Science Busters Podcast

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Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Transkript

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00:00:00: Ausgabe-Einhundertzweiunddreißig des Sciencebusters Podcasts und heute schreien wir, Schierie!

00:00:05: Wir wissen wo dein Auto steht.

00:00:08: Ja aber nur wenn wir es auch tatsächlich wissen oder wenn wir's für unsere Forschungsarbeit brauchen können.

00:00:37: Herzlich willkommen zur Ausgab-Einhundertzweihunddreißig des SciencesBusters Podcast wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz unter TU Wien.

00:00:45: Mein Name ist Martin Bruntigam und mein Gesprächspartner Heute ist zum ersten Mal Simon Meier-Fiaker Philosoph, Sprachwissenschaftler, Autor und Influencer.

00:00:56: Hallo!

00:01:19: dass das kein süßer Verwandter von Labubus ist, wie kindisch Kinderkrankheiten sind und wie Österreiches geschafft hat nicht mehr als masernfrei zu gelten.

00:01:30: Heute geht es unter anderem um Fußball, Philosophie, prekäre Sprachwissenschaft, Guckungsuhren, Standesdünkel, Sprachideologie, Erratfahren, Herrschaftssprache, Linguistik live – und wenn noch Zeit bleibt über KI in der Wissenschaft!

00:01:49: Bist heute am bekanntesten vermutlich über deine TikTok und Instagram und so weiter Kanäle als der Fußball-Linguist?

00:01:58: Das war aber nicht von Anfang an ausgemacht, denn du bist in der Schweiz geboren vom Vorurteil her also.

00:02:06: reich geboren und hätte es der ganze andere Karriere auch machen können.

00:02:10: Der Geburtstag Basel war aber Zufall oder weil?

00:02:14: du bist ja kein Schweizer, oder?

00:02:16: Ich bin kein Schweitzer.

00:02:16: ich bin in Deutschland aufgewachsen unweit der Grenze im Südschwarzwald.

00:02:21: Lörrach heißt die Stadt wo ich dann zur Schule gegangen bin und dann noch weiter das Talhochsohn kleines Dorf und meine Eltern hatten beschlossen dass Basler Kinderspital als Geburtsort ihrer Kinder auszuwählen, einfach weil sie die Klinik glaube ich gut fanden und weil es auch irgendwie schön ist.

00:02:40: Also ich bin froh dass sich Basel in meinem Pass stehen hat.

00:02:43: Das ist mein Gesprächsanlass wie jetzt ja auch.

00:02:46: Ja das ist ja eine Katzensprung in Wirklichkeit von Lörrach.

00:02:48: Genau!

00:02:49: Es ist ja nicht weit weg im Südschwarzwald Die Schwarzwald nur als Wort kennen, die assoziieren das sofort mit Kuckucksuhren.

00:02:59: So wie Österreich in Sound of Music mit Lederhosen dargestellt wird.

00:03:04: aber Schwarzwalt ist wahrscheinlich wesentlich mehr oder fast alles andere eigentlich als Kuckuxuhren?

00:03:11: Ich habe tatsächlich in meinem ganzen Leben noch nie bei einer Privatpersonen, die dort wirklich lebt eine Kukuks-Uhr gesehen.

00:03:20: Das ist natürlich so ein touristisches Gadget und die werden weltweit exportiert aber sie spielen im Alltag der Menschen glaube ich keine Rolle.

00:03:28: Das sind fast ein bisschen Enttäuschen muss ich sagen.

00:03:30: also dass ab und zu noch irgendwo ein Erbstück herum steht und dann zur vollen Stunde der Kukuk heraus käme.

00:03:37: das wäre natürlich schon eine schöne Vorstellung

00:03:39: Ja aber es ist mir tatsächlich selten bis nie begegnet

00:03:43: Und du hast jetzt auch wo du ganz was anders wohnst keine Guckucks-Uhr, einfach nur um zu zeigen wo du herkommst oder das?

00:03:50: Es käme mir nicht in den Sinn.

00:03:52: Das hat aber auch ein bisschen was damit zu tun dass ich dort zwar geboren und aufgewachsen bin in dieser Gegend meine Eltern aber wiederum dort erst zum Studium hingegangen sind und meine Verwandtschaft sozusagen über die ganze Republik oder noch weiter verstreut ist.

00:04:07: also ich habe nicht wirklich diese Ortsverbundenheit die eine Grundlage wäre, dafür mit einer Kuckungsur aufzuhängen.

00:04:14: Ich frage natürlich deshalb so blöd nach weil du dann Zivildienst gemacht hast bevor du zu studieren begonnen hast im Natur- und Vogelschutz.

00:04:22: was kann man sich da drunter vorstellen?

00:04:23: wie macht man im Natur und Vogelschutz Zivildienst?

00:04:26: Es gab damals in Deutschland verschiedene Möglichkeiten, seinen Zivildienst abzuleisten.

00:04:31: Also den Ersatzdienst zum Beerdienst.

00:04:33: das Typische was man erkennt ist der Gesundheits- und Pflegebereich.

00:04:36: es gibt dann ja aber auch so Möglichkeiten in Jugendherbergen oder in Jugendzentren oder Ähnliches.

00:04:41: Aber ein Bereich wo es vergleichsweise wenig Stellen gab aber eben doch flächendeckend ist der Bereich Natur und Umweltschutz.

00:04:49: Und in meinem Fall war das ein großes Naturschutzgebiet im Schwäbischen am Federsee vom Naturschutzbund NABU bewirtschaftet und dort habe ich zum Beispiel Führungen gegeben für Touristen- und Schulklassen.

00:05:05: Und im Winter ganz viel Landschaftspflege, aber eben auch Kartierung von Vogelbrutstätten und ähnliches.

00:05:12: War das angenehme Zeit für dich?

00:05:13: oder was du vorwies vorbei war?

00:05:14: Es war eine großartige Zeit wahrscheinlich mit die Beste meines Lebens.

00:05:20: Das war aus verschiedenen Gründen bereichernd.

00:05:23: Die Arbeit war toll, weil was ganz anderes war als das, was ich davor und danach gemacht habe.

00:05:28: Und es waren sozusagen betreutes Erwachsenwerden!

00:05:31: denn man bekam ja Geld und man hatte aber auch die Fahrkarte, mit der man immer problemlos nach Hause oder sonst in der ganzen Republik umherfahren konnte.

00:05:42: Wir hatten eine Wohngemeinschaft mit den anderen Zivil-Kollegen, die aber schon mebliert war.

00:05:47: also da konnte man sich mal so langsam ran tasten ans alleine leben und überleben und das war großartig!

00:05:54: In jeder Hinsicht großartige.

00:05:56: Ja, das klingt sehr nett.

00:05:57: Du bist dann aber trotzdem nicht Ornithologe geworden sondern hast dann das Studium der Kommunikationswissenschaft und Philosophie begonnen Aber wieder ganz woanders an der Universität Duisburg Essen.

00:06:08: Das war aufgrund des Noten-Schnitts.

00:06:10: oder wie bist du dorthin gekommen?

00:06:11: Wieder doch Verwandte?

00:06:12: oder weil du einfach noch woanders sein wolltest.

00:06:15: Also ich wollte auf jeden Fall gerne woanders seien aber dass sich woanders hingehen muss war sowieso klar.

00:06:21: Freiburg wäre das Mindeste gewesen, was ich an Entscharnung auf mich nehmen muss.

00:06:27: Ich wollte aber gerne weiter weg und die Wahl auf Duisburg Essen ist deshalb gefallen weil es dort eine ganz bestimmte Ausbrechung der Kommunikationswissenschaft gibt nämlich Schwerpunkt interpersonale Kommunikation.

00:06:40: so ne Disziplin irgendwo an der Schnittstelle von Soziologie Sprachwissenschaften und Psychologie würde ich mal sagen.

00:06:47: Und das hat mich beim Lesen des Studiengangs Beschreibungen unmittelbar gepackt Und dann dachte ich mir, da muss ich hin.

00:06:56: Ich hatte auch einen Studienplatz in Münster gehabt und in Berlin sogar auch aber habe mich bewusst das Schwerpunkt wegen für Duisburg Essen entschieden und hab es auch nicht bereut.

00:07:06: Ja bevor wir jetzt zur Neigung der Sprachneigung und Philosophien-Neigung zu sprechen kann man oder auf die beiden Duisborg Essen und Preiskau.

00:07:16: Es ist kein extremer Kulturschock aber das sind doch ganz schön unterschiedliche Gegenden, dass sie jetzt erst dann die andere Gegend gewöhnen müssen.

00:07:23: oder das hat sofort funktioniert?

00:07:26: Es hat glaube ich gut funktioniert.

00:07:28: Das war zum ersten Mal in meinem Leben, dass sich in einer Stadt gewohnt habe.

00:07:32: also ich bin wie gesagt da in der Nähe von Lörrach aufgewachsen, da gab es immerhin ein Bahnhof.

00:07:37: mein Zividienst war denn einem Dorf.

00:07:40: wenn ich von dort weg wollte musste ich erstmal mit dem Bus fahren und dann dort anderthalb Stunden auf den Anschlusszug warten kam ich mal langsam wieder in die Zivilisation und dann kam ich plötzlich in eine Stadt, wo es U-Bahn-, S-Bahnen alles mögliche gibt.

00:07:56: Ich weiß noch genau, ich habe dann meinen Zimmer bezogen im Studentenwohnheim und hab von meinem Fenster aus den ICE gesehen – die Autobahn, die S-bahn und sogar Flugzeuge im Staaten und Landensehen.

00:08:10: Und da dachte ich wow!

00:08:12: Jetzt bin ich wirklich im Mittelpunkt der urbanen Welt angekommen.

00:08:17: Nach und nach haben sich dann auch die Urbanitätsdefizite des Ruhrgebiets gezeigt, wie die Leute im Ruhrgebiet übrigens selbst sagen.

00:08:24: Urbanitäzdefizit.

00:08:26: aber erstmal war es für mich was Neues und deshalb großartig.

00:08:33: Wenn man die kennt, kennt man dir als Sprachwissenschaftler oder jemand der über Sprache referiert?

00:08:38: Das Originalstudium war aber eigentlich Philosophie.

00:08:41: Kommunikationswissenschaften und Philosophien im Doppelmagisterstudium

00:08:46: Wenn man in der Schule im Gymnasium Philosophie hat, zumindest war das bei mir so.

00:08:50: Das ist erst in der siebten und achten Klasse – das ist bei euch die elfte-und zwölfte Schulstufe dazugekommen.

00:08:58: Das hatten wir halt auch noch gehabt und da hat man ein bisschen was erfahren.

00:09:01: aber dass man das auch studieren kann, das war nicht sofort naheliegend!

00:09:05: Wie bist du auf die Idee gekommen, das zu studieren?

00:09:09: Also ich habe noch zusätzlich bevor ich mich im Philosophieunterricht in der Schule damit befasst habe, hatte ich Ethik-Unterricht.

00:09:18: Der ja auch in vielen Teilen aus Philosophien besteht.

00:09:22: Ich hab ein altsprachliches Gymnasium besucht und bin dann im Zuge des Latein- und griechischen Unterrichts viel mit Philosophies in Kontakt gekommen.

00:09:31: Und dann habe ich noch eine Reihe von Seminaren besucht – der Stiftung Humanismus heute In Baden-Württemberg ansässig.

00:09:40: Das ist so ne Art für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler ein Angebot, sich mit alten Sprachen und Philosophie in der Nachfolge antike Literatur zu beschäftigen.

00:09:53: Die hatten solche Wettbewerbe gemacht – wettbewerk-alte Sprachen – und dann eben diese Seminare den man teilnehmen durfte.

00:09:59: Und das hat mich geprägt!

00:10:05: Philosophie zu studieren.

00:10:06: Ich weiß nicht, ob es in Österreich die Tradition der Abiturszeitung gibt?

00:10:10: Ja, Matura Zeitungen gibt's bei uns, aber sie meistens relativ albern.

00:10:14: Also da gibts halt Fotos von früher und damals und Zitate der Lehrerschaft wo man sich als junger Erwachsener lustig macht über die ehemaligen Vorgesetzten.

00:10:23: Genau also so ist das bei uns auch.

00:10:25: Aber es gab eben die eine Rubrik was willst du denn mal werden?

00:10:27: mein kleiner hieß es damals und da haben wir sozusagen Inweiser voraussicht, dass das mal später interessant sein dürfte.

00:10:35: Haben wir alle unsere Berufswünsche dort reingeschrieben?

00:10:39: Und bei mir stand oder steht Philosoph im Nebenfach?

00:10:44: Das war mir also immer klar!

00:10:45: Ich wusste immer ich will irgendwas machen plus Philosophie.

00:10:48: Ich wollte nicht hauptberuflich Philosoph werden aber dass das eine Rolle spielen sollte in meinem Beruf, das war mir klar und so ist es dann ja auch gekommen.

00:10:57: Wenn du sagst, du bist gut oder zumindest ausgebildet in alten Sprachen.

00:11:02: Bist du dann jemand der heute noch aus dem Stand Latein und griechisch übersetzen könnte?

00:11:07: Und im Urlaub den Verwandten auf die Nerven geht indem man sich die ganze Zeit fragt was das bedeutet und es dann stolz übersetzt?

00:11:15: Nein so weit würde ich nicht gehen!

00:11:17: Ich kann nicht mehr aus dem stand übersetzen aber es gibt ja zum inzwischen auf Instagram auch einige Kanäle von Menschen die Latein sprechen.

00:11:27: Also da gibt es einen, der auch ein Österreicher glaube ich tatsächlich.

00:11:30: Magister Kuffa oder so.

00:11:33: Der macht Content auf Latein weil er der Überzeugung ist man kann dann nur dann wirklich ein lebendiges Verhältnis zu dieser Sprache aufbauen wenn man's auch spricht.

00:11:45: das muss man üben das wird normalerweise nicht gelehrt aber man kann das natürlich lernen und da kann ich folgen.

00:11:51: also das ist natürlich sehr vereinfachtes Latein und dann auch unterstützt durch visuelle Reize und so weiter, aber das da kann ich folgen.

00:12:00: Und was ich immer noch regelmäßig tue ist wenn ich Literatur lese wo auf lateinische Quellen referiert wird, dann schaue ich mir schon den Originaltext an und nicht nur die Übersetzung.

00:12:10: also sozusagen Paralleltexte kann ich problemlos lesen und es ist auch immer ein Gewinn da den Original Text nebenan zu legen.

00:12:18: bei Latein- und Griechisch

00:12:19: vom Lateinunterricht kann ich mich noch erinnern es gibt halt verschiedene Zeiten und verschiedene Stile im Lateinischen.

00:12:26: hast du da Lieblingsstile oder bist du froh, wenn das überhaupt verstehen kannst?

00:12:30: Also Ovid war ja auch anders als Zitzeroria.

00:12:33: Ja, hat nicht nur was mit der Zeit zu tun sondern auch mit dem Sprachchen Register wie wir sagen würden.

00:12:38: also ist es Dichtung oder eher ein Sachtext politische Reden oder Geschichtsschreibung und so weiter.

00:12:49: Ich habe da keine besonderen Vorlieben in griechisch Unterricht, hab ich Platon sehr gemocht.

00:12:54: Während deine Studiums warst du in Florent ein ganzes Jahr lang in Iman.

00:12:59: Deine Lateinkenntnisse haben dir geholfen italienisch leichter zu erlernen?

00:13:03: Oder hast du das schon vorher beherrscht?

00:13:05: Das ist ein Mythos dass einem die Lateinkentnisse wirklich einen Vorteil bieten im Erlernen moderner romanischer Sprachen.

00:13:16: Ich würde sagen, der Vorsprung den man hat wenn man als Mensch mit Latinum italienisch lernt beträgt ungefähr drei Tage.

00:13:26: also ich glaube nicht das für drei Tage Abkürzung gerechtfertigt ist sich fünf Jahre lang durch Latein zu quälen.

00:13:33: Also ich finde die der Lateinunterricht muss sich bessere Argumente einfallen lassen als dieses vermeintliche.

00:13:40: Aber nein, ich habe tatsächlich kaum italienisch gekonnt.

00:13:44: Ich hatte zwar in der Schule schon italienische Unterricht aber wie ich heute weiß konnte die Lehrerin selbst kein Italienisch.

00:13:52: Das was sie uns beigebracht hat, hatte recht wenig zu tun mit dem Italienischen, was tatsächlichen Land dort gesprochen wird und ich hab es im Wesentlichen dort gelernt.

00:14:02: Sprechend und lesend und schreibend!

00:14:05: Und kannst du es heute noch?

00:14:06: Fass doch noch regelmäßig hin und praktizierst das dann.

00:14:10: Und freist dich, wenn's wieder flüssiger wird.

00:14:12: oder ist es ein Vergessenheitgeraden?

00:14:13: Nein!

00:14:14: Ich kann es heute nur noch würde sagen fließend.

00:14:16: Es kommt so'n bisschen ins Stocken Wenn ich lange nicht dort bin aber das dauert dann ungefähr einen halben Tag und dann geht das wieder

00:14:23: Was du da auf was man heute vielleicht Erasmus nennen würde.

00:14:27: und mir zum Vergnügen hast du dort wirklich studiert.

00:14:30: Beides Also ich hab auf vergnügungsvolle Art und Weise studiert.

00:14:35: Ich habe dort ausnahmslos Philosophie studiert, das war großartig weil Florenz wirklich ein Zentrum der italienischen Philosophies ist mit einem Institut mit fünfzig Professuren.

00:14:49: Das muss man sich mal... also unglaublich riesig!

00:14:53: Und insbesondere im Bereich der Philosophiegeschichte sind die unangefochten an der Spitze Lehrpersonen erleben dürfen.

00:15:02: Das habe ich schon ernst genommen, ich hab dann auch Hausarbeiten geschrieben sogar auf Italienisch.

00:15:06: Ich habe aber trotzdem die Zeit auch gut genutzt das deutsche Bieter zu genießen und das Land durch ausgedehnte Reisen kennenzulernen.

00:15:15: Wenn du heute einen kurzen Vorgriff, wenn du heute Professor bist, selber Professor bist hast du da noch Kontakt zu Kollegen und Kolleginnen aus Florent?

00:15:23: Ja!

00:15:25: Kontakt allerdings nicht im Bereich der Wissenschaft, sondern einfach ehemalige Kommilitoninnen und Kommilitonen von damals.

00:15:55: Das war bei uns damals üblich so, dass man ganz alleine sich ein Thema aussucht.

00:16:00: Also es gab nirgends wo eine Liste mit Themen die man sich sozusagen aus dem Regal ziehen konnte.

00:16:06: Ist das halt so?

00:16:08: Das ist unterschiedlich.

00:16:11: also ich selber biete schon zum Beispiel bei mir Themen an Von denen ich glaube, dass sie gut funktionieren und die mich selber auch interessieren.

00:16:18: Die können Studierende auswählen aber man kann auch eigene Vorschläge einbringen.

00:16:23: Ich frage nur deshalb weil ich mein Studium ganz früh abgebrochen habe und keine Ahnung hab wieder was da üblich ist?

00:16:28: Ja es ist durchaus üblig das also mal dass man eigene Themen mitbringen kann ist eigentlich fast immer so.

00:16:34: Aber bei uns war's auch geradezu gefordert dass man eigenes Thema findet.

00:16:38: dann irgendwann kam die entscheidende Inspiration.

00:16:41: Ich habe eine Fernsehsendung gesehen über Helmut Palmer, das ist der Vater des heute noch bekannten Politikers Boris Palmer.

00:16:50: Helmut Palmer sein Vater ist bekannt geworden als er sogenannte Remstal Rebell, der sich geweigert hat, sich der Obstbaum Schnittverordnung zu fügen und hat die Obstbäume auf eine Art und Weise geschnitten, die er in der Schweiz gelernt hatte.

00:17:05: Die aber wie gesagt gegen die Verordnung verstießt.

00:17:07: und so kam er im Konflikt mit dem Gesetz und ist weil es sich standhaft geweigert hat den nachzugeben sogar ins Gefängnis gewandert.

00:17:16: Und so hat er dann.

00:17:17: vielfach ist er mit den Behörden angeeckt und hat insbesondere dutzende Beleidigungsklagen auf sich gezogen.

00:17:25: Weil er insbesondere gegenüber der Obrigkeit kein Blatt vor dem Mund genommen hat Und da gab es ein Porträt über den.

00:17:33: Und mich hat dieses Phänomen Beleidigung von Beginn anfasziniert und ich dachte, das könnte interessant sein, dass aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive mal zu theoretisieren was eigentlich eine Beleidingung ist.

00:17:46: Weil es ist ja eigentlich würde man vermuten a juristische Herangehensweise.

00:17:50: wie geht man da als Sprachwissenschaftler heran oder als Kommunikations- wissenschaftler?

00:17:55: Genau die... Juristische Perspektive ist natürlich eine wichtige, weil es eben ein Delikt ist.

00:18:01: Ein Strafdelikt und da gibt's entsprechende Gesetze dafür und das gibt die juristischen Kommentare dafür.

00:18:08: Die juristisch Perspektiv ist aber insofern unbefriedigend aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektiven, weil sie so sehr verdinglichend auf dieses Geschehen drauf blickt.

00:18:22: Und in den Kommentaren zum Strafgesetzbuch heißt es immer, es geht darum, den objektiven Sinn herauszustellen.

00:18:28: Also nicht wie die Person es verstanden hat sondern wie sie es verstehen durfte auf Grundlage objektiver Interpretation.

00:18:37: und das fand ich unbefriedigend.

00:18:39: und ich habe mir gedacht mich interessiert viel mehr wie Menschen ist tatsächlich verstehen und woran kann ich denn erkennen?

00:18:45: Wie Sie es verstehen ja offen kundlich an der Art und Weise wie sie darauf reagieren.

00:18:50: Und dann habe ich interessante Theorien bei Pierre Bourdieu und so weiter gefunden, die sehr schön beschreiben wie im Wechselspiel von Beleidigungen, Reaktionen gegen Beleidingung

00:19:00: usw.,

00:19:01: dass sozusagen gemeinsam ausgehandelt wird wann etwas eine Beleidedigung ist und wie man damit weiter umgeht.

00:19:08: Man kennt es ja aus dem Alltag unter Freunden, Freundinnen.

00:19:12: das ganz grobe Worte eigentlich sehr was Nettes sein können je nachdem wie man's einsetzt.

00:19:18: Aber gleichzeitig heißt es ja immer, beleidigen.

00:19:23: Es kann auch nicht jeder beleidigt nur wenn man was grobes sagt und versucht jemand anderen zu beleidigend gelingt das ja nicht.

00:19:29: Man muss ja auch beleidigt sein wollen.

00:19:31: Hat das auch reingespielt in der Arbeit?

00:19:33: Genau!

00:19:34: Das waren alle solche Dinge die ich mir angeschaut habe also eine gewisse Bereitschaft sich darauf einzulassen und auch wiederum Bourdieu den ich gerade schon genannt hab, der berühmte Soziologe hat das in seiner Theorie der Beleidigung in den sechziger Jahren ausgeführt, dass paradoxerweise die Beleidigung auch eine Form der Ehrerbietung ist.

00:19:56: Weil man nur Menschen, die man prinzipiell für satisfaktionsfähig hält, nur die beleidigt man überhaupt.

00:20:03: also es gibt sozusagen die Möglichkeit auch sagen du bist so wenig wert mit dir red ich gar nicht erst.

00:20:10: ja umgekehrt kann man auch sagen von dir lasse ich mich doch nicht beleidigen.

00:20:15: Ja und so kann man dann, indem man die Beleidigung zurückweist auf eine interessante Art und Weise.

00:20:23: Die Beleidingung unschädlich machen beziehungsweise sie aufs Gegenüber wiederum umlenken.

00:20:28: Und genau solche Kommunikationsprozesse haben mich interessiert und fasziniert.

00:20:33: Das gibt es ja auch das Schimpfwärter für kleinere Gruppen, Randgruppen, sozial benachteiligte Gruppen umgewertet werden, angeeignet werden und dann als Beleidigung entwertet zu werden.

00:20:47: Das war auch was, was du untersucht hast?

00:20:49: Das kam in meiner Arbeit speziell weniger vor, was ein bisschen an dem Material lag mit dem ich mich beschäftigt hatte.

00:20:56: Ich hatte damals beschlossen Dialoge aus der schönen Literatur als Untersuchungsgegenstand heranzuziehen natürlich nicht in dem Glauben dass das wirklich sozusagen ein vollwertiger Ersatz sein kann für real weltliche Daten.

00:21:12: Es sind ja sozusagen erfundene Dialoge, aber wenn wir davon ausgehen dass Schriftstellerinnen und Schriftstellern sehr gutes Gespür haben dafür wie Kommunikation läuft können sie sozusagen bestimmte Aspekte von Kommunikations gezielt in Szene setzen.

00:21:26: Und so kam die Wahl.

00:21:27: ich habe dann mit Dostoyevsky und Goncharov und ähnlichen russischen Autorenviege arbeitet Aber auch mit Heinrich Böll und so weiter und sofort.

00:21:37: Da kamen diese Aspekte nicht vor, aber das hat mich in letzter Zeit begonnen zu interessieren.

00:21:41: Weil ich mich für das Thema Rap begonnen habe zu interessiert und da spielen ja solche Reclaimings eine große Rolle.

00:21:50: Wenn man Beleidigungen untersucht – in der Hochsprache ist das ja was anderes als eine Beleidingung im Dialekt Kann man zumindest vom Stereotyp her sehr viel besser beleidigen, weil die Sprache oft saftiger ist.

00:22:04: Dann klingt es aber manchmal beleidigend für jemanden der das nicht gewohnt ist, ist aber noch gar keine Beleidigung.

00:22:10: Kannst du das bestätigen?

00:22:12: oder ist das jetzt rein an den Haaren herbeigezogen?

00:22:15: Nein also die Frage Dialekt- oder Hochsprach ist auf jeden Fall ein extrem wichtiger Faktor.

00:22:20: Es gibt auch viele Menschen, die das berichten dass sie eigentlich nur im Dialekt wirklich gut fluchen können.

00:22:28: Also das spezielle in Österreich kann man das beobachten, dass der Dialekt dann häufig auch insgesamt eine Spur Derber ausfällt.

00:22:36: Weil speziell die Praktik des Fluchens und Beleidigungs eben in dieser urbüchstigen Sprache besser funktioniert.

00:22:43: Und dann gibt es auch so Anekdotenwissen.

00:22:46: zum Beispiel geht das Gerücht, dass man im Fußball wenn dort den Schiedsrichter im Dialekt beleidigt, dann ist es weniger schlimm als wenn man ihn in der Hochsprache beleidigte.

00:22:59: Weil die Dialektbeleidigung eher als Effekt getrieben gewertet wird und wenn man sagt, wenn's hochspachlich ist, dann isst er nur eine Reflexionsschlaufe eingezogen.

00:23:11: Es gab genauso einen Fall dass auch ... ich glaube das war Heider sogar!

00:23:15: Jörg Heider, der allseits bekannte, der ist meine ich mal als beleidigten Leberwurscht beschimpft worden oder irgendein anderer österreichischer Politiker.

00:23:25: Und dann war auch in der Frage, wie wird das gewertet?

00:23:28: War die Tatsache dass das Wort Wurscht und nicht Wurst war wirklich ein relevanter Faktor.

00:23:35: Genau in die gleiche Richtung, wenn man sagt Wurschst, dann gilt es eher als so eine Art des liebevollen Neckens und weniger als eine ernste Beleidigung.

00:23:46: Ja, wobei Dialekt ja oft sehr farbenberechtig ist und auch wirklich lustig klingt.

00:23:51: Also im Wienerischen gibt es für fehlsichtig das Wort Schaas-Augart... ...also Schaass?

00:23:56: ist das nur noch in dem Fall Furz?

00:23:57: also dass man im Seen beeinträchtigt ist und das ist ja als Wort an sich schon so lustig.

00:24:02: Das heißt wenn man so beleidigt wird dann ist man vielleicht gar nicht beleidigte weil man so eine große Freude am Wort hat.

00:24:07: Genau!

00:24:08: Das kommt auch noch dazu.

00:24:22: Hast du eigentlich Lieblingsschimpfwörter dann gekürt während deiner Arbeit?

00:24:27: tatsächlich gar nicht so sehr mit den Schimpfwörtern beschäftigt.

00:24:31: Das schon auch, weil das sozusagen Mittel sind die Quarkonventionen sich zur Beleidigung eignen.

00:24:39: also wenn ich das Wort Arschloch verwende dann muss ich schon... Dann kann ich mich schlecht darauf zurückziehen dass ich behaupte hey das war doch gar keine Beleitigung!

00:24:48: Also da muss ich mir rechnen dass es als Beleitung aufgefasst wird.

00:24:52: Mich haben wir eher so diese Zwischentöne und diese Randfälle interessiert, auch weil es zu Schimpfwörtern speziell schon viel Forschung gab.

00:25:01: Aber zu dem was mich interessiert hat eben noch weniger.

00:25:04: ich habe kein besonderes Lieblingsschimpfwort.

00:25:07: Ich erinnere mich aber dass sich mal ein Seminar gegeben hab zur Corona Zeiten über das Thema Invektivität wie wir's damals genannt haben also sprachliche Gewalt Beleidigung Herabsetzung dieses ganze Phänomenfeld und wir hatten dort Lerngruppen gebildet in diesem e-Learning System Und die Lerngruppen, da habe ich nach Schimpfwörtern bezeichnet.

00:25:30: Da war mein Anspruch nicht diskriminierende Schimpfswörter zu finden.

00:25:35: Also die weder rassistisch noch sexistisch sind aber auch nicht abelistisch also auf körperliche oder geistige Beeinträchtigungen abzielend.

00:25:44: und das finde ich dann sowas wie Lack-Affe im Hornokse und so finde ich da sehr schön

00:25:51: Also wie Kinderkartengruppen, die Penguin und der Eisbärgruppe waren es bei dir, die Schimpfwörtergruppen.

00:25:55: Genau!

00:25:56: Wenn du Beleidigungen beforst hast ist das da hauptsächlich um sprachliche Beleitigungen gegangen oder sowas was in Wien gerade ein bisschen im Gespräch ist nämlich dass ein Jurist, einen passierenden Polizisten angefurtst haben soll und das hat zur Ansage geführt.

00:26:14: Das ist ja eine nonverbale Beleidigung die man auch als solch erst auffassen muss.

00:26:18: Das hat auch eine Rolle gespielt

00:26:19: auf jeden Fall.

00:26:20: also ich habe beleidigungen definiert und da folge ich durchaus der juristischen Traditionen als Kundgabe von Missachtung.

00:26:28: Und diese kundgabe vom missachtung kann ja auf verschiedenste art und weise geschehen.

00:26:32: sie kann sprachlich geschehen und das ist das wo es wahrscheinlich am verlässlichsten funktioniert, geht aber auch durch Gesten oder durch andere Handlungen und sogar durch nichts tun.

00:26:44: Also wenn ich jemanden nicht zu meiner Geburtstagsparty einlade kann das auch eine Kundgabe der Missachtung sein.

00:26:52: Und was ist ja lieber die raffinierte nonverbale Beleidigung?

00:26:56: Oder doch die ausgesprochene?

00:26:59: Ich glaube wie viele Menschen Ich schon eine Freude an jeder Art gelungener Spitze, die sozusagen... Also solange sie nicht diskriminierend ist.

00:27:10: Und da finde ich schon, dass man da recht gut und klar unterscheiden kann und auch sollte.

00:27:16: also wenn es den anderen nichts quasi Gruppenzugehörigkeit herab setzt sondern an denen aufzieht für die er oder sie etwas kann dann finde immer schön und auch ein Ausdruck von Kreativität und von Sprach gewandt hat, wenn jemand gut beleidigen kann.

00:27:35: Da gibt es einen meiner Branche in der Unterhaltungsbranche, in der Humorbranche besonders üble Tradition nämlich die sogenannte Roast Battle, die eigentlich genau auf das abzielt was du vermeidest, nämlich Herabsetzung aufgrund der Herkunft, Beleidigung der Verwandten und körperliche Defizite herausstreichend.

00:27:54: Das hat auch hineingespielt, weil ich nehm an.

00:27:56: Herr Palmer hat ja die Exekutive entsprechend wenn auch im Dialekt... Ich glaub das ist ja Baden-Württemberg da kann man sehr saftig fluchen der wird ja entsprechend herabgesetzt haben.

00:28:07: Ja wobei ich mir nicht sicher bin ob man ihm diskriminierenden Sprachgebrauch gut vorwerfen kann.

00:28:14: Also es sind eigentlich vergleichsweise harmlose Dinge für dir berühmt geworden ist.

00:28:20: zum Beispiel gab's mal einen Bürgermeisterkandidaten Irgendwo, der sich ... Der hieß Herr Böck.

00:28:26: Und er hat sich bei so einer Kandidatenvorstellung vorgestellt als Guten Tag, ich bin der Herr Bøck und dann rief er nur aus dem Publikum dazwischen Mäc-Mäc.

00:28:36: Also im Sinne von Ziegen, so ein Ziegengeräusch.

00:28:39: Das hat aber gereicht dass das Publikuum am Boden lag für Lachen.

00:28:44: So in diesem Kaliber hat er sich bewegt.

00:28:46: Okay weil das ist ja glaube ich auch Max und Moritz Zetab noch was.

00:28:50: Ja gut, kommt natürlich immer darauf an wie man es einsetzt.

00:28:53: Dann hast du aber offensichtlich irgendwann noch mal genug von Beleidigungen gehabt und hast dann promoviert über Gesprächsideale also über die Theorie des guten Gesprächs.

00:29:04: beschreibst du das?

00:29:05: Das ist ja dann das Gegenteil davon.

00:29:07: Es ist ja wie man schön und freundlich und wohlmeinend miteinander kommuniziert.

00:29:12: So ein Gefähr genau!

00:29:14: Das habe ich mir nicht gezielt ausgesucht, dass es das sich mich sozusagen ans andere Ende der Skala begebe.

00:29:20: Aber natürlich würde man häufig empfehlen jungen Menschen die eine wissenschaftliche Karriere anzustreben frühzeitig eine gewisse thematische Breite aufzubauen.

00:29:32: Deswegen war's für mich eigentlich klar, dass ich zur Promotion ein neues Thema suche Und ich habe vorhin erzählt von diesen altsprachlichen Seminaren, die ich zur Schulzeit besucht hatte.

00:29:45: Da war eines zum Thema Gespräch und da hatten wir Gesprächstheorien im erweiterten Sinne von Platon bis in die Gegenwart besprochen und diesen Faden hab' ich dann wieder aufgenommen.

00:29:58: Und bist...und das ist wirklich das Erstaunliche wenn man dir zuhört wie leidenschaftlich du übersprache sprichst aus wirtschaftlicher Not also letztlich Aus einer Überlegung aus einer finanziellen, bekonieren Überlegungen Sprachwissenschaftler geworden.

00:30:14: Wie kommen Sie denn das vorstellen?

00:30:15: Das kann man sich so vorstellen dass ich keine Finanzierung hatte für meine in der Kommunikationswissenschaft begonnenen Promotion.

00:30:24: Ich hatte keine Stelle und ich hatte Erfolglose Stipendiums Bewerbungen hinter mir diverse.

00:30:33: Und dann habe ich irgendwann eine E-Mail in meinem Posttag gehabt von der Mailingliste Gesprächsforschung, die ich abonniert hatte und hatte gesehen das an der Uni Bern.

00:30:44: Eine Assistentenstelle ausgeschrieben war aber in der Sprachwissenschaft.

00:30:47: Nun kannte ich den Professor von dort, der auch in seiner Denomination des Wortkommunikationswissenschaftes drin hatte und der sowieso so eine Art Grenzgänger war.

00:30:56: Dann hatte ich mich dort beworben mit meinem Thema, von dem er schon wusste Und so bin ich da reingerutscht.

00:31:04: Ich konnte dann in meiner Forschung eigentlich ziemlich bei dem bleiben, was ich schon gemacht hatte... ...ich musste dann aber in der Lehre die dann verbunden waren mit dieser Stelle in die Sprachwissenschaft wechseln.

00:31:16: und ja, ich werde nie vergessen wie ich zehn Tage nach Stellenantritt einen Seminar in Textlinguistik geben musste ohne jemals zuvor nur etwas davon gehört zu haben geschweige denn vertiefte Ahnung davon zu haben.

00:31:31: Aber das hat mich geprägt, weil ich immer der Meinung bin der beste Weg etwas selbst zu lernen ist es anderen beizubringen.

00:31:40: Ich hatte dann halt so ein Business-Vorsprung von ungefähr einer Woche.

00:31:43: das hat glaube ich genügt um das gut beizubeingen und zwar für mich unfassbar lehrreich.

00:31:49: jetzt geht's möglicherweise vielen So wie mir, dass man das Wort Text-Linguistik einigermaßen aufdröseln kann.

00:31:56: Aber keine genaue Vorstellung hat.

00:31:58: Heute hast du viele Jahre Vorsprung und nicht nur eine Woche.

00:32:01: aber was ist Text-linguistik genau?

00:32:03: Das ist ganz simpel gesagt die Beschäftigung mit Texten je weder Art in theoretischer als empirischer Perspektive.

00:32:12: also zunächst mal die ganz simple Frage Was is eigentlich ein Text?

00:32:16: Also wir alle haben so ein intuitives Verständnis davon Wahrscheinlich was geschriebenes.

00:32:23: Und das braucht eine gewisse Länge, also nur ein Wort ist noch kein Text und einen Satz ist vielleicht auch kein Text sondern irgendwie ne Menge von Sätzen.

00:32:32: Trotzdem würden wir erwarten dass da irgendwie noch mehr dazukommt.

00:32:35: Also wir würden sagen Texte haben irgendwie ein Thema oder Texte habe eine gewissen Funktionen und haben vielleicht auch in einer gewissen Form es braucht eine Gewissart von abgeschlossenheit.

00:32:47: Sie haben eine bestimmte Funktion.

00:32:49: und dann fragt man sich, was sind sozusagen Bestimmungsmerkmale von Texten?

00:32:54: Und dann schaut man sich zum Beispiel an wie entwickeln sich Textsorten.

00:32:59: Ein eindrückliches Beispiel finde ich die Textsorte der Geburtsanzeige.

00:33:05: Da gibt es tolle Studien, wie sich die Geburtenzeige über die Jahrhunderte hinweg entwickelt.

00:33:10: Ich weiß nicht ob ihr noch bei euren Kindern eine Geburzanzeige in der Zeitung veröffentlicht habt.

00:33:16: Nein!

00:33:17: Wir auch nicht, aber früher war das ja üblich.

00:33:20: Und man kann an der Art und Weise wie sie formuliert werden und vor allem auch wer sie formulieren.

00:33:26: Kann man ungeheuer viel ablesen gerade im zeitlichen Vergleich?

00:33:31: Früher waren es die Männer, die die Geburtseinzeigen aufgegeben haben.

00:33:36: Irgendwann haben dann die Eltern in der Vierperspektive geschrieben und irgendwann in den Achtzigerjahren wurde sich modern, dass der Säugling selbst gewissermaßen als Autor auftritt.

00:33:48: Ja, also endlich bin ich da und das lässt sich wunderbar kulturanalytisch ausdeuten.

00:33:56: Und wie geht es aus?

00:33:57: Was ist das Resultat dieser Deutung?

00:33:59: Das wird bezogen auf so Individualisierungstendenzen weil insgesamt weniger relevant ist dass man sozusagen dieses starke standardisierte Muster bedient sondern es wird geradezu zu einer Art Ausweis von von Bildung und von Kultiviertheit, wenn man bereit ist vom Schema abzuweichen.

00:34:20: Also so eine Art Singularitätsimpakativ, die auch in der Soziologie beschrieben wurde – das kann man dann auch an Geburtseinzeigen beobachten.

00:34:28: Bei Todesanzeigen bringt es genau das gleiche.

00:34:30: Das heißt, man ist nicht nur in der Lage und kann sich darüber freuen, dass man Nachwuchs bekommen hat sondern man kann seine eigene Originalität noch herausstrecken dabei?

00:34:39: Genau!

00:34:40: Jetzt bist du heute als sogenannte Fußball-Linguist bekannt.

00:34:46: Das ist, weil du gerne Fußball schaust oder gerne auf den Fußballplatz gehst, weil deine einigliche Sportleidenschaft ist ja wenn ich es richtig verstanden habe Radfahren.

00:34:54: oder hat der ganze andere Weg zum Fußball geführt?

00:34:57: Also da hab' ich sozusagen zwei Stränge zusammengeführt.

00:35:03: Der eine Strang war der das ich selber gar nicht so eine echte Verbindung zum Fußballsport habe.

00:35:11: Aber ich hab während meines Studiums in einer Stiftung gearbeitet für Wissenschaftsförderungen und da war die einzige Möglichkeit an Pausengesprächen überhaupt zu partizipieren, wenn man so ein minimales Fußballwissen mitgebracht hat.

00:35:25: Weil es gab kein anderes Thema!

00:35:27: Und da habe ich das erlebt was für ne soziale gemeinschaftsstiftende Kraft Schauen von Fußball und das Reden über Fußball haben kann.

00:35:40: Da war es aber immer schon so, dass ich das Spiel selber gar nicht so interessant fand sondern mich dieses Kommunikationstheater drum herum so fasziniert hat.

00:35:50: sei es das kleine Kommunikationstheater in der Kaffeepause seien's die Kommentare, seien´s die Interview am Ende die alle hassen Ich finde sie immer großartig Seien es die Live-Ticker, die ich mit großer Begeisterung lese.

00:36:04: Also dieses Reden und Schreiben über Fußball hat mich fasziniert!

00:36:09: Das ist der eine Strang.

00:36:10: und der andere Strang ist der, dass ich ungefähr vor zehn Jahren – ein bisschen länger ist das her – aber nicht viel länger habe ich beschlossen, mich mehr mit Computerlinguistik beschäftigen zu

00:36:22: wollen.".

00:36:23: Ich wollte das lernen, wie man da so große Text-Sammlungen aufbaut und mit computergestützten Methoden analysiert.

00:36:29: Und ich brauchte einfach Material, mit dem ich das üben kann.

00:36:33: Und dann habe ich aus einer Laune heraus das mit Fußball-Livetickern gemacht und Fußballspielberichten.

00:36:40: Und hab gesehen dass es eine Forschungslücke ist... ...und so habe ich dann angefangen dazu immer mal wieder was zu machen.

00:36:48: Und habe auch einen angefangenen Blog zu schreiben wo ich diese Ergebnisse präsentiert habe, bis ich dann irgendwann meinen lieben Kollegen Stefan Hauser kennengelernt hab.

00:36:59: Der mit zum ersten Mal das Gefühl gegeben hat man muss es nicht nur sozusagen als nebenbei Hobby machen sondern das ist wirklich ein seriöses Untersuchungsobjekt der seriösen Sprachwissenschaft.

00:37:12: und so ist es dann wirklich zu einem meiner Schwerpunkte geworden.

00:37:17: Am Beginn deiner akademischen Karriere bevorstehst du mich Beleidigungen.

00:37:21: Das spielt ja im Fußballbereich auch eine große Rolle, da gibt es ja unterschiedlich gute Beleidingungen.

00:37:27: Am bekanntesten sind vielleicht die Fangesänge englischer Fußball-Anhänger und Anhängerinnen, die oft sehr lustig sein können.

00:37:34: Da ist auch mit hineingespielt also dass ihr damit befasst?

00:37:37: Genau ich habe dann beide Bereiche zusammengeführt.

00:37:41: Also die Fußball... Forschung, die sich zunächst mal vor allem mit der Fußballberichterstattung beschäftigt hat.

00:37:48: Weil ich wie gesagt diese Methoden erlernen wollte.

00:37:52: und dann kam ich nach Dresden und in Dresdn gab es einen Sonderforschungsbereich zum Thema Invektivität.

00:37:59: Worunter verstanden wird alles was mit Herabsetzung Beleidigungen zu tun hat?

00:38:03: Und dann war ich gefordert meinen potenziellen Beitrag für diesen Sonder-Forschungs Bereich mal zu umreißen Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

00:38:14: Ich führe einfach beides zusammen und schaue mir jetzt Beleidigungen im Fußball an, und bin dann bei der Fanforschung

00:38:21: gelandet.".

00:38:22: Wenn du Dresden erwähnt hast – wiederum in meiner Branche ist das ja sehr üblich!

00:38:28: Also man macht Witze über die deutsche Bahn wenn der Abend nicht in Schwung kommt und wenn das nicht genügt, dann spricht man des was man für sexisch hält.

00:38:38: Das sächsische Sprache an sich gilt als so minderwertig im deutschsprachigen Humor, dass man das sofort heranzieht um sich selber darüber zu stellen was ja wiederum in Form der Beleidigung ist.

00:38:49: Untersuchst du das auch warum das Sächsiche, das ja als Dialekt zwar lustig und putzig klingen kann aber nicht viel ärger ist?

00:38:57: Als zum Beispiel das badische oder das hessische wenn man es streng spricht oder auch viele österreichische Dialekte oder Schweizer Dialekte, warum das ausgerechnet die Arschkarte gezogen hat?

00:39:10: Also ganz genau es kann ich dazu nicht sagen.

00:39:13: Ich weiß aber dass es da zu Forschung gibt und es gibt ja auch immer wieder die Umfragen welches denn jetzt nun der unbeliebteste Dialekt ist und da wird eigentlich regelmäßig das Sächsische auf Platz eins gewählt.

00:39:25: also ich weiß dass es dazu viel Forschung Bewertung und Einordnung von Dialekten durch sogenannte sprachliche oder linguistische Laien, also Menschen die jetzt keine sprachwissenschaftliche Ausbildung genossen haben sondern einfach ganz normale Sprechende.

00:39:42: Und was sie für insbesondere wertenden Blick auf die Dialektlandschaften in Deutschland oder auch darüber hinaushaben?

00:39:50: Da gibt es viel Forschung zu und ich nehme das zur Kenntnis aber ich arbeite speziell nicht in dem Bereich.

00:39:56: Ich bin aber der Meinung dass das schlechte Image des Sächsischen auch so ein mediales Artefakt ist in gewisser Weise.

00:40:06: Du hast gesagt, andere Dialekte sind auch arg aber speziell der Sächssische kommt schlecht weg und das verselbstständigt sich dann irgendwann auf eine Art auch.

00:40:17: Ich beobachte das ganz oft in den Hörspielen die meine Kinder hören und die ich auf Autofahrten mithören muss sowas wie Liane Susewind oder so ne?

00:40:27: Wenn dort Personen auftauchen, die Sechse sprechen.

00:40:31: Das manchmal vorkommt dann immer um auf eine Art dümmliche Charaktere zu zeichnen und es gibt ja keinen Grund davon auszugehen dass die Sachsen dümmer sind als andere Menschen.

00:40:41: aber das ist sozusagen ein Stilmittel was sich schon in diesen Kindersendungen etabliert um bestimmte Charakterförbungen vorzustellen und das setzt sich ja dann auch fort in Fernsehfilmen, in Kinofilmen auf Social Media.

00:40:58: Und da gibt's seit vielen, vielen Jahren immer wieder die Tendenz eine bestimmte Art von Charakter vor allem mit diesem Dialekt zu präsentieren also ihr verbindet mit verschiedenen Dialekten verschiedenes.

00:41:11: aber zum Beispiel Menschen die so ein sehr plattes Norddeutsch sprechen haben typischerweise ein anderer Charakter als Menschen, die Bayerisch sprechen oder Schwäbisch und der Sächsische eben besonders häufig dieses Dümmliche.

00:41:24: Weil nämlich der Komiker Otto Walkes hat sich ja über sein Heimatdialekt sehr lustig gemacht aber das war er selber.

00:41:31: Aber das sächsiche dient ihm hauptsächlich um andere runter zu machen.

00:41:36: Korreliert es auch mit dem was du als Sprachideologie bezeichnest wenn du das untersuchst?

00:41:42: Sprachideologie ist ein wichtiger Begriff in der Sprachwissenschaft, den man vielleicht mal kurz erläutern sollte.

00:41:48: Und das Sprach-Ideologien verstehen wir zunächst einmal ganz wertfrei.

00:41:53: jedwederes Bündel von Glaubenszuständen über sprachen und sprachliche Merkmale Also the set of beliefs, so hat es Silberstein mal definiert von dem die Theorie der Sprachideologie maßgeblich geprägt wurde.

00:42:11: Schon auch in einer gewissen Weise als Gegenbegriff gedacht zu sprachwissenschaftlichen Theorien weil wir uns klar machen das nicht nur Sprachwissenschafterinnen und Sprach- wissenschaftler über Sprache nachdenken sondern dass natürlich alle Menschen die Sprache verwenden irgendwie über Sprachen nachdenkt und sich ihren Reim darauf machen.

00:42:30: Dann kommt aber noch dazu bei Sprachideologien, dass die typischerweise an bestimmte soziale Konstellationen und Gruppen geknüpft sind.

00:42:38: Und das schaut man sich dann an.

00:42:39: also welche Gruppen von Sprechenden denken denn über bestimmte Sprachen eigentlich was?

00:42:45: Ja und dann solche Dinge wie ich es gerade genannt habe, dass ganze Dialekte mit einem bestimmten Charakterzug verknüpft werden oder auch das wird zum Beispiel die Frage Dialekt ja oder nein als Indiz für Bildungsstand interpretieren.

00:43:03: Auch das sind alles sprachideologische Annahmen,

00:43:06: weil da gibt es ja eine lange Tradition natürlich die Jägersprache oder auch in Tischmanieren und anderen Umgangsformen, den man erlernen kann wo man sie über andere hinweg setzt oder abgrenzt von ihnen indem einfach Dinge beherrschte in der Gruppe helfen sich als gleichwertig zu identifizieren Spielte in der Sprache mindestens eben so große Rolle, wenn man sich deine Videos auf TikTok oder Instagram anschaut greifst du immer wieder korrigierend ein.

00:43:35: Wenn Leute sagen das und es ist richtig und das und das is falsch.

00:43:40: Woher kommt denn das?

00:43:41: Das Menschen andere Menschen so gerne ein und in erster Linie dann auch unterordnen, indem sie ihnen einen falschen Sprachgebrauch vorwerfen.

00:43:49: Genau!

00:43:50: Da muss ich noch mal ganz kurz zurück zu dem was du vorher einleitend gesagt hast bei dieser Frage weil Du von Jägersprache usw.

00:43:56: gesprochen hast.

00:43:57: Das würden wir... könnten wir bezeichnen als Gruppensprachen, wird auch manchmal Soziolekt genannt in der Sprachwissenschaft.

00:44:05: Und hier würde ich sagen ist die Abgrenzung, die wir hier vornehmen können also wir weisen uns an bestimmten Gruppen zu und grenzen uns von anderen Gruppen ab indem wir diese und jene Sprache sprechen das es sozusagen eine horizontale Abgrenzung ja?

00:44:19: Also wir würden jetzt nicht sagen dass die Jägersprache irgendwie mehr wert ist oder weniger wert ist als die Sprache der Orchester Musiker, obwohl die beide ihre Jagons haben.

00:44:30: Was du jetzt später angesprochen hast und das ja auch schon gut angedeutet weil du von Unterordnen gesprochen hast.

00:44:38: Das is eine Art von Abgrenzung, die tatsächlich stratifiziert ist wie wir sagen.

00:44:44: also dass es da was... dass wir unterscheiden zwischen höherwertigeren und minderwertigeren Sprachform.

00:44:52: Und typischerweise, aber das ist auch längst nicht schon immer so, sondern es ist ein typisch modernes Phänomen was so im neunzehnten Jahrhundert sich durchgesetzt hat, ist dass wir die Nationalsprachen, insbesondere die Schriftsprachen, die Hochsprachen – dass wir sie als besonders wertvoll erachten und so weiter, die als Minderwertiger betrachten.

00:45:18: Und das hat verschiedene Gründe und verschiedenen Effekte und verschiedene, wie soll ich sagen, Arenen, wo das ausgetragen wird?

00:45:26: Und Schule spielt hier eine ganz maßgebliche Rolle.

00:45:30: Also wir sind alle zur Schule gegangen und haben alle die Mater des Rotstifts erdulden müssen.

00:45:36: ja also dass mit großem institutionellem Aufwand eine Sprachform für die Richtige erklärt wird und alle anderen als korrigierwürdig oder Korrektur bedürftig sogar.

00:45:53: Und das ist je nachdem... Wo man aufgewachsen ist in Österreich, in Deutschland.

00:45:58: Auf dem Land und der Stadt gibt es ja schon noch mal Differenzierungen.

00:46:02: aber da wo ich aufgewachsen bin im Südschwarzwald, wo die Kinder typischerweise mit Allemannisch aufwachsen also ein Dialekt sehr nah am Schweizer Deutschen ist Da ist es dann schon so dass man das viele Kinder den Dialekt mit in ihren Schriftspracherwerb einbringen Und es wird in mühsam abtrainiert.

00:46:21: Also man muss ihnen dann mühsam beibringen, dass man eben nicht bohlen sondern werfen sagt und das bestimmte grammatische Konstruktion nicht erlaubt sind.

00:46:30: Dass man nicht sagen darf einzigste.

00:46:33: Das es nicht heißt ich bin größer wie du sind denn ich bin grösser als du obwohl im gesprochenen alle Größer wie Du sagen würden und das vollkommen akzeptiert ist.

00:46:42: in mündlichen ja.

00:46:44: aber so wird es sozusagen.

00:46:46: durch einen laufenden schmerzvollen Korrektur Prozess wird die, erstens die Höherwertigkeit und zweitens die Alternativlosigkeit.

00:46:54: Die vermeintliche das Hochdeutschen immer wieder neu hergestellt und bestätigt.

00:47:00: Und ich glaube dass wir so zu sagen wie soll ich sagen um mit diesem Schmerz umzugehen den wir alle erdulden müssen haben wir uns machen wir uns diese Ideologie selbst zu eigen.

00:47:11: ja also wir werden solange damit konfrontiert mit dieser Idee es gibt sowas wie das eine korrekte richtige deutsch dass wir das einfach für uns selbst übernehmen und dann selber in die Rolle der Lehrkräfte schlüpfen, auch da wo es eigentlich nicht angemessen und angebracht ist.

00:47:26: Da beim Alltag gibt's dann aber doch immer ein Korrektiv aus dem Film Jurassic Park, sagt dort aufdrehende Chaosforscher – der eigentlich kein Chaosforscher ist, aber wird halt als solcher bezeichnet Nature finds a way Also, die Sprache übersetzt bedeutet das selbst wenn es immer korrigiert wird und wir alles lernen.

00:47:47: Und Leute dann das Bissell was sie gemerkt haben verwenden um andere herabzusetzen wird ja im Alltag und verstärkt in den letzten Jahren auch durch Social Media Beiträge Die Sprache so verändert dass dann irgendwann einmal einen offiziellen Einträgen Das gilt für viele Menschen als der Tudeneintrag sprachliche Formen akzeptiert werden, die vor zwanzig Jahren noch völlig unmöglich waren.

00:48:12: Also das ist ja tatsächlich so dass die Sprache so lebendig ist, dass man sich das dann irgendwann einmal abschminken kann, Leute zurechtzuweisen für was, was man selber für richtiger hält?

00:48:24: Ja genau!

00:48:25: So funktioniert Lexikografie also die Praxis des Verfassens von Wörterbüchern, die schon immer eine gelehrte Angelegenheit die aber natürlich heute noch mal mit anderen Methoden funktioniert als vor zweihundert Jahren.

00:48:41: Also, als die Grims ihr berühmtes Wörterbuch geschrieben haben hatten sie noch Zettelkästen und mussten da halt von Hand aus der schönen Literatur insbesondere ihrer Belege zusammensuchen – mit wirklich faszinierenden beeindruckenden... Detail reichen Ergebnissen.

00:49:00: aber heute haben wir ja diese riesigen Text sammlungen, die wir mit computerlinguistischen Methoden durchforsten können und so können wir sehr präzise den aktuellen Sprachstand dokumentieren.

00:49:10: Und dann daraus mögliche Regeländerungen ableiten.

00:49:13: das genauso wie du sagst.

00:49:14: irgendwann stellt man eben fest dass manche Dinge jetzt nach und nach etabliert sind Und so breit etabliert sind und auch in der Presse Sprache zum Beispiel verwendet werden, dass es keinen Grund mehr gibt das als rein umgangssprachlich abzutun.

00:49:29: Sondern das kann dann als standard sprachlich gelten.

00:49:32: Das ist so der übliche Gang.

00:49:33: Also zuerst kommt's in eine Umgangsssprache auf und dann irgendwann ist es so breite etabliersen, dass sie auch zur Standard-Sprache wird.

00:49:39: Jetzt ist das Entscheidende... Zum großen Ärgernis der Menschen!

00:49:43: Ja?

00:49:44: Ich erlebe es so oft auf Social Media, dass Menschen Content darüber machen wo sie sagen, ihr benutzt das Wort falsch.

00:49:51: Ihr müsst es so und so sagen und das kann man nicht sagen dass ist falsch.

00:49:54: und dann verweise ich darauf ja moment mal laut Duden ist es standardsprachlich akzeptiert.

00:50:00: und dann sagen Sie mir Ja der Duden lässt er inzwischen alles zu.

00:50:04: wenn's nur genug Deppen falsch machen dann kapitulieren die eben.

00:50:09: also da gibt´s das große Bedürfnis des Sprachkonservatismus wie ich das gerne nennen möchte die Dinge so zu lassen, wie sie sind und möglichst nicht akzeptieren, dass sich da vielleicht was ändert.

00:50:23: Das heißt, du den Linguist ist eigentlich ein Schimpfwort?

00:50:26: Wie meinst Du?

00:50:27: Also wenn man jemanden als du den linguist bezeichnet dann ist das jemand der irgendwann die Segel streicht weil es halt üblich geworden ist vermeintlich falsche Sachen richtig zu akzeptiert.

00:50:37: So habe ich das Wort noch nie gehört aber... ist mir schon oft begegnet, dass man mir sagt ihr könnt unmöglich eine Wissenschaft sein.

00:50:46: Wenn ihr tatsächlich auf die Idee kommt den ganzen Idioten da draußen eine Kompetenz beizumessen und ganz so direkt ist es ja auch nicht.

00:50:55: also nehmen wir mal sowas wie wegen dem Wir alle benutzen glaube ich im Alltag wenn wir sprechen Wegen mit Dativ.

00:51:03: in den allermeisten Fällen Also wegen dem Scheißwetter kann jetzt das Konzert nicht stattfinden oder so sagen wir.

00:51:11: trotzdem gilt schriftsprachlich nur wegen des als korrekt und daran wird sich auch erstmal so schnell nichts ändern.

00:51:20: Genauso ist es bei einzigste, nur weil wir... ich weiß nicht, sagt man in Österreich der einzigsten?

00:51:25: Ja also ich sag's wenn ihr lustig sein möcht dann sage da einzigste, weil das halt so Kindersprache ist.

00:51:31: Ja genau aber das sagen viele Menschen und das hat auch was mit der Region zu tun.

00:51:35: und nur weil das viele Menschen sagen würde jetzt der Duden nicht auf die Idee kommen das als korrekt zu akzeptieren, in anderen Zählnien gegen schon.

00:51:43: Also mein Lieblingsbeispiel ist immer das Partizip der Perfekt von Winken!

00:51:48: Wie sagst du?

00:51:50: Gewunken.

00:51:51: Genau, dass galt bis vor wenigen Jahren noch als falsch.

00:51:55: Bis vor wenige Jahren galt nur gewinnt als Korrekt und gewunken nur als landschaftlich umgangssprachlich... Da hat sich

00:52:03: ja Österreich dabei gestanden in der Klammer.

00:52:05: Das kann sein, aber da es eben so breit inzwischen zugunsten von gewunken gekippt ist, sogar in der regionalen Presse.

00:52:16: Sich das jetzt gelten beide Varianten als korrekt und ich bin... Ich glaube es wird nicht mehr lange dauern.

00:52:22: dann gilt gewingt als umgangssprachlich.

00:52:26: Und es ist ja schöner wenn der Vokal wechselt?

00:52:28: Das ist das schönere Wort muss man letztlicher sagen!

00:52:31: Naja bei ich weiß nicht ob du auch sagst ich bin zur Tür hinaus gehunken

00:52:38: Na, da ist noch gehängt.

00:52:40: Wenn halt die Fortbewegungsart das nahe legt?

00:52:44: Ja!

00:52:45: Es gibt ja Beispiele wo man glaubt... Da ist die Sprache verwahrlos und die sind aber schon sehr lange üblich.

00:52:52: Ich glaube die Redewendung Sinn machen ist eine solche, die es schon sehr viel länger gibt als man das einordnen würde wenn man so wie im späten zwanzigsten Jahrhundert aufgewachsen ist.

00:53:05: Forschungslage ist nicht ganz eindeutig, also findige Sprachwissenschaftlerinnen und Sprach- wissenschaftlern.

00:53:12: Und überhaupt Leute die da sich auf die Suche begeben haben schon bei Lessing erste Vorläufe gefunden.

00:53:19: Goethe hat meines Wissens auch mal von Sinn machen gesprochen aber das sind so Einzelfunde.

00:53:25: So dass es wirklich häufiger wird ist ab den sechziger Jahren seit den sechsiger siebziger jahren.

00:53:34: Interessant ist aber, das ist wichtig an der Stelle.

00:53:37: Es wird ja immer gesagt dass die eigentlich korrekte Formulierung sei Sinn ergeben und die würde jetzt durch das vermeintlich aus dem Englischen importierte Sinn machen nach und nach verdrängt werden.

00:53:51: tatsächlich kommt aber sinn ergeben auch nicht viel früher auf also auch nur um wenige Jahre und war schon immer mengenmäßig in der unterzahl gegenüber sinn machen.

00:54:03: Auch da gibt es schon frühere Vorläufer im Frühjahr, ist das sehr vereinzelt in der Philosophie schon verwendet worden.

00:54:10: Sinn ergeben aber dass mitnichten die ursprüngliche richtige Reformulierung als Sinn machen sondern allenfalls eine die vielleicht ein bisschen formeller isst.

00:54:23: Jetzt hast du set An der TU Dresden, ein Professor für angewandte Linguistik am Institut für Germanistik.

00:54:31: Das heißt du bist Professor an einer Dauerstelle und gleichzeitig aber sehr aktiv auf Social Media.

00:54:39: Wie bist du denn auf die Idee gekommen dort anzufangen über Sprachwissenschaften und Linguistic zu reden?

00:54:48: Schon ein bisschen später als wir, als Seinsbastels, aus dem Sieben angefangen haben.

00:54:53: Aber Heinz Oberhummer, der mittlerweile leider verstorbenen Mitbegründer hat damals gesagt er hat sie erst getraut populär wissenschaftlich tätig zu werden als Professor nach seiner Emeritierung weil das in der Lehre und in der Forschung so schlecht angeschrieben war wenn man sowas gemacht hat dass es sich nicht getraute hat und in die Arbeit Nachteile befürchtet hat.

00:55:17: Jetzt ist Social Media wahrscheinlich noch einmal von der Rangordnung her bei vielen Menschen in der akademischen Welt ein bisschen weiter unten angesiedelt als populärwissenschaftliche Vorträge auf Volkshochschulen meinetwegen, wie bist du denn auch die Idee gekommen?

00:55:32: Also ich habe schon sehr früh angefangen auf Twitter Wissenschaftskommunikation zu machen.

00:55:41: Ich hab ja erzählt, ich habe da Fußball angefangen zu erforschen und hatte den Blog.

00:55:45: Und um den Blog zu bewerben, habe ich mich auf Twitter angemeldet als Fußballlingoist und übrigens kommt daher auch mein Name.

00:55:53: Eigentlich wollte es gerne Fußballlingoustik heißen wie mein Blog aber da die Handels auf Twitter nur fünfzehn Zeichen lang sein dürfen ist daraus Fußballlinguist geworden vor allem mit zwei L. Ich werde immer gefragt warum mit zwei l?

00:56:09: Dann lügig manchmal dass das wegen der alten Rechtschreibung sei Aber in Wirklichkeit hat das was mit dem Zeichen-Limit zu tun.

00:56:17: Ja, aber da hab ich so bin ich dazu gekommen auf Social Media über Wissenschafts zu sprechen.

00:56:23: Wobei Twitter vornehmlich für die sogenannte Scholarly Communication genutzt wird also denn das Wissenschaftlerinnen untereinander über ihre Wissenschaft kommunizieren.

00:56:35: Was auch wertvoll ist!

00:56:36: Aber wirklich die nach außen gerichtete.

00:56:38: das kam dann vornehmlich über TikTok und Instagram.

00:56:43: Also Ich habe immer schon mir jedes Social Media-Plattformen, die neu dazu kam angeschaut aus dem Berufsinteresse heraus.

00:56:50: Ich bin Medienlingoist, ich beforsche Social Media und muss deswegen jede Plattform kennen.

00:56:55: und kennen tut man sie erst dann wenn man selber Content produziert.

00:56:58: zumindest sollte man es mal ausprobiert haben.

00:57:01: Und ich habe dann ungefähr ein Jahr lang TikToks gemacht mit bemerkenswerte Erfolglosigkeit.

00:57:07: das hat niemanden interessiert.

00:57:12: Eine zwei drei virale Videos, aber das war Comedy.

00:57:16: Also was hab ich da gemacht?

00:57:17: Ich habe die Figur des Professors so inszeniert wie ich glaube dass Studierende ihn sich überspitzt überzeichnet vorstellen.

00:57:29: Ich habe Videos gemacht wie ich den Noten erwürfe und so kam mit gutem Erfolg

00:57:37: und

00:57:39: habe dann irgendwann begonnen TikToks, weil ich dieses Format so schön finde in meine Vorlesungen einzubinden.

00:57:46: Um daran sprachliche Phänomene zu erklären.

00:57:49: So eine Vorlesung geht ja neunzig Minuten und man braucht zwischendurch immer irgendwas zum Wiederaufmuntern.

00:57:55: Und da sind TikToks wunderbar.

00:57:56: die sind ... Die kennen die Studierenden aus ihrem Alltag Sie sind kurz sie sind komprimiert und man kann zB sowas wie sündags.

00:58:09: das gesprochenen Deutsch kann man wunderbar einfach anhand von TikToks erklären.

00:58:13: Dann ist die Aufmerksamkeit wieder gebeckt.

00:58:16: und dann habe ich aber mir gedacht, wenn ich diese TikTok-Analysen im Vorlesungssaal belasse, dann geht ja eigentlich Potenzial verloren.

00:58:26: jetzt spiele ich mal die TikTok Analysen auf die Plattform zurück und so kam meine Idee, die ich bis heute durchziehe eigentlich das sich sogenannte Stitches mache.

00:58:36: also ich nehme fünf Sekunden aus einem anderen Video und reagiere dann darauf und erkläre dann daran irgendein sprachliches Phänomen.

00:58:44: Das ist wie gesagt eigentlich eine aus der Lehre, adaptiertes Format das ich in die Plattform Sprache zurück übersetzt habe.

00:58:52: Und gleich mein allererstes Video nach dieser Spielart gegen viral.

00:58:57: da hatte ich dann nach vierundzwanzig Stunden hunderttausend Views mit einem Video über Weil mit Verb zweitstellung.

00:59:06: Klassiker-Thema in der Linguistik, aber keines mit dem man jetzt meinen würde die Massen zu begeistern.

00:59:14: Aber ich habe gemerkt dass es eben doch wenn man's richtig aufbereitet damit sehr viele Menschen interessieren kann.

00:59:22: und dann bin ich dabei geblieben

00:59:24: Und die Art und Weise wie du das präsentierst ist eben so reagiert.

00:59:30: Das andere Wort Stiches habe ich nicht gekannt.

00:59:32: Ich kenne das nur als Reaction Video, aber das ist wahrscheinlich wieder ein bisschen was anderes.

00:59:36: Das ist

00:59:36: genau das Gleiche.

00:59:36: Es einfach nur die TikTok-Eigene Bezeichnung von Reaction Videos und

00:59:43: da muss man das Mikrofon in der Hand halten.

00:59:46: Das gehört formal dazu damit die Leute nicht fremdeln wenn sie sich das anschauen?

00:59:50: Das ist erst etwas was so in den letzten zwei Jahren dazugekommen ist.

00:59:54: also du spielst an auf diese Eigentümliche Praxis, dass man diese Ansteckmikros oder diese Funken-Mikros sehr deutlich sichtbar in die Kamera hält.

01:00:05: Das finde ich wirklich interessant sogar der Kanal der Tagesschau, also der deutschsprachigen Nachrichtensendung.

01:00:12: Die hätten nun wirklich Wege und Mittel, die Videos so zu produzieren das man dieses Mikro nicht so deutlich sieht aber sie halten es trotzdem in der Hand weil das einfach die Plattform Ästhetik verlangt.

01:00:26: Und wenn man das nicht macht, dann hat man weniger Zuneigung.

01:00:29: Dann hat man nicht die Street Credibility, die man braucht, dass einem die Leute zuhören.

01:00:33: So wie am Ende, dass wir kurz... also viele machen das schon am Anfang, dass sie sagen, wenn euch das interessiert, dann lasst doch einen Like da!

01:00:43: Was auch Interessante?

01:00:45: Wortschöpfung ist der Like, das hat sie ja vor einigen Jahren auch nicht gegeben.

01:00:49: Also es gibt schon auch Formale Kriterien die man einhalten muss damit wir dort Erfolg haben kann?

01:00:54: Ja ich würde sagen die gelten nicht so strikt.

01:00:57: also es gibt unzählige Accounts die einem weiß machen wollen was man unbedingt tun muss um auf diesen Plattform Erfolg zu haben.

01:01:06: Es gibt immer auch Beispiele von Kanälen die Dinge ganz anders machen und trotzdem Zuspruch bekommen.

01:01:14: Aber es gibt schon so ein paar Dinge, an denen man sich orientieren kann und wie gesagt das sind jetzt eine Art von Konventionen die sich so herausbilden.

01:01:23: Wie man's halt so üblicherweise macht.

01:01:26: Es gibt ja noch ein Spielart glaube ich dass man so ganz nebenbei Dinge weiter bearbeitet.

01:01:34: Gibt Leute im Labor die irgendwelche Petrischalenbefüllen ausputzen usw.

01:01:38: Und gleichzeitig was erklären Wer das, was man erzählt zu wenig und dann musste es auch noch anders bebildern.

01:01:45: Das machst du aber nicht?

01:01:46: Das mache ich nicht wobei ich die Praxis kenne Und ich finde sie auch interessant aus einer Produktionsperspektive weil natürlich Man könnte ja meinen also der Effekt ist genauer der den Du beschreibst.

01:02:01: Es soll so aussehen als ob jemand gerade halt dabei ist seine petrischalen auszuputzen und dann machte halt mal die kamera an und erklärt mein nebenbei was jeder der selber diese videos produziert weiß dass es genau andersrum ist.

01:02:14: also man man man nimmt man möchte etwas erklären man schreibt das script oder überlegt sich irgendeine thema und und wählt dann diese diese praxis als zusätzliche inszenierung.

01:02:26: aber sie ist eine performance.

01:02:29: Also es ist sehr viel Theater dabei.

01:02:32: Ich mach das selber nicht, wobei ich auch so gewisse Dinge habe die sich über die Zeit herausgebildet haben.

01:02:37: bei mir ist die Bücherwand im Hintergrund könnte natürlich auch meine Videos woanders machen aber es ist halt so eine Art Markenzeichen geworden.

01:02:44: die Leute erwarten das geradezu und manchmal sehe ich treffig leute Die dann irgendwann merken dass ich auf Insta bin Und dann merken sie ja stimmt die Büchermand die kenne ich

01:02:58: die Mühe machen, zu schauen welche Bücher da eingeordnet sind und ob sie die Ordnung verändert?

01:03:06: Das habe ich so noch nicht gesehen.

01:03:08: Wobei ich schon manchmal Kommentare kriege dass Leute dann irgendein Buch erkennen im Hintergrund und das dann toll finden.

01:03:16: Manche beschweren sich also ich hab eine Ecke Bücherregal wo ein paar Bücher fehlen Und die kippen dann zur Seite Die Bücher.

01:03:27: Und darüber beschweren sich dann manche Leute, oder dass es ganz oben auf dem Regal einen Amazon-Karton liegt?

01:03:34: Was hat das denn sonst für Auswirkungen auf deinen Alltag?

01:03:38: Weil du hast ja mittlerweile eine ganz übliche Followerschaft auch so ein Neologismus der mittlerweile ganz normal den meisten Menschen über die Lippen kommt – auch mir!

01:03:48: Das sind ja weit über hunderttausend Leute.

01:03:50: auf Diktok glaube ich noch ein bisschen mehr.

01:03:52: Das heißt, da wirst du ja im Alltag erkannt und eingeordnet?

01:03:55: Hat das dein Alltag verändert?

01:03:57: Vergleichsweise wenig!

01:03:59: Also ich werde so alle paar Wochen mal auf der Straße angesprochen.

01:04:04: Erkannt werde ich ein bisschen häufiger – das sieht man daran wenn jetzt die Leuten mir vorbeilaufen und mir so die halbe Sekunde zu lang in die Augen schauen.

01:04:14: In den allermeisten Fällen denken ja gut sie haben mich jetzt erkannt.

01:04:17: Manchmal schreiben sie mir dann auch danach über eine Direct Message.

01:04:23: Aber das kommt vergleichsweise selten vor, selbst an der Uni kann ich mich vollkommen frei bewegen ohne dass sich da jetzt irgendwie Anfragen beantworten müsste oder so.

01:04:36: Also es hat natürlich schon eine Relevanz für meinen Beruf bekommen weil's einfach schon ne wichtige Stelle einnimmt.

01:04:44: Ich investiere da auch einiges an Zeit Auch mit einer gewissen Rückendeckung allerdings der Universität, die mir ja auch einen Preis verliehen haben für mein Engagement in der Wissenschaftskommunikation.

01:04:55: Speziell auf Social Media und ich farsche auch dazu.

01:04:59: Ich mache Tagungen dazu und sofern ist es einfach ein wichtiger Teil meiner Arbeit geworden.

01:05:04: Ich stehe aber auch dazu weil ich finde dass ich als jemand der Steuer finanziert Forschung betreibt denjenigen, die das finanzieren.

01:05:16: Nämlich der Öffentlichkeit da auch ein bisschen was zurückzugeben.

01:05:20: Speziell jetzt für mein Fach die Linguistik auch ein bischen zu werben und mehr Verständnis dafür zu wecken, was wir da eigentlich tun?

01:05:28: Und das habe ich bei einer Zielgruppe, die man mit VHS-Vorträgen weniger erreicht auf TikTok eben schon erreicht.

01:05:36: Also speziell die Menschen so zwischen achtzehn und dreißig erreiche ich eben nicht nur die, die sowieso sich mit Lingoistik beschäftigen würden.

01:05:47: Also wenn das den Alltag wenig beeinflusst ist es sich angenehm.

01:05:50: bei.

01:05:50: der Preis für dieses Erreichen ist ja eben die Preissgabe des Konterfalls und das kann auch sehr unangenehm sein im Alltag.

01:05:57: Ist das aber bei dir offensichtlich nicht?

01:05:59: Ja wobei ich schon dazu sagen muss, dass sage ich auch immer allen jungen Leuten, die mit Social Media anfangen um über ihre Forschung zu sprechen.

01:06:09: Ich habe die ersten anderthalb Jahre nur Lip-Sync Videos gemacht weil ich so ein großes, ich hatte so große Hemmungen mit meiner Stimme aufzutreten.

01:06:19: Das Gesicht war für mich kein Problem aber die Stimme ist finde ich das persönlichste was der Mensch hat.

01:06:27: und meine Stimme ins Internet zu laden da hatte ich eine große Hemmschwelle die ich überspringen musste und insofern ist meine Bewunderung für Menschen die von Video eins an mit ihrer Stimme auftreten wirklich grenzenlos.

01:06:41: Was ist ein Lip Sync Video?

01:06:43: Lipsync ist, dass man zu einem bestehenden Sound einen Video aufnimmt.

01:06:47: Also nur die Lippen dazu bewegt.

01:06:48: Lippensynchronisation.

01:06:50: Und das sind dann auch andere Stimmen?

01:06:52: Man nimmt einfach die Soundspur eines anderen Videos wo gesprochen wird oder gesungen wird und bewegt seinen Crop an seine Lippe dazu.

01:07:01: Die Plattform TikTok, die hieß früher Musicaly, das war früher eine reine Lipsync-Plattform.

01:07:07: Also man konnte gar nichts anderes machen.

01:07:09: Also das ist quasi Karauke in Real Form?

01:07:12: Genau, so ist es!

01:07:13: Also so kann man's jetzt... Das waren deine Anfänge?

01:07:16: Das waren meine Anfänger ja.

01:07:17: Da hast du dir wirklich gewaltig entwickelt und

01:07:20: ich hab dann irgendwann mein erstes, weiß ich noch genau, ich habe mein erstens Original Sound Video aufgenommen Und Ich werde einen Kommentar darauf nie vergessen.

01:07:29: der hieß nämlich Du darfst übrigens auch blinzeln weil ich war von dieser Aufgabe in die Kamera zu sprechen so überfordert, dass ich wie ein Irrer die Augen aufgerissen hab.

01:07:42: Also das ist... Alle kommentiert einen echsen Mensch?

01:07:45: Ja genau!

01:07:51: Das hast du natürlich längst vergessen als Bühnenmensch.

01:07:53: aber sich so für ein dann auch noch abwesendes Publikum ins Szene zu setzen ist ja wirklich was man üben und lernen muss.

01:08:04: Ja, ich habe das als ... Habe ich schon oft zur Protokoll gegeben.

01:08:06: Als Ministrant gelernt und war dann wenig scheu wie später auf die Theaterbühne gegangen bin.

01:08:13: Aber wenn du es schon mehrfach erwähnt hast um langsam zum Ende zu kommen Die Kommentare Wenn man viele Menschen hat der einen folgen Und die ein Video mögen und liken oder ein Like dalassen Dann schreiben die einem auch und kommentieren Und kommentiert die Menschen bei dir Überwiegend freundlich und interessiert.

01:08:34: oder gibt es da hausche Beleidigungen, was ja eigentlich fast ein Lob für die sein könnte, der von der Beleitigungsforschung herkommst?

01:08:42: Es gibt alles in jede Richtung.

01:08:46: Es gibt so ein paar Beobachtungen, Tendenzen, die ich feststellen kann zum Beispiel das auf TikTok insgesamt die Distanzlosigkeit größer ist Setzt ein bisschen um die Ecke formuliert, also es ist ... Die Leute sind übergriffiger.

01:09:02: Also ich muss mir sehr regelmäßig Kommentare darüber anhören, dass sich mal meine Nasenhaare wieder schneiden sollte

01:09:10: und nicht nur innerhalb der Familie?

01:09:12: Nein!

01:09:14: Und ich

01:09:14: glaube das das auch irgendwie... Auch die Leute machen da auch einen Spiel draus, dass sie immer die Chance ergreifen meinem Professor direkt sagen zu können, schneid mal deine Nasen Haare.

01:09:25: Das ist ja was, was man sonst immer ... Es ist im Alltag einem normalerweise nicht vergönnt.

01:09:30: Selten, ja!

01:09:31: Und auf Instagram beobachte ich... Also auf Instagram können die Kommentare auch länger sein, haben da nicht so dieses ganz strikte Zeichen-Limit und da erlebe ich insgesamt mehr Neigung zu Diskussion und manchmal aber auch zu einer unangenehmen Besserwisserei seitens der Kommentierenden was so die Schattenseiten sind.

01:09:55: Aber eine Sache ist mir ganz wichtig zu sagen, ich bekomme schon ein bisschen Hass ab aber es ist aus dem einfachen Grund dass sich ein weißer heterosexueller Zisman bin auf ne vernachlässigende Art und Weise wenig was ich da in Hass bekomme.

01:10:14: Das geht allen Frauen anders.

01:10:16: das geht erst recht Menschen mit Migrationshintergrund oder queeren Personen Die als solches auch auftreten Ganz anders.

01:10:23: Die kriegen ja bis hin zu Morddrohungen.

01:10:26: Ist das einfach das tägliche Brot, was sie erleiden und erdulden müssen?

01:10:30: Und das ist für mich schön, dass mir das weitestgehend erspart bleibt.

01:10:36: Aufs Ganze gesehen ist es natürlich erschreckend und erschütternd.

01:10:40: Das ist ein Teil auch deiner Forschungsarbeit nämlich Rechtsextremismus und Rechtspopulismus sprachlich zu untersuchen unter anderem auch wie's auf Social Media betrieben wird.

01:10:52: Ja da hab ich verschiedene Arbeiten zu beschrieben, hab speziell zu diesem eigentümlichen Genre-Kommentarspalter auch arbeiten geschrieben.

01:10:59: Wobei ich mir da einen rechtsextremen Blog angeschaut habe.

01:11:03: PI News heißt also Politically Incorrect und da findet man die allerübelsten Sachen.

01:11:10: aber da hab' ich mich sozusagen auch gezielten, die auch in der Umwelt begeben.

01:11:14: Ja was du ab und zu machst, dass du äußerst ist, da werden wahrscheinlich die Kommentare anders sein.

01:11:19: Aber wenn du die wie in letzter Zeit Darüber heißt es, dass die Menschen mit einem sterbenden Wahl so viel Mitleid haben.

01:11:26: Aber mit sterbendem Menschen, die auf der Flucht ziehen weniger geht dann auch die Post ab?

01:11:32: Da ging erstaunlicherweise schon die Post Ab.

01:11:34: also ich hab selten so viele Follower verloren wie in diesem Tag als Ich das so formuliert habe.

01:11:41: Es kam aber auch genauso Viele dazu.

01:11:43: Es gab einfach so eine Art Broschade In der Followerschaft von ein paar hundert Leuten.

01:11:50: Wahlstromanalyse.

01:11:51: Ja, genau!

01:11:53: Mit A-L geschrieben.

01:11:55: Ich bekomme... Also es geht tatsächlich rund in den Kommentaren.

01:11:58: dann wenn ich politisch werde und das habe ich mir immer wieder herausgenommen In den letzten Jahren, immer wenn Wahlen sind mit A-H geschrieben Wenn Wahlen Sind Dann äußere ich mich zu denen Programmen der Rechtsextremen, insbesondere der AfD in Deutschland und versuche da aufzuzeigen wie die oft so harmlose herkommenden Programme doch wirklich massiv die Axt an die grundfestene Demokratie ansetzen.

01:12:25: Und da bekomme ich dann schon Gegenbind, der auch teilweise hässlich wird und da bin ich dann aber auch einfach zum löschen und blockieren übergegangen.

01:12:35: Und kannst du dann erkennen als Sprachwissenschaftler ob da ein Bot Posted oder ob das noch am Mainchis?

01:12:41: Das kann ich natürlich final nicht sagen.

01:12:43: Ich bin nur davon überzeugt, dass mit dem Begriff des Bots sehr unsauber umgegangen wird.

01:12:52: Es wird ja häufig behauptet es sein dann gar keine Menschen sondern eben diese Bot-Armäen also diese Programme.

01:12:59: wirkliche Belege hat man dafür selten gesehen.

01:13:03: die wesentlichen Forschungsarbeiten die dazu entstanden sind schon vor ein paar Jahren haben sich fast alle auf den sogenannten Botometer gestützt, der mit einer ganz simplen Metrik rangegangen ist.

01:13:15: Nämlich vor allem über die Menge an Postings pro Tag oder pro Stunde.

01:13:22: und da kann man natürlich Korrelation feststellen.

01:13:25: das sind automatisiertes Account eben regelmäßig und mehr postet.

01:13:29: aber das allein ist noch kein hinreichender Grund Dinge als Spot abzustempeln.

01:13:34: also es sind auch viel Mutmaßungen, Übertreibungen bis hin zur Verschwörungstheorien mit im Spiel.

01:13:41: Ich will nicht leugnen dass es Versuche gibt auch automatisiert Einfluss zu nehmen.

01:13:48: aber speziell also nur weil in der konzentrierten Aktion von rechtsextremen Kommentarbereiche geflutet werden ist das noch Nicht gesagt dass das Bots sind sondern das kann doch einfach aufgrund von Absprache geschehen und da gibt's ja auch journalistische Arbeiten, die das aufgedeckt haben.

01:14:08: Wieder vorgegangen wird.

01:14:10: Ja es gibt ja leider ausreichend rechtsextreme Menschen.

01:14:14: insofern braucht man da unter Umständen mittlerweile leider gar keine Portarmänen mehr bedienen.

01:14:19: wenn du jetzt auf Social Media erfolgreich bist dann könntest du auch auftreten machen.

01:14:25: viele Menschen die auf YouTube oder auf TikTok oder auf Instagram erfolge haben dann gehen sie auf die Bühne um Publikum zu treffen und gleichzeitig natürlich die Wertschöpfung zu erhöhen, das hast du gemacht aber machst es sehr selten.

01:14:39: Warum eigentlich?

01:14:40: Das ist eine Zeitfrage.

01:14:42: also ich habe einen zeitlich sehr beanspruchenden Job als Professor und als Familienvater der seine Familie möglichst nicht nur am Wochenende sehen möchte und deswegen geht sich es einfach zeitlich nicht aus, um jetzt mal diese schöne österreichische Formulierung zu wählen.

01:15:03: Geht das wirklich so putzig und seltsam in bundesdeutschen Ohren?

01:15:08: Ja

01:15:08: ja, es geht sich nicht aus kennt man nur von Österreichern aber ich hab's adaptiert.

01:15:14: also ich benutze es auch gerne Verschiebende Lesungen gegeben und auch schon so ein Format hier in Dresden die Birology, wo man in einer Papp-Umgebung beim Bier auf eine launige Art und Weise über seine Forschung spricht.

01:15:31: Mir macht es Spaß!

01:15:32: Und ich hatte dann auch mal im Herbst die Idee, auf Tour gehen zu wollen und hatte dann erstmal ersten Kontakt mit der Booking-Agentur... Also ja, ich hätte total Bock aber es müsste halt wirklich an anderen Stellen würde irgendwas leiden in Zweifel die Familie und das ist mir gerade nicht wert.

01:15:53: Weil es wird sich ja anbieten, abgesehen davon dass es natürlich gute Gründe gibt Zeit mit der Familie zu verbringen grad mit Kindern die so schnell groß werden und dann irgendwann einmal deutlich weniger von einem Wissen wollen weil du auch ein Buch geschrieben hast.

01:16:08: Sprache ist das was du daraus machst.

01:16:10: Das wird sie wahrscheinlich noch einmal deutlich besser verkaufen.

01:16:12: wärst du auf Tour

01:16:14: Da kann man von ausgehen.

01:16:17: Ich habe damals, als es erschienen ist in dem Monat davor eine große TikTok Werbekampagne gemacht im eigenen Regie und hab einfach sehr viel Content produziert.

01:16:31: Und dann kam immer am Ende mehr dazu in meinem Buch erscheint am zweiten Mai und so.

01:16:36: Dann hatte ich in diesen drei Wochen, die ich das durchgezogen hat, glaube ich sechs Millionen Views.

01:16:47: Das alleine hat aber nicht gereicht, das Buch zum Bestseller zu machen.

01:16:50: Also der Schritt vom TikTok-Scrolling bis hin zum Buchkauf ist groß.

01:16:56: Das habe ich so unterschätzt.

01:17:00: Ich glaube auch dass das Instagram-Publikum eher kauffreudiger ist und damals war ich auf Instagram noch ganz klein.

01:17:07: Das ist erst im letzten Jahr gekommen.

01:17:09: ja wahrscheinlich sollte ich auf Tour gehen, aber sorge dafür, Dreißig Stunden hat noch nicht nur vierundzwanzig, dann mache ich's.

01:17:16: Oder könntest du ja mit dem Fahrrad reisen um abschließend noch deine Leidenschaft fürs Fahrrad fahren zu thematisieren?

01:17:23: Die kommt woher das ist.

01:17:24: halt hast du sie irgendwann einmal können?

01:17:26: und dann hast du es gern gemacht weil du schreibst du fast vorwiegend gern bergauf wird also die Königs-Etappen und die Bergwertungstrichhose überziehen können.

01:17:36: Das weiß ich nicht.

01:17:37: ob ich ob ich da wirklich konkurrenzfähig wäre.

01:17:39: Ich fahre für mich alleine in meinem eigenen Tempo, aber ich mag es so den Berg hochzuschnurren und dann auch gerne die ganz hohen also Steveserjoch und solche Sachen wo man so zwanzig bis dreißig Kilometer berg auffährt.

01:17:54: das macht mir Laune.

01:17:57: Das ist ein Zufall!

01:17:58: Ich habe mir irgendwann Rennrad gekauft aus einer Laune heraus und hat gemerkt dass sich gut bergauf fahren kann dass es mir Spaß macht.

01:18:05: Wenn ich übrigens, und das ist eine schöne Koincidence, wenn ich das so machen würde wie du vorschlägst meine Lesereise mit dem Fahrrad zu machen dann könnte ich mich mit meinem Schwager zusammen tun.

01:18:18: der ist nämlich bekannt überregional als er sogenannte Fahrradkantor weil er ist Organist Konzertorganist und bereist ausschließlich mit dem Rad.

01:18:29: seine Konzerthorte können alle Zuhörenden mal googeln.

01:18:34: Gibt es auch schöne Dokumentation über ihn auf YouTube?

01:18:38: Das wäre natürlich ein Konzert- und Vortragstour, Riesenerfolg mit Ansage wenn Schwager mit Fahrrad-, mit den Fahrrädern und Bergwertungen unterwegs wären.

01:18:50: Fasst du eigentlich nur dem Berg den echten Berg rauf oder machst du das zu Hause im Wohnzimmer auch mit Panorama Bildschirm?

01:18:56: Nein darf die Idee würde ich nicht kommen!

01:18:59: Ich hab's nie ausprobiert.

01:19:00: vielleicht ist das cool auf der Rolle zu fahren.

01:19:02: Der

01:19:02: florenen Freistitter, der Astronomen in unserem Assemble macht das ganz leidenschaftlich und ist begeistert.

01:19:06: Ja ja, das mag sein!

01:19:08: Ich kenne einige die das machen aber ich verschiebe es dann immer auf den Sommerurlaub im Südtirol.

01:19:14: verbringen mit den meisten und dann fahre ich die Berge ein echt hoch.

01:19:18: Und wirst du letzte Frage zerstellen?

01:19:20: Lieber als Fahrrad-Linkwist bekannt oder als Fußball-Linkewiste?

01:19:23: okay?

01:19:25: Glaube als Fahrradsfahrer der Fußball-Linkwist wäre ich am glücklichsten.

01:19:42: Die Live-Saison neigt sich, die Sommerpause steht vor der Tür.

01:19:45: Wir Seinsbusters spielen nur noch einige wenige Male zum Beispiel SeinsBusters for Kids am fünften Juli im Theater im Park und davor in Kuchel in Salzburg und wir spielen auch einen Spezialamt Martin Moder und ich in Stuttgart im Renitänstheater am dritten Juli.

01:20:03: alle weiteren Termine ab Herbst bitte unter seinsbasters.at.

01:20:06: slash termine.

01:20:08: Alle Termine und Informationen zum neuen Solo von mir, der heilige Puntigam, Premiere am zehnten November in Geraz im Theatercafé.

01:20:17: Und am neunzehnten november in Wien im Cabaret Niedermeyer bitte unter puntigarmat.

01:20:23: Alle Terminen von Sternengeschichten live!

01:20:25: Der Schuh vom Florian Freistetter bitte unter sternergeschichten.live.

01:20:29: Auch da geht's im Herbst weiter... ...und im Frühjahr kommt dann ein neues Solo von Martin Moda.

01:20:36: Es wird heißen Jetbot.

01:20:38: Das war's für diesmal, Ausgabe ein oder zweiunddreißig des Sciencebusters

01:20:43: Podcasts

01:20:43: wie immer produziert mit Unterstützung der TU Wien und der Uni Graz.

01:20:48: Danke an Simon Meier-Virka für die injektiven und nichtinjektiven Auskünfte!

01:20:52: Danke an alle fürs Zuhören, Downloaden, Streamern, abonnieren, empfehlen, bewerten, beleidigen, influenzen, korrigieren, Stitch'n, Ketten werfen, guck guck rufen – was man sonst noch alles mit dem Podcast anstellen kann.

01:21:05: Bis zum nächsten Mal, tschüss und habe Diäre Tschüss

01:21:08: und vielen Dank für die Einladung.

Über diesen Podcast

Der Science Busters Podcast ist ein Podcast der Science Busters. Das trifft sich insofern sehr gut, weil der Name leicht zu merken ist.

Seit 2007 gibt es die Science Busters als Wissenschafts-Show-Projekt. Auf der Bühne, auf Radio FM4, als Bücher, als Lehrveranstaltung und TV-Sendungen. Und ab 2021 auch als Podcast. Weil fast immer mehr zu einem Thema zu sagen wäre, als im jeweiligen Format Platz hat. Nachhaltige Wissenschaftskommunikation, wenn man so will, lehrreich, unterhaltsam und durchgehend in Stereo.

In jeder Folge wird eine aktuelle Frage der Hörerschaft beantwortet, oder zwei. Und ein Thema umfassend beackert. Am Ende gibt es Tipps und Empfehlungen. Um Eigenwerbung zu vermeiden, muss immer einer die Arbeit seines Gegenüber bewerben.

Science Busters Podcast - transparent, unbestechlich, bürgernah
Tiere können der Handlung nicht folgen.

Produziert mit Unterstützung der Universität Graz und der TU-Wien

Kontakt: podcast@sciencebusters.at

von und mit Martin Puntigam, Martin Moder, Florian Freistetter

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