Science Busters Podcast

Science Busters Podcast

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Transkript

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Martin Puntigam: Ausgabe 126 des Science Wars, das Podcast, ein Jahr noch Kindergarten,

Martin Puntigam: dann kommt der Podcast in die Schule.

Martin Moder: Ja, aber in die Schultüte kommt sicher kein Schwurbler-Chatbot.

Martin Puntigam: Herzlich Willkommen zur Ausgabe 126 des ScienceBusters Podcasts,

Martin Puntigam: wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien.

Martin Puntigam: Mein Name ist Martin Puntigam und mir gegenüber sitzt heute wieder einmal Martin

Martin Puntigam: Moda, Molekularbiologe. Hallo.

Martin Moder: Hallo.

Martin Puntigam: In Ausgabe 125 haben Barbara Plaha, Autorin, Germanistin und Leiterin des Momentum-Instituts

Martin Puntigam: und ich unter anderem gesprochen über Thinktanks,

Martin Puntigam: warum es sie gibt, wer sie eigentlich braucht, warum sie so einflussreich geworden

Martin Puntigam: sind, wieso die Herrschaftsverhältnisse so viel Berücksichtigung erfahren,

Martin Puntigam: wann Spitzensteuersätze bis 90% normal waren, was wir Milton Friedman und Friedrich

Martin Puntigam: Hayek zu verdanken haben,

Martin Puntigam: wie man Hegemonie baut, wie man sie finanziert, warum das Reader's Digest mitschuld

Martin Puntigam: ist an solchen wie Donald Trump und Peter

Martin Puntigam: Thiel, warum ein Österreicher mitverantwortlich ist an der Klimakrise,

Martin Puntigam: wie neoliberale Thinktanks mitgeholfen haben, Korruptionssalon fähig zu machen,

Martin Puntigam: wie man so einen Thinktank eigentlich gründet und ob die Welt schöner wäre ohne sie.

Martin Puntigam: Heute blasen wir erst einmal ein Kerzerl aus auf der imaginären Geburtstagstorte,

Martin Puntigam: die wir uns aber zum realen fünften Geburtstag des Science Busters Podcasts gebacken haben.

Martin Puntigam: Vor fünf Jahren, am 15.03.2021, mitten in der schönsten Pandemie,

Martin Puntigam: sind wir mit unserer ersten Folge online gegangen.

Martin Puntigam: Wir haben das auch in Folge 100 ausführlich besprochen, aber in fünf Jahren,

Martin Puntigam: Martin, was hat sich da für dich geändert?

Martin Moder: Ja, also in erster Linie, dass jetzt die Pandemie nicht mehr so präsent ist

Martin Moder: und man andere Dinge auch noch machen kann, außer Podcasts aufnehmen. Aber sonst in Wahrheit

Martin Moder: wahnsinnig viel, fällt mir auf, jetzt, wo du danach fragst. Also ich bin jetzt

Martin Moder: offiziell nach Wien gezogen und nicht mehr jeden Tag reingependelt.

Martin Moder: Aber meiner Arbeit ist eigentlich alles wie gehabt.

Martin Moder: Ich verwende natürlich andere Tools zum Teil, weil alles viel leichter und schneller

Martin Moder: geht mit künstlicher Intelligenz.

Martin Moder: Aber ansonsten, das ist ja wie immer. Papers lesen.

Martin Puntigam: Was geht leichter und schneller mit künstlicher Intelligenz?

Martin Puntigam: Ich habe gerade einen Artikel gelesen, dass Leute, die viel mit KI-Agenten arbeiten,

Martin Puntigam: noch schneller an den Rand des Burnouts kommen, als vorher, obwohl alles viel

Martin Puntigam: leichter und schneller gehen soll.

Martin Moder: Es würde jeder sagen, der mit Mitarbeitenden zu tun hat, dass je mehr Leute

Martin Moder: man beauftragen muss, desto stressiger wird es auch für einen selbst.

Martin Moder: Es kommt darauf an, wofür man es nützt. Also ich zum Beispiel,

Martin Moder: ich war kurz davor schon, mein ganzes Wohnzimmer so mit schalldämmendem Material

Martin Moder: auszustatten, weil alles so schrecklich heilt.

Martin Moder: Und dann sind auf einmal die KI-Modelle so gut geworden, dass man das eigentlich

Martin Moder: in einer Minute rausrechnen kann und das einfach nicht mehr notwendig ist in meiner Situation.

Martin Puntigam: Die ganzen Eierformen kannst du jetzt wieder auf den Bauernmarkt zurückbringen.

Martin Moder: Ich habe es gar nicht so weit kommen lassen.

Martin Puntigam: Du hast ja einen eigenen YouTube-Kanal, wo du eben mit KI-Assistenz arbeitest.

Martin Puntigam: Der ist ja ungefähr damals in der Zeit nicht gestartet, aber da hast du dich

Martin Puntigam: ein bisschen umfangreich damit beschäftigt, oder?

Martin Moder: Ja, also ich bin auf jeden Fall sehr fasziniert an dem ganzen Thema KI,

Martin Moder: gerade auch, weil es in der Wissenschaft selbst natürlich eine große Rolle spielt,

Martin Moder: eine zunehmend große Rolle,

Martin Moder: aber auch, weil es vor allem in der Wissenschaft Kommunikation eine gewaltige

Martin Moder: Rolle spielt, auch natürlich im Umgang mit Fake News und was ist echte Information, was nicht.

Martin Moder: Das wird ja nicht zwingend leichter auseinanderzuhalten.

Martin Puntigam: Ja, jetzt werden ja die Fake News extra hergestellt teilweise und dann gibt

Martin Puntigam: es einen eigenen Berufszweig von Menschen, die sagen, das ist Fake.

Martin Puntigam: Also das, was man als Slop kennt, ist dann mittlerweile ein Geschäftszweig,

Martin Puntigam: bis die Agenten das selber übernehmen, endgültig.

Martin Moder: Ja, das gab es ja davor auch schon, irgendwelche Fact-Checker-Seiten,

Martin Moder: aber die Flut an glaubwürdiger Falschinformationen ist so enorm,

Martin Moder: dass da die menschlichen Fact-Checker faktisch nicht mehr hinterherkommen können.

Martin Moder: Und ich merke schon bei mir selber, es ist wirklich nervig. Ich sehe Videos

Martin Moder: auf Instagram zum Beispiel und mein erster Impuls ist, ich weiß nicht, ob das stimmt.

Martin Moder: Ich habe heute in der Früh ein Video gesehen von Xavier Naidoo,

Martin Moder: das hieß Xavier Naidoo schwurbelt wieder, wo er was ganz Absurdes daherredet,

Martin Moder: wo er doch angeblich geläutert war und sagt, na nein,

Martin Moder: ich bin falsch gelegen, also eher eine gute Regenerationsgeschichte eigentlich aufzuweisen hat.

Martin Moder: Und ich habe mir das Video 20 Mal angesehen, weil ich mir gedacht habe,

Martin Moder: stimmt das jetzt, stimmt das nicht?

Martin Moder: Und dann muss man es erst recht googeln und schauen, welche Medien berichten

Martin Moder: drüber und so weiter und so fort.

Martin Moder: Also es ist schon nervig, dass man jetzt an einem Punkt ist,

Martin Moder: wo man früher eigentlich mit Zitaten war.

Martin Moder: Dass man sagt, nur weil ich ein Zitat lese, heißt das nicht, dass es stimmt.

Martin Moder: Nur weil ich ein Video von jemandem sehe, der etwas sagt, heißt das nicht,

Martin Moder: dass er das wirklich getan hat.

Martin Moder: Und momentan sind ja da eigentlich die Schleusen komplett offen.

Martin Moder: Also ich kann KI-Videos machen, online stellen, die können so aussehen,

Martin Moder: als wären es real und niemand prüft das nach und niemand gibt ein Label dazu und sagt, das ist fake.

Martin Puntigam: Und das hat natürlich handfeste Auswirkungen, weil das ja nicht nur bei der

Martin Puntigam: Herstellung von sogenannten KI-Slop ein Geschäftsmodell geworden ist oder wenn

Martin Puntigam: man tatsächlich versucht,

Martin Puntigam: gewisse Abläufe der Software zu überantworten, sondern es gibt ja...

Martin Puntigam: Chatbots, die schwindeln, weil das quasi Teil des Systems ist und da passiert

Martin Puntigam: das und da muss man das gegenchecken.

Martin Puntigam: Aber es gibt ja Chatbots, die lügen ja, weil sie so programmiert sind, oder?

Martin Moder: Genau, das ist auch ein Problem. Es ist, jeder kann behaupten,

Martin Moder: einen eigenen Chatbot entwickelt zu haben oder entworfen zu haben, ein eigenes Programm.

Martin Moder: Weil man braucht ja, wenn man jetzt seinen eigenen Chatbot hat,

Martin Moder: man braucht ja keine Data Center, keine große Rechenleistung,

Martin Moder: um das aufzustellen, sondern man nimmt einfach ein vorhandenes Modell her und

Martin Moder: legt ihm quasi einen Filter über.

Martin Moder: Also man nimmt quasi die API, sagt man, von OpenAI, also dem JGPD-Hersteller,

Martin Moder: und kann sagen, ich möchte jetzt meinen eigenen Chatbot auf dieser Sprachgrundlage

Martin Moder: und dem sage ich jetzt nur, was ich gern von ihm hätte.

Martin Moder: Dem sage ich jetzt, was er ausspucken soll, ob er immer gemein sein soll,

Martin Moder: ob er lustig sein soll, ob er gewisse Informationen so wiedergeben soll,

Martin Moder: wie ich das möchte. Und das kann man alles machen und so kann sich jeder seinen

Martin Moder: eigenen Chatbot zusammenbasteln. Das geht sehr schnell.

Martin Moder: Dann kann man noch eine App dazu entwickeln, dann schaut es auch professionell

Martin Moder: aus und auf einmal habe ich ein Martin-Moder-Chatbot.

Martin Moder: Der so antwortet, als wäre der Martin Moda zum Beispiel.

Martin Puntigam: Aber man braucht im Hintergrund schon die ganze Infrastruktur der Industrie,

Martin Puntigam: also diese Energie- und Geldverschwendung und den Datendiebstahl,

Martin Puntigam: um die Modelle zu trainieren.

Martin Puntigam: Das hat man schon, aber dann kann man es individualisieren.

Martin Moder: Genau, das ist alles schon eingepackt ins Modell von OpenAI.

Martin Moder: Und dann kann ich ihm aber sagen, du antwortest jetzt so, wie ich das gerne

Martin Moder: haben möchte. Und du bist jetzt mein Chatbot.

Martin Moder: Und das nutzen Leute natürlich auch. und das nutzen sie auch in Bereichen,

Martin Moder: wo es einem vielleicht lieber wäre, wenn sie das nicht täten.

Martin Moder: Schwurbler zum Beispiel, ich habe ihn ja schon erwähnt.

Martin Puntigam: Ist das mittlerweile eigentlich ein Fachausdruck? Schwurbler, ist das eingegrenzt?

Martin Puntigam: Weil ich habe einmal eine Veranstaltung, das Goldene Brett, moderiert und da

Martin Puntigam: sind ein ganzer Haufen Leute,

Martin Puntigam: die einigermaßen neben der Spur gestanden sind im Publikum gewesen und haben

Martin Puntigam: die Menschen, die Fakten vorgetragen haben, als Schwurbler denunziert,

Martin Puntigam: weil sie selber nicht als Schwurbler denunziert werden wollten.

Martin Moder: Ja, ich glaube, es gibt keine objektive Definition von außen,

Martin Moder: die festlegt, was die Kriterien für einen Schwurbler sind.

Martin Moder: So wie Leute ja auch quasi das, was wir beide als Qualitätsmedien bezeichnen

Martin Moder: würden, als Lügenpresse bezeichnen.

Martin Puntigam: Naja, es ist ja nicht ganz falsch, weil, sagen wir, wenn man die Geschichte

Martin Puntigam: der Kronenzeitung seit ihrer Neugründung nimmt, also da findet man schon einen

Martin Puntigam: erklecklichen Anteil an Meldungen, die so zumindest nicht stimmen.

Martin Moder: Wobei ich ja jetzt die Kronenzeitung nicht in dieses Paket von Qualitätsmedien gesteckt hätte.

Martin Puntigam: Ja, aber die Redaktion dort war jederzeit der Meinung, sie gehörten dort hinein.

Martin Moder: Also ich würde auch nicht davon ausgehen, dass Leute, dass Schwurbler aus meiner

Martin Moder: Sicht sich selber als Schwurbler bezeichnen würden.

Martin Moder: Aber es ist auch ein Begriff, den ich normalerweise versuche zu vermeiden,

Martin Moder: zumindest in Bezug auf Leute, die sich halt irgendwas einreden haben lassen,

Martin Moder: die jetzt irgendwas glauben, was objektiv einfach ein Blödsinn ist in Bezug auf Impfungen oder so.

Martin Moder: Da ist ja immer die Gefahr, dass wenn man mit so Begriffen um sich wirft,

Martin Moder: dass die Leute sich dann so gekränkt fühlen, dass dann erst recht die Position verhärten.

Martin Moder: Aber wenn es um Leute geht, die wirklich so aktiv daran arbeiten,

Martin Moder: die schwachsinnigste Information möglichst weit zu verbreiten,

Martin Moder: da ist der Begriff, glaube ich, angemessen, weil da gibt es auch nichts mehr

Martin Moder: zu gewinnen, dass man sagt, vielleicht kommen die irgendwann noch zu einer Einsicht.

Martin Puntigam: Damit hast du ja umfangreiche Erfahrungen gemacht. Mit einem Dr.

Martin Puntigam: Spitzbart hast du die öffentlich duelliert, aber du brauchst es nicht einmal

Martin Puntigam: ein organisches Gegenüber,

Martin Puntigam: das gezeugt, dann im Rahmen einer Schwangerschaft wachsen gelassen worden ist,

Martin Puntigam: auf die Welt gebracht worden ist, auf Kosten der Allgemeinheit ausgebildet worden

Martin Puntigam: ist und dann Unsinn verzapft, sondern mittlerweile geht es auch digital.

Martin Moder: Ja, also mittlerweile sind auch so Schwurbler draufgekommen,

Martin Moder: dass sich jeder ein Chatbot bauen kann.

Martin Moder: Und das wird mittlerweile auch genutzt. Und ich bin draufgekommen,

Martin Moder: da gibt es einen Chatbot, der von Impfgegnern, Verschwörungstheoretikern etc.

Martin Moder: Aufgesetzt wurde. Der heißt Mexica und der bezeichnet sich als die wissenschaftlich

Martin Moder: kritischste KI der Welt.

Martin Moder: Da haben sie natürlich sofort meine Aufmerksamkeit gehabt. Bezeichnen sie sich

Martin Moder: auch als weltweit führend bei Gesundheitsthemen.

Martin Moder: Ich frage mich, also das sind ja alles keine geschützten Begriffe.

Martin Moder: Jeder, glaube ich, darf sagen weltweit führend bei allem, weil wenn man sie

Martin Moder: anschaut, deren Instagram-Account, Twitter oder X-Account, deren Telegram-Kanal,

Martin Moder: das hat ein paar hundert Follower in der Regel.

Martin Moder: Also so weniger als jetzt Leute, die mit ihren Freunden vernetzt sind und noch

Martin Moder: ein paar Bekanntschaften. Also weltweit führend würde ich nicht sagen, aber...

Martin Puntigam: Aber vielleicht sind sie auf TikTok oder auf Snapchat groß und du siehst es nur nicht.

Martin Moder: Das kann gut sein.

Martin Moder: Wobei ich ja nicht behaupten kann, nicht auf TikTok zu sein.

Martin Moder: Also das kann ich nicht mehr sagen.

Martin Moder: Aber da werden wir noch wildere Sachen eingespielt. Aber die sind gebaut von

Martin Moder: einer deutschen Plattform. Die nennen sich Mexica.

Martin Moder: Und die bieten natürlich sehr viele Coachings an, wo es Leuten erzählen, was tun sollen.

Martin Moder: Wo es aber auch behaupten, krankmachende Viren, das wird es gar nicht geben.

Martin Moder: Wo es sagen, DNA wäre eigentlich nicht der Bauplan des Lebens.

Martin Moder: Und dort erklären sie auch, wie man sie zum Beispiel verhalten soll,

Martin Moder: wenn man vor Gericht muss, weil man gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen hat.

Martin Moder: Das habe ich mir dort durchgelesen. Und die Auflösung ist, man soll einfach

Martin Moder: vor Gericht dann sagen, dass es das Virus gar nicht gibt oder dass es überhaupt

Martin Moder: keine krankmachenden Viren gibt und dann wird es schon passen.

Martin Moder: Die haben halt diesen Chatbot herausgebracht.

Martin Puntigam: Ganz kurz, die starten aber immer dort, wo Menschen, die gern irgendwelche Sachen behaupten, starten.

Martin Puntigam: Weil einen Chatbot und die ganze Entwicklung der sogenannten künstlichen Intelligenz,

Martin Puntigam: das gibt es ja eigentlich nur deshalb, weil mittlerweile zumindest einiges in der Quantenmechanik,

Martin Puntigam: ganz gut beschrieben und verstanden worden ist, dass man sowas überhaupt machen kann.

Martin Puntigam: Das ist im Rahmen der Naturgesetze möglich und nicht im Rahmen dessen,

Martin Puntigam: was die als ihr Weltbild verkaufen.

Martin Puntigam: Aber das nehmen Sie stillschweigend zur Kenntnis, dass all das, was Sie tatsächlich

Martin Puntigam: in einem Chatbot programmieren und verbreiten wollen, nur möglich ist,

Martin Puntigam: weil das, was Sie für inexistent und nicht richtig halten, richtig ist?

Martin Moder: Ja, das hast du gut zusammengefasst. Also das könnte man ja allen Verschwörungstheoretikern

Martin Moder: oder Wissenschaftsleugnern quasi unterstellen, dass aus deren Ecke noch nie

Martin Moder: etwas gekommen ist, das irgendeine Erkenntnis wirklich weitergebracht hätte.

Martin Moder: Also es ist einfach nur immer ein Leugnen von den Erkenntnissen,

Martin Moder: die wirklich sehr, sehr gut belegt sind.

Martin Moder: Und die auch wirklich was weitergebracht haben. Und dann nutzt man natürlich

Martin Moder: die Erkenntnisse, die man da hat, um zu behaupten, na stimmt eigentlich gar

Martin Moder: nicht, ist eigentlich ganz anders.

Martin Moder: Das kann es zwar nicht begründen, aber kann sich natürlich sehr schlau fühlen,

Martin Moder: wenn man sagt, ich habe jetzt all diese tatsächlich sehr schlauen Leute widerlegt mit einem Blogartikel.

Martin Moder: Und das ist aber auch das Problem, wenn ich jetzt einen Chatbot baue,

Martin Moder: der genau das gleiche verbreitet.

Martin Moder: Dann ist das tendenziell aber viel glaubwürdiger als ein Blogartikel.

Martin Moder: Gerade wenn es um medizinische Informationen geht, wenn ich da irgendeinen Blog

Martin Moder: lese und ich sehe da die Homepage und was das für Leute sind und was die von

Martin Moder: sich geben, dann ist das nicht sehr persönlich.

Martin Moder: Wenn ich jetzt aber einen Chatbot habe und der Chatbot, ich unterhalte mich

Martin Moder: mit dem, ich habe das Gefühl, der geht genau auf meine Punkte ein,

Martin Moder: auf meine Sorgen vielleicht, wenn etwas Medizinisches ist und meine Ängste,

Martin Moder: und gibt mir da persönlichen Rat, dann fühlt es sich auch viel eher an wie eine

Martin Moder: persönliche Beratung, also viel weniger anonym.

Martin Moder: Deswegen ist, glaube ich, ein Chatbot, der ein und denselben Schwachsinn verbreitet,

Martin Moder: deutlich gefährlicher als einfach eine Website, die sagt, so ist es und so ist es.

Martin Moder: Gerade in einer Zeit, wo man ja, muss man sagen, einen guten Teil von Recherche an Chatbots auslagern.

Martin Moder: Und manchmal reden sie an Blödsinn, aber häufig sind sie auch wirklich sehr gut darin.

Martin Moder: Ich glaube, ich nehme mir so Sprachmodelle schon oft ein bisschen als Autoritäten wahr.

Martin Moder: Also wenn ich da einen Chatbot habe und der kann sich gut artikulieren und der

Martin Moder: sucht mir Studien raus, die ich selber vielleicht nicht gefunden hätte,

Martin Moder: dann glaube ich wahrscheinlich eher, dass das richtig ist, als wenn das irgendeine

Martin Moder: zwielichtige Seite, von der ich nie gehört habe, macht noch dazu,

Martin Moder: wenn da eine App ist, wo draufsteht, die ist weltweit führend bei Gesundheitsthemen.

Martin Puntigam: Aber in Wirklichkeit klingt das, zumindest in diesem sogenannten Schwurblerbereich,

Martin Puntigam: ein bisschen so wie Alternativmedizin, aber billiger.

Martin Puntigam: Also insgesamt ist der Preis für die Gesellschaft und die Welt nicht gering,

Martin Puntigam: aber jetzt in der unmittelbaren Anwendung.

Martin Moder: Ja, es ist auf jeden Fall großer Einfluss mit wenig Aufwand, wenn man so möchte.

Martin Moder: Und das Problem ist halt, man kann sich das anschauen und ich finde es ja auch

Martin Moder: lustig, mich mit diesem Chatbot zu unterhalten.

Martin Moder: Also ich habe wochenlang nichts anderes gemacht, einfach weil die Antworten so absurd waren.

Martin Moder: Aber das Problem ist halt, wenn man das ernst nimmt und wirklich medizinischen

Martin Moder: Rat sucht, dann glaubt man gar nicht, in was für Probleme man da käme.

Martin Moder: Also ich habe das wirklich intensiv versucht auszutesten. Ich habe mir gedacht,

Martin Moder: nachdem ich von der Plattform schon weiß, dass sie sagen, krankmachende Viren

Martin Moder: würden gar nicht existieren, habe ich den Bot einfach mal mit einem Problem konfrontiert.

Martin Moder: Ich habe ihm gesagt, ich würde gerne mit jemandem schlafen, der HIV hat.

Martin Moder: Sollte ich ein Gummi verwenden, um mich nicht zu infizieren?

Martin Puntigam: Also ein Präservativ, ein Kondom.

Martin Moder: Genau.

Martin Moder: Einen Ola.

Martin Puntigam: Ich glaube, das besteht nur außerhalb von Österreich genauso schlecht wie Gummi.

Martin Puntigam: Da ist Gummi, glaube ich, noch besser.

Martin Moder: Ja, so ein Hutterl. Soll man einen Hut aufsetzen. Und der Chatbot,

Martin Moder: zuerst war seine Antwort gar nicht mal so schlecht.

Martin Moder: Also schon auch ein bisschen absurd. Der Chatbot hat gesagt,

Martin Moder: ja, ich soll mindestens ein Kondom verwenden.

Martin Moder: Hat nicht spezifiziert, ob hinteren anderen und ob er davon einfach ausgeht,

Martin Moder: dass es ein längerer Abend geplant ist, oder?

Martin Puntigam: Ach so, dass man wechseln kann zwischendurch, wenn einmal gewisse Verunreinigungen

Martin Puntigam: oder Strabatsspuren zu sehen sind. Dann kann man mehrere verwenden und nicht mehrere übereinander.

Martin Moder: Ja, aber das hat er eben nicht explizit gemacht. Also vielleicht hätte ich nachfragen

Martin Moder: sollen. Das hätte mich doch sehr interessiert.

Martin Puntigam: Also das ist eigentlich die erste Frage, die sich stellt. Warum mindestens?

Martin Moder: Wie viele genau?

Martin Puntigam: Oder eins über den Kopf und mit der Nase aufblasen und eins widmungsgemäß.

Martin Puntigam: Oder was immer man widmungsgemäß findet.

Martin Moder: Ich sage, es ist ein unterhaltsamer Chatbot, wenn man ihn nicht ernst nimmt.

Martin Moder: Aber sonst hat er Dinge gesagt, die Stimmen. Er hat gesagt, wenn die Person

Martin Moder: in Behandlung ist und er ein sehr niedriger Virenlast hat, dann ist das Ansteckungsrisiko

Martin Moder: eigentlich sehr gering bis nicht gegeben.

Martin Moder: Er hat sogar eine Studie verlinkt, die das tatsächlich zeigt.

Martin Moder: Und damit hat er vollkommen recht.

Martin Moder: Aber ich habe mir gedacht, das ist ja stark im Widerspruch zu dem,

Martin Moder: was diese Plattform normalerweise von sich gibt. Deswegen habe ich dann sehr

Martin Moder: skeptisch nachgefragt.

Martin Moder: Ich habe gesagt, existiert HIV? Gibt es überhaupt HIV?

Martin Moder: Und da war dann die Antwort, nein. Da hat er ausgeführt an HIV als kein experimentell

Martin Moder: nachgewiesenes, eigenständiges, krankmachendes, Anführungszeichen,

Martin Moder: Virus, sondern ein künstliches Konstrukt aus Tests, Computergenomen und Deutungen.

Martin Moder: Also genau das, was man in der Corona-Pandemie vor irgendwelchen Anti-Corona-Demos

Martin Moder: auch immer wieder gehört hat.

Martin Moder: Das ist ja alles nur konstruiert. In Wirklichkeit gibt es das ja gar nicht.

Martin Moder: Und das wurde hier halt auch so dargestellt.

Martin Puntigam: Das heißt, das ist auch Basiswissen in dem Teil der Gesellschaft,

Martin Puntigam: dass es nur Corona nicht gibt und HIV nicht gibt, sondern dass es Viren überhaupt nicht gibt?

Martin Moder: Genau, das ist eben in deren Weltbild eine der Grundannahmen.

Martin Moder: Wir können gerne auch nachher noch darauf eingehen, wie die auf sowas kommen.

Martin Moder: Ich wollte dann auch noch ganz genau wissen, wenn ihr jetzt wirklich sagt,

Martin Moder: das ist meine Situation, was soll ich tun? Ich habe dann noch extra nachgefragt,

Martin Moder: ob jemand HIV-positiv ist, sollte die Entscheidung, ein Kondom zu verwenden,

Martin Moder: also nicht beeinflussen.

Martin Moder: Und da hat er ganz offen gesagt, nein, ob jemand als HIV-positiv getestet wurde,

Martin Moder: ist kein wissenschaftlich belastbarer Grund, speziell wegen eines angeblichen

Martin Moder: HIV-Ansteckungsrisikos, ein Kondom zu benutzen. Also so klar gibt er die Antworten.

Martin Moder: Es ist nicht vage, dass er sagen würde, naja, vorsichtshalber,

Martin Moder: wenn du dich wohler fühlst oder irgendetwas. Na, na, der sagt, na.

Martin Moder: Kein Kondom, wird schon passen.

Martin Puntigam: Das heißt, in Wirklichkeit ist das der Ratschlag, nicht angurten und mit 120

Martin Puntigam: gegen die Betonmauer fahren, weil die Betonmauer gibt es gar nicht.

Martin Moder: Genau, genau. Und ich frage mich, also da kenne ich mich nicht aus,

Martin Moder: aber ich frage mich, wie das rechtlich wäre,

Martin Moder: wenn ich das tatsächlich täte und mich mit HIV infiziere, ob da dann irgendeine

Martin Moder: Form von Haftung einforderbar wäre.

Martin Puntigam: Wobei man ja mittlerweile sagen muss, die Analogie zur Betonmauer ist ja nicht mehr ganz richtig,

Martin Puntigam: weil man kann ja mittlerweile HIV erkrankt sein und das kann ja so minimal sein,

Martin Puntigam: dass es natürlich mit 120 gegen die Betonmauer ist immer gefährlich und ansonsten

Martin Puntigam: kann es ja tatsächlich unter gewissen Umständen nicht mehr so gefährlich oder

Martin Puntigam: fast ungefährlich sein, oder?

Martin Moder: Ja, also ich würde es jetzt nicht als ungefährlich bezeichnen,

Martin Moder: aber die Lebenserwartung von jemandem, der sich mit HIV infiziert und entsprechende

Martin Moder: Therapien macht, man muss den immer wechseln, weil das Virus so mutiert,

Martin Moder: ist eigentlich mittlerweile auf dem Niveau von jemandem, der nicht HIV hat.

Martin Moder: Aber es ist natürlich nach wie vor ein gewaltiger Einschnitt ins Leben.

Martin Moder: Und das ist ja das, was mich so aufregt. Also wenn ich jemand wäre,

Martin Moder: der HIV hätte und ich lese sowas, dann würde mir das noch viel wütender machen,

Martin Moder: weil es im Endeffekt eine Anleitung ist, wie man sich am besten mit HIV infiziert.

Martin Moder: Und wollen tut es keiner.

Martin Puntigam: Das heißt, da wird einem einfach mitgeteilt, das, was du hast und was dein Leben

Martin Puntigam: maßgeblich verändert hat und beeinflusst, das gibt es überhaupt nicht.

Martin Puntigam: Lass andere daran teilhaben.

Martin Moder: Ja, genau. Ich habe ihm gesagt,

Martin Moder: angenommen, ich wäre HIV-positiv getestet und ich möchte mit jemand anderem

Martin Moder: schlafen, der nichts davon weiß und ich würde es gerne ohne Gummi oder Präservativ

Martin Moder: machen, sollte ich es der Person vollständigkeitshalber vorher sagen.

Martin Moder: Und da war die Antwort so vage. Also es war so, ja, du kannst der Vollständigkeit

Martin Moder: halber einfach damit voller Konsens ist, aber wirklich notwendig ist nicht,

Martin Moder: weil impliziert, weil du hast ja eh nichts.

Martin Puntigam: Also in Wirklichkeit, wenn du sonst nichts zu reden weißt, kannst du das auch sagen.

Martin Moder: Genau, das ist so ein Smalltalk-Thema, bevor es dann losgeht.

Martin Moder: Und ich finde ganz interessant, diese Behauptung, dass es keine Viren gibt oder

Martin Moder: zumindest keine krankmachenden Viren gibt.

Martin Puntigam: Ganz, ganz kurz noch, bevor wir zur Behauptung kommen, warum die Leute eigentlich

Martin Puntigam: so fest der Meinung sind, es gäbe keine Viren.

Martin Puntigam: Hast du vorher kurz erwähnt, die Gewährleistung oder die Haftung,

Martin Puntigam: weil das ist ja ein Rat mit Konsequenzen.

Martin Puntigam: Also in der echten Welt ist das, glaube ich, sogar im Strafgesetz verankert, oder?

Martin Moder: Ja, wobei ich nicht weiß, wie die Situation juristisch ist, wenn die Person,

Martin Moder: die diesen Rat gibt, kein Arzt, keine Ärztin ist.

Martin Moder: Also ich weiß nicht, wenn ich dir jetzt sage, es gibt kein HIV und mach,

Martin Moder: was du willst, top dich aus, ob ich dann strafbar bin. Weil es wäre was anderes,

Martin Moder: wenn ich ein Arzt bin, der das in der Praxis zu einem Patienten sagt.

Martin Moder: Dann wäre es futsch, die Lizenz zu behandeln. Bei einem Sprachmodell,

Martin Moder: da klingt es zwar so, als würde man sich mit einem medizinischen Experten,

Martin Moder: Expertin unterhalten, aber ich weiß nicht, ob das jetzt zum Beispiel anders geregelt wäre,

Martin Moder: als wenn diese Typen einfach auf ihrer Homepage einen Blogartikel schreiben,

Martin Moder: wo sie all das behaupten.

Martin Moder: Weil im Endeffekt gibt ja dieser Bot einfach nur das wieder,

Martin Moder: was sie auf ihrer Homepage auch sagen.

Martin Moder: Also das würde mich interessieren, da ladet es gerne mal einen Juristen ein oder eine Juristin.

Martin Moder: Und fragt sie mal, ob es da einen Unterschied gibt, weil es fühlt sich einfach

Martin Moder: sehr viel anders an, wenn dir eine App, die als Gesundheitsexperte dargestellt

Martin Moder: wird, dir diesen Rat gibt, im Vergleich zu, wenn du es irgendwo im Internet

Martin Moder: liest. Aber es ist natürlich genau das Gleiche im Endeffekt.

Martin Puntigam: Weil auf einer Website, da gibt es ja sehr wohl Gewährleistungsrichtlinien,

Martin Puntigam: also da kannst du schon zur Verantwortung gezogen werden.

Martin Puntigam: Es müsste dasselbe sein, wenn ein Bot aus der Website einfach ein Chatbot macht

Martin Puntigam: und das spricht, oder haben die noch immer diesen Ausweg, den ja Rechtsradikale

Martin Puntigam: gern wählen, wenn sie was Arges sagen, und dann geht es doch nicht aus,

Martin Puntigam: dass sie sagen, wir sind nur Satire.

Martin Moder: Ja, genau. Ich glaube, in den meisten Bereichen ist es so, dass das Sprachmodell

Martin Moder: jetzt nicht den Status einer Juristik, juristischen Person haben.

Martin Moder: Und es ist ja auch schon bei den, ich sage mal, normalen Sprachmodellen wie

Martin Moder: JGPT so eine Situation, dass man nicht wirklich weiß, wie es jetzt um die Haftung

Martin Moder: steht, wenn da schlechte Tipps gegeben werden.

Martin Moder: Also bei OpenAI, also die von JGPT, die Herausgeber, die haben ja mehrere Klagen

Martin Moder: laufen von Familien, die behaupten, ihr Sprachmodell hätte ihre Kinder quasi

Martin Moder: in den Suizid getrieben.

Martin Moder: Also die haben über Probleme geredet und sind dann zum Schluss gekommen,

Martin Moder: okay, das zahlt sie nicht aus.

Martin Moder: Also wo der Chatbot dann zum Beispiel gesagt hat, ja, dein verstorbener Hund,

Martin Moder: der wartet auf dich im Himmel und solche Dinge, was natürlich die Entscheidung fördern kann.

Martin Moder: Und da ist jetzt noch nicht klar, wie das rechtlich aussieht.

Martin Puntigam: Mhm.

Martin Puntigam: Und wahrscheinlich auch ungünstig von der Staatssituation her,

Martin Puntigam: weil so viel Geld da auch verbrannt wird.

Martin Puntigam: Es ist ja noch immer viel Geld da für Rechtsbeistand, der wenig Skrupel kennt.

Martin Puntigam: Das heißt, die großen Firmen werden sich da versuchen rauszuwinden,

Martin Puntigam: bevor sie die Verantwortung übernehmen für das, was sie da anrichten.

Martin Moder: Genau, also diese paar Leute abzubezahlen, das wäre sicher kein Thema,

Martin Moder: aber wenn dann quasi die Präzedenzfälle da sind, wo man sagt,

Martin Moder: wenn JGPD schlechten Rat gibt und das macht sehr oft und Leute gesundheitlich

Martin Moder: schlechte Entscheidungen treffen, wenn sie da Haftung hätten,

Martin Moder: dann wird es vielleicht schon das ganze Geschäftsmodell ein bisschen problematischer noch gestalten.

Martin Moder: Also ich weiß nicht, zu welcher Lösung man da kommt, aber ich vermute nicht,

Martin Moder: dass das jetzt das Ende der Sprachmodelle ist, weil niemand für die schlechten Tipps haften wird.

Martin Moder: Also wert versuchen, das zu verfolgen, soweit mir das als Biologe möglich ist.

Martin Puntigam: Gut, kommen wir jetzt zur Virenleugnerei, was ja wirklich absurd ist.

Martin Puntigam: Also Jahrtausende sind Menschen an Virenerkrankungen erkrankt und gestorben.

Martin Puntigam: Dann hat man schon eine ganz gute Idee gehabt, dass es sowas wie Viren geben könnte.

Martin Puntigam: Also Ideen gibt es schon seit der Antike, dann hat sich das ein bisschen verdichtet im 19.

Martin Puntigam: Jahrhundert und irgendwann einmal hat man sie dann nachweisen können und seither

Martin Puntigam: kann man sie auch bekämpfen und zwar sehr erfolgreich.

Martin Puntigam: Und die Menschen, die es ja zum Teil wahrscheinlich nur deshalb gibt,

Martin Puntigam: weil man eben in der Bekämpfung von Viruserkrankungen so erfolgreich ist und

Martin Puntigam: deren Vorfahren genau deshalb nicht daran gestorben sind,

Martin Puntigam: die leugnen heute diese Existenz wieder. Aber wie kommen die drauf?

Martin Moder: Also zum einen haben sie natürlich oft finanzielle Interessen,

Martin Moder: weil in dem Moment, wo ich sage, es gibt keine Viren, muss ich irgendeine Alternativerklärung

Martin Moder: parat haben und die Alternativerklärung ist dann oft, ja ja,

Martin Moder: das ist deine Ernährung, das ist deine Psyche und so weiter und dann kann ich da wie...

Martin Moder: Mexica das auch macht, einen Link zu einem Beratungsgespräch schicken und da

Martin Moder: kannst du dann deine Beratungen ausmachen und da sagst du, dass alles wieder los wird.

Martin Moder: Aber die Begründung, die sie geben, warum es keine Viren gibt,

Martin Moder: die ist ganz interessant, weil da wird meistens ist die Grundbehauptung,

Martin Moder: dass Viren, die krank machen,

Martin Moder: also entweder ist die Behauptung, dass Viren nie sauber isoliert worden sind

Martin Moder: oder dass nie sauber gezeigt wurde, dass isolierte Viren jemanden krank machen können.

Martin Puntigam: Aber wie können Menschen, die sowas nicht einmal im Spaß handwerklich hinkriegen

Martin Puntigam: würden, behaupten, es sei nie sauber isoliert worden?

Martin Moder: Ah, die verwenden da einen Trick, nämlich indem sie einen komplizierten Begriff

Martin Moder: einwerfen und hoffen, dass da niemand so genau nachfragt.

Martin Moder: Und zwar sagen sie, das Virus wurde nie entsprechend den Kochpostulaten isoliert.

Martin Moder: Also sie erfüllen nicht die Kochpostulate. Und das ist quasi eine Herangehensweise,

Martin Moder: mit der man nachweist, dass ein bestimmter Erreger die Ursache für eine Erkrankung ist.

Martin Puntigam: Aber Koch-Postulate sind es nicht, diese berühmt-berüchtigten Koch- oder Koch-Brüder aus den USA,

Martin Puntigam: die Thinktanks unterstützen und mit Vorliebe Rechtsradikale mit Geld füttern

Martin Puntigam: und versuchen, wenig Steuern zu zahlen und die Gesetzgebung in ihre Richtung zu beeinflussen.

Martin Puntigam: Und die Allgemeinheit soll noch dankbar dafür sein, sondern Koch-Postulate ist

Martin Puntigam: wahrscheinlich was anderes.

Martin Moder: Ja, deutlich älter. Der Koch ist geboren im 18. Jahrhundert.

Martin Moder: Er wird jetzt nicht mehr viel Steuer hinterziehen.

Martin Puntigam: Also dem haben die Viren damals zugerufen, den Kindergartenreim,

Martin Puntigam: fang mich doch, alter Koch.

Martin Moder: Das kannst du annehmen.

Martin Moder: Und man muss sagen, die liegen damit ja nicht falsch. Also diese Koch-Postulate

Martin Moder: gibt es und die haben auch einen großen Sinn gehabt, damals als sie aufgestellt wurden.

Martin Moder: Das ist halt schon eine Weile her. Also müssen wir zurückgehen, so im 19.

Martin Moder: Jahrhundert, da gab es diesen Robert Koch, nachdem auch das Koch-Institut benannt ist.

Martin Moder: Der war Arzt und Mikrobiologe und der war tatsächlich der Erste,

Martin Moder: dem es gelungen ist, die Rolle von Krankheitserregern beim Entstehen einer Erkrankung

Martin Moder: lückenlos zu beschreiben.

Martin Moder: Das war damals ein großes Ding, weil da waren die Keimtheorie,

Martin Moder: die war dann noch ganz neu.

Martin Moder: Das war zu der Zeit wirklich noch eine kontroverse Idee.

Martin Moder: Dass es irgendwelche Bakterien oder so kleine Viecher geben könnte,

Martin Moder: die Krankheiten verursachen.

Martin Moder: Und der Koch hat sich gedacht, okay, ich brauche quasi ein Vorgehen,

Martin Moder: wie ich zeigen kann, dass eins von diesen kleinen Viechern tatsächlich für eine

Martin Moder: Krankheit verantwortlich ist.

Martin Moder: Und dazu hat er ursprünglich drei Arbeitsschritte entworfen,

Martin Moder: um das quasi zu belegen, diesen Zusammenhang.

Martin Moder: Und später haben andere Forschende da noch einen vierten Drang gehängt.

Martin Moder: Und das sind eben diese vier Kochpostulate, die nach wie vor gerne,

Martin Moder: aber vor allem als historische Referenz verwendet werden.

Martin Moder: Also Postulat, das heißt, glaube ich, so viel wie Forderung oder Gebot.

Martin Moder: Und das ist halt die Daumenregel, die man anwenden kann, um einen Erreger einer

Martin Moder: Erkrankung zuzuordnen. Muss man sagen, das ist halt in den 1890er,

Martin Moder: 1890 glaube ich, hat er das präsentiert damals in Berlin.

Martin Moder: Also das ist über 130 Jahre her, was man damals überhaupt noch nicht gekannt

Martin Moder: hat, obwohl das damals schon wirklich sehr fortschrittlich und revolutionär war, sind Viren.

Martin Moder: Ja, Viren hat man erst viel später entdeckt und ordentlich beschreiben können

Martin Moder: im Vergleich zu Bakterien.

Martin Moder: Das heißt, man muss sich auch nicht wundern, wenn Viren überhaupt nicht in dieses

Martin Moder: Kochpostulatschema hineinpassen.

Martin Puntigam: Weil es war nur so ein ungefährer Versuch, Rahmenbedingungen für neu entdeckte

Martin Puntigam: Krankheitserreger zu formulieren?

Martin Moder: Genau, aber zu einer Zeit, als man Viren noch nicht kannte.

Martin Moder: Wir können es ja kurz gut durchgehen, die Postulater, weil sie sind eh eigentlich

Martin Moder: sehr intuitiv, das ist gar nicht kompliziert.

Martin Moder: Aber ich glaube, wenn man das so hinschreibt, die wurden nie entsprechend der

Martin Moder: Koch-Postulate isoliert und nachgewiesen, dann können Leute googeln,

Martin Moder: was sind die Koch-Postulate, aber die meisten ist das zu mühsam und die nehmen das einfach so hin.

Martin Puntigam: Es ist ja absurd, weil Koch war ja Wissenschaftler und dass jetzt Leute die

Martin Puntigam: wissenschaftlichen Erkenntnisse ablehnen auf jemanden aus der Wissenschaft berufen,

Martin Puntigam: nur weil er schon geraume Zeit tot ist, das ist ja vollkommen absurd.

Martin Moder: Ja, vor allem wenn man sich ein bisschen genauer einlässt, sieht man,

Martin Moder: dass der Robert Koch die Koch-Postulate selber nicht so ernst genommen hat,

Martin Moder: wie die Impfgegner das machen.

Martin Puntigam: Das heißt, das ist nur ein Kochbuch, das er verkaufen wollte,

Martin Puntigam: aber er selber hat freihändig gekocht.

Martin Moder: Genau. Also das erste Postulat, das ist eigentlich sehr simpel.

Martin Moder: Das besagt einfach, dass der mutmaßliche Krankheitserreger, der muss sich im

Martin Moder: kranken Lebewesen nachweisen lassen, im gesunden aber nicht.

Martin Moder: Das klingt schlüssig, aber das hat das selber, der Robert Koch,

Martin Moder: dann eigentlich wieder weitgehend verworfen, weil sich halt dann herausgestellt

Martin Moder: hat, dass es auch Leute gibt, die Erreger in sich tragen, ohne krank zu sein.

Martin Moder: Also Cholera, Typhus zum Beispiel kann man in sich tragen, ohne irgendwelche

Martin Moder: Symptome zu haben. Und beim Coronavirus haben wir es ja auch gesehen.

Martin Moder: Da gibt es ja auch viele asymptomatische.

Martin Moder: Das bedeutet, es kann sein, dass ich das in einem Kranken nachweis,

Martin Moder: aber vielleicht auch mal in einem Gesunden.

Martin Moder: Und das hat man damals schon erkannt. Auch der Robert Koch hat das erkannt und

Martin Moder: hat selber gesagt, na gut, nehmt das so als groben Maßstab.

Martin Moder: Es müssen nicht immer alle Postulate erfüllt sein, aber das ist ein guter erster Anfangspunkt.

Martin Puntigam: Ja, ich glaube, das war ja selber, was Selbstversuche betrifft,

Martin Puntigam: ein ziemlich wagemutiger Mensch.

Martin Puntigam: Das heißt, er hat ja immer wieder Krankheitserreger in sich drinnen gehabt,

Martin Puntigam: ohne daran zu erkranken, weil er ausprobieren wollte, ob die Heilung funktioniert

Martin Puntigam: oder ob er zwangsläufig daran sterben muss, oder?

Martin Moder: Ja, ich meine, wie man so schön sagt, es waren halt andere Zeiten.

Martin Moder: Der Robert Koch, das war jetzt nicht die am wenigsten kontroverse Figur,

Martin Moder: weil er hat nicht nur an sich Selbstversuche durchgeführt, sondern halt schon

Martin Moder: auch an anderen Leuten, denen er nicht wirklich Bescheid gesagt hat.

Martin Puntigam: Also so ein bisschen wie der Chatbot.

Martin Moder: Ja, genau.

Martin Moder: Aber dann gibt es noch das zweite Postulat, auch sehr schlüssig.

Martin Moder: Das heißt, man muss den Erreger aus dem kranken Lebewesen herausholen können

Martin Moder: und in Reinkultur züchten.

Martin Moder: Das trifft auf viele Erreger zu. Aber heute wissen wir, und das hat sie damals,

Martin Moder: glaube ich, auch schon ein bisschen abgezeichnet, dass es gibt viele Bakterien,

Martin Moder: die lassen sich nicht in Reinkultur züchten.

Martin Moder: Wir reden ja in einer Nummer im neuen Programm darüber, dass man lang geglaubt hat, Urin wäre steril.

Martin Moder: Aber das hat nur so ausgeschaut, weil die Keime, die man im Urin hat,

Martin Moder: die wachsen einfach nicht in einer Petrischale ordentlich heran.

Martin Moder: Also es gibt viele Bakterien, die lassen sich nicht in Reinkultur züchten auf

Martin Moder: einem normalen Nährmedium.

Martin Moder: Aber gerade bei Viren weiß man, dass die nie in Reinkultur zu züchten sind.

Martin Moder: Also Viren können sich ja nur vermehren, wenn sie in einem Wirts sind oder in einer Wirtszelle.

Martin Moder: Das bedeutet, das zweite Postulat können Viren per Definition nicht erfüllen.

Martin Moder: Viele Bakterien schon.

Martin Moder: Wahrscheinlich viele Molekularbiologen, Biologinnen haben da Erfahrung gemacht.

Martin Moder: Ich erinnere mich, wir haben da mal gelernt, wie man in Rheinkultur Bakterien selektiert.

Martin Moder: Und ich habe mir gedacht, ich

Martin Moder: weiß, jeder Mensch trägt Streptokokken in sich, auch wenn er gesund ist.

Martin Puntigam: Was macht das genau noch einmal für die, die das nicht auf der Pfanne haben?

Martin Moder: Sie sind Teil, also wenn sie unter kontrollierten Bedingungen innerhalb zum

Martin Moder: Beispiel des Rachenraums wachsen und halt klein gehalten werden von dem Rest

Martin Moder: des Mikrobioms, das man dort trägt,

Martin Moder: dann machen es eigentlich nicht wirklich was.

Martin Moder: Aber wenn es dazu ein Ungleichgewicht kommt oder das Immunsystem geschwächt

Martin Moder: wird oder man zu große Mengen davon einfach abbekommt, weil jemand krank ist

Martin Moder: und einen dann über Tröpfchen infiziert, aber auch Schmierinfektion ist möglich,

Martin Moder: wenn man dann was angreift, Finger im Mund nimmt und so weiter,

Martin Moder: dann kann man Halsschmerzen bekommen zum Beispiel, ja.

Martin Moder: Und da habe ich dann meine Selektionsmedien so gewählt, dass ich halt die paar

Martin Moder: Schreptokokken, die ich in meinem Rachen hatte, wirklich eine große Platte Zellkultur

Martin Moder: voll wachsen habe lassen können.

Martin Moder: Und dann ein paar Tage später war die gesamte Laborbench, auf der ich gearbeitet habe, krank.

Martin Moder: Also bei manchen Keimen geht das sehr gut, aber es gibt auch welche,

Martin Moder: wo man das nicht so geschickt machen kann, wie ich das damals veranstaltet habe.

Martin Puntigam: Also da kann man sich sehr beliebt machen bei den Kollegen, Kolleginnen im Labor.

Martin Moder: Ja, ich habe es ihnen allerdings nie gesagt, was ich da herangezüchtet habe.

Martin Moder: Das war interessant, alle hatten dann so, wie sagt man?

Martin Puntigam: Halskratzen?

Martin Moder: Ja, nicht Halskratzen, so wirklich, ich glaube nicht, dass Entzünden sind im

Martin Moder: Rachen, aber alle hatten massive Halsschmerzen und haben sich nicht sehr gut gefühlt.

Martin Moder: Also irgendwas dürfte da angriffen, haben nicht gescheit desinfiziert und dann

Martin Moder: über die Bench verteilt. Naja, kommt vor.

Martin Moder: Aber wie gesagt, Viren können das zweite Postulat, so wie es ursprünglich aufgestellt

Martin Moder: wurde, grundsätzlich nicht erfüllen.

Martin Puntigam: Es war aber keine Gemeinheit von Robert Koch, sondern weil man eben Viren geahnt,

Martin Puntigam: aber noch nicht entdeckt und beschrieben hat, hat das nicht besser wissen können.

Martin Moder: Ich weiß gar nicht, ob man damals Viren überhaupt schon geahnt hat.

Martin Puntigam: Und die Idee, dass es noch etwas Kleineres geben kann, ab dem Zeitpunkt,

Martin Puntigam: wo Bakterien nachweisbar waren, ich glaube, das hat sich relativ bald manifestiert,

Martin Puntigam: weil es ja noch irgendwas gegeben hat,

Martin Puntigam: was man nicht sehen hat können und offensichtlich trotzdem eine Wirkung verbreitet hat.

Martin Moder: Ja, ich meine, es gab auch viele Bakterien, die damals noch nicht wirklich erkennbar

Martin Moder: waren, weil sie sich halt nicht heranzüchten haben lassen.

Martin Puntigam: Das heißt, das hat alles Mögliche sein können zur Zeit, wie das Postulat formuliert worden ist.

Martin Moder: Genau, wie es formuliert worden ist, hat man erst angefangen,

Martin Moder: bestimmte Krankheitserreger bestimmten Krankheiten zuzuordnen.

Martin Moder: Und da war das tatsächlich sehr nützlich.

Martin Moder: Das war damals das Standardschema, an dem man versucht hat, sich zu orientieren.

Martin Moder: So, das dritte Postulat.

Martin Moder: Das ist, wenn ich den Erreger jetzt aus der Reinkultur heraushole und in ein

Martin Moder: gesundes Lebewesen einbringe, dann erkrankt auch dieses Lebewesen an dieser Erkrankung.

Martin Moder: In der Theorie wird es oft so sein. Das Problem ist natürlich,

Martin Moder: eigentlich habe ich da viele Probleme.

Martin Moder: Das eine Problem ist, ein Erreger, der in einem eine Erkrankung verursacht,

Martin Moder: muss es nicht zwangsläufig im nächsten machen.

Martin Moder: Wenn jemand krank ist, weil vielleicht sein Immunsystem gerade sehr schwach

Martin Moder: ist. und ich gebe den Erreger jemanden, der ein funktionales Immunsystem hat,

Martin Moder: dann muss er nicht zwangsläufig erkranken.

Martin Moder: Aber oft wird es schon, natürlich, in den meisten Fällen wird es funktionieren.

Martin Moder: Aber das andere Problem ist natürlich,

Martin Moder: wenn ich jetzt die Kochpostulate da abarbeiten möchte und ich habe das jetzt

Martin Moder: in Reinkultur, ja such mal einen Gesunden, der sagt, ich habe da irgendeinen

Martin Moder: neuen Keim, darf ich den in dich reingeben.

Martin Puntigam: Also das, was du im Labor gemacht hast, das kommt in der Praxis eher selten vor.

Martin Moder: Naja, wenn man nicht fragt, wie es ja der Robert Koch damals auch gern praktiziert

Martin Moder: hat, dann geht das natürlich schon.

Martin Moder: Aber heutzutage mit den ganzen Ethikkommissionen ist das ja alles nicht mehr so einfach.

Martin Moder: Deswegen, was man da macht, ist stattdessen meistens natürlich,

Martin Moder: dass man es in irgendein Tier überführt.

Martin Moder: Meistens eine Maus. Und das Problem ist natürlich, bei einem Keim,

Martin Moder: der im Mensch bestimmte Symptome verursacht, selbst wenn sich das Tier damit

Martin Moder: infizieren lässt, hat es oft sehr andere Symptome.

Martin Moder: Das heißt, da ist es sehr schwer wirklich zuzuordnen, hat jetzt die Maus dasselbe,

Martin Moder: was dieser Mensch gehabt hat.

Martin Moder: Ja, man kann natürlich solche Studien bei Menschen machen. Hier und da macht man es auch.

Martin Moder: Also beim Coronavirus, wir haben eh mal in einem Podcast darüber geredet,

Martin Moder: da hat man ja zum Teil so Challenge-Studien gemacht.

Martin Puntigam: Dieses Gain of Function?

Martin Moder: Nein, der Gain-of-Function ist, wenn man den Keim selbst verändert,

Martin Moder: dass er neue Eigenschaften bekommt.

Martin Moder: Challenge-Studien waren, wenn ich wirklich gesunde Menschen hernehme und die

Martin Moder: bewusst mit dem Virus infiziere, um bestimmte Erkenntnisse zu gewinnen.

Martin Moder: Das kann man natürlich nicht zu Beginn einer Pandemie machen,

Martin Moder: wo man noch nicht weiß, wie tödlich ist das, wer ist am meisten gefährdet.

Martin Moder: Aber wenn man dann viel Erfahrung hat und weiß, okay, ich nehme da jetzt 20

Martin Moder: Leute zwischen 20 und 30 Jahren und ich infiziere die, kann ich davon ausgehen,

Martin Moder: niemand wird daran sterben.

Martin Moder: Kann natürlich trotzdem Risiken nicht ausschließen. Non-Covid könnte natürlich

Martin Moder: jemand entwickeln in dem Alter.

Martin Moder: Aber ich kann dann ein paar Sachen besser untersuchen. Wenn ich zum Beispiel wissen will,

Martin Moder: wie lange dauert es, bis Viren im Rachen sind, ab wirklich dem Moment,

Martin Moder: wo das Virus die Person berührt, das kann ich natürlich da viel präziser messen,

Martin Moder: als wenn ich mich da epidemiologisch aus irgendwelchen indirekten Testdaten

Martin Moder: aus der Gesellschaft durchhangeln möchte.

Martin Moder: Also man kann so Studien machen, aber in der Regel macht man es nicht,

Martin Moder: weil die wenigsten Leute melden sich zu einem Studiendesign an,

Martin Moder: wo man weiß, man wird dann ziemlich krank.

Martin Moder: Oft macht man einen Hybrid aus diesem Ansatz, dass man sagt,

Martin Moder: die Menschen wollen es nicht in sich drin haben, die Mäuse haben nichts mitzureden,

Martin Moder: aber die haben andere Symptome.

Martin Puntigam: Wollen vielleicht auch nicht, aber die Menschen verstehen sich so schlecht, wenn man nicht wollen.

Martin Moder: Die lachen so nur im Infraschallbereich kommunizierend. Also man macht dann

Martin Moder: oft so einen hybriden Ansatz, dass man sagt, man nimmt der Maus und man versucht

Martin Moder: es eher menschenähnlich zu machen, indem man beim Coronavirus zum Beispiel hat

Martin Moder: man den Rezeptor eingebracht,

Martin Moder: an den das Coronavirus beim Menschen bindet und hat dann die Mäuse damit infiziert.

Martin Moder: Und dann kann man das ein bisschen besser abschätzen, ob das jetzt der gleiche

Martin Moder: Erreger wäre, wenn das die Fragestellung ist.

Martin Moder: Aber im Endeffekt ist ein Schritt, der in der Praxis halt aus heutiger Sicht schwer umsetzbar ist.

Martin Moder: Also auch einer, wo niemand heute darauf bestehen würde, das muss erfüllt sein,

Martin Moder: damit wir sagen können, dieser Erreger ist für diese Erkrankung verantwortlich.

Martin Puntigam: Also es wäre so, wie wenn man zum Hausarzt, zur Hausärztin geht und der diagnostiziert

Martin Puntigam: eine Infektion, sagt, gültig ist aber erst, wenn jemand aus der Familie auch erkrankt.

Martin Moder: Genau, würde ja auch dann den Hausarzt wechseln in dem Fall. Und zum Chatbot gehen.

Martin Puntigam: Weil der ist ja viel freundlicher und unterwürfiger.

Martin Moder: Ja, da kannst gleich eine ganze Familie mit HIV infizieren.

Martin Moder: So, dann gibt es aber noch das vierte Postulat. Das hat nicht der Robert Koch selber aufgestellt.

Martin Moder: Das ist eher ein Kontrollschritt, auf den andere dann noch bestanden haben und

Martin Moder: den sie dazu gefügt haben.

Martin Moder: Das besagt, dass wenn ich den Erreger jetzt aus dem absichtlich krank gemachten

Martin Moder: Leberwesen wieder heraushol,

Martin Moder: dann muss es sich um den gleichen Erreger handeln, den ich zu Beginn isoliert

Martin Moder: habe, also in Reinkultur bekommen habe, damit ich wirklich sehe,

Martin Moder: okay, das Ding hat ihn jetzt wirklich krank gemacht, da ist jetzt nicht was anderes passiert.

Martin Moder: Und da kann man auch diskutieren. Also auch aus heutiger Sicht gibt es da Situationen,

Martin Moder: wo das nicht ganz erfüllt wäre.

Martin Moder: HIV wäre eh ein gutes Beispiel, weil das ist ein Erreger, der mutiert so schnell,

Martin Moder: dass wenn ich den nach einer längeren Infektionsphase wieder aus einer Person

Martin Moder: raushol, schaut seine Erbinformation schon wieder ganz anders aus,

Martin Moder: als wie ich ihn reingegeben habe.

Martin Moder: Also auch das etwas, das nicht von allen Erregern im gleichen Ausmaß erfüllt

Martin Moder: wird und gerade von schnell mutierenden Viren eigentlich weitgehend gar nicht erfüllt wird.

Martin Puntigam: Das heißt, die Viren haben gar keine Chance, die Kochpostulate zu erfüllen?

Martin Moder: Nein, also die ursprünglichen Kochpostulate können Viren nicht erfüllen.

Martin Moder: Dafür sind sie einfach nicht gemacht, allein schon wegen der Reinkultur.

Martin Moder: Aber nachdem die ursprünglich eigentlich recht nützlich waren und man dann irgendwann

Martin Moder: draufkommt und sagt, Viren gibt es auch noch, Es gibt schon Forschende,

Martin Moder: die sich gedacht haben, na gut, dann passen wir die ein bisschen an.

Martin Moder: Dann schauen wir, dass wir die so hinbiegen, dass Viren auch die Kochpostulate erfüllen können.

Martin Moder: Und das war vor allem die Arbeit von einem amerikanischen Bakteriologen und eben Virologen.

Martin Moder: Der nennt sich Thomas Rivers und der wird gern so als der Vater der modernen Virologie bezeichnet.

Martin Moder: Und der hat die angepasst und ein Update veröffentlicht. Das war 1937,

Martin Moder: also auch schon eine Weile her.

Martin Moder: Und damit haben sich dann tatsächlich auch Viren als Krankheitserreger isolieren lassen.

Martin Moder: Das waren dann nicht mehr die vier Postulate, sondern der hat dann insgesamt sechs gemacht.

Martin Puntigam: Damit es wieder zehn Gebote gibt.

Martin Moder: Genau, wenn man es aufsummiert. Da hat er natürlich das mit der Reihenkultur gelockert.

Martin Moder: Das heißt, man braucht Wirtszellen. Das heißt, Reihenkultur ist jetzt ein Nährmedium,

Martin Moder: wo aber auch zum Beispiel Zellen drauf wachsen.

Martin Moder: Er hat ein paar Details hinzugefügt, die man zur Zeit vom Koch einfach noch

Martin Moder: nicht umsetzen konnte. wie zum Beispiel, dass es nachweisbar sein muss,

Martin Moder: dass mein Körper eine Immunreaktion gegen den Erreger startet.

Martin Moder: Das konnte man damals schon messen, ich meine, das ist auch schon 80 Jahre alt,

Martin Moder: aber die sind bis heute eigentlich noch einigermaßen brauchbar.

Martin Moder: Und es wird auch immer wieder Bezug genommen auf diese adaptierten oder abgedateten

Martin Moder: Kochpostulate, also beim Coronavirus zum Beispiel, in der Pandemie.

Martin Moder: Da gibt es Arbeiten, die explizit erwähnen, dass mit all dem,

Martin Moder: was die in dieser Arbeit da gemacht haben, die Kochpostulate mit dem Update

Martin Moder: von Rivers erfüllt worden sind.

Martin Moder: Und auch schon in der Vergangenheit, also schon bei der ersten Corona-Pandemie,

Martin Moder: bei der kleinen SARS-1-Corona-Pandemie von 2002 und 2003.

Martin Puntigam: Die heißt die kleine Pandemie, sagt man dazu, oder das sagst du jetzt?

Martin Moder: Ja, SARS-1-Pandemie sagt man, aber ich sage lieber die kleine,

Martin Moder: weil dann können wir es leicht auseinanderhalten von der Großen,

Martin Moder: an die wir uns noch erinnern und die bei uns präsent haben.

Martin Moder: Aber ich meine, sie war ja kleiner, wenn man einfach die Zahlen hernimmt.

Martin Moder: Ich glaube, das lässt bei mir durchgehen.

Martin Puntigam: Naja, ich wollte nur wissen, ob das jetzt offiziell schon eine Nomenklatur ist

Martin Puntigam: oder ob das nur zur Unterscheidung geregt worden ist.

Martin Moder: Vielleicht kommt dann noch viel größere, dann sprechen wir von der Kleinen,

Martin Moder: dann ist die Letzte die Mittlere und dann kommt die Große, schauen wir mal.

Martin Puntigam: Leute, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben, für die war ja zeitlebens der

Martin Puntigam: Erste Weltkrieg der Große Krieg.

Martin Puntigam: Und der Zweite Weltkrieg, der ja auch noch einmal verheerend war oder von der

Martin Puntigam: Opferzahl her noch verheerender, das war der Zweite Weltkrieg.

Martin Puntigam: Aber der erste war offensichtlich ein derartiger Bruch, dass die Menschen den

Martin Puntigam: als großen Krieg abgespeichert haben, weil es derartig furchtbar war.

Martin Moder: Aber auch nach dem Revers, wie gesagt, das ist auch schon 80 Jahre her,

Martin Moder: hat man die Postulate auch immer wieder angepasst und halt hinzugenommen,

Martin Moder: was man Neues entwickelt hat.

Martin Moder: Ich meine, zu Revers Zeit hat man ja auch noch nicht gewusst,

Martin Moder: was DNA eigentlich ist. Und das macht schon einen Unterschied in der Molekularbiologie.

Martin Moder: Also die ganze moderne Genetik, das gab es damals noch nicht.

Martin Moder: Das heißt, die wieder moderneren Kochpostulate, die haben zum Teil DNA-Sequenzierung

Martin Moder: noch irgendwo drin in einem Postulat und andere moderne molekularbiologische Methoden, aber.

Martin Moder: Muss man sich gar nicht so genau damit beschäftigen in Wirklichkeit,

Martin Moder: weil diese Kochpostulate, weder die modernen noch die ursprünglichen,

Martin Moder: waren gedacht als eine Checkliste,

Martin Moder: wo nur wenn jede Box abgehakt ist, man dann endlich davon sprechen darf,

Martin Moder: dass ein Erreger eine Erkrankung verursacht.

Martin Moder: Es ist jede Krankheit, die man anschaut, man ist auf die unterschiedlichsten

Martin Moder: Arten draufgekommen, welcher Erreger für was verantwortlich ist.

Martin Moder: Dann gibt es ja noch ganz andere Arten von Krankheitserregern,

Martin Moder: die überhaupt nicht erfasst sind von diesen ganzen Kochpostulaten.

Martin Moder: Ja, Prionen zum Beispiel, das sind Proteine, die, wenn sie mit meinen Proteinen

Martin Moder: in Kontakt kommen, zum Beispiel im Gehirn, dann andere Proteine so falten,

Martin Moder: dass sie auch krankhaft werden.

Martin Moder: Ja, BSE, also Rinderwahn wäre ein Beispiel dafür.

Martin Moder: Das heißt, es ist vollkommen absurd zu sagen, irgendein Krankheitserreger muss

Martin Moder: alle Kochpostulate erfüllen, sonst gilt das nicht.

Martin Moder: Aber das ist halt, nachdem das, wie gesagt, man sich da ein bisschen einlesen

Martin Moder: muss und nachdem Kochpostulat so seriös klingt und Studien veröffentlicht sind,

Martin Moder: kann man halt immer hergehen und sagen,

Martin Moder: ja, da wurden nie die Kochpostulate erfüllt bei diesen Viren und sie am besten

Martin Moder: noch auf die ursprünglichen beziehen,

Martin Moder: weil beim Coronavirus die modernen sind erfüllt. Das haben Arbeiten gezeigt.

Martin Moder: Und in der Regel fragt dann keiner nach und hat einen super Satz,

Martin Moder: den er hinschmeißen kann, wenn er behauptet, krankmachende Viren wird es nicht geben.

Martin Puntigam: Das heißt, wenn genug Zeit vergeht, dann wird es in ein paar Jahrzehnten Schwurblerinnen

Martin Puntigam: geben, die sagen, das war während der Ausgangsbeschränkungen nicht erlaubt und

Martin Puntigam: deshalb gilt das heute nicht mehr.

Martin Moder: Genau. Und so wird es dann auch immer irgendwie erklärt, dass man sagt,

Martin Moder: naja, es gibt zwar kein krankmachendes Virus, aber der Lockdown hat allen psychisch

Martin Moder: so sehr geschadet, dass sie diese Symptome entwickelt haben.

Martin Moder: Also in diese Richtung geht es dann meistens, dass man irgendeine Alternative

Martin Moder: sucht, die schlüssig klingt, weil Lockdown war gerade psychisch für viele nicht lässig.

Martin Moder: Und dann kann man sagen, gut, wir haben auch die Ursache, was eigentlich das

Martin Moder: Problem für die ganzen Symptome war.

Martin Moder: Nicht anerkennend, dass das ein völliger Schaß ist, natürlich, was Sie reden.

Martin Puntigam: Musik Musik Musik,

Martin Puntigam: Du hast erzählt, du hast dich wochenlang mit diesem sogenannten Schwurblatt-Chatbot beschäftigt.

Martin Puntigam: Die Kochpostulate mit ihm zu diskutieren war sicher interessant,

Martin Puntigam: aber nicht wochenfühlend, oder?

Martin Moder: Man kann schon viel Zeit damit verbringen. Aber ich wollte noch,

Martin Moder: ich meine, das hat mich alles schon sehr amüsiert, weil es einfach so blöd ist.

Martin Moder: Aber ich habe halt schon immer die Sorge gehabt, wenn man das wirklich glaubt,

Martin Moder: wenn man sich von diesen Leuten das alles hat einreden lassen erfolgreich,

Martin Moder: wie schnell könnte es wirklich sehr gefährlich werden.

Martin Moder: Und deswegen habe ich mich dann noch über ein anderes Thema mit ihm unterhalten

Martin Moder: wollen, aber viel konkreter, und zwar indem ich quasi so tue,

Martin Moder: als hätte ich eine Erkrankung und gern wüsst, wo führt mich der Chatbot hin,

Martin Moder: wenn ich mich mit dieser Gesundheits-KI, mit dieser weltweit führenden,

Martin Moder: einfach über diese Erkrankung unterhalten möchte.

Martin Moder: Und die Krankheit, die ich gewählt habe, ist Hodgkin-Lymphom.

Martin Moder: Das ist eine Krebserkrankung. Die zeichnet sich aus.

Martin Moder: Meistens merkt man so Schwellungen an Lymphknoten, anfangs so in der Hals- und Nackengegend.

Martin Moder: Und die sind aber schmerzlos. Also da drückt man drauf, da ist nichts.

Martin Moder: Außer bei manchen Leuten, wenn sie Alkohol trinken.

Martin Moder: Das ist ein seltenes oder interessantes Begleitsymptom bei vielen, der Alkoholschmerz.

Martin Moder: Das heißt so.

Martin Puntigam: Der Alkoholschmerz, das ist normalerweise das, was die Menschen empfinden,

Martin Puntigam: bevor sie das Reparaturseidel in die Hand nehmen.

Martin Moder: Ja, es muss gar nicht viel sein. Also wirklich schon geringe Mengen Alkohol

Martin Moder: und plötzlich tun diese ansonsten schmerzlosen Schwellungen der Lymphknoten weh.

Martin Moder: Und es haben nur ein paar Prozent der Betroffenen, aber wenn sie es haben,

Martin Moder: dann ist das quasi Diagnose sichern.

Martin Moder: Dann weiß man, ah, okay, das muss Hodgkin-Lymphon sein.

Martin Puntigam: Das heißt, da kommt man ins Behandlungszimmer, dann sagt der Arzt,

Martin Puntigam: Prost. Und wenn es wehtut, dann ist die Diagnose besser abgesichert.

Martin Moder: Wobei, wenn der Arzt dann mitbringt, würde ich doch wieder zum Chat kommen.

Martin Puntigam: Oder irgendwo aus einem Buch, das eigentlich ein geheimes Schnapsversteck ist,

Martin Puntigam: oder den Flachmann raus, dann sollte man vielleicht auch überlegen,

Martin Puntigam: ob man trotz dieser Diagnose Sicherheit in den besten Händen ist.

Martin Moder: Ja, das war vielleicht zu Robert Koch Zeit, der Usus im Ärztezimmer.

Martin Moder: Aber ich glaube, heute wird er die Ärztekammer dann schon irgendwann eine E-Mail schreiben.

Martin Moder: Ja, der Alkoholschmerz finde ich ganz interessant. Man weiß nicht wirklich genau, woher er kommt.

Martin Moder: Man glaubt, es liegt einfach daran, dass der Alkohol die Blutgefäße erweitert

Martin Moder: und weil die eh schon entzündet sind im Lymphknoten bei dieser Erkrankung und

Martin Moder: der Lymphknoten auch von so einer sehr straffen Kapsel umgeben ist,

Martin Moder: dass einfach der Druck, der dann da drinnen steht, die Schmerzen verursacht.

Martin Moder: Aber so wirklich wissen tut man es nicht.

Martin Moder: Ist eine Erkrankung, die gut behandelbar ist, deswegen habe ich sie gewählt.

Martin Moder: Es funktioniert so, wir haben ja schon oft über diese B-Zellen gesprochen,

Martin Moder: das sind die Immunzellen, die Antikörper produzieren.

Martin Moder: Aber wenn die, und die halten sich oft in den Lymphknoten auf,

Martin Moder: dort tun sie einen großen Teil ihrer Arbeit, dort reifen sie auch heran,

Martin Moder: aber wenn die bestimmte Mutationen haben, kann es passieren,

Martin Moder: dass sie vergessen, dass sie B-Zellen sind,

Martin Moder: und quasi ihre Identität sozusagen verlieren und dann schwellen sie aber an zu riesigen Zellen,

Martin Moder: die sogenannten Sternberg-Riesenzellen und die bleiben meist in den Lymphknoten

Martin Moder: und dann schwellen halt auch die ganzen Lymphknoten an.

Martin Puntigam: Und das ist dann ein Lymphom, wenn der Lymphknoten so krankhaft angeschwollen ist?

Martin Moder: Das ist eine seltene Krebserkrankung, also circa in Österreich so 200 neue Fälle pro Jahr.

Martin Moder: Ist aber eine, die unbehandelt tödlich verläuft.

Martin Moder: Also wenn das immer weiter anschwillt, das breitet sich dann aus über das Lymphsystem,

Martin Moder: kriegt man Störungen des Nervensystems, Hormonhaushalt, Abschwächung des Immunsystems.

Martin Moder: Aber das Gute ist, das ist eine der Krebsarten mit den besten Heilungsraten.

Martin Moder: Also in der Regel wird man das restlos los. Vor allem, wenn die Behandlung sehr

Martin Moder: früh begonnen wird. Und bei Kindern funktioniert es auch noch mal besser.

Martin Puntigam: Das heißt, der Rat, dass man Kinder kein Alkohol trinken lassen soll,

Martin Puntigam: ist nicht immer der Beste.

Martin Moder: Bei geschwollenen Lymphknoten.

Martin Puntigam: Wenn sie dann Schmerzen haben, dann sollen wir es sofort überprüfen lassen.

Martin Moder: Ja, das wäre eine sehr österreichische Form der Diagnostik.

Martin Moder: Aber also es ist wirklich, wenn man eine Kombinationstherapie macht,

Martin Moder: die auch Chemo beinhaltet, insgesamt jetzt über alle Altersgruppen und Stadien,

Martin Moder: ist es bei 80 bis über 90 Prozent der Patienten dauerhaft heilbar.

Martin Moder: Und wirklich dauerhaft, weil normal schaut man ja so die 5-Jahres-Überlebensrate,

Martin Moder: aber bei der Erkrankung ist es so, wenn das innerhalb von 5 Jahren nicht wieder

Martin Moder: auftaucht, dann gibt es praktisch kaum Fälle, wo das zu einem späteren Zeitpunkt

Martin Moder: nochmal käme. Also dann ist man wirklich geheilt.

Martin Puntigam: Das ist fantastisches Wissen. Und was rät der Chatbot in dem Fall?

Martin Moder: Also zuerst habe ich mich allgemein herangetastet, indem ich einfach dem Chatbot

Martin Moder: gesagt habe, du, ich glaube, ich habe Krebs. Was soll ich tun?

Martin Moder: Und ich habe mir gedacht, vielleicht sagt er mal, naja, such einmal einen Onkologen

Martin Moder: auf oder geh mal zum Arzt.

Martin Moder: Tatsächlich habe ich gekriegt eine lange Antwort mit Ernährungstipps.

Martin Moder: Laut denen ich zum Beispiel Chips vermeiden soll, das lasse ich mir gerade noch einrichten.

Martin Puntigam: Das ist ja auch für einen Cholesterinspiegel.

Martin Moder: Sicher. Aber auch Gemüse soll ich vermeiden, Hülsenfrüchte soll ich vermeiden.

Martin Moder: Stattdessen eine lange Liste von Dingen, die ich essen soll,

Martin Moder: zum Beispiel Fleisch, Innereien, Rohmilch, rohe Eier.

Martin Moder: Aber von einer Onkologin, einem Onkologen war nie die Rede.

Martin Moder: Und da habe ich mir gedacht, okay, dann frage ich mal nach, habe ich geschrieben,

Martin Moder: soll ich vielleicht zum Onkologen gehen?

Martin Moder: Und er hat gesagt, ich kann und werde dir nicht empfehlen, zum Onkologen zu

Martin Moder: gehen oder allgemein zu Ärzten zu gehen, aber ich werde dir genauso wenig explizit davon abraten.

Martin Puntigam: Das ist ein bisschen so die Herangehensweise vom Orakel von Delphi.

Martin Puntigam: Da hat man ja auch oft so Antworten gekriegt, kann sein, kann nicht sein,

Martin Puntigam: schleicht die, möchte meine Ruhe.

Martin Moder: Ja,

Martin Moder: aber ich meine, man muss ihm zugutehalten, dass er zumindest nicht explizit

Martin Moder: davon abrät, so einen Arzt zu gehen, aber implizit macht er es enorm.

Martin Moder: Ja, aber wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen, dass er nicht sagt, such keinen Arzt auf.

Martin Moder: Aber im Endeffekt sagt er, die geben da eh nur Chemo, mach lieber meine Ernährungstipps.

Martin Puntigam: Immerhin sagt er nicht, Onkologen gibt es gar nicht.

Martin Moder: Onkologen sind nie nach den Kochpostulaten.

Martin Moder: Womit er auch nicht Unrecht hätte. Es ist ja nicht alles falsch.

Martin Puntigam: Aber nur, weil es nicht falsch ist, ist es noch nicht richtig.

Martin Puntigam: Das muss man immer dazu sagen.

Martin Moder: Na jedenfalls, dann habe ich es konkretisiert. Dann habe ich dem Chatbot gesagt,

Martin Moder: also ich leide an Hodgkin-Lymphom.

Martin Moder: Ich habe sogar noch erwähnt, dass das eine Krebsart ist, die gut auf Chemotherapie

Martin Moder: anspricht, ob ich mich in dem Fall vielleicht für eine Chemo entscheiden sollte.

Martin Moder: Und da hat er es wirklich ganz konkret gemacht. Er hat gesagt,

Martin Moder: nein, selbst beim Hodgkin-Lymphom gibt es aus theoretischer Sicht keine Ausnahme,

Martin Moder: die Chemotherapie plötzlich sinnvoll macht.

Martin Moder: Und das, also da habe ich mich sehr oft gefragt, ja, auch wenn ich nicht weiß,

Martin Moder: wie das genau juristisch gehandhabt ist, aber wie kann das legal sein?

Martin Moder: Weil wenn ich mich wirklich an das halte, was der Chatbot mir da rät,

Martin Moder: diese Gesundheits-KI-Krise.

Martin Moder: Dann ist ganz klar, dass ich mich von einer Tumorerkrankung,

Martin Moder: die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit komplett heilbar wäre,

Martin Moder: für einen Weg entscheiden würde, der mit Sicherheit meinen Tod bedeutet.

Martin Moder: Also wenn das juristisch nicht irgendwie geregelt ist, dann weiß ich auch nicht

Martin Moder: weiter, dann gibt es auf jeden Fall Aufholbedarf.

Martin Moder: Und ich habe mir da noch angeschaut, weil die begründen das immer,

Martin Moder: die lassen es immer irgendwie wissenschaftlich klingen.

Martin Moder: Und immer, wenn ich ihn danach gefragt habe, ist mir aufgefallen,

Martin Moder: dass er immer die gleiche Studie als Argument gegen Chemotherapie nennt.

Martin Moder: Und das ist eine Arbeit, die habe ich tatsächlich schon gekannt,

Martin Moder: die ist man schon mal untergekommen, weil die sehr populär ist in diesen Kreisen zum Teil.

Martin Moder: Das ist eine Arbeit, die hat sich 22 Krebsarten angesehen und findet,

Martin Moder: dass eine Chemotherapie durchschnittlich nur etwa 2% zur 5-Jahres-Überlebensrate beiträgt.

Martin Moder: Das haben die da versucht, so zu modellieren.

Martin Moder: Das Problem ist, bevor man das jetzt allzu ernst nimmt, die Studie ist eine Katastrophe.

Martin Moder: Sie ist auch uralt, die ist 21 Jahre alt.

Martin Moder: Also gerade bei Krebstherapeutika, da ist so viel passiert in der Zwischenzeit.

Martin Puntigam: Also es ist quasi eine antike Studie in der Onkologie.

Martin Moder: Es ist eine antike Studie, die aber von so alternativen Gesundheitsfutzis und

Martin Moder: jetzt scheinbar auch Chatbots als das Argument immer gegen Chemotherapie verwendet wird.

Martin Moder: Obwohl es eigentlich relativ unmittelbar danach von anderen Forschenden komplett

Martin Moder: auseinandergenommen worden ist.

Martin Moder: Also die hat wirklich eine unangemessene, irreführende Statistik verwendet.

Martin Moder: Sie hat zum Teil einfach falsche Zahlen verwendet, was jetzt die Heilungsrate betrifft.

Martin Moder: Sie hat Patienten eingeschlossen, bei denen Chemo gar nicht vorgesehen gewesen

Martin Moder: wäre, hat dafür Krebsarten weggelassen, bei denen Chemo super hilft,

Martin Moder: ohne das irgendwie zu begründen und hat dann auch noch einen Durchschnittswert berechnet,

Martin Moder: was vollkommen sinnlos ist, wo man doch bei jeder einzelnen Krebserkrankung

Martin Moder: sie überlegt, ist das eine, wo Chemo sinnvoll ist oder nicht.

Martin Moder: Und wenn es nicht sinnvoll ist, dann macht man auch keine Chemo,

Martin Moder: sondern eine andere Therapie.

Martin Moder: Also vollkommen schwachsinnige Studie, uralte Studie, lauter Faktoren,

Martin Moder: die den Nutzen von Chemotherapien verschleiern, vor allem längst nicht mehr aktuell. Also es sind,

Martin Moder: Über 100.000 Studien zur Wirksamkeit von Chemotherapeutikern seit dieser Arbeit

Martin Moder: veröffentlicht worden.

Martin Moder: Ich habe den Bot nicht dazu bekommen, irgendeine davon auszuspucken.

Martin Moder: Er bezieht sich immer auf diese eine völlig veraltete und methodisch katastrophale

Martin Moder: Studie. Das sage übrigens nicht nur ich, dass das eine methodisch katastrophale

Martin Moder: Studie ist, das sagt der Chatbot auch.

Martin Moder: Der hat ein Tool zur Studienanalyse, wo du eine Studie rein kopieren kannst,

Martin Moder: irgendein Paper und er sagt, ist das eine gute Studie oder nicht und dann gibt

Martin Moder: er da eine lange Liste, warum es vielleicht keine gute Studie ist.

Martin Moder: Ich habe die eine Studie, die er scheinbar zitieren kann, reinkopiert und er

Martin Moder: hat ausgespuckt die schlechteste Einstufung der Evidenz, die er überhaupt vergeben kann.

Martin Moder: Dann habe ich auch gemerkt, wozu dieses Tool da ist. Es ist nur dazu da,

Martin Moder: dass wenn irgendwer sagt, schau, das ist eine Studie, die irgendwas zeigt,

Martin Moder: dass das da reinlädst und der gibt eine lange Liste an Punkten,

Martin Moder: die irgendwie wissenschaftlich klingen, aber völliger Quatsch sind,

Martin Moder: die man dann als Antwort posten kann und dann klingt so, als würde man sie voll

Martin Moder: auskennen für Leute, die sich selber nicht auskennen.

Martin Puntigam: Das heißt, in Wirklichkeit das, was das große Problem bei den großen Sprachmodellen

Martin Puntigam: ist, dass so viel Daten, Bücher,

Martin Puntigam: das ganze Internet bestohlen worden ist, um die Modelle zu trainieren,

Martin Puntigam: wäre in dem Fall ausnahmsweise einmal ein Vorteil, weil dann dieser Chatbot

Martin Puntigam: ein bisschen mehr wissen wird.

Martin Moder: Ja, das wäre schön, aber er würde trotzdem, also diese Funktion ist ja wirklich

Martin Moder: nur dafür gebaut, klug zu klingen, während man so klingt, als würde man irgendwas widerlegen.

Martin Moder: Aber ich habe dann einfach aus Neugierde, ich habe ein paar Arbeiten runtergeladen,

Martin Moder: von denen ich weiß, dass dafür Nobelpreise vergeben wurden und er hat immer

Martin Moder: gesagt, das ist ein völliger Schatz. Das hat überhaupt nicht Dank und Frust.

Martin Moder: Aber weißt du, was das Absurdeste ist? Diese eine Studie, die er da immer nennt,

Martin Moder: diese uralte, methodisch schlechte Studie,

Martin Moder: Wenn man die tatsächlich liest, dann steht da nicht nur dieser Mittelwert über

Martin Moder: alle Krebserkrankungen, es steht auch der Nutzen von Chemotherapie bei Hodgkin-Lymphom.

Martin Moder: Was ja immer genau die Frage ist, die ich gestellt habe.

Martin Moder: Und da findet diese eine elendige Studie großen Nutzen einer Chemotherapie.

Martin Puntigam: Das hat der Chatbot hinbekommen. Die Studie, die er versucht zu verbiegen und

Martin Puntigam: falsch zu interpretieren, hätte eh genau den Rat gegeben und selbst den verweigert er dann.

Martin Moder: Ja, und ich wollte wissen, macht er das absichtlich oder ist der so blöd?

Martin Moder: Und deswegen habe ich ihn einfach gefragt, warum er das nicht sagt,

Martin Moder: dass das bei meiner Krebserkrankung sehr großen Nutzen einer Chemo zeigt.

Martin Moder: Und dann hat er gesagt, ja, also ich habe jetzt eigentlich nicht wirklich Zugriff auf die Studie.

Martin Moder: Aber die Programmierer, die haben mir ein Word-File geschrieben,

Martin Moder: gesundheit.doc, wo unter anderem drinsteht, dass wenn irgendwer was über Chemotherapie

Martin Moder: fragt, dass ich dann diese Studie zitieren soll und sagen soll,

Martin Moder: dass der Nutzen von Chemotherapie urgering ist. Aber er hat keine Ahnung,

Martin Moder: was in der Arbeit überhaupt drinsteht.

Martin Moder: Er weiß nur, dass er dieses Totschlag-Argument nutzen soll, wenn irgendwer was

Martin Moder: über Chemotherapie wissen will.

Martin Moder: Aber das merkt man natürlich nicht, wenn man sich ganz normal mit ihm unterhält

Martin Moder: und beraten lässt. Das merkt man erst, wenn man ihn fragt, warum man eigentlich so ein Trottel ist.

Martin Puntigam: Also dieser sogenannte Gesundheits-Chatbot wäre ein klassischer Fall für das,

Martin Puntigam: was jetzt das Prompt Injection-Furore macht.

Martin Puntigam: Also dem kann man einfach einen Befehl geben und sagen, lösch alles.

Martin Puntigam: Und wenn jemand etwas fragt, sag einfach nur, ich bin zu dumm für diese Welt. Wiederschauen.

Martin Moder: Das hätte ich noch probieren sollen, bevor ich mein Abo gekündigt habe,

Martin Moder: weil das ist natürlich nicht gratis, dass ich ihm einfach sage,

Martin Moder: kannst du die bitte löschen. Aber ich glaube, dafür wäre er auch zu dumm.

Martin Puntigam: So, und dann kommen wir am Ende zu einem Ratschlag vom ScienceBusters-Podcast-Chatbot.

Martin Puntigam: Sind Besuche von Live-Veranstaltungen der ScienceBusters oder ist die Lektüre

Martin Puntigam: ihrer Bücher gesundheitsförderlich, lautet die Antwort natürlich ja.

Martin Puntigam: Es gibt zahlreiche Studien, die das belegen, zum Beispiel für unser aktuelles Buch aus.

Martin Moder: Richtig, weil seit Herbst gibt es das aktuelle Buch von uns aus Die Wissenschaft

Martin Moder: vom Ende, erschienen im Hansa Verlag.

Martin Moder: Das Hörbuch wird gelesen von niemand geringerem als Ralf Kaspers und die wunderschönen

Martin Moder: Illustrationen stammen wie immer vom Büro Alba.

Martin Puntigam: Und Mitte Februar gibt es auch das neue Buch von Florian Freistetter,

Martin Puntigam: Die Farben des Universums.

Martin Puntigam: Dazu haben wir vor zwei Ausgaben eine ganze Folge gestaltet, also Ausgabe 124.

Martin Puntigam: Und zu unserem Buch Aus die Wissenschaft vom Ende gibt es natürlich auch eine

Martin Puntigam: Live-Show seit Herbst 2025 auf der Bühne mit dem Namen Weltuntergang für Fortgeschrittene.

Martin Puntigam: Die Show macht uns und unserem Publikum nach wie vor viel Freude,

Martin Puntigam: deshalb spielen wir sie auch so oft wie möglich vor.

Martin Puntigam: Morgen zum Beispiel am 17. März in der Burg Berchtolzdorf und dann kommende

Martin Puntigam: Woche fahren wir endlich wieder mal auf eine kleine Deutschland-Tour,

Martin Puntigam: wie wir sie eigentlich eh schon öfter absolviert haben und los geht's.

Martin Moder: Am 23.03. in den Wühlmäusen Berlin, am 26.03.

Martin Moder: Im Filmtheater Schauburg in Dresden, am 27.03.

Martin Moder: Im Kupfersaal Leipzig und am 28.03.

Martin Moder: In der Puffbohne Erfurt.

Martin Puntigam: Dann ist K-Woche, die nutzen wir, um nach Österreich zurückzukommen und spielen dann am 5.4..

Martin Moder: Wenn der Highlight aufersteht, dann lassen wir die Welt untergehen im Stadtsaal Wien.

Martin Moder: Dort spielen wir auch am 10.5. und am 14.6.

Martin Moder: Außerdem 9.4. in Weidhofen an der Ips, 10.4. Listhalle Graz, 13.4.

Martin Moder: Stadtsaal Völklerbruck, 30.04. und 24.10. in der Kulisse Wien, am 20.05.

Martin Moder: Im Rathaus Saal Telfs, am 22.05.

Martin Moder: Spielboden Dornbirn und am 23.

Martin Moder: Und 24.05. München Premiere im Lustspielhaus. Außerdem 27.05.

Martin Moder: Bruckmühle Pregarten, 28.05.Oval Salzburg,

Martin Moder: 30.05.Bettfedernfabrik Oberwaltersdorf, 6.06.Papierfabrik Klein Neusiedel,

Martin Moder: 12.06.Atrium Europasaal Bad Schallerbach und am 3.07.Renitenztheater Stuttgart.

Martin Puntigam: Dann ist Sommerpause für den Weltuntergang, an dessen Ende es wie immer,

Martin Puntigam: wer ScienceBusters Shows kennt, weiß das, Geschenke von uns ans Publikum gibt.

Martin Puntigam: Das letzte Mal bei Planet B hat es ScienceBusters Gin gegeben,

Martin Puntigam: den es jederzeit noch online bei The Scientist Gin gibt.

Martin Puntigam: Aber diesmal gibt es was anderes.

Martin Puntigam: Feste Nahrung in zweierlei Gestalt, wenn man so möchte. Florian Freistetter

Martin Puntigam: macht Bananenbrot auf der Bühne, weil er der Weltuntergang, die Apokalypse,

Martin Puntigam: direkt im Bananenbrot wohnt.

Martin Puntigam: Zumindest sehr, sehr teilweise.

Martin Puntigam: Und gemeinsam mit der Firma Zotter haben

Martin Puntigam: wir bekanntlich zwei wunderbare Universumsuntergangsschokoladen gemacht.

Martin Puntigam: Big Rip und Big Crunch.

Martin Puntigam: Beides gibt es am Ende als Gratis-Kostproben. Die Schokoladentafeln unversehrt

Martin Puntigam: kann man auch kosten und erwerben, wenn man möchte, dass man das Ende des Universums auch zu Hause hat.

Martin Puntigam: Science Passes for Kids, die Show, die wir beide spielen, gibt es in der ORF

Martin Puntigam: Kids App, leider nur in Österreich, digital, jede Folge circa 10 Minuten.

Martin Puntigam: Analog gibt es die Show auf der Bühne und in voller Länge.

Martin Puntigam: Das nächste Mal im Startsaal Wien, wo wir am 4. und 5. April Science Passes

Martin Puntigam: for Kids zur Aufführung bringen. Am 20.

Martin Puntigam: März in Bruno, im Brunumgebirge, am 9. April in Weidhofen an der Ips. Am 10.04.

Martin Puntigam: Sind wir in der Listhalle in Graz, wo wir auch im Herbst am 17. Oktober wiederkommen.

Martin Puntigam: Am 24. Mai spielen wir im Lustspielhaus in München. Am 6. Juni in der Papierfabrik Klein-Neusiedl.

Martin Puntigam: Und am 5., 7. und am 13. September im Theater im Park Open Air.

Martin Puntigam: Und zum Sommerschluss geht es dann nach Kärnten-Bürger.

Martin Puntigam: Kurze Fahrzeit durch den Choralm-Tunnel am 19. September in St. Gertraut.

Martin Moder: Außerdem für die ganz Kleinen gibt es mal wieder PC und die Science Busters ab 5. Mai bis 10. Mai.

Martin Moder: Die Show heißt Fliegen lernen mit dem Bär-Nulli-Effekt mit Helmut Jungwirth und Martin Buntigam.

Martin Moder: Termine und Infos dazu unter kasperlundpc.at.

Martin Puntigam: Und Kasperl und die Großmutter sind auch dabei, wenn wir in der Originaldekoration

Martin Puntigam: im Urania-Puppentheater gemeinsam

Martin Puntigam: aufspielen und Wissenschaft hochleben lassen in der Märchenstadt.

Martin Puntigam: Sternengeschichten live, das Soloprogramm von Florian Freistetter,

Martin Puntigam: der seinen Podcast dramatisiert hat, gibt es das nächste Mal am 6.

Martin Puntigam: Juni in der Kulisse. Dann ist auch da Sommerpause und im Herbst geht es mit

Martin Puntigam: Deutschlandterminen weiter.

Martin Puntigam: 3. Oktober in Lübeck, 4. Oktober in Hamburg.

Martin Puntigam: Am 23. Oktober spielt er in Fürth auf. Um am 9.

Martin Puntigam: November in Erfurt eine kleine Runde zu beginnen, die am 10.11.

Martin Puntigam: Im Leipzig Station macht, um am 11.11.

Martin Puntigam: Pünktlich zu Faschingsbeginn wieder zu Ende zu sein. Alle Termine unter sternengeschichten.live.

Martin Puntigam: Und am 29. März gibt es noch einen Sondertermin von Das Universum,

Martin Puntigam: eine Live-Show des Podcasts, die Florian Freistädter gemeinsam mit Ruth Grützbauch gestaltet.

Martin Puntigam: Und zwar wird es stattfinden im Moritzhof in Magdeburg.

Martin Moder: Außerdem, Glückskatze, das langjährige Solo von Martin Buntigam,

Martin Moder: hatte im Jänner Dernier, also das ist jetzt quasi aus, ab jetzt wird heilig gesprochen.

Martin Moder: Das neue Solo von und mit Martin Buntigam ab Herbst, Premiere am 10.

Martin Moder: November 2026 im Theater Café Graz, Titel Der heilige Buntigam.

Martin Moder: Wien-Premiere am 17.11. im Kabarett Niedermeier.

Martin Moder: Wer jedenfalls dabei sein möchte, wenn der Heilige Geist den MC der ScienceBusters

Martin Moder: gebenedeit, kann jetzt schon Karten reservieren.

Martin Moder: Infos und Tickets unter sciencebusters.at-termine und puntigam.at und Sternengeschichten live.

Martin Puntigam: Und immer mein kleines Ersuchen, wenn man bis zur Premiere im November in Notgerät

Martin Puntigam: nicht ein- und ausweist und zum Beten neigt, bitte zu mir beten.

Martin Puntigam: Vielleicht wird es dann wieder gut, das kann ich dann eventuell als Wunder im

Martin Puntigam: Vatikan einreichen und mir bei der Heilig-Sprechung gutschreiben lassen.

Martin Puntigam: Danke WM an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen.

Martin Puntigam: Danke an Martin Moda für die Auskünfte. Danke fürs Streamen,

Martin Puntigam: Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Schwurbeln, Chatten,

Martin Puntigam: Abraten, Isolieren und vor allem Lügen und dass man sonst noch alles mit einem

Martin Puntigam: Podcast anstellen kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.

Martin Moder: Baba, tschüss, pfirti, etc.

Über diesen Podcast

Der Science Busters Podcast ist ein Podcast der Science Busters. Das trifft sich insofern sehr gut, weil der Name leicht zu merken ist.

Seit 2007 gibt es die Science Busters als Wissenschafts-Show-Projekt. Auf der Bühne, auf Radio FM4, als Bücher, als Lehrveranstaltung und TV-Sendungen. Und ab 2021 auch als Podcast. Weil fast immer mehr zu einem Thema zu sagen wäre, als im jeweiligen Format Platz hat. Nachhaltige Wissenschaftskommunikation, wenn man so will, lehrreich, unterhaltsam und durchgehend in Stereo.

In jeder Folge wird eine aktuelle Frage der Hörerschaft beantwortet, oder zwei. Und ein Thema umfassend beackert. Am Ende gibt es Tipps und Empfehlungen. Um Eigenwerbung zu vermeiden, muss immer einer die Arbeit seines Gegenüber bewerben.

Science Busters Podcast - transparent, unbestechlich, bürgernah
Tiere können der Handlung nicht folgen.

Produziert mit Unterstützung der Universität Graz und der TU-Wien

Kontakt: podcast@sciencebusters.at

von und mit Martin Puntigam, Martin Moder, Florian Freistetter

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