Wer nichts weiß, muss alles glauben.
Martin Puntigam: Ausgabe 139 des ScienceBusters Podcasts wie immer produziert mit Unterstützung
Martin Puntigam: der TU Wien und der Uni Graz.
Martin Puntigam: Mein Name ist Martin Puntigam und das ist Folge 6 unseres wöchentlich aufgewarteten
Martin Puntigam: und insgesamt 10-teiligen Sommerspecials.
Martin Puntigam: Indem wir anhand unserer FM4-Radiosendungen Frag des ScienceBusters live alles
Martin Puntigam: rund ums Klima dokumentieren,
Martin Puntigam: wie viel besser unsere Chancen vor zwei Jahren noch waren, etwas gegen die laufende
Martin Puntigam: Klimakatastrophe zu unternehmen und wie wurscht, dass den meisten Menschen damals
Martin Puntigam: schon war und heute auch noch ist.
Martin Puntigam: Und wenn überhaupt wer schuld ist, dann die Regierung.
Martin Puntigam: Kurzer Rückblick. Bereits im Sommer 2024 war es geschafft, da hatte auch die
Martin Puntigam: letzte Generation Österreich aufgegeben und endlich waren Österreich unterwegs frei.
Martin Puntigam: Von Regierungsbeamten über Landeshauptleute von ChefredakteurInnen bis zum weltberühmten
Martin Puntigam: kleinen Mann auf der Straße.
Martin Puntigam: Sie alle, die seit Monaten durch die drastischen Aktionen der KlimaaktivistInnen
Martin Puntigam: daran gehindert worden waren, konnten jetzt endlich ihrer überbordenden Lust
Martin Puntigam: am Klima- und Zivilisationsschutz freien Lauf lassen.
Martin Puntigam: Und das hat, wenig überraschend, umgehend dazu geführt, dass Skigebiete,
Martin Puntigam: Flughäfen und Fluglinien und dergleichen über Rekordergebnisse jubeln konnten,
Martin Puntigam: es wieder mehr Tote und Verletzte im Straßenverkehr gab,
Martin Puntigam: eine neue Regierung völlig sinnlose Straßenbauprojekte wiederbelebt,
Martin Puntigam: Treibstoff billiger gemacht und gleichzeitig bei Sozialausgaben gekürzt und
Martin Puntigam: öffentlichen Verkehr deutlich verteuert hat. Und, und, und.
Martin Puntigam: So schaut Klimaschutz nicht nur in Österreich aus, wenn man Hausverstand und
Martin Puntigam: gesundes Volksempfinden das Menü gestalten lässt.
Martin Puntigam: Aber nach drei Hitzewellen sind jetzt plötzlich alle böse.
Martin Puntigam: Sogar der Boulevard, der gerne Autofahrer als Melkkühe der Nation streichelt
Martin Puntigam: und immer wieder mal bis zur Hüfte im Enddarm von Rechtsradikalen est,
Martin Puntigam: gibt der Regierung die Schuld.
Martin Puntigam: Es setzt geharnischte Briefe aus der Kulturwelt und manche kommen mit dem Likes zählen fast nicht nach.
Martin Puntigam: Kaum jemanden davon hat man allerdings in den Jahren davor hinter den angeklebten
Martin Puntigam: AktivistInnen auf der Straße gesehen oder später im Gerichtssaal,
Martin Puntigam: wenn sie drakonische Strafen für friedlichen Protest ausgefasst haben.
Martin Puntigam: Oder dass sie wenigstens die Prozesse als das kommentiert hätten,
Martin Puntigam: was sie sind, nämlich als beschämend.
Martin Puntigam: Viele haben bei vergangenen Wahlen wahrscheinlich sogar selber jene Parteien
Martin Puntigam: gewählt, deren Regierungsvertreter sie heute schelten, aber damals nicht gescholten
Martin Puntigam: haben, als sie KlimaaktivistInnen denunziert und kriminalisiert haben.
Martin Puntigam: Natürlich nicht alle, manche haben nicht erst drei Hitzewellen gebraucht,
Martin Puntigam: um in die Gänge zu kommen.
Martin Puntigam: Und manche kommen ja auch gerade erst mit dem Flieger aus dem Urlaub zurück,
Martin Puntigam: aus Gegenden, in denen es zufällig gerade nicht so heiß war wie im Alpenraum,
Martin Puntigam: wovon sie in der Regel gerne und gut gelaunt erzählen.
Martin Puntigam: Denn selbstverständlich kümmert sich diese österreichische Regierung wie fast
Martin Puntigam: alle ihre Vorgängerinnen kaum um Klimaschutz und Verteilungsgerechtigkeit.
Martin Puntigam: Aber dafür sind sie ja auch nicht gewählt worden.
Martin Puntigam: Hätte ein Großteil der Bevölkerung wirklich gerne andere Verhältnisse,
Martin Puntigam: sehen die Wahlergebnisse ganz anders aus.
Martin Puntigam: Auch die aktuelle Bundesregierung besteht aus BerufspolitikerInnen und Teil
Martin Puntigam: ihrer Jobdescription ist es, wiedergewählt zu werden.
Martin Puntigam: Wenn Ihnen das gelingt, obwohl Sie seit immer auf Klimaschutz pfeifen,
Martin Puntigam: warum sollten Sie daran was ändern?
Martin Puntigam: Das wäre sehr dumm und dumme PolitikerInnen möchte niemand haben.
Martin Puntigam: Das zeigen alle Umfragen.
Martin Puntigam: Reinhard Steurer formuliert das sinngemäß so, 85% der Bevölkerung sind aus ganzem
Martin Puntigam: Herzen und mit vollem Einsatz für Scheinklimaschutz.
Martin Puntigam: Und so schaut dann auch die Politik aus und das ergibt im Sommer 2026 mindestens
Martin Puntigam: drei Hitzewellen genannte Extremwetterereignisse.
Martin Puntigam: Und da hat das thermal wasserwarme Mittelmeer seine Größe noch gar nicht bestellt.
Martin Puntigam: Man könnte daran selbstverständlich schnell etwas ändern, um noch schlimmere
Martin Puntigam: Jahrzehnte in Zukunft abzufedern, aber aktuelle Wahlumfragen berechtigen zu keinerlei Hoffnung.
Martin Puntigam: Es ist eben gerade sehr heiß, Ferien sind auch, also ist ein bisschen Zeit zum Schimpfen.
Martin Puntigam: Aber spätestens mit Schulbeginn, wenn vor allem wieder nur die Kinder in den
Martin Puntigam: Klassenzimmern schwitzen, wird schnell wieder alles beim Alten sein.
Martin Puntigam: Dann sind gleich die Midterms und danach ist eh schon bald Weihnachten.
Martin Puntigam: Im Februar 2025 war das alles schon abzusehen und die AktivistInnen der letzten
Martin Puntigam: Generation und anderer Klimaaktivismusorganisationen umfangreich diskreditiert
Martin Puntigam: und inhaftiert und vor Gericht gestellt.
Martin Puntigam: Unter anderem dafür, dass sie zu viele Konfetti am Flughafen verstreit hatten.
Martin Puntigam: In der FM4-Sendung vom 24. Februar 2025 haben wir unter anderem das thematisiert,
Martin Puntigam: wie sinnvoll radikaler friedlicher Widerstand sein kann.
Martin Puntigam: Wir, das waren Nimmir, Barbara Lahr, Claudia Frick und Florian Freistetter.
Martin Puntigam: Und es gab Antworten auf Fragen wie Wie grün ist Atomstrom wirklich?
Martin Puntigam: Warum gibt's noch kein Landeverbot für Privatjets? Und ist der böse Wolf gut fürs Klima?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: FM Fair, Science Busters, live, Martin Puntigam, sein Wissenschaftsteam und deine Fragen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Herzlich willkommen zur Ausgabe 42 von Frag die Science Busters am 24.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Februar. Diesmal gibt es natürlich nicht nur alles rund ums Klima,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sondern auch die Antwort auf die endgültige Frage nach dem Leben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dem Universum und dem ganzen Rest.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und davor schon die gute Nachricht, Österreich kriegt offensichtlich doch keine
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Regierung, nur aus Klimawandelverharmlosern und Klimawandelleugnerinnen die
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: schlechte Nachricht. Allerdings, die nächste wird auch hauptsächlich nur über
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ausländer reden und die Wirtschaft.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Unsere Hände bleiben aber ausgestreckt und wir beantworten, bebt die Erde öfter, wenn ja heiß ist?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ist Reichtum schlecht fürs Klima? Ist der böse Wolf gut fürs Klima?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und wie viele Konfettis sind bei Klimaaktivismus straffrei erlaubt?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Neben mir im Studio Barbara Lahr, Verkehrswissenschaftlerin von der TU Wien, hallo. Hallo.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Florian Freistetter, Astronom, hallo. Hallo. Und aus der Hochburg der guten
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Laune zugeschaltet Claudia Freck, Meteorologin
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: und Professorin für Wissenschaftskommunikation an der TH Köln, hallo.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Hallo. Die Produzent der Sendung Rainer Sprengenschmid am Telefon Anna Teilheitsbacher.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wir spielen Musik unter 0800 226 996 sind ja währenddessen zu erreichen und
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenden uns dann dem Stoßseufzer von Grafikers Ulm zu, der uns erreicht hat,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: nämlich ist es noch zu retten.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: 0800 226 996 ist die Telefonnummer unter 066 4828 444.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und da haben wir eine Frage bekommen, warum alles nach rechts geht und nicht
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: nach links auf Social Media etc., was nicht ganz stimmt, weil ja die Linke in
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Deutschland gerade ein einigermaßen respektables Wahlergebnis erzielt hat.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber es dürfte unter anderem daran liegen, was Warren Buffett,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: bekanntlich kein linksradikaler Vorkämpfer, schon 2006 gesagt hat,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: nämlich es herrscht Klassenkampf, richtig, aber es ist meine Klasse,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die Klasse der Reichen, die den Kampf führt und wir gewinnen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ein Jahr davor hat er angeblich noch hinzugefügt, aber es sollte nicht so sein.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Jetzt, 20 Jahre später, ist es aber so und es dürfte einerseits die Erklärung
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dafür sein, warum es so einen rechten Spin überall gibt, weil man damit einfach
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: leichter Geld abschöpfen und nach oben umverteilen kann.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und andererseits zurückkommend auf die Frage von zuerst, ist es noch zu retten?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Manche Dinge dauern ein bisschen länger, so wie die Klimakatastrophe schon in
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: den letzten Jahrzehnten angerichtet worden ist und in den kommenden Jahrzehnten
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: voll aufblühen wird. Gilt das auch für Klimaaktivismus, oder Florian Freistetter?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ja, Klimaaktivismus war ja, wie er angefangen hat, zumindest in der Form angefangen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: hat, die in Österreich und anderswo auch medial populär geworden ist,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: also mit den berühmten Klimaklebern,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: war ja anfangs sehr, sehr und am Ende genauso sehr, sehr kontrovers,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: weil ganz viele gesagt haben, die.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Zumindest prinzipiell behauptet haben, sie wären dem Klima positiv oder dem
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Klimaschutz positiv gegenüber eingestellt, dass sie gesagt haben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ja, naja, aber das bringt ja alles nichts, weil ihr verschreckt sind dann nur
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die Leute, die sich irgendwie anderweitig für Klima einsetzen wollen und das
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ist alles kontraproduktiv.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da gibt es jetzt tatsächlich eine Studie dazu, die sich das konkret angeschaut hat.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Weil bis jetzt hat man das nur so historisch ableiten können aus der Suffragettenbewegung,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aus der Bürgerrechtsbewegung.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber da gab es jetzt einen Fall, wo man sich bei einer britischen Gruppe Just
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Stop Oil angeschaut hat, beziehungsweise Menschen befragt hat vor einer Aktion
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dieser Gruppe und danach.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und die Aktion war eine Besetzung von Autobahnbrückengerüsten,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wo sie so Plakate runtergehangen haben.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und da hat man tatsächlich dieses Phänomen, von dem schon viel gesprochen wurde,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: der radikalen Flanke, tatsächlich nachweisen können.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, die Menschen, die von dieser Aktion der Klimaaktivisten Just Stop
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Oil erfahren haben, die waren danach eher positiv eingestellt gegenüber anderen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Klimaaktivismusgruppen, also weniger radikalen Gruppen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also es ist tatsächlich jetzt zumindest mit dieser Studie nachgewiesen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Klimaaktivismus in der Form bringt etwas, sofern die Aktion ausreichend viel
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aufmerksamkeit hat, dass ausreichend viele Menschen was davon mitbekommen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, wenn man eine Weihnachtsfeier im Verwandtenkreis vor sich hat,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dann lädt man den schrecklichsten Verwandten ein, den alle nicht leiden können
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: und schaut aber, dass der Früh wieder verschwindet und dann sind alle anderen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: einigermaßen friedlicher und versöhnt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das hat jetzt, glaube ich, mit der Schule nichts zu tun, aber das ist eine gute
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Idee. So kann ich empfehlen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Weil das ist ja tatsächlich oft vorgekommen und auch in unserem Umfeld.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wir haben ja einige Klimabenefize organisiert, um Geld aufzutreiben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: unter anderem für die letzte Generation, aber grundsätzlich für Klimaaktivismus.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das ja auch notwendig wäre, weil jetzt gibt es ja einen Prozess nach dem anderen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Leute sind nach wie vor Wochen und Monate lang eingesperrt, weil sie friedlich
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: protestiert haben, damit die Klimakrise nicht ganz so schlimm werden möge,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wie sie es ausschaut, tatsächlich werden wird.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber das war tatsächlich noch die gute alte Zeit, in der wir aber entgegengehalten
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: bekommen haben, ja eh, aber Demokratie kann man nicht erkleben und wenn man,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die Leute, die nichts dafür können, die in die Arbeit fahren müssen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn man die verschreckt, dann erreicht man das Gegenteil dessen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das ist jetzt tatsächlich wissenschaftlich publiziert belegt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass das nicht zwangsläufig richtig sein muss und dass man da ein bisschen früher
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: auch mehr nachdenken hätte können drüber.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Genau, das ist natürlich eine Studie von einer Aktion, das darf man alles nicht
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: überwerten und verallgemeinern, aber das Fazit dieser Studie war tatsächlich,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass eben diese radikalen Aktionen mehr Aufmerksamkeit in den Medien generieren,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die anders nicht zu bekommen wäre
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: und dass dann eben mehr Debatte entstanden ist und die radikale Flank,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: also diese radikalen Gruppen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dann die moderateren Gruppen in eine bessere strategische Position gebracht
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: haben, um mit der Politik zu reden und auch umgekehrt die Politik dadurch in
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: eine bessere strategische Position gekommen ist, weil die dann sagen kann,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ja, mit den bösen Radikalen reden wir nicht, aber mit den anderen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: mit den netten, mit denen reden wir jetzt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und dann schaut es so aus, als würden wir was tun und so. Also prinzipiell war
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das etwas, was dann auch den Druck von der Politik nehmen könnte.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also diese Art von Aktivismus ist zumindest nicht so kontraproduktiv,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wie immer behauptet worden ist.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Beziehungsweise die Kehrseite ist ja seit einigen Monaten schon zu erkennen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Die letzte Generation hat ja aufgehört, öffentlich Aktionen zu machen und seitdem
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dominieren eigentlich Jubelmeldungen aus Skigebieten und von Fluglinien die Meldungen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und es wird die ganze Zeit nur über die Wirtschaft geredet. Das war sogar eine
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Zeit lang gedroht, dass eine Regierung
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ins Amt kommt, wo überhaupt Klimawandelleugnerinnen drinnen sitzen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, wenn man das nicht macht, wenn man diesen radikalen Klimaaktivismus
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: nicht wählt, um öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren, dann gibt es sie einfach auch nicht.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ja, und tatsächlich, und das hat auch diese Studie gezeigt, dass natürlich auch
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Leute abgeschreckt werden, das ist schon auch so, aber die, die abgeschreckt
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: werden, das waren die, die sowieso schon vorher dagegen waren.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also die hätte man sowieso nicht überzeugt. Also insofern die,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die abgeschreckt worden sind, die hat man ähnlich erreicht und für die moderaten
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Gruppen, da ist die Unterstützung erhöht worden.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, in Wirklichkeit ist es auch ein Ergebnis einer Studie einstweilen für die Menschen...
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Die die ganze Zeit gesagt haben, ich bin eh für Klimaschutz,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aber bitte nicht so. Also wasch mich, aber mach mich nicht nass,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass Sie das nächste Mal vielleicht schon vorher ein bisschen genauer nachdenken.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: 0800 226 996 oder 0664 828 4444 über WhatsApp.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und danach gibt es wieder Antworten.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: FM4 Science Busters Live. Alles rund ums Klima.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wir haben jetzt gerade darüber gesprochen, dass es kaum Diskussionen in der
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Öffentlichkeit oder viel weniger Öffentlichkeit für Klimaschutz oder Aufmerksamkeit
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: für die Klimakatastrophe, die sich ja im Anrollen befindet, gibt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn es keinen Klimaaktivismus gibt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Es gibt dort auch keinen radikalen Klimaaktivismus, der ja immer friedlich war,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das muss man dazu sagen, und gewaltfrei, da wird immer so getan,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: von sogenannten Mitte-Parteien, die ja auch Klimaterroristen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Terroristinnen gerne in den Mund genommen haben, weil sie gedacht haben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dann können sie leichter Wahlen gewinnen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Jetzt ist es aber so, dass es keine öffentlichen Aktionen mehr gibt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Es wird ganz anders darüber geredet. Es gibt es auch von anderen nicht unbedingt Vorkämpfer-Parteien.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Organisationen im Klimaschutz, nämlich dem Rechnungshof, einen Bericht,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: der die Ausgaben im Klimaschutz kritisiert.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und da hat auch die Steffi eine Frage gestellt, nämlich kritisiert der Rechnungshof
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: zu Recht, dass in Österreich an der falschen Stelle für Klima viel ausgegeben
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wird, wo es doch viel einfacher ginge.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also dazu lässt sich sagen, dass natürlich die Klimaschutzmaßnahmen unterschiedlich
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: viel kosten. Und meiner Meinung nach macht es auch nicht Sinn,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das alles gleichzusetzen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Was kritisiert wurde, ist, dass vor allem im Verkehrsbereich billige Maßnahmen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die eher regulatorisch sind, wie verniedrigere Tempolimits,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: nicht umgesetzt wurden und stattdessen eher teurere Maßnahmen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wie beispielsweise das Klimaticket, die sich eben stark budgetär auswirken.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Genau, das war in Wirklichkeit der Aufhänger für die Pressemeldungen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das Klimaticket, das ja eigentlich ein Segen ist und Jahrzehnte gebraucht hat,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: bis es endlich politisch durchgesetzt worden ist.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das sei so teuer und es ging doch viel einfacher. Es geht ja einfach,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das Tempolimit zu ändern.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das hat ja die rechtsradikale Regierung vor einigen Jahren bewiesen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: indem sie auf 140 erhöht hat. In die andere Richtung geht es aber viel schwerer.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also macht es jetzt da der Rechnungshof einfach, indem man einfach sowas sagt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: es stimmt zwar, aber es ist gar nicht so einfach, wie es ausschaut?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ich finde nicht schlecht, dass es thematisiert wird und man sagt auch gerne,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das wäre eine low-hanging fruit, also weniger Aufwand und viel Impact,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dieses Tempolimit umzusetzen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das hat aber natürlich auch irgendwo seinen Deckel, also das wird jetzt nicht
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: unsere gesamten Verkehrsemissionen einsparen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und da muss man eben das Gesamtsystem sehen und wir brauchen Alternativen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wir brauchen mehr öffentlichen Verkehr, der auch leistbar ist und da wird nicht.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Jedes Molekül CO2 mit dem gleichen finanziellen Einsatz reduziert werden können.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Jetzt gibt es ja auch schon Fortschritte
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: in Wirklichkeit, weil ich habe irgendwann mal gelesen, es gibt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Viele Gemeinden, die sehr gerne Tempo 30 in ihrem Ortsgebiet hätten, aber aus.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Rechtlichen Gründen ist es nicht so einfach, dass der Bürgermeister,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die Bürgermeisterin sagen, wir wollen jetzt, dass unsere Kinder in aller Ruhe
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: über die Straße gehen können und wollen nicht, dass sie überfahren werden.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Außerdem ist es laut, außerdem stinkt es, die ganzen Abgase,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Feinstaub, das ist lebensgefährlich langfristig für manche Menschen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wir wollen gern Tempo 30, das geht gar nicht so einfach, aber da hat es doch
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: einen Fortschritt gegeben, oder?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Genau, letztes Jahr gab es da eine Novelle von der Straßenverkehrsordnung,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die es Gemeinden jetzt erleichtert hat, dass man selbstständig Tempo 30 umsetzen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: kann in besonders schutzwürdigen Gebieten.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also zum Beispiel vor einer Schule oder vor einem Kindergarten,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dort wurde es jetzt erleichtert.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und das ist deswegen zustande gekommen, weil bei einer Aktion,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wo der VCE hunderte Gemeinden in ganz Österreich zusammengetrommelt hat.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Was ist der VCE für alle, die den VCE nicht kennen?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Verkehrsklub Österreich, also ein Verein, glaube ich, der sich für nachhaltigen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Verkehr einsetzt und dazu kommuniziert, aber eben auch solche Initiativen startet.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und da wird wirklich über alle Parteigrenzen hinweg die Gemeinden gemeinsam
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ins Boot geholt, um diese StVO-Novelle anzutreiben. Und die wurde dann tatsächlich
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: beschlossen. Jetzt ist es ein bisschen einfacher.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, in kleinen Schritten sehen wir schon, dass was weitergeht.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber ansonsten, in Tirol wird ja manchmal das Abfahren von der Autobahn verboten,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn es besonders schlimm ist. Der
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Landeshauptmann darf da mehr als die Bürgermeister, Bürgermeisterinnen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Naja, also die Kompetenzen im Verkehr, das ist so eine Sache,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die sind einfach sehr zersprengelt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also wir haben da von Bundesebene, Landesebene, Gemeindeebene,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: da sind immer die unterschiedlichsten Personen dafür zuständig.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das macht es auch schwierig oft, Dinge umzusetzen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das führt dann teilweise auch zu Streit und juristischen Fragen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn es zum Beispiel darum geht, ist es erlaubt, überhaupt eine Abfahrt zu sperren in den Ort.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das wird dann wahrscheinlich ausjudiziert und bis es ausjudiziert,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sind die verkehrsstarken Wochenenden schon vorbei.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wenn man das Klimaticket kritisiert als Institution wie der Rechnungshof,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: was zumindest in den Pressemitteilungen dann nicht Platz gefunden hat,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ist, dass es ja eine extreme Ungleichheit gibt, was die Emissionen betrifft.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wenn man verschiedene Verkehrsmittel benutzt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also wenn man ab und zu das Auto benutzt, weil man halt meinetwegen am Land
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wohnt und keinen öffentlichen Verkehr zur Verfügung hat, ein sinnvolles Leben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sonst ermöglicht, ist das ja was anderes, als wenn man zu irgendwelchen Großereignissen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: mit dem Privatjet fliegt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das wäre auch eine relativ einfache Maßnahme, nämlich Landeverbot für Privatjets.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das kommt aber, glaube ich, nicht vor, oder?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Absolut. Also der Verkehr ist
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: prinzipiell der Sektor, wo die Emissionen am ungleichsten verteilt sind.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also es ist eigentlich ganz klar, wenn man mehr verdient, dann gibt man oft
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: mehr aus und hat mehr Emissionen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber im Verkehrsbereich steigt das eben überproportional. Das heißt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn ich ein Prozent mehr verdiene, dann habe ich mehr als ein Prozent mehr Emissionen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und vor allem im Verkehrsbereich, das ist, weil Haushalte mit höherem Einkommen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die haben öfters ein Auto oder auch mehr Autos, größere, schwerere Autos,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die auch einen größeren Verbrauch haben, mehr Emissionen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aber auch in der Freizeitgestaltung, die fliegen auch öfters wohin,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sei es auf Urlaub, das muss jetzt gar nicht der Privatjet sein,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aber auch das sind eben sehr, sehr hohe Emissionszahlen, die sehr wenige betreffen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also wenn man hier Maßnahmen umsetzen würde, könnte man auch die.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Haushalte, die weniger Einkommen haben, entlasten und vor allem,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn man dann noch Alternativen schafft, dass die Leute nicht mehr aufs Auto
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: angewiesen sind, sondern beispielsweise den öffentlichen Verkehr nutzen können,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dann wäre es eigentlich eine Win-Win-Situation.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Es geht ja, wenn man das Wort Privatjet hört, denkt man natürlich immer an sehr
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: reiche Menschen, die sie in Privatjets leisten können, aber ich glaube,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn man über den reichen Teil der Erdbevölkerung redet, dann redet man ja eigentlich
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: auch über solche wie uns, oder?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Genau, also es gibt zwei Ungleichheitsdimensionen. Das eine ist global und da
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: gehören wir in Österreich global gesehen natürlich zu den reichsten Staaten,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aber auch innerhalb der Länder.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also auch in Österreich, da verbrauchen die reichsten 10 Prozent der Haushalte.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Nur für Verkehr und Freizeitgestaltung sind die Emissionen gleich hoch wie insgesamt
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: von den untersten 10 Prozent der Haushalte.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, in Wirklichkeit hätten wir das Klimaticket nicht für alle,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die 18 werden, gratis machen sollen, sondern für alle, die so reich sind,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass sie sich ein Privatjet leisten können. Dann hätten die den öffentlichen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Verkehr nutzen können, ohne anderen Schaden zuzufügen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: 0800 226 996.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ich bin heute im Studio mit Barbara Lahr, Verkehrswissenschaftlerin von der
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: TU Wien, Florian Freistetter, Astronom und Claudia Frick von der TH Köln.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Sie ist Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation und für
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sie hat die Marie eine Frage, die jetzt in der Leitung ist. Hallo Marie.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Hallo, ich spreche Deutsch.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Bitte sehr, was wolltest du fragen oder was wirst du fragen?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ich bekomme es jetzt gut rüber, ohne zu nervös verwirken.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und zwar gestern waren ja Bundestagswahlen in Deutschland. Die AfD hat ja da
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ordentlich Stimmen gesammelt. In ihrem Wahlkampf haben sie ja auch dafür geworben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Atomkraftwerke und Braunkohlekraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen oder neu zu errichten.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: In meiner Logik steigern sie damit ja die CO2-Emissionen, was weitgehend dazu
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: führt, dass das Klima noch wärmer wird.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und durch dieses wärmere Klima, es ist ja in den Regionen, wo es jetzt schon
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: verheerend ist, wird es ja noch schlimmer werden und ich denke mir,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das würde nochmal mehr Flüchtlingswellen auslösen, wogegen sie ja eigentlich
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: etwas unternehmen wollen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und meine Frage ist, beißt die Katze sich gar nicht selbst in den Schwanz?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Rein theoretisch ja schon. Es gibt ja in Deutschland, wenn ihr es richtig mitbekommen habt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Den Euphemismus-Zustrom-Begrenzungsgesetz, was im Wesentlichen nicht bedeutet,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass man nicht so viel Atomstrom aus dem Ausland zukaufen kann,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sondern in Wirklichkeit, dass man Leute, die auf der Flucht sind,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: daran hindert, zu flüchten.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und was die Energiepolitik betrifft, ist ja der designierte Kanzler,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: oder wahrscheinlich zukünftige Kanzler, der hanebüchernen Unsinn rund um Kernfusion
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: in der Öffentlichkeit im Vorfeld von sich gegeben.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das alles kann natürlich dazu führen, dass viel mehr Menschen auf der Flucht
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sind, jetzt ungeachtet vom Wahlergebnis in Deutschland oder auch in Österreich
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: oder irgendwo auf der Welt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ist es tatsächlich so das Paradox, dass mehr Klimaschutz zu weniger Migration
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: führen würde, Claudia Frick?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ja, ja, also das ist schon so. Also das ist nicht nur deine Logik,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Marie, sondern das ist tatsächlich auch die Logik vom Bundesentwicklungsministerium
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: zum Beispiel in Deutschland oder auch das, worüber die österreichische Akademie
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: der Wissenschaften schon öfter berichtet hat.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Kurz gesagt, wer weniger Migration will, der sollte sehr gute Klimapolitik machen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: und eigentlich auch sehr gute Entwicklungspolitik.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also quasi das Gegenteil von dem, was zum Beispiel gerade ein Trump in den USA tut.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Weil eben nicht nur die Klimaveränderungen dazu führen, dass Migrationsbewegungen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: entstehen, sondern das auch sehr stark damit zusammenhängt, wie es eigentlich.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Die Armutsverhältnisse in dem Land, wo sind die Hauptressourcen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: was sind die Einnahmequellen und zum Beispiel Länder, die gerade sehr stark
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: auf landwirtschaftlichen Arbeiten und finanziell darauf basieren,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: für die ist Migration durch Klimaveränderungen ein ganz starkes Thema.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also ja, das stimmt sehr gut. Gute Klimapolitik ist notwendig,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: um Migration zu verhindern.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt also tatsächlich sollten all die, die gern rechtsradikale Parteien
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wählen, weil die am lautesten Ausländer rausschreien, in Wirklichkeit das Gegenteil
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: machen und im privaten Bereich für viel mehr Klimaschutz werben.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt in Wirklichkeit alle, die mit Faschismus liebäugeln,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sollten Mitglied bei der letzten Generation werden?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das ist mal eine Aussage. Es ist aber sehr extrem, aber weit gedacht ist es
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: halt schon irgendwie, man kann nicht recht radikal sein und nicht gegen das Klima tun.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also man muss sich da schon, es ist irgendwie, finde ich, für mich alles so kurz gedacht.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Es macht keinen Sinn, langfristig gedacht, dass ich alles wieder zurücksetze
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: auf Atomkraftwerk und braue Braunkohle und aber nicht möchte,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass mehr Menschen zuwandern.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wenn man auch nochmal guckt, was das Bundesentwicklungsministerium sagt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das sagt ja tatsächlich, sie verfolgen so einen ganzheitlichen Ansatz und Migration
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ist eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel, die sie auch berücksichtigen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wenn man das im Hinterkopf hat, umso deutlicher wird, wenn man eben keine Migration
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: will, braucht man gute Klimapolitik.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ich finde, sowas müsste viel mehr publiziert werden, damit sich diese Parteien
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: auch mal mit ordentlichem Klimaschutz auseinandersetzen, wenn sie schon von
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: so vielen Menschen gewählt werden.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber wenn wir hören, was die Politiker in Österreich sagen zum Beispiel,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: da gibt es Minister, die sagen, Wissenschaft ist das eine und Fakten sind das
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: andere. Also ich glaube, mit der Art von Politik kommt man mit wissenschaftlichen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Fakten, so richtig sie sein mögen, nicht so weit, weil ich glaube,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: da geht es um etwas ganz anderes. Leider.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Vielleicht sollte es Politik-Überschein geben. Also dein Befund ist richtig,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Marie, aber du kannst dich, wie es ausschaut, bestenfalls beim Smalltalk wichtig
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: machen, indem du in deinem Bekanntenkreis das Wort,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Oxymoron bekannter machst, nämlich Ausländerfeind und gleichzeitig Klimaschutzfeind.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Danke für deinen Anruf, Marie. Schönen Tag noch. Danke schön für die Antwort.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Schönen Tag. Wiederhören.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Tschüss. 0800 226 996 ist die Festnetznummer, unter der wir bis heute.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: 14 Uhr zu erreichen sind. Deine Frage an die ScienceBusters via WhatsApp.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: 0664 828 4444. Und da hat die Elke eine Sprachnachricht geschickt an die Barbara
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Lahr, Verkehrswissenschaftlerin TU Wien. Geht es um Verkehrspsychologie.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wenn man Leute schon nicht dazu bewegen kann, umweltfreundlicher von sich aus
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: unterwegs zu sein, gibt es möglicherweise die Möglichkeit über die Kostenfrage,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: nämlich dass dieses Unterwegssein mit dem eigenen Pkw tatsächlich ja hohe Kosten verursacht, die,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: der Staat, die Politik auf uns Bürgerinnen und Bürger abwälzt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: also Kosten externalisiert, wie man damit.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Umwelt, Klima, Verkehrs psychologisch umgehen könnte und verdeutlichen könnte,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: was man sich Einkommen erspart, dass man nicht für die Pflege des eigenen Pkw,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: den Abstellplatz, das Betanken etc.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ausgeben muss. Ja, vielen Dank und danke für die spannende Sendung.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ich würde die Antwort dazu gerne ein bisschen zweiteilen, weil das eine ist
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ja die gesellschaftlichen Kosten, die verursacht werden.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und da ist es wirklich so, dass die Autofahrenden nicht die Kosten tragen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die sie verursachen, also durch Unfälle, aber auch durch Krankheiten aufgrund
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: von Lärm oder Feinstaub und natürlich Umweltkosten wie beispielsweise auch,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Klimawandelanpassungsmaßnahmen und anderes.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da gibt es eine recht junge Studie, die ausgerechnet hat, dass,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: jeder Kilometer, der mit dem Auto zurückgelegt wird, die Gesellschaft 11 Cent
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: kostet, während man, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: weil man dadurch auch gesunder bleibt, eigentlich einen Mehrwert für die Gesellschaft bietet.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das sind so zwischen 18 und 37 Cent pro Kilometer tatsächlich.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und ein Ansatz wäre jetzt diese sogenannten externen Kosten zu internalisieren,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das heißt, dass die Autofahrenden diese Kosten auch selber tragen müssen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das würde natürlich das Autofahren teurer machen und hat natürlich auch Auswirkungen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: auf die Verkehrsmittelwahl.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Internalisiert man solche Kosten, wie schaut das dann konkret aus?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Naja, man könnte einerseits über Parkgebühren das Autofahren teurer machen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: man könnte die Mineralölsteuer anheben oder auch eine fahrleistungsabhängige
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Maut machen oder eine City-Maut.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da gibt es viele Instrumente, die auch schon international ausprobiert wurden,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: also gerade City-Mauts. Das letzte Beispiel ist New York City,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wo das sehr erfolgreich umgesetzt wurde und dann tatsächlich die Autozahlen stark reduziert.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und in Manhattan hat man das gesehen, auch tatsächlich eine sozial sehr treffsichere Maßnahme war.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Zweiter Teil, auf den ich eingehen würde, das sind die wahrgenommenen Kosten,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: weil auch angesprochen wurde, dass man sich selbst vielleicht psychologisch
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: verinnerlicht, was kostet mich eigentlich das Auto.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da zeigen Untersuchungen auch, dass nicht die vollen Kosten eigentlich bei den Menschen ankommen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also da wäre ich auch voll dafür, dass man hier durch mehr Aufklärungsarbeit
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: zeigt, was sind die tatsächlichen Kosten, die ich selbst für den Pkw ausgebe
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: und wie könnte sich mein Leben vielleicht verbessern, wenn ich mir das sparen könnte.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also was bleibt da im Verborgenen?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Naja, vielfach wird eben nur das, was ich jetzt an der Tankstelle ausgebe oder
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: an Versicherungskosten, aber wenn man die Beschaffung und so weiter alles mit
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: einbezieht, das ist einfach nicht im direkten Bewusstsein von den Menschen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Man weiß immer nur das, was ich dann tatsächlich an der Zapfsäule tanke.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das ist größtenteils das, was im Bewusstsein drin ist.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, wenn es nicht durch sanfte Überredung, sanfte Überzeugung geht,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass die Menschen das von selber machen Und oft ist es natürlich auch sozial naheliegend, dass man.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Am Beruf nur ausüben kann, wenn man einen Führerschein mitbringt und ein Auto
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: fahren kann oder überhaupt ein eigenes Auto mitbringt in den Beruf.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber wenn man das mal außen vor lässt, kann man über ökonomische Parameter versuchen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: zu erklären, dass es auch da deutlich besser ist für alle, wenn es weniger Straßenverkehr gibt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ich habe einen guten Vorschlag, weil wenn es wirklich so ist,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass man sich nicht das dann merkt, wenn man es selbst vorher bezahlt beim Fahren, wie es tanken,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dann müsste man die Autos ja nicht alles nur umrüsten wie die Autoscooter am
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Rommelplatz, dass man sich irgendwelche an der Tankstelle Chateaus kaufen muss,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die man dann so reinschiebt und dann darf man 10 Kilometer fahren und dann muss
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: man sich einen neuen Chateau kaufen und reinschieben.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das wird sicher die Verkehrssicherheit extrem erhöhen, wenn man nicht nur mit
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dem Telefon während des Fahrens beschäftigt ist und mit den Zigaretten rauchen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sondern auch noch ein Chateau einwerfen muss.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber ich glaube, es hat einmal einen Vorschlag oder vielleicht sogar Untersuchung
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: gegeben, wenn man in Wien innerhalb des Gürtels das Autofahren verbieten würde,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: außer Zustelldienste und Blaulichtfahrzeuge.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und die Leute dadurch viel mehr zu Fuß gehen müssten, wird es derartig,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: rasante Kosteneinsparungen rund um Herz-Kreislauf-Erkrankungen bringen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass allein dadurch die Gesellschaft schon enorm viel Geld gespart hätte,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das man dann wieder um woanders einsetzen kann.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und gerade in Zeiten, wo zwar Budget-Sanierung ein Wort ist,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das sehr, sehr viel und sehr gern in den Mündern geführt werden wird,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aber auf der anderen Seite solche Dinge weniger ins Treffen geführt werden,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wäre das vielleicht gar kein schlechter Vorschlag.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Genau. Und ich würde noch ergänzen, wir haben ja auch unsere klimaschädlichen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Subventionen, wo einige im Verkehrsbereich anfallen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, wenn wir zum Beispiel schon mal anfangen, kein Dieselprivileg mehr
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: zu haben, das macht es auch wieder teurer, aber auch wieder gerechter und spiegelt
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: mehr die tatsächlichen Kosten wider.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und es gibt auch einige große Bauvorhaben, die auch immer wieder.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Angesprochen werden, jetzt wahrscheinlich in Zukunft ein bisschen weniger,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wie den Lobaudundel oder in Wiener Neustadt, wo ja der künftige Bundeskanzler,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wer hätte es vor einem halben Jahr noch gedacht, glaube ich Vizebürgermeister ist und herkommt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da gibt es auch eine Umfahrung, ein Verkehrsprojekt aus dem 20.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Jahrhundert, vollkommen unzeitgemäß heute, wenn man wissenschaftlichen Äußerungen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Glauben schenken möchte, aber sehr teuer. Da könnte man auch viel einsparen, oder?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Genau, also wenn man diese großen Straßenbauvorhaben nicht bahn würde,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: könnte man sich sehr viele Milliarden sparen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: All das könnte man machen. Danke vielmals Elke für deine Frage.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber es wird eben, und so schauen die Wahlergebnisse auch aus,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aus guten Gründen nicht gemacht, damit die Wahlergebnisse so ausschauen offensichtlich.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber natürlich wäre es eine gute Idee, das zu machen. Dann, was kostet,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das wird normalerweise stärker ins Visier genommen, als was so nebenbei irgendwie
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: verschwindet. Aber das Geld ist dann am Ende auch weg.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Danke, Barbara Lahr, für die Auskunft. Es ist 13.42 Uhr. Bis knapp vor 14 Uhr
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: haben wir noch Zeit. Das heißt, es geht sich noch eine Antwort aus und dann kommt der böse Wolf.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und wir haben den Sebastian in der Leitung und hat eine Frage rund um Atomstrom,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: also Strom aus Kernkraftwerken, die ich sehr gerne in erster Näherung mal weitergebe.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und Claudia Frick von der TH Köln, Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Hallo Sebastian. Ja, hallo. Servus.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Bitte sehr. Also, ja, meine Frage. Also die Frage ist ja, hallo.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Mehr oder weniger, also in den letzten Jahren ist ja, wie soll ich sagen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: der Diskurs wieder so in die Richtung gegangen, ob Atomstrom nicht eine grüne Stromform ist.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ich meine, kann man wahrscheinlich sofort sagen, nein, in Wirklichkeit wegen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Uranproduktion, Endlagerung.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber wenn man jetzt mal die Sicherheitsaspekte vielleicht außen vor lässt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: weil natürlich das ja Extrema sind,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: eher ist nicht doch eine Überbrückungstechnologie, bis wir so weit sind,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass wir, wie soll ich sagen, effizientere Stromproduktionsmethoden haben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wie zum Beispiel eben die Kernfusion, die ja noch in weiter Ferne ist.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Oder muss man es absolut verteufeln und sagen, na, aus, auf keinen Fall. Das ist die Frage.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ja, danke vielmals. Frau Professor, was gibt es dazu zu sagen?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also tatsächlich gibt es dazu eine Sache, die man direkt sagen kann.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Es gab ja tatsächlich, Österreich hat das, glaube ich, sogar untersuchen lassen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ob man denn jetzt Atomenergie als grüne Energie einstufen kann.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also rein aus rechtlicher Sicht schon mal nein. Also das entspricht nicht den
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Vorgaben, was grüne Energie sein soll.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und wenn man so aufs Klima guckt, gibt es ja auch noch so ein paar Sachen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die man so ein bisschen mit beachten muss.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also Sachen, die abseits von Uranförderung und Ähnlichem passieren,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: regional da, wo Atomkraftwerke stehen, zum Beispiel die Überhitzung von Flüssen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aufgrund von enormen Kühlwassermengen, die benötigt werden.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und wir wissen, wie rar und schwierig Wasser wird und schon jetzt teilweise ist.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und wenn man selber denkt, so Überbrückungstechnologie, dann müsste das ja heißen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass man jetzt sofort spontan Atomkraftwerke hätte, die man anschalten und benutzen könnte.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Die sicher sind und die nicht erst bauen müsste. Und da haben wir schon ein
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Problem, das uns zeigt, dass das nicht so einfach funktioniert.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Man braucht ungefähr 20, 25 Jahre, bis die Atomkraft fertig ist, oder?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Ja, wenn es gut läuft in Deutschland, würde ich sagen, es könnte noch länger dauern.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und ein weiteres Problem bei der ganzen Sache mit dem Atomstrom ist ja,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass der Atomstrom selbst, wenn da ein Atomkraftwerk steht und das funktioniert
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: und da ist genug Kühlwasser,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn das da steht, das Atomkraftwerk, dann ist der Strom, der rauskommt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: insofern tatsächlich grün, als dass da wenig CO2 erzeugt wird.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber so kann man die Sache ja nicht betrachten, weil wie Claudia gerade gesagt
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: hat, die Atomkraftwerke fallen nicht vom Himmel, die muss man bauen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und das dauert lang, sowas zu bauen. Und es ist teuer, sowas zu bauen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und es wird noch viel, viel teurer, wenn man die Entsorgung des strahlenden Mülls mitrechnet.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und die Risiken natürlich auch. Also es wird keine Versicherung geben,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die eine Atomkraftwerke versichert. Das kann man nicht zahlen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also wenn man all diese Kosten mit einrechnet, dann ist Atomstrom...
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und unabhängig davon, ob er jetzt grün ist oder nicht, einfach absurd teuer.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und wir haben Strom, der nicht nur grün ist und nachhaltig ist,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sondern auch sehr, sehr billig ist. Das kann man sich auch anschauen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das hat die Wissenschaft sich auch angeschaut.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Die Kosten für Strom zum Beispiel aus Solarenergie oder Windenergie, die sinken.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Die sinken ständig und die werden auch weiter sinken. Das heißt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: es wird immer billiger, das zu machen und der Atomstrom eben nicht.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und vor allem ist Solarenergie auch etwas, was man sehr leicht skalieren kann.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da muss ich jetzt nicht einen Riesenteil irgendwo hinstellen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wie so ein Atomkraftwerk, sondern ich habe halt meine Solarpaneele,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die kann ich jetzt irgendwie ein Quadratmeter groß machen oder zehn Quadratmeter
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: oder hundert Quadratmeter oder tausend Quadratmeter. Ich muss halt nur genug
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: von den Dingen aneinander basteln.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also das ist eine Technologie, die ist da. Da müssen wir nichts mehr bis dahin überbrücken.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da geht der Sebastian und viele andere Menschen, auch ich teilweise,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn ich nicht aufpasse, der Propaganda auf dem Leim, dass man von Übergangstechnologie
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: spricht, obwohl man gar keine mehr braucht, weil der Übergang ist, längst passiert?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Nein, wir haben alle Arten von erneuerbaren Energie. Natürlich,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: man kann das immer alles verbessern, selbstverständlich. Und das passiert ja
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: auch. Speicherkraftwerke, Batterietechnik und so weiter, da passiert ganz viel.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Zum Beispiel Windkraft.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wir haben jetzt Windturbinen, die sind zehnmal, zwanzigmal, hundertmal,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ich weiß die Zahl gerade nicht, aber deutlich besser als die davor.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, ich kann jetzt ein Windrad irgendwo hinstellen und das liefert genauso
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: viel Strom wie zehn alte Windräder davor.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, da wird natürlich alles immer besser und wir haben eigentlich die Technologie...
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Die wir brauchen. Wir müssen jetzt nicht warten, bis irgendwann mit der Kernfusion
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: daherkommt und wir können gar nicht warten, bis wir irgendwelche Atomkraftwerke
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: hier hingestellt haben.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das ist ja nicht nur, wie gesagt, ein Konstrukteursproblem und ein technisches
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Problem und ein bürokratisches Problem. Ich meine, man stellt sich vor,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: was passieren würde. Wenn ich jetzt sage, hier in Deutschland,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ich baue jetzt hier ein Atomkraftwerk hin oder in Österreich,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ich baue hier ein Atomkraftwerk hin.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also wir haben es in Österreich ja schon probiert. Das hat ja durchaus politisch
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: und gesellschaftlich große Folgen gehabt und so einfach wird es nicht werden.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber da kommen ja dann so Leute, wie Friedrich Merz und andere daher und die
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sagen, wir brauchen ja kein großes Atomkraftwerk, wir bauen viele süße,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: kleine Atomkraftwerke. Ja, wenn er die hat, die werden...
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da braucht man auch Zeit, bis sie gebaut sind. Man braucht auch Plätze,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wo sie stehen, Gemeinden, die sie haben wollen und Gemeinden,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die die Endlager dafür haben wollen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also muss man erst mal finden und das ist nun gar nicht so einfach.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und wie gesagt, wir haben ja schon eine gute Lösung für den Moment.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Da müsste man nicht warten, bis in, weiß ich nicht, 10, 25 Jahren,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: je nach Größe des Atomkraftwerks, die fertig sind und stehen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also, lieber Sebastian, danke für deine Frage. Und da müssen solche wie wir
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: aufpassen, dass man eben dem nicht auf den Leim geht, dass man auch Übergangstechnologien
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: brauchen für Technologien, die schon längst jenseits des Übergangs und da sind.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Danke vielmals und gute Fahrt. Ich glaube, du bist unterwegs, oder?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Jupp, jupp. Danke. Dann regelmäßig den Chip einwerfen, sonst bleibt das Auto stehen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und jetzt kommt endlich der böse Wolf, aber nicht im Märchen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sondern in der Wissenschaft, Florian Freistetter. Ja, und was das Klima angeht,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ist der Wolf gar nicht so böse, wie er es im Märchen ist. Und in echt ist der
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wolf ja auch nicht böse, der ist ein Tier, also der ist halt, wie er ist.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wenn wir jetzt all diese ganze Aufregung um den Wolf weglassen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die normalerweise die Medien beschäftigt, von wegen Weidetierhaltung und so
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: weiter, sondern nur schauen, was der Wolf als Raubtier an der Spitze der Nahrungskette
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: mit einem Ökosystem macht,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dann stellt sich raus und zeigt die Forschung, dass es durchaus gut fürs Klima
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: sein kann, wenn es Wölfe gibt und wenn es ausreichend viele Wölfe gibt.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Weil dort, wo es keine Wölfe gibt, zum Beispiel in Schottland.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: In Wien. In Wien, ja gut, auch. Aber in Schottland hat man die Wölfe ausgerottet.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Deswegen gibt es dort jetzt sehr viele Rotwildvorkommen. Also die haben keinen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: natürlichen Feind mehr, die werden nur durch Jagen reguliert und die machen
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: halt das, was die machen, die fressen die Baumsetzlinge.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das heißt, da wächst wenig Wald nach. Und jetzt haben Forscherinnen und Forscher
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: mit einer Simulation geschaut, was wird denn passieren in Schottland,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn ich da jetzt wieder Wölfe ansiedle und haben festgestellt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: dass natürlich die Wölfe...
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Das Rotwild dann fressen und dadurch ist weniger Rotwild da, um Bäume zu fressen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Dadurch kann mehr Wald wachsen und wenn mehr Wald wächst, kann dieser wachsende
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wald mehr CO2 aus der Atmosphäre rausholen und binden. Das heißt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: der Wolf sorgt so indirekt dafür, dass CO2 aus der Atmosphäre entfernt wird.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und zwar sagt die Studie über eine gar nicht mal so geringe Menge,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Man kann das jetzt, wenn man es ein bisschen zugespitzt sagen will,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: kann man sagen, jeder Wolf holt 6000 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre raus.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und das ist für so ein kleines Tier, das ja noch dazu im Rudel lebt,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: ganz schön viel. Also für ein Rudel, ein Wolfsrudel, kommt da einiges zusammen.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Genau, also in der Studie hat man 100 Jahre lang simuliert, also 100 Jahre in
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die Zukunft geschaut und über diese 100 Jahre hinweg sind
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: durch die da in der Studie entstehenden Wolfspopulation in Schottland insgesamt
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: eine Million Tonnen CO2 pro Jahr aus der Atmosphäre entfernt worden durch das
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: neue Waldwachstum, also insgesamt 100 Millionen Tonnen CO2 in 100 Jahren und
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: das ist gar nicht mal so gering, das ist durchaus eine relevante Menge,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: die man berücksichtigen könnte und sollte, wenn es um Klimaschutzpläne geht.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und es ist aber nur gut, wenn man überall Wölfe ansiedelt, wo es möglich ist?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Oder auch da gibt es eine Grenze, wo man sagt, zu viele Wölfe sind dann letztlich
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: nicht nur des Rotwilds tot, sondern dann ist es dann immer so gut fürs Klima?
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Naja, zu viele Wölfe haben ja ganz viele andere Probleme, weil jetzt alles voll
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: mit Wölfen ist. Natürlich muss ein Ökosystem immer entsprechend im Gleichgewicht sein.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Aber wir haben die Wölfe ja quasi aktiv aus dem Gleichgewicht rausgenommen,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: indem wir sie ausgerottet haben.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Und in bestimmten Gegenden kann es sich lohnen. Also es bringt jetzt nichts,
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: wenn ich da in Wiener Stadtpark die Wölfe loslasse.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Also das wird für das Baumwachstum wenig Einfluss haben. Aber eben in größeren
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Regionen, so da, wo wirklich noch so Urwälder existieren, also ursprüngliche
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Landschaften, neben Schottland oder in nördlichen Amerika, da kann das durchaus einen Effekt haben.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wenn man Wölfe ansiedelt, die ja immer wieder mal ein Reizthema sind, das war's.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Mit Ausgabe 42. Ganz alle Antworten auf das Universum haben wir nicht geben
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: können, aber doch einige.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Danke Barbara Lahr, danke Florian Freisteter, danke Claudia Frick.
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: Wer noch Fragen hat, bitte an sciencebusters.fm4.org oder die Social Media Kanäle
M.Puntigam, B.Laa, F.Freistetter, C.Frick: an FM4. Die nächste Sendung gibt es ab 28. April.
Martin Puntigam: Das war Frag die ScienceBusters Nummer 42 vom 24. Februar 2025.
Martin Puntigam: Und gleichzeitig war es auch ScienceBusters Podcast Nummer 139.
Martin Puntigam: Nächste Woche, folglich in Ausgabe 140, werden neben mir auf Radio FM4 Rede
Martin Puntigam: und Antwort stehen Sigrid Stagl und Andreas Jäger.
Martin Puntigam: Und schon damals unter anderem beantworten, wie kraftvoll ist eigentlich Wasserkraft,
Martin Puntigam: wenn es zu wenig Wasser gibt?
Martin Puntigam: Ausstrahlungstermin war der 24. April 2025 und ein Wiederhören gibt es ab kommenden
Martin Puntigam: Montag überall, wo Podcasts angeboten werden.
Martin Puntigam: Als ScienceBusters Live on Stage machen wir nach wie vor Sommerpause.
Martin Puntigam: Im Herbst geht es natürlich weiter mit Weltuntergang für Fortgeschrittene und
Martin Puntigam: ScienceBusters. Vor Kids Termine bitte unter sciencebusters.at.
Martin Puntigam: Mein neues Solo, der heilige Puntigam, wird ab 10. November zu sehen sein.
Martin Puntigam: Uraufführung im Theatercafé Graz, Premiere in Wien am 19. November im Kabarett Niedermeier.
Martin Puntigam: Florian Freistädter's Sternengeschichten-Live-Touren auch im Herbst zu sehen
Martin Puntigam: in Lübeck, Hamburg, Fürth, Erfurt und vielen anderen Städten.
Martin Puntigam: Infos bitte unter sternengeschichten.live.
Martin Puntigam: Auch Martin Moder bereitet einen Solo-Abend vor mit dem Titel Superintelligenz oder Sautrottel.
Martin Puntigam: Premiere am 19. Jänner nächsten Jahres, also 2027 in der Kulisse in Wien.
Martin Puntigam: Seine Termine finden sich unter martinmoder.at.
Martin Puntigam: Danke an die Universität Graz und die TU Wien, die die Produktion des Podcasts unterstützen.
Martin Puntigam: Danke fürs Tempo 30 einführen, radikale Flanken schlagen, zu Fuß gehen,
Martin Puntigam: vermeintliche Übergangstechnologien ignorieren mit den Wölfenheulen und was
Martin Puntigam: immer man auch mit einem Podcast anstellen kann. Bis zum nächsten Mal.
Martin Puntigam: Tschüss und habe die Ehre.