Wer nichts weiß, muss alles glauben.
Martin Puntigam: Ausgabe 147 des ScienceBusters Podcasts und heute fragen wir,
Martin Puntigam: darf man in Rauhnächten Wäsche am Ständer hängen lassen oder muss man sterben?
Florian Freistetter: Beides.
Martin Puntigam: Herzlich willkommen zur Ausgabe 147 des ScienceBusters Podcasts,
Martin Puntigam: wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien.
Martin Puntigam: Mir gegenüber wieder mal im Podcast der Astronom und Rauhnachtforscher Florian Freistädter. Hallo.
Florian Freistetter: Hallo und Astronom reicht.
Martin Puntigam: Vor mir aus in der letzten Ausgabe haben Hendrik Kranert, Journalist,
Martin Puntigam: Bergmann und Abteilungsleiter bei der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung in Deutschland und ich
Martin Puntigam: unter anderem gesprochen über vorläufige und letzte Ruhestätten für hochradioaktiven Atommüll,
Martin Puntigam: wo man Endlager findet, wie man sie sucht, was man dabei eigentlich sucht,
Martin Puntigam: was die Zwischenlager dazu sagen,
Martin Puntigam: ob Castor Pollux noch braucht, wie lange das alles dauern wird und dass,
Martin Puntigam: wenn ein Platz für ein Endlager gefunden ist, die Probleme eigentlich erst richtig beginnen.
Martin Puntigam: Heute geht es um Rauhnächte.
Martin Puntigam: Diese ominösen Nächte am Ende des Jahres, also zumindest am Ende des Jahres,
Martin Puntigam: so wie wir es in unserem Breiten einteilen.
Martin Puntigam: Und wie jedes Jahr am Ende spielen Ruth Grützbauch, du und ich auch heuer,
Martin Puntigam: wieder unsere Show Bauern-Silvester.
Martin Puntigam: Am 28. Dezember in der Listhalle in Graz und am 30. Dezember im Stadtsaal Wien.
Martin Puntigam: Und nicht ausgeschlossen, dass ich auch heuer wieder die Show damit eröffne,
Martin Puntigam: dass ich sage, In einer Rauhnacht, wenn man zu Mitternacht in den Stall geht,
Martin Puntigam: kann man die Sprache der Tiere verstehen. Sie verraten einem auch die Zukunft. Das ist toll.
Martin Puntigam: Leider muss man im selben Augenblick, in dem man die Zukunft erfährt,
Martin Puntigam: auch sterben. Das ist weniger toll.
Martin Puntigam: Bei uns haben sie es besser. Bei uns können sie die Sprache der WissenschaftlerInnen
Martin Puntigam: verstehen und bleiben lebendig.
Martin Puntigam: Es gibt nämlich erstaunlich viele Bücher zu Rauhnächten, über Rauhnächte,
Martin Puntigam: sehr viel davon esoterischer Unsinn.
Martin Puntigam: Um diese Tautologie einmal mehr nicht auszulassen. und Lebenshilfeschmarrn,
Martin Puntigam: was an mir zum Glück bislang ziemlich formlos vorbeigegangen ist.
Martin Puntigam: Jetzt hast du, Florian, im Hansa Verlag ein neues Buch herausgebracht,
Martin Puntigam: die Astronomie der Rauhnächte.
Martin Puntigam: Bevor wir aber Rauhnächte durchmachen, eine kurze Produktinformation.
Produktinformation: Musik,
Produktinformation: Herr Doktor? Ja? Was ist unsichtbar und beginnt mit K?
Produktinformation: Was? Kein Elefant. Ersparen Sie mir bitte den Rest vom Alphabet.
Produktinformation: Ja, ich mache mir nur Eselsbrücken für die Buchstaben beim Sehtest.
Produktinformation: Da müssen Sie nichts auswendig lernen, aber wenn Sie eine Brille brauchen,
Produktinformation: bei Vielmann wird Ihre Sehstärke überprüft und der Test ist sogar kostenlos.
Produktinformation: Aha, weil es wäre meine erste Brille, dann möchte ich natürlich eine finden,
Produktinformation: mit der ich gut ausschaue. Dafür gibt es bei Vielmann eine große Auswahl an
Produktinformation: stylischen Fassungen zu garantiert besten Preisen.
Produktinformation: Und welche? Würde mir stehen, weil Sie als Biologe kennen sich doch mit Artenvielfalt
Produktinformation: aus. Für Fassungen gibt's dort Fachleute. Mit persönlicher, kompetenter Beratung
Produktinformation: finden Sie heraus, welche zu Ihnen passt und gut sitzt.
Produktinformation: Aha, also betreute natürliche Auslese? Quasi.
Produktinformation: Sie probieren in aller Ruhe aus, welche Fassung Ihnen gefällt.
Produktinformation: Aber was ist, wenn ich mich später doch anders entscheid? Weil Wissenschaft
Produktinformation: lebt ja vom Zweifel. Bei vielmann kaufen Sie risikofrei mit Zufriedenheitsgarantie
Produktinformation: und Geld-Zurück-Garantie.
Produktinformation: Da muss ich mir gar nichts merken. Eine Sache schon. Jetzt Termin vereinbaren
Produktinformation: auf vielmann.at oder spontan in einer Vielmann-Niederlassung vorbeischauen.
Produktinformation: Bin fassungslos. Ja, noch, aber nicht mehr lange.
Martin Puntigam: Bevor wir darüber sprechen, wann diese Nächte sind, wer sie erfunden hat,
Martin Puntigam: welche Nacht sich eigentlich Rauhnacht nennen darf, was es mit dem Wäscheaufhängen
Martin Puntigam: auf sich hat, wann man die Sprache der Tiere verstehen kann und wie,
Martin Puntigam: warum das möglicherweise gefährlich ist und was Delfine damit zu tun haben könnten,
Martin Puntigam: wollen wir darüber sprechen, dass es bereits ein zweites Buch heuer ist,
Martin Puntigam: nach die Farben des Universums. Wann kommt das nächste?
Florian Freistetter: Ja, keine Ahnung. Irgendwann vermutlich, das kann man mit Sicherheit sagen.
Florian Freistetter: Es sei denn, ich verstehe die Sprache Satire und muss sterben,
Florian Freistetter: bevor ich das nächste geschrieben habe. Aber irgendwann werde ich schon wieder
Florian Freistetter: ein Schreiben. Aktuell geplant habe ich keines, weil zwei in einem Jahr ist eh schon zu viel.
Florian Freistetter: Das heißt, jetzt kann ich mal kurz ein bisschen Pause machen,
Florian Freistetter: bis ich wieder ein neues Buch schreibe.
Martin Puntigam: Wie bist du denn überhaupt darauf gekommen, über die Raunächte zu schreiben?
Martin Puntigam: Weil das ist ja an sich kein für einen Astronomen naheliegendes Thema,
Martin Puntigam: zumindest in erster Näherung.
Florian Freistetter: Ja, aber in zweiter Näherung und wie sie dann rausstellen wird,
Florian Freistetter: in nullter Näherung sind die Rauhnächte ein sehr, sehr astronomisches Thema.
Florian Freistetter: Aber ja klar, war mir nicht so bewusst, weil die Rauhnächte,
Florian Freistetter: wenn man sich in den Buchgeschäften umschaut, ja eigentlich wirklich mittlerweile
Florian Freistetter: fast ausschließlich in der Hand der Esoterik sind.
Florian Freistetter: War es jetzt nicht so das Thema, das ich am Schirm gehabt habe,
Florian Freistetter: aber ich habe mit meiner Lektorin vom Hansa Verlag gesprochen und
Florian Freistetter: wir haben darüber diskutiert, dass Bücher schreiben eh schön ist und Bücher
Florian Freistetter: verlegen auch schön ist und Bücher lektorieren ebenso, aber dass man so mit
Florian Freistetter: Sachbüchern über Astronomie halt jetzt nicht unbedingt die Mega-Bestseller landet und so.
Florian Freistetter: Tausende, Zehntausende, Hunderttausende Exemplare verkauft. Gut,
Florian Freistetter: Tausende kriegt man schon hin, wenn man es halbwegs gut macht,
Florian Freistetter: aber darüber hinaus wird es schon schwierig im deutschsprachigen Raum mit Naturwissenschaft.
Florian Freistetter: Und dass wir durchaus auch gerne mal Lust hätten, ein Buch zu schreiben,
Florian Freistetter: das sich wirklich, wirklich gut verkauft, wo man dann auch wirklich ein bisschen
Florian Freistetter: Geld verdienen kann damit, was man mit den Sachbüchern nicht so tut.
Florian Freistetter: Und ich habe mit Annika dann geredet, ja, das war auch letztes Jahr,
Florian Freistetter: glaube ich, gerade so die Vorweihnachtszeit.
Florian Freistetter: Ich habe gesagt, ja, man müsste so den ganzen Quatsch schreiben,
Florian Freistetter: den diese ganzen Esoterik- und Raunachtleute schreiben, weil jedes Buchgeschäft
Florian Freistetter: ist voll mit irgendeinem großen Tisch, auf dem alle möglichen Bücher aber Raunächte
Florian Freistetter: liegen. Und Annika hat gemeint, also die Lektorin, das wäre genau das Buch, weil...
Florian Freistetter: Die verkaufen sich wirklich, wirklich erstaunlich gut, also überraschend,
Florian Freistetter: erschreckend gut, diese Bücher.
Martin Puntigam: In der Preisklasse wie im Mondkalender, oder?
Florian Freistetter: Ja, so ungefähr. Die haben durchaus Spiegel-Bestseller-Aufkleber drauf und die
Florian Freistetter: kriegt man auch nicht umsonst. Also ja, muss auch nichts großartig heißen,
Florian Freistetter: aber die verkaufen sich schon gut.
Martin Puntigam: Diese Dinge.
Florian Freistetter: Also deutlich besser als das, was ich sonst so schreibe.
Martin Puntigam: Und du hast da gedacht, Trittbrettfahrer bei den Raunacht-Esoterik-Büchern,
Martin Puntigam: das ist genau das, was dir vorschwillt für 2026 zum Jahresende.
Florian Freistetter: Nicht mal das habe ich mir gedacht. Ich habe nur aus Scherz gesagt,
Florian Freistetter: naja, müsste man so etwas schreiben wie die Astronomie der Raunechte,
Florian Freistetter: so als Scherz. Und das war es dann eigentlich auch. Und dann habe ich ein bisschen
Florian Freistetter: länger darüber nachgedacht.
Florian Freistetter: Und dann sind mir ein paar Dinge eingefallen, wo die Astronomie tatsächlich
Florian Freistetter: eine sehr, sehr wichtige Rolle bei den Raunechten spielt.
Florian Freistetter: Und als ich dann meiner Lektorin ein E-Mail geschrieben habe,
Florian Freistetter: um zu sagen, du, vielleicht könntest du das wirklich schreiben,
Florian Freistetter: hatte sie mir vorher schon ein E-Mail geschrieben.
Florian Freistetter: Sie hat das mit dem Verlag besprochen und sie fände es auch eine gute Idee.
Florian Freistetter: Und jetzt habe ich dann halt ein unerwartetes Buch schreiben müssen dieses Jahr.
Martin Puntigam: Dann ist zusammengewachsen, was zusammengehört. Wenn du sagst,
Martin Puntigam: über die Rauhnächte kann man natürlich volkskundlich einige Sinnvolle schreiben,
Martin Puntigam: aber aus astronomischer Sicht, was ist denn das Interessante?
Martin Puntigam: Oder fangen wir mal ganz grundsätzlich an, was ist denn eine Rauhnacht für alle
Martin Puntigam: Menschen, die nicht genau wissen, was das ist, beziehungsweise kann man sehr
Martin Puntigam: leicht nicht genau wissen, was das ist, weil es ja ganz viele verschiedene Definitionen
Martin Puntigam: und Möglichkeiten gibt, Rauhnächte zu bestimmen?
Florian Freistetter: Ja, wir werden dann gleich sehen, dass es zumindest eine halbwegs exakte Methode
Florian Freistetter: gibt, die Raunächte zu bestimmen, weil die Frage nach den Raunächten ist auch
Florian Freistetter: gleich die Frage, wo die Astronomie da die wichtigste Rolle spielt. Ja.
Florian Freistetter: Im Brauchtum sind Rauhnächte die Nächte um den Jahreswechsel herum, vor dem Jahreswechsel.
Florian Freistetter: Das wechselt von Region zu Region, ist immer so grob der Bereich zwischen der
Florian Freistetter: Winteranfang, wenn man so will, also 20.
Florian Freistetter: Und 21. Dezember, der Bereichrunde rum, bis zum Jahresende oder auch zwischen
Florian Freistetter: Weihnachten und dem Dreikönigstag.
Florian Freistetter: Also es sind dann meistens so zwölf Nächte. Das kennt man auch so aus dem angelsächsischen
Florian Freistetter: Raum, dieses 12 days of Christmas, das ist diese zwölf Weihnachtstage,
Florian Freistetter: das ist da was sehr Populäres. Also ganz allgemein.
Florian Freistetter: Zeit im Winter zwischen den großen Festen, Winteranfang, Weihnachten, Silvester, Dreikönig.
Florian Freistetter: Das ist so der Bereich, wo die Raunächte sich aufhalten. Wie viele es dann genau
Florian Freistetter: sind, ist unterschiedlich.
Florian Freistetter: Manchmal sind es alle zwölf Nächte
Florian Freistetter: von Winteranfang bis Silvester oder von Weihnachten bis Dreikönigstag.
Florian Freistetter: Manchmal sind es nur bestimmte Nächte, also die Weihnachtsnacht,
Florian Freistetter: die Silvesternacht, die Nacht zum Dreikönigstag. Das ist dann wirklich von Region
Florian Freistetter: zu Region unterschiedlich. Aber das ist genau der Zeitraum, um den es geht und
Florian Freistetter: da steckt auch schon gleich die Astronomie drin.
Martin Puntigam: Also das ist quasi ein Quantenphänomen, also Raunächte. Je nachdem,
Martin Puntigam: wer schaut, gibt es unterschiedlich viele an unterschiedlichen Tagen.
Florian Freistetter: Ja, aber gut, das ist klassisch Brauchtum. Es ist ja so, das haben wir Weihnachten
Florian Freistetter: genauso. Ich meine, bei uns ist Weihnachten am 24. Dezember und am 25. ist schon fast vorbei.
Florian Freistetter: In den USA ist am 24. passiert noch gar nichts weihnachtsmäßig, sondern am 25.
Florian Freistetter: In Italien ist wieder anders, da macht man es dann eher im Januar und so weiter.
Florian Freistetter: Also Brauchtum ist halt etwas, was sehr, sehr an den Menschen dranhängt und
Florian Freistetter: die Rauhnächte sind altes Brauchtum und da haben sich die Menschen halt dann,
Florian Freistetter: mal hier, mal dort jeweils was rausgesucht.
Florian Freistetter: Aber der Ursprung, den kann man wirklich schön astronomisch erklären.
Martin Puntigam: Aber was ist denn so rau an den Rauhnächten?
Florian Freistetter: Ja, jetzt willst du schon wieder weg von der Astronomie.
Martin Puntigam: Also gut, dann bleiben wir bei der Astronomie.
Florian Freistetter: Ja, das kann man schon noch erzählen. Also da kommen wir dann auch drauf.
Florian Freistetter: Das spielt auch eine Rolle, wo das Rau herkommt. Es kommt nicht von der Rauheit.
Florian Freistetter: Das ist nicht dabei bei den Bezügen. Es geht um was anderes.
Florian Freistetter: Das kann man dann nachher noch
Florian Freistetter: besprechen, wenn wir über die einzelnen Braunachtsbrauchtümer sprechen.
Martin Puntigam: Erstklassig angeteasert, aber jetzt einmal zur Astronomie.
Florian Freistetter: Ja, genau. Das heißt ja, die Astronomie der Raunächte und nicht die Etymologie
Florian Freistetter: der Raunächte, die ich geschrieben habe. Also geht es um die Astronomie.
Florian Freistetter: Einen Begriff, auch wenn man mit Rauhnächten überhaupt nichts zu tun hat und
Florian Freistetter: sich dann, finde ich, interessiert.
Florian Freistetter: Einen Begriff haben vermutlich alle, die das hier hören, verwendet oder gehört,
Florian Freistetter: nämlich die Zeit zwischen den Jahren.
Martin Puntigam: Ja, das gibt es noch nicht so lange. Also in meiner Kindheit hat es zwischen
Martin Puntigam: den Jahren noch nicht als Redewendung gegeben. Das ist dann erst später breitenwirksam
Martin Puntigam: bekannt geworden. Was ist denn zwischen den Jahren?
Florian Freistetter: Naja, also das muss dann vielleicht ein spezifisches Erlebnis in der Kindheit
Florian Freistetter: sein, weil das zwischen den Jahren, das gibt es schon länger.
Florian Freistetter: Also zwischen den Jahren, das ist halt genau das, worum es geht,
Florian Freistetter: weil eigentlich macht der Begriff zwischen den Jahren ja keinen Sinn,
Florian Freistetter: weil das eine Jahr hört auf am 31.
Florian Freistetter: Dezember um kurz vor Mitternacht bzw. um Mitternacht und in der Sekunde fängt
Florian Freistetter: das nächste auch schon an.
Florian Freistetter: Also es gibt in unserem Kalender kein zwischen den Jahren. Da ist kein Platz
Florian Freistetter: für irgendwas, was zwischen den Jahren ist. Aber, und genau das ist der Punkt,
Florian Freistetter: das ist unser moderner Kalender.
Florian Freistetter: Der gregorianische Kalender, den wir heute verwenden, der hat keine Zeit zwischen den Jahren.
Florian Freistetter: Aber andere Kalendersysteme hatten das durchaus. Und wenn wir beim Kalender
Florian Freistetter: sind, dann steckt man schon direkt in der Astronomie drin, weil ohne Astronomie
Florian Freistetter: gibt es auch keinen Kalender.
Florian Freistetter: Denn natürlich man könnte sich einen kalender irgendwie ausdenken ja es ist,
Florian Freistetter: kann sagen ich fange mit tage eins an und zähle einfach weiter,
Florian Freistetter: das ist aber halt ja relativ unlustig also muss man dann irgendwann je nachdem
Florian Freistetter: man anfängt zu zählen hat man dann sehr große zahlen man kann nie geburtstag
Florian Freistetter: feiern weil sie der tag nie wiederholt und so weiter also das,
Florian Freistetter: macht alles wenig sinn kalender so zu machen wir wollen einen kalender schon haben und,
Florian Freistetter: in einer Form, die irgendwie die natürlichen Rhythmen abbildet.
Florian Freistetter: Also Jahreszeiten und sowas, das wollen wir als Rhythmus im Kalender einfangen,
Florian Freistetter: weil es macht ja Sinn zu sagen, okay, jetzt haben wir Sommer und dann dauert
Florian Freistetter: es eine gewisse Zeit und dann kommt der Sommer wieder.
Florian Freistetter: Das ist ja gut zu wissen. Das ist der Grund, warum wir sowas im Kalender machen,
Florian Freistetter: dass wir irgendwie einen Überblick über die Zeit kriegen und auch ein bisschen,
Florian Freistetter: wenn man so will, Kontrolle über die Zeit kriegen.
Florian Freistetter: Das ist aus heutiger Sicht, wünscht man sich oft, man bräuchte keinen Kalender
Florian Freistetter: und man will nicht wissen oder müsste nicht wissen, welcher Wochentag ist und so weiter.
Florian Freistetter: Es sind dann immer so, wenn die klassisch Selbstständigen, die sagen,
Florian Freistetter: ja, ach, ich weiß gar nicht, welcher Wochentag ist, ja, das ist mir egal.
Florian Freistetter: Und dann sind die Angestellten angefressen. Das ist,
Florian Freistetter: Aus unserer heutigen Sicht, für die Menschen früher und früher,
Florian Freistetter: ich werde im Verlauf des Gesprächs wahrscheinlich noch sehr oft früher sagen
Florian Freistetter: und meine damit irgendein unspezifisches früher, das aber weit in der Vergangenheit liegt.
Florian Freistetter: Also wirklich jetzt so, keine Ahnung, drei, vier, 5000 Jahre zurück ungefähr.
Martin Puntigam: Okay, so früher, ja.
Florian Freistetter: Ja, und früher war das aber wichtig für die Menschen. Ich meine,
Florian Freistetter: die Menschen haben wissen müssen, wann der Winter kommt oder zumindest grob
Florian Freistetter: wissen müssen, wann der Winter kommt und auch wie lange er dauert, wann er wieder aufhört.
Florian Freistetter: Haben grob wissen müssen, okay, jetzt kommt demnächst der Winter,
Florian Freistetter: dann müssen wir unsere Vorräte einlagern, weil sonst haben wir nichts zum Essen und verhungern.
Florian Freistetter: Und wir müssen auch wissen, wie lange dauert das ungefähr. Wann kommt der Frühling
Florian Freistetter: wieder? Wann kann man wieder was aussehen? Wann müssen wir ernten?
Florian Freistetter: Allein aus Überlebensgründen war es wichtig, sowas wie einen Kalender zu basteln.
Florian Freistetter: Dazu kommen dann natürlich die ganzen gesellschaftlichen und religiösen Gründen,
Florian Freistetter: aus denen man auch einen Kalender haben will, um halt irgendwelche Feste zu feiern und so.
Florian Freistetter: Das heißt, aus all diesen Gründen war es wichtig, einen Kalender zu haben,
Florian Freistetter: der irgendwie an den natürlichen Rhythmen dranhängt. Und da haben wir halt nicht
Florian Freistetter: so viele Auswahlmöglichkeiten. Wir müssen mit dem arbeiten, was das Universum uns hingestellt hat.
Florian Freistetter: Und das ist halt Und die Erde, so wie sie ist, die Erde dreht sich um ihre Achse.
Florian Freistetter: Das ist der erste Rhythmus ein Tag. Der ist relativ leicht zu bemerken.
Florian Freistetter: Da muss man gar nicht großartig wissenschaftlich arbeiten, um festzustellen,
Florian Freistetter: dass es alle 24 Stunden hell und dunkel wird. Das merkt man schnell.
Florian Freistetter: Aber wie gesagt, der Tag allein reicht nicht als Kalendergrundlage,
Florian Freistetter: weil dann sind wir wieder beim Abzählen. Dann haben wir noch Monate.
Florian Freistetter: Also der Zeitraum zwischen zwei Vollmonden zum Beispiel.
Florian Freistetter: Zwei Neumonden ist es wurscht. Aber das ist ein Rhythmus, den wir haben.
Florian Freistetter: Und natürlich halt der Zeitraum, in dem sich die Jahreszeiten wiederholen.
Florian Freistetter: Also von Frühlingsanfang zu Frühlingsanfang, Winteranfang zu Winteranfang, also ein Jahr.
Florian Freistetter: Wir wissen heute, was die Grundlage dafür ist. Ein Jahr, das ist die Zeit,
Florian Freistetter: die die Erde um die Sonne herum braucht.
Florian Freistetter: Ein Monat ist die Zeit, die der Mond um die Erde herum braucht.
Florian Freistetter: Und Tag ist die Zeit, die die Erde sich um ihre Achse dreht.
Florian Freistetter: Haben die Menschen früher nicht gewusst, aber sie waren natürlich trotzdem in
Florian Freistetter: der Lage, diese Zeiträume zu bemerken, festzustellen und auch aufzuzeichnen, wie lange die dauern.
Florian Freistetter: Ich kann mir hinsetzen und jeden Tag einen Strich irgendwo oder eine Markierung
Florian Freistetter: auf einem Stein machen und dann sehe ich, wie viele Tage vergangen sind,
Florian Freistetter: bis wieder Vollmond ist.
Florian Freistetter: Das kann man machen, genauso mit den Jahreszeiten. Also das geht.
Florian Freistetter: Das heißt, die Menschen haben das damals schon gewusst und jetzt muss man da
Florian Freistetter: irgendwie einen Kalender draus basteln. Die Frage ist, wie mache ich das?
Martin Puntigam: Und wie mache ich das?
Florian Freistetter: Ich hätte gedacht, du machst mal einen Vorschlag. Wie würdest du einen Kalender bauen?
Martin Puntigam: Einfach zu schauen, wann die Tage wieder länger und kürzer werden.
Martin Puntigam: Oder jemanden fragen, wann die Tage wieder länger und kürzer werden und danach den Kalender bauen.
Florian Freistetter: Ja gut, das ist ein sehr rudimentärer Ansatz.
Martin Puntigam: Oder meinen Geburtstag als den höchsten Feiertag und alles rundherum grobieren.
Florian Freistetter: Ja, da kommen wir dann später noch dazu, weil es gibt ja einen Geburtstag,
Florian Freistetter: um den gerade in den Raunächten viel herumgruppiert worden ist und der hat auch
Florian Freistetter: durchaus viel Auswirkungen auf das ganze Raunachtsbrauchtum gehabt,
Florian Freistetter: aber es war nicht dein Geburtstag und wir sind immer noch beim Kalender.
Florian Freistetter: Wir brauchen erstmal einen Kalender, wo wir Geburtstage eintragen können.
Florian Freistetter: Das Problem ist, okay, wie mache ich das jetzt?
Florian Freistetter: Wie definiere ich jetzt etwas wie ein Jahr?
Florian Freistetter: Klar, ich kann das messen und das haben die Leute damals auch schon gewusst.
Florian Freistetter: Die haben festgestellt, wenn ich quasi jeden Tag ein Strichl mache,
Florian Freistetter: bis der Frühlingsanfang wieder ist oder bis halt der längste Tag kommt,
Florian Freistetter: das kann ich alles messen, kann man irgendeinen,
Florian Freistetter: Nullpunkt quasi nehmen, entweder die Tag- und Nachtgleiche oder halt den längsten
Florian Freistetter: Tag, den kürzesten Tag und so weiter.
Florian Freistetter: Aber wurscht, was ich mir aussuche, wenn ich das mache und dann wirklich Stricherl
Florian Freistetter: mache quasi für jeden Tag, sehe ich, es sind 365 Stricherl, aber nicht ganz.
Florian Freistetter: Das geht hier nicht ganz aus, weil die Erde tatsächlich 365 Tage,
Florian Freistetter: 6 Stunden und ein bisschen was braucht rundherum.
Florian Freistetter: Und das bisschen was, das spielt dann später noch in der Geschichte der Raunechte,
Florian Freistetter: in der Geschichte der Menschheit eine Rolle, in der Kalenderkunde eine Rolle.
Florian Freistetter: Wir ignorieren das bisschen was jetzt und sagen, okay, machen wir einfach mal ein Jahr mit 365 Tagen.
Florian Freistetter: Das ist die Zahlen, auf die ich quasi gekommen bin.
Florian Freistetter: Jetzt ist das auch nicht optimal, weil 365 ist eine große Zahl.
Florian Freistetter: Die Mathematik war damals noch nicht so ausgebildet. Die meisten Menschen werden
Florian Freistetter: gar nicht so weit zählen haben können. Das heißt, es ist auch kompliziert,
Florian Freistetter: ein Jahr mit so einem großen Zeitraum zu machen. Das heißt, wir brauchen irgendwo
Florian Freistetter: Monate auch noch mittrennen. Wir brauchen irgendwie noch eine Untereinheit,
Florian Freistetter: damit wir das Ganze irgendwie halbwegs im Griff haben mit dem Kalender.
Martin Puntigam: Ganz kurz, wer ist denn das Wir? Weil ihr habt dunkel in Erinnerung,
Martin Puntigam: dass Kalenderwissen ja sehr stark auch Herrschaftswissen war,
Martin Puntigam: weil die Leute, die das gewusst haben, die Vorhersagen treffen haben können,
Martin Puntigam: die haben natürlich deutlich mehr Macht besessen.
Florian Freistetter: Ja, da gibt es natürlich keine irgendwie gearteten, überlieferten Namen oder
Florian Freistetter: sowas. Das ist die Prähistorie.
Florian Freistetter: Da gibt es keine Aufzeichnungen, wer wann irgendwas gemacht hat.
Florian Freistetter: Wir haben halt nur die Produkte derer, die es gemacht haben.
Florian Freistetter: Also sowas wie Stonehenge oder noch viel, viel früher, zum Beispiel die Kreisgrabenanlage
Florian Freistetter: von Goseck, die ist glaube ich 6.000 Jahre alt in Sachsen-Anhalt.
Florian Freistetter: Also da sehen wir, dass Menschen dieses Wissen gehabt haben.
Florian Freistetter: Ich darf auch nicht verwechseln, es wird immer oft gesagt, ja Stonehenge ist,
Florian Freistetter: rein astronomische Anlage und so weiter.
Florian Freistetter: Auch Quatsch, da war ganz viel anderes auch mit dabei. Aber tatsächlich sind
Florian Freistetter: auch Anlagen, wo man dann eben dieses Wissen drin verwendet und auch kodiert hat.
Florian Freistetter: Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, aber ganz, ganz simpel,
Florian Freistetter: wie mache ich das konkret, wenn ich jetzt herausfinden will,
Florian Freistetter: wann ist der längste Tag?
Florian Freistetter: Dann muss ich oder kann ich die Sonne aufgehen sehen, ich stelle mich jeden
Florian Freistetter: Tag an denselben Punkt in der Landschaft und klopfe jeden Tag irgendwie ein...
Florian Freistetter: Ein Holzpfahl irgendwo in die Erde, wo die an dem Punkt am Horizont,
Florian Freistetter: wo ich die Sonne von meiner Position gerade aufgehen sehe.
Florian Freistetter: Wenn ich das mache, werde ich sehen, okay, dieser Punkt verschiebt sich mal
Florian Freistetter: in die eine Richtung, mal in die andere Richtung, je nachdem,
Florian Freistetter: ob der Tag länger oder kürzer dauert.
Florian Freistetter: Und dann sehe ich halt irgendwie an einem bestimmten Tag im Jahr kehrt sich
Florian Freistetter: quasi der Punkt immer um. Dann wandert die Sonne nicht mehr nach Westen oder
Florian Freistetter: nach Osten, sondern kriegt wieder zurück.
Florian Freistetter: Dann haben wir halt dann sowas wie Wendepunkte und ich kann genauso gut mit,
Florian Freistetter: diversen anderen Holzpflöcken anpeilen, wie hoch die Sonne zum Mittag am Himmel
Florian Freistetter: steht. und werde auch sehen, ich brauche unterschiedlich hohe Pflöcke,
Florian Freistetter: je nachdem, ob wir Winter haben und die Sonne tief steht oder Sommer haben und die Sonne hoch steht.
Florian Freistetter: Und wenn ich das mache, dann kriege ich zwangsläufig irgendwie so komische Kreise
Florian Freistetter: mit Pflöcken raus, die mir irgendwas sagen.
Florian Freistetter: Und dann kann ich dann natürlich da meine ganze Religion und Gesellschaft und
Florian Freistetter: alles andere auch noch mit reinbauen in diese Bauwerke. Aber so ungefähr jetzt
Florian Freistetter: sehr, sehr, sehr verknappt dargestellt haben die Menschen sich damals mit dem
Florian Freistetter: Thema beschäftigt. Und wer das war, naja, kann man nur spekulieren.
Florian Freistetter: Das wären halt auch irgendwelche Priester, Astronomen, gibt es das Konzept,
Florian Freistetter: also Leute, die einfach zum Himmel geschaut haben und sich Gedanken gemacht
Florian Freistetter: haben und die Gedanken, die sie sich gemacht haben, waren zwangsläufig damals
Florian Freistetter: halt sowohl proto-wissenschaftlich als auch religiös.
Florian Freistetter: Das heißt, es wird so eine Art Priestergruppe gewesen sein, die sich das da
Florian Freistetter: gedacht hat, die dann wahrscheinlich auch mit den Herrschern der jeweiligen
Florian Freistetter: Stämme zusammengearbeitet hat, aber für das kannst du irgendwelche Leute einladen,
Florian Freistetter: die sich mehr mit der Vorgeschichte auskennen.
Martin Puntigam: Aber solche wie du wären das quasi gewesen, die dann Priester,
Martin Puntigam: Schamanen, Medizinmänner, was auch immer, geworden wären, weil sie sich für
Martin Puntigam: Astronomie interessieren und sie gedacht haben, pa,
Martin Puntigam: erstens interessiert mich das und dann mache ich das Hobby zum Beruf und habe
Martin Puntigam: ganz viele Privilegien gleichzeitig auch noch.
Florian Freistetter: Vielleicht, so einer wie ich wäre das nicht geworden, weil ich habe seit meinem
Florian Freistetter: sechsten Lebensjahr eine Brille. Ich wäre dann schon längst von irgendeinem
Florian Freistetter: komischen Tier gefressen oder irgendein Loch gefallen oder sowas und schon längst tot.
Florian Freistetter: Aber ja, im Prinzip Leute, die sich...
Florian Freistetter: Das ist etwas, was sich das ganze Thema der Raunechte durchzieht,
Florian Freistetter: wenn man darüber diskutiert.
Florian Freistetter: Man darf nicht der Vorstellung liegen, dass die Menschen früher alle Trotteln waren.
Florian Freistetter: Das waren die nicht. Das sind Siehe heute ja auch noch. Ja, das auch.
Florian Freistetter: So kann man es auch sehen. Aber andererseits sind wir auch heute nicht alle trotteln.
Florian Freistetter: Aber das waren dieselben Menschen wie damals. Wir haben halt einfach nur mehr
Florian Freistetter: Möglichkeiten als die Menschen damals.
Florian Freistetter: Aber das, was wir heute wissen wollen, wenn solche wie ich, wie du sagst,
Florian Freistetter: zum Himmel schauen und darüber nachdenken, was geht da alles ab.
Florian Freistetter: Und das ist faszinierend. Ich will das rausfinden.
Florian Freistetter: Dann habe ich halt heute ganz, ganz andere Möglichkeiten als die Menschen damals.
Florian Freistetter: Aber die Menschen damals haben sich das genauso gedacht. Die waren nicht blöder als wir.
Florian Freistetter: Die haben halt nur andere Möglichkeiten gehabt. Und mit den Möglichkeiten,
Florian Freistetter: die sie hatten, mussten sie halt irgendwas tun. Und da ist es rausgekommen, was rausgekommen ist.
Florian Freistetter: Und die haben diese Zeiträume vermessen und sich jetzt überlegt,
Florian Freistetter: wie machen wir einen Kalender.
Florian Freistetter: Und jetzt habe ich das Problem, habe ich schon gesagt, 365 Tage,
Florian Freistetter: ein Jahr, wenn wir das mal so hernehmen, ist okay, kann ich machen.
Florian Freistetter: Aber ich brauche halt noch eine Unterhaltung. Ich muss meine Monate auch noch
Florian Freistetter: mit reinbringen. Weil natürlich Sonne und Mond sind die spektakulärsten Himmelskörper,
Florian Freistetter: die wichtigsten Himmelskörper, die religiös am stärksten konnotierten Himmelskörper.
Florian Freistetter: Das heißt, es ist klar, dass die überall eine Rolle spielen,
Florian Freistetter: auch in der Art und Weise, wie man die Zeit einteilt.
Florian Freistetter: Beim Mond weiß ich auch, die Zeit, die der Mond braucht, um einmal sich um die
Florian Freistetter: Erde zu bewegen oder der Zeitraum von Vollmond zum Vollmond, das sind.
Florian Freistetter: 29,5 Tage. Und für die, die sich auskennen, es gibt ganz, ganz viele Definitionen.
Florian Freistetter: Es gibt irgendwie anomalistische Jahre, siderische Jahre, drakonitische Jahre und Monate.
Florian Freistetter: Das steht im Buch alles drinnen, aber auch da noch in der Fußnote,
Florian Freistetter: für die, die es wirklich wissen wollen, das ist alles jetzt für das, was wir erzählen.
Martin Puntigam: Das restliche Buch muss man kaufen, wenn man an der Fußnote interessiert ist.
Florian Freistetter: Ja, genau. Also wir haben einen Monat, der im Schnitt 29,5 Tage dauert.
Florian Freistetter: Und das ist schon mal das erste Problem, weil einen halben Tag tue ich mir schwer
Florian Freistetter: im Kalender, weil die müssen schon idealerweise alle gleich lang sein,
Florian Freistetter: aber das kann man auch vergleichsweise einfach lösen, wenn man sagt,
Florian Freistetter: okay, der eine Monat hat 29 Tage, der nächste 30, dann wieder 29,
Florian Freistetter: wieder 30, das mittelt sich dann raus am Ende.
Florian Freistetter: Das Problem, und damit kommen wir jetzt wirklich zu den Raunechten,
Florian Freistetter: das Problem, das ich habe, ist, wenn ich mir jetzt meine Monate hernehme,
Florian Freistetter: meine Monate aneinanderreihe,
Florian Freistetter: Monat 1, Monat 2, Monat 3, dann stelle ich fest, wenn ich 12 Monate durch habe,
Florian Freistetter: dann komme ich, kann man ausrechnen, 12 mal 29,5, komme ich auf 354 tage.
Florian Freistetter: Und weil das ja dass diese die erde um die sonne braucht 365 tage,
Florian Freistetter: und jetzt habe ich ein problem ja ich kann jetzt okay dann tue ich da halt noch
Florian Freistetter: immer so einen halberten monat dazu irgendwie aber ist auch blöd ja also gibt
Florian Freistetter: doch kalender wurde es gemacht wurde es muss dann quasi so schalten monate und sowas gab aber,
Florian Freistetter: man kann das auch machen in dem einfach okay wir haben jetzt quasi.
Florian Freistetter: Ein Jahr. Unser Jahr basieren wir jetzt auf dem Mond. Der Mond ist quasi unser Haupttaktgeber.
Florian Freistetter: Die Sonne dürfen wir nicht ignorieren, aber wir fangen mal mit dem Mond an und
Florian Freistetter: ein Jahr dauert zwölf Monate.
Florian Freistetter: Dann ist dieses Jahr aus, nach 354 Tagen ist es zu Ende.
Florian Freistetter: Aber ich weiß, wenn ich jetzt direkt am nächsten Tag mit dem nächsten Jahr anfangen
Florian Freistetter: würde, also mit Tag 1 des Monats, 1 des nächsten Jahres, kriege ich ein Problem.
Florian Freistetter: Ich kann natürlich machen, ist kein Problem.
Florian Freistetter: Das Problem ist nur, dass dann mein Mondkalenderjahr aus dem Takt der Jahreszeiten
Florian Freistetter: geht, weil das fängt ja dann zwölf Tage, elf Tage zu früh an.
Florian Freistetter: Und im nächsten Jahr fängt es dann nochmal elf Tage zu früh an und ich bin schon 22 Tage außer Dritt.
Florian Freistetter: Und wie das funktioniert, kann man sich beim islamischen Kalender anschauen.
Florian Freistetter: Das ist genau so ein reiner Mondkalender, der funktioniert genau so.
Florian Freistetter: Und die haben da auch ihre religiösen Feste, sowas wie Ramadan zum Beispiel.
Florian Freistetter: Und dieser Fastenmonat Ramadan, der ist jedes Jahr, wenn man es jetzt quasi
Florian Freistetter: mit unserem Kalender vergleicht, jedes Jahr woanders. Das heißt,
Florian Freistetter: 2026 war der Ramadan am 18. Februar, also hat er begonnen.
Florian Freistetter: 2027 beginnt der Ramadan am 8. Februar. Am 2028 beginnt der Ramadan am 28.
Florian Freistetter: Jänner und so weiter. Also im islamischen Kalender ist der Ramadan immer der
Florian Freistetter: neunte Monat, immer Monat Nummer 9.
Florian Freistetter: Aber dieser Monat Nummer 9 findet im Laufe der Zeit immer zu einem anderen Zeitpunkt
Florian Freistetter: im Rhythmus der Jahreszeiten statt.
Martin Puntigam: Aber kann es ja sein, dass er im Oktober ist oder so? Ist das so beweglich?
Martin Puntigam: Weil Ostern ist ja auch ein bewegliches Fest, aber verhältnismäßig in einem engen Rahmen.
Florian Freistetter: Ostern ist ein anderes bewegliches Fest. Das hat mit etwas Anderem zu tun.
Florian Freistetter: Auch da, die Folge wird vermutlich zu lang werden, wenn wir über alles reden.
Florian Freistetter: Aber auch darüber könnte man reden. Auch das spielt eine Rolle bei den Raunechten.
Florian Freistetter: Aber Ramadan ist kein bewegliches Fest, sondern Ramadan ist ein fixes Fest.
Florian Freistetter: Es ist immer fix der neunte Monat im Kalender. Der Kalender ist nur einfach
Florian Freistetter: nicht an die Jahreszeiten gekoppelt.
Florian Freistetter: Er ist nicht an den Lauf der Erde um die Sonne gekoppelt.
Florian Freistetter: Dazu bräuchte man einen Sonnenkalender, aber der islamische Kalender ist ein
Florian Freistetter: Mondkalender und das ist genau das Problem, was ich habe, wenn ich jetzt den
Florian Freistetter: Mond nehme als Kalendertaktgeber und meine zwölf Monate durch habe.
Florian Freistetter: Da fehlt mir was. Wenn ich das ignoriere, kriege ich sowas wie den islamischen
Florian Freistetter: Kalender, der halt quasi nicht an die Jahreszeiten gekoppelt ist,
Florian Freistetter: was einem ja auch egal sein kann. Das muss einen ja nicht stören.
Florian Freistetter: Das muss mich ja nicht stören, wenn mein, keine Ahnung, Ramadanfest oder was
Florian Freistetter: auch immer ich da gerade in meinen Kalender verfestet drin habe.
Florian Freistetter: Wenn die mal sind, wenn es heiß ist und mal sind es, wenn es kalt ist,
Florian Freistetter: das kann ja mir wurscht sein, wenn man das will.
Florian Freistetter: Das Problem ist, wenn ich jetzt den Kalender für irgendwas Praktisches verwenden
Florian Freistetter: will, wie Landwirtschaft, dann ist es blöd, wenn das sich an dort noch die Jahreszeiten schiebt.
Florian Freistetter: Das heißt, man muss das irgendwie ausgleichen und eine Möglichkeit,
Florian Freistetter: das zu tun, ist eben zu sagen, okay, das Jahr ist zu Ende nach dem letzten Tag
Florian Freistetter: des zwölften Monats, wir fangen aber noch nicht mit dem nächsten Jahr an.
Florian Freistetter: Wir warten noch zwölf Tage, elf Tage.
Florian Freistetter: Es sind zwölf Tage, ich bringe das immer docheinander, weil es immer zwölf Tage,
Florian Freistetter: elf Nächte und so weiter sind, aber wir warten einfach noch,
Florian Freistetter: wir warten noch, bis wir das nächste Jahr anfangen und diese Zeit,
Florian Freistetter: die wir warten, das gehört nicht zu irgendeinem Jahr.
Florian Freistetter: Das eine Jahr ist aus, aber das andere Jahr hat noch nicht angefangen.
Florian Freistetter: Es dauert noch ein bisschen, bis das andere Jahr anfängt.
Florian Freistetter: Das ist dann tatsächlich eine Zeit, die keinem Jahr zugeordnet ist, wenn man so will.
Florian Freistetter: Das ist eine Zeit, die zwischen den Jahren liegt.
Martin Puntigam: Und so ist das entstanden?
Florian Freistetter: Ja, das kann man so historisch nicht sagen, aber das ist die astronomische Grundlage,
Florian Freistetter: wie halt dann, warum diese Zeit, hängt ja auch davon ab, dass das Ende des Jahres
Florian Freistetter: jetzt gerade im Dezember liegt. Das ist auch wieder eine ganz andere Geschichte,
Florian Freistetter: die auch im Buch drin steht.
Florian Freistetter: Wenn man eben Kalender machen will, dann muss man sich zwangsläufig am Mond
Florian Freistetter: und Sonne orientieren und wenn man das macht, dann wird man zwangsläufig feststellen,
Florian Freistetter: dass da eben ein Unterschied zwischen elf Tagen ist, die zwischen einem Mondjahr
Florian Freistetter: und einem Sonnenjahr stattfinden, wenn man so will.
Florian Freistetter: Und mit diesen elf Tagen muss man irgendwie umgehen. Und es gibt ganz viele
Florian Freistetter: Möglichkeiten, damit irgendwie umzugehen.
Florian Freistetter: Und diverse Kalendersysteme der Welt sind damit auch umgegangen.
Florian Freistetter: Wir haben halt unsere Monate vom Mond losgekoppelt, weitestgehend.
Florian Freistetter: Die dauern halt unterschiedlich lang. Deswegen kommen wir mit unseren zwölf
Florian Freistetter: Monaten ziemlich genau auf die 365 Tage.
Florian Freistetter: Wir müssen ab und zu noch einen Schalttag irgendwo dazwischen schieben, dass sie das ausgeht.
Florian Freistetter: Aber man kann es halt auch einfach sagen, okay, unser Kalender ist aus.
Florian Freistetter: Nächste Jahr geht los erst, wenn wir wieder synchron mit dem Sonnenlauf sind.
Florian Freistetter: Das heißt, wir müssen elf Tage abwarten. Und diese elf Tage,
Florian Freistetter: die sind halt, die zählen quasi jetzt nicht dazu. Das sind die Tage zwischen den Jahren.
Florian Freistetter: Und das sind auch, das ist keine mysteriösen Tage, das sind auch ganz normale
Florian Freistetter: Tage, die vergehen halt einfach, aber klar, die sind halt quasi nicht offiziell,
Florian Freistetter: die sind oder im Kalender, also das den Leuten, ja für die war das halt irgendwie
Florian Freistetter: vermutlich irgendwie ein bisschen,
Florian Freistetter: mysteriös, ein bisschen komisch, so eine Zeit, die nicht so wirklich gerade
Florian Freistetter: zählt, haben wir sowas halt immer noch ein bisschen so im Fasching,
Florian Freistetter: im Karneval, das ist ja auch so, wo die Regeln nicht gelten,
Florian Freistetter: die normalen und so, ja und darum hat man da halt auch viele einerseits mythologische
Florian Freistetter: Vorstellungen reingepackt in diese,
Florian Freistetter: Tage zwischen den Jahren, wo halt die Grenzen zwischen den Welten der lebenden
Florian Freistetter: und Toten ein bisschen durchlässig werden, wo man vielleicht auch halt ja dann ein bisschen in den,
Florian Freistetter: Die Zukunft schauen kann, was passiert, wo die Götter besonders aufmerksam sind,
Florian Freistetter: was die Welt angeht, wo wir uns nicht mehr an die üblichen Gesetze halten müssen,
Florian Freistetter: da kann man dann viele Feste reintun in diese Zeit.
Florian Freistetter: Also das war kulturhistorisch halt schon eine Zeit, die sich halt dann ja vermutlich.
Florian Freistetter: Deswegen so entwickelt hat, wie sie es getan hat, weil die halt dann nicht so
Florian Freistetter: offiziell zu den normalen Kalendertagen gehört hat.
Florian Freistetter: Und dann haben sich halt im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Bräuche entwickelt,
Florian Freistetter: Rituale entwickelt, Traditionen entwickelt, die im Laufe der Jahrtausende dann
Florian Freistetter: zu dem geworden sind, was wir heute als so das Rauhnachtsbrauchtum sehen.
Florian Freistetter: Und ein bisschen ist es ja immer noch so, also diese für uns so diese Zeit zwischen
Florian Freistetter: den Jahren, wo wir jetzt heute eben eher die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester
Florian Freistetter: meinen, das ist ja immer noch so die Zeit, die ist auch selbst in der Welt, die so modern ist.
Florian Freistetter: Wie sie heute ist, ist das für viele Menschen immer noch ein bisschen so komisch.
Florian Freistetter: Ja, also es ist halt, auch da gelten die normalen Regeln nicht.
Florian Freistetter: Man hat da irgendwie gleich drei Feiertage hintereinander.
Florian Freistetter: Und wenn es blöd kommt, hat man am Wochenende auch noch, dass es draufkommt.
Florian Freistetter: Dann haben die Geschäfte nicht offen. Man muss irgendwie, fährt herum,
Florian Freistetter: besucht die Verwandten. Man verliert vielleicht wirklich den Überblick darüber,
Florian Freistetter: welcher Wochentag gerade ist, weil alles so außergewöhnlich ist. Andern ist Feiertag.
Florian Freistetter: Dann kommt schon wieder der nächste mit Silvester. Also selbst da spürt man
Florian Freistetter: doch ein bisschen was davon, dass das irgendwie so eine leicht komische Zeit
Florian Freistetter: ist, diese Zeit zwischen den Jahren.
Florian Freistetter: Und das ist jetzt, wie gesagt, im Buch ausführlicher dargestellt,
Florian Freistetter: aber das ist wirklich so die zutiefst astronomische Grundlage der Raunächte.
Florian Freistetter: Die Raunächte gibt es, weil die Himmelskörper im Sonnensystem sich so bewegen,
Florian Freistetter: wie sie es tun und wir mit der Bewegung der Himmelskörper irgendwie die Zeit definieren müssen.
Martin Puntigam: Und weil es auch dunkel ist und kalt ist und man so viel Zeit drinnen und miteinander
Martin Puntigam: verbringen muss, hat man sich halt unter anderem Feste ausgedacht oder eben
Martin Puntigam: Bedeutungen für die Rauhnächte.
Martin Puntigam: Was kann denn in so einer Rauhnacht passieren? Oder wenn es in der Erzählung,
Martin Puntigam: mit der ich aufgewachsen bin, ist eben der Heilige Abend das sogenannte Silvester
Martin Puntigam: und drei Könige, da hat es drei Rauhnächte gegeben, es gibt aber eben viel mehr,
Martin Puntigam: ich glaube zwölf kann man maximal zusammenbekommen und da,
Martin Puntigam: passiert in jeder Rauhnacht dasselbe oder die Rauhnächte haben unterschiedliche Programme?
Florian Freistetter: Nein, das ist wie gesagt auch nicht fixiert, da gibt es auch alles mögliche.
Florian Freistetter: Es ist nicht so, dass in der Raunacht muss das passieren.
Florian Freistetter: Also so klar definiert ist es nicht. Wie gesagt, das wäre auch überraschend,
Florian Freistetter: wenn das über die Jahrtausende, die Brauchtümer der unterschiedlichsten Regionen
Florian Freistetter: in Europa sich alle irgendwo da an sowas gehalten hätte.
Florian Freistetter: Also es gibt einfach Dinge, die halt in den Raunächten gemacht werden und nicht
Florian Freistetter: alles, was irgendwelche Leute irgendwo in einer Raunacht als Tradition haben,
Florian Freistetter: muss anderswo auch Tradition sein. Also das ist alles komplett,
Florian Freistetter: ja durcheinander will ich nicht sagen, aber halt ja divers.
Florian Freistetter: Aber eins, was zum Beispiel immer bei den Raunächten eine Rolle spielt,
Florian Freistetter: sind so, ja wenn man so will,
Florian Freistetter: Also Schutz- und Wissensrituale kann man es vielleicht nennen.
Florian Freistetter: Also einerseits Schutzrituale, man muss sich irgendwo schützen vor dem Einfluss
Florian Freistetter: böser Geister, Dämonen, was auch immer.
Florian Freistetter: Darum hat man zum Beispiel auch viele Räucherrituale, wo man dann Ställe ausräuchert
Florian Freistetter: zum Beispiel oder Wohnungen ausräuchert, weil die Viehhaltung ist durchaus wichtig
Florian Freistetter: für die Menschen, die eigene Wohnung auch.
Florian Freistetter: Das heißt, man will sich und sein Vieh, seine Tiere, seine Familie alles schützen
Florian Freistetter: vor dem Einfluss und dann,
Florian Freistetter: gibt es ganz viele Räucherrituale und das ist eine der Möglichkeiten des Ursprungs
Florian Freistetter: des Wortes Raunächte, dass es wirklich vom Rauch, vom Räuchern kommt.
Martin Puntigam: Aber wieso hat man denn die eigene Küche zum Beispiel geräuchert,
Martin Puntigam: weil diese Rauchkucheln, wie sie auch heißen, die waren ohne dies derartig voller
Martin Puntigam: Rauch und für die Lungen so ungesund. früher, da hat man dann extra räuchern müssen.
Florian Freistetter: Naja, erstens mal hat man sich damals nicht so dramatisch viele Gedanken über
Florian Freistetter: Lungengesundheit gemacht, also das war jetzt nicht das vorherrschende Thema,
Florian Freistetter: zu der Zeit und ja, natürlich, weil Rauch ist nicht gleich Rauch, ich meine, das ist ja,
Florian Freistetter: du warst Ministrant, du wirst wissen, dass Weihrauch kann ja auch nicht einfach
Florian Freistetter: eine Zigarette anzünden, sondern das muss der richtig, der religiöse richtige Rauch sein.
Florian Freistetter: Und der Rauch, der beim Kochen entsteht, das ist ein profaner Rauch,
Florian Freistetter: aber dann muss ich halt bei den speziellen, wie auch immer gearteten Rauch erzeugen,
Florian Freistetter: der halt dann das macht, was ich in den Raunächten haben will davon.
Florian Freistetter: Also das hat jetzt nichts damit zu tun, wenn es da nur rumqualmt den ganzen
Florian Freistetter: Tag, wir kochen, brauche ich nicht mehr räuchern. Also das war schon ein spezielles
Florian Freistetter: Ritual, das man gemacht hat. Und so Rituale funktionieren nur,
Florian Freistetter: wenn es entsprechend richtig durchgeführt wird. Also das Räuchern ist ein Punkt zum Beispiel,
Florian Freistetter: Und da können wir jetzt gleich den Rest auch noch machen von den Wörtern.
Florian Freistetter: Man weiß nicht genau, wo das Wort Raunacht wirklich herkommt.
Florian Freistetter: Der andere mögliche Ursprung, der kommt vom Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch,
Florian Freistetter: weiß ich jetzt gerade nicht mehr genau, aber vom Wort, das so viel bedeutet wie ruchhaarig.
Florian Freistetter: Pelzig. Ja genau, weil und das kennen vielleicht auch viele zumindest die,
Florian Freistetter: die sich im Alpenraum umtun, die Perchtenläufe, Perchtenumzüge und Krampus und
Florian Freistetter: so weiter spielt auch eine Rolle damit.
Florian Freistetter: Und die sind ja dann oft sehr haarig, also die Menschen drunter,
Florian Freistetter: da weiß man es nicht, aber zumindest außen die Kostüme, die sind sehr haarig
Florian Freistetter: und pelzig und irgendwelche grauslichen Dämonen und so weiter.
Florian Freistetter: Und das war halt auch sehr viel Brauchtum. Also genauso wie man sich durch das
Florian Freistetter: Räuchern geschützt hat, hat man sich halt auch geschützt, indem man diese Umzüge
Florian Freistetter: gemacht hat, um dann halt,
Florian Freistetter: einerseits die ganzen Dämonen und Geister darzustellen und dann symbolisch zu
Florian Freistetter: vertreiben oder mit dem ganzen Lärm irgendwelche nicht sichtbaren Geister zu
Florian Freistetter: vertreiben und dafür zu sorgen, dass der Frühling wiederkommt und so weiter.
Florian Freistetter: Also auch da gibt es unzählige Variationen, warum man diese Pärchtenläufe macht.
Florian Freistetter: Die übrigens, sage ich auch nicht dazu, bevor es sich erschwert,
Florian Freistetter: wir haben keine wirklich historische,
Florian Freistetter: durchgehende Tradition von vor Jahrtausenden bis in die Gegenwart.
Florian Freistetter: Also all die ganzen Pärchtenläufe, die bei uns stattfinden, die lassen sich
Florian Freistetter: so historisch maximal so bis ins 19. oder 18. Jahrhundert zurückverfolgen.
Florian Freistetter: Aber die Tradition dahinter, die ist schon älter.
Martin Puntigam: Aber es ist nicht ganz so schlimm wie Bauernsilvester. unsere Show,
Martin Puntigam: das ja erst, glaube ich, in den 80er Jahren des 20.
Martin Puntigam: Jahrhunderts erfunden worden ist, wo auch behauptet wird, die Bauern hätten
Martin Puntigam: Silvester früher feiern müssen, damit sie in der Raunacht beim Vieh im Stall
Martin Puntigam: sein können, um eben zu räuchern.
Martin Puntigam: Und in Wirklichkeit ist es nur ein Sauffest, damit man die Zeit zwischen Weihnachtsfeiern
Martin Puntigam: und Silvester besser überbrücken kann. Aber die Berchtenläufe und sowas,
Martin Puntigam: das ist erst später eingeführt, erfunden worden oder hat sie entwickelt,
Martin Puntigam: auch wenn es eine Grundlage dafür gibt?
Florian Freistetter: Also später auch da wieder jeder einzelne Pärchtenlauf, der irgendwo in einem
Florian Freistetter: Ort stattfindet, hat seine eigene Tradition
Florian Freistetter: und wann und wie sie sich genau entwickelt hat, ist schwer zu sagen,
Florian Freistetter: aber die hat schon früher auch gegeben, also wir wissen schon auch aus dem Mittelalter
Florian Freistetter: und davor von solchen ähnlichen festen Umzügen, Ereignissen und so weiter,
Florian Freistetter: aber das hat sich dann halt vielleicht irgendwie aufgehört, verändert und dann irgendwann so im 19.
Florian Freistetter: Jahrhundert hat man halt da wieder angefangen, irgendwelche so angeblich alte
Florian Freistetter: Traditionen wieder aufzugreifen und wieder Pärchtenläufe zu machen,
Florian Freistetter: die aber jetzt dann so, so, so wie beim Mondkalender halt, nur halt nicht.
Florian Freistetter: Unangenehm esoterisch untermauert, wie man will. Da heißt es ja auch immer,
Florian Freistetter: das ist wie das alte, überlieferte Wissen, das da in den Mondkalendern drinsteht.
Florian Freistetter: Das kommt auch maximal aus dem 19. Jahrhundert, das Zeug, was in den Mondkalendern drinsteht.
Florian Freistetter: Und hat nichts mit alten Bauernwissen zu tun. Aber man sagt es halt,
Florian Freistetter: weil es schön klingt, wenn es alt ist und genauso erweckt man auch gerne den
Florian Freistetter: Anschein, diese Perchtenumzüge wären uralte Tradition, aber ja. Und wie gesagt,
Florian Freistetter: Im Fundament sind sie das auch, aber halt nicht in der Form,
Florian Freistetter: wie es jetzt stattfindet.
Florian Freistetter: Das sind alles so Dinge, die in den Raunechten stattfinden und die haben auch
Florian Freistetter: alle auf die eine oder andere Art mit Astronomie zu tun, weil,
Florian Freistetter: wie gesagt, wenn ich nicht weiß, zum Beispiel,
Florian Freistetter: wann der Winter kommt und wann der Winter aufhört und wie lange der Winter dauert,
Florian Freistetter: dann kann ich mir auch nicht sicher sein, ob der Frühling wiederkommt.
Florian Freistetter: Und selbst wenn ich dann meinen Kalender habe, der mir sagt,
Florian Freistetter: ja, ungefähr zu der Zeit kommt er eh meistens wieder, aber wir wissen alle,
Florian Freistetter: wie Wetter und Klima funktioniert, das kann auch mal länger dauern,
Florian Freistetter: das kann auch mal kürzer dauern, so ein Winter.
Florian Freistetter: Und solange ich die dahinterliegenden Grundlagen nicht kenne,
Florian Freistetter: warum wir sowas wie Frühling haben, warum Winter unterschiedlich lang dauern
Florian Freistetter: und so weiter, solange ich das nicht verstanden habe, dann muss ich irgendwie
Florian Freistetter: anders klarkommen mit der Welt und dem, was dort passiert.
Florian Freistetter: Und dann muss ich mir was anderes ausdenken, um eben dafür zu sorgen,
Florian Freistetter: dass der Frühling wirklich wiederkommt und dann mache ich halt solche Raunachtsrituale,
Florian Freistetter: wo ich dann halt irgendwie durch die Gegend ziehe und viel Lärm schlage,
Florian Freistetter: damit der böser Winter sich verzieht und sicher ist, dass der Frühling wiederkommt.
Florian Freistetter: Also das ist schon auch alles Brauchtum, Tradition, aber es entstammt halt schon
Florian Freistetter: auch in dem Fall nicht dem Wissen über das Universum, sondern dem damals noch
Florian Freistetter: zwangsläufig vorhandenen Unwissen über das Universum.
Florian Freistetter: Und kann man ganz viel erklären, auch so etwas wie Weiße Weihnachten zum Beispiel.
Florian Freistetter: Ja, das ist ja auch was, was wir mit den Raunichten verbinden, mit der Zeit.
Florian Freistetter: Da muss immer Schnee sein, in jedem Film, in jeder Fernsehserie, in jeder Abbildung.
Florian Freistetter: Überall ist Weihnachten immer weiß. Dabei, wenn man sich die Daten anschaut,
Florian Freistetter: Weihnachten hierzulande bei uns ist selten weiß, wenn man nicht gerade irgendwo
Florian Freistetter: auf dem 3000er-Gipfel in den Alpen wohnt oder sowas.
Florian Freistetter: Dann ist Weihnachten eigentlich öfter nicht weiß als schon.
Florian Freistetter: Und auch das kann man erklären. Auch da gibt es naturwissenschaftlich-gastronomische
Florian Freistetter: Erklärungen, warum das so ist, dass wir wirklich im Weihnachten tendenziell keinen Schnee haben.
Florian Freistetter: Also da gibt es Unmengen Geschichten, die man zu all diesen diversen,
Florian Freistetter: Raunachtsbräuchen erzählen kann. Und die habe ich halt in meinem Buch probiert
Florian Freistetter: zu erzählen, dass man halt auch ein bisschen was über die Raunächte lernen kann
Florian Freistetter: und die Traditionen ohne die Esoterik, aber mit Wissenschaft.
Florian Freistetter: Und wer die Esoterik vermisst.
Martin Puntigam: Der reichhaltiges Angebot, oder?
Florian Freistetter: Nein, nein, wer die Esoterik vermisst in dem Buch. Ich habe quasi so Placebo-Esoterik mit reingegeben.
Martin Puntigam: Weil Cebo-Esoterik, da bin ich gespannt, was Placebo-Esoterik sein soll.
Florian Freistetter: Ja, das ist mir gerade eingefallen, der Begriff. Nein, aber wenn du dir irgend
Florian Freistetter: so ein Raunacht-Buch besorgst, also eines von den esoterischen,
Florian Freistetter: das ist ja voll mit allen möglichen Ritualen, die du durchführen sollst.
Florian Freistetter: In jeder Nacht kannst du irgendwelche Rituale machen. Das ist ein Klassisches,
Florian Freistetter: das kennen vielleicht einige ist, das mit den Wünschen. Du sollst dir auf zwölf
Florian Freistetter: Zettel Wünsche schreiben, was du dir wünschst fürs nächste Jahr.
Florian Freistetter: Und die schreibst du drauf und in jeder Raunacht verbrennst du einen davon. Mhm.
Florian Freistetter: Und einer bleibt dann übrig am Ende.
Martin Puntigam: Und der geht in Erfüllung?
Florian Freistetter: Die zwölf, die du verbrennst, die sollen dann alle entsprechend in Erfüllung gehen.
Florian Freistetter: Und der eine, der übrig bleibt, das ist dann quasi dein Job.
Florian Freistetter: Da musst du dich dann kümmern, dass der wirklich in Erfüllung geht.
Florian Freistetter: Das ist so ein Brauch zum Beispiel.
Martin Puntigam: Das heißt, die anderen Wünsche werden ausgelagert und da ist man dann nicht
Martin Puntigam: selber schuld und verantwortlich dafür, wenn es nicht gelingt?
Florian Freistetter: So ungefähr, ja. Oder du kannst auch so Prognosen. Das ist auch was Klassisches,
Florian Freistetter: was man früher gemacht hat.
Florian Freistetter: Und ja, so Lostage, ich weiß nicht, ob der Begriff was sagt.
Martin Puntigam: Ja, selbstverständlich. Für die Aussaat war das früher sehr oft wichtig oder für die Ernte.
Florian Freistetter: Ja, ganz viele Möglichkeiten gibt es. Also man hat gesagt, man nimmt einen Tag
Florian Freistetter: im Jahr und dieser eine Tag sagt mir irgendwas über die Zukunft.
Florian Freistetter: Ganz viele Bauernregeln basieren darauf. Mir fällt gerade keine Bauernregel
Florian Freistetter: ein, aber ist das Wetter an St. Martin heiß, dann gibt es im Sommer weniger
Florian Freistetter: Eis. Oder keine Ahnung, irgendwie so funktionieren die Dinger.
Florian Freistetter: Aber das war auch in den Raunechten relevant. Also man hat gesagt,
Florian Freistetter: okay, man schaut sich an, Das Wetter in der ersten Rauhnacht oder am ersten
Florian Freistetter: Rautag, je nachdem, das wird so die Großwetterlage, das wird das Wetter im ersten Monat sein.
Florian Freistetter: Also wenn es in der ersten Rauhnacht irgendwie warm ist, dann wird der Jänner warm.
Florian Freistetter: Und in der zweiten Rauhnacht ist das Wetter für den zweiten Monat und so weiter.
Florian Freistetter: Und das hat sie dann auch irgendwie umgesetzt ins Individuelle,
Florian Freistetter: dass man halt auch so für jede Raunacht seine eigenen Rituale macht,
Florian Freistetter: die dann bestimmen sollen, wie es im nächsten Jahr geht.
Florian Freistetter: Also all diese Dinge habe ich probiert aufzugreifen, diese Rituale,
Florian Freistetter: beziehungsweise nicht aufzugreifen, sondern ich habe ja auch für jede Raunacht
Florian Freistetter: ein Ritual entworfen, weil ja tatsächlich…,
Florian Freistetter: Wenn man wissen will, wie die Zukunft ist, hat man ein Problem, weil das geht nicht.
Florian Freistetter: Aber da, wo es geht, also man kann natürlich die Zukunft vorhersagen,
Florian Freistetter: in gewissem Sinne, in manchen Sinne sehr, sehr gut, wenn ich Sonnenfinsternisse
Florian Freistetter: vorhersagen will, das geht ganz einfach, das können wir wirklich sehr, sehr gut vorhersagen.
Florian Freistetter: Für Jahrtausende im Voraus können wir das vorhersagen mit Wissenschaft, aber auch alles andere.
Florian Freistetter: Ich kann auch wissenschaftlich halbwegs gesagt zum Beispiel vorhersagen,
Florian Freistetter: was passiert, wenn ich jetzt mich ein Jahr lang nur von Pommes und Keksen ernähre.
Florian Freistetter: Ist auch eine Vorhersage, die ich machen kann, dann werde ich nämlich im nächsten
Florian Freistetter: Jahr deutlich dicker sein als jetzt. Und genauso gut kann ich vorhersagen.
Martin Puntigam: Was ja auch... Ja, kommt auf die Menge drauf an. Wenn du sehr wenig Pommes und
Martin Puntigam: sehr wenig Kekse isst, dann lässt du die zwangsläufig dicker sein.
Florian Freistetter: Genau, ja, aber im Prinzip sowas, ich kann jetzt, wenn jetzt mein Wunsch quasi
Florian Freistetter: ist, ich möchte endlich abnehmen, dann kann ich das auf einen Zettel schreiben
Florian Freistetter: und verbrennen oder aber ich
Florian Freistetter: kann mir quasi die wissenschaftlichen Vorhersagen suchen und sagen, okay,
Florian Freistetter: man kann es jetzt nicht exakt sagen, wie es geht, aber man kann zumindest halbwegs
Florian Freistetter: gut erklären, wie man denn wirklich was abnimmt.
Florian Freistetter: Noch schwieriger ist es, wenn ich so Vorhersagen machen will oder Fragen an
Florian Freistetter: die Zukunft habe, wie werde ich irgendwie meinen Traumpartner treffen im nächsten Jahr.
Florian Freistetter: Da ist die Wissenschaft schon eher gefordert, da was zu sagen.
Florian Freistetter: Aber auch da gibt es zumindest ein bisschen Möglichkeiten herauszufinden,
Florian Freistetter: wissenschaftlich, was könnte denn helfen, um einen guten Partner zu finden.
Florian Freistetter: Was kann ich machen, um nicht auf irgendwelche Trotteln reinzufallen.
Florian Freistetter: Was ich hinaus will, ist, wenn ich wirklich irgendwie, auf welcher Art auch
Florian Freistetter: immer, was über die Zukunft wissen will oder über mich oder andere oder die
Florian Freistetter: Welt verstehen will, dann führt kein Weg an der Wissenschaft vorbei.
Florian Freistetter: Das ist die einzig verlässliche Methode, die wir haben, um die Welt objektiv zu verstehen.
Florian Freistetter: Es gibt eh ganz viele andere Methoden auch und viele davon findet man in esoterischen
Florian Freistetter: Büchern, aber die funktionieren halt nicht.
Florian Freistetter: Die Wissenschaft funktioniert und weiß halbwegs auch, wo sie nicht funktioniert,
Florian Freistetter: also kann ihre Grenzen angeben.
Florian Freistetter: Diese Methode der Wissenschaft, die ja vielen Menschen, die nichts mit der Wissenschaft
Florian Freistetter: am Hut haben, was ja viele haben, weil es sind ja nicht alle,
Florian Freistetter: die wenigsten sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,
Florian Freistetter: für die ist die wissenschaftliche Methodik an sich nichts, was man so im Kopf parat hat.
Florian Freistetter: Das hat man auch in der Corona-Zeit zum Beispiel gemerkt, wo dann plötzlich
Florian Freistetter: sehr viel Wissenschaft im Mainstream unterwegs war und wo Leute halt sich dann
Florian Freistetter: gesagt haben, warum sagt sie jetzt das und letzte Woche hat sie das anderes
Florian Freistetter: gesagt, das ist ja Quatsch.
Florian Freistetter: Und aber ja, Wissenschaft ist halt so. Wissenschaft ändert die,
Florian Freistetter: je nach Datenlage ändern sich Dinge und so weiter.
Florian Freistetter: Also wissenschaftliche Methodik funktioniert auf eine ganz besondere Art und
Florian Freistetter: Weise und ich habe halt probiert,
Florian Freistetter: die Grundprinzipien der wissenschaftlichen Methodik in Raunachtsrituale zu übersetzen,
Florian Freistetter: die man auch tatsächlich selbst durchführen kann,
Florian Freistetter: und dann ja am Ende, wenn man die macht, dann tatsächlich vielleicht ein bisschen
Florian Freistetter: bessere Werkzeuge an der Hand hat, sich selbst durchführen.
Florian Freistetter: Vielleicht ein bisschen besser zu verstehen, wenn man das gerne möchte,
Florian Freistetter: die Welt ein bisschen besser zu verstehen, wenn man das gerne möchte.
Florian Freistetter: Und vielleicht, wenn man das wirklich möchte und so die klassischen Neujahrsvorsätze
Florian Freistetter: macht und sowas, was man alles macht, so am Ende des Jahres,
Florian Freistetter: dass man dann vielleicht eine bessere Chance hat, die umzusetzen,
Florian Freistetter: als wenn man es einfach nur so gemacht hätte.
Florian Freistetter: Das war so die Idee hinter den zwölf Raunachtsritualen, die ich so mir ausgedacht habe.
Martin Puntigam: Also Placebo, Esoterik ist in Wirklichkeit ein von dir ausgedachter Begriff für Wissenschaft.
Florian Freistetter: Genau, ja, ich habe es halt so getan, als wäre es, man merkt schon,
Florian Freistetter: man merkt in dem Buch schon, es ist keine Esoterik, aber ich habe es halt nicht
Florian Freistetter: so formuliert, dass Leute, ihr seid alle trocken, die ihr das bisher geglaubt
Florian Freistetter: habt, so geht es richtig.
Florian Freistetter: Also so habe ich es nicht formuliert, sondern ich habe halt schon so formuliert,
Florian Freistetter: dass ich habe schon immer dazu gesagt, das ist Wissenschaft,
Florian Freistetter: ja, aber ich habe halt so formuliert,
Florian Freistetter: dass es für Leute, die vielleicht mit Wissenschaft nichts am Hut haben,
Florian Freistetter: die sie das vielleicht wirklich gekauft haben, weil sie gern gedacht hätten,
Florian Freistetter: sie kriegen da jetzt irgendwie sowas über die Esoterik der Raunächte,
Florian Freistetter: dass die nicht massiv abgeschreckt werden davon.
Florian Freistetter: Das habe ich mit Placebo-Esoterik gemeint. Es sollte auch für Leute mit Hang
Florian Freistetter: zur Esoterik verträglich sein, sagen wir es mal so.
Martin Puntigam: Also wolltest du einen neuen Markt erschließen?
Florian Freistetter: Nein, nicht einen neuen Markt erschließen, aber die Astronomie ist ja per se
Florian Freistetter: jetzt nicht unfreundlich.
Florian Freistetter: Also jemand, der sich für Astrologie interessiert zum Beispiel oder irgendwer,
Florian Freistetter: der keine Ahnung, jetzt so Raunachtsrituale mit Räuchern und Wünsche verbrennen
Florian Freistetter: macht, Und diese Menschen, die können sich ja durchaus auch für Astronomie interessieren.
Florian Freistetter: Das muss ich ja nicht mal ausschließen. Also ich meine, es schließt sich halt
Florian Freistetter: aus, wenn man wirklich dem wissenschaftlichen Weltbild, dem esoterischen Weltbild gegenübersteht.
Florian Freistetter: Aber ich kann genauso da sitzen und meine Raunachtswünsche verbrennen und gleichzeitig
Florian Freistetter: denken, ja hier, also die Sache mit den, keine Ahnung, jetzt hier die astronomischen
Florian Freistetter: Bilder von dem Kometen oder sonst was, die finde ich auch toll.
Florian Freistetter: Also prinzipiell muss ich das nicht ausschließen. Also für die Leute,
Florian Freistetter: die halt, die mit Raunächten eher sozialisiert sind als mit Astronomie.
Florian Freistetter: Und das Buch lesen, die können dann quasi trotzdem das mit Gewinn lesen, auch wenn sie,
Florian Freistetter: Vielleicht jetzt nicht unbedingt dem wissenschaftlichen Weltbild so anhängen,
Florian Freistetter: wie man es, ja, wie ist denn die Hörerschaft des Podcasts hier vermutlich der
Florian Freistetter: Fall ist. Aber für die ist halt die Wissenschaft drinnen. Und die kriegen dann,
Florian Freistetter: ja vielleicht mal einen anderen Blick auf die Wissenschaft, als man ihn sonst
Florian Freistetter: bekommt. Also es sollte eigentlich für alle was drin sein.
Martin Puntigam: Der Rauhnachtsbrauch, mit dem ich am vertrautesten bin, weil ich damit aufgewachsen
Martin Puntigam: bin und weil der noch immer teilweise in meiner Familie praktiziert wird,
Martin Puntigam: ist der mit dem Wäsche aufhängen.
Martin Puntigam: Dass man ihm Wäsche während einer Rauhnacht nicht hängen lassen darf,
Martin Puntigam: weil sonst muss im kommenden Kalenderjahr jemand aus der Verwandtschaft sterben.
Martin Puntigam: Vor vielen Jahren haben ausgehend von einem Tourprogramm von Thomas Maurer und
Martin Puntigam: mir haben wir dann daraus entwickelt, das Theaterstück oder den,
Martin Puntigam: Weihnachtsschwank, die Supernacht der Weihnachtsstars, die wir jedes Jahr am
Martin Puntigam: Ende gespielt haben im Theater und das auch thematisiert dort,
Martin Puntigam: dass das eben quasi russisches Roulette mit Verwandten sei.
Martin Puntigam: Wie kommt man denn auf die Idee, dass Wäsche hängen lassen in einer Rauhnacht,
Martin Puntigam: dass das tödlich für die Verwandtschaft sein kann?
Florian Freistetter: Naja, ich hätte gedacht, du weißt das, weil du hast das ja gesagt,
Florian Freistetter: in deiner Familie wird das gemacht. Weiß keiner, warum er das macht in deiner Familie.
Martin Puntigam: Ich glaube, die wilde Jagd fährt dann durch die Wäsche und wenn das passiert,
Martin Puntigam: dann werden die irgendwie böse und dann muss er sterben.
Florian Freistetter: Das ist eine der Möglichkeiten zum Beispiel, dass die wilde Jagd,
Florian Freistetter: die auch sehr, sehr wichtig ist für die Rauhnächte.
Martin Puntigam: Aber wo kommt die her, die wilde Jagd?
Florian Freistetter: Das weiß man auch nicht. Auch da, wir reden ja wirklich von früher.
Martin Puntigam: Und früher illegale Pferderennen sind das in der Raunach.
Florian Freistetter: Also wilde Jagd, die Geschichten von der wilden Jagd gibt es überall in Europa.
Florian Freistetter: Das sind immer irgendwelche, ja, es können irgendwelche Dämonen sein.
Florian Freistetter: Es können irgendwelche mythologischen Gestalten sein.
Florian Freistetter: Es können die mal einen Job haben, mal nicht. Also die können einfach nur so
Florian Freistetter: wild durch die Gegend fliegen und alles kaputt machen, wenn sie wollen.
Florian Freistetter: Es können dann aber auch sein, dass die zum Beispiel die Seelen der verstorbenen,
Florian Freistetter: der unschuldig verstorbenen Kinder einsammeln. Weil das weißt du,
Florian Freistetter: das kann ich dich gleich wieder testen in deinem obskuren Kirchenwissen.
Florian Freistetter: Weißt du, welches Fest die katholische Kirche am 28. Dezember macht?
Martin Puntigam: Naja, das unschuldige Kinderfest ist das. Kindermord zu Bethlehem,
Martin Puntigam: den Herr Rudes angeordnet haben soll, aber der war damals gar nicht König.
Florian Freistetter: Jaja, eben, aber unschuldige Kinder und es heißt auch, dass zum Beispiel die
Florian Freistetter: wilde Jagd dadurch die Welt wandert, um die Seelen der Kinder einzusammeln,
Florian Freistetter: die ungetauft verstorben sind.
Florian Freistetter: Und angeführt wird die wilde Jagd auch je nach Tradition von allen möglichen
Florian Freistetter: unterschiedlichen Gestalten. Eine ist die Frau Perchter zum Beispiel,
Florian Freistetter: da haben wir wieder das Perchter und das Perchten, Perchtenläufe mit drinnen.
Florian Freistetter: Die Frau Perchter ist bei uns auch die Grundlage für die Märchengestalt der Frau Holle.
Florian Freistetter: Und wo das die auch, wenn man es so interpretiert, eine Art von Wintergottheit
Florian Freistetter: ist, weil die kann es schneien lassen und so weiter.
Florian Freistetter: Und das sind alles Vermischungen von allen möglichen mythologischen,
Florian Freistetter: traditionellen Geschichten.
Florian Freistetter: Aber ja, wenn die Frau Perchter dann durch die Weltwander mit ihrer wilden Jagd
Florian Freistetter: um die Kinder einsammelt, dann ist es blöd, wenn sich die Seelen und Geister
Florian Freistetter: der Kinder in den Wäschestücken verheddern. Darum zollt man zum Beispiel,
Florian Freistetter: das ist ein Grund, warum man den nicht aufhängen soll.
Florian Freistetter: Andere sagen ja, die wilde Jagd selbst will sie nicht verheddern,
Florian Freistetter: wenn die durch die Gegend jagt. Und wenn sie sich verheddert,
Florian Freistetter: dann wird es böse und dann gibt es auch Ärger.
Martin Puntigam: Das ist so, wie wenn ein Holz in die Speichen kommt beim Fahrradfahren.
Martin Puntigam: Also das wollen die dann nicht.
Florian Freistetter: Genau, genau. Oder wenn du vor allem Bettwäsche waschst. Also in manchen Traditionen
Florian Freistetter: gilt das auch nur für Bettwäsche.
Florian Freistetter: Wenn du die ganzen Leintücher aufhängst, die schauen aus wie Leichentücher.
Florian Freistetter: Also es gibt viele Möglichkeiten.
Florian Freistetter: Und auch da, wer das Buch liest, was ich geschrieben habe, Ich habe dann auch
Florian Freistetter: da die Wissenschaft dahinter erklärt, also Wissenschaft, aber man kann sich
Florian Freistetter: ja schon irgendwie überlegen, warum man gerade auf sowas wie eine wilde Jagd
Florian Freistetter: kommt, die in den Wintermonaten über den Himmel stürmt.
Florian Freistetter: Dann kommt man sehr schnell zum Wetter und dann ist man da sehr schnell bei
Florian Freistetter: der Frage, warum gibt es eigentlich im Winter mehr Stürme und stärkere Stürme als im Sommer.
Florian Freistetter: Und auch da ist man dann gleich wieder bei der Astronomie und bei der Planetologie und so weiter.
Florian Freistetter: Also auch da gibt es eine astronomische Grundlage. Aber ja, die Sache mit dem
Florian Freistetter: Waschen, das ist etwas, ja wahrscheinlich, weil wir heute immer waschen.
Florian Freistetter: Also wir haben früher gewaschen, wir waschen jetzt Zeug. Also das ist etwas, was…,
Florian Freistetter: Jahrtausenden eine Rolle in unserem Alltag spielt, darum wird sich das auch
Florian Freistetter: heute noch immer halten. Der braucht, dass man halt nicht waschen soll,
Florian Freistetter: aus welchen Gründen auch immer.
Florian Freistetter: Und heute wird er sich, abgesehen von irgendwelchen,
Florian Freistetter: unbewussten Aberglauben, dass man sagt, ja, macht man halt nicht.
Florian Freistetter: Ein Grund, und den kann ich absolut nachvollziehen, ist, man hat ja in der Zeit
Florian Freistetter: zwischen den Jahren, zwischen Weihnachten und Silvestern, man hat eh schon so viel Stress.
Florian Freistetter: Man hat davor urviel Stress gehabt,
Florian Freistetter: man hat danach, muss man Verwandte besuchen, man hat urviel Stress.
Florian Freistetter: Da kann ich mal auf die Hausarbeit verzichten. Das kann ich mal bleiben lassen
Florian Freistetter: ein paar Tage. Das tut ja keinem weh.
Florian Freistetter: Also insofern bin ich voll dafür, dass man in den Raunächten nicht Wäsche wäscht.
Florian Freistetter: Aber wenn man es trotzdem tut, muss man deswegen nicht sterben.
Florian Freistetter: Also nicht wahrscheinlicher sterben, als man sonst vielleicht gestorben wäre.
Martin Puntigam: Weil es ist ja genau die Zeit, wo sich die Menschen eben Neujahrsvorsätze fassen.
Martin Puntigam: Und wenn man dann zu Weihnachten geföllert hat, dann fangen die Leute genau
Martin Puntigam: zwischen den Jahren an, schwimmen zu gehen, ins Fitnessstudio zu gehen,
Martin Puntigam: laufen zu gehen und so weiter.
Martin Puntigam: Was auch immer man machen kann, um ein Fitnessprogramm zu starten,
Martin Puntigam: dann hat man die Schwitzwäsche und die darf man dann bis nach drei König nicht waschen.
Florian Freistetter: Man kann sie, wie gesagt, problemlos waschen, aber man kann es auch bleiben
Florian Freistetter: lassen, wenn man sich keinen Stress machen will.
Florian Freistetter: Aber wenn man eh schon irgendwie spontan vollgefressen mit Sport anfängt,
Florian Freistetter: dann hat man eh schon wieder einen Stress, dann kann man waschen auch gleich.
Florian Freistetter: Aber wie gesagt, man könnte es sogar wissenschaftlich angehen.
Florian Freistetter: Also wer jetzt wirklich beunruhigt ist, dass Waschen vielleicht doch gefährlich
Florian Freistetter: ist, weil was es gibt zu Weihnachten auf der ganzen Welt sind Menschen, die auf Urlaub fahren.
Florian Freistetter: Also nicht alle zu Hause, fahren ganz viele auf Urlaub, ganz viele sind in den
Florian Freistetter: Hotels und in den Hotels wird wirklich, wirklich viel Bettwäsche gewaschen,
Florian Freistetter: auch zu Weihnachten, auch in den Raunächten.
Florian Freistetter: Das heißt, wenn das so ist, müsste es eigentlich über die Feiertage in Hotels
Florian Freistetter: beim Hotelpersonal überdurchschnittlich wieder Todesfälle geben und das gibt es nicht.
Martin Puntigam: Also ist nicht der Fall, okay, dann bin ich ruhig.
Martin Puntigam: Ich habe es ja ähnlich auch beobachten können, dass die Ausfällungsrate in meiner
Martin Puntigam: Verwandtschaft war nicht so hoch, wie ich heimlich Wäsche hängen habe lassen, um das auszutesten.
Florian Freistetter: Genau.
Martin Puntigam: Und im Wesentlichen stellen wir uns ja vor, dass man Wäsche,
Martin Puntigam: wenn man sie wäscht, drinnen trocknen lässt.
Martin Puntigam: Zumal wenn man jetzt in der Stadt wohnt und nur eine Wohnung hat,
Martin Puntigam: dann hat man selten die Möglichkeit, das draußen hängen zu lassen.
Martin Puntigam: Aber du schreibst im Buch, dass man im Winter die Wäsche auch draußen trocknen
Martin Puntigam: lassen kann und manchmal sogar soll. Wieso das?
Florian Freistetter: Naja, das ist vielleicht auch ein weiterer Grund, warum man sagt,
Florian Freistetter: im Winter lassen wir es mit der Wäsche waschen ein bisschen weniger.
Florian Freistetter: Machen wir es ein bisschen weniger, weil es ist ja schon nervig,
Florian Freistetter: wenn ich die ganze Wohnung voll mit nasser Wäsche habe. Dann kann ich,
Florian Freistetter: wenn ich nicht regelmäßig lüfte, was jetzt kalt draußen ist,
Florian Freistetter: auch unangenehm ist, dann kann ich mir leicht vielleicht ein Schimmelproblem einfangen.
Florian Freistetter: Also das ist schon was, was tatsächlich, also ich kann es bei mir sagen,
Florian Freistetter: also bei mir meine Fenster sind nicht so super isoliert.
Florian Freistetter: Ich habe es durchaus feucht im Winter in der Wohnung und wenn ich dann die Wäsche
Florian Freistetter: auch noch aufhänge in der Wohnung, dann ist es ganz blöd. Aber draußen aufhängen
Florian Freistetter: ist auch blöd, weil es scheint kaum die Sonne im Winter, da wird es nicht gescheit trocken und so.
Florian Freistetter: Aber, aber wenn man wirklich Frosttage hat in den Raunächten oder im Winter
Florian Freistetter: oder irgendwo sind ja nicht die Raunächte sein, keine Ahnung.
Florian Freistetter: Von mir ist es auch im Februar sein, das ist mir wurscht. Also solange es draußen wirklich frostig ist.
Florian Freistetter: Unter Null, dann kann ich die Wäsche auch raushängen, dann wird,
Florian Freistetter: und sie muss feucht sein natürlich, die Wäsche, dann wird das Wasser in der
Florian Freistetter: Wäsche gefrieren und wenn es dann gefroren bleibt, die Wäsche, das Wasser,
Florian Freistetter: und ich lasse das da vielleicht einen Tag, zwei Tage, drei Tage,
Florian Freistetter: kann aber dauern, hängen, im Frost auftauen darf es nicht dazwischen,
Florian Freistetter: dann wird das Eis und damit auch das Wasser trotzdem verschwinden und die Wäsche wird trocken,
Florian Freistetter: weil Wasser oder Eis eben nicht nur einfach schmelzen kann, sondern auch sublimieren kann.
Martin Puntigam: Also von flüssig direkt gasförmig werden?
Florian Freistetter: Genau, das kann es nicht nur, das macht es auch, das macht ständig.
Florian Freistetter: Also jedes Eis sublimiert, beziehungsweise nicht jedes Eis sublimiert,
Florian Freistetter: das hängt davon ab, wie die Luftfeuchtigkeit ist und so weiter.
Florian Freistetter: Also Gefrierbrand ist zum Beispiel eine Folge von Sublimation,
Florian Freistetter: weil ich eben Eis als Wassermoleküle in meinem Fleisch oder was auch immer drin habe.
Florian Freistetter: Und je nachdem, wie mein Gefrierfach beinahnt ist, wie da die Luftfeuchtigkeit
Florian Freistetter: drin ist, kann das Eis, wenn es sublimiert,
Florian Freistetter: durch Wasserdampf auf der Luft nachgeliefert werden oder halt nicht.
Florian Freistetter: Und irgendwann kriege ich dann halt so ein ausgetrocknetes irgendwas in meinem
Florian Freistetter: Gefrierfach, wo das ganze Wasser weg ist, obwohl es eigentlich eh dann gefroren war.
Florian Freistetter: Also das ist Sublimation. Das macht auch das Wasser in der Wäsche draußen.
Florian Freistetter: Irgendwann ist die Wäsche trockensublimiert und funktioniert wunderbar.
Florian Freistetter: Mein Gut, hängt vom Gewebe ab, das man hat. Manchen tut es vielleicht nicht
Florian Freistetter: ganz so gut, wenn es gefroren ist, aber normalerweise funktioniert es ganz gut,
Florian Freistetter: dass man es draußen trocknet.
Florian Freistetter: Und das kann man dann auch, und habe ich im Buch gemacht, auch als Anlass nehmen,
Florian Freistetter: um über wirklich die Rolle der Sublimation in der Rau nachzuspielen,
Florian Freistetter: weil Kometen spielen ja auch eine wichtige Rolle.
Florian Freistetter: Gerade der Dreiködigstag, der oft die letzte Rauhnacht ist, da spielen Kometen
Florian Freistetter: eine ganz wichtige Rolle. Auch in vielen Rauhnachtsumzügen spielen Kometen eine Rolle und so.
Florian Freistetter: Und generell in der Tradition und in dem Verständnis, das die Menschen von der
Florian Freistetter: Welt haben, spielen Kometen eine Rolle als Unglücksbringer und so weiter.
Florian Freistetter: Und Kometen sind auch deswegen so beeindruckend, weil sie sublimieren.
Florian Freistetter: Deswegen leuchten die Dinger.
Florian Freistetter: Also auch da haben wir eine Verbindung zwischen Rauhnacht und der Astronomie. und die.
Florian Freistetter: Zieht sich tatsächlich, ich war beim Schreiben überrascht, die zieht sich durch
Florian Freistetter: die ganze Rauhnachtsthematik, ich war überrascht, dass man wirklich so ein Buch
Florian Freistetter: schreiben kann, wo ich so viel Astronomie gar nicht mal zwangsweise unterbringen
Florian Freistetter: musste, sondern das hat sich ganz natürlich ergeben.
Martin Puntigam: Es ist tatsächlich ein faszinierendes Buch, soweit ich es schon gelesen habe.
Martin Puntigam: Wir wollen auch nicht alles verraten, aber zum Schluss natürlich noch die Einleitungsbemerkung
Martin Puntigam: auflösen, nämlich dass man die Sprache der Tiere verstehen könne in einer Rauhnacht
Martin Puntigam: um Mitternacht. Jetzt habt ihr bei euch im Garten Eichhörnchen.
Martin Puntigam: Brecht ihr in Rauhnächten zu Mitternacht mit den Eichhörnchen?
Martin Puntigam: Wenden die sich an euch oder gilt es nur, wenn man zu den Tieren in den Stall geht?
Florian Freistetter: Egal, ob eine Rauhnacht ist oder nicht, um Mitternacht liege ich meistens im
Florian Freistetter: Bett, da rede ich mit niemandem, auch wenn es Eichhörnchen zu reden gäbe.
Florian Freistetter: Nein, also ich rede nicht mit Tieren, beziehungsweise ich rede nur so mit Tieren,
Florian Freistetter: wie man halt mit Tieren redet. Also keine Ahnung, wenn da irgendwo mal ein Hund
Florian Freistetter: ist oder eine Katze, dann reden wir halt mit denen.
Florian Freistetter: Aber es ist ja schon, prinzipiell kann man ja verstehen, warum Menschen Interesse
Florian Freistetter: daran hatten, mit Tieren zu reden. Ich meine, das ist ja nicht nur in den Rauhnächten,
Florian Freistetter: da gibt es ganze Filme und Filmgenres und so weiter.
Florian Freistetter: Viele Menschen, die Haustiere haben, reden ja wirklich mit denen.
Florian Freistetter: Also Tiere leben mit uns auf der Welt und schon immer.
Florian Freistetter: Und wir wollen halt irgendwie eine Art, unsere Beziehung, die wir haben zu den
Florian Freistetter: Tieren, irgendwie auch halt so vertiefen.
Florian Freistetter: Wir würden gerne wissen, was die so tun und treiben. Und wir würden gerne mit
Florian Freistetter: ihnen reden. Das ist ja, was in uns Menschen drinsteckt. Und da ist es nicht
Florian Freistetter: überraschend, dass man die halt dann auch irgendwie einbaut in die ganzen Rauhnachtsmythen.
Florian Freistetter: Weil früher waren die Tiere ja wirklich sehr, sehr viel mehr Teil des Lebens als heute.
Florian Freistetter: Da hatten wir nicht nur ein Hundsaus gehabt, sondern da haben wir wirklich das
Florian Freistetter: Nutzvieh, wenn man so will, hat er wirklich mit den Menschen gemeinsam gelebt.
Florian Freistetter: Da ist es wenig überraschend, dass man sagt, ja, hier in dieser mystischen Zeit, da können die reden.
Florian Freistetter: Und da muss man sich irgendwie auch überlegen, warum kriegt das keiner mit, wenn sie reden?
Florian Freistetter: Das ist jetzt nicht überraschend, aber tatsächlich, natürlich macht sich die
Florian Freistetter: Wissenschaft Gedanken, wie man nicht zwingend, wie man mit Tieren redet,
Florian Freistetter: sondern wie Tiere reden, also tierische Kommunikation.
Florian Freistetter: Das ist durchaus ein Forschungsgebiet.
Florian Freistetter: Es geht von dem Schwänzeltanz der Bienen, den der, wie heißt der,
Florian Freistetter: frisch erforscht hat, hin zu Wahlgesängen. Und Tierkommunikation ist wahnsinnig spannend.
Florian Freistetter: Auch das, was mit Schimpansen und Gorillas und so weiter passiert,
Florian Freistetter: die ja wirklich noch an den Nächsten an uns dran sind, wo man wirklich oft so
Florian Freistetter: das Gefühl hat, mit denen kann man wirklich eine Art von Kommunikation aufbauen.
Florian Freistetter: Aber im astronomischen Kontext findet man das Thema überraschenderweise auch, weil.
Florian Freistetter: Genauso wie wir fasziniert davon sind, mit Tieren vielleicht reden zu können,
Florian Freistetter: sind wir fasziniert davon, dass wir vielleicht irgendwann mal mit Aliens kommunizieren
Florian Freistetter: könnten. Das denkt man uns ja auch schon ewig.
Florian Freistetter: Gibt es da andere Leute draußen im Universum? Kommen die zu uns?
Florian Freistetter: Können wir zu ihnen? Können wir irgendwie kommunizieren?
Florian Freistetter: Also das überlegen wir uns als Menschheit schon seit Jahrtausenden.
Florian Freistetter: Das überlegt sich aber auch die Wissenschaft seriös, wie das funktionieren kann.
Florian Freistetter: Und in den 1960er Jahren hat sich die Wissenschaft, oder zehn Leute aus der
Florian Freistetter: Wissenschaft, das sehr, sehr intensiv überlegt.
Florian Freistetter: Da gab es das berühmte Greenbank-Treffen. Das war so eine inoffizielle Zusammenkunft
Florian Freistetter: von durchaus sehr, sehr berühmten, gescheiten Leuten.
Florian Freistetter: Ich kann jetzt nicht alle aufzählen, aber ein Nobelpreisträger war auch dabei.
Florian Freistetter: Der hat den Nobelpreis bekommen, während er gerade auf der Konferenz war.
Florian Freistetter: Ich glaube für die, ach Gott, irgendwas mit Pflanzen und DNA,
Florian Freistetter: bin mir nicht ganz sicher, was er bekommen hat.
Florian Freistetter: Aber es war zum Beispiel dabei Carl Sagan. Der war damals noch gar nicht so
Florian Freistetter: berühmt, aber der war dabei und den kennen sicher die meisten.
Florian Freistetter: Es waren Pioniere der Radioastronomie, waren mit dabei und so weiter.
Florian Freistetter: Also es waren jede Menge Leute mit dabei, die sich auch mit Sternen ausgekannt haben, Ingenieure.
Florian Freistetter: Also zehn Leute insgesamt waren da dabei und die haben gesagt,
Florian Freistetter: okay, wir setzen das jetzt zusammen und überlegen, wie das wirklich wissenschaftlich
Florian Freistetter: seriös funktioniert mit den Außerirdischen. Gibt es die irgendwo?
Florian Freistetter: Wie wahrscheinlich ist es, dass es sie gibt? Könnte man mit denen reden?
Florian Freistetter: Wie würde man mit denen kommunizieren? Das haben die sich in dieser Konferenz da überlegt.
Florian Freistetter: Da ist unter anderem die berühmte Drake-Formel entstanden, die ja auch vielleicht einige kennen.
Florian Freistetter: Ich bin überhaupt kein Fan von dieser Formel, weil sie halt den Anschein erweckt,
Florian Freistetter: man könnte damit irgendwas exakt ausrechnen, aber...
Florian Freistetter: Das hat er überhaupt nicht leistet, also man kann da alles ausrechnen,
Florian Freistetter: was man gerne möchte, aber...
Martin Puntigam: Aber die Drake-Formel, um das ganz kurz zu sagen, wenn ich mich richtig erinnere,
Martin Puntigam: ist, man kann ungefähr überschlagsmäßig ausrechnen, wie viele außerirdische
Martin Puntigam: Zivilisationen es geben könnte oder müsste, oder?
Florian Freistetter: Nein, also ja, aber nein, also die Formel sagt, sie tut das.
Florian Freistetter: Das Ergebnis der Formel, wenn man es ausrechnen, ist die Anzahl der kommunikationsfähigen,
Florian Freistetter: außerirdischen Zivilisationen, aber da muss man halt alle möglichen Parameter
Florian Freistetter: reinstecken und die muss man größtenteils raten.
Florian Freistetter: Und wenn ich gerne tausend Zivilisationen haben will, dann rate ich die Parameter
Florian Freistetter: so, dass da tausend rauskommt.
Florian Freistetter: Wenn ich null haben will, rate ich, dass so das null rauskommt.
Florian Freistetter: Wenn ich eine Million haben will, rate ich, dass so das eine Million rauskommt.
Florian Freistetter: Also das meine ich damit, dass diese Formel den Anschein erweckt,
Florian Freistetter: man könnte damit irgendwas ausrechnen und das kann man auch,
Florian Freistetter: aber man kann halt alles ausrechnen, auf das man Lust hat.
Martin Puntigam: Also Placebo-Isotherik quasi.
Florian Freistetter: Naja, das Problem ist, diese Formel ist nicht dazu da, das auszurechnen,
Florian Freistetter: sondern diese Formel haben die entwickelt, um halt einfach zu denken,
Florian Freistetter: was sind die Dinge, die man wissen müsste, um das herauszufinden.
Florian Freistetter: Das haben die sich damals überlegt.
Florian Freistetter: Wir müssten das wissen, das wissen, das wissen, das wissen. Wir wissen halt
Florian Freistetter: nichts davon, aber das müsste man wissen zumindest.
Florian Freistetter: Das ist das, was diese Formel quasi macht.
Martin Puntigam: Das muss man wissen, wenn man die Formel heute beurteilen möchte.
Florian Freistetter: Ja, genau. Man sollte man wissen, wenn man das macht, dass diese Formel nicht
Florian Freistetter: dazu da ist, irgendwas auszurechnen. Das sieht man auch auf YouTube oder sonst wo.
Florian Freistetter: Es gibt eine Million Alien-Zivilisationen und die Wissenschaft beweist das.
Florian Freistetter: Und dann kommt ihm so ein Kerl daher und tut mit der Dreckformel rum.
Florian Freistetter: Also ja, das macht ihn nicht.
Florian Freistetter: Aber sowas haben die sich alles überlegt und unter anderem eben auch,
Florian Freistetter: wie man kommunizieren kann. Und einer der zehn Männer, in dem Fall waren es
Florian Freistetter: ausschließlich Männer, die da waren, war John Lilly.
Florian Freistetter: Und John Lilly, der hat mit Astronomie eigentlich nichts am Hut gehabt.
Florian Freistetter: Der war, ja, der war ganz viel.
Florian Freistetter: Der war Biologe mal, aber auch Neurobiologe, Neurophysiologe.
Florian Freistetter: Er hat alles Mögliche gemacht und hat unter anderem die Sprache von Delfinen erforscht.
Florian Freistetter: Da wissen wir auch, dass die durchaus schlau sind, Delfine.
Florian Freistetter: Und miteinander kommunizieren.
Martin Puntigam: Also wenn sie vor sich hinknattern, wollte er wissen, was sie sagen?
Florian Freistetter: Genau, ja, weil wir wissen ja, dass die Delfine kommunizieren und sehr,
Florian Freistetter: sehr komplexe Sprache haben.
Florian Freistetter: Und er wollte halt verstehen, wie das funktioniert. Und vor allem hat er gesagt,
Florian Freistetter: er wollte nicht einfach nur verstehen, wie die Delfine kommunizieren,
Florian Freistetter: sondern er hat gesagt, und wir sind jetzt da in den frühen,
Florian Freistetter: 1960er Jahren, man darf das jetzt nicht, schon gesagt, die Menschen früher waren
Florian Freistetter: nicht dümmer als wir, die haben nur weniger gewusst und weniger Möglichkeiten gehabt.
Florian Freistetter: Er hat sich damals gedacht, okay, die Delfine sind zumindest rein physiologisch,
Florian Freistetter: sollten die in der Lage sein, nicht einfach nur in den komischen Knattertönern
Florian Freistetter: zu reden, sondern die sollten eigentlich auch in der Lage sein,
Florian Freistetter: sowas ähnliches wie die menschlichen Laute hervorzubringen.
Florian Freistetter: Und wenn die wirklich so schlau sind, dann müsste man Delfinen eigentlich beibringen
Florian Freistetter: können, nicht nur englische Worte zu verstehen, sondern englische Worte auch
Florian Freistetter: zu sprechen. Das heißt, sein Forschungsziel war es,
Florian Freistetter: mit Delfinen zu reden, wortwörtlich. Das hat er untersucht und ist dabei bei
Florian Freistetter: diesem Projekt tatsächlich eben auch von der NASA unterstützt worden.
Florian Freistetter: Der hat ein paar Millionen bekommen für sein Forschungsprojekt von der NASA,
Florian Freistetter: weil die NASA sich gedacht hat, naja.
Florian Freistetter: Aliens wissen wir nicht, ob die da sind, Delfine wissen wir,
Florian Freistetter: die sind da und es ist schon mal eine gute erste Näherung, wenn wir lernen mit,
Florian Freistetter: nichtmenschlicher irdischer Intelligenz zu sprechen, bevor wir uns an die nichtmenschliche
Florian Freistetter: außerirdische Intelligenz machen.
Florian Freistetter: Das heißt, es ist War durchaus und finde immer noch durchaus plausibel,
Florian Freistetter: das zu sagen, wir schauen mal, ob wir mit Tieren reden können,
Florian Freistetter: die gescheit sind, bevor wir uns überlegen, wie wir mit Aliens reden.
Florian Freistetter: Das ist einmal ein guter erster Schritt, weil die haben wir zumindest da.
Florian Freistetter: Mit denen können wir was machen. Mit Aliens können wir uns nur ausdenken,
Florian Freistetter: wie wir reden würden mit ihnen.
Florian Freistetter: Aber machen können wir es nicht. Mit den Delfinen könnten wir es zumindest tun,
Florian Freistetter: wenn wir es zusammenbringen.
Martin Puntigam: Also das ist ein bisschen weniger absurd, als es auf den ersten Blick klingt.
Martin Puntigam: Und wie ist es angegangen?
Florian Freistetter: Ja, er hat halt dann so ein Forschungsprojekt auf einer Karibikinsel,
Florian Freistetter: glaube ich, gemacht, wo er dann wirklich mit Delfinen zusammengelebt hat,
Florian Freistetter: die da wirklich intensiv mit
Florian Freistetter: Menschen zusammengelebt haben, die halt dann ja im Prinzip sehr,
Florian Freistetter: sehr vereinfacht gesagt probiert haben, die Delfine so zum Sprechen zu bringen,
Florian Freistetter: wie wir auch Menschen zum Sprechen bringen.
Florian Freistetter: Ja, also unsere Kinder, die ziehen wir auch auf, indem wir einfach mit ihnen
Florian Freistetter: reden und ihnen Dinge zeigen und irgendwann fangen die halt dann von selbst
Florian Freistetter: an zu reden. So sehr, sehr vereinfacht gesagt.
Florian Freistetter: Das war so das Ziel. Hat jetzt nicht so funktioniert am Ende,
Florian Freistetter: weil wir wissen, wir haben bis jetzt noch nicht mit Delfinen gesprochen und
Florian Freistetter: sie auch nicht mit uns. Also da hat es nicht funktioniert, aber damals waren
Florian Freistetter: die halt alle sehr begeistert davon.
Florian Freistetter: Der war auch in dieser Konferenz mit dabei, weswegen sich diese Gruppe,
Florian Freistetter: die sie da getroffen hat, dann selbst auch als Orden des Delfins bezeichnet hat.
Florian Freistetter: Das war so, so haben sie, ja, die war halt so, nimm einen Haufen Wissenschaftler,
Florian Freistetter: sperrst irgendwo in eine abgelegene Ecke, gib ihnen coole Themen zum Diskutieren
Florian Freistetter: und ein bisschen Alkohol, dann kommen die auf so einen Quatsch drauf.
Florian Freistetter: Und die 60er waren es auch noch, also da kommt sowas schon raus.
Florian Freistetter: Aber sie waren dann eh nicht mehr ganz so glücklich mit dem,
Florian Freistetter: weil dieser John Lilly ist dann so ein bisschen, ja, ähm, ja.
Florian Freistetter: Und hat die Wissenschaft, verlassen hat er sie nicht, aber es hat halt nicht so funktioniert.
Florian Freistetter: Er ist dann so ein bisschen abgeglitten, auch in den 1960er Jahren,
Florian Freistetter: Dinge abgeglitten. Also er hat dann mit LSD experimentiert, also er hat gedacht,
Florian Freistetter: ja vielleicht funktioniert es, wenn die nicht LSD nehmen, wenn die Delfine LSD
Florian Freistetter: nehmen, vielleicht können wir uns dann besser verstehen und so weiter.
Florian Freistetter: Und die Umstände bei diesem Forschungsprojekt mit den Delfinen,
Florian Freistetter: die waren auch alle dann weniger wissenschaftlich, als man sich es ursprünglich gedacht hat.
Florian Freistetter: Irgendwann hat die NASA das Geld dann wieder abgezogen von dort und es ist dann
Florian Freistetter: nichts mehr draus geworden, außer dass da ein paar zugedröhnte Delfine durch
Florian Freistetter: die Karibik geschwommen sind.
Martin Puntigam: Was heißt das, es war nicht mehr so, wie man sich das vorstellen kann?
Martin Puntigam: Was haben die dann aufführt mit den Delfinen, wie sie auf LSD waren?
Florian Freistetter: Das kann ich im Detail nicht sagen, da gibt es Fernsehdokumentationen und es gibt auch Bücher dazu.
Florian Freistetter: Also man hat die Idee, eine der Forschungsmitarbeiterinnen, die war so eine
Florian Freistetter: Freiwillige, die dort gelebt hat, ist auch keine ausgebildete Wissenschaftlerin, die hat sich dann,
Florian Freistetter: auf die eine oder andere Art auch irgendwie sexuell auf den Delfinen beschäftigt
Florian Freistetter: und hier hingezogen gefühlt, beziehungsweise hat sie gesagt,
Florian Freistetter: den Sexualtrieb, den die Delfine ja auch haben,
Florian Freistetter: probiert irgendwie nicht zu unterdrücken, sondern quasi, weiß man ja vielleicht
Florian Freistetter: irgendwie, wenn der Sexualtrieb zu groß ist für manchen Lebewesen,
Florian Freistetter: sagen wir es so, dann lernt man nicht so gut, sagen wir es so.
Florian Freistetter: Da können die meisten Teenager vermutlich viel davon erzählen,
Florian Freistetter: dass der Sexualtrieb einen beim Lernen hindert.
Florian Freistetter: Das hat die sich auch gedacht. Dann hat sie gedacht, ja, da müssen wir halt
Florian Freistetter: den Sexualtrieb ein bisschen befriedigen, damit die Delfine besser lernen können.
Florian Freistetter: Hat aber auch nicht funktioniert. Also für den Delfin wahrscheinlich schon, aber nicht beim Lernen.
Martin Puntigam: Und dann hat die NASA da irgendwann die Notbremse gezogen. aber heute wäre sie
Martin Puntigam: vielleicht erstklassig qualifiziert, um beim FBI anzuheiern.
Martin Puntigam: Ganz zum Schluss noch die Verlautbarungen, die wir heute in Delfinisch knattern
Martin Puntigam: werden. Und wer es nicht verstehen kann, im ersten Anhören, der sollte LSD nehmen,
Martin Puntigam: dann versteht man das ganz tadellos.
Florian Freistetter: Ja, oder in die Schon und Schon, da stehen sie auch noch drinnen.
Florian Freistetter: Da muss man auch kein LSD nehmen, dafür zu lesen. Und ich fange gleich an,
Florian Freistetter: denn zu dem Buch, das ich geschrieben habe, gibt es tatsächlich ein paar Veranstaltungen,
Florian Freistetter: also keine Lesungen, wo ich daraus vorlese. Das ist sehr langweilig.
Florian Freistetter: Ich habe es übrigens vorgelesen. Es gibt ein Hörbuch, habe ich auch gelesen
Florian Freistetter: dazu. Ist auch erhältlich.
Florian Freistetter: Aber ich werde ein paar Veranstaltungen machen, wo ich aus dem Buch erzähle,
Florian Freistetter: Geschichten erzähle, mal vielleicht auch ein Experiment dazu,
Florian Freistetter: muss ich mal überlegen, was ich machen kann.
Florian Freistetter: Aber mal wird es moderiert sein von Leuten, mal nicht. Aber am 27.
Florian Freistetter: November bin ich in Heidelberg mit Astronomie der Raunächte am 29.
Florian Freistetter: November auf der Buchmesse in Wien und am 5. Dezember im Posthof Linz.
Florian Freistetter: Und mein anderes Buch, die Farben des Universums, hat auch nochmal einen Auftritt.
Florian Freistetter: Da bin ich am 25. November in Mannheim im Technoseum und werde ein bisschen
Florian Freistetter: was zu den Farben des Universums erzählen und zeigen.
Martin Puntigam: Also wer jeweils in der Gegend ist, unbedingt vorbeischauen.
Martin Puntigam: Oder wenn man das schon alles gesehen hat, was du feil bietest,
Martin Puntigam: kann man zu unseren Live-Auftritten kommen mit Weltuntergang für Fortgeschrittene.
Martin Puntigam: Unsere aktuellen Live-Show mit Martin Moda, dir und mir.
Martin Puntigam: Die wir natürlich nach wie vor und gerne und auch noch im restlichen Jahr und
Martin Puntigam: auch zwischen den Jahren, jetzt nicht, weil da spielen wir Bauernseelöster,
Martin Puntigam: aber dann nächstes Jahr wieder Pfeilbieten.
Martin Puntigam: Heuer gibt es es noch zu sehen am 18. Dezember in der VHS-Kulturgarage in der Seestadt in Wien.
Martin Puntigam: Dann schon kommendes Jahr am 10. Jänner in der Kulisse in Wien,
Martin Puntigam: Ende Jänner am 29. in der Papierfabrik Klein-Neusiedel und Anfang Februar am
Martin Puntigam: 11. Februar im Startsaal Wien und,
Martin Puntigam: Eben am 28. Dezember, wie eingangs erwähnt, in der Listhalle Graz Bauernsilvester
Martin Puntigam: sowie am 30.12. im Stadtsaal Wien.
Martin Puntigam: Und am 31. beschließen wir, wie immer, das Jahr mit unserem naturwissenschaftlichen
Martin Puntigam: Jahresrückblick mit zwei Vorstellungen im Schauspielhaus Wien.
Florian Freistetter: Es gibt auch Science Busters für Kids, die Kindershow, die gibt es im Fernsehen.
Florian Freistetter: Wenn man einen Fernseher hat, wo man die ORF Kids App verwenden kann oder wenn
Florian Freistetter: man keinen Fernseher hat, ein anderes Gerät mit der ORF Kids App,
Florian Freistetter: kann man sich die kurzen 10 Minuten Folgen Science Buster for Kids anschauen
Florian Freistetter: oder die lange Bühnenshow Science Busters for Kids mit Martin Moda und Martin Puntigam am 18.12.
Florian Freistetter: In der VHS-Kulturgarage Seestadt in Wien, am 19.12.
Florian Freistetter: Im Theater Akzent in Wien, am 30.12. im Stadtsaal und am 10.01.2027 in der Kulisse.
Florian Freistetter: Beides in Wien und die ganzen Termine unter sciencebusters.at slash Termine.
Martin Puntigam: Weil wir spielen nicht nur in Wien unsere Kids-Show, gehen dann auch wieder
Martin Puntigam: auf Tour, aber in dem Zeitraum hat hauptsächlich in der Bundeshauptstadt Sternengeschichten live.
Martin Puntigam: Ein weiteres Projekt von dir, wo du deinen erfolgreichen Podcast Sternengeschichten,
Martin Puntigam: auf live getrimmt hast, kann man ebenso sehen. Demnächst schon von 9. bis 11. November.
Martin Puntigam: Zu sehen in Erfurt, Leipzig und Dresden, wobei in Erfurt ist schon ausverkauft,
Martin Puntigam: aber es ist die Verkühlungszeit, die Zeit der grippalen Infekte.
Martin Puntigam: Viele Menschen werden auch wieder Corona haben und nicht kommen können oder
Martin Puntigam: der Babysitter, die Babysitterin sind krank geworden.
Martin Puntigam: Das heißt, wenn man nicht gerade zu 20 an die Abendkassa kommt,
Martin Puntigam: sondern allein oder zu zweit, hat man auch eine reale Chance.
Martin Puntigam: In Leipzig gibt es noch wenige Karten, in Dresden noch ein bisschen mehr,
Martin Puntigam: aber das wird sich rasch ändern, den Sternengeschichten live zu erleben.
Martin Puntigam: Ist eine Empfehlung und sollte man sich nicht entgehen lassen,
Martin Puntigam: wenn man in der Gegend vorrätig ist.
Florian Freistetter: Genau, und man kann gleich noch nach Bremen am 24.11., nach Osnabrück am 26.11.
Florian Freistetter: Und vor allem nach Graz am 3.12. bekommen.
Florian Freistetter: Da gibt es die volle Raunach-Power der Sternegeschichten live.
Florian Freistetter: Da sind wir schon in den Raunächten. Vielleicht mache ich auch noch Raunach-Action
Florian Freistetter: auf der Bühne mal schauen.
Martin Puntigam: Alle Termine unter sternengeschichten.live. Dann gibt es noch eine Live-Podcast-Aufzeichnung
Martin Puntigam: von Das Universum. Ein Podcast von Ruth Grützbauch, Eva Freistetter und dir.
Martin Puntigam: Und zwar das nächste Mal am 16. Dezember in Wien im Radiokulturhaus.
Florian Freistetter: Genau. Und du bist auch unterwegs mit deinem neuen Soloprogramm Der Heilige Puntigam.
Florian Freistetter: Der Heilige Puntigam wird ab 10. November zu sehen sein, wenn die Uraufführung
Florian Freistetter: im Theater Grafé Grad stattfindet.
Florian Freistetter: Und danach am 19.11. im Cabaret Niedermeier in Wien und am 4.12.
Florian Freistetter: In der Arge Kultur in Salzburg.
Martin Puntigam: Das waren jeweils die Auftakte. Also in Salzburg war einmal in Wien und in Graz ist es oft zu sehen.
Florian Freistetter: Genau, das waren die diversen Premieren. Und dann gibt es Vorpremieren,
Florian Freistetter: die man sich anschauen kann, bevor die Premiere stattfindet.
Florian Freistetter: Darum heißt es Vorpremiere und die gibt es am 4.11. in der Bettfedernfabrik
Florian Freistetter: Oberwaltersdorf, am 6.11. in der Tischlerei Melk und am 7.11.
Florian Freistetter: Im Bruno im Brunn am Gebirge.
Florian Freistetter: Und alle Infos und Tickets dazu findet man unter puntigam.at.
Martin Puntigam: Martin Moder, der dritte im Bunde des Ensembles, das auf der Bühne zu sehen
Martin Puntigam: ist regelmäßig, hat auch einen Solabend in Vorbereitung.
Martin Puntigam: Super Intelligenz oder Sautrottl hat er ihn genannt.
Martin Puntigam: Premiere ist am 19. Jänner 2027 in der Kulisse Wien.
Martin Puntigam: Am 22. ist er im Posthof in Linz. Am 23. im Kronenkino Mistelbach.
Martin Puntigam: Und am 2. April ebenfalls in Graz in der Listhalle. Seine Termine findet man unter martinmoder.at.
Martin Puntigam: Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen.
Martin Puntigam: Danke an Florian Freistetter für die rauen und nicht so rauen Auskünfte.
Martin Puntigam: Danke an alle fürs Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten,
Martin Puntigam: Empfehlen. Rauen, Nächten, Berchten, Waschen, Aufhängern, Delfine erleichtern
Martin Puntigam: und was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann.
Martin Puntigam: Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.
Florian Freistetter: Tschüss.