungen. Wir werden eingeladen zu Vorträgen.

Barbara Blaha: Und wir überlegen uns auch ständig, wie können wir Informationen noch anders

Barbara Blaha: verpacken, um wirklich Leute zu erreichen, die vielleicht die Zeitung gar nicht mehr lesen.

Barbara Blaha: Es gibt ja gar nicht so wenige, die sagen, ich konsumiere das alles nicht mehr.

Barbara Blaha: Wie kriege ich hin, dass diese Information trotzdem zu diesen Menschen durchdringt?

Barbara Blaha: Deshalb machen wir so Dinge wie Cabaret-Programme.

Barbara Blaha: Weil wir finden, okay, du liest vielleicht nicht den Standard,

Barbara Blaha: aber vielleicht kommst in die Kulisse.

Barbara Blaha: Da gehen wir wirklich jeden Weg, der uns einfällt, weil wir das Gefühl haben,

Barbara Blaha: die beste Idee wird sich nicht durchsetzen, wenn nicht genug Leute von ihr schon mal gehört haben.

Martin Puntigam: Wir machen das ein bisschen ähnlich mit der Wissenschaftskommunikation.

Martin Puntigam: Auf der Bühne bist du noch viel weniger lang oder kürzer, kann man auch sagen,

Martin Puntigam: als das Momentum-Institut geht.

Martin Puntigam: Und das war tatsächlich der Grund, um Live-Publikum zu erreichen oder weil das

Martin Puntigam: ein Ausgleich ist zur Sitzarbeit?

Barbara Blaha: Nein, tatsächlich, der Hintergedanke war, okay, wir probieren Leute zu erreichen,

Barbara Blaha: die wir so vielleicht sonst nicht erreichen würden. Und wir machen das ja nicht

Barbara Blaha: nur in Wien, wir machen das in ganz Österreich.

Barbara Blaha: Und was ich vorher nicht wusste, aber mittlerweile weiß, es macht,

Barbara Blaha: also die Bühnenarbeit hat extrem positiven Einfluss auf meine restliche Arbeit. Warum?

Barbara Blaha: Weil ich finde, wenn man 200, 300 Menschen einen Abend lang begleitet und die

Barbara Blaha: Verantwortung dafür hat, dass die einen guten Abend haben und dass sie möglichst

Barbara Blaha: lachen, dann macht dich so eine ZIP2-Studiodiskussion eigentlich nicht mehr fertig.

Barbara Blaha: Das ist so viel einfacher als so ein Bühnenabend.

Martin Puntigam: Wie schauen dir diese Bühnenabende aus? Also manche machst du allein,

Martin Puntigam: manchmal gibt es jemanden andererseits zu zweit,

Martin Puntigam: dann ab und zu sind es Gesprächsrunden mit Gästen, aber ist der Abend dann vorbei,

Martin Puntigam: wenn du sagst, danke fürs Kommen, Wiederschauen oder dauert der dann noch einmal

Martin Puntigam: so lang, weil die Leute nachher noch fragen?

Barbara Blaha: Der dauert tatsächlich noch einmal so lang, weil ich ganz viele Gespräche nach

Barbara Blaha: dem Termin, also nach dem Auftritt auch habe.

Barbara Blaha: Das finde ich aber tatsächlich super. Da habe ich manchmal Gespräche,

Barbara Blaha: wo sie mich noch einmal nach der Studie fragen oder nach einer Zahl.

Barbara Blaha: Manchmal habe ich Gespräche, wo sie mir sagen, hey, danke, dass ich heute da

Barbara Blaha: war. Ich habe wen mitgebracht, von dem ich wollte, dass er das hört von dir,

Barbara Blaha: weil mir hört er nicht zu.

Barbara Blaha: Ich habe einen Bühnenabend zum Thema Feminismus. Da zahlen ziemlich viele Frauen

Barbara Blaha: ihre Männer mit. Also das funktioniert auch.

Martin Puntigam: Wie es im Kabarett eigentlich üblich ist.

Barbara Blaha: Genau. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Dann gibt es natürlich auch ganz,

Barbara Blaha: ganz viel Gelegenheit, nochmal auch grafigen Zahlendaten mitzunehmen.

Barbara Blaha: Wir haben immer Infotisch draußen, wo die Leute sich auch eintragen können.

Barbara Blaha: Also die Idee dahinter ist schon noch...

Barbara Blaha: Das ist kein einmaliges Ereignis, sondern möglichst viel davon wollen wir dann

Barbara Blaha: auch weiter begleiten und wenn wir schon mal bei einem Bühnenamt waren,

Barbara Blaha: tragt sich vielleicht für den Newsletter ein oder folgt uns auf Social Media

Barbara Blaha: und so weiter und so weiter.

Martin Puntigam: Hast du den Eindruck, dass ihr die Leute, die man sonst schwer erreicht,

Martin Puntigam: also außergenötigte Ehemänner, dass ihr die erreicht?

Martin Puntigam: Weil die Science-Busters gibt es ja unter anderem deshalb,

Martin Puntigam: weil Heinz Oberhommer unbedingt wollte, dass Wissenschaft für alle zugänglich

Martin Puntigam: ist und dass Menschen, für die es nicht normal ist und selbstverständlich ist,

Martin Puntigam: dass sie gut ausgebildet werden und Zugang zur Wissenschaft haben oder überhaupt

Martin Puntigam: wissen, was Wissenschaft ist,

Martin Puntigam: dass das für sie zugänglich und verständlich wirkt und dass diese Begeisterung,

Martin Puntigam: die er gehegt hat, rausgetragen wird.

Martin Puntigam: Und das gelingt uns partiell. Also wir werden so wenig beschimpft als Science

Martin Puntigam: Busters, dass ich mir denke, wir erreichen einfach viele Menschen nicht.

Barbara Blaha: Die kommen gar nicht zu deinem Abend.

Martin Puntigam: Wenn sie wissenschaftlich sind. Die wollen überhaupt nichts mit uns zu tun haben

Martin Puntigam: oder denen sind wir egal, weil die sind ganz woanders oder die kommen,

Martin Puntigam: also die müssen ja nicht einmal wissenschaftsfeindlich sein,

Martin Puntigam: sondern die kommen nicht einmal auf die Idee, dass man sich damit beschäftigen

Martin Puntigam: kann oder dass das unterhaltsam sein kann.

Martin Puntigam: Jetzt dieses, glaube ich, Preaching to the Choir,

Martin Puntigam: die Leute überzeugen, die eh schon überzeugt sind, das ist ja oft im Kabarett

Martin Puntigam: so, dass da Leute drinnen sitzen und das erzählt bekommen, was sie eh schon

Martin Puntigam: wissen und was sie hören wollen und die gehen dann halt mit Bestätigung raus.

Martin Puntigam: Diese Abente, die du machst, hast du das Gefühl, dass du eine größere Reichweite erzielst?

Barbara Blaha: Teils, teils, höre ich meinen, teils, teils. Ich würde die...

Barbara Blaha: Die Funktion der Bestätigung auch nicht unterschätzen, sage ich dir ehrlich.

Martin Puntigam: Also schon wie die Wahlplakate ja für die eigenen Parteimitarbeiter.

Barbara Blaha: Genau, das ist für die eigenen Leute und das hat einen Wert.

Barbara Blaha: Wir tun das immer so ein bisschen runter mit, ja, die wissen es eh schon alle.

Barbara Blaha: Das mag sein, aber mir geht es ja in den Abenden darum, nicht nur Leute zu erreichen,

Barbara Blaha: die noch nie was davon gehört haben, sondern Leute, die es eh schon wissen,

Barbara Blaha: darin zu bestärken, dass daraus jetzt auch eine Handlung folgt.

Barbara Blaha: Das kann sein, einem Betriebsrat gründen. Das kann sein, am Familienfest mit

Barbara Blaha: Onkel Heinz über Feminismus diskutieren. Was immer.

Barbara Blaha: Aber die Bestätigung alleine hat eine Funktion und die finde ich wichtig.

Barbara Blaha: Das würde ich nicht geringschätzen.

Barbara Blaha: Wenn du mich fragst, wo erreiche ich Leute, die ich sonst überhaupt nicht erreiche,

Barbara Blaha: wahrscheinlich weniger auf der Kabarettbühne, aber die Kabarettbühne hilft mir

Barbara Blaha: für meine Auftritte dort, wo ich wirklich Leute erreiche, die ich sonst nie

Barbara Blaha: ergänzt erwische. Und das sind die Betriebsversammlungen.

Martin Puntigam: Aber sagen wir jetzt einmal für jemanden, der so ist wie ich selbstständig.

Martin Puntigam: Ich war, glaube ich, in meinem Leben noch nie auf einer Betriebsversammlung.

Martin Puntigam: Was ist das eigentlich, genauer Betriebsversammlung?

Barbara Blaha: Eine Betriebsversammlung, das ist normalerweise in Unternehmen oder in Firmen,

Barbara Blaha: die einen Betriebsrat haben. Und der Betriebsrat hat das Recht,

Barbara Blaha: Betriebsversammlungen einzuberufen.

Barbara Blaha: Alle Leute, die in dem Betrieb arbeiten, kommen dann zusammen.

Barbara Blaha: Und der Betriebsrat hat die stressige Aufgabe, seine Betriebsversammlung halbwegs

Barbara Blaha: unterhaltsam zu gestalten.

Barbara Blaha: Das gelingt manchen besser, manchen schlechter. Und viele sind mittlerweile

Barbara Blaha: auf die sehr gute Idee gekommen, ihre Versammlungen dazu zu nützen,

Barbara Blaha: Leute vom Momentum einzuladen zu einem Vortrag, zu einem Auftritt, zu einem Workshop.

Barbara Blaha: Und dann geht man, das kann ein Gasthaus sein, das kann eine Teeküche sein,

Barbara Blaha: kommt immer auf die Größe des Betriebs an.

Barbara Blaha: Ich war schon auf Betriebsversammlungen, wo tausend Leute waren.

Barbara Blaha: Ich war schon auf Betriebsversammlungen, da waren 35 Leute. Kommt immer auf

Barbara Blaha: die Budengröße quasi an.

Barbara Blaha: Und das sind tatsächlich Versammlungen, wo die Leute kommen,

Barbara Blaha: die wissen gar nicht, dass ich auch da bin oder auch kommen werde.

Barbara Blaha: Die sehen mich zum ersten Mal, die haben vom Momentum noch nie gehört.

Barbara Blaha: Letzte Woche war ich auf einer Betriebsversammlung von Läube Zement.

Barbara Blaha: Ein Zementwerk. Und du sitzt in einem Raum, ich war die einzige Frau,

Barbara Blaha: mit lauter Arbeitern, wo du dann die Frage stellst, wer von euch liest eigentlich

Barbara Blaha: Zeitung und alles und alles.

Martin Puntigam: Nicht einmal die gratis, das ist erstaunlich. Eher gute Nachricht eigentlich.

Barbara Blaha: Da sitzen 120 Männer, die mir sagen, das interessiert mich nicht.

Barbara Blaha: Und dann ist mein Job in der halben Stunde, die ich dort habe oder in der Stunde,

Barbara Blaha: so gut ich kann, ihnen ein paar Sachen mitzugeben, wo ich das Gefühl habe,

Barbara Blaha: hey, das ist wichtig für euer eigenes Leben, dass ihr beginnt,

Barbara Blaha: euch wieder dafür zu interessieren.

Barbara Blaha: Und ich gebe euch ein paar Werkzeuge in die Hand, die nicht belehrend,

Barbara Blaha: nicht moralisierend daherkommen sollen, sondern wenn ich meinen Job gut gemacht

Barbara Blaha: habe, haben die ein paar Mal gelacht in der Betriebsversammlung und sind nachher

Barbara Blaha: rausgegangen mit einer Zahl, wo sie denken, boah, so soll ich ja nicht gut. Dann war es gut.

Martin Puntigam: Aber das sind ja alles Menschen, die im Beruf stehen. Wahrscheinlich haben viele

Martin Puntigam: Familien. Oft haben die Menschen komplizierte Hobbys.

Martin Puntigam: Also die sind ja wirklich oft schlau und aufgrund ihrer Herkunft haben sie halt

Martin Puntigam: unterschiedliche Ausbildungsgrade oder wollten den Weg einschlagen oder es hat

Martin Puntigam: sie irgendwann ergeben.

Martin Puntigam: Woher nehmen die denn ihre Informationen? Weil alle Menschen haben ja naturgemäß Meinungen.

Martin Puntigam: Wenn sie keine Zeitungen lesen.

Barbara Blaha: Sie holen sich ihre Meinung von Social Media. Sind alle auf Social Media.

Martin Puntigam: Und wo sind sie da? Die waren vor allem auf Facebook.

Barbara Blaha: Weil das waren ältere Herren. Aber natürlich auch auf Instagram.

Barbara Blaha: Also die schauen auf Social Media und ganz viele beziehen ihre Informationen

Barbara Blaha: aus WhatsApp-Gruppen oder Telegram-Gruppen.

Barbara Blaha: Das ist ein unterschätztes Medium tatsächlich.

Martin Puntigam: Und da werden sie eingeladen oder das suchen sie oder das passiert ihnen und dann schaut man halt.

Barbara Blaha: Mal so, mal so. Manche werden eingeladen, manche stoßen so dazu zum Telegram-Kanal

Barbara Blaha: und dort wird dann permanent Zeug reingeschmissen.

Barbara Blaha: Da hast du dann von Memes über lustige Zitate, über Weihnachtsgrüße bis hin zu Artikeln, was immer.

Martin Puntigam: Jetzt ist Österreich ja ein sehr kleines Land und wenn man...

Martin Puntigam: Das macht, was ihr macht. Dann ist wahrscheinlich die Menschen,

Martin Puntigam: die das in Österreich machen, eine sehr überschaubare Größenordnung.

Martin Puntigam: Da kennt man sie ja untereinander.

Barbara Blaha: Meinst du jetzt Leute, die sich mit Wirtschaftspolitik beschäftigen?

Martin Puntigam: Oder die halt ein Think Tank betreiben.

Barbara Blaha: Ach so, ja.

Martin Puntigam: Da geht es in der Austria und dann gibt es wahrscheinlich noch drei.

Barbara Blaha: Gibt es noch eine andere Handvoll.

Martin Puntigam: Aber in Wirklichkeit kennt sie euch wahrscheinlich alle untereinander.

Martin Puntigam: Teilweise unterschiedliche Positionen, befetzt sich vor der Kamera dann auch,

Martin Puntigam: wenn es soweit kommen sollte,

Martin Puntigam: aber wie soll ich sagen, von Politikern, Politikerinnen, die so viel miteinander

Martin Puntigam: zu tun haben im Nationalrat zum Beispiel und in Ausschüssen ist es ja noch intimer,

Martin Puntigam: die müssen natürlich miteinander reden, das sind oft Menschen aus unterschiedlichen

Martin Puntigam: Parteien mit ganz unterschiedlichen Standpunkten dann per Du und nahezu befreundet ab und zu sogar,

Martin Puntigam: obwohl sie komplett andere politische Agenden verfolgen.

Martin Puntigam: Wie steht ihr denn da zueinander, weil ihr andere Interessen vertretet,

Martin Puntigam: andere Ideen vertretet?

Martin Puntigam: Um wieder auf das Eingangsstatement zurückzukommen, wenn der Leiter von der

Martin Puntigam: Agenda Austria ganz was anderes vertritt, als das Momentum Institut vertritt,

Martin Puntigam: dann redet sie miteinander oder dann seid ihr höflich zueinander oder dann kennt

Martin Puntigam: ihr euch schon so lange, dass ihr zwar wisst, was der andere denkt und macht,

Martin Puntigam: aber ihr mögt euch trotzdem.

Barbara Blaha: Also wir sind natürlich höflich zueinander. Wenn ich wo eingeladen bin,

Barbara Blaha: wo auch Franz Schellhorn ist, gibt man sich die Hand und erkundigt sich höflich

Barbara Blaha: nach dem Befinden der Kinder.

Barbara Blaha: Das ist natürlich klar. Wir sind nicht befreundet. Wir sind nach wie vor per

Barbara Blaha: sie und ich glaube, das wird auch so bleiben.

Barbara Blaha: Mittlerweile ist es sogar so, dass ich den Herrn Schellhorn kaum noch sehe,

Barbara Blaha: denn die Agenda Austria weigert sich zu kommen, wenn Momentum mitdiskutiert.

Barbara Blaha: Kleine jüngere Entwicklung, ja.

Barbara Blaha: Also wenn wir im Studio sind, dann kommt die Agenda Austria nicht.

Martin Puntigam: Wie ist denn jetzt der Größenordnungsvergleich? Sind die viel größer als ihr

Martin Puntigam: oder sind Thinktanks alle in der Größenordnung?

Martin Puntigam: Wie viele seid ihr mittlerweile? Wahrscheinlich 20, 25 Leute, oder?

Barbara Blaha: Nicht alle. Vollzeit natürlich. Wir haben viele Teilzeitkräfte.

Barbara Blaha: Also wenn du die Köpfe anschaust, sind wir größer als die Agenda Austria.

Barbara Blaha: Vom Budget laut Eigenaussage, Agenda Austria legt ihr Budget nicht offen, sind wir gleich groß.

Barbara Blaha: Du kannst also erkennen, dass wir offensichtlich deutlich schlechter zahlen als die Agenda Austria.

Martin Puntigam: Und die haben ja eben eine Agenda, die sie dann nicht vertreten,

Martin Puntigam: die könnten ja in Wirklichkeit glänzen und brillieren, wenn ihr da seid,

Martin Puntigam: eigentlich umso besser, weil sie ja die Leute, die sie eh schon erreichen,

Martin Puntigam: viel besser erreichen, wenn die Leute euch furchtbar finden.

Martin Puntigam: Warum kommen die dann trotzdem hin?

Barbara Blaha: Ich weiß es nicht, mir hat es Franchello selbst nicht gesagt.

Barbara Blaha: Ich denke, es hat damit zu tun, also ich weiß es nur von den Redakteurinnen,

Barbara Blaha: die mir dann sagen, die kommen nicht, weil ihr kommt.

Barbara Blaha: Und wenn ich dann frage, warum nicht, dann wird irgendwie angedeutet,

Barbara Blaha: wir wären nur ideologisch und mit uns können wir nicht diskutieren.

Martin Puntigam: Das sagt jemand von einer Institution, die auch nur ideologisch ist,

Martin Puntigam: per Definition, weil ein Think Tank kann ja eigentlich gar nicht anders als

Martin Puntigam: ideologisch aufgestellt sein.

Barbara Blaha: Aber er ist ja unabhängig und neutral. Die Ideologen sind wir.

Barbara Blaha: Aber das ist ja oft so, oder? Dass man so mit einem Brett vor dem Kopf sieht.

Martin Puntigam: Naja, wir machen schon was Ähnliches. Also wir haben irgendwann einmal beschlossen,

Martin Puntigam: wir gehen in keine Fernsehdiskussionen mehr, wo Leute, die pseudowissenschaftliche

Martin Puntigam: oder esoterische Positionen vertreten sind, das machen wir nicht mehr.

Martin Puntigam: Also das, was du vorher geschildert hast, wenn der Standpunkt der Wissenschaft

Martin Puntigam: da nicht vertreten wird, dann gehen wir trotzdem hin,

Martin Puntigam: weil es da nichts zu gewinnen gibt, weil du eben so alle Hände voll zu tun hast,

Martin Puntigam: um irgendeinen Unsinn aufzuklären und du bist noch gar nicht fertig,

Martin Puntigam: wenn du zufällig sattelfest genug bist, um das aufzuklären, kommt schon der nächste Unsinn.

Martin Puntigam: Du kannst in diesen False-Balance-Diskussionen, wo Schaß und Wissen auf gleicher

Martin Puntigam: Höhe verhandelt wird, kannst du nicht gewinnen, wenn du die Seite des Wissens vertrittst.

Martin Puntigam: Und deshalb ist es so erstaunlich, weil ihr arbeitet ja mit denselben Waffen im Wesentlichen.

Martin Puntigam: Studien, mit Öffentlichkeitsarbeit und halt unterschiedliche Interessenslagen,

Martin Puntigam: dass ihr einander auf den Weg geht.

Barbara Blaha: Wir gehen Ihnen nicht aus dem Weg. Ich gehe auf jedes Podium,

Barbara Blaha: wo auch die Agenda Austria sitzt.

Barbara Blaha: Ich glaube, der Hintergedanke dahinter ist oft auch, wenn die Agenda sagt,

Barbara Blaha: sie kommen nicht, Momentum alleine wird selten gebracht. Eben aus Sorge,

Barbara Blaha: das sei dann zu einseitig.

Barbara Blaha: Das heißt, ich glaube, der eigentliche Hintergrund ist, dass Sie sich denken,

Barbara Blaha: wenn wir nicht gehen, darf Momentum auch nicht kommen.

Martin Puntigam: Sagt der Name Momentum-Institut, wie ist denn der entstanden?

Barbara Blaha: Ich habe vor vielen, vielen Jahren, über 20 Jahre ist es her,

Barbara Blaha: den Momentum Kongress gegründet.

Barbara Blaha: Das ist ein Wissenschaftskongress, der Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft

Barbara Blaha: miteinander verbindet. Ein dreitägiger Kongress.

Barbara Blaha: Irgendwie ist uns damals der Name Momentum eingefallen. Das hat uns gut gefallen,

Barbara Blaha: haben wir das Momentum Kongress genannt.

Barbara Blaha: Fast forward. Ich habe dann eben dieses Institut gegründet. Da haben wir dann

Barbara Blaha: lange überlegt, wie werden wir das Institut nennen?

Barbara Blaha: Und es war ein ewiger Brainstorming-Prozess. Und es hat Jahrhunderte gedauert,

Barbara Blaha: furchtbar schlimmer als ein Kind zu benennen. und dann sagt irgendwann ein Kollege,

Barbara Blaha: wieso nehmen wir das nicht einfach auch Momentum?

Barbara Blaha: Und wir so, ja, gute Idee, okay, machen wir das.

Martin Puntigam: Weil es ist ein Begriff, ich schaue ganz gern Fußball, und dort ist auf einmal

Martin Puntigam: das Momentum aufgetaucht, was ja auf Englisch, glaube ich, nur Beschleunigung heißt, Momentum.

Martin Puntigam: Und auf einmal hat eine Mannschaft das Momentum haben können,

Martin Puntigam: nachdem sie ja durch erzielt haben, was aber eigentlich sprachlich kompletter

Martin Puntigam: Nonsens ist, weil es gar nichts bedeutet.

Martin Puntigam: Und Momentum ist jetzt kein gebräuchliches Wort.

Barbara Blaha: Ist kein gebräuchliches Wort, nein.

Martin Puntigam: Das hat euch einfach gut gefallen.

Barbara Blaha: Wir haben es damals schon ausgesucht für den Kongress, aus dem Wissen heraus,

Barbara Blaha: es hat was mit dem besonderen Moment, Die Bewegung, die Drehkraft,

Barbara Blaha: das steckte ja alles da drin. Das hat uns damals schon gefallen.

Barbara Blaha: Und dann war es halt der Name. Weißt du, manchmal sind die Dinge, wie sie sind.

Martin Puntigam: Das sagt der Florian Freistädter immer wieder. Irgendwer sagt was,

Martin Puntigam: dann beziehen sie andere drauf und auf einmal heißt es so.

Barbara Blaha: Nie wer beschlossen hat.

Martin Puntigam: Abtreibung ist ein großes Thema in den USA und hat schon verheerende Gesetzesänderungen

Martin Puntigam: nach sich gezogen und schon langsam fängt es an in Europa Fuß zu fassen.

Martin Puntigam: Und es gibt auch in Österreich schon Organisationen, die das bearbeiten.

Martin Puntigam: Man merkt das schon schön langsam.

Martin Puntigam: Ich habe irgendwo gelesen, dass das gar nicht so ein Kernanliegen von republikanischen

Martin Puntigam: Politikern, Politikerinnen, selbst von Evangelikalen war vor 20,

Martin Puntigam: 30 Jahren, sondern dass irgendwelche BR,

Martin Puntigam: Berater, Beraterinnen, Agenturen Themen abgetestet haben, um gläubige Menschen

Martin Puntigam: wieder zur Wahlurne zu bringen.

Martin Puntigam: Und da hat Abtreibung als Thema, das die Leute gefühlsmäßig in Bewegung setzt,

Martin Puntigam: gut abgeschnitten und deshalb haben sie das vorangetrieben.

Martin Puntigam: Kannst du das bestätigen? Ist das eine reale Erzählung oder hat sich das irgendjemand

Martin Puntigam: so wie ein Bekronym im Nachhinein zurechtgebogen, nachdem die Welt halt konservativer

Martin Puntigam: geworden ist und man will sich das auf seine Fahnen schreiben?

Barbara Blaha: Nein, das halte ich für eine sehr realistische Erzählung. Ich habe jetzt diesen

Barbara Blaha: Artikel oder wo du es hast, natürlich nicht gelesen.

Barbara Blaha: Ich weiß allerdings, das war eine große Recherche von den New York Times,

Barbara Blaha: dass die Republikaner ganz viele Dinge ausgetestet haben, weil sie gesehen haben,

Barbara Blaha: die Themen, die normalerweise ihre Wähler und Wählerinnen mobilisieren, sind nicht mehr so.

Barbara Blaha: Ganz zentral war ja lang alles zum Thema Homosexualität. Das wollen wir nicht.

Barbara Blaha: Damit lockst du heute ja niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.

Barbara Blaha: Es gibt natürlich Schule, Ehe und so weiter. Also das Thema war weg für die

Barbara Blaha: republikanische Partei.

Barbara Blaha: Und dann haben sie tatsächlich testen lassen, was regt unsere Leute so auf,

Barbara Blaha: dass sie aus der Emotion heraus eben dann auftauchen am Wahltag.

Barbara Blaha: Und ein anderes Thema, das extrem emotionalisiert, ist Transgender.

Martin Puntigam: Das ist ja erstaunlich. Selbst in Österreich gibt es Politiker,

Martin Puntigam: Politikerinnen, die wahrscheinlich nicht einmal genau definieren können, was das ist.

Martin Puntigam: Und das ist halt wirklich in seiner Gesamtheit schwierig zu definieren.

Martin Puntigam: Da wird wahrscheinlich je sogar dran scheitern.

Martin Puntigam: Trotzdem sind die dagegen und äußern sie öffentlich dazu.

Barbara Blaha: Was ja auch insbesondere interessant ist, wenn man sich anschaut,

Barbara Blaha: wie klein die Gruppe jener ist, die es eigentlich betrifft. Ja,

Barbara Blaha: das ist noch dazu. Das kommt ja noch dazu.

Barbara Blaha: Also es wird riesig aufgeblasen aus dem, und das hat die New York Times Recherche

Barbara Blaha: wunderbar aufgedeckt, aus der Überlegung heraus, aha, wir haben getestet,

Barbara Blaha: das funktioniert bei unseren Leuten.

Barbara Blaha: Kein Dekaner an Transgender, aber darüber reden ist wichtig,

Barbara Blaha: weil da kommen die in die Schulen und versechsen unsere Kinder oder wie auch

Barbara Blaha: immer die Geschichte dazu ist. Ja.

Barbara Blaha: Und haben dann begonnen, das zu kampanisieren. Aber es war eine bewusste Entscheidung,

Barbara Blaha: zu schauen, welches Thema.

Barbara Blaha: Und das holen wir uns raus, ob das von Bedeutung ist, ob das irgendein Problem

Barbara Blaha: löst, ob es überhaupt ein Problem gibt.

Barbara Blaha: Egal. Es emotionalisiert und dann wird es verwendet. Und die rechten Parteien

Barbara Blaha: am restlichen Planeten haben das zum Teil übernommen.

Barbara Blaha: Also dass die FPÖ so stark in dem Kontext ebenfalls kampanisiert,

Barbara Blaha: hat natürlich damit zu tun, dass die sich anschauen, was funktioniert da drüben,

Barbara Blaha: was können wir hier auch reinholen.

Martin Puntigam: Dasselbe Thema oder dasselbe Problem, aber schon viel länger auf der Tagesordnung

Martin Puntigam: ist der sogenannte Ausländer.

Martin Puntigam: Kann man eben am Sprachgebrauch ganz gut festmachen. In den 80er Jahren,

Martin Puntigam: wie in der Oberstufe war, haben Politiker, Politikerinnen, die fortschrittlich

Martin Puntigam: waren oder als solches gelten wollten, eben noch sogenannte Ausländer gesagt.

Martin Puntigam: Und irgendwann ist das sogenannte Wegfallen und das Anführungszeichen Wegfallen

Martin Puntigam: und jetzt gibt es nur noch Ausländer. Und ein nicht unbeträchtlicher Teil der

Martin Puntigam: Bevölkerung besteht aus sogenannten Ausländern, Ausländerinnen und ihren Nachkommen.

Martin Puntigam: Das heißt, die Lebensrealität ist eine vollkommen andere als die ausländerfeindliche

Martin Puntigam: Politik, die in nahezu allen Ländern mittlerweile sehr erfolgreich betrieben wird und,

Martin Puntigam: Das wiederum von nahezu allen Parteien. Also die Rechtsradikalen haben dieses

Martin Puntigam: Alleinstellungsmerkmal zwar verloren, sind aber trotzdem noch damit erfolgreich.

Martin Puntigam: Warum ist das so ein derartig erfolgreiches Thema?

Barbara Blaha: Auch das ist ein Thema, das ich natürlich gar nicht so mühsam,

Barbara Blaha: sondern eigentlich ganz einfach herbeikonstruieren kann.

Barbara Blaha: Wir sehen ja in den Daten auch sehr klar, jene Gebiete, jene Regionen,

Barbara Blaha: jene Dörfer, wo überhaupt kein Migrant auftaucht, weil da halt zufälligerweise

Barbara Blaha: keiner lebt, sind die Werte für ich habe aber Sorge oder ich fürchte mich oder

Barbara Blaha: ich mag die nicht am höchsten.

Barbara Blaha: Also es hat nichts mit der realen Empfindung zu tun, sondern jene,

Barbara Blaha: die am wenigsten Kontakt haben, haben am meisten Angst davor und sind am ehesten

Barbara Blaha: empfänglich für diese Botschaften.

Barbara Blaha: Wenn ich Menschen jeden Tag treffe mit einem Migrationshintergrund,

Barbara Blaha: wenn ich mit denen zusammenarbeite, wenn das mein Nachbar ist,

Barbara Blaha: dann ist es gar nicht so einfach, mit dieser absurden Propaganda da hineinzufahren,

Barbara Blaha: weil meine persönliche Lebenserfahrung ist ja auch Mensch.

Barbara Blaha: Also es ist viel einfacher, das zu gestalten, wenn ich den gar nicht in echt kenne.

Barbara Blaha: Das ist das eine. Das Zweite, was hier ganz, glaube ich, ganz relevant ist,

Barbara Blaha: ist, dass wir diese, wenn du so möchtest, diese soziale Rangordnung innerhalb

Barbara Blaha: einer Gesellschaft die ganze Zeit quasi mit konstruieren und konstruiert bekommen. Was meine ich damit?

Barbara Blaha: Es gibt Gruppen in der Gesellschaft, die haben hohes soziales Kapital und Gruppen, die haben sehr wenig.

Barbara Blaha: Wer hohes soziales Kapital hat, der wird von der Politik in Ruhe gelassen,

Barbara Blaha: der wird nicht angegriffen und wenn es einen Angriff gibt, kommen andere dazu

Barbara Blaha: und verteidigen ihn. Ich gebe dir ein Beispiel.

Barbara Blaha: Wir hatten in Wien die Debatte, das Öffeticket für blinde und gehörlose Menschen

Barbara Blaha: sollte gestrichen werden.

Barbara Blaha: Riesenaufregung. Zivilgesellschaft trägt sich auf, Politikerin sich auf.

Barbara Blaha: Wird zurückgenommen. Eine Gruppe mit hohem sozialen Kapital,

Barbara Blaha: Wird verteidigt. Anders ist es, wenn wir in die Mindestsicherung greifen,

Barbara Blaha: wenn die syrische Familie mehr als drei Kinder hat, dann ist es schwierig.

Barbara Blaha: Die haben gar kein soziales Kapital, da kommt genau niemand,

Barbara Blaha: um ihnen zu helfen oder sie zu verteidigen.

Barbara Blaha: Da kann die Politik hinpacken, wenn man das so formulieren kann.

Barbara Blaha: Und wir stellen diese soziale Rangordnung über ein paar Kriterien her,

Barbara Blaha: die erstaunlich stabil sind. Denn ein ganz wesentliches Kriterium ist zum Beispiel

Barbara Blaha: die Frage, wie sehr wird empfunden, dass die Person wirklich Hilfe braucht.

Barbara Blaha: Dann hat sie sich richtig verhalten, also ist sie unverschuldet in Not.

Barbara Blaha: Dann ist natürlich die Frage, wie nah ist sie mir? Schaut ihr aus wie ich?

Barbara Blaha: Lebt ihr wie ich? Isst ihr ihr Schnitzel? Dann gebe ich ihr lieber.

Barbara Blaha: Das sind natürlich absurde Kategorien. Und die schwächste, die allerschwächste

Barbara Blaha: Kategorie ist der tatsächliche Bedarf.

Barbara Blaha: Das ist für uns in der Frage von, gönnen wir es der Person? Finden wir das in

Barbara Blaha: Ordnung, wenn da politisch geholfen wird? Das, was uns am wenigsten interessiert.

Barbara Blaha: Und diese Art von sozialer Rangfolge wird die ganze Zeit mitkonstruiert.

Barbara Blaha: Ich gebe dir ein Beispiel, weil es gerade so aktuell war. Wir haben in Österreich

Barbara Blaha: gerade das Integrationsbarometer bekommen von der Integrationsministerin.

Barbara Blaha: Eine Umfrage, die uns österreichweit durchgeführt wurde, um uns zu sagen,

Barbara Blaha: Schatz her, ganz Österreich fürchtet sich vor den Migranten.

Barbara Blaha: Weil das muss man mal machen, als Integrationsministerin einen Integrationsparameter

Barbara Blaha: erstellen und kein einziger Mensch, der dafür befragt wurde,

Barbara Blaha: war ein Nicht-Österreicher.

Barbara Blaha: Also es ist nur, wie geht es den anderen mit denen? Das fragt uns die Integrationsministerin.

Barbara Blaha: Auch das wurde verwendet, um das soziale Kapital von Menschen mit Migrationshintergrund

Barbara Blaha: oder Geschichte wieder quasi zu senken.

Barbara Blaha: Weil wir in der ganzen Debatte dann wieder darüber geredet haben,

Barbara Blaha: dass wir die nicht sehen.

Barbara Blaha: Und sobald ich wir die anfange, bin ich schon mittendrin im sozialen Gefühle.

Martin Puntigam: Ja.

Martin Puntigam: Könnte so eine Politik aber nicht sehr erfolgreich sein, wenn es nicht die Menschen

Martin Puntigam: gäbe, die dann tatsächlich wählen gehen und sie auch dafür entscheiden,

Martin Puntigam: Parteien zu wählen, die sowas vertreten.

Martin Puntigam: Wenn du viel in Betriebsversammlungen, auf Kabarettbühnen und so weiter bist,

Martin Puntigam: triffst du zwangsläufig, weil die Wahlergebnisse geben das her,

Martin Puntigam: viele dieser Menschen, die so wählen.

Martin Puntigam: Erzählen die dann, warum sie sich dafür entscheiden, solche Entscheidungen zu

Martin Puntigam: treffen, die ja die Gesetzgebung beeinflussen, die ihr Leben beeinflusst?

Barbara Blaha: Manchmal habe ich natürlich Gespräche, die mir das schon auch verraten.

Barbara Blaha: Die meisten Gespräche sagen mir eigentlich, dass die Menschen sich fürchten.

Barbara Blaha: Also dass die Emotionen aus der heraus diese Wahlentscheidung getroffen wird,

Barbara Blaha: ist meistens die Furcht und die Sorge.

Barbara Blaha: Wir sehen das auch im größeren Stil, wenn wir uns die Wahlforschung anschauen.

Barbara Blaha: Ich finde, es gab eine ganz fantastische Studie aus Deutschland,

Barbara Blaha: die das super klar belegt hat.

Barbara Blaha: Am empfänglichsten für die Botschaften von AfD und damit auch von FPÖ sind jene

Barbara Blaha: Menschen, die beruflich schlechter dastehen als ihre eigenen Eltern.

Barbara Blaha: Das ist aber natürlich in einer globalisierten Welt mit den entsprechenden neoliberalen

Barbara Blaha: Politiken der letzten Jahrzehnte ziemlich häufig, dass man beruflich schlechter

Barbara Blaha: darstellt als die eigenen Eltern.

Barbara Blaha: Weil die Idee von, du trittst in den Laden ein und bist zu deiner Menonierung dort, die ist ja passé.

Barbara Blaha: Wir sind mittlerweile in einem Bereich, wo klar ist, du musst dich permanent

Barbara Blaha: weiterbilden, damit du dranbleiben kannst.

Barbara Blaha: Die Arbeit hat sich extrem verdichtet. Du brauchst viel bessere Ausbildung,

Barbara Blaha: damit du irgendwie noch einen Job da gängst.

Barbara Blaha: Also das ist eine Erfahrung, das machen sehr viele Menschen,

Barbara Blaha: dass es eben nicht so easy ist wie für die eigenen Eltern. Und diese Erfahrung

Barbara Blaha: macht dich extrem anfällig für, irgendwer muss schuld sein.

Barbara Blaha: Ich kann es ja wohl nicht gewesen sein. Ich habe alles richtig gemacht.

Barbara Blaha: Wer ist also schuld? Aha, die da.

Barbara Blaha: Das ist eine Erfahrung, die mir auch immer gespiegelt wird, wenn ich in Gesprächen

Barbara Blaha: bin. Und die zweite, wie ich finde, wirklich entscheidende Geschichte ist, Menschen zufrieden.

Barbara Blaha: Sind empfänglich und zwar nicht jene, wo man eigentlich meint,

Barbara Blaha: das wäre doch logisch, die Allerärmsten müssten doch schimpfen auf den anderen.

Barbara Blaha: Wir sind es gar nicht, sondern es sind jene, die noch etwas zu verlieren haben.

Barbara Blaha: Wir reden Mittelschicht, obere Mittelschicht, die sich davor fürchten abzurutschen.

Barbara Blaha: Auch die sind empfänglich. Und wenn ich die ganze Zeit in Unsicherheit lebe,

Barbara Blaha: und wir sind in so unsicheren Zeiten jetzt schon seit so vielen Jahren,

Barbara Blaha: wir reden immer von den ganzen Krisenjahren, ich kann mich gar nicht erinnern,

Barbara Blaha: dass es einmal nicht Krise war.

Barbara Blaha: Also wenn der permanente Unsicherheitszustand hergestellt wird oder da ist politisch

Barbara Blaha: auch, dann erschöpft einen das und das macht einen auch nochmal anfälliger für einfache Lösungen.

Martin Puntigam: Das verstehe ich ja alles, aber warum entscheidet man sich dann für die Lösung,

Martin Puntigam: von der man mittlerweile ja historisch weiß, also Jörg Haider ist glaube ich

Martin Puntigam: in den 90er Jahren Landeshauptmann in Kärnten worden und 2008,

Martin Puntigam: 2009 war Kärnten dann bankrott.

Martin Puntigam: Also das kann man sich ja anschauen, wo das hinführt, dass es ja nahezu zwangsläufig

Martin Puntigam: schlechter wird, wenn rechte oder rechtsradikale Parteien wirklich was zu sagen

Martin Puntigam: haben. Das muss man nicht ausprobieren.

Martin Puntigam: Also dieses Argument, lasst sie doch einmal ausprobieren und zeigen,

Martin Puntigam: was sie können, das weiß man ja mittlerweile schon und das geht immer schief.

Barbara Blaha: Aber das Gedächtnis der Wählenden ist ja auch überschaubar lang.

Martin Puntigam: Aber eben, das habe ich erst gesagt, die Leute aus dem Betonwerk,

Martin Puntigam: die haben oft komplizierte Hobbys.

Martin Puntigam: Ich habe ja kein Hobby, weil ich Gott sei Dank das Glück habe,

Martin Puntigam: die Sachen beruflich machen zu können, die mich so interessieren und erfüllen,

Martin Puntigam: dass ich, wenn ich nichts zu tun habe, dann gehe ich nicht am Hobby nach,

Martin Puntigam: sondern dann bin ich froh, dass ich nichts zu tun habe.

Martin Puntigam: Aber die Leute sind ja weder ungeschickt noch dumm. Das heißt,

Martin Puntigam: die können Sachen lernen, machen, über viele Jahrzehnte behalten, ein Wissen aufbauen.

Martin Puntigam: Aber warum ist da das Gedächtnis dann so kurz?

Barbara Blaha: Die Arbeiter in der Zementfabrik sind zum Großteil nicht wahlberechtigt.

Barbara Blaha: Das nur so nebenbei. Das ist ja die nächste Geschichte.

Barbara Blaha: Das Proletariat von heute hat ja kein Wahlrecht mehr. Auch ein Problem.

Barbara Blaha: Deshalb schauen auch die Wahlergebnisse aus, wie sie ausschauen.

Barbara Blaha: Ich würde meinen, was dazu kommt für jene, die schon ein Wahlrecht haben,

Barbara Blaha: dass halt auch eine Fantasie verkauft wird, die Fantasie von einer scheinbaren

Barbara Blaha: Kontrolle. Und das hat schon eine gewisse Sogwirkung.

Barbara Blaha: Dieses Gefühl von, der sagt einer, wo es lang geht, der sorgt für Orientierung,

Barbara Blaha: der sorgt für Halt, der sorgt für Sicherheit und der sorgt für Kontrolle.

Barbara Blaha: Und wenn alles unsicher ist, hat man natürlich eine gewisse Sehnsucht danach.

Barbara Blaha: Das würde ich schon meinen.

Barbara Blaha: Dazu kommt, und das finde ich fast das Spannendere als die Frage,

Barbara Blaha: warum zieht es die Leute nach rechts, ist ja für mich interessanter,

Barbara Blaha: was können wir tun, damit das aufhört.

Barbara Blaha: Oder was ist die Leerstelle, die wir füllen müssen, damit sie eben nicht mehr

Barbara Blaha: nur dieses Angebot hören.

Barbara Blaha: Und da sind wir mittendrin in der Frage, was wissen wir aus der Forschung zum

Barbara Blaha: Thema, wie kriegst du das denn hin politisch, dass die Leute eben nicht mehr

Barbara Blaha: so anfällig sind für Rechtswählen.

Barbara Blaha: Und da gibt es klare Antworten. Und das ist zum Beispiel antifaschistische Wirtschaftspolitik.

Barbara Blaha: Also den Leuten jene Sicherheit geben, die sie verloren haben.

Barbara Blaha: Indem ich Wohnen leistbar halte, indem ich Gesundheit leistbar halte,

Barbara Blaha: indem die Schulen gut funktionieren, indem die Leute im eigenen Leben erfahren,

Barbara Blaha: dass es aufwärts geht. Und auch dieses Bild wieder zu entwickeln.

Barbara Blaha: Ganz einfach, Preise runter an der Supermarktkasse. Du bist ja jeden Tag daran

Barbara Blaha: erinnert, dass dir das Geld zerrennt. Jedes Mal, wenn du zum Bila gehst oder zum Spar.

Barbara Blaha: Das ist ein Problem. Und vor dem Hintergrund zur Wahlurne zu rufen,

Barbara Blaha: haben wir uns eh angeschaut, was da in Österreich letztes Mal fast herausgekommen wäre.

Martin Puntigam: Ja, es ist eh herausgekommen. Es ist nur in den Regierungsverhandlungen herausgekommen.

Barbara Blaha: Genau, was anderes herausgekommen.

Martin Puntigam: Also das Wahlergebnis hätte es eh schon hergegeben.

Barbara Blaha: Genau.

Martin Puntigam: Da braucht man sich nicht darüber hinwegtauschen. Um den Bogen zu schließen,

Martin Puntigam: kurz vor der Abschlussfrage, diese Erzählung, dass die Linken schuld sind an den Rechten.

Martin Puntigam: Die ja die Conclusio der Kolumne von Franz Schellhorn war, was mir dazu gebracht

Martin Puntigam: hat, dich zu fragen, ob wir nicht über Thinktanks reden können.

Martin Puntigam: Jetzt hast du die Augen gerollt, das sieht man im Podcast nicht,

Martin Puntigam: aber wenn du die Augen rollst,

Martin Puntigam: das ist ja keine Einzelposition und der schreibt das ja deshalb,

Martin Puntigam: weil er gut eingebettet ist in Soziotop, wo er da nicht streiten muss,

Martin Puntigam: dass das eine sinnvolle Position ist und selbst in meiner Umgebung gibt es Menschen,

Martin Puntigam: die solche Sachen sagen und finden und der Meinung sind,

Martin Puntigam: dass es halt keine große linke Erzählung gibt und deshalb sind die Rechten zu stark geworden.

Martin Puntigam: Wenn du die Augen rollst, ist das offensichtlich auch Unsinn für die,

Martin Puntigam: aber wie begegnet es dir sowas denn, wenn euch das entgegenkommt?

Barbara Blaha: Ich kenne die Variante eigentlich mehr, die Linken sind schuld an den Rechten,

Barbara Blaha: weil die Linken machen die ganze Zeit Sachen, die für die Leute nichts bedeuten

Barbara Blaha: oder sie sogar überärgern.

Martin Puntigam: Und lauter Vorschriften und so weiter.

Barbara Blaha: Genau, weil ihr alle so vogue seid, wählen jetzt alle Nazis.

Barbara Blaha: Das ist ja eigentlich die Analyse unter Anführungszeichen.

Barbara Blaha: Ich kenne niemanden, der sich so sehr mit zum Beispiel geschlechtergerechter

Barbara Blaha: Sprache oder der Frage von Vogue beschäftigt wie Rechte.

Barbara Blaha: Und damit meine ich durchaus auch Marktliberale.

Barbara Blaha: Also das ist ein Thema, das ganz stark von dort angeschoben wird,

Barbara Blaha: dort konstruiert wird, dort gemacht wird. Und dann sagt man,

Barbara Blaha: die Linken reden ja über nichts anderes mehr.

Barbara Blaha: Ich rede da eigentlich nie drüber. Und ich kenne auch sonst nicht viele,

Barbara Blaha: die darüber reden. Wen ich kenne, sind eigentlich die Rechten,

Barbara Blaha: die das permanent als Thema anschieben.

Martin Puntigam: Das ist das selbe Phänomen wie der Bornojäger Martin Humer. der halt unterwegs

Martin Puntigam: war als Pornojäger und damals hat man noch Hefte gekauft in erster Linie und

Martin Puntigam: dann VHS-Kassetten und ich glaube,

Martin Puntigam: niemand in Österreich hat über Jahre so viel Pornografie konsumiert wie er.

Barbara Blaha: Und er wollte das beenden?

Martin Puntigam: Er wollte es aber beenden.

Barbara Blaha: Ja, das trifft es doch ganz gut. Es ist gar kein schlechter Vergleich.

Barbara Blaha: Wenn du mich fragst, was könnten die Linken beitragen, dass die Rechten nicht

Barbara Blaha: weiter aufsteigen, dann sind wir wieder bei der Frage, von welcher Politik fehlt

Barbara Blaha: oder welche müsste stärker sichtbar sein. Und das ist,

Barbara Blaha: Wie ich schon gerade gesagt habe, ganz, ganz wesentlich Löhne rauf,

Barbara Blaha: Preise runter, Wohnen leistbar halten, all diese Dinge.

Barbara Blaha: Da gibt es schon Hausaufgaben, die wir zu tun hätten.

Martin Puntigam: Abschlussfrage noch. Seit sechs Jahren gibt es das Momentum-Institut.

Martin Puntigam: Spaßeshalber habe ich schon gesagt, 34 Jahre Aktie noch. Das ist ungefähr.

Martin Puntigam: Übrigens dieser Zeitraum, vier Jahrzehnte plus minus, die wissenschaftliche

Martin Puntigam: Errungenschaften und Neuerrungen brauchen, um sie in der Bevölkerung breit durchzusetzen.

Martin Puntigam: Und bis alle der Meinung sind, das ist selbstverständlich, dauert es auch ungefähr 40 Jahre.

Barbara Blaha: Das wusste ich nicht. Eine interessante Zeitachse.

Martin Puntigam: Deshalb ist es im Klimakrise so dramatisch, weil eigentlich gibt es nicht keine

Martin Puntigam: Bewegung, sondern es tut sich ja eh einiges.

Martin Puntigam: Nur die Zeit, die wir haben, um die Reparaturen vorzunehmen,

Martin Puntigam: um das Schlimmste zu verhindern, die ist so kurz.

Martin Puntigam: Also eigentlich wäre das Tempo das ganz normale wie bei.

Barbara Blaha: Anderen Dingen auch.

Martin Puntigam: Aber wenn ihr fertig seid als Momentum-Institut, bist du grundsätzlich der Meinung,

Martin Puntigam: dass eine Welt ohne Thinktanks eine bessere Welt wäre?

Barbara Blaha: Bessere Welt? Puh, gute Frage. Na, ähm...

Barbara Blaha: Nein, finde ich eigentlich nicht. Ich finde Orte, wo insbesondere ja bei uns

Barbara Blaha: besonders auch junge Menschen über Politik, die Welt, die Lebensverhältnisse

Barbara Blaha: nachdenken, dazu Ideen entwickeln,

Barbara Blaha: das sinnvollerweise abklopfen, durchrechnen, analysieren, das sind eigentlich

Barbara Blaha: Werkstätten, die ich mir in jeder Form wünschen würde.

Barbara Blaha: Wichtig ist allerdings, dass man die entsprechende Transparenz auch hat.

Barbara Blaha: Also dass man sagt, aus welcher Perspektive schaust du auf die Welt?

Barbara Blaha: Und das dazu sagt, damit der, der die Idee präsentiert bekommt,

Barbara Blaha: auch weiß, aus welcher Richtung sie eigentlich her ist.

Martin Puntigam: Wo kommen denn die Leute her, mit denen du zusammen arbeitest?

Martin Puntigam: Am Anfang hast du gesagt, bist du durch Österreich gefahren auf einer Tour,

Martin Puntigam: um das Geld aufzustellen und die Leute kennenzulernen und zu vernetzen.

Martin Puntigam: Das sagt man auch noch nicht so lang, aber ist halt mittlerweile so.

Martin Puntigam: Und das ist auch gar kein schlechter Begriff in Wirklichkeit.

Martin Puntigam: Aber melden sie mittlerweile junge Menschen bei dir?

Martin Puntigam: Sind das immer Leute, wo du denkst, super, dass sie die melden oder puh,

Martin Puntigam: wie sage ich, den Leuten ab?

Martin Puntigam: Oder müsst ihr rekrutieren, wenn man das so nennen möchte?

Barbara Blaha: Also es ist tatsächlich so, dass wir unsere Jobs ausschreiben.

Barbara Blaha: Also wenn eine Position hier frei wird, dann wird die ausgeschrieben und dann,

Barbara Blaha: ja, wir haben letztens unsere Praktika besetzt im Online-Magazin.

Barbara Blaha: Für eine Praktikumstelle hatten wir, ich glaube, 200 Bewerbungen.

Barbara Blaha: Also wir haben dann gut zu tun mit Leuten, die mit uns arbeiten wollen,

Barbara Blaha: was mich sehr freut, weil es ja auch ein Beweis dafür ist, dass wir einen guten Job machen.

Barbara Blaha: Ansonsten achte ich im Auswahlprozess sehr darauf, dass wir gewisse Faktoren berücksichtigen.

Barbara Blaha: Also es ist gar nicht so einfach, wenn du mit Volkswirt und Volkswirtinnen zusammenarbeitest,

Barbara Blaha: weil das ist ein Studium, das machen eher Bürgerkinder, das machen viel weniger Frauen als Männer.

Barbara Blaha: Also wie halte ich es im Institut so, dass es hier auch repräsentativ zugeht?

Barbara Blaha: Es ist ein richtig schweres Studium.

Barbara Blaha: Nicht deshalb studieren es Frauen weniger, sondern es studieren wenig Menschen.

Martin Puntigam: Was ein schweres Studium ist.

Barbara Blaha: Richtig, und es gibt insgesamt weniger. Also dafür zu sorgen,

Barbara Blaha: dass es im Institut trotzdem eine Art von geschlechtergerechtes Team gibt.

Barbara Blaha: Und was mir auch total wichtig ist, dass sie nicht nur Bürgerkinder sitzen.

Barbara Blaha: Ich achte sehr darauf, dass die Leute Arbeiter-Background haben.

Barbara Blaha: Weil ich glaube, es gibt gewisse Dinge, auf die schaut man anders,

Barbara Blaha: wenn man es am eigenen Leben erfahren hat.

Martin Puntigam: So, es ist meine Neugierde, was Thinktanks betrifft, zumindest teilweise,

Martin Puntigam: einmal gestillt und wer mehr und vor allem live dabei sein möchte,

Martin Puntigam: weil live ja viel wirkungsvoller ist, das können wir als Science-Pastors bestätigen

Martin Puntigam: und immer paraplar, der hat ein neues Programm,

Martin Puntigam: das heißt Funkenschwestern, wie Feminismus alles besser macht.

Martin Puntigam: Warum eigentlich Funkenschwestern?

Barbara Blaha: Weil ich im Verlag gelernt habe, dass Bücher mit einem Einworttitel am besten performen am Markt.

Barbara Blaha: Und ich habe mir gedacht, das stimmt sicher auch für Kabarettprogramme.

Martin Puntigam: Aber was ist eine Funkenschwester?

Barbara Blaha: Das Wort habe ich erfunden.

Martin Puntigam: Ach so, gut.

Barbara Blaha: Das habe ich tatsächlich erfunden. Das gibt es so noch nicht.

Martin Puntigam: Weil der Funken in Vorarlberg, das ist ja diese Hexenfigur, die nach dem Fasching

Martin Puntigam: dann in die Luft gesprengt wird und verbrannt wird.

Martin Puntigam: Das ist in dem Fall aber keine Assoziation.

Barbara Blaha: Aber passt auch gut.

Martin Puntigam: Weil die Funken sprühen, wenn du wo auftrittst, das ist wahrscheinlich die Assoziation,

Martin Puntigam: die man haben soll, oder?

Barbara Blaha: Nein, man soll vor allem ein bisschen angezündet aus dem Abend rausgehen.

Barbara Blaha: Genau. Man wird hoffentlich zur Funkenschwester, wenn man drin war.

Martin Puntigam: Und das hat man werden können bei der Premiere am 24.02. in der AG Kultur.

Martin Puntigam: Das Programm ist also schon auf der Welt und wird oft gegeben. Das nächste Mal am 6.

Martin Puntigam: März in St. Valentin, im Valentinum, dann am 10.03.

Martin Puntigam: In Scherding, im Kubinsaal, am 13.03.

Martin Puntigam: Im Museum Arbeitswelt in Steyr, am 17.03.

Martin Puntigam: In der Kulisse Wien, am 18.03. im Treibhaus Innsbruck, am 8.

Martin Puntigam: April im Posthof in Linz, am 13.

Martin Puntigam: April im Stadtsaal Wien, am 27.04. und am 11.05.

Martin Puntigam: Wieder unter Kulisse Wien und unter Momentum.at kann man alle weiteren Termine,

Martin Puntigam: die es sicher noch geben wird, nachschauen.

Martin Puntigam: Und wenn man sich in der Liste nicht gefunden hat, Österreich ist zwar klein,

Martin Puntigam: aber da gibt es noch viele andere kleine Städte und Orte, wo man wohnen kann

Martin Puntigam: und wo nicht aufgetreten wird, da kann natürlich zum Buch greifen.

Martin Puntigam: Es gibt das Buch mit demselben Titel Funkenschwestern.

Martin Puntigam: Warum Feminismus alles besser macht, gibt es auch seit 12.

Martin Puntigam: Februar in jeder guten Buchhandlung und wahrscheinlich auch in der einen oder

Martin Puntigam: anderen schlechten Buchhandlung.

Martin Puntigam: Oder man kann es auf Momentum.at bestellen, dann kriegt man,

Martin Puntigam: wenn man möchte, das Buch zugeschickt, sogar mit einer Signatur von Barbara Blaha.

Martin Puntigam: Und am Ende kommen wir jetzt noch zu den Parteienverkehren von uns Science Busters

Martin Puntigam: als Ensemble und als Solisten.

Barbara Blaha: Genau, ihr habt ja auch ein neues Buch, das heißt Aus, die Wissenschaft vom

Barbara Blaha: Ende und erschienen ist es im Hansa Verlag.

Barbara Blaha: Hörbuch gibt es natürlich auch, erschienen im Hörverlag, gelesen von niemand

Barbara Blaha: geringerem als Ralf Kaspers und die wunderbaren Illustrationen stammen wie immer vom Büro ALBA.

Martin Puntigam: Ähnlich wie Barbara machen auch wir das, nämlich wenn es ein neues Buch gibt,

Martin Puntigam: gibt es eine neue Show, weil es schon seit letzten Herbst, also der letzte Herbst,

Martin Puntigam: keine Ahnung wann der Podcast gehört werden wird, weil die Backlist ist ja der

Martin Puntigam: große Erfolgsgarant vom Podcast,

Martin Puntigam: ist ja der Backkatalog oder so, wenn man heute alles abrufen kann.

Martin Puntigam: Herbst 25 war Premiere der neuen Show Weltuntergang für Fortgeschrittene,

Martin Puntigam: die wir landauf, landab an Mann und Frau versuchen zu bringen.

Martin Puntigam: Wir sind in dem Fall Martin Moder, Florian Freistädter und ich.

Martin Puntigam: Am Ende gibt es bei uns immer Geschenke, wie es Tradition ist,

Martin Puntigam: seit fast 18 Jahren mittlerweile bei den Science Busters.

Martin Puntigam: Diesmal gibt es Schokolade am Ende, die wir gemeinsam mit der Firma Zotter hergestellt

Martin Puntigam: haben, beziehungsweise die Firma Zotter hat sie hergestellt und wir haben sie

Martin Puntigam: auf der Bühne und lassen sie danach kosten, Universumsuntergangsschokolade,

Martin Puntigam: also nicht nur schnöder Weltuntergang, sondern gleich der Untergang des Universums,

Martin Puntigam: Big Rip und Big Crunch, zwei Hypothesen, wie das Universum zu Ende gehen könnte,

Martin Puntigam: aber wahrscheinlich nicht wird,

Martin Puntigam: aber die Schokoladen sind trotzdem köstlich, können verkostet werden und auch

Martin Puntigam: erschwungen und es gibt Bananenbrot, weil in der Banane die Apokalypse wohnt,

Martin Puntigam: beckt Florian Freistetter ein Bananenbrot, das man dann am Ende genauso gratis verkosten kann.

Barbara Blaha: Schnabolieren nach der Show kann man an vielen Terminen. Ich sage euch ein paar. Am 7. März und am,

Barbara Blaha: 5. April seid ihr im Stadtsaal Wien. Am 17. März gibt es die Science Buster

Barbara Blaha: in der Burg Pertholzdorf.

Barbara Blaha: Am 9. April geht es weiter nach Waldhofen-Ips und dann für ein paar Tage nach

Barbara Blaha: Deutschland. Am 23. März in den Wühlmäusen Berlin.

Barbara Blaha: Am 26. März im Filmtheater Schauburg Dresden. Am 27. März im Kupfersaal in Leipzig und am 28.

Barbara Blaha: März in der Puffbohne Erfurt.

Barbara Blaha: Dann schauen wir schon in den April, da geht es wieder zurück nach Österreich.

Barbara Blaha: 10. April Listerle Graz, 13. April Stadtsaal Vöcklerbruck, 20.

Barbara Blaha: Mai Rathausseil Telfs und 22.

Barbara Blaha: Mai Spielboden Dornbirn. Und schließlich noch was in Deutschland am 23. und 24.

Barbara Blaha: Mai München Premiere im Lustspielhaus.

Martin Puntigam: Und sehr oft, wenn wir den Weltuntergang abends geben,

Martin Puntigam: in der Regel für Erwachsene, ist davor, ScienceBusters4Kids zu sehen,

Martin Puntigam: unsere Kindershow für alle Lebewesen ab fünf bis sechs Jahre bis zu dem Zeitpunkt,

Martin Puntigam: wo man halt noch selbstständig ins Theater kommt, sind alle herzlich willkommen.

Martin Puntigam: Die gibt es auf der ORF Kids App.

Martin Puntigam: Jede Folge filetiert auf zehn Minuten oder die ganze Show in einem Schwung live

Martin Puntigam: mit Martin Moder und mir.

Martin Puntigam: Das nächste Mal am 7. März im Stadtsaal, wo wir auch am Osterwochenende,

Martin Puntigam: nämlich am 4. und 5. April zugange sein werden, am 20.

Martin Puntigam: März in Brunau im Brunau am Gebirge, 9. April in Weidhofen an der.

Barbara Blaha: Ips.

Martin Puntigam: Am 10. April sind wir in Graz und auch am 17. Oktober, das ist schon nach dem Sommer dann, am 24.

Martin Puntigam: Mai im Lustspielhaus in München, am 6. Juni in der Papierfabrik Klein Neusiedel, am 5.

Martin Puntigam: 7. vor dem Sommer und am 13. 9.

Martin Puntigam: Nach den Sommerferien im Theater im Park in Wien.

Martin Puntigam: Dann fahren wir auch durch den Choralm-Tunnel zum Sommerschluss,

Martin Puntigam: nahezu zur Herbst- oder Sommersonnenwende. Am 19.

Martin Puntigam: September sind wir in der Artbox in St. Gertrud in Kärnten und am 24.10. in der Kulisse in Wien.

Barbara Blaha: Ja und im Herbst geht es dann ab, denn da kommt auch ein neues Solo von und mit Martin Puntigam.

Barbara Blaha: Premiere ist am 10. November im Theatercafé Graz. Es wird heißen Der Heilige

Barbara Blaha: Puntigam und die Wien-Premiere ist am 17. November im Kabarett Niedermeier.

Barbara Blaha: Wer jedenfalls dabei sein möchte, wenn der Heilige Geist den MC der Science

Barbara Blaha: Busters gebenedeit, kann schon jetzt Karten reservieren.

Barbara Blaha: Infos und Tickets unter sciencebuster.at slash Termine und natürlich auf www.puntigam.at.

Martin Puntigam: Sternengeschichten live, der Solarabend von Florian Freistädter zu seinem seit

Martin Puntigam: über 13 Jahren erfolgreichen Podcast. Den gibt es auch am 3.

Martin Puntigam: Juni in der Kulisse Wien einen Österreich-Termin und dann die Sommerpause.

Martin Puntigam: Und im Herbst gibt es zahlreiche Termine in Deutschland, die man alle unter

Martin Puntigam: Sternengeschichten.live sehen kann.

Martin Puntigam: Die Termine von Barbara Plahr und Funkenschwestern unter Momentum.at.

Martin Puntigam: Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen.

Martin Puntigam: Danke an Barbara Plahr für die Auskünfte. Danke an alle für streamen,

Martin Puntigam: downloaden, abonnieren, bewerten, empfehlen, manipulieren, analysieren,

Martin Puntigam: aufbereiten, verdrängen, thinken, tanken und was man sonst noch alles mit einem

Martin Puntigam: Podcast anstehen kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.

Barbara Blaha: Auf Wiedersehen.

Über diesen Podcast

Der Science Busters Podcast ist ein Podcast der Science Busters. Das trifft sich insofern sehr gut, weil der Name leicht zu merken ist.

Seit 2007 gibt es die Science Busters als Wissenschafts-Show-Projekt. Auf der Bühne, auf Radio FM4, als Bücher, als Lehrveranstaltung und TV-Sendungen. Und ab 2021 auch als Podcast. Weil fast immer mehr zu einem Thema zu sagen wäre, als im jeweiligen Format Platz hat. Nachhaltige Wissenschaftskommunikation, wenn man so will, lehrreich, unterhaltsam und durchgehend in Stereo.

In jeder Folge wird eine aktuelle Frage der Hörerschaft beantwortet, oder zwei. Und ein Thema umfassend beackert. Am Ende gibt es Tipps und Empfehlungen. Um Eigenwerbung zu vermeiden, muss immer einer die Arbeit seines Gegenüber bewerben.

Science Busters Podcast - transparent, unbestechlich, bürgernah
Tiere können der Handlung nicht folgen.

Produziert mit Unterstützung der Universität Graz und der TU-Wien

Kontakt: podcast@sciencebusters.at

von und mit Martin Puntigam, Martin Moder, Florian Freistetter

Abonnieren

Follow us