Science Busters Podcast

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Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Transkript

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Martin Puntigam 1: Ausgabe 128 des Science Masters Podcasts und heute untersuchen wir mit Hilfe

Martin Puntigam 1: von KI, womit schlaue Baumschädlinge Knabbergebäck am liebsten vertauen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, aber es wird um Organe gehen. Und KI. Und Borkenkäfer. Und Chips.

Martin Puntigam 1: Herzlich Willkommen zur Ausgabe 128 des Science Wars, das Podcast wie immer

Martin Puntigam 1: produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien.

Martin Puntigam 1: Mein Name ist Martin Pontigam und mir gegenüber sitzen heute Sarah Spitz,

Martin Puntigam 1: Assistenzprofessorin oder Assistant Professor an der TU Wien am Institut für

Martin Puntigam 1: angewandte Synthese Chemie. Hallo.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Hallo.

Martin Puntigam 1: Und Brigitte Holzer, ebenfalls Assistenzprofessorin oder Assistenzprofessor

Martin Puntigam 1: am Institut ebenfalls für angewandte Synthese Chemie und ebenfalls an der TU Wien. Hallo.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Hallo.

Martin Puntigam 1: In der letzten Folge, folglich 127, haben der Meteorologe Andreas Jäger und

Martin Puntigam 1: ich darüber gesprochen,

Martin Puntigam 1: wie es den Hühnern unter Strom geht, warum Agri-PV gut für Biodiversität sein

Martin Puntigam 1: kann, dass Stromspeicher billiger Wir sind als Gaskraftwerke,

Martin Puntigam 1: wo Elektromotorräder boomen.

Martin Puntigam 1: Wie klimaschädlich Crypto-Mining ist, wann Kryptowährungen aber nützlich sein können,

Martin Puntigam 1: warum das Zeitalter des Wasserbankrotts begonnen hat, wie man mit dem eigenen

Martin Puntigam 1: Frust angesichts des Backlashes in Klimafragen umgeht und man aber trotzdem

Martin Puntigam 1: gute Nachrichten aus Uruguay überbringen kann.

Martin Puntigam 1: Heute geht's, wir haben es am Anfang schon ganz kurz angedeutet,

Martin Puntigam 1: um eines der unbeliebtesten Insekten des Landes und um eines der beliebtesten

Martin Puntigam 1: Knabbergebäcke. Allerdings eine andere Funktion.

Martin Puntigam 1: Es geht nämlich um den Borkenkäfer und um Chips.

Martin Puntigam 1: Sarah, um mit dir zu beginnen. Du bist geboren in Deutschland,

Martin Puntigam 1: hast du geschrieben, Krefeld, aber bist dann sofort von deinen Eltern nach Österreich

Martin Puntigam 1: umgesiedelt worden und in Wien und Niederösterreich aufgewachsen.

Martin Puntigam 1: Arbeitest jetzt an der TU und warst aber auch eine Zeit lang am MIT.

Martin Puntigam 1: Der Weg von Niederösterreich ans MIT ist relativ breit. Und wie hat der bei dir ausgeschaut?

Martin Puntigam 1: Wie bist du auf die Idee gekommen, dass du dann später am Institut für organische

Martin Puntigam 1: Synthesechemie arbeiten möchtest?

Martin Puntigam 1: Oder hat sich das zufällig ergeben und du wolltest ganz was anderes machen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also generell hat sich das bei mir eher zufällig ergeben.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nach meiner Matura habe ich länger überlegt, was ich studieren könnte und bin

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dann auf die Universität für Bodenkultur gestoßen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und habe zu der Zeit bereits mich viel mit Gewebezüchtungstechnologie oder Tissue

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Engineering beschäftigt.

Martin Puntigam 1: Bevor du studiert hast, hast du dich schon damit beschäftigt?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Im Zuge meines Bachelor- und Masterstudiums.

Martin Puntigam 1: Aber noch nicht während Gymnasium, nehme ich an, hast du noch nicht heimlich Gewebe gezüchtet?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau. Und dann nach meinem Studium an der Universität für Bodenkultur bin ich

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: zufällig an die TU Wien gekommen über Professor Peter Ertl, der sich mit sogenannter

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Organe-Typ-Technologie beschäftigt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und da ich damals schon sehr fasziniert war von dem Bereich,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: habe ich mich entschlossen, dort nicht nur meine Masterarbeit zu absolvieren,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sondern dann auch im Anschluss mein PhD.

Martin Puntigam 1: Peter Ertl war ja gemeinsam mit Peter Weinberger schon einmal oder zweimal schon bei uns im Podcast.

Martin Puntigam 1: Wieso mikrofluidig gegangen ist? Das ist quasi sein Spezialgebiet oder nicht

Martin Puntigam 1: nur quasi, es ist ein Spezialgebiet.

Martin Puntigam 1: Mikrofluidig, wir verlinken das gerne in den Shownotes. Das spielt auch in deinem

Martin Puntigam 1: Forschungsbereich Organ on a Chip eine Rolle?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, das ist ein Teil, auf dem Organe- und Chip-Technologie basiert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also das lässt sich voneinander herleiten.

Martin Puntigam 1: Das kann im Englischen beiderlei bedeuten, Orgel am Chip oder Organ am Chip.

Martin Puntigam 1: Was ist es denn genau? Wie kann man sich ein Organ am Chip und auf welchen Chip vorstellen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also es geht nicht um Orgeln, es geht nicht um Kartoffel- oder Schokoladenchips,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sondern es geht darum, kleine Organe nachzuzüchten auf sogenannten Chips.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das kommt im Endeffekt aus der Halbleitertechnik. Der Begriff Chip,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: also es ist vom Computerchip abgeleitet, aber ist eigentlich nicht vergleichbar mit Computerchips.

Martin Puntigam 1: Also das Übliche in der Wissenschaft. Das ist das selbe Wort,

Martin Puntigam 1: bedeutet aber ganz was anderes.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also es bedeutet im Endeffekt nichts anderes, als dass es ein kleines

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Stück Plastik ist, auf dem wir unsere Gewebe züchten.

Martin Puntigam 1: Und welche Gewebe züchtet ihr wie? Also wenn man zu dir ins Labor kommt,

Martin Puntigam 1: was sieht man da? Ein Stück Plastik mit nichts?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also es gibt verschiedene Stücke Plastik, die schauen alle ganz unterschiedlich

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: aus. Je nach Organ haben wir unterschiedliche Chips.

Martin Puntigam 1: Zum Beispiel?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Zum Beispiel arbeite ich sehr viel mit der sogenannten Blut-Hirn-Schranke.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das sind im Endeffekt die Blutgefäße im Gehirn. Aber wir haben auch Modelle,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die sich mit dem Verdauungstrakt beschäftigen oder aber Modelle,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die sich das Gehirn genauer anschauen. Genau, es gibt verschiedene Chips.

Martin Puntigam 1: Und der Blut-Hirn-Schranke-Chip schaut wie anders aus als der Verdauungstrakt-Chip?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das kommt auch immer wieder darauf an, was man letztendlich dann mit dem Chip machen möchte.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Die können teilweise vergleichbar sein, aber im Großen und Ganzen geht es darum,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dass diese Chips gewisse Funktionen dieser Gewebe,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: am besten unterstützen. Also zum Beispiel beim Verdauungstrakt ist es wichtig,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dass man vielleicht eine gewisse Bewegung wie die Peristaltik im Darm nachbaut.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Oder bei der Blut-Hirn-Schranke ist zum Beispiel auch der Fluss ganz wichtig,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: weil der die Blut-Hirn-Schranke stärkt und die Funktion unterstützt.

Martin Puntigam 1: Also die Chips sind nicht nur irgendwelche Platten, die halt Substanzträger

Martin Puntigam 1: sind, sondern die müssen schon was können.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also sie sind oft auch mit einer Peripherie verbunden,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wie zum Beispiel einer Pumpe, um einen Fluss zu ermöglichen oder mit einer Sensorik,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: um diese Gewebe zu untersuchen.

Martin Puntigam 1: Die Bluthirnschranke, wenn wir es mal ganz grundsätzlich angehen, die haben wir.

Martin Puntigam 1: Das ist gut, dass wir sie haben. Sie ist nicht semi-permeabel,

Martin Puntigam 1: also teilweise durchlässig.

Martin Puntigam 1: Manche Sachen kommen durch, was gut ist, wie zum Beispiel Blut,

Martin Puntigam 1: aber andere Sachen sollen nicht durchkommen, aber manche kommen durch,

Martin Puntigam 1: obwohl sie nicht durchkommen sollen. Was für eine Aufgabe hat denn diese Blut-Hirn-Schranke

Martin Puntigam 1: und wie baut man eine Blut-Hirn-Schranke, die man ja nicht sofort sieht?

Martin Puntigam 1: Wenn man den Schädel aufschneiden würde, würde man jetzt nicht sagen,

Martin Puntigam 1: da vorne ist der Balken, das ist die Blut-Hirn-Schranke, sondern das ist ja

Martin Puntigam 1: ein Teil im Gehirn, den man halt so genannt hat.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also wie gesagt, bei der Blut-Hirn-Schranke handelt es sich nicht um

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: eine einzelne Schranke, sondern es sind die kleinen Blutgefäße,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die das Gehirn durchziehen und bestehen aus drei verschiedenen Zelltypen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und im Vergleich zu den Blutgefäßen, die wir sonst im Körper haben,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ist die Blut-Hirn-Schranke besonders streng reguliert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und das hat den Grund, dass sie die wichtige Aufgabe hat, das Gehirn und die

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nervenzellen, die im Gehirn vorhanden sind, zu schützen vor möglichen toxischen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Substanzen, die sich bei uns im Blut befinden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und deswegen ist die Barriere eben sehr streng reguliert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wichtig ist natürlich auch, dass das Gehirn Zucker bekommt. Also aktiv werden

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Moleküle in das Gehirn transportiert durch diese Blut-Hirn-Schranke.

Martin Puntigam 1: Weil das Gehirn sehr viel Energie braucht, glaube ich.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ungefähr 25 Prozent unseres Tages-Glucose-Bedarfs wird im Gehirn verbraucht

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: und 20 Prozent unseres Sauerstoff-Bedarfs.

Martin Puntigam 1: Warum wird das Gehirn dann eigentlich nicht dicker, wenn es so viel Zucker ist?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist eine gute Frage. Aber wir haben keine Fettablagerungen in unserem Gehirn

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: oder nicht in der Form, wo wir sie woanders haben.

Martin Puntigam 1: Wenn du sagst, toxische Stoffe, also Giftstoffe, die im Körper sie bewegen,

Martin Puntigam 1: sollen nicht ins Gehirn kommen, weil das Gehirn ja funktionieren soll.

Martin Puntigam 1: Das gilt nicht für alle toxischen Stoffe. Bekanntlich Alkohol kommt ganz gut

Martin Puntigam 1: rein, das mögen ja viele Menschen auch.

Martin Puntigam 1: Also wir stehen jetzt im Frühjahr, der Sommer steht vor der Tür,

Martin Puntigam 1: das heißt, da wird es ja zeltfeste Sonderzahl geben, wo sich die Leute genau

Martin Puntigam 1: damit beschäftigen, den Alkohol an der Blut-Hirn-Schranke vorbeizulotsen.

Martin Puntigam 1: Aber Medikamente tun sich da teilweise auch schwer, die ja eigentlich rein sollten, oder?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, ja, das stellt ein großes Problem dar und deswegen ist es auch sehr wichtig,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sich die Blut-Hirn-Schranke genauer anzuschauen, weil wir eben verstehen müssen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wie wir bestimmte Medikamente durch diese Schranke bringen können.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und da gibt es verschiedene Methoden, gewisse Transporte, die man targeten kann,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: also adressieren kann, um größere Moleküle, wie zum Beispiel Antikörper,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die gerade sehr wichtig sind, zum Beispiel bei neurodegenerativen Erkrankungen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wirklich durch diese Bluthirnschranke zu transportieren.

Martin Puntigam 1: Und wie macht man das? Sie kriegen dann einen Passierschein oder man macht es

Martin Puntigam 1: wie bei Harry Potter, man verkleidet sie mit einem Tarnmantel oder was sind

Martin Puntigam 1: denn da die Tricks, wie man diese Substanzen ins Gehirn bekommt,

Martin Puntigam 1: die man gern drinnen hält?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es gibt verschiedene Tricks, aber im Großen und Ganzen kann man sagen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sie werden mit gewissen Eiweißmolekülen Passierscheinen versehen und diese können

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dann an einen bestimmten Rezeptor binden und das führt dazu,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dass dieses Molekül dann in das Gehirn transportiert wird.

Martin Puntigam 1: Das war jetzt quasi der theoretische Überbau, wenn man so möchte.

Martin Puntigam 1: In der Praxis forscht sie tatsächlich schon an einer möglichen Anwendung oder

Martin Puntigam 1: ist das Grundlagenforschung per se?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich würde sogar auch vorsichtig sein mit dem Begriff Grundlagenforschung,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: weil bei uns geht es wirklich darum, solche Modelle zu bauen und zu entwickeln.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Natürlich ist unser Ziel auch immer, Erkenntnisse aus diesen Modellen zu gewinnen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber uns geht es vor allem darum, dass wir solche Modelle so naturgetreu wie

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: möglich nachbauen können, um dann zum Beispiel Medikamente zu testen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber wir arbeiten zum Beispiel nicht an der Entwicklung eines Medikamentes,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sondern unsere Modelle dienen dazu, dann später Medikamente testen zu können.

Martin Puntigam 1: Wer ist denn, wenn du die geschichtlich zufällig auskennst, auf die Idee gekommen,

Martin Puntigam 1: dass man Organe auf einem Chip bauen kann, beziehungsweise wie organähnlich

Martin Puntigam 1: sind denn die oder sind das nur ganz wenig Zellen von einem Organ,

Martin Puntigam 1: die eine Funktion erfüllen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also da gibt es ein paar wichtige Personen, die daran beteiligt waren,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dass Organonet-Chip heute das ist, was Organonet-Chip ist.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich würde sagen, der Begriff Organonet-Chip ist im Endeffekt 2011 entstanden,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: in einer Arbeitsgruppe, die von Professor Donald Ingber geleitet wurde und wird.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und die haben damals den ersten Lungenchip entwickelt. Also seitdem gibt es

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: eben dieses Konzept Organonet-Chip.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber es gab schon ähnlichere Konzepte, die vorher in der Literatur berichtet wurden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Im Großen und Ganzen, um auf deine Frage zurückzukommen, geht es bei uns immer

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: darum, gewisse funktionale Elemente eines Gewebes nachzubauen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also wir wollen kein ganzes Organ nachbauen, sondern wirklich nur den kleinen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Teil, der relevant für eine gewisse Funktion eines Organes ist.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Zum Beispiel im Falle der Plutierenschranke ist es eben diese drei Zelltypen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die diese kritische Barriere bilden. Wir könnten das als planare Barriere machen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: aber in unserem Fall ist es auch wichtig, dass wir eben diese komplexeren Architekturen nachbauen.

Martin Puntigam 1: Was ist eine planare Barriere?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Eine flache, zweidimensional angeordnete.

Martin Puntigam 1: Dann würdet ihr auch zu denselben Erkenntnissen kommen oder wenn ihr dreidimensional

Martin Puntigam 1: arbeitet, ist es die Chance größer?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist eine sehr spannende Frage und es wird immer mehr daran geforscht,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: auch diese Unterschiede wirklich zu verstehen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Generell ist schon zu erwarten, dass eine dreidimensionale Anordnung eine natürlichere Antwort gibt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber es muss nicht immer ein so komplexes Modell sein. Es kommt wirklich immer

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: auf die Fragestellung an.

Martin Puntigam 1: Weil in der Gestaltung von Filmbeiträgen zum Beispiel oder in der Grafik ist

Martin Puntigam 1: ja Dreidimensionalität nicht immer optisch ein Vorteil oder ästhetisch und da

Martin Puntigam 1: ist eben die Frage, ob es tatsächlich,

Martin Puntigam 1: weil es ist nebenan das 3D-Modell ist ja deutlich höherer Aufwand,

Martin Puntigam 1: das ist sehr viel schwieriger zu bauen, oder?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, genau. Und das ist eben sehr wichtig, wenn wir gerade daran denken,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: diese Modelle mehr anwendungsorientiert zu entwickeln.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es ist wirklich wichtig herauszufinden, welche Komplexität bedarf es für eine

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: gewisse Fragestellung, zum Beispiel, wenn man Medikamenten testen möchte.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wie komplex muss mein Modell sein, dass es genau diesen gewünschten Effekt hat,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: den ich im Menschen auch vorfinde.

Martin Puntigam 1: Wenn das kein ganzes Organ ist, sondern nur ein paar Zellen,

Martin Puntigam 1: aber die Zellen leben dann nicht mehr an, oder?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau. Die leben da für eine gewisse Zeit in diesen Chips.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und wir beobachten, was passiert.

Martin Puntigam 1: Was sind das für Zellen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Im Falle der Blut-Hirn-Schranke sind es eben drei Zelltypen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das sind die Endothelzellen, also die Zellen, die das Gefäß bilden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Dann gibt es die Perizyten, die wickeln sich um diese Gefäße,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sind auch wichtig für die Bewegung von Blut durch diese Gefäße.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und dann die Astrozyten, die ihren Namen von ihrer Form haben,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: weil sie ausschauen wie kleine Sterne.

Martin Puntigam 1: Und machen was?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Die unterstützen genauso die Barrierefunktion und haben eine sehr wichtige Funktion

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: auch im Zusammenhang mit den Neuronen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber sind auch aktiv daran beteiligt, diese Barriere zu unterstützen.

Martin Puntigam 1: Das hat der Martin Moder immer wieder mal erzählt. Ein großes Problem im Labor

Martin Puntigam 1: mit lebenden Zellen ist es, dass die erstens sehr anfällig auf Verschmutzungen

Martin Puntigam 1: sind und zweitens sehr gerne übers Wochenende sterben. Das Problem habt ihr auch?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, deswegen müssen bei uns sehr oft Studentinnen am Wochenende hervorkommen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir probieren es natürlich zu vermeiden, aber ja, ich habe auch sehr viele Jahre

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: meiner akademischen Wirkzeit im Labor verbracht.

Martin Puntigam 1: Bevor du dann Assistenzprofessorin geworden bist und die niedrigeren hierarchischen

Martin Puntigam 1: Stufen einteilen kannst, dass sie für dich am Wochenende nach dem Organ schauen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich komme natürlich auch immer noch am Wochenende.

Martin Puntigam 1: Was macht ihr denn, wenn ein Organ oder ein Chip, wenn ein Organ verstorben ist?

Martin Puntigam 1: Ihr werdet es ja nicht je nach religiösem Bekenntnis beerdigen.

Martin Puntigam 1: Beerdigen, das wird einfach weggeschmissen oder was passiert denn mit dem,

Martin Puntigam 1: was übrig bleibt oder nicht weiterverwendet werden kann?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also viele unserer Analysen sind tatsächlich Endpunkt-Analysen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das heißt, wir initiieren aktiv den Tod dieses Gewebes, kontrolliert,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: und schauen uns dann gewisse Sachen an in dem Gewebe.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Kommt auch wiederum ganz auf die Fragestellung an, aber also eigentlich funktioniert das,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: startet unsere Analyse oft, wenn das Gewebe dann gestorben ist.

Martin Puntigam 1: Wie bringt man Zellen zum Sterben? Ihr vergiftet sie oder wie macht man das?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir fixieren sie.

Martin Puntigam 1: So wie schlimme Kinder früher.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, also im Endeffekt, ich weiß nicht, wie schön sich das anfühlt für die Zellen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: aber wir stellen sicher, dass alle Proteine und Eiweißmoleküle genau dort bleiben,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wo sie sind. Und im Endeffekt.

Martin Puntigam 1: Aber man geht nicht davon aus, dass einzelne Zellen Bewusstsein haben und Schmerz empfinden?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, das nicht, genau. Aber ja, wir fixieren sie, sie bleiben in der Funktion,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wie sie ausschauen, genauso vorhanden und können sie dann zum Beispiel färben

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: oder eben andere Analysen.

Martin Puntigam 1: Und dann schaut sie, wie weit sie gekommen sind oder was da durchgeht oder wie

Martin Puntigam 1: sie strukturell ausschauen, während sie fixiert sind?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also ein wichtiger Grund, warum wir fixieren, ist tatsächlich,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wenn wir sie uns dann mit verschiedenen Färbemethoden anschauen wollen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Da schauen wir uns gewisse Eiweißmoleküle an, wie die sich verändern in den

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Strukturen, je nach gewissen Anreiz, den wir ihnen davor geben.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber wir können natürlich die Zellen auch anderwertig verwerten und uns zum

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Beispiel mit verschiedenen analytischen Methoden anschauen, was sie für Proteine

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: oder Eiweißmoleküle produzieren etc.

Martin Puntigam 1: Weil ich es am Anfang kurz erwähnt habe, das MIT, unter anderem natürlich deshalb,

Martin Puntigam 1: weil wir den Mark Abrahams und den damaligen Jahrgang vom IG Nobelpreis in den

Martin Puntigam 1: Folgen 44, 45, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, im Podcast gehabt haben und auf der Bühne,

Martin Puntigam 1: weil der Heinz-Oberhumer-Award an den IG Nobelpreis gegangen ist,

Martin Puntigam 1: der ja auch in der langen Nacht der Forschung vergeben wird,

Martin Puntigam 1: wo ihr an der TU mit Forschungen an Ständen sein wird.

Martin Puntigam 1: Und wo man sich anschauen kann und erklären lassen kann und zeigen lassen kann,

Martin Puntigam 1: wie ein fixiertes Organ ausschaut.

Martin Puntigam 1: Am MIT hast du das schon gemacht, was du jetzt machst oder ganz was anderes?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau. Also ich habe mich vor allem in den letzten drei Jahren, an denen ich dort war,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sogenannten Organ- und Chip-Modellen beschäftigt, die die sogenannte neurovaskuläre

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Einheit nachbilden im Bereich von neurodegenerativen Erkrankungen.

Martin Puntigam 1: Neurodegenerative Erkrankungen, zum Beispiel Demenz oder Parkinson,

Martin Puntigam 1: glaube ich, in deinem Fall.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also sowohl Morbus Alzheimer als auch Morbus Parkinson.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und Demenz ist ja eigentlich nur ein Überbegriff für verschiedene neurodegenerative Erkrankungen.

Martin Puntigam 1: Das heißt, die Zellen, die ihr fixiert, die haben diese Krankheit schon?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das kommt ganz darauf an, was man für ein Modell baut. In unserem Fall haben

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wir uns Zellen ausgesucht, die eine genetische Mutation tragen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die mit dieser Krankheit assoziiert wird.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und nicht alle unsere Zellen, vielleicht nur zum Korrigieren,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: werden wir fixieren. Dann gibt es ganz viele verschiedene Methoden.

Martin Puntigam 1: Okay, die mit der Krankheit assoziiert werden. Das weiß man ja bei vielen Krankheiten,

Martin Puntigam 1: wie zum Beispiel Alzheimer, überhaupt nicht, wie sie entstehen oder nur sehr

Martin Puntigam 1: teilweise, wie sie entstehen.

Martin Puntigam 1: Das heißt, das ist dann ein bisschen ein Rätselraten auch die ganze Zeit?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, also bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson ist

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: es tatsächlich ein großes Problem.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nur 10 Prozent der Erkrankungen sind tatsächlich auf genetische Mutationen zurückzuführen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, 90 Prozent der Erkrankungen haben, wie wir oft sagen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: einen multifaktorellen Ursprung.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, es gibt verschiedene Gründe, warum diese Krankheiten ausbrechen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und das macht die Untersuchung natürlich besonders schwierig.

Martin Puntigam 1: Das heißt, man kann eine Krankheit wie Alzheimer als Mensch aus ganz unterschiedlichen Gründen kriegen.

Martin Puntigam 1: Das ist nicht so wie Masern, die durch ein Virus ausgelöst werden,

Martin Puntigam 1: sondern das ist eine Erkrankung,

Martin Puntigam 1: die man sich quasi teilweise durch die Art und Weise, wie man lebt,

Martin Puntigam 1: erwirbt und teilweise genetisch bechert.

Martin Puntigam 1: Und dann schaut Alzheimer bei dir anders aus als bei mir?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, das ist gut möglich, genau.

Martin Puntigam 1: Achso, das weiß man auch gar nicht genau.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, es ist generell, die Erscheinungsformen können sich immer unterscheiden

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: und die sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und ja, es gibt verschiedenste Ursprünge und verschiedene Faktoren,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die zusammenspielen und diesen Krankheitsphenotyp auslösen können.

Martin Puntigam 1: Jetzt ist ja, wenn das...

Martin Puntigam 1: Quasi noch nicht einmal Grundlagenforschung ist, sondern der Bau von technischen

Martin Puntigam 1: Einheiten, ist die Frage natürlich immer müßig, aber sie wird sehr oft gestellt.

Martin Puntigam 1: Wenn ihr Erfolg habt mit eurer Forschung und es kommt am Ende ein Modell heraus

Martin Puntigam 1: oder es kommt am Ende ein Gerät heraus, mit dem man Blut untersuchen kann,

Martin Puntigam 1: nehme ich mal an zum Beispiel.

Martin Puntigam 1: Oder Medikamente testen kann.

Martin Puntigam 1: Wozu könnte das bestenfalls führen oder ist das überhaupt nicht absehbar?

Martin Puntigam 1: Oder ist die Frage sinnlos, weil das überhaupt nicht eurer Fragestellung ist?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, bei uns ist das tatsächlich ein wichtiger Aspekt, weil wir eher in der

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: translationalen Forschung tätig sind.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also wir wollen, dass diese Modelle tatsächlich auch Anwendung finden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das kann einerseits sein in der Untersuchung von neurodegenerativen Erkrankungen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: aber eben auch zum Testen von Medikamenten.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, im besten Fall werden solche Modelle tatsächlich zum Beispiel in

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Pharmafirmen angewandt, um deren verschiedenen Medikamentkandidaten zu screenen.

Martin Puntigam 1: Jetzt, wenn du nicht am Wochenende schauen musst, dass die Organe sterben oder

Martin Puntigam 1: Lehre, nehmen wir an, du machst eine Lehre an der TU,

Martin Puntigam 1: wenn du Assistenzprofessorin bist, weil das bedeutet ja, wir haben das auch

Martin Puntigam 1: schon in früheren Folgen besprochen, anhand der Karriere von Peter Weinberger,

Martin Puntigam 1: der auch sowas gehabt hat, nämlich eine Laufbahnstelle.

Martin Puntigam 1: Da müsst ihr euch ja ziemlich umfassend beweisen, damit es dann eine Professur

Martin Puntigam 1: wird. Und was machst du denn abseits deiner Lehre und deiner Forschung als Mensch?

Martin Puntigam 1: Als Privatmensch. Genau, damit man sich ungefähr vorstellen kann,

Martin Puntigam 1: wer hat da jetzt eine Viertelstunde lang erzählt, wie komplizierte Sachen zu bauen sind?

Martin Puntigam 1: Oder machst du nur das und lehnst Privatleben grundsätzlich ab?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich bin generell auch für Privatleben. Und wenn ich Privatleben habe,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dann lese ich sehr gerne oder verbringe Zeit draußen, gehe spazieren, fotografiere gerne.

Martin Puntigam 1: Und was fotografierst du dann?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Alles Mögliche, aber ich bin besonders interessiert an verschiedenen architektonischen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aspekten, also Gebäude, verschiedene Stile.

Martin Puntigam 1: Also diese winzigen Sachen, die du beruflich machst, das ist dann quasi der Gegensatz dazu.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, aber auch die Designkomponente, weil wir entwerfen ja auch kleine Häuser für Zellen.

Martin Puntigam 1: Wenn du sowas gern machst, da ist alternativ zum jetzigen Werdegang ein ganz

Martin Puntigam 1: anderer Werdegang möglich gewesen nach deiner Schulzeit, aber es ist halt zufällig das geworden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, ich habe kurz überlegt, Germanistik zu studieren, weil ich eben sehr gerne lese.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Habe aber auch schon immer ein Interesse für die Naturwissenschaften gehabt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und gerade dieser interdisziplinäre Aspekt im zum Beispiel Studium Biotechnologie,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: aber auch in dem Feld Organe-Tipp-Technologie ist etwas, was mich besonders

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: reizt, weil es eben diese Kombination von verschiedenen Aspekten ist.

Martin Puntigam 1: Normalerweise braucht man da einen guten Professor, Professorin in der Schule,

Martin Puntigam 1: damit man so eine Schlagseite entwickelt, weil wenn man naturwissenschaftliche

Martin Puntigam 1: Fächer blöd findet, wie es ja vielen jungen Menschen nach wie vor passiert,

Martin Puntigam 1: dann kann man die nie auf die Idee, an die TU oder an die BOKU studieren zu gehen.

Martin Puntigam 1: Da gibt es eine Person oder mehrere oder der Unterricht war grundsätzlich so

Martin Puntigam 1: anregend in der Schule, in der du warst?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich hatte ein paar gute Lehrer in Mathematik,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Chemie und Deutsch tatsächlich. Und ich glaube, das ist auch ein Grund,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: warum ich mich für diese Bereiche besonders interessiere.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und Biologie war auch immer eins von meinen Lieblingsfächern.

Martin Puntigam 1: Jetzt nehmen wir den Podcast in Deutsch auf, unter anderem deshalb,

Martin Puntigam 1: weil das die Sprache ist, in der ich das am besten machen kann.

Martin Puntigam 1: Aber es ist nicht die Sprache, in der du arbeitest, oder? Also wenn du Deutsch

Martin Puntigam 1: so gern hast, sprichst du es ja praktisch nie in der Arbeit.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist richtig, wie man vielleicht hört.

Martin Puntigam 1: Das hört man nicht, aber ich weiß ja, dass das so ist. Und es ist ja eine lustige Sprache.

Martin Puntigam 1: Ihr sprecht Englisch und das ist aber ein sehr sachdienliches Englisch.

Martin Puntigam 1: Das heißt, das ist eigentlich von dieser Literaturzuneigung, die du hast, weit weg.

Martin Puntigam 1: Es ist kein schönes, blumiges Englisch, sondern es ist ein Englisch,

Martin Puntigam 1: das man halt auf der ganzen Welt verstehen kann. Deshalb wird viel umschrieben,

Martin Puntigam 1: deshalb fallen viele Vokabeln weg.

Martin Puntigam 1: Es ist ein bisschen wie KI-Modelle schreiben, die schreiben wir auch sehr uninteressant.

Martin Puntigam 1: So ist die Sprache, das heißt, das ist eigentlich ein bisschen eine arme Sprache,

Martin Puntigam 1: das Gegenteil dessen ist, was du fast studiert hättest.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das stimmt. Ja, das kann man so lassen.

Martin Puntigam 1: Wenn ihr jetzt am selben Institut sitzt, Sarah, Brigitte, ihr seht euch da jeden

Martin Puntigam 1: Tag, ihr seid sechs Nachbarinnen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: De facto sehen wir uns kaum, außer ich sehe die Sarah über den Innenhof gehen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir sind am Campus leider sehr verstreut.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also die Räumlichkeiten sind verstreut.

Martin Puntigam 1: Ihr selber seid nicht verstreut.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, das wollte ich damit nicht ausdrücken. Nein, wir haben fünf Gebäude und

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die Institute sind unterschiedlich untergebracht.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also selbst wir sind am selben Institut und an unterschiedlichen Gebäuden.

Martin Puntigam 1: Ist das so ein großes Institut?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir haben nur 20 Mitarbeiter, ja. Das Institut für angewandte Synthese und Chemie

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ist, glaube ich, das größte an der Chemie zumindest.

Martin Puntigam 1: Und wenn es nicht stimmt, die kann es nicht kontrollieren. Dann kann man böse

Martin Puntigam 1: Zuschriften oder auch nicht.

Martin Puntigam 1: Das heißt, ihr arbeitet am selben Institut, ihr kennt euch, kennt euch so wie

Martin Puntigam 1: die beiden Peters, Ertl und Weinberger sie kennengelernt haben beim Rotwein auf Institutsfesten.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Daran arbeiten wir noch.

Martin Puntigam 1: Glaube ich, oder?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau.

Martin Puntigam 1: Aber wie habt ihr euch kennengelernt? Oder lernt man sie da wiederum?

Martin Puntigam 1: Die Ruth, Birna Grünberger, haben wir auch einmal im Podcast gehabt und sie

Martin Puntigam 1: hat erzählt, wie sie von Graz nach Wien gekommen ist an die TU.

Martin Puntigam 1: Ist sie sofort einkassiert worden für sämtliche Ausschüsse und Sitzungen und

Martin Puntigam 1: Beiräte als junge Akademikerin, weil man dort den Frauenanteil erhöhen hat wollen?

Martin Puntigam 1: Das ist nach wie vor auch so und bestimmt auch ein Teil eurer Arbeits- und Lebenszeit?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also wir sind inzwischen sehr viele Nachwuchswissenschaftlerinnen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Assistenzprofessoren. Also da ist in den letzten Jahren deutlich was gemacht worden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Als ich zum Studieren an der TU angefangen habe, gab es eine Professorin an

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: der Chemie. Also das hat sich deutlich geändert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und der Nachwuchs ist hier der auch

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: gerne forscht und gerne auch Lehre macht und weitergibt.

Martin Puntigam 1: Wenn ihr jetzt am SEMI-Institut arbeitet, euch kennt, aber fast nie seht.

Martin Puntigam 1: Und das so vielfältig ist, die angewandte Synthese-Chemie. Bride,

Martin Puntigam 1: du machst biomolekulare Nanochemie.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Kompliziertes Wort, ja.

Martin Puntigam 1: Jetzt waren gerade Feiertage, Ostern, wenn du ein Verwandten treffen hast und

Martin Puntigam 1: es kommen ältere oder jüngere Verwandte.

Martin Puntigam 1: Man muss das gar nicht immer auf die älteren Menschen schieben und die fragen

Martin Puntigam 1: Angi, was du machst und du sagst, biomolekulare Nanochemie ist das schon schwierig.

Martin Puntigam 1: Und wenn sie dann aber noch nachfragen, was genau, wie erklärst du den Menschen

Martin Puntigam 1: sowas, die das noch nie gehört haben und damit gar nichts anfangen können?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also vielleicht einmal zur Nanochemie. Das ist vielleicht auch ein Begriff,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: der schon sehr weit weg ist für manche.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir machen Chemie auf Nanolabel.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, im Bereich von Nanometern, wenn man sich das jetzt vorstellt,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und in Bezug, wenn man das setzt, mit einem menschlichen Haar,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das ist vielleicht, und das ist schon groß geschätzt, 0,1 Millimeter dick,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dann arbeiten wir praktisch in einem Hunderttausendstel von diesem Bereich.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, wir arbeiten mit Molekülen, die im Nanometer-Bereich groß sind,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dementsprechend auch gar nicht mehr sichtbar sind.

Martin Puntigam 1: Das ist so winzig, im Vergleich dazu ist die Sarah Fleischhauerin mit ihren Organzellen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, genau.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, könnte man so sagen, ja. Genau, die Schwierigkeit besteht darin,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dass wir diese Moleküle sichtbar machen wollen, aber das kann man teilweise

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: einfach machen, indem man Mikroskope verwendet.

Martin Puntigam 1: Aber was heißt entsprechende Mikroskope, das sind Elektronenmikroskope?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Elektronenmikroskope, genau, aber diese Elektronen mit den Elektronenmikroskopen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: alleine kann man die Funktion von zum Beispiel Biomolekülen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die wir auch verwenden, nicht wirklich zeigen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, wir zeigen, was wir zeigen wollen, nachdem wir mal grundlegend erforscht haben,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: was wir denn auf unsere Oberflächen, wir arbeiten auch mit Oberflächen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: teilweise auch mit Chips, aufbringen, zuerst analysieren und dann auch Biomoleküle

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: in dieses System einbringen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist das, was die Sarah vorhin erzählt hat, von wegen die Zellen sterben.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Da wollen wir zu einfacheren Modellsystemen übergehen und sagen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wir nehmen jetzt zum Beispiel von so einer Zelle nur die Membran und bauen dort

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: einen Rezeptor, also ein Protein ein, das ich aus dem Tiefkühler nehmen kann,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: auftauchen und dazugeben kann und erspare mir dann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Viel an den Prozessen, die vielleicht arbeitsaufwendig sind und zeitintensiv sind.

Martin Puntigam 1: Ich verstehe das ungefähr ein bisschen, was du gerade erklärt hast und habe

Martin Puntigam 1: keine Vorstellung, natürlich wie das praktisch ausschaut, wobei ich schon einmal

Martin Puntigam 1: in einem Labor war und gestaunt habe, wie wenig es da zu sehen gibt.

Martin Puntigam 1: Aber um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, wenn du das so erklärst,

Martin Puntigam 1: glaubst du, dass deine Verwandten dann nachher wissen, was du machst?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, also wenn man es runterbricht, machen wir Sensoren und das ist schon schwierig zu erklären.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Der einfachste Sensor, den vielleicht viele Ältere inzwischen kennen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ist der Glucosesensor, also sprich die Diabetes-Tests, die man vielleicht von zu Hause kennt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Bei den Jüngeren sind es vielleicht die Corona-Tests noch oder die Schwangerschaftstests.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das sind alles Schnelltests oder sind Biosensoren im weitesten Sinne.

Martin Puntigam 1: Das sind ja, wenn du sagst, das ist alles so winzig, dass man es nicht sehen kann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Dann muss man Mechanismen finden, um das, was man zeigen mag, zu detektieren.

Martin Puntigam 1: Genau, darauf zielt meine Frage ab,

Martin Puntigam 1: nämlich sowohl Corona als auch Schwangerschaftstests sind ja gut sichtbar.

Martin Puntigam 1: Dann baut man Mordstrom was rundherum, was man eigentlich gar nicht braucht,

Martin Puntigam 1: damit die Menschen das angreifen und sehen können und auch anwenden können.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Vieles ist Verpackung, genau. Und was man dann sieht, sind eigentlich Fluoreszenzfarbstoffe,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: also Farbstoffe, die mit Antikörpern, also Antikörpern werden modifiziert mit

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: diesen Farbstoffen und die sieht man dann eigentlich.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und das ist auf dem Trägermaterial, bei den Corona-Tests, bei den Schnelltests

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: und bei den Schwangerschaftstests ist das Papier.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist relativ einfach vom Prinzip.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir wollen da aber eben zu etwas fortgeschrittenen Systemen übergehen.

Martin Puntigam 1: Weil die Schwangerschaftstests zu schlecht sind?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, die Schwangerschaftstests sind nicht unsere Kernkompetenz.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das funktioniert, glaube ich, schon relativ gut.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir wollen da eigentlich übergehen, eine Membran mit einem Rezeptor für den

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Borkenkäfer nachzubauen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Warum wollen wir das machen? Weil wir uns gerne anschauen würden,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wie der konkrete Rezeptor, den man zumindest glaubt, dass der dazu verantwortlich

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ist, dass der Borkenkäfer ihren Geruch wahrnimmt, auch wirklich veranschaulichen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: können, ob das wirklich der richtige ist.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und so auch vielleicht ein Pheromon, also einen Lockstoff herstellen können.

Martin Puntigam 1: Bevor wir uns darin vertiefen, noch ganz kurz. Du kommst aus Oberösterreich,

Martin Puntigam 1: Kirchdorf an der Krems, sagt Menschen, die in Osterösterreich aufgewachsen sind,

Martin Puntigam 1: ein bisschen was, weil es dort eine Bahnstation gibt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, es ist Bezirkshauptstadt, das mag man kaum glauben.

Martin Puntigam 1: Du sagst, es hätten ganz andere Studien werden können.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also es ist auch so bei mir wie bei der Sarah, dass ich habe in der Schule sehr

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: gute Lehrer gehabt, also vor allem Naturwissenschaft im Bereich.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich bin im Realgymnasium zur Schule gegangen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Vor allem Chemie und Mathe waren wirklich die Lehrer diejenigen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die für mich das Interesse geweckt haben. Es hätte auch Physik werden können.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich habe mich dann aber für die Chemie entschieden, weil es für mich das Angewandteste

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: war von den drei Fächern.

Martin Puntigam 1: Und die Leute aus der Chemie auf die Leute von der Physik sowieso ein bisschen

Martin Puntigam 1: runterschauen und vice versa.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Mag sein, ja. Ja, wir versuchen aber inzwischen schon über die Jahre auch mit,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: also das ist schon so, dass wir versuchen zusammenzuarbeiten.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, also wir haben in den Projekten.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Speziell auch Physiker, die uns helfen, Sachen zu verdeutlichen.

Martin Puntigam 1: Also die helfen euch schon. Die werden nicht eingeschult und sehen dann einmal was anderes.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also diesen isolierten Wissenschaftler, wie man vielleicht im Kopf hat von vor

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: 50 Jahren noch, den gibt es, glaube ich, nicht mehr. Hoffentlich nicht mehr.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also ich hoffe, dass es keinen gibt, der allein in seinem Kammerl sitzt und dann ein Thema forscht.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Sondern man sucht sich ein Konsortium, das mit einem gemeinsam an einem Thema forscht.

Martin Puntigam 1: Aber es wäre auf jeden Fall ein naturwissenschaftliches Studium geworden oder

Martin Puntigam 1: so wie bei der Sarah Literatur, also Germanistik?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich habe schon auch überlegt, Englisch vielleicht zu studieren,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: aber für mich war das, ich bin nicht so der kommunikative Mensch.

Martin Puntigam 1: Also du magst Menschen, aber du redest nicht gern mit ihnen?

Martin Puntigam 1: Oder du magst Menschen gar nicht so gern und bist lieber allein?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Was würden meine Studenten jetzt sagen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, also ich mag Menschen natürlich schon.

Martin Puntigam 1: Aber Borkenkäfer nicht so gern.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Auch die Borkenkäfer haben ihre Daseinsberechtigung. Die Forschung hat mich

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: an und für sich, dieses Selbstausprobieren und etwas hat mich mehr fasziniert,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: als eine Sprache zu lernen, die man dann vielleicht nur für Übersetzung verwendet.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das war mir dann vielleicht zu weniger.

Martin Puntigam 1: Und der Borkenkäfer ist schon mehrfach gefallen. Für alle Menschen,

Martin Puntigam 1: die nicht wissen, wie ein Borkenkäfer ausschaut, Weil Käfer,

Martin Puntigam 1: stellt man sich, so wie Marienkäfer, was gut Sichtbares vor.

Martin Puntigam 1: Maikäfer sind noch größer, Hirschkäfer sind noch größer. Wie schaut denn der Borkenkäfer aus?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, der Borkenkäfer ist ein eher kleines Käferchen, ein 5 mm großes circa,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dunkelbraun-schwarz, behaart.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und wenn ich jetzt vor Borkenkiefer rede, dann meine ich den Buchdrucker,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das ist Ips Typographus.

Martin Puntigam 1: Der hat seinen Namen, woher?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Der hat seinen Namen, weil man von dem Bild, das er in der Rinde hinterlässt,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das ist sehr anschaulich.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, man hat einen Pfad, der reingeht und sich dann verzweigt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und da hat man angenommen, dass das ausschaut wie gedruckt.

Martin Puntigam 1: Also wie Buchstaben schaut das aus oder wie kalligrafisch gedruckt?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, man hat, glaube ich, so arabische Schriftzeichen darin reininterpretieren

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wollen und so ist das dann zu dem Namen Buchdrucker gekommen.

Martin Puntigam 1: Um den Übergang nicht auszulassen, der Borkenkäfer gilt als invasiver Gast oder

Martin Puntigam 1: Eindringling in unseren Wäldern, vielleicht nicht aus dem arabischen Raum oder

Martin Puntigam 1: wo kommt er denn her, wenn er bei uns nicht heimisch ist?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Er ist bei uns heimisch. Der Grund, warum man jetzt über die Jahre in letzter

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Zeit eigentlich wahrgenommen hat oder auch in den Medien stärker wahrgenommen hat,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ist, weil er durch gewisse klimatische Bedingungen begünstigte Voraussetzungen findet.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, er vermehrt sich relativ gut.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Früher war es so, dass wir strengere Winter gehabt haben, wo die Borkenkäfer

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: schon die Winterzeit nicht überlebt haben.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Jetzt ist es so, dass dadurch, dass wir Trockenzeiten noch haben,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Bäume geschwächt sind und dadurch sich auch nicht mehr wehren können.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also die haben schon eine eigene Schutzfunktion, indem sie Harze aussenden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und wenn diese gestört ist, dann findet der Borkenkäfer praktisch einen guten Vorteil.

Martin Puntigam 1: Das heißt, wenn der Borkenkäfer uns nicht mehr den Gefallen tut,

Martin Puntigam 1: selber in den harten Wintern zu sterben, hilft sie jetzt nach?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, nachhelfen. Wir versuchen zumindest dort, oder zumindest wir versuchen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: einen Lockstoff zu entwickeln, der

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dort, wo eine Überzahl von Borkenkäfern vorhanden ist, diese abzufangen.

Martin Puntigam 1: Machen wir es mal ganz anders aus. Was macht denn der Borkenkäfer,

Martin Puntigam 1: wenn er den Winter überlebt hat, in den Bäumen, was ihn, das ist immer ein schwieriges

Martin Puntigam 1: Wort, aber was ihn als Schädling auszeichnet, warum er so unbeliebt geworden ist?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also der Borkenkäfer wird von dem Baum praktisch angezogen. Der Baum selber hat auch Lockstoffe.

Martin Puntigam 1: Der will, dass der Borkenkäfer kommt, der Baum?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, nicht wirklich. Die Bäume kommunizieren ja auch miteinander.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist vielleicht wenig bekannt, aber Bäume kommunizieren auch über Pheromone

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: oder Stoffe. Das sind der Bene.

Martin Puntigam 1: Und was sagen Sie sich da?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wie die Umgebung ist.

Martin Puntigam 1: Keine Ahnung. Ja, genau.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ob Stressfaktoren da sind, dementsprechend wird hier kommuniziert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist der Fall. Und auf einige dieser Stoffe oder auf konkret einen reagiert

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: der Borkenkäfer relativ gut.

Martin Puntigam 1: Das heißt, die Bäume rennen miteinander, Klimawandel, diese Trottelmenschen,

Martin Puntigam 1: es ist schon seit Wochen so scheiß trocken und die Botschaft fängt der Borkenkäfer

Martin Puntigam 1: zum Teil ab und kommt dann?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Kann man fast so sagen, ja. Das ist so, dass der dann halt sich den Weg in die Rinde reinbohrt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Dann eines dieser Stoffe, die der Baum als Kommunikationspfluchtstoff aussendet,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: metabolisiert er dann auch.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und lockt dann die Weibchen an, die dann ihre Larven in den,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: oder die Reihe unter den Larven bilden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und die machen dann diese Gänge in das Holz hinein.

Martin Puntigam 1: Das heißt, wenn ein Baum sagt, Pfarr, reden wir ein bisschen und so,

Martin Puntigam 1: sagt der andere halt den Schlaupfen, sonst kommt der Borkenkäfer.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist schwierig, weil eigentlich müsste man großflächig bessern,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dann mit weniger Kommunikation.

Martin Puntigam 1: Das heißt, der schweigende Wald, den es bei Stifter zum Beispiel gibt,

Martin Puntigam 1: der wäre besser für die Bäume?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wahrscheinlich, ja.

Martin Puntigam 1: Wenn der Borkenkäfer jetzt angelockt ist, also die Männchen schädigen die Rinde

Martin Puntigam 1: und senden dann Duftstoffe aus, um die Weibchen anzulocken. Und dann geht es den baumahnden Kragen.

Martin Puntigam 1: Und ihr arbeitet jetzt aber daran, die Männchen anzulocken oder die Weibchen

Martin Puntigam 1: abzuschrecken? Oder welche Duftstoffe sind in eurem Interesse?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist auch eine Frage in unserem Projekt, ob dieser Rezeptor,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: den wir haben, auch wirklich auf dem Stoff, wo wir glauben, dass die Weibchen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: darauf reagieren, wirklich dieser ist.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und dann wollen wir aber eine Modifikation von diesem Lockstoff machen, der effektiver ist.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Weil momentan ist es so, dass bei einer sehr großen Anzahl an Borkenkäfer im

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wald, das gar nicht mehr als wirkliche Lockstofffalle verwendet werden kann,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sondern es ist eigentlich nur mehr zum Monitoring. kann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, man kann zwar, man kann das als Indikator sehen, dass Borkenkäfer

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: vorhanden ist, muss aber dann trotzdem in den Wald gehen und schauen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: welcher Baum wirklich befallen ist.

Martin Puntigam 1: Also so macht man das, man geht nicht als Förster, Försterin durch den Wald

Martin Puntigam 1: und sagt, ah, der schaut so aus, sondern man kann das schon anhand von Duft-

Martin Puntigam 1: und Botenstoffen am Waldrand feststellen, ob der Borkenkäfer da arbeitet.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Die Saison zum Beispiel schon begonnen hat. Genau. Und jetzt, wo es wärmer wird,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also was uns auch rauslockt in die Natur, gerade jetzt für den Borkenkäfer aktiv,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das ist die erste Saison April, Mai, wo es zum ersten Mal warm wird und dann

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: im Juli, August nochmal.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, es gibt zwei Saisonen, wo es dann aktiv ist.

Martin Puntigam 1: Es gibt ja verschiedene Frühlingsbeginne, habe ich mir sagen lassen,

Martin Puntigam 1: den astronomischen, den meteorologischen und den phänologischen.

Martin Puntigam 1: Hat das auf den Borkenkäfer auch Auswirkungen, dass man sagt,

Martin Puntigam 1: die Jahreszeiten beginnen immer früher?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es ist temperaturpengig, ja. Also das heißt, je früher es warm wird,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: umso früher hat man dann den möglichen Befall.

Martin Puntigam 1: Und geht es dann wirklich in den Wald, wie man es sich von der Schule her vorstellt?

Martin Puntigam 1: Gummistiefel, Rucksack, Sandkist hat man früher mitgenommen,

Martin Puntigam 1: Jause und dann geht es in den Wald und schaut es euch an, wo der Borkenbächer wütet?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich selber bin ja am Institut für Angewandte Synthese. Das ist schon etwas weit

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: entfernt auch vom Forst.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber in dem Projekt, in dem ich zusammenarbeite mit weiteren Projektpartnern,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: haben wir sowohl auch Forstwirten drinnen, die genau das machen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber da sind wir nur ein bisschen entfernt davon. Das heißt,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: im ersten Schritt schauen wir uns einmal auch an, auf echten Käfern,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wie denn die neuen Pheromone wirken.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, da gibt es sogenannte Olfaktometer.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das sind Gänge, die eine Y-Form haben. und da gibt man dann am Ende der beiden

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Y-Strenge unterschiedliche Lockstoffe rein und schaut dann, wo der überhaupt hingeht.

Martin Puntigam 1: Ist aber Zufall, dass Y ist und die Weibchen angelockt werden sollen, oder?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, könnte natürlich dann auch noch mehr armig sein, ja.

Martin Puntigam 1: Ihr arbeitet an einem Duftstoff, der Borkenkäferweibchen anlockt und dann sind die angelockt.

Martin Puntigam 1: Was passiert dann mit denen? Dann werden die fixiert?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Die bleiben in der Falle, genau. Also die werden dann absterben, das ist richtig.

Martin Puntigam 1: Aber weil sie verhungern oder ersticken?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ersticken, nein, die kriegen halt auch nichts mehr dann zufressen.

Martin Puntigam 1: Also er lockt sie in die Falle und lässt sie verhungern?

Martin Puntigam 1: Naja, sehr unbeliebter Borkenkäfer und man will ihm zur Leibe rücken.

Martin Puntigam 1: Das ist die einzige Möglichkeit, wie man den Borkenkäferbestand reduzieren kann oder gibt es andere?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es gibt auch, was gerne auch einsatzwert ist, sind Fangbäume.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das sind Bäume, die bereits befallen sind und die man dann in den Wald auch

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: bringt, um dort noch weitere Borkenkäfer anzulocken.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es gibt aber auch mehrere Ansätze

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: hier, um überhaupt Biodiversität in ein Ökosystem wieder reinzubringen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Der Nationalpark Kalkalben zum Beispiel geht den Weg, dass man sagt,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: man überlässt es überhaupt der Natur.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Schaut, dass die, vor allem Fichten, die befallen werden, verrotten.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und dann kommt halt etwas Neues nach und dann muss man schauen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: was sie durchsetzt. Und das kann man aber natürlich in einem Land,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das von so 48 Prozent, fast 50 Prozent mit Wald bedeckt ist und viele von der

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Forstwirtschaft leben, nicht überall machen.

Martin Puntigam 1: Also das ist natürlich das Hauptinteresse, dass man den Wald bewirtschaftbar

Martin Puntigam 1: hält und nicht nur das, was Klimawandel genannt wird, was ja mittlerweile,

Martin Puntigam 1: je nachdem mit wem man spricht, auch schon als Klimakatastrophe bezeichnet werden muss,

Martin Puntigam 1: sondern auch die Monokulturen, die natürlich zwangsläufig entstehen,

Martin Puntigam 1: wenn man einen Wald bewirtschaften möchte.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Die Monokultur ist vorhanden in Österreich, ja.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Da bestreben, statt der Fichte, die vor allem das Problem ist,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: andere Arten von Bäumen zu setzen. Das dauert natürlich.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also so ein Pheromon könnte dann, das wir entwickeln, eine Übergangslösung sein,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: um die bestehenden Fichten zu schützen, um dann praktisch neue Arten von Bäumen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: zu setzen und die dann auch entsprechend großzuziehen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Die Fichte ist in gewissen Regionen auch problematisch, unter anderem wenn die

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wirklich wegfallen würde,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Weil dort, wo man zum Beispiel von Hangrutsch und dergleichen betroffen sein

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: kann und dort Fichten sind, dann will man dort hoffentlich auch einen längeren Schutz haben.

Martin Puntigam 1: Welche anderen Bäume wären denn das? Wir haben ja eine regelmäßige FM4-Sendung

Martin Puntigam 1: und da beantworten wir Fragen rund ums Klima und einmal ein ganz wütender Landwirt

Martin Puntigam 1: angerufen, weil, glaube ich, jeder Andreas Jäger gesagt hat,

Martin Puntigam 1: das mit den Fichten, das sollte man sich überlegen, weil das trockene Klima,

Martin Puntigam 1: Das rückt ihnen derartig zu Leibe, dass langfristig die Bewirtschaftung durch

Martin Puntigam 1: Fichten, das hat keine Zukunft, man muss sowieso andere Bäume nehmen.

Martin Puntigam 1: Und der war aber Bauer, der hauptsächlich offensichtlich von Fichtenholz gelebt

Martin Puntigam 1: hat und der war ganz erzürnt, dass man sowas öffentlich sagt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist auch verständlich, weil direkt und indirekt in Österreich sind 300.000

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Menschen in dem Bereich tätig.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also das wäre ein großer Industriezweig, der dann, wenn man die Fichte komplett

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ersetzen würde, wegfallen würde.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber was gesetzt werden kann, ist einfach ein Mischwald.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wenn eines ein Baum befallen ist, dass das nicht so eine Art Dominoeffekt hat,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: der einen ganzen Wald praktisch zum Sterben bringt. Und dann hat man das Mikado-System.

Martin Puntigam 1: Ein Mischwald, das ist ein Wort, das kenne ich schon ganz lang.

Martin Puntigam 1: Aber wie schaut denn ein Mischwald im Jahr 2026 aus?

Martin Puntigam 1: Der unterscheidet sich wahrscheinlich grundsätzlich von einem Mischwald,

Martin Puntigam 1: der 1985 gut gewesen wäre.

Martin Puntigam 1: Wenn du sagst, man setzt andere Bäume hinein, welche Bäume wären denn das?

Martin Puntigam 1: Das entscheiden andere Leute. Das wird nicht am Institut für Synthesechemie besprochen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist nicht am Institut für

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Synthesechemie. Da kennen sich hoffentlich Leute an der BOKU besser aus.

Martin Puntigam 1: Du warst ja an der BOKU. Welche Bäume setzt man?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Biotechnologie studiert, leider. Aber die wissen das bestimmt.

Martin Puntigam 1: Wie lange soll denn die Bekämpfung des Borkenkäfers gehen, dass man sagt,

Martin Puntigam 1: dann lasst man ihn wieder in Ruhe?

Martin Puntigam 1: Oder soll der Borkenkäfer ganz weg, weil man ihn ohnehin nicht braucht?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ganz weg ist, man greift ja in ein Ökosystem ein und das kann nie gut enden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es geht ja auch nicht darum, eine Spezies komplett zu eliminieren,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sondern es geht darum, um Bestand zu reduzieren.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und daher, die Dauer wäre halt wirklich, dass man sagt, man findet den Weg,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: eine Biodiversität, in der man einen Mischwald aufzieht, in die Wachstumszeit.

Martin Puntigam 1: Und dann gibt es halt Borkenkäfer, aber sie richten immer so einen Schaden an,

Martin Puntigam 1: dass man ihnen extra was erfindet.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Großflächig, nein. Hoffentlich, ja.

Martin Puntigam 1: Jetzt ganz am Anfang haben wir unter anderem KI erwähnt.

Martin Puntigam 1: Nicht nur deshalb, weil das halt viel in den Medien ist und viele Menschen fürchten

Martin Puntigam 1: sie. Manche finden das ganz toll. In Wirklichkeit ist es schwierig, Vorteile zu finden.

Martin Puntigam 1: Aber wenn man irgendwann, irgendwo hört, dass Sprachmodelle oder künstliche

Martin Puntigam 1: Intelligenz einen Sinn haben, dann meistens in einem Forschungszusammenhang.

Martin Puntigam 1: Also nicht diese großen Rechenmodelle oder diese furchtbaren,

Martin Puntigam 1: diese Software, wo man dann KI-Slob herstellt, sondern in eurem Fall.

Martin Puntigam 1: Und ihr habt künstliche Intelligenz integriert in eurer Forschung.

Martin Puntigam 1: Wie kann man sich denn das vorstellen?

Martin Puntigam 1: Weil das ist ein Wort, sind zwei Wörter, künstliche Intelligenz.

Martin Puntigam 1: Und dann sagt man, ich arbeite mit künstlicher Intelligenz.

Martin Puntigam 1: Aber was macht man denn konkret, wenn man mit künstlicher Intelligenz arbeitet?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also es ist so, dass wir in dem Projekt auch einen Partner haben,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das Software-Kompetenzzentrum in Hagenberg, also in Oberösterreich,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die sich genau mit KI beschäftigen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: In dem Fall schauen sie sich an, wie dieser Rezeptprojekt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Dieser Geruchsrezeptor vom Borkenkäfer mit den Pheromonen wechselwirken.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wenn ich mir das nochmal vielleicht vorstellen kann, oder wie kann man sich das vorstellen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist, dieser Rezeptor funktioniert nach einem Schlüssel-Schloss-Prinzip.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, diese Signalweiterleitung, wenn jetzt der Borkenkäfer einen Geruch

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wahrnimmt, dann ist das so, dass dieses Pheromon an diesen Rezeptor andockt,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: so nennt man das, und der öffnet sich dann, dann kommt es zur Signalweiterleitung.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und um dieses Molekül, dieses kleine Molekül, das im Nanometer-Bereich eben

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ist und an diesen Rezeptor andockt, das kann man simulieren.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das kann man modellieren mit eben computerunterstützten Methoden.

Martin Puntigam 1: Und das geht schneller, wenn man es mit diesen KI-Modellen macht?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Man bekommt eine Idee dafür, wie dieses ideale Molekül vielleicht ausschaut.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es heißt ja noch nicht, dass das natürliche Pheromon, das praktisch von den

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Männchen produziert war, auch das Beste ist zum Anlocken.

Martin Puntigam 1: Jetzt klingt das alles sehr faszinierend. Sind die Borkenkäferweibchen auch

Martin Puntigam 1: schon so fasziniert von dem, was ihr herausgefunden habt, oder steht es erst am Anfang?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir stehen momentan eigentlich noch am Anfang vom Projekt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also wir sind noch an der Entwicklung von den Modellsystemen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und wir sind am Herumprobieren vom Pheromon. Also wir sind ja im Institut des Phanogenes Desigmi.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, dieses Pheromon wird dann auch von uns synthetisiert und dann mit

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: unseren Partnern auch getestet. Also das ist, wie vorhin,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: gesagt, eben auch an echten Portumkäfer gemeinsam mit unseren Käferforschern,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die auch im Projekt sind. Das heißt, die schauen sich dann an,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ob funktioniert das auch.

Martin Puntigam 1: Wo sitzen die?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Die sitzen in Brünen.

Martin Puntigam 1: Und das ist das Institut für Käferforschung oder?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Entomologie.

Martin Puntigam 1: Und mit denen arbeitet sie zusammen. Wir haben in einer unserer Fernsehshows

Martin Puntigam 1: und auf der Bühne mit Elisabeth Oberzaucher über Duftstoffe,

Martin Puntigam 1: Pheromone gesprochen, weil da ist es ja sehr schnell einmal lustig,

Martin Puntigam 1: wenn über Pheromone gesprochen wird und über Menschen.

Martin Puntigam 1: Und was ich mir davon noch gemerkt habe, ist, das, was Menschen gut riechen

Martin Puntigam 1: oder stinken, wird im Wesentlichen aus denselben Duftstoffen zusammengebaut.

Martin Puntigam 1: Weil die Dosierung und die Ingredienzien, also die Zutaten, entscheiden,

Martin Puntigam 1: ob was übler riecht oder gut riecht.

Martin Puntigam 1: Das spielt bei euch auch eine Rolle?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Kann unter Umständen auch eine Zusammensetzung von verschiedenen Stoffen liegen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: oder auch an der Konzentration, die dann letztendlich beim Käfer landet.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist ja auch noch eine Sache, nur wenn man jetzt einen Stoff hat, der funktioniert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wie bringt man den denn überhaupt dann ein in das Ökosystem?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Lockt der zum Beispiel was anderes an? Hat man da sogenannten Beifang?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das wollen wir natürlich vermeiden.

Martin Puntigam 1: Vor allem sind Schmetterlinge dort, wo der Borkenkäfer sterben soll.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, genau, das wäre schlecht.

Martin Puntigam 1: Außer die Kastanienminier-Motte, dann wäre es vielleicht gut,

Martin Puntigam 1: oder? Das wäre ja Win-Win quasi.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Da gibt es einige Käfer, die womöglich dort landen könnten, ja,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die auch invasiv sind, aber im Prinzip wäre es gedacht, dass wir halt schauen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dass wir wirklich nur Borkenkäfer spezifisch sind.

Martin Puntigam 1: Das heißt, wenn diese Duftstoffe auf verschiedene Insekten reagieren oder umgekehrte

Martin Puntigam 1: Insekten, auf den selben Duftstoff reagieren wir Menschen auf diese Insektenpheromone

Martin Puntigam 1: auch oder ist Pheromon so ein breit gestreiter Begriff?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich habe es ja inzwischen gerochen und so wie man einen Geruch zum ersten Mal

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: kennenlernt, Also wenn man dieses Denken, also ich denke an eine Orange und

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: an den Geruch von einer Orange, dann weiß ich sofort.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich weiß, wie das riecht, das riecht nach Limonä. Genauso ist es jetzt für mich auch.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich habe diese Stoffe zum ersten Mal gerochen und mir dachte,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: okay, das hat einen gewissen Wiedererkennungswert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber das ist jetzt nicht, dass ich den gut finde.

Martin Puntigam 1: Du verwendest es nicht als Parfum.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein.

Martin Puntigam 1: Aber das ist ja erstaunlich, weil Pheromone angeblich, wenn ich mich wieder

Martin Puntigam 1: richtig erinnere, sind ja so dosiert, dass sie längst wirken,

Martin Puntigam 1: bevor man sie bewusst wahrnimmt.

Martin Puntigam 1: Und ihr arbeitet jetzt aber mit einer Dosis, die der Käfer schon riechen muss

Martin Puntigam 1: und ihr auch riechen könnt oder er wollte jetzt nur wissen, wie das riecht und

Martin Puntigam 1: hat es einmal hochdosiert?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, also wir stellen diese Verbindungen ja auch her. Das heißt,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: bei der Aufreinigung und dann bei der Isolation von diesen Verbindungen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: da kommt man in Kontakt, zumindest auch geruchstechnisch mit.

Martin Puntigam 1: Und wie schließt sie aus, dass andere Insekten als der Borkenkäfer darauf anspricht?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Unsere Käferforscher können da eigentlich nur die Vorversuche wirklich auf den

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Borkenkäfer zu machen. Das ist kaum möglich abzuschätzen im Experiment oder in der,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Im Labor, ob das auf andere Kiefer auch wirkt, das muss dann wirklich getestet

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: werden in der freien Natur, in Stellen, wo auch wirklich Befall ist.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und hier haben wir eigentlich auch Kooperationspartner, die das mit uns dann auch machen werden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und das kann natürlich nur in Gebieten sein, wo wir explizit eine Erlaubnis dafür haben.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, wir haben zum Beispiel in Wien dezidiert Regionen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wo wir nicht beduften dürfen.

Martin Puntigam 1: Jetzt zielt deine Forschung ganz grob formuliert darauf ab, ein Tier zu schädigen,

Martin Puntigam 1: damit es den Baum nicht schädigt.

Martin Puntigam 1: Deine Forschung, Sarah, wenn ich das richtig verstanden habe,

Martin Puntigam 1: zielt unter anderem darauf ab, Tieren den Schaden zu ersparen,

Martin Puntigam 1: weil man mit den Modellen, die ihr entwickelt, unter anderem Tierversuche einsparen kann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, das wäre das Ziel.

Martin Puntigam 1: Und das klingt gut, weil es ist ja immer so, wenn irgendwelche Leute im Fernsehen

Martin Puntigam 1: was präsentieren, also ganz furchtbare Leute wie die Chefs von großen KI-Konzernen

Martin Puntigam 1: oder zurechnungsfähige und angenehme Menschen von Universitäten meinetwegen,

Martin Puntigam 1: dann fast immer kommt irgendwo vor, dass das mithelfen kann, Krebs zu heilen.

Martin Puntigam 1: Und das klingt dann gut und dann irgend sowas muss man ja finden,

Martin Puntigam 1: weil alles andere ist unter Umständen zu kompliziert oder zu wenig aussagekräftig noch.

Martin Puntigam 1: Das ist auch bei euch so, das ist ja beersternd, weil man dann Tierversuche

Martin Puntigam 1: wegkriegt und das sagt sie dazu, damit die Forschung besser dasteht oder das

Martin Puntigam 1: ist tatsächlich ein Ziel?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, das ist schon tatsächlich ein Ziel. Also es gibt auch in diesem Bereich

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wirklich viel Bewegung.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also die Food and Drug Administration in Amerika hat 2022 den sogenannten Modernization

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Act 2.0 durchgelassen, wo es darum geht, dass für Zulassungen von Medikamenten

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: jetzt auch alternative Modelle verwendet werden können.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das inkludiert zum Beispiel auch Organ- und Chip-Technologie.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das war vorher nicht erlaubt? Genau, es war vorher verpflichtend,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Tierversuche zu verwenden.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Alternativen verwenden zu können.

Martin Puntigam 1: Also das ist wie die vegane Kochlehre?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und letztes Jahr haben sie sogar gesagt, dass sie bis 2050, und das ist recht

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: optimistisch, Tierversuche auslaufen lassen wollen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, es gibt wirklich viel Bewegung in dem Bereich und Pharmafirmen beginnen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: auch immer mehr, sich aktiv mit solchen alternativen Modellen auseinanderzusetzen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber auch hier sind wir momentan noch am Anfang, weil obwohl die regulatorischen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Behörden behaupten, dass sie sehr interessiert sind daran, ist es momentan noch

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: so, dass sie trotzdem nicht wirklich viel Vertrauen in diese alternativen Methoden haben.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also momentan ist es eher so, dass sie es gut finden würden,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wenn man zusätzlich zu den Tierversuchsdaten auch alternative Daten zur Verfügung

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: stellt, damit sie einen Eindruck kriegen können, welche Informationen man aus

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: solchen Modellen gewinnen kann.

Martin Puntigam 1: Weil jetzt ist es ja ganz oft so, es gibt es glaube ich, vielleicht mittlerweile

Martin Puntigam 1: nicht mehr, weil es so eine grauenvolle Plattform geworden ist,

Martin Puntigam 1: aber das was früher Twitter war, heißt das X und da hat es einen Account gegeben,

Martin Puntigam 1: der Forschungsergebnisse publiziert hat und unten nur dazu geschrieben hat, in Mais.

Martin Puntigam 1: Ist, weil ja Meiseversuche oft unaussagekräftig sind, dass man überhaupt keine

Martin Puntigam 1: Rückschlüsse oder eine ganz schlechte Rückschlüsse auf den Menschen ziehen kann.

Martin Puntigam 1: Das heißt, warum haben da die Tierversuchsergebnisse einen so guten Ruf oder

Martin Puntigam 1: das macht man halt schon viele Jahrzehnte und hat nichts Besseres?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich glaube, generell hat man wirklich viele Erkenntnisse aus Tierversuchen gewonnen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und es gibt gewisse Parallelen, wo sich Tiermodelle eignen, um gewisse humane

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Prozesse zu untersuchen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Aber ich glaube, jetzt, wo wir langsam zu einem Punkt kommen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wo wir alternative Modelle zur Verfügung haben, ist es, glaube ich,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ein guter Zeitpunkt, um das mehr zu hinterfragen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und es gibt gewisse Krankheiten, wo es tatsächlich zu große Unterschiede gibt

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: zwischen Tiermodellen und dem Menschen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: wie zum Beispiel neurodegenerative Erkrankungen, weshalb es zum Beispiel bei

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Parkinson einfach immer noch kein Medikament gibt, was die Krankheit verändern

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: kann oder was neuroprotektiv wirkt, also schützend auf die Nerven zu.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und ein Problem ist zum Beispiel, dass die Tiermodelle, die wir hier heranziehen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: nicht wirklich den Prozess beim Menschen nachbauen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Sondern diese Krankheitsprozesse sind oft künstlich induziert.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das Gehirn unterscheidet sich, die Blut-Hirn-Schranke ist auch unterschiedlich

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: zwischen Tiermodellen und dem Menschen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und deswegen besteht hier auch gerade ein Interesse mit alternativen Modellen.

Martin Puntigam 1: Und könnte man eure beiden Forschungsgebiete zusammenführen,

Martin Puntigam 1: dass du ein Modell baust, dass man den Borkenkäfer dran testen kann?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Spannend.

Martin Puntigam 1: Aber auf die Idee müsste es doch schon kommen sein. Das ist doch naheliegend.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich sehe nicht direkt noch einen Zusammenhang zwischen einem Borkenkever und

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: einem spezifischen Organ, aber die Sensoren für Pheromone ist definitiv was,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: was vielleicht im Parkinson relevant sein kann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist jetzt nicht spezifisch mein Forschungsbereich, aber es gibt genug Daten,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die zeigen, dass sich auch das Geruchsprofil verändert bei Parkinson-Patienten zum Beispiel.

Martin Puntigam 1: Und bei anderen auch?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Auch bei anderen Erkrankungen.

Martin Puntigam 1: Auch da die AI-Nose, also die KI-Nase.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau.

Martin Puntigam 1: Man sagt es Hunden nach, dass sie Krankheiten riechen können.

Martin Puntigam 1: Und daran wird auch im Zuge dieser Pheromon- und Duftstoffforschung geforscht,

Martin Puntigam 1: dass man Krankheiten früher erkennen kann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, das ist auch ein anderes Projekt, in dem ich Beteiligung momentan habe.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also wir haben ein Projekt, in dem wir versuchen, Lungenkrebs früh zu erkennen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist ein bisschen anders als beim Borkenkäfer, wo wir wirklich den gesamten

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Rezept versuchen nachzubauen und zu imitieren.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Dort geht es eher um Materialien, eigentlich das Riechen beizubringen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, wir versuchen Verbindungen, die Wechselwirkungen mitzuhaben.

Martin Puntigam 1: Also ein Koffer, der stinkt, kann das dann irgendwann einmal selber wahrnehmen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, also die Idee wäre halt, dass man das so verkleinert, dass man das vielleicht

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sogar ins Handy einbauen kann und dann wirklich die Analytik während eines Telefongesprächs

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: hat. Dass die Erkennung überhaupt da ist.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und da sind genau die Materialien, die wir herstellen, relevant,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: weil die mit den Analyten, die in der Atemluft sind, unterschiedlich wechselwirken.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und dann hat man ein Portfolio auch an unterschiedlichen Wechselwirkungen,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die KI eben auswirken kann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also da gibt es dann verschiedene Muster, die je nach Zusammensetzung von der Atemluft sind.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Abreichend ist.

Martin Puntigam 1: Es ist ja die Atemluft von Menschen, die rauchen. Ich habe ja bis Anfang des

Martin Puntigam 1: Jahrtausends selber geraucht, oft nicht die beste.

Martin Puntigam 1: Und wer trotzdem raucht, hat er ja so ein hohes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken.

Martin Puntigam 1: Und dann verändert sich die Atemluft und neben dem, was durchs Rauchen zur Atemluft

Martin Puntigam 1: dazugehört, kann man das trotzdem rausfiltern?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Genau, das ist die Schwierigkeit dahinter, weil es ist die Atemluft,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die wir abgeben, ist auch jahreszeitenabhängig oder was wir gegessen haben oder

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: welcher Herkunft wir sind.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das heißt, mit KI-Modellen könnte man das auch personenspezifisch dann herausrechnen.

Martin Puntigam 1: Also das ist tatsächlich, das hört man ja auch immer wieder,

Martin Puntigam 1: personalisierte Medizin.

Martin Puntigam 1: Dafür soll man, wenn man KI schon auf der Welt hat, das nutzen und nicht für

Martin Puntigam 1: Kriegsführung oder ein ganz harfen anderes sinnloses Zeug, wofür es eigentlich

Martin Puntigam 1: verwendet wird und bewirtschaftet wird.

Martin Puntigam 1: Aber das ist tatsächlich wie sehr Zukunftsmusik.

Martin Puntigam 1: Also da gibt es jetzt halt die Wörter und dann gibt es die personalisierte Medizin.

Martin Puntigam 1: Oder da stehen wir schon an der Schwelle dorthin und wenn die Menschheit ein

Martin Puntigam 1: bisschen vernünftiger wäre, dann hätten wir es bald.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also wir haben ein Startup, das in diesem Konsortium auch drinnen ist. Das Startup heißt Nosy.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das beschäftigt sich genau mit dieser Umsetzung. Momentan sind wir noch im Bereich von doch...

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Zehnmal fünf Zentimeter großen Geräten, die wir bauen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist für einen Schnelltest, den man vielleicht im Handy einfach zu groß noch hat.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Vielleicht haben wir da in Zukunft andere Möglichkeiten.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das hängt aber auch von den Materialien ab, wie klein können wir die wirklich

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: verarbeiten oder wie präziser können wir die aufbringen.

Martin Puntigam 1: Es gibt in der Astronomie den Zwang zum Akronym. Das ist ganz furchtbar in Wirklichkeit.

Martin Puntigam 1: Meistens muss man Buchstaben weglassen, damit ein Wort entsteht. NOSI ist ein Akronym.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Natürlich sind das alles Akronyme. Network for Olfactory System Intelligence.

Martin Puntigam 1: Und da ist dann jemand gesessen in einer Presse der Marketingabteilung und hat

Martin Puntigam 1: sich gedacht, damit das, wo

Martin Puntigam 1: es um Geruch geht, damit es auch nach Nase klingt, nehmen wir den Namen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das war nicht die Marketingfirma oder die Marketingangestellte,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: sondern das sind meistens Wissenschaftler selber, die diese doch teilweise sehr

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: ausgefallenen Akronyme machen.

Martin Puntigam 1: Und dann seid ihr glücklich, nosi, klar, super. Warum nicht mit E? Warum nicht nasi?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Naja, das soll ja auch im internationalen Bereich dann funktionieren von dem her.

Martin Puntigam 1: Also das heißt, das Akronym soll deutsch klingen und englisch ausformuliert

Martin Puntigam 1: sein und dann ist man auf der sicheren Seite.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: So ungefähr. Ja, das muss man

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das Startup dann fragen, wie das genau die Namensfindung funktioniert hat.

Martin Puntigam 1: Ganz zum Schluss noch, ihr bewegt euch gern und ihr arbeitet am selben Institut

Martin Puntigam 1: und es gibt TU-Events, heißt das, Team-Events.

Martin Puntigam 1: Kann man da teilnehmen oder muss man da teilnehmen?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Da kann man teilnehmen.

Martin Puntigam 1: Und macht ihr das beide? Also von dir, Brigitte, weiß ich, wer du es geschrieben hast?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, ich mache das gerne. Also ich bin zum Beispiel letztes Jahr beim Drachenboden

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: dabei gewesen und auch gestern war unser Fußballturnier an der Chemie.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Wir sind Vierter geworden.

Martin Puntigam 1: Wie kann man sich so ein Team-Event vorstellen? Was ist Drachenboot?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das Drachenboot fahren, paddeln eigentlich, man sitzt da zu 20 in einem Boot.

Martin Puntigam 1: Nüchtern?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, unser Paddelboot, unser Bootsführer, unser Paddelbootsführer, das ist ja streng.

Martin Puntigam 1: Ja, es ist so. Wenn man nicht nass werden möchte oder nicht zu nass werden möchte,

Martin Puntigam 1: ist es wahrscheinlich ein sinnvoller.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Letztes Jahr wären wir fast gekämpft.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es ist so, dass das halt Teambuilding auch ist, weil man Leute aus anderen Instituten

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: kennenlernt, die man sonst nicht kennenlernt.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Das ist halt die Alternative zum Rotwein am Abend.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Man hat eine gewisse Vernetzung auch bei diesen Events.

Martin Puntigam 1: Aber bei den Events selber noch nicht, da ist man ja Konkurrent, Konkurrentin.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Oder man ist Teil am gleichen Boot.

Martin Puntigam 1: Also das wird zusammengewürfelt aus verschiedenen Abteilungen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Beim Drachenboot ist es so, dass man gegen verschiedene Institute und auch gegen

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: das Rektorat antritt. Die haben auch ein eigenes Boot.

Martin Puntigam 1: Aber es gibt ja nicht 20 Leute im Rektorat oder müssen da alle Verwaltungsbeamtinnen auch mitmachen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Korrekt. Zweiteres, ja. Genau. Und da sind auch teilweise Firmen dabei,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die TUNA sind, sagen wir mal.

Martin Puntigam 1: Ach, die müssen das bezahlen und dann gibt es ein Team-Event von der TU.

Martin Puntigam 1: Und Fußball, da kann man ja nicht zusammenwürfeln, weil da muss man ja vorher

Martin Puntigam 1: wahrscheinlich trainieren gehen.

Martin Puntigam 1: Oder werden die Mannschaften da zusammengewürfelt und so wie beim Wählen in

Martin Puntigam 1: der Schule und man bleibt da über zum Schluss?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Kann passieren, ja. Nein, also da gibt es natürlich dann Präferenzen, wer mit wem spielen mag.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Dann nominiert man ein Team gemeinsam und sagt, wir sind dabei.

Martin Puntigam 1: Und es ist elf Leute und ein großes Fußballfeld und 90 Minuten?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, nein, nein. Das sind 20 Minuten, also zweimal zehn.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und es sind fünf Spieler am Feld mit Wechselspielern.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Und eine der Voraussetzungen ist, dass im Team eine Frau zumindest immer am Feld ist.

Martin Puntigam 1: Das machst du gern seit längerer Zeit? Oder das ist halt, weil heuer Fußball

Martin Puntigam 1: war, hast du Fußball gespielt?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Heuer war Fußball seit langem wieder das erste Mal. Das haben wir vor fünf,

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: zehn Jahren das letzte Mal auf Fakultätsebene gemacht.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ich bin bei diesen sportlichen Aktivitäten gerne dabei, weil ich auch gerne

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: die Leute vom Institut auch kennenlerne.

Martin Puntigam 1: Aber kannst du Fußball spielen? Nein.

Martin Puntigam 1: Bist du auch dabei gewesen beim Fußballturnier?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Nein, aber ich bin beim Staffel laufen nächste Woche. Laufen ist nicht meins.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Also laufen im Sinne von nur laufen.

Martin Puntigam 1: Und gibt es da Ehrgeizlinge? Also wenn da eine Frau, so wie du,

Martin Puntigam 1: die nicht Fußball spielen kann, aber am Spielfeld sein muss,

Martin Puntigam 1: von den Regeln her da ist, da gibt es Leute, die sich ärgern?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, das gibt es bestimmt überall.

Martin Puntigam 1: Kriegst du da überhaupt den Ball?

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ja, doch, doch. Also das ist schon so ganz... Ich kann schon laufen und den

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ball auch hin und wieder treffen.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Es ist nicht immer sehr zielsicher, aber...

Martin Puntigam 1: Also du versuchst ihn zu treffen und wenn es lustig ist, dann lachen manche

Martin Puntigam 1: und die anderen ärgern sie dann.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: So kann man das sagen, ja.

Martin Puntigam 1: Und wer mehr von den beiden wissen möchte und wie es der Blut-Hirn-Schranke

Martin Puntigam 1: so geht oder ob der Borkenkäfer schon ordentlich Hunger hat,

Martin Puntigam 1: der kann Sarah Spitz und Brigitte Holzer treffen und eigene Fragen stellen,

Martin Puntigam 1: die im Podcast vielleicht zu kurz gekommen sind, nämlich im Rahmen der Langen

Martin Puntigam 1: Nacht der Forschung am 24.

Martin Puntigam 1: April in ganz Österreich von 17 bis 23 Uhr an nahezu unzähligen Lehr- und Forschungseinrichtungen.

Martin Puntigam 1: Alle Infos unter langenachterforschung.at Die beiden Wissenschaftlerinnen sind an der TU zu sehen.

Martin Puntigam 1: Sarah Spitz präsentiert ihre am Chip fixierten Organe im To the Sky über den

Martin Puntigam 1: Dächern Wiens, wo wir auch schon die 50.

Martin Puntigam 1: Ausgabe des Science Masters Podcasts zelebriert haben.

Martin Puntigam 1: Gäste damals unter anderem Peter Ertl, von ihm war im Podcast die Rede,

Martin Puntigam 1: dann Richard Hemmer und Daniel Messner von Geschichten aus der Geschichte,

Martin Puntigam 1: Lisa Kramer, Sprachwissenschaftlerin und Betreiberin des Mundart-Podcasts und

Martin Puntigam 1: Stefan Deisenberger, der seit immer die wunderbare Musik für uns macht.

Martin Puntigam 1: Und Brigitte Holzer und ihre dufte Borkenkäfer-Forschung ist zu sehen am Getreidemarkt 9 im 6.

Martin Puntigam 1: Wiener Gemeindebezirk im Erdgeschoss der TU Wien im Gebäudeteil BF.

Martin Puntigam 1: Einfach der Nase nach.

Martin Puntigam 1: Im Rahmen der langen Nacht der Forschung wird heuer auch der Heinz-Oberhommer-Award vergeben.

Martin Puntigam 1: Insgesamt zum elften Mal und Preisträgerin ist diesmal die wunderbare Sandy Toxwick.

Martin Puntigam 1: In Kopenhagen geboren, bekommt sie die Auszeichnung aber nicht aus Solidarität

Martin Puntigam 1: für Grönland gegen die transatlantischen Blödmänner, was allerdings nicht die

Martin Puntigam 1: schlechteste Begründung wäre.

Martin Puntigam 1: Sondern für die vielen fantastischen Sachen, die die mittlerweile britische

Martin Puntigam 1: Schriftstellerin, Komikerin, Schauspielerin, Kinderbuchautorin und Moderatorin

Martin Puntigam 1: für Bühne, Verlage, Radio und Fernsehen produziert hat.

Martin Puntigam 1: Am bekanntesten ist sie vielen vermutlich als Moderatorin der BBC-Panel-Show

Martin Puntigam 1: QI, der sie seit 2016 als Nachfolgerin von Stephen Fry vorsitzt.

Martin Puntigam 1: Die Preisverleihungsgala findet heuer im Naturhistorischen Museum statt.

Martin Puntigam 1: Sandy Toxwick wird anwesend sein und den Abend gemeinsam mit den Science Busters bestreiten.

Martin Puntigam 1: Sprachlicher Dresscode deshalb Englisch. Der Eintritt ist frei,

Martin Puntigam 1: Anmeldung ist aber unbedingt notwendig, denn der Sitzplatzkontingent ist begrenzt.

Martin Puntigam 1: Für alle, die es nicht in den Festsaal des Naturhistorischen Museums schaffen,

Martin Puntigam 1: wird die Veranstaltung aber auch als Livestream im Internet zu sehen sein.

Martin Puntigam 1: Live sind natürlich auch wir ScienceBusters weiterhin zu sehen,

Martin Puntigam 1: um eine elegante Überleitung zu finden mit unseren Shows ScienceBusters for

Martin Puntigam 1: Kids und Weltuntergang für Fortgeschrittene. Letzter Rat, das nächste Mal am 28.04.

Martin Puntigam 1: Im Orpheum Wien. Dort sind wir auch am 31.05.

Martin Puntigam 1: Am 30.04. in der Kulisse Wien. Dort sind wir nach dem Sommer am 24.

Martin Puntigam 1: Oktober wieder zu sehen.

Martin Puntigam 1: Am 11.05. im Stadtsaal Wien, wo wir auch am 14. Juni antanzen werden.

Martin Puntigam 1: Am 20. Mai im Rathaussaal Telfs, am 22. Mai im Spielboden Dornbirn und am 23.

Martin Puntigam 1: Und 24. Mai München-Premiere im Lustspielhaus.

Martin Puntigam 1: 27. Mai sieht uns in der Bruckmühle in Bregarten. Am 28.

Martin Puntigam 1: Mai spielen wir in Salzburg im Oval. Am 23.

Martin Puntigam 1: Mai in der Bettfedernfabrik in Oberwaltersdorf. Am 6. Juni in der Papierfabrik

Martin Puntigam 1: Klein-Neusiedel. Am 12.

Martin Puntigam 1: Juni im Atrium Europasaal Bad Schallerbach.

Martin Puntigam 1: Und am 3. 7. im Renitenztheater Stuttgart.

Martin Puntigam 1: Und am Ende unserer Weltuntergangsshow gibt es nicht nur als Trost,

Martin Puntigam 1: sondern vielmehr als Genuss.

Martin Puntigam 1: Anders als beim letzten Mal keinen Sciencebusters Gin, den es nach wie vor unter

Martin Puntigam 1: The Scientist Gene Online zu erschwingen gibt, sondern es gibt was zu naschen.

Martin Puntigam 1: Florian Freistädter wird Bananenbrot gemacht haben, das nach Weltuntergang schmeckt.

Martin Puntigam 1: Und gemeinsam mit der Firma Zotter

Martin Puntigam 1: haben wir bekanntlich zwei wunderbare Universumsuntergangsschokoladen

Martin Puntigam 1: gemacht. Big Rip Zotter.

Martin Puntigam 1: Crunch. Alles kann nach der Show verkostet werden. Die Schokolade kann man auch

Martin Puntigam 1: käuflich erwerben und mit nach Hause nehmen und so schon einen Gruß aus der

Martin Puntigam 1: Küche bekommen, wie das Ende des Universums schmecken könnte.

Martin Puntigam 1: Science Passers for Kids gibt es in der ORF Kids App digital nachzusehen.

Martin Puntigam 1: Rund um die Uhr analog, nicht rund um die Uhr, aber dafür in voller Länge und

Martin Puntigam 1: live mit Martin Moder und mir. Gibt es das nächste Mal am 1.

Martin Puntigam 1: Mai in der Kulisse, Wien am 3.

Martin Puntigam 1: Mai im Orpheum, Wien am 24.

Martin Puntigam 1: Mai im Lustspielhaus München, am 14.

Martin Puntigam 1: Juni im Stadtsaal Wien, am 6. Juni in der Papierfabrik Klein-Neussiedl, am 14.

Martin Puntigam 1: Juni im Stadtsaal Wien und am 5., 7. und am 13. 9.

Martin Puntigam 1: Im Theater im Park, ebenfalls in Wien und Open Air.

Martin Puntigam 1: Anfang Mai geht es wieder hoch her in der Märchenstadt im Uranier-Puppentheater.

Martin Puntigam 1: Wir freuen uns schon sehr, mit Betsy Kasperl und der Großmutti gemeinsam unsere

Martin Puntigam 1: Show zu spielen, Fliegen lernen mit dem Bär-Nulli-Effekt.

Martin Puntigam 1: Helmut Jungwirth, Martin Puntigam und das Ensemble des Uranier-Puppentheaters

Martin Puntigam 1: aus der Märchenstadt werden gemeinsam erforschen, wie es gelingen kann,

Martin Puntigam 1: dass Betsy ohne Flugzeug in den Urlaub fliegt.

Martin Puntigam 1: Empfohlen für alle Kinder ab 4 Jahre bis ca.

Martin Puntigam 1: 104 plus minus. Termine und Infos unter Kasperl und BCAT.

Martin Puntigam 1: Sternengeschichten live, die Live-Show zum erfolgreichen Podcast von Florian

Martin Puntigam 1: Freistetter, gibt es in Wien das nächste Mal am 3.

Martin Puntigam 1: Juni in der Kulisse, nach dem Sommer am 3. Oktober in Lübeck, am 4. in Hamburg, am 23.

Martin Puntigam 1: Oktober in Fürth, Am 9. November in Erfurt, am 10. in Leipzig und am 11.11.

Martin Puntigam 1: Wird Florian Freistädter die Frohnatur

Martin Puntigam 1: aus Krems an der Tonau in Dresden naturgemäß den Karneval eröffnen.

Martin Puntigam 1: Alle Termine unter sternengesichten.live Ich selber bastel aktuell an einem

Martin Puntigam 1: neuen Soloprogramm, das ab Herbst auf der Bühne zu sehen sein wird. genauer ab 10.

Martin Puntigam 1: November, da ist Premiere im Theatercafé in Graz. Titel der Sause wird sein Der heilige Puntigam.

Martin Puntigam 1: Wien-Premiere ist am 19. November im Kabarett Niedermeier.

Martin Puntigam 1: Wer dabei sein möchte, kann schon jetzt Karten reservieren. Wer bis dahin zu

Martin Puntigam 1: mir beten will, kann das auch machen.

Martin Puntigam 1: Eventuell geht die eine oder andere Anrufung sogar als offizielles Wunder durch.

Martin Puntigam 1: Infos und Tickets zu allen Veranstaltungen unter sciencebusters.at slash termine

Martin Puntigam 1: unter puntigam.at kasperlundbc.at unter langenachterforschung.at und Sternengeschichten live.

Martin Puntigam 1: Danke an die TU Wien und die Uni gerade die Produktion des Podcasts unterstützen.

Martin Puntigam 1: Danke an Sarah Spitz und Brigitte Holzer für die umfangreichen Auskünfte.

Martin Puntigam 1: Danke an alle fürs Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten,

Martin Puntigam 1: Empfehlen, Zuhören, Knabbern, Kultivieren, Verduften, Fixieren und was man sonst

Martin Puntigam 1: noch alles mit einem Podcast anstellen kann.

Martin Puntigam 1: Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.

Sarah Spitz und Brigitte Holzer: Ciao und ich hoffe, man sieht sich bei der langen Nacht der Forschung. Tschüss.

Über diesen Podcast

Der Science Busters Podcast ist ein Podcast der Science Busters. Das trifft sich insofern sehr gut, weil der Name leicht zu merken ist.

Seit 2007 gibt es die Science Busters als Wissenschafts-Show-Projekt. Auf der Bühne, auf Radio FM4, als Bücher, als Lehrveranstaltung und TV-Sendungen. Und ab 2021 auch als Podcast. Weil fast immer mehr zu einem Thema zu sagen wäre, als im jeweiligen Format Platz hat. Nachhaltige Wissenschaftskommunikation, wenn man so will, lehrreich, unterhaltsam und durchgehend in Stereo.

In jeder Folge wird eine aktuelle Frage der Hörerschaft beantwortet, oder zwei. Und ein Thema umfassend beackert. Am Ende gibt es Tipps und Empfehlungen. Um Eigenwerbung zu vermeiden, muss immer einer die Arbeit seines Gegenüber bewerben.

Science Busters Podcast - transparent, unbestechlich, bürgernah
Tiere können der Handlung nicht folgen.

Produziert mit Unterstützung der Universität Graz und der TU-Wien

Kontakt: podcast@sciencebusters.at

von und mit Martin Puntigam, Martin Moder, Florian Freistetter

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