Wer nichts weiß, muss alles glauben.
Martin Puntigam: Ausgabe 99 des ScienceBusters Podcasts und heute beginnen wir urlaubsreif mit
Martin Puntigam: Der letzte Sommer war sehr schön und SDS.
Ursula Hollenstein: Sicher besser als zurück vom Urlaub mit STD. Musik Musik Musik Musik.
Martin Puntigam: Herzlich Willkommen zur Ausgabe 99 des Eins-Wars-Tags-Podcasts.
Martin Puntigam: Einmal noch bis 100 und seit Beginn immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien.
Martin Puntigam: Mein Name ist Martin Puntigam. Mir gegenüber sitzt ein weiteres Mal Ursula Hollenstein,
Martin Puntigam: Infektiologin und Fachärztin für Reisemedizin. Hallo.
Ursula Hollenstein: Hallo.
Martin Puntigam: Ausgabe 98 war ein Mitschnitt der monatlichen Frage-und-Antwort-Sendung auf
Martin Puntigam: Radio FM4 Frag Designs Pass das alles rund ums Klima vom 18.
Martin Puntigam: März 2024, also nahezu vor einem Jahr.
Martin Puntigam: Es war die Frühlingsausgabe unseres Periodikums. Der Astronom Florian Freistetter und Barbara Lahr,
Martin Puntigam: Verkehrswissenschaftlerin der TU Wien, haben damals mit mir beantwortet,
Martin Puntigam: ob pluralistische Ignoranz besser ist als singuläre Ignoranz,
Martin Puntigam: ob man wirklich weniger Verkehr bekommt, wenn man mehr Straßen baut,
Martin Puntigam: inwiefern eine Schneeballschlacht gegen die Erderwärmung helfen kann,
Martin Puntigam: ob für Klimawandel verharmloser Innen das Briefgeheimnis gilt,
Martin Puntigam: ob man den Lobau-Tunnel nicht auch dorthin bauen könnte, wo er wirklich gebraucht
Martin Puntigam: wird und warum der USV-Furt in Rosa leider nicht mehr unbesiegt war.
Martin Puntigam: Heute geht es um STD und da kann man mit einem alten Otto-Witz,
Martin Puntigam: einem Witz von Otto Walkes, beginnen...
Martin Puntigam: Anfang der 80er Jahre publiziert. Der menschliche Körper hat die Nummer geheißen
Martin Puntigam: und begonnen mit aus der Serie Halbkott in Weiß für Sie, für unsere Freundin
Martin Puntigam: der Medizin, ein Stück mit dem Titel Trapp-Trap-Da-Trapper, Tripp-Tripp der Indianer.
Martin Puntigam: Wie es ungefähr so betont worden damals, die Point.
Martin Puntigam: Anfang der 80er Jahre waren auch Indianer, über zehn Jahre alt ungefähr und
Martin Puntigam: hat natürlich keine Ahnung gehabt, was daran lustig sein soll.
Martin Puntigam: Das Auditorium hat sie weggeworfen im Wissen, dass Trepper eine Geschlechtskrankheit ist, die ja damals,
Martin Puntigam: da war gerade so 10, 15 Jahre, eine ganz freie Liebe, das heißt Geschlechtskrankheiten
Martin Puntigam: haben da gerade eine Hochsaison hinter sich gehabt und Treppen,
Martin Puntigam: genauso Drogengebrauch, war mir ebenso unbekannt als 10-Jähriger.
Martin Puntigam: Es geht aber heute nicht um Drogen, sondern es geht um STD, folgstümliche Geschlechtskrankheiten
Martin Puntigam: und die Heilkunde dazu heißt Venerologie. Da habe ich allang gedacht,
Martin Puntigam: Venerologie ist die Heilkunde für Gefäßerkrankungen.
Ursula Hollenstein: Das wäre vielleicht ein bisschen überspezialisiert, dann müsste man für die
Ursula Hollenstein: Arterien auch noch ein eigenes Fachgebiet erfunden haben.
Ursula Hollenstein: Also es ist nicht die Gefäßkunde, es ist tatsächlich die Kunde von den sexuell
Ursula Hollenstein: übertragbaren Erkrankungen.
Ursula Hollenstein: Da hat man halt die Göttin der Liebe genommen, ein bisschen frei ausgelegt,
Ursula Hollenstein: weil es eine Göttin des Sex nicht gibt, zumindest damals nicht.
Ursula Hollenstein: Jetzt werden einige Künstlerinnen so bezeichnet, aber sonst ist es die Venus zuständig.
Ursula Hollenstein: Der Begriff der sexuell übertragbaren Erkrankungen und die Abkürzung STD kommt
Ursula Hollenstein: halt aus dem Englischen wie fast alles, Sexually Transmitted Diseases.
Ursula Hollenstein: Das umfasst eine relativ große Gruppe von Infektionserkrankungen,
Ursula Hollenstein: die eigentlich überhaupt nichts gemeinsam haben.
Ursula Hollenstein: Also unterschiedliche Erreger, unterschiedliche Symptome, unterschiedliche sonstige
Ursula Hollenstein: Eigenschaften, außer dass sie eben alle über den Geschlechtsverkehr übertragen
Ursula Hollenstein: werden und zwar fast ausschließlich.
Martin Puntigam: So wie Club-Urlauber, Urlauberinnen, also das sind auch Menschen aus allen Himmelsrichtungen,
Martin Puntigam: aber sie sind halt jetzt in einem gemeinsamen Urlaubsclub zusammengefasst,
Martin Puntigam: auch wenn sie unterschiedliche Berufe, Herkunft und Vorlieben und Neigungen haben.
Martin Puntigam: Aber man sagt, man fasst das halt so zusammen, ohne genauer hinzuschauen.
Ursula Hollenstein: Genau, es geht hier primär einfach um die fast ausschließliche Übertragung.
Ursula Hollenstein: Ein Paar können durchaus auch über andere Wege von A nach B kommen,
Ursula Hollenstein: Aber es ist eben der sexuelle Kontakt der hauptsächliche Übertragungsweg.
Ursula Hollenstein: Und die Symptome betreffen von all diesen Erkrankungen dann überwiegend natürlich
Ursula Hollenstein: auch die Regionen, die hauptsächlich mit Geschlechtsverkehr im Zusammenhang
Ursula Hollenstein: stehen, also die Genitalregion, den Anus, Mund, Hals.
Ursula Hollenstein: Aber einige Erreger, HIV kennt jeder und auch die Hepatitis,
Ursula Hollenstein: die sind auch im Blut ganz verbreitet und kommen dadurch nicht nur in alle Teile
Ursula Hollenstein: des Körpers, sondern können eben auch an allen möglichen Stellen Symptome machen,
Ursula Hollenstein: die man nicht jetzt primär zu den Geschlechtsregionen zählt.
Martin Puntigam: Da gibt es ja, wenn man alles Mögliche unter Geschlechtskrankheiten zusammenfasst,
Martin Puntigam: worüber ja gesellschaftlich noch immer nicht gerne und offen diskutiert wird,
Martin Puntigam: da gibt es ja dann immer irgendwelche neuen Farben für Marschalln,
Martin Puntigam: wenn wieder mal irgendeine Krankheit ein Symptom in die Öffentlichkeit schafft,
Martin Puntigam: wo dann Menschen darüber reden,
Martin Puntigam: über die allermeisten Dinge, über die wir jetzt reden werden,
Martin Puntigam: wird nur wenig geredet oder im humoristischen Zusammenhang geredet,
Martin Puntigam: was ja schlecht ist in Wirklichkeit, aber da gibt es ja viele verschiedene Ausprägungen,
Martin Puntigam: wie du schon gesagt hast.
Martin Puntigam: Womit hat man es denn zu tun, wenn man von Geschlechtskrankheiten redet?
Ursula Hollenstein: Es sind sowohl Viruserkrankungen, Schwierigkeit immer bei fast allen Viruserkrankungen
Ursula Hollenstein: ist, dass wir kaum Therapien haben und es sind teilweise auch bakterielle Erkrankungen,
Ursula Hollenstein: die man behandeln könnte und kann.
Martin Puntigam: Und Pilzerkrankungen fallen da auch hinein?
Ursula Hollenstein: Nein, nicht direkt. Sie können zwar den Genitalbereich betreffen,
Ursula Hollenstein: aber sie gehören nicht klassischerweise zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen,
Ursula Hollenstein: weil es oft einfach Infektionen sind, die aus der eigenen Flora entstehen,
Ursula Hollenstein: wo einfach was überwuchert, weil zum Beispiel die Scheidenflora gestört ist.
Ursula Hollenstein: Dann können die paar Pilze, die dort ohnehin sitzen, überwuchern und eine Pilzerkrankung machen.
Ursula Hollenstein: Also da braucht man nicht unbedingt die sexuelle Übertragung dazu.
Ursula Hollenstein: Eines gehört zu den etwas größeren Krankheitserregern, zu den sogenannten Protozoen.
Ursula Hollenstein: Das sind Einzellige, die dummerweise zu den Parasiten gezählt werden.
Ursula Hollenstein: Das wären die Trichomonaden, aber ansonsten haben wir es hauptsächlich mit Viren und Bakterien zu tun.
Martin Puntigam: Wir haben vor einigen Jahren ein Format auf der Bühne gehabt,
Martin Puntigam: live, das hat geheißen Battle Royale, wo...
Martin Puntigam: Das gesamte, damals noch recht
Martin Puntigam: neue Ensemble, auf der Bühne war und zu einem Thema sie geäußert hat.
Martin Puntigam: Und da haben wir unter anderem über Geschlechtskrankheiten geredet.
Martin Puntigam: Und da ist mir zum ersten Mal der Name Chlamydien untergekommen,
Martin Puntigam: die mir vorher vollkommen unbekannt waren.
Martin Puntigam: Der Scherz war, dass Chlamydia klingt wie ein besonders gespitzter Vorname in
Martin Puntigam: einem Wiener Innenstadtbezirk.
Martin Puntigam: Aber es ist ganz was anderes und gibt es schon viel länger.
Ursula Hollenstein: Gibt es schon sehr lang, begleitet uns schon sehr, sehr lang.
Ursula Hollenstein: Und es ist eine Schande, dass das so wenig bekannt ist, nämlich nicht nur dir,
Ursula Hollenstein: sondern leider auch allen, die sich damit anstecken.
Ursula Hollenstein: Ein wunderschöner Name, ein Vorname durchaus eines Bakteriums, Chlamydia Traumatis.
Ursula Hollenstein: Und das ist eine der häufigsten, wenn nicht überhaupt die häufigste,
Ursula Hollenstein: sexuell übertragbare Erkrankung.
Ursula Hollenstein: Und wie viele von diesen Krankheitserregern hat sie denn die Eigenheit,
Ursula Hollenstein: dass ein Teil oder wahrscheinlich sogar ein großer Teil der Infektionen mit
Ursula Hollenstein: ganz wenig oder sogar ohne Symptome verläuft.
Ursula Hollenstein: Und das ist eine besonders hinterfutzige Art, sich gut zu verbreiten,
Ursula Hollenstein: denn wer nicht krank sich fühlt, wer keine Symptome hat, macht natürlich keine
Ursula Hollenstein: Diagnose, macht keine Therapie und kann es besonders gut verbreiten.
Ursula Hollenstein: Und auf der Basis ist das wirklich eine extrem häufige Erkrankung,
Ursula Hollenstein: die wir trotzdem ernst nehmen, obwohl sie so viele asymptomatische Erkrankungen macht.
Ursula Hollenstein: Aber sie kann, wenn sie Symptome macht, vor allem im weiblichen Reproduktionstrakt,
Ursula Hollenstein: in den ganzen Organen, die man zur Fortpflanzung braucht, massive Schäden anrichten
Ursula Hollenstein: bis hin zu Unfruchtbarkeit.
Martin Puntigam: Da kann man keine Kinder mehr kriegen und weiß gar nicht, woher das kommen könnte?
Ursula Hollenstein: Ja, das führt halt einfach durch eine chronische Entzündung zu allen möglichen
Ursula Hollenstein: Veränderungen der Schleimhaut, zu Vernarbungen unter Umständen.
Ursula Hollenstein: Während eine Infektion besteht, die man vielleicht nicht merkt,
Ursula Hollenstein: kann eine Schwangerschaft unter Umständen abgehen.
Ursula Hollenstein: Also es hat wirklich viele Auswirkungen einer eigentlich so banalen Erkrankung.
Martin Puntigam: Und wenn das permanente Entzündungszustände sind, könnte man das aber im Blutbild,
Martin Puntigam: wenn man zufällig ans machen lässt, in der Zeit erkennen oder auch nicht?
Ursula Hollenstein: Nein, es gibt leider viele Regionen unseres Körpers, um die sich unser Immunsystem
Ursula Hollenstein: recht wenig kümmert, wo also Infektionen durchaus ablaufen können,
Ursula Hollenstein: ohne dass systemisch, also in dem, was wir messen können im Blut,
Ursula Hollenstein: sich irgendwelche Veränderungen zeigen.
Martin Puntigam: Aber wie kommt man dann drauf, dass man das hat?
Ursula Hollenstein: Das geht sich relativ leicht über Abstriche, indem man einfach das Material
Ursula Hollenstein: aus der Scheide gewinnt und das auf Chlamydien untersucht.
Martin Puntigam: Und da muss man dann zum Frauenarzt, zur Frauenärztin gehen oder das macht der
Martin Puntigam: Hausarzt, Hausärztin oder das kann man selber machen?
Ursula Hollenstein: Bei uns leider nein, mit dem Selbermachen ist aber eine,
Ursula Hollenstein: Idee, die wirklich sehr, sehr spannend ist. Ein paar Länder versuchen das auch
Ursula Hollenstein: schon, weil der Weg eben mit einer sogenannten Geschlechtskrankheit zum Arzt
Ursula Hollenstein: einfach einer ist, dem man ungern geht.
Ursula Hollenstein: Das ist ein so tabu behaftetes Thema, dass die meisten entweder wegdrängen,
Ursula Hollenstein: dass sie betroffen sind, schon gar nicht vorbeugend gehen und sich vielleicht
Ursula Hollenstein: einmal untersuchen lassen, weil vielleicht was sein könnte. Man geht wirklich
Ursula Hollenstein: erst, wenn es gar nicht anders geht.
Ursula Hollenstein: Da wäre einfach ein niederschwelliger Zugang und das Niederschwelligste ist,
Ursula Hollenstein: zu Hause selber zu machen, wäre ideal.
Ursula Hollenstein: Da gibt es Ansätze in den skandinavischen Ländern, die oft Vorreiter sind,
Ursula Hollenstein: die schon versuchen, so ein bisschen, wie wir das von Covid gesehen haben,
Ursula Hollenstein: dass man einfach zu Hause selbst mit einem Testkit Abstriche macht von ein bisschen
Ursula Hollenstein: anderen Regionen als bei Covid.
Martin Puntigam: Dafür muss man da nicht so niesen.
Ursula Hollenstein: Dafür muss man nicht so niesen. Das in ein Teströhrchen steckt und per Posting
Ursula Hollenstein: wohin schickt und dann über eine Nummer einen Befund bekommt.
Ursula Hollenstein: Das wäre durchaus eine Idee, um einfach häufiger zu testen, zu schauen,
Ursula Hollenstein: habe ich eh nichts für Leute, die sehr häufig wechselnde Partner haben,
Ursula Hollenstein: die ganz gern einfach sicher sein wollen, dass das alles in Ordnung ist,
Ursula Hollenstein: auch wenn sie jetzt aktuell keine Symptome haben.
Ursula Hollenstein: Sonst macht es bei uns entweder der Frauenarzt oder der Hautarzt,
Ursula Hollenstein: der ja auch Venerologe ist in seiner Ausbildung.
Martin Puntigam: Der Sie mit den Venuserkrankungen gut auskennt. In meiner Branche,
Martin Puntigam: wenn darüber gesprochen wird, was ab und zu der Fall ist, weil jetzt jüngere
Martin Puntigam: und modernere Menschen manchmal auch auf die Kabarettbühne schaffen,
Martin Puntigam: die erzählen dann, wie gern sie gern trainieren gehen und dass sie das aus dem
Martin Puntigam: Fitnessstudio mitgebracht hätten. Dort steckt man Sie tatsächlich an?
Ursula Hollenstein: Es gibt zu all diesen Erkrankungen alle möglichen Geschichten.
Ursula Hollenstein: Die Klobrille ist wahnsinnig beliebt. Aber es ist nun einmal nicht so,
Ursula Hollenstein: dass es, die meisten dieser Erreger brauchen die Übertragung,
Ursula Hollenstein: weil sie eben außerhalb des Körpers nicht so gut lebensfähig sind.
Ursula Hollenstein: Das sind keine lang überlebenden, gegen Austrocknung gefeierten Krankheitserreger.
Ursula Hollenstein: Die möchten gern von feucht zu feucht und von warm zu warm und das geht halt
Ursula Hollenstein: auf direkte Weise mit dem Geschlechtsverkehr am einfachsten.
Ursula Hollenstein: Nur ganz wenige unserer klassischen Geschlechtserkrankungen können eine längere
Ursula Hollenstein: Anwesenheit außerhalb des Körpers wirklich überleben.
Ursula Hollenstein: Die Hepatitis-Viren sind da gar nicht so schlecht, wenn sie irgendwo in einem
Ursula Hollenstein: Blutstropfen sind, dann können sie eine Zeit lang auch außerhalb des Körpers überleben.
Ursula Hollenstein: Aber gerade Chlamydien oder der Erreger des Trippers, auch die Syphilis,
Ursula Hollenstein: die brauchen wirklich den direkten Kontakt.
Ursula Hollenstein: Und das geht nicht über irgendwelche Gegenstände, die man gemeinsam oder nacheinander angreift.
Martin Puntigam: Ich glaube, die Erzählung ist so, Dampfbad, wo man auf den Kacheln sitzt,
Martin Puntigam: vielleicht nackt und dann steckt man sie an.
Martin Puntigam: Also das ist in Wirklichkeit die Ausrede, dass man sie es woanders geholt hat.
Ursula Hollenstein: Richtig. Ist auch gut, wenn man die hat, weil sonst geht die Beziehung auch
Ursula Hollenstein: noch in die Brüche. Aber es stimmt einfach nicht.
Martin Puntigam: Also das wäre, um die Chlamydien bekannter zu machen, müssten wir sie wahrscheinlich
Martin Puntigam: popkulturell in irgendwelchen gern gestreamten Filmen
Martin Puntigam: Serien unterbringen, wo halt Menschen was damit zu tun haben und dann Abstriche
Martin Puntigam: verwenden, dann hätten wir wahrscheinlich diese Abstriche relativ bald in den
Martin Puntigam: Köpfen der Menschen und dann kann man das wahrscheinlich leichter durchführen und so vorbeugen.
Ursula Hollenstein: Ja, es gäbe viele Ideen, wie man das ein bisschen mehr publik machen könnte,
Ursula Hollenstein: aber natürlich ist es schwierig.
Ursula Hollenstein: Eigentlich reden wir von etwas, was erstens wunderschön und sehr privat ist
Ursula Hollenstein: und zweitens gerade bei jungen Menschen schon auch mit sehr viel Aufregung verbunden ist.
Ursula Hollenstein: Die ersten paar Male, wie macht man es richtig, was erwartet der oder die andere
Ursula Hollenstein: von mir, sehe ich von welcher Seite gut aus, wie muss ich mich positionieren.
Ursula Hollenstein: Da gibt es so viele Dinge, die man bedenken muss, dass dann etwas wie eine dabei
Ursula Hollenstein: übertragbare Erkrankung ein Zusatzproblem ist, dem man sich nicht auch noch stellt.
Ursula Hollenstein: Umso wichtiger wäre es, dass es halt einfach mehr besprochen wird,
Ursula Hollenstein: dass es eine Selbstverständlichkeit wird, an diese Dinge auch zu denken.
Ursula Hollenstein: Ein paar InfluencerInnen wären ganz nett, wenn sie sich da vielleicht nochmal
Ursula Hollenstein: engagieren würden und nicht nur ihre bevorzugte Hautcreme irgendwie politisch machen würden.
Ursula Hollenstein: Aber da ist noch ein weiter Weg, leider.
Martin Puntigam: Aber sie mit Kondomen zu schützen, was ja vor vielen Übertragungen schützt,
Martin Puntigam: das wäre in dem Fall auch günstig oder reicht küssen auch, um sie mit Chlamydien zu infizieren?
Ursula Hollenstein: Kommt darauf an, wohin man küsst. Ja, es geht theoretisch nicht über den normalen
Ursula Hollenstein: Kuss, aber man hat natürlich,
Ursula Hollenstein: wenn man miteinander intim ist, an sehr vielen Stellen Kontakt mit sehr vielen
Ursula Hollenstein: Körperöffnungen und da geht es natürlich auch außerhalb des klassischen Geschlechtsverkehrs.
Ursula Hollenstein: Und das Kondom geht ein bisschen aus der Mode, nachdem das früher die einzige
Ursula Hollenstein: Art der Verhütung war, die so richtig bekannt war,
Ursula Hollenstein: wo das viel häufiger verwendet sei, dass es eben viele andere Methoden gibt,
Ursula Hollenstein: zwar hauptsächlich für sie und nicht für ihn, aber seit eben Frauen mit Pille, mit Spirale,
Ursula Hollenstein: mit anderen Methoden oder mit irgendwelchen Langzeitspritzen verhüten,
Ursula Hollenstein: wird viel weniger Kondom verwendet und all diese Verhütungsmethoden schützen
Ursula Hollenstein: eben nicht vor den Geschlechtserkrankungen.
Ursula Hollenstein: Das bringt man auch oft durcheinander, dass Verhütung nicht gleich Schutz vor
Ursula Hollenstein: den Gerichtskrankheiten ist.
Ursula Hollenstein: Und das kann eigentlich von dem, was wir derzeit haben, nur das Kondom.
Martin Puntigam: Wir haben mit bakterieller Erkrankung begonnen.
Martin Puntigam: Bakterien kann man normalerweise ganz gut mit Antibiotika in den Griff kriegen.
Martin Puntigam: Ist das bei den Chlamydien so?
Ursula Hollenstein: Ja, das geht sehr einfach und die haben Gott sei Dank auch noch gar keine Idee
Ursula Hollenstein: für irgendwelche Antibiotikaresistenzen entwickelt.
Ursula Hollenstein: Die sind nach wie vor auf dieselben Antibiotika empfindlich und behandelbar damit, wie zu Anfang.
Ursula Hollenstein: Das geht eigentlich völlig problemlos, sind auch gut verträgliche Medikamente.
Ursula Hollenstein: Da ist die Schwierigkeit eigentlich die Diagnose. Drauf kann man,
Ursula Hollenstein: dass man es hat, das Behandeln dann ist keine große Hexerei.
Ursula Hollenstein: Das ist schon viel schwieriger bei dem von dir anfangs angesprochenen Tripper.
Martin Puntigam: Der Gonorrhoe.
Ursula Hollenstein: Das ist auch ein Bakterium und eigentlich immer problemlos behandelbar gewesen
Ursula Hollenstein: mit Penicillinen oder Cephalosporinen, also seit Ewigkeiten bekannten Antibiotika.
Ursula Hollenstein: Die haben aber in den letzten 20 Jahren wirklich sehr,
Ursula Hollenstein: sehr viele Resistenzgene sich zusammengesammelt aus der Umgebung und von anderen
Ursula Hollenstein: Bakterien übernommen und sind jetzt gegen einen Großteil der gängigen und einfach
Ursula Hollenstein: zu verwendenden Antibiotika resistent.
Ursula Hollenstein: Auch ein bisschen Weltgegend unterschiedlich, also in manchen Gegenden ist das
Ursula Hollenstein: häufiger diese Resistenz und in anderen weniger.
Ursula Hollenstein: Aber das hat die an und für sich früher so simple Therapie des Trippers deutlich
Ursula Hollenstein: verschlechtert, nämlich auch verteuert, weil die moderneren,
Ursula Hollenstein: anderen, neueren Antibiotika natürlich auch immer teurer sind.
Ursula Hollenstein: Und wir ja von Erkrankungen reden, die auch in der sogenannten dritten Welt
Ursula Hollenstein: ein Riesenproblem darstellen.
Ursula Hollenstein: Und da ist Geld für Behandlung noch einmal ein ganz anderes Problem als bei uns.
Martin Puntigam: Das heißt, dadurch, dass Krankheiten wie Tripper, Gonorrhoe,
Martin Puntigam: man hört ab und zu den Ausdruck Super-Tripper, wenn ein Keim auftaucht,
Martin Puntigam: der überhaupt auf gar keine Antibiotika-Behandlung mehr anspricht,
Martin Puntigam: Das macht nicht nur mehr Menschen krank mittlerweile wieder,
Martin Puntigam: sondern das ist ja letztlich, wenn es unbehandelt ist, ist Tripper tödlich?
Ursula Hollenstein: Nein, tödlich. Es gibt schon ganz gelegentlich einmal Verläufe,
Ursula Hollenstein: wo der Tripper, wo der Gonorrhoe tatsächlich den ganzen Körper befällt im Sinne
Ursula Hollenstein: fast einer Blutvergiftung.
Ursula Hollenstein: Aber das sind extreme Einzelfälle. An und für sich bleibt das schon dort,
Ursula Hollenstein: wo es ursprünglich war, aber kann dort auch einfach über lange Zeit zu Veränderungen
Ursula Hollenstein: führen in den Geschlechtsorganen.
Ursula Hollenstein: Und auch in der Harnröhre zum Beispiel und da schon Langzeitfolgen verursachen.
Martin Puntigam: Aber was sind dann Langzeitfolgen, wenn man das hat? Also was ist so schlimm,
Martin Puntigam: wenn man Langtrepper hat, außer dass man Menschen mit denen man sexuell verkehrt ansteckt?
Ursula Hollenstein: Auch da ist es wieder eine Harnröhrenentzündung. Die Harnröhre ist ein recht kleines,
Ursula Hollenstein: durchgängiges Rohr und wenn die ständig entzündet und gereizt und geschwollen
Ursula Hollenstein: ist und irgendwann nicht mehr so gut durchgängig, dann wirkt sich das auf die
Ursula Hollenstein: davor geschalteten Organe wie Niere und solche Dinge aus und führt dort durchaus
Ursula Hollenstein: zu Problemen und zu Organstörungen.
Martin Puntigam: Eine schöne Gangart, die man behandeln sollte, die merkt man ja zumindest.
Ursula Hollenstein: Er merkt es, sie merkt es nicht unbedingt.
Martin Puntigam: Ja, durch Jucken ist das das Symptom?
Ursula Hollenstein: Also das berühmte Bonjour-Töpfchen, das beim Tripper viel besprochen wird,
Ursula Hollenstein: es ist einfach ein Ausfluss aus der Harnröhre,
Ursula Hollenstein: der so ein bisschen eitrig aussieht und vor allem eben deswegen Bonjour in der
Ursula Hollenstein: Früh bemerkt wird, wenn so ein zwei, drei Tröpfchen eines eher eitrigen Sekrets
Ursula Hollenstein: aus der Harnröhre kommen.
Ursula Hollenstein: Das sollte doch Aufmerksamkeit hören.
Martin Puntigam: Aber die Frauen, die ja schon eine Harnröhre haben, aber keinen so ausgeprägten
Martin Puntigam: Penis wie die Männer, die bemerken das nicht?
Ursula Hollenstein: Da kann es durchaus sein, dass das entweder nur mit einem undefinierten Juckreiz
Ursula Hollenstein: einhergeht oder fast gar keine Symptome macht.
Martin Puntigam: In der Anfangsphase. Das heißt, da ist man dann ansteckend, merkt es überhaupt
Martin Puntigam: nicht, wie kommt man dann drauf, weil die Symptome so zunehmen,
Martin Puntigam: dass man irgendwann einmal doch dahinter kommt?
Ursula Hollenstein: Meistens das. Entweder es ist eine Routinekontrolle, was ja gelegentlich nicht
Ursula Hollenstein: schlecht wäre, oder es sind einfach die Symptome, die sich gesteigert haben,
Ursula Hollenstein: sodass man dann doch einmal nach einer Diagnose sucht.
Ursula Hollenstein: Und das ist halt alle, die untherapiert weiter leben und weiter Sex haben,
Ursula Hollenstein: sind die Verbreiter dieser Erkrankung.
Ursula Hollenstein: Und wenn sie einerseits unbemerkt ist und andererseits halb oder untherapiert,
Ursula Hollenstein: weil man zwar was genommen hat dagegen, aber es war eben kein wirksames Antibiotikum,
Ursula Hollenstein: dann ist man eben immer noch ansteckend, obwohl man eigentlich glaubt,
Ursula Hollenstein: man hat jetzt eh brav seine Medikamente genommen.
Ursula Hollenstein: Deswegen ist diese Multiresistenz, also das Nicht-Mehr-Ansprechen auf viele
Ursula Hollenstein: gängige Antibiotika ein Riesenproblem.
Martin Puntigam: Dann wird es irgendwann einmal neue geben oder andere Behandlungsmethoden oder
Martin Puntigam: das ist einer der Keime, der irgendwann einmal nicht mehr behandelbar sein wird?
Ursula Hollenstein: Es gibt eine laufende Neuentwicklung von Antibiotika.
Ursula Hollenstein: Es sind jetzt die Geschlechtskrankheiten nicht unbedingt der Fokus der Entwicklung.
Ursula Hollenstein: Das sind meistens auf ganz andere, finanziell lohnendere Felder.
Ursula Hollenstein: Aber nachdem es ein Bakterium ist, das ja mit viel anderem verwandt ist,
Ursula Hollenstein: gehen viele der Antibiotika, die neu entwickelt worden sind,
Ursula Hollenstein: für eine ganz andere Erkrankung auch hier.
Ursula Hollenstein: Aber die sind halt, wie gesagt, alle deutlich teurer als die alten Standardtherapien.
Ursula Hollenstein: Teilweise nicht mehr so gut verträglich, das kommt auch dazu.
Ursula Hollenstein: Und nicht überall verfügbar.
Martin Puntigam: Lohnendere Gebiete für Medikamentenentwicklung bedeutet, dass halt andere Krankheiten
Martin Puntigam: leichter offiziell besprochen werden und die Anamnese nicht so schambehaftet
Martin Puntigam: ist, weil die meisten Menschen wollen ja gerne miteinander schlafen,
Martin Puntigam: wollen ja Sex haben können.
Martin Puntigam: Also insofern wäre das ein sehr lohnendes Geschäftsgebiet, wo ja viele Menschen
Martin Puntigam: bereit wären, sehr viel Geld zu zahlen, damit das wieder ohne Krankheitsübertragen
Martin Puntigam: funktioniert. Aber weil halt zu wenig darüber gesprochen wird,
Martin Puntigam: ist das nach wie vor auch für die Pharmafirma nicht lohnend.
Ursula Hollenstein: Zu wenig darüber gesprochen und dann findet ein Großteil dieser Erkrankungen,
Ursula Hollenstein: das darf man nicht vergessen, in Ländern statt, die kaum finanzielle Mittel
Ursula Hollenstein: haben, um neue Substanzen einzukaufen und dann auch der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.
Ursula Hollenstein: Wir haben ein nettes Gesundheitssystem noch, möchte ich vorsichtig sagen,
Ursula Hollenstein: in dem Therapie von der Krankenkasse übernommen wird.
Ursula Hollenstein: Das ist bei Gott in den meisten Ländern nicht der Fall. Und wenn man etwas selbst
Ursula Hollenstein: bezahlen muss, ist es für die Leute unfinanzierbar und die meisten Staaten der
Ursula Hollenstein: dritten Welt können sich nicht leisten, moderne Antibiotika im großen Stil einzukaufen
Ursula Hollenstein: und für ihre Leute zur Verfügung zu stellen.
Ursula Hollenstein: Das ist krank daran, dass dann der Absatzmarkt eigentlich nicht groß genug ist.
Martin Puntigam: Das heißt, man kann es schon entwickeln, das ist alles lohnend,
Martin Puntigam: aber wenn es den entsprechenden Gewinn nicht verspricht, dann gibt es halt die
Martin Puntigam: entsprechende Forschung, nicht?
Ursula Hollenstein: Ja, durchaus. Und das hat ja lange Jahre geheißen, dass die Geschlechtserkrankungen
Ursula Hollenstein: ohnehin laufend weniger werden, zumindest bei uns, nehmen ab.
Ursula Hollenstein: Das war durchaus auch eine Folge der Aids-Pandemie, weil man da schon sehr viel
Ursula Hollenstein: vorsichtiger geworden ist mit ungeschütztem Sex.
Ursula Hollenstein: Dass sich das jetzt umgekehrt hat und die Tendenz wieder deutlich steigend ist,
Ursula Hollenstein: das hat noch nicht zu einer vermehrten Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet.
Martin Puntigam: Und dann zu einer vermehrten öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion.
Martin Puntigam: Syphilis war ja eine der großen Krankheiten Anfang des 20. Jahrhunderts, noch Ende des 19.
Martin Puntigam: Jahrhunderts. Schubert wird nachgesagt, dass er an Syphilis verstorben sei.
Martin Puntigam: Nietzsche soll wahnsinnig geworden sein in den späten Jahren seines Lebens aufgrund
Martin Puntigam: einer Syphiliserkrankung.
Martin Puntigam: Wenn man sie vor Augen hält, wie die Krankheit verläuft, dann ist es ja da besonders
Martin Puntigam: dramatisch, dass die wieder im Kommen ist.
Ursula Hollenstein: Ja, die war eigentlich wirklich ein historisches Ding. Eine der großen Seuchen
Ursula Hollenstein: der Menschheit, keine Frage.
Ursula Hollenstein: Und es gibt unglaublich viele historische Persönlichkeiten, die entweder relativ
Ursula Hollenstein: gut belegt oder zumindest gut unterstellt an so vieles gelitten haben oder daran verstorben sind.
Ursula Hollenstein: Und das ist jetzt eine, die sich weit außerhalb der Geschlechtsorgane manifestiert.
Ursula Hollenstein: Das ist eine Erkrankung, die in Stadien verläuft. Das erste Stadium,
Ursula Hollenstein: das ist der gute alte harte Schanker, hat das früher geheißen,
Ursula Hollenstein: ist einfach ein Geschwür, das an der Stelle des Eintritts des Bakteriums entsteht,
Ursula Hollenstein: entweder am Penis beim Mann oder bei der Frau eben leider meistens irgendwo
Ursula Hollenstein: in der Vagina, wo es nicht entdeckt wird oder am Muttermund.
Ursula Hollenstein: Und dieser harte Schanker ist Stadium 1, der dann auch sehr ansteckend ist.
Ursula Hollenstein: Also in diesem Geschwür sind sehr, sehr viele Bakterien enthalten und dadurch leicht übertragbar.
Ursula Hollenstein: Und dann gibt es ein zweites Stadium, wo das Bakterium tatsächlich den Körper
Ursula Hollenstein: überschwemmt, also im ganzen Körper sich verbreitet.
Ursula Hollenstein: Begleitet oft von einem Hautausschlag, den man nicht so richtig wahrnimmt,
Ursula Hollenstein: kann so ein kleinfleckiger, nicht sonderlich auffälliger Hautausschlag sein.
Ursula Hollenstein: Und dann gibt es das ganz gefürchtete dritte Stadium, das vor allem als Neurosyphilis,
Ursula Hollenstein: nämlich als Befall des zentralen Nervensystems, insbesondere des Gehirns, zu Ruhm gekommen ist.
Ursula Hollenstein: Da macht es wirklich große, raumfordernde, nicht mehr Geschwüre,
Ursula Hollenstein: sondern, es sind eigentlich Geschwüre, aber in großer Kugelform,
Ursula Hollenstein: die natürlich Gewebe verdrängen und dem Gehirn extrem schaden.
Ursula Hollenstein: Und das führt dann definitiv auch zu Verhaltensveränderungen und kann tödlich verlaufen.
Ursula Hollenstein: Da kann man sich teilweise in den historischen, medizinhistorischen Museen Präparate
Ursula Hollenstein: anschauen, wie so ein Gehirn mit einem Syphilisbefall aussieht.
Ursula Hollenstein: Das ist nicht etwas, was man unbedingt erleben möchte.
Martin Puntigam: Und das ist dann schon die dritte Stufe?
Ursula Hollenstein: Das ist Stadium 3, ja.
Martin Puntigam: Und das ist dann schon unheilbar, wenn es einmal so weit fortgeschritten ist.
Ursula Hollenstein: Oder? Ja, es ist ganz generell so, dass alle Medikamente und insbesondere auch
Ursula Hollenstein: Antibiotika sehr schlecht ins Gehirn hineinkommen.
Ursula Hollenstein: Wir haben etwas, das nennt sich Blut-Hirn-Schranke und das soll das Gehirn eigentlich
Ursula Hollenstein: schützen, damit nicht alles, was sich im Blut herumtummelt, leicht Zugang zu unserem Gehirn findet.
Ursula Hollenstein: Dadurch werden Bakterien oft abgehalten, es werden viele schädliche Stoffe abgehalten,
Ursula Hollenstein: es werden aber auch Medikamente abgehalten und dringen nicht sehr leicht ins
Ursula Hollenstein: Gehirngewebe ein und dadurch kann man etwas, was dort sich einmal groß festgesetzt hat,
Ursula Hollenstein: Oft nicht mehr sehr gut behandelt.
Martin Puntigam: Was ist jetzt, wenn das Wort gefallen ist, ein Schanker? Man kennt die Schanker,
Martin Puntigam: also ein Wirtshaus, damit hat das aber nichts zu tun.
Martin Puntigam: Und es gibt ja nicht nur einen harten, sondern auch einen weichen Schanker.
Martin Puntigam: Was ist denn da der Unterschied?
Ursula Hollenstein: Das sind einfach zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen. Beide machen eben
Ursula Hollenstein: ein Geschwür als erste Manifestation, das man dann eben sieht.
Martin Puntigam: Das ist das Wort Schanker.
Ursula Hollenstein: Das ist der Schanker. Und der ist auf der einen Seite bei der Syphilis eher
Ursula Hollenstein: mit einem harten Rand und bei der anderen Erkrankung ist es eher ein weicher
Ursula Hollenstein: Rand. Das ist der einzige Unterschied.
Ursula Hollenstein: Es gibt ja die unterschiedlichsten Namen für die Syphilis. Die Loues ist aus
Ursula Hollenstein: dem Griechischen der Begriff, aber dann gibt es so Sachen wie Lustseuche,
Ursula Hollenstein: was ich besonders nett finde.
Ursula Hollenstein: Und historisch hat man es dann immer dem Feind angehängt.
Ursula Hollenstein: Also man hat immer gedacht, der andere ist dafür zuständig, dass das groß verbreitet wird.
Ursula Hollenstein: Große Teile der Welt nannten es französische Krankheit, weil man denen natürlich
Ursula Hollenstein: eine besondere Neigung zum Geschlechtsverkehr zugeordnet hat.
Ursula Hollenstein: Die Franzosen selber hängen es den Italienern um.
Ursula Hollenstein: Also das hat alle möglichen Namen bekommen im Laufe der Geschichte.
Martin Puntigam: So wie die spanische Krippe.
Ursula Hollenstein: Ja ganz viele Namen. Je nachdem, wer gerade der Gegner war.
Ursula Hollenstein: Ja, prinzipiell ist sie im ersten Stadium und auch noch im zweiten gut behandelbar
Ursula Hollenstein: mit dem guten alten Penicillin und da hat sich Gott sei Dank auch nicht sehr
Ursula Hollenstein: viel an Resistenzentwicklung getan.
Ursula Hollenstein: Man hatte eigentlich das Gefühl, dass die Krankheit nicht mehr wirklich vorkommt
Ursula Hollenstein: und die hat jetzt tatsächlich eine Renaissance und nimmt in allen Ländern,
Ursula Hollenstein: die einigermaßen ein Meldesystem haben, tatsächlich wieder zu.
Martin Puntigam: Also auch in Österreich, nehme ich an. Wo kommt das dann her?
Martin Puntigam: Durch die Reisefreudigkeit der Menschen und wie sie sie im Urlaub oder auf Außendiensten,
Martin Puntigam: Betriebsreisen benehmen?
Ursula Hollenstein: Ja, meine Reisetätigkeit führt sicher dazu, dass einfach Dinge,
Ursula Hollenstein: die sich irgendwo noch gehalten haben, irgendwo häufiger sind,
Ursula Hollenstein: wieder zurückkommen in Gegenden, die eigentlich gedacht hätten,
Ursula Hollenstein: dass sie das schon los sind.
Ursula Hollenstein: Die Aufmerksamkeit ist einfach nicht groß gewesen in den letzten Jahren.
Martin Puntigam: Ja, weil eben das so...
Martin Puntigam: Historische Erzählung ist Syphiliser Krankheit, die es Anfang des 20.
Martin Puntigam: Jahrhunderts noch gegeben hat, aber irgendwann einmal mit der Erfindung der
Martin Puntigam: Antibiotika sei das dann erledigt gewesen.
Martin Puntigam: Und es gibt da für all diese Krankheiten, die wir jetzt besprochen haben,
Martin Puntigam: Tripper, Syphilis, Chlamydien, sind ja bakterielle Erkrankungen,
Martin Puntigam: gibt es entsprechend auch keine Impfung, oder?
Ursula Hollenstein: Es gibt schon Impfungen, die gegen Bakterien gerichtet sind,
Ursula Hollenstein: aber es ist ein bisschen schwieriger, als bei Viren einen Impfstoff zu erzeugen.
Ursula Hollenstein: Und für diese drei genannten gibt es nichts. Auch nichts mehr,
Ursula Hollenstein: das wissen Sie in der Pipeline, was da kommt.
Martin Puntigam: Weil man es im Nachhinein ganz gut behandeln kann und gar nicht so gern darüber redet.
Martin Puntigam: Und im gesellschaftlichen Backlash sowieso sagt, die Leute sollen braver sein
Martin Puntigam: oder halt wohlhabend sein und nur im Hinterzimmer mit dem Arzt und der Ärztin darüber reden.
Ursula Hollenstein: Ja, da hat ja die katholische Kirche einiges an Lösungen zu bieten für all die
Ursula Hollenstein: Probleme, die wir heute besprechen.
Ursula Hollenstein: Das müsste es eigentlich alles gar nicht geben. Genauso wie ungewollte Schwangerschaften nicht.
Martin Puntigam: Naja, Lösungen, Vorschläge.
Ursula Hollenstein: Vorschläge.
Martin Puntigam: Aber es gibt natürlich auch Überträger, virale Überträger und über eine Erkrankung,
Martin Puntigam: die durch Viren übertragen wird, haben wir schon öfter gearbeitet.
Ursula Hollenstein: Erregt, nicht übertragen. Die Krankheit wird vom Virus erzeugt oder verursacht,
Ursula Hollenstein: übertragen, tut es entweder, wenn es irgendein anderes Ding ist,
Ursula Hollenstein: die Mücke, den Krankheitserreger, oder wir beim Gehirn.
Martin Puntigam: Oder wir selber. Das heißt, das Virus ist eigentlich nur das Photon,
Martin Puntigam: das ist nur das Trägerteilchen, um irgendeine Energie zu übertragen,
Martin Puntigam: aber man ist selber dafür verantwortlich.
Martin Puntigam: Das heißt, die Krankheit wird vom Menschen in dem Fall übertragen und ausgelöst.
Ursula Hollenstein: Aber verursacht durch das Virus.
Martin Puntigam: Dass wir das auch geklärt haben. Wir haben öfter schon über HPV geredet.
Martin Puntigam: HPV, da gibt es zum Glück jetzt eine sehr gute Impfung und die ist in Österreich
Martin Puntigam: zumindest, ich weiß nicht, wie es in anderen Ländern ist, bis 30 jetzt gratis,
Martin Puntigam: was günstig ist, weil es ja jederzeit sinnvoll ist, dagegen zu impfen.
Martin Puntigam: Das haben wir schon in einer Podcast-Folge besprochen, und zwar Ausgabe 54 war das,
Martin Puntigam: live vom To the Sky oder TU the Sky, wo wir das erste Mal Live-Podcast gemacht
Martin Puntigam: haben, anlässlich 50 Folgen-Podcast, so wie wir das demnächst machen werden
Martin Puntigam: im Literaturhaus Graz, anlässlich 100 Folgen-Podcast.
Martin Puntigam: Und im Fernsehen haben wir unter dem schönen Titel Schleich dich Feigwarze mal
Martin Puntigam: eine Sendung über unter anderem HPV gemacht und ein langes Kapitel in unserem
Martin Puntigam: aktuellen Buch, Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt, behandelt HPV.
Martin Puntigam: Da kann man schon den Namen gehört haben, Humanis Papilloma Virus,
Martin Puntigam: aber was genau ist denn das und warum weiß man, dass die Impfung so gut hilft?
Ursula Hollenstein: Es ist nicht eines, sondern sehr viele Papillomaviren, die es gibt.
Ursula Hollenstein: Den Namen Papillomavirus hat es bekommen, weil man es zuerst bemerkt hat in
Ursula Hollenstein: so Hautwucherungen, so warzenähnlichen Dingen.
Ursula Hollenstein: Auch dafür sind manche Papillomaviren zuständig.
Ursula Hollenstein: Dadurch hat es diesen Namen bekommen. Und da gibt es eben unterschiedliche Typen von Papillomaviren.
Ursula Hollenstein: Und ein großer Teil davon, das sind 50 und mehr,
Ursula Hollenstein: können beim Menschen eben Erkrankungen machen, die uns nicht nur wegen der Infektion
Ursula Hollenstein: eine Sorge bereiten, sondern weil sie Vorläufer von Krebserkrankungen sein können.
Ursula Hollenstein: Also das ist ein Virus, das wenn es schafft, sich im Körper festzusetzen,
Ursula Hollenstein: und das kann es eben immer wieder, dass es dann die Zelle, in der es wohnt und
Ursula Hollenstein: sitzt, über Jahre so verändert, dass es sich in eine bösartige Tumorzelle verwandelt.
Ursula Hollenstein: Und ist eben der Haupt, eigentlich die Ursache für das Gebärmutterhalskarzinom der Frau.
Ursula Hollenstein: Das war das, wo man es auch gefunden hat und wo man den Zusammenhang erstmals
Ursula Hollenstein: wirklich bewiesen und definiert hat.
Ursula Hollenstein: Und je mehr man sich dann damit befasst hat, umso mehr hat man gesehen,
Ursula Hollenstein: das Virus kann noch viel mehr und kann für viele andere Tumorarten ebenfalls
Ursula Hollenstein: zuständig und verursachend sein.
Ursula Hollenstein: Das sind alles etwas seltene Tumore, darum hat es länger gedauert,
Ursula Hollenstein: bis man da den Zusammenhang gefunden hat, aber nicht weniger scheußlich.
Martin Puntigam: Da hat man unter anderem daran festmachen können, dass Nonnen das wesentlich
Martin Puntigam: seltener oder gar nie entwickelt haben im Vergleich zu Frauen.
Ursula Hollenstein: Die Geschlechtsverkehr gehabt haben. Das war der Anfang der Beobachtung,
Ursula Hollenstein: wo irgendein Wifferarzt einfach gesehen hat, dass diese Tumorart,
Ursula Hollenstein: die ja eine sehr häufige ist bei der Frau,
Ursula Hollenstein: bei Nonnen praktisch nicht vorkommt und sich dann Gedanken gemacht hat,
Ursula Hollenstein: was dahinter stecken könnte neben dem Segen des Herrn. und draufgekommen ist, dass...
Martin Puntigam: Und der Segen des Herrn in den Klöstern kann ja was anderes auch bedeuten,
Martin Puntigam: dann haben sie es vielleicht doch.
Ursula Hollenstein: Dann haben sie es vielleicht doch. Aber da kam dann die Idee auf und die Suche
Ursula Hollenstein: nach dem Zusammenhang und das hat sich dann über die Jahre und Jahrzehnte mit
Ursula Hollenstein: modernen Methoden beweisen lassen, weil man auch das Genom des Virus in den
Ursula Hollenstein: Tumorzellen tatsächlich nachweisen kann.
Ursula Hollenstein: Der Zusammenhang ist jetzt außer in manchen Telegram-Gruppen wirklich unbestritten.
Ursula Hollenstein: Also da gibt es keine Fragen mehr, dass das zusammenhängt und dass das verursachend
Ursula Hollenstein: ist. Und weil du gefragt hast, wie man weiß, dass die Impfung wirkt,
Ursula Hollenstein: da gibt es wunderschöne Real-Life-Daten, wie man so schön sagt.
Ursula Hollenstein: Also aus dem wirklichen Leben gegriffen, dass einfach in den Ländern,
Ursula Hollenstein: die jetzt schon seit langem sehr konsequent impfen, diese Tumorraten bereits massiv zurückgehen.
Martin Puntigam: Das Heikle an dieser Impfung ist ja, also es ist ja fantastisch,
Martin Puntigam: dass es eine Impfung gibt,
Martin Puntigam: die zumindest indirekt Krebs verhindern kann. Also das war, glaube ich,
Martin Puntigam: das erste Mal meines Wissens, dass das gelungen ist.
Ursula Hollenstein: Ja, auf Umwegen, wenn man es herbeiziehen will, dann ist eigentlich auch die
Ursula Hollenstein: Hepatitis-Impfung eine Impfung gegen Krebs, weil eine chronische Hepatitis-Infektion
Ursula Hollenstein: auch zu Leberkrebs führen kann.
Ursula Hollenstein: Deutlich seltener, der Zusammenhang ist nicht so direkt wie bei der HPV.
Ursula Hollenstein: Aber das wäre theoretisch die erste Impfung gegen Krebs gewesen.
Martin Puntigam: Das Heikle aber an der HPV-Impfung ist, dass sie am besten wirkt,
Martin Puntigam: wenn sie sehr früh gegeben wird.
Martin Puntigam: Und einer der vielen Einwände, die du gebracht hast aus deiner klinischen Praxis,
Martin Puntigam: ist, dass die Eltern das nicht wollen, dass die Kinder geimpft werden gegen
Martin Puntigam: HPV, weil dann sind sie ja geschützt und die jungen Jugendlichen lassen sie dann sexuell gehen.
Martin Puntigam: Und da sind die Eltern eher dafür, dass die Kinder nicht geschützt sind vor
Martin Puntigam: dieser potenziellen Krebserkrankung, weil dann werden sie zu sorglos und zu lüstern.
Ursula Hollenstein: So argumentieren sie es natürlich nicht, aber es ist die bösartige Interpretation
Ursula Hollenstein: der Tatsache, dass Eltern wirklich sehr oft versuchen, das Thema Impfung und
Ursula Hollenstein: HPV von ihren Kindern fernzuhalten, weil sie glauben, dass die erst dadurch auf die Idee kommen,
Ursula Hollenstein: was eine abstruse elterliche Vorstellung ist.
Ursula Hollenstein: Aber es ist nun mal so, dass sich Eltern ihre Kinder ganz schlecht beim Sex
Ursula Hollenstein: vorstellen können. Können Eltern Kindern übrigens umgekehrt auch ganz schlecht.
Ursula Hollenstein: Und diese, ich kann mir es nicht vorstellen, dass mein Kind schon Sex hat,
Ursula Hollenstein: führt dazu, dass man das Thema einfach einmal wegschiebt und nicht möchte,
Ursula Hollenstein: dass man quasi, weil man mit dem Kind impfen geht gegen eine Geschlechtskrankheit,
Ursula Hollenstein: blöde Ideen in den Kinderkopf hineinbringt.
Ursula Hollenstein: Dass das so nicht funktioniert, da muss man einfach immer wieder betonen.
Ursula Hollenstein: Und es ist eine, jeder Geschlechtsverkehr kann HPV übertragen und es ist tatsächlich
Ursula Hollenstein: so, dass in den ersten 10, 15 Jahren der sexuellen Aktivität der Hauptteil der
Ursula Hollenstein: HPV-Infektionen stattfindet.
Ursula Hollenstein: Und deswegen ist es, und weil die Impfung nur vorbeugen kann,
Ursula Hollenstein: sie kann nichts Bestehendes behandeln, wäre es ebenso wichtig,
Ursula Hollenstein: möglichst sogar vor dem ersten Geschlechtsverkehr zu impfen.
Ursula Hollenstein: Und das ist halt ein Alter, in dem die Eltern die Entscheidung treffen,
Ursula Hollenstein: ob geimpft wird oder nicht. Und das war gerade am Anfang eine wirklich ganz
Ursula Hollenstein: schwierige Geschichte.
Martin Puntigam: Weil man dann mit den Kindern darüber reden muss, was sie denn für Impfung bekommen
Martin Puntigam: und dann wohin gehen muss und schambehaftetes Thema in der Koordination besprechen muss.
Martin Puntigam: Aber das hat offensichtlich gut funktioniert.
Martin Puntigam: Und glaube ich wiederum in den skandinavischen Ländern und Australien,
Martin Puntigam: wenn ich es richtig in Erinnerung habe, Es gibt schon sehr lange Impfprogramme,
Martin Puntigam: die dazu führen, dass nicht nur Mädchen und dann später natürlich Frauen vor
Martin Puntigam: HPV gut geschützt sind und den entsprechenden Krebserkrankungen, sondern Menschen.
Martin Puntigam: Man impft ja auch Buben, die dann Männer werden, aber die Buben sind auch dadurch
Martin Puntigam: schon gut geschützt, dass die Mädchen geimpft sind. Er wird das richtig in Erinnerung.
Ursula Hollenstein: Herdeneffekt lässt grüßen. Den Vorteil haben wir, dass unterschiedliche Länder
Ursula Hollenstein: unterschiedliche Strategien entwickelt haben, auch ein bisschen auf der Basis,
Ursula Hollenstein: was kann ich mir leisten oder wie kriege ich für das Geld, das ich für Impfungen
Ursula Hollenstein: ausgebe, den besten Benefit zurück.
Ursula Hollenstein: Manche Länder haben sich entschieden, Buben und Mädchen zu impfen.
Ursula Hollenstein: Und manche, wie die Australier am Anfang, haben eben gesagt,
Ursula Hollenstein: das genügt, wenn wir die Mädchen impfen.
Ursula Hollenstein: Und dadurch haben wir quasi einen Ländervergleich, wie funktioniert was.
Ursula Hollenstein: Und bei den Australiern hat man sehr rasch gesehen, dass die Erkrankungshäufigkeit
Ursula Hollenstein: auch bei den ungeimpften Buben abnimmt, derselben Altersgruppe in etwa.
Ursula Hollenstein: Und dadurch einfach, dass bei den Mädchen weniger Infektionen sind,
Ursula Hollenstein: also übertragen sie es nicht, also gibt
Ursula Hollenstein: es automatisch auch bei den GeschlechtspartnerInnen weniger. Infektionen.
Ursula Hollenstein: Und das hat gut funktioniert. Schneller geht es natürlich für eine ganze Generation,
Ursula Hollenstein: wenn man auch die Buben direkt impft.
Martin Puntigam: Aber es ist sinnvoll zu jeder Lebenszeit, weil wir beide sind ja nicht mehr ganz jung.
Martin Puntigam: Das heißt, wir werden HPV haben wahrscheinlich.
Martin Puntigam: Das ist halt zum Glück nicht ausgebrochen und keine Tumorzellen entwickeln lassen.
Martin Puntigam: Aber man kann sie jederzeit mit HPV infizieren und deshalb ist die Impfung bis
Martin Puntigam: 30 in Österreich aktuell,
Martin Puntigam: also man muss schauen, welche Regierung da ins Amt kommt und wie inkompetent
Martin Puntigam: die dann tatsächlich sein werden, ob es so schlimm kommt, wie man es befürchtet oder noch schlimmer,
Martin Puntigam: aber das ist ja deshalb so lang gratis, damit wirklich junge,
Martin Puntigam: erwachsene Menschen das in die eigene Hand nehmen können, weil da müssen die
Martin Puntigam: Eltern nichts mehr mitentscheiden, dann kann es niemand mehr verbieten,
Martin Puntigam: aber es ist eben jederzeit möglich, sie noch zu infizieren und dadurch hilft
Martin Puntigam: die Impfung später auch noch?
Ursula Hollenstein: Ja, also wir haben es sicher beide gehabt. Es ist ja der natürliche Verlauf
Ursula Hollenstein: der Infektion ist ja so, dass das Virus sich in den Schleimhäuten einnistet,
Ursula Hollenstein: dort eine Zeit lang möglichst unerkannt als U-Boot lebt und dann aber irgendwann
Ursula Hollenstein: von unserem Immunsystem doch erkannt wird und rausgeschmissen wird.
Ursula Hollenstein: Nach ein paar Wochen, Monaten ist ein Großteil der HPV-Infektionen wieder weg.
Ursula Hollenstein: Bis auf die Paar, die es eben schaffen, sich so fix in den untersten Zellen
Ursula Hollenstein: der Schleimhaut einzunisten, dass sie dort nicht mehr erkannt werden und nicht mehr abgewehrt werden.
Ursula Hollenstein: Machen dann Böses. Anstecken kann man sich, solange man sexuell aktiv ist.
Ursula Hollenstein: Das ist überhaupt keine Frage.
Ursula Hollenstein: Und die Tatsache, dass eben ein Großteil der Infektionen in den ersten 20,
Ursula Hollenstein: 30 Lebensjahren passiert, ist einfach, weil man dort schon üblicherweise erstens
Ursula Hollenstein: sexuell aktiver ist als später und auch mit verschiedenen Partnern.
Ursula Hollenstein: Und man wird einfach ruhiger über die Jahre, meistens.
Ursula Hollenstein: Aber eine Anstechungswahrscheinlichkeit habe ich immer, sobald ich Geschlechtsverkehr habe.
Ursula Hollenstein: Also es gibt keine wirkliche Obergrenze, wann die Impfung keinen Sinn mehr macht.
Ursula Hollenstein: Man kann vielleicht sagen mit 80, weil ich dann den Tumor, den ich mir vielleicht
Ursula Hollenstein: um die Zeit hole, nicht mehr erleben werde.
Ursula Hollenstein: Aber ansonsten liegt es nicht am Alter, sondern an den Lebensumständen,
Ursula Hollenstein: ob die Impfung Sinn macht oder nicht.
Martin Puntigam: Das heißt, wer jetzt heranwachsende Kinder zu Hause hat, soll mit ihnen darüber
Martin Puntigam: reden und schauen, dass sie möglichst bald die Impfung bekommen,
Martin Puntigam: bevor man selber glaubt, dass sie das erste Mal daran denken könnten,
Martin Puntigam: Geschlechtsverkehr zu haben.
Martin Puntigam: Wir verlinken auch gern die Podcast-Folge 54 und die Fernsehsendung Schleich
Martin Puntigam: dich Feigwarze in den Shownotes und kommen jetzt zur wahrscheinlich populärsten
Martin Puntigam: Viruserkrankung in dem Themenkreis, nämlich zu Herpes.
Martin Puntigam: Das hat ja Ausblühungen aus Fieberblase und ist deshalb tatsächlich schon lange im Gespräch.
Martin Puntigam: HSV ist da die Abkürzung.
Martin Puntigam: Das freut natürlich viele St. Pauli-Fans. Aber man muss sagen,
Martin Puntigam: HSV ist wirklich weltweit in der obersten Liga erfolgreich, nicht nur in der
Martin Puntigam: zweiten Fußball-Bundesliga in Deutschland.
Martin Puntigam: Was macht denn Herpes so erfolgreich?
Ursula Hollenstein: Es gibt eine ganze Gruppe von Herpesviren und das HSV ist eben Herpes-Simplex-Virus, deswegen das S.
Ursula Hollenstein: Und das gibt es in zwei Untertypen.
Ursula Hollenstein: Das eine ist Herpes-Simplex-Typ 1 praktischerweise. Das ist das,
Ursula Hollenstein: was wir als Fieberblasen bezeichnen. Das sind meistens Bläschen rund um die
Ursula Hollenstein: Lippen, kann in der Nase sein, wenn man Pech hat, ist es auch irgendwo anders im Gesicht.
Ursula Hollenstein: Und dann gibt es Herpes-Simplex Typ 2, sehr nah verwandt, macht ähnliche Bläschen,
Ursula Hollenstein: aber eben in der unteren Körperhälfte im Bereich der Schleimhäute des Geschlechtstraktes.
Ursula Hollenstein: Tut genauso weh wie die Fieberlasen oben und das Gemeine an Herpesviren generell,
Ursula Hollenstein: auch die anderen, die da noch dazugehören.
Ursula Hollenstein: Ist, dass die, wenn sie nach der akuten Infektion vom Immunsystem einigermaßen
Ursula Hollenstein: bekämpft werden und sich zurückziehen, üblicherweise sind Krankheitserreger
Ursula Hollenstein: nach der akuten Infektion aus dem Körper wieder draußen.
Ursula Hollenstein: Die hier ziehen sich einfach in Zellen zurück, und zwar in Zellen des Nervensystems,
Ursula Hollenstein: in sogenannte Ganglianzellen in der Nähe der Wirbelsäule, und können in diesen
Ursula Hollenstein: Ganglianzellen umsetzen.
Ursula Hollenstein: Quasi unerkannt bleiben, werden vom Immunsystem dort auch nicht bekämpft,
Ursula Hollenstein: werden nicht erkannt dort und aus diesem Reservoir kann es jederzeit zu einem Rückfall kommen.
Ursula Hollenstein: Das heißt, die erneute Herpes-Simplex-Infektion ist dann nicht eine Infektion,
Ursula Hollenstein: die ich von außen kriege, sondern ist eine Reaktivierung dessen,
Ursula Hollenstein: was ich eh schon im Körper trage.
Ursula Hollenstein: Und das passiert halt meistens, wenn das Immunsystem, diese behafteten Viruszellen
Ursula Hollenstein: durch zelluläre Immunität einigermaßen in Schach hält.
Ursula Hollenstein: Wenn das schwächer wird, sei es durch Stress oder viel Sonnenbestrahlung kann es auch machen.
Ursula Hollenstein: Das kennen alle, die unter Fieberblasen leiden, Medikamente,
Ursula Hollenstein: die das Immunsystem schwächen.
Ursula Hollenstein: All das kann dazu führen, dass es wieder einen Rückfall von einer Herpes-Attacke gibt.
Martin Puntigam: Jetzt haben wir fast alle Menschen Herpes, die Art und Weise,
Martin Puntigam: wie man es bekommt, darauf kommen wir gleich, aber nicht alle Menschen entwickeln Fieberblasen.
Martin Puntigam: Also mit großer Wahrscheinlichkeit habe ich das Herpesvirus in mir,
Martin Puntigam: aber ich kriege nie Fieberblasen, sondern das, was man in meiner Kindheit Mund-Ecken genannt hat.
Martin Puntigam: Also da werden halt die Mundwinkel so ein bisschen brüchig, es entwickeln sich
Martin Puntigam: keine Blasen, es kann trotzdem unangenehm und schmerzhaft sein,
Martin Puntigam: aber das ist so eine andere Ausprägung oder die Fingerspitzen werden so papieren und brüchiger.
Martin Puntigam: Das macht Herpes auch und das subsummiert man halt gemeinhin als Fieberblasenausbruch.
Ursula Hollenstein: Also es gibt eine ganze Menge von Menschen, die das Virus sicher in sich tragen,
Ursula Hollenstein: aber noch nie Fieberblasen hatten.
Ursula Hollenstein: Oder vielleicht einmal damals, als sie sich primär angesteckt haben,
Ursula Hollenstein: aber nie ein Rezidiver leiden.
Ursula Hollenstein: Das ist eines der großen Rätsel der Medizin. Keine Ahnung, warum die eine bessere
Ursula Hollenstein: zelluläre Immunität haben, die das Ganze in Schach hält.
Martin Puntigam: Da hat man Glück, wenn man so etwas sagt.
Ursula Hollenstein: Das kann man durchaus unter Glück subsumieren. Dasselbe gilt ja auch für den
Ursula Hollenstein: dritten Teil der Herpes-Familie, das Virus, das die Feuchtblattern oder Windpocken macht.
Ursula Hollenstein: Das ist auch ein Herpes-Zoster-Virus, Lovaricella-Zoster-Virus.
Ursula Hollenstein: Und auch das bleibt dann, nachdem man die Feuchtplatten durchgemacht hat in den Ganglianzellen.
Ursula Hollenstein: Und wir haben alle, in unserer Generation hat jeder die Feuchtplatten durchgemacht.
Ursula Hollenstein: Das gibt es fast nicht anders, weil das so hoch ansteckend ist,
Ursula Hollenstein: dass man es gar nicht geschafft hat, erwachsen zu werden, ohne es nicht irgendwann gehabt zu haben.
Ursula Hollenstein: Das heißt, wir haben es alle sitzen, trotzdem kriegt nur etwa ein Drittel,
Ursula Hollenstein: was eh verdammt viel ist, aber nur etwa ein Drittel dieser Besiedelten,
Ursula Hollenstein: quasi in Anführungszeichen,
Ursula Hollenstein: irgendwann im Leben eine Gürtelrose, Also die dann eben das Rezidiv dieser Bindbockenerkrankung
Ursula Hollenstein: oder Feuchtblattenerkrankung ist.
Martin Puntigam: Auch dagegen gibt es ja mittlerweile eine Impfung. Reden wir gleich drüber.
Martin Puntigam: Sprechen wir aber zuerst noch drüber, wie man das bekommt. Wir reden heute über
Martin Puntigam: STD, über sexuell, über tragbare Krankheiten.
Martin Puntigam: Aber Herpes kriegt man eigentlich nicht durch Sex in erster Linie, oder?
Ursula Hollenstein: Also den Herpes Typ 1, die klassischen Fieberblasen, das geht einfach durch
Ursula Hollenstein: Küssen, durch engen Kontakt, durch Speichelkontakt, was auch immer.
Martin Puntigam: Aber das kriegt man schon im Wesentlichen durch die Eltern, oder? Als Kind.
Ursula Hollenstein: Ja, natürlich. Ich hoffe, dass Eltern engen Kontakt zu ihren Kindern haben.
Ursula Hollenstein: Und jemand, der eben gerade infektiös ist, kann das natürlich weitergeben.
Ursula Hollenstein: Das ist so häufig, dass man es kaum vermeiden kann, dass man irgendwann Kontakt hat.
Martin Puntigam: Das heißt, lang bevor man in die Pubertät einbiegt, hat man das schon.
Ursula Hollenstein: Aber Herpes-Typ 2, also Herpes-Simplex-Typ 2, das ist schon eine primär sexuell
Ursula Hollenstein: übertragene Erkrankung. Das sind ja zwei unterschiedliche Viren,
Ursula Hollenstein: auch wenn Sie ein ganz ähnliches Krankheitsbild machen, aber eben auf verschiedene
Ursula Hollenstein: Schleimhauttypen spezialisiert.
Martin Puntigam: Und die Gürtelrose ist dann wieder ganz was anderes und die hat einen sehr harmlosen,
Martin Puntigam: poetischen Namen, die Gürtelrose.
Martin Puntigam: Es klingt fast ein bisschen schön, der Frühling kommt, es blühen die Gürtelrosen,
Martin Puntigam: aber es ist eine sehr schmerzhafte Krankheit.
Ursula Hollenstein: Es ist eine sehr, sehr ekelhafte Erkrankung. Es gibt einerseits den Hautausschlag,
Ursula Hollenstein: das das Klassische ist, an dem man es auch erkennt.
Ursula Hollenstein: Der ist jetzt lästig und kann wehtun.
Ursula Hollenstein: Wenn er das Gesicht betrifft, das Auge mit betrifft, dann kann er auch bedrohlich
Ursula Hollenstein: sein. Da kann also auch der Ausschlag selber wirklich Schäden anrichten.
Ursula Hollenstein: Ansonsten sind es vor allem die Schmerzen, die bei dieser Erkrankung so im Vordergrund stehen.
Ursula Hollenstein: Weil das Virus eben über Nervenzellen herunterwandert, macht es extreme neuralgische
Ursula Hollenstein: Schmerzen, also Nervenschmerzen.
Ursula Hollenstein: Und die gehören zu den schlimmsten, weil sie kaum therapierbar sind,
Ursula Hollenstein: also auf die normalen Schmerzmittel ganz schlecht bis gar nicht ansprechen und
Ursula Hollenstein: noch weit über die akute Phase dieser Gürtelrose hinaus andauern können.
Ursula Hollenstein: Es gibt Leute, die haben monatelang und manchmal sogar jahrelang nach der abgeheilten
Ursula Hollenstein: Gürtelrose immer noch massive Schmerzen.
Martin Puntigam: Erzählungen gibt es auch, dass Leute tatsächlich nicht mehr ordentlich sprechen
Martin Puntigam: können, die Mobilität einbüßen, wenn sie Gürtelrose gehabt haben.
Martin Puntigam: Das kann ein Symptom sein oder da treffen dann schon mehrere Krankheiten aufeinander,
Martin Puntigam: die sie gegenseitig bedingen.
Ursula Hollenstein: Ich glaube, da kommt mehr zusammen, weil an und für sich Nerven schädigen in
Ursula Hollenstein: dem Sinne von Lähmungen oder Gangstörungen, sind mir jetzt nicht bekannt.
Ursula Hollenstein: Was ist primär der Schmerz?
Martin Puntigam: Weil das schlecht therapierbar ist, ist es umso bessere Nachricht,
Martin Puntigam: dass es da mittlerweile eine Vorsorgeimpfung gibt, die man sich holen kann,
Martin Puntigam: aber auch nur, wenn man es sich leisten kann.
Ursula Hollenstein: Ja, das ist leider ein sehr, sehr teures Präparat. Es ist der zweite Impfstoff, den wir haben.
Ursula Hollenstein: Der erste war vor 20 Jahren zugelassen und hat schon eine Neuerung gebracht,
Ursula Hollenstein: war gar nicht schlecht in der Wirksamkeit, hatte zwei Riesenprobleme.
Ursula Hollenstein: Einerseits, je älter die Person war, die man geimpft hat, umso schlechter hat er gewirkt.
Ursula Hollenstein: Und nachdem die Gürtelrose ja umso wahrscheinlicher ist, je älter man ist,
Ursula Hollenstein: war das keine gute Nachricht.
Ursula Hollenstein: Und dann hat die Wirkung auch relativ nasch nachgelassen.
Ursula Hollenstein: Man hat dann ein bisschen nachverfolgt die Leute, die in den Studien geimpft
Ursula Hollenstein: worden sind und hat nach acht Jahren schon eine nicht mehr nachweisbare Wirkung gehabt.
Ursula Hollenstein: Darum ist man umso begeisterter, dass es jetzt seit einigen Jahren einen neuen
Ursula Hollenstein: Impfstoff gibt, der um vieles besser funktioniert,
Ursula Hollenstein: der erstens diese altersabhängige schlechte Wirkung nicht mehr hat,
Ursula Hollenstein: also der funktioniert beim 80-Jährigen genauso gut wie beim 60-Jährigen und
Ursula Hollenstein: es gibt jetzt schon sehr gute Langzeitdaten von weit über zehn Jahren,
Ursula Hollenstein: bei denen eigentlich noch keine nachlassende Wirkung zu sehen ist.
Ursula Hollenstein: Also der scheint jetzt wirklich sehr gut zu sein, aber gut heißt fast immer heutzutage Tau.
Martin Puntigam: Und teuer heißt was circa?
Ursula Hollenstein: Ja, um die 250 Euro, 240 Euro und dann braucht man auch noch zwei Dosen davon.
Martin Puntigam: Das heißt, 500 Euro muss man rechnen, dann ist man gegen Gürtelrose immunisiert.
Martin Puntigam: Da kann man schon einmal, wenn man jetzt Mitte 40 ist, anfangen zu sparen. Ein bisschen ansparen.
Martin Puntigam: Sparschwein auf die Seite legen und immer ein paar Euro reinwerfen und wenn es dann soweit ist.
Martin Puntigam: Ab wann soll man denn beginnen, sich Gedanken zu machen, die Impfung gegen Gürtelrose,
Martin Puntigam: Also Herpes Zoster, Sie zu holen, wie lange muss man da hinsparen?
Martin Puntigam: Ist das schon für 40-Jährige interessant oder erst ab 60 oder erst ab Mitte 60, 70?
Ursula Hollenstein: Die Empfehlungen sind international ein bisschen unterschiedlich.
Ursula Hollenstein: Manche Länder haben es ab 60 in ihren nationalen Empfehlungen drinnen.
Ursula Hollenstein: In Österreich wurde sogar ab 50 schon in den Impfplan hineingeschrieben.
Ursula Hollenstein: Im Endeffekt ist das eine statistische Überlegung. Die Erkrankung wird immer
Ursula Hollenstein: häufiger, je älter die Menschen werden.
Ursula Hollenstein: Und dann ist halt die Frage, wo zieht man die Linie und wo sagt man,
Ursula Hollenstein: ab jetzt macht es Sinn. Es gibt natürlich den 40-Jährigen mit der Gürtelrose, keine Frage.
Ursula Hollenstein: Aber das Gro der Erkrankung sieht man einfach bei den Älteren und sehr Alten.
Ursula Hollenstein: Also ich denke, ab 50 ist ambitioniert, ab 60 macht es dann definitiv Sinn, das zu impfen.
Martin Puntigam: Und dann hat man seit langem gehört, dass andere Impfungen Gürtelrose befeuern können. Das stimmt?
Ursula Hollenstein: Es ist viel diskutiert worden rund um Covid, kam das ganz massiv auf,
Ursula Hollenstein: wie fast alles auf die Covid-Impfung geschoben worden ist.
Ursula Hollenstein: Und es gab dann ein oder zwei Studien, die auch geglaubt haben, eine Häufung zu sehen.
Ursula Hollenstein: Es hat sich dann in größeren Untersuchungen eigentlich nicht mehr wirklich nachweisen lassen.
Ursula Hollenstein: Theoretisch wäre es schon denkbar, weil jede Form von Stress für den Körper,
Ursula Hollenstein: jede Form von, auch eine Infektion, die man durchmacht, kann das Risiko einer
Ursula Hollenstein: Gürtelrose erhöhen, weil einfach das Immunsystem kurzfristig geschwächt wird.
Ursula Hollenstein: Eigentlich wird bei einer Impfung das Immunsystem nicht geschwächt,
Ursula Hollenstein: sondern punktuell beschäftigt.
Ursula Hollenstein: Aber es wäre zumindest eine Idee gewesen, wenn jemand jetzt mal ordentliche
Ursula Hollenstein: Nebenwirkungen von einer Impfung hat, dass das vielleicht ist der Gürtelrose leichter machen kann.
Ursula Hollenstein: Aber zahlenmäßig belegbar war das nie.
Martin Puntigam: Das ist eine der vielen Pandemie-Erzählungen.
Martin Puntigam: Damit wir das Stichwort für die nächste Erkrankung haben, nämlich HIV.
Martin Puntigam: Wenn man heute nach der überstandenen Pandemie, es ist noch immer Epidemie,
Martin Puntigam: Covid, über die vorangegangene Pandemie redet, redet man meistens über die spanische Grippe.
Martin Puntigam: Aber in den 80er Jahren hat HIV Fahrt aufgenommen und das war tatsächlich auch
Martin Puntigam: eine Pandemie, an der sehr viele Millionen Menschen gestorben sind.
Martin Puntigam: Und heutzutage hat man aber eher den Eindruck, dass kaum noch darüber geredet
Martin Puntigam: wird. Es gibt auch gute Medikamente.
Martin Puntigam: Ab und zu liest man, es gibt Behandlungen. Ich glaube, es ist sogar Impfung.
Martin Puntigam: Wenn man die einmal im Jahr kriegt, dann kann man sie überhaupt nicht mehr anstecken.
Martin Puntigam: Das heißt, ist HIV tatsächlich verschwunden?
Ursula Hollenstein: Nein, es ist bei Gott nicht verschwunden. Es ist aus der Sichtbarkeit gedrängt,
Ursula Hollenstein: schon auch dadurch, dass es in unseren Breiten wirklich gute Medikamente gibt.
Ursula Hollenstein: Es war lange Jahre, erstens eine rasante Entwicklung von Medikamenten und zweitens
Ursula Hollenstein: dann wirklich sehr schnell sehr wirksame Medikamente verfügbar,
Ursula Hollenstein: sodass dann ein paar Jahre später der Fokus der ganzen Entwicklung schon darauf
Ursula Hollenstein: gelegen ist, die besser verträglich und leichter einzunehmen zu machen und gar
Ursula Hollenstein: nicht mehr so sehr Wirksamkeit. Wirksamkeit, weil die hatte man eh.
Ursula Hollenstein: Und inzwischen sind die relativ gut in ein normales Leben integrierbar.
Ursula Hollenstein: Früher war das wirklich ganz am Anfang, waren das Therapien,
Ursula Hollenstein: die haben den Lebensrhythmus bestimmt, wenn man sie alle paar Stunden nehmen
Ursula Hollenstein: musste und kombinieren.
Ursula Hollenstein: Und jetzt sind das relativ simpel einzunehmende Kombinationsprodukte,
Ursula Hollenstein: die man halt so nimmt, wie man auch einen Magenschutz oder ein Blutmedikament
Ursula Hollenstein: nimmt und die wirklich hervorragend wirken.
Ursula Hollenstein: Und dadurch ist es zu einem Zustand geworden, aber nicht mehr zu einer Erkrankung, die man fürchtet,
Ursula Hollenstein: was für die Betroffenen toll ist, für die Erkrankung, ihre Verbreitung und die
Ursula Hollenstein: Vorsicht davor eigentlich eine Katastrophe.
Ursula Hollenstein: Und diese Medikamente sind natürlich wieder Medikamente der reichen Nationen und nicht der Armen.
Martin Puntigam: Und Impfung gibt es eben keine, weil HIV ist ja ein humanes Immuninsuffizienz-Virus.
Martin Puntigam: Das heißt, da wird das Immunsystem ja unterdrückt. Also das,
Martin Puntigam: was man eigentlich mit einer Impfung befeuern möchte, wird ja gleichzeitig behindert dran.
Ursula Hollenstein: Es befällt genau die Zellen, die man brauchen würde für einen wirksamen Impfschutz.
Ursula Hollenstein: Vorbeugend gibt es inzwischen diese PrEP-Medikamente, die man einfach nimmt, bevor man Sex hat.
Ursula Hollenstein: Das funktioniert gut, das machen viele inzwischen.
Ursula Hollenstein: Aber Impfstoffentwicklung ist ganz, ganz schwierig bei der Erkrankung.
Martin Puntigam: Es ist ja AIDS eigentlich, die ausgebrochene Erkrankung, die übers Virus übertragen wird.
Martin Puntigam: Gibt es weniger AIDS-Fälle weltweit durch die Medikamente, die es gibt oder
Martin Puntigam: ist es auch wieder erste, zweite, dritte Weltangelegenheit?
Ursula Hollenstein: Das ist sehr unterschiedlich, wobei auch in den ärmeren Ländern die Tatsache,
Ursula Hollenstein: dass man die Übertragung von der infizierten Mutter aufs Kind versucht hat zu unterbinden,
Ursula Hollenstein: wenn man da wenigstens nur punktuell Medikamente verwenden muss,
Ursula Hollenstein: das ist günstiger, als wenn man jemanden ein Leben lang behandelt.
Ursula Hollenstein: Das hat in vielen Ländern eine deutliche Abnahme der Fallzahlen gebracht,
Ursula Hollenstein: weil einfach in vielen Gebieten einfach wahnsinnig viele Menschen positiv sind
Ursula Hollenstein: und dadurch natürlich die Kinder schon positiv geboren werden.
Ursula Hollenstein: Und das hat ganz gut funktioniert, aber in vielen Gegnern ist das weiterhin eine,
Ursula Hollenstein: Epidemie des größten Ausmaßes.
Martin Puntigam: Es ist alles andere als verschwunden. In Wien hat es ja lang,
Martin Puntigam: oder gibt es glaube ich noch immer das AIDS-Hilfehaus, aber das versucht man
Martin Puntigam: dann auch immer umzulebeln, weil das halt so eine Erkrankung ist,
Martin Puntigam: von der man den Eindruck hat, dass sie temporär da war.
Martin Puntigam: In den 80er Jahren ist das Thema bekannt geworden, groß geworden, beforscht worden.
Martin Puntigam: Dann war das viele Jahre ein großes Thema, sind viele Menschen gestorben,
Martin Puntigam: Aber jetzt ist es mehr oder weniger wieder verschwunden, aber offensichtlich
Martin Puntigam: genauso wie all die Erkrankungen, die wir bislang besprochen haben,
Martin Puntigam: ja wieder im Kommen, auch bei uns, oder?
Ursula Hollenstein: Ja, es nehmen die Zahlen tatsächlich zu. Es mag eben auch an der verschwindenden
Ursula Hollenstein: Angst vor all diesen Dingen liegen,
Ursula Hollenstein: dass man wieder viel unbesorgter beim Sex ist, viel mehr ungeschützter Sex stattfindet,
Ursula Hollenstein: weil man eben glaubt, das ist eh alles weg oder eh, wenn man es hat, behandelbar.
Ursula Hollenstein: Da hat sich leider an der Vorsicht oder an der Wachsamkeit der Leute sehr viel verändert.
Martin Puntigam: Und es ist auch besser behandelbar, aber eben bis zu einem gewissen Grad,
Martin Puntigam: weil die Krankheit kann ja trotzdem ausbrechen oder kann man das so weit vorbeugen,
Martin Puntigam: dass die Krankheit gar nicht mehr ausbrechen kann, was man ja auch ab und zu liest?
Ursula Hollenstein: Also ganz übers Leben gesagt, da fehlen uns immer noch die Langzeitdaten,
Ursula Hollenstein: aber es sieht schon im Augenblick so aus, als ob man das ein Leben lang unterdrücken kann.
Ursula Hollenstein: Aber es ist halt ein Unterdrücken. Das Virus wird nie eliminierbar sein.
Ursula Hollenstein: Es wird unter die Nachweisgrenze gedrückt und dann ist es halt schwierig zu
Ursula Hollenstein: beweisen, ist das ganz weg oder ist es eben nur mit unseren Messmethoden nicht mehr nachweisbar.
Ursula Hollenstein: Und je besser die Messmethoden sind, umso mehr wurden frühe Erfolgsnachrichten,
Ursula Hollenstein: dass jemand völlig virusfrei ist, wieder zurückgenommen, weil man es dann doch
Ursula Hollenstein: noch nachweisen konnte.
Ursula Hollenstein: Also es ist bis jetzt schon die Vermutung, dass es nur ein Unterdrücken ist
Ursula Hollenstein: und nicht ein komplettes Eliminieren.
Ursula Hollenstein: Aber vielleicht wird auch das gelingen. Das ist durchaus möglich.
Ursula Hollenstein: Das schließe ich nicht aus.
Martin Puntigam: Aber es ist vielleicht doch ein Trugschluss zu sagen, ja, dann braucht man nicht
Martin Puntigam: so gut aufpassen, weil man kann es eh behandeln.
Martin Puntigam: Behandeln heißt, ein Leben lang Medikamente nehmen. Eine weitere Erkrankung,
Martin Puntigam: über die du schon kurz gesprochen hast, Hepatitis.
Martin Puntigam: Da gibt es in mehreren Ausprägungen. Und Hepatitis B ist das,
Martin Puntigam: was man unter Geschlechtskrankheit subsummiert oder kann das A auch?
Ursula Hollenstein: Ja, A kann es auch. A kann alles.
Ursula Hollenstein: Aber die eigentliche geschlechtlich übertragbare Erkrankung aus der Hepatitis-Familie
Ursula Hollenstein: ist das Hepatitis B-Virus.
Ursula Hollenstein: Nicht nur, das kann jetzt alles Mögliche, weil das ist ein Virus,
Ursula Hollenstein: das eben nicht nur in den Geschlechtsorganen dann nachweisbar ist,
Ursula Hollenstein: sondern das sich sehr wohl im Blut, in großen Mengen teilweise im Blut findet, die Leber befällt.
Ursula Hollenstein: Deswegen kommt ja der Name Hepatitis, das ist die Entzündung der Leber und eben
Ursula Hollenstein: nicht nur in der Leber sitzt, da würde es uns ja nicht stören,
Ursula Hollenstein: weil an die Leber kommen wir schlecht heran,
Ursula Hollenstein: aber eben ständig beim infizierten, chronisch infizierten Menschen ständig auch
Ursula Hollenstein: im Blut nachweisbar ist und dadurch in allem, was Blut irgendwie macht,
Ursula Hollenstein: nämlich auch zum Beispiel die Samenflüssigkeit,
Ursula Hollenstein: in die das Virus übergeht, alles das ist ansteckend.
Ursula Hollenstein: Man kann es also sowohl über Geschlechtsverkehr bekommen, als auch über alles,
Ursula Hollenstein: was mit Blut verunreinigt ist.
Ursula Hollenstein: Seien es geteilte Spritzen, sei es Blutkonserven, die nicht gescreent werden.
Ursula Hollenstein: Das wären alles Möglichkeiten, auch außerhalb des Freudenverkehrs zu einem Hepatitis B-Virus zu kommen.
Ursula Hollenstein: Und es ist die Erkrankung, die man immer am ernstesten genommen hat,
Ursula Hollenstein: weil sie eben ein relativ hohes Potenzial hat, chronisch zu werden.
Ursula Hollenstein: Und das fürchtet man immer besonders. Und allalong beim chronisch Infizierten
Ursula Hollenstein: dann die Leber einfach zerstört, bis hin zur Leberzirrhose.
Ursula Hollenstein: Und dann gibt es den netten Bruder, der eigentlich gar nicht verwandt ist,
Ursula Hollenstein: der eben nur auch die Leber befällt und deswegen auch Hepatitis heißt.
Ursula Hollenstein: Das ist die Hepatitis A. Das ist eigentlich eine...
Ursula Hollenstein: Das ist die gute alte Gelbsucht, so wie es bei uns früher auch gar nicht so
Ursula Hollenstein: selten vorgekommen ist.
Ursula Hollenstein: Da ist man akut krank, man kriegt es über Nahrungsmittel, die verunreinigt sind,
Ursula Hollenstein: über Wasser, über verunreinigte Hände, Oberflächen, sogenannte Schmierinfektion.
Ursula Hollenstein: Wobei, das geht nur dann, wenn diese Oberflächen fäkal verunreinigt sind.
Ursula Hollenstein: Also es ist eine sogenannte fäko-orale Infektion, grauslich.
Martin Puntigam: Über die haben wir in Ausgabe 97 einmal ausführlicher geredet,
Martin Puntigam: wie das denn vonstatten gehen kann, damit man sich fekooral infiziert.
Ursula Hollenstein: Und die normale Hepatitis A macht dann einfach eine akute Erkrankung.
Ursula Hollenstein: Da ist man, zuerst hat man Durchfall, dann ist einem schlecht,
Ursula Hollenstein: man hat Fieber und dann wird man quittengelb.
Ursula Hollenstein: Das isst man eine Woche und langsam aber sicher heilt das aus,
Ursula Hollenstein: ohne Folgeerscheinungen.
Ursula Hollenstein: Eine nicht mit chronischen Folgen vergesellschaftete Erkrankung.
Ursula Hollenstein: Aber aufgrund ihrer Häufigkeit außerhalb Europas schon etwas,
Ursula Hollenstein: was durchaus ernst zu nehmen ist.
Ursula Hollenstein: Und jetzt ist das eben keine Geschlechtserkrankung, sondern eine feko-oral übertragene eben.
Ursula Hollenstein: Aber weil man beim Geschlechtsverkehr ja allen möglichen Körperstellen des geliebten
Ursula Hollenstein: Menschen sehr nahe kommt, auch wieder mit allen eigenen Körperöffnungen,
Ursula Hollenstein: ist es gar nicht so unmöglich, sich eine Hepatitis A auch im Rahmen von sexuellen Handlungen zu holen.
Ursula Hollenstein: Und es gab in Europa immer wieder kleinere Ausbrüche, vor allem in der MSM-Gemeinde.
Martin Puntigam: Das ist MSM?
Ursula Hollenstein: Men having sex with men. Da gab es so richtige kleine Epidemien,
Ursula Hollenstein: die auch beschrieben worden sind.
Ursula Hollenstein: Und da ist es erst ins Bewusstsein gekommen, dass Hepatitis A auch auf diese
Ursula Hollenstein: Art und Weise übertragbar ist.
Martin Puntigam: Also das kann, muss aber nicht über Sex übertragen werden.
Martin Puntigam: Hepatitis B, die wesentlich heftigere Erkrankung, kann mittlerweile,
Martin Puntigam: hast du schon erwähnt, durch eine Impfung geheilt oder verhindert werden?
Ursula Hollenstein: Verhindert. Eine therapeutische Impfung gibt es nicht. Wenn man es schon hat,
Ursula Hollenstein: hat man es. Aber da gibt es Medikamente, die,
Ursula Hollenstein: 50-50 funktionieren, aber die Impfung ist eine echte vorbeugende Impfung,
Ursula Hollenstein: die auch wirklich gut funktioniert.
Ursula Hollenstein: Die gibt es jetzt seit so vielen Jahren, die ist Standardimpfung in fast allen
Ursula Hollenstein: nationalen Impfplänen, war vor vielen Jahren ein Entschluss der WHO,
Ursula Hollenstein: die es ja bald nicht mehr geben wird und so weiter geht in den USA,
Ursula Hollenstein: dass man das eigentlich ausrotten kann.
Ursula Hollenstein: Das ist eine Erkrankung, die es nur beim Menschen gibt und all diese Erkrankungen
Ursula Hollenstein: wären prinzipiell ausrottbar, wenn ich alle Menschen davor schütze oder alle
Ursula Hollenstein: behandelt, die es haben.
Ursula Hollenstein: Und viele Länder haben das in ihre Impfpläne übernommen und da sieht man einen
Ursula Hollenstein: ganz traumatischen Rückgang der Erkrankungen.
Martin Puntigam: Das heißt, diese verheerende politische Entwicklung, dass,
Martin Puntigam: was du jetzt wieder erwähnt, die USA in Form ihres verhaltensoriginellen Präsidenten
Martin Puntigam: beschließt, aus der Weltgesundheitsorganisation auszutreten und Rechtsradikale
Martin Puntigam: auf der ganzen Welt, wie ja in Österreich, finden das eine gute Idee und wollen das nachhoppeln.
Martin Puntigam: Das sind zwar wenige Sätze, die man als Politiker, Politikerin in einem Mikrofon sagen kann.
Martin Puntigam: Das bedeutet aber, dass sehr viele
Martin Puntigam: Menschen krank werden und dass es viele Menschen das Leben kosten wird.
Martin Puntigam: Das heißt, so ein Vorschlag ist im Wesentlichen, wenn man nicht vollkommen blemblem
Martin Puntigam: ist, Beihilfe zumindest zur Tötung vieler Menschen.
Ursula Hollenstein: Ja, also gerade die WHO ist weltweit für viele Programme, Impfprogramme zuständig
Ursula Hollenstein: in den Ländern, die es sich eben selber nicht leisten können.
Ursula Hollenstein: Und ein Großteil dieser Infektionen spielt sich heutzutage in Afrika zum Beispiel ab.
Ursula Hollenstein: Und wenn da sich die WHO aus irgendwelchen Impfprogrammen zurückziehen muss,
Ursula Hollenstein: weil ihr die Finanzen fehlen, dann ist das eine absolute Katastrophe. Es wird zurückkommen.
Ursula Hollenstein: Wir fahren ja wahnsinnig gern auf Urlaub in all diese exotischen bunten Länder.
Ursula Hollenstein: Und viele Menschen haben durchaus das Bedürfnis, bei solchen Urlauben dann auch
Ursula Hollenstein: originell aktiv zu sein.
Ursula Hollenstein: Und damit kann die Häufung der Infektionen woanders sehr wohl als Rückschlag
Ursula Hollenstein: dann wieder zu uns zurückkommen.
Martin Puntigam: Das heißt, das ist in Wirklichkeit die Hoffnung der Menschen,
Martin Puntigam: wie zum Beispiel auf Kontinenten wie Afrika,
Martin Puntigam: dass sie so viel gierige und rücksichtslose, meistens dann weiße Menschen im
Martin Puntigam: Urlaub infizieren, dass das dann doch zu einer weiteren Medikamentenentwicklung
Martin Puntigam: kommt und zu einer Intensivierung der Behandlung und Therapie und des Monitorings,
Martin Puntigam: sodass das dann über diesen Rebound-Effekt auch wieder besser wird für die Menschen,
Martin Puntigam: die jetzt vernachlässigt werden sollen, weil halt gierige,
Martin Puntigam: reiche Menschen kein Geld mehr dafür ausgeben.
Ursula Hollenstein: Es scheint offensichtlich das Einzige zu sein, was wir begreifen.
Ursula Hollenstein: Wenn es uns weh tut, dann fangen wir an nachzudenken, wenn es woanders ist.
Ursula Hollenstein: Interessiert uns das nicht.
Ursula Hollenstein: Es wird nur sehr lange dauern, bis so ein Backlash wirklich da ist und dann
Ursula Hollenstein: alles wieder umzudrehen.
Ursula Hollenstein: Was man schon erreicht hätte eigentlich, wieder auf den Punkt zu kommen,
Ursula Hollenstein: ist vollkommen verrückt.
Martin Puntigam: Das heißt, die Menschen, die das jetzt anrichten, im Speziellen wieder im Präsidentschaftsvertreter
Martin Puntigam: der USA, der wird lang tot sein, dann sind die Folgen noch nicht einmal auf
Martin Puntigam: die Spitze getrieben, dessen, was er jetzt beginnt anzurichten.
Martin Puntigam: Und dann müssen nachfolgende Generationen das wieder reparieren,
Martin Puntigam: was der Mensch im Ausklingern seines unseligen Lebens angerichtet hat.
Ursula Hollenstein: Ja, das betrifft sehr viele Erkrankungen, wo gute Programme gelaufen sind,
Ursula Hollenstein: die sukzessive zu einer Reduktion von wichtigen Infektionskrankheiten geführt haben.
Ursula Hollenstein: Da werden wir sehen, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt.
Martin Puntigam: Nach diesem Parforsritt durch Geschlechtskrankheiten bzw.
Martin Puntigam: Ihre Überträgerkeime kommen wir ganz zum Schluss noch auf eine Krankheit,
Martin Puntigam: die in den letzten Jahren so ein bisschen
Martin Puntigam: Karriere gemacht hat unter dem folkloristischen Namen Affenpoppen.
Martin Puntigam: Auch eine dieser Krankheiten, die gut gemonitort worden ist,
Martin Puntigam: wo man gut sehen hat können, wo kommt das her.
Martin Puntigam: Auch eine mit MSM assoziierte Krankheit, die jetzt anders heißt,
Martin Puntigam: der heißt jetzt M-Pox, hat einen anderen Namen bekommen, ist aber deshalb wahrscheinlich
Martin Puntigam: nicht weniger gefährlich, oder?
Ursula Hollenstein: Nein, das hat man offensichtlich aus Rücksicht auf die Affen irgendwie umbenannt.
Ursula Hollenstein: Keine Ahnung, was der Hintergrund wirklich war.
Ursula Hollenstein: Das ist eine Erkrankung, die schon sehr lang unter Beobachtung steht,
Ursula Hollenstein: weil ja die Pocken, die Originalpocken, die einzige Erkrankung sind,
Ursula Hollenstein: die uns gelungen ist auszurotten.
Ursula Hollenstein: Das heißt, die ist wirklich verschwunden. Und es war immer so ein bisschen die Sorge,
Ursula Hollenstein: dass relativ nah verwandte Affenpocken-Virus aus derselben Poxfamilie,
Ursula Hollenstein: dass das vielleicht mit ein paar guten Mutationen sich besser an den Menschen
Ursula Hollenstein: anpassen könnte und vielleicht quasi das Vermögen,
Ursula Hollenstein: das die alten Pocken hatten, nämlich eine wirkliche Pandemie wieder auszulösen, neu lernen könnte.
Ursula Hollenstein: Und deswegen wurde diese Erkrankung schon lange beäugt, immer gut in Kontrolle
Ursula Hollenstein: gehalten, wo sind die Fälle, werden es mehr.
Ursula Hollenstein: Und das hat jetzt eben in den letzten Jahren eine Mutation gegeben,
Ursula Hollenstein: die es offensichtlich ein bisschen leichter übertragbar macht.
Ursula Hollenstein: Und dadurch haben die Fälle zugenommen und waren eben auch erstmals in Europa
Ursula Hollenstein: und den USA und da fast ausschließlich in der homosexuellen Community.
Ursula Hollenstein: Mag auch damit zu tun haben, das ist eine Erkrankung, die ja sichtbare Bläschen
Ursula Hollenstein: macht. Es ist verwandt mit dem Pockenvirus, es macht Bläschen.
Ursula Hollenstein: Die homosexuelle Gruppe ist eine sehr wache,
Ursula Hollenstein: was Krankheitssymptome betrifft und da werden viele Dinge sehr rasch diagnostiziert,
Ursula Hollenstein: vielleicht in der heterosexuellen Community lange dauern würden,
Ursula Hollenstein: bis das einmal einen Namen kriegt oder bis jemand darauf aufmerksam wird, dass sich da was häuft.
Ursula Hollenstein: Dadurch kam es relativ rasch zu einer Beschreibung dieser Fälle in Europa,
Ursula Hollenstein: zu einer Klärung, das ist tatsächlich MPOX und dann auch zu einer Zurückdrängung des Ganzen.
Ursula Hollenstein: Die Fälle in Afrika sind nicht viel weniger geworden und dort ist es auch nicht
Ursula Hollenstein: wirklich eine Geschlechtserkrankung.
Ursula Hollenstein: Dadurch, dass die Bläschen infektiös sind, ist das auch durch ganz normalen,
Ursula Hollenstein: engen Kontakt übertragbar.
Ursula Hollenstein: Enge Lebensverhältnisse, enges Zusammenleben, schlafen im selben Bett in der Hütte.
Ursula Hollenstein: Es waren auch, wenn man sich frühe Fotos sieht, wie schaut die Erkrankung aus,
Ursula Hollenstein: dann sind das in den Lehrbüchern fast immer Kinder.
Ursula Hollenstein: Das war sehr häufig eine Erkrankung, die die Kinder betroffen hat,
Ursula Hollenstein: mit eben diesem klassischen Ausschlag. Es ist also nicht eine reine Geschlechtserkrankung,
Ursula Hollenstein: es ist nur auch so übertragbar, weil sie eben engen Kontakt haben.
Martin Puntigam: Und dagegen gibt es aber eine Impfung, die auch eine Vorsorgeimpfung ist, oder?
Ursula Hollenstein: Ja, es ist auch eine Vorsorgeimpfung. Ein bisschen scheint die alte Pockenimpfung,
Ursula Hollenstein: die manche älteren Generationen noch bekommen haben, noch zu wirken und zu schützen.
Ursula Hollenstein: Und es gibt eben davon abgeleitet eine Neuentwicklung, die an speziellen Zentren zur Verfügung steht.
Martin Puntigam: Aber wenn man sich gern impft, wenn man gern alle Impfungen hat,
Martin Puntigam: das ist eine Impfung, die man nicht zwangsläufig in unseren Breiten sich holen
Martin Puntigam: muss, wenn man nicht sehr viel in der Gegend herumreist und sich dort aufführt.
Ursula Hollenstein: Also selbst wenn man viel in der Welt herumreist, es sind nur wenige Gegenden
Ursula Hollenstein: in Afrika, die wirklich Fälle haben, nennenswerter Zahl.
Ursula Hollenstein: Es sind ja auch die Lebensbedingungen des klassischen Reisenden,
Ursula Hollenstein: haben nichts mit diesen Übertragungsmöglichkeiten zu tun.
Martin Puntigam: Das heißt, wenn man das Glück hat, so geboren worden zu sein,
Martin Puntigam: dass man dann, wenn man auf Reisen ist, im Hotel-Einzelzimmer übernachten kann,
Martin Puntigam: dann sind die Risiken geringer.
Ursula Hollenstein: Gering bis null, würde ich sagen.
Martin Puntigam: Wir haben die Podcast-Ausgabe begonnen mit einem alten Otto-Witz über Geschlechtskrankheiten.
Martin Puntigam: In den 80er Jahren haben deutlich konservativere bis reaktionäre Spaßmacher
Martin Puntigam: gern gereimt, it oder geht.
Martin Puntigam: Das heißt, Geschlechtskrankheiten sind gerne Thema für Komik,
Martin Puntigam: haben aber im Alltag große Auswirkungen auf die Leben und auch aufs Sterben der Menschen.
Martin Puntigam: Wenn man jetzt selber in einer Welt leben möchte, in der Geschlechtskrankheiten
Martin Puntigam: keine große Rolle spielen oder seine Kinder davor schützen möchte.
Martin Puntigam: Was sind denn Maßnahmen und Verhaltensregeln und Dinge, die man tun kann,
Martin Puntigam: damit die Situation sich nicht weiter verschlechtert, sondern verbessert?
Ursula Hollenstein: Das eine sind die Impfungen zu verwenden, die es gibt.
Ursula Hollenstein: Wenn wir schon das Glück haben, dass für ein, zwei Erkrankungen Impfungen verfügbar
Ursula Hollenstein: sind, dann ist das der eleganteste Zugang.
Ursula Hollenstein: Man braucht sich keine weiteren Gedanken mehr darüber zu machen.
Ursula Hollenstein: Und für den großen Rest der sexuell übertragbaren Erkrankungen und bleibt halt
Ursula Hollenstein: immer noch nur der Schutz über das Kondom.
Ursula Hollenstein: Wir haben im Moment keine anderen großen Optionen. Was aber schon sehr sinnvoll
Ursula Hollenstein: ist, ist über seinen eigenen Infektionsstatus Bescheid zu wissen.
Ursula Hollenstein: Gerade Menschen, die eben sehr häufige Geschlechtspartnerwechsel haben und gern
Ursula Hollenstein: und viel unterwegs sind, sollen auch einmal vorbeugend nachschauen lassen.
Ursula Hollenstein: Ab und zu einfach einmal Diagnostik machen, auch wenn ich keine Beschwerden habe.
Ursula Hollenstein: Das macht einfach Sinn, weil man sonst ein ewiger Verbreiter ist, der es nicht weiß.
Ursula Hollenstein: Da sind auch die Institutionen gefordert, dass es einfach einen leichteren,
Ursula Hollenstein: schnelleren Zugang zur Diagnostik gibt, der irgendwie so quasi Drop-in müsste das eigentlich sein,
Ursula Hollenstein: dass man nicht lange überlegen muss und fünf Monate einen Termin beim Hautarzt
Ursula Hollenstein: buchen muss, bevor man einmal einen Abstrich-Test machen kann.
Martin Puntigam: Sondern, dass man das eben so, wie du es am Anfang erwähnt hast,
Martin Puntigam: in Skandinavien selber machen kann.
Ursula Hollenstein: Vielleicht sogar selber machen kann. Das wäre durchaus eine Idee,
Ursula Hollenstein: das einmal zu versuchen und dann zu schauen, was wir für all diese Maßnahmen brauchen würden.
Ursula Hollenstein: Wir wissen ja eigentlich sehr wenig über die echte Häufigkeit.
Ursula Hollenstein: Jedes Land macht es anders. Jedes Land hat eine andere Meldepraxis.
Ursula Hollenstein: Mal muss man melden, mal muss man beraten.
Ursula Hollenstein: Zwei Erkrankungen melden mal die anderen beiden. Es ist teilweise sehr schleißig,
Ursula Hollenstein: wie gemeldet wird, auch Dinge, die meldepflichtig wären.
Ursula Hollenstein: Das heißt, wir haben gar keine guten Zahlen, wie häufig ist das wirklich.
Ursula Hollenstein: Und das ist eigentlich die Basis, wenn ich eine Maßnahme einführen möchte,
Ursula Hollenstein: um es zu senken, dann wäre es nett, wenn ich wüsste, dass ich es senken kann,
Ursula Hollenstein: weil ich die Zahlen sehe.
Ursula Hollenstein: Und das ist immer noch eine Krux in all diesen Dingen. Und dann ist einfach
Ursula Hollenstein: das Sprechen darüber wichtig.
Ursula Hollenstein: Und eben das Sprechen nicht nur, wie du sagst, auf der Bühne und mit Witz,
Ursula Hollenstein: sondern einfach ganz selbstverständlich. Genauso wie man sagt,
Ursula Hollenstein: ich habe mir gestern den Knöchel verstaucht beim Skateboarden,
Ursula Hollenstein: ich habe mir gestern eine Trippe geholt, ich muss schleunigste Therapie haben.
Ursula Hollenstein: Das sollte genauso selbstverständlich sein, weil es eben eine normale Krankheit
Ursula Hollenstein: ist, die man beheben muss und nicht eine Schande oder irgendwas, nur Bruchaha.
Martin Puntigam: Das heißt, je tabubehafteter, je schambehafteter das Gespräch über solche Erkrankungen
Martin Puntigam: ist, desto mehr Menschen stecken sie an und leiden dann langfristig auch darunter.
Ursula Hollenstein: Richtig.
Martin Puntigam: Und für alle, die die Welt betriebswirtschaftlich wahrnehmen,
Martin Puntigam: es wird ja deutlich teurer, je mehr Menschen krank sind und in Krankenstand
Martin Puntigam: gehen oder gar in jungen Jahren schon sterben und dann volkswirtschaftlich ausgefällt werden.
Martin Puntigam: Also für all die Menschen, die die Welt durch die finanzielle Brille sehen,
Martin Puntigam: hätte es auch Riesenvorteile, diese Krankheiten in den Griff zu kriegen.
Ursula Hollenstein: Definitiv. Also wenn man das endlich einmal aufrechnen würde,
Ursula Hollenstein: die Dinge, die Maßnahmen, was die kosten und das, was die Krankheiten kosten,
Ursula Hollenstein: dann wären viele Dinge plötzlich ganz anders.
Ursula Hollenstein: Aber das wird einfach nicht in denselben Rechnungen verwendet.
Ursula Hollenstein: Hepatitis B mit ihren langen Krankheitsphasen und den Katastrophen,
Ursula Hollenstein: die eine Leberzirrhose anrichtet, das
Ursula Hollenstein: hat die Preise der Impfung längst dramatisiert. Musik Musik Musik Musik.
Martin Puntigam: Musik Musik,
Martin Puntigam: Das ist Ausgabe 99 des Science-Busters-Podcasts mit dem schönen und farbenprächtigen
Martin Puntigam: Thema sexuell übertragbare Krankheiten und ihre Erscheinungsformen und aber
Martin Puntigam: auch ihre Therapien und wie man Prophylaxe,
Martin Puntigam: also Vorsorge betreiben kann.
Martin Puntigam: 99 bedeutet plus 1 und dann ist 100.
Martin Puntigam: Das ist die nächste Ausgabe, die wir auf mehrere Arten feiern werden.
Martin Puntigam: Einerseits gibt es eine Live-Performance, einen Live-Podcast,
Martin Puntigam: das wir sehr, sehr selten machen.
Martin Puntigam: Anlässlich 50 Folgen Podcast haben wir das gemacht. In To The Sky in Wien auf der TU.
Martin Puntigam: Und anlässlich 100 Ausgaben Science-Busters Podcast machen wir das im Literaturhaus Graz. Am 31.
Martin Puntigam: März wird es sein, also schon ein bisschen später, als tatsächlich die 100. Folge ist.
Martin Puntigam: Genauen Chronologie her online sein wird, aber dafür wird es umso besser.
Martin Puntigam: Wir haben zwei großartige Gäste, Nicole Streitler-Kastberger,
Martin Puntigam: Literaturwissenschaftlerin,
Martin Puntigam: Literaturkritikerin und Autorin, viele Dinge gemacht, lehrt auch nach wie vor,
Martin Puntigam: aber hat sie unter anderem 20 Jahre lang gemeinsam mit anderen dem Gesamtwerk
Martin Puntigam: von Oedin von Horvath gewidmet.
Martin Puntigam: Das ist jetzt erschwinglich, das kann man lesen und das ist wirklich toll,
Martin Puntigam: wenn man Bücher wie Der ewige Spießer oder Jugend ohne Gott liest mit all diesen Verweisen.
Martin Puntigam: Manchmal ist es skurril, wenn man es liest. Jugend ohne Gott ist natürlich eine Schullektüre.
Martin Puntigam: Und da sind viele Wörter erklärt, die mir ganz geläufig sind,
Martin Puntigam: die im aktiven Wortschatz haben, die aber offensichtlich für Menschen,
Martin Puntigam: die jetzt 13, 14 sind und die das lesen müssen, Wörter sind,
Martin Puntigam: die sie noch nie gehört haben vorher. Dann ist das tatsächlich ein Verweis.
Martin Puntigam: Da bin ich oft erstaunt, was da erklärt wird.
Martin Puntigam: Aber manchmal sind es auch Verweise aufs Zeitgeschehen aus den 30er Jahren.
Martin Puntigam: Und dann ist es selbst für solche wie mich sehr aufschlussreich,
Martin Puntigam: welche Verlinkungen sie da ergeben.
Martin Puntigam: Und mit dabei als Gast zwei wird sein Gilbert Prelasnik, ehemaliger Fußball-Nationalspieler,
Martin Puntigam: im Herrenfußball in dem Fall, mit Sturm Graz sehr erfolgreich gewesen,
Martin Puntigam: Champions League gespielt, mehrfach Meister, Cupsieger, hat auch Linguistik studiert,
Martin Puntigam: dieser Tage höchstwahrscheinlich Master geworden ist, weil er die entsprechende
Martin Puntigam: Prüfung abgelegt hat in klinischer Linguistik.
Martin Puntigam: Unter anderem, was das ist, wird er uns am 31. März an der Seite von Nicole
Martin Puntigam: Streitler-Kastberger erklären.
Martin Puntigam: Florian Freistetter und ich werden den Abend von ScienceBusters Seite leiten.
Martin Puntigam: Online wird das Ganze sein, wenn alles gut geht, ab 14. April.
Martin Puntigam: Die neue ScienceBusters Staffel ist fertig aufgezeichnet und ab 11.
Martin Puntigam: März gibt es auch Teil 2. Wieder jede Dienstagnacht auf ORF 1 ist die Erstausstrahlung,
Martin Puntigam: wie man das nennt, aber danach ist es auch im ORF On Player ein halbes Jahr abrufbar.
Martin Puntigam: Das heißt, alle Menschen, die gerne sagen, das ist immer so spät,
Martin Puntigam: da kann ich nicht mehr schauen, da bin ich schon so müde, es ist dann 24 Stunden
Martin Puntigam: und wann immer man möchte weltweit abrufbar.
Martin Puntigam: Das heißt, man muss weder in Österreich aufhältig noch hauptgemeldet sein.
Martin Puntigam: Man kann es auf der ganzen Welt 24-7, wie gern gesagt wird, sich anschauen und zwar mehrfach.
Ursula Hollenstein: Am 28.04. gibt es die nächste Ausgabe von Frag die Science-Busters live.
Ursula Hollenstein: Alles rund ums Klima. Wie immer von 13 bis 14 Uhr eine Stunde lang auf Radio FM4.
Ursula Hollenstein: Weiterhin und bis zum Sommer am Programm, bevor wir im Oktober mit einer neuen
Ursula Hollenstein: Show-Premiere feiern werden, mit dem Titel Weltuntergang für Fortgeschrittene,
Ursula Hollenstein: gibt es die aktuelle Live-Show der ScienceBusters Planet.com.
Ursula Hollenstein: Am 19.04. und 25.05. im Stadtsaal in Wien.
Ursula Hollenstein: Am 11.03. im Kunsthaus Weiz. Am 26.03. im Stadttheater Wels.
Martin Puntigam: Dann drehen wir wieder eine Runde in Deutschland. Ab 2. April in Erlangen im E-Werk.
Martin Puntigam: 3. April im F-Haus in Jena. 4. April Kupfersaal, Leipzig.
Martin Puntigam: 5. April Schauburg, Dresden. Dann kommen wir wieder retour nach Österreich in
Martin Puntigam: die Oststeiermark. Am 23.04.
Martin Puntigam: Spielen wir dort im Zentrum Feldbach. Am 30.04. beschließen wir den April im
Martin Puntigam: Posthof Linz. Und am 16.05.
Martin Puntigam: Kommen wir wieder mal nach Vorarlberg ins Freudenhaus Lustenau.
Martin Puntigam: Und tags drauf wieder mal nach Lichtenstein, wo dieser Tage der Fürst 80.
Martin Puntigam: Geburtstag gefeiert hat. Und kommen aber nicht deshalb dorthin,
Martin Puntigam: sondern weil dort das Theater am Kirchplatz uns eingeladen hat,
Martin Puntigam: in Schahn Lichtenstein-Premiere von Planet B zu spielen.
Ursula Hollenstein: Science Busters for Kids aktuell digital in der ORF Kids App.
Ursula Hollenstein: Jede Folge circa 10 Minuten.
Ursula Hollenstein: Und analog gibt es die Show mit Martin Moder und Martin Puntigam am 19.04.
Ursula Hollenstein: Im Stadtsaal in Wien. Um 15.30 Uhr und am 20.04. wieder um 11 Uhr.
Ursula Hollenstein: Am 30.04. im Posthof Linz und am 18.05. im Wienomner Saal in Rankweil.
Martin Puntigam: Am 26.04. gibt es eine gemeinsame Show mit Bezi vom Uranier Puppentheater und
Martin Puntigam: den Science Busters bei der Ipsiade.
Martin Puntigam: Und Anfang Mai spielen wir eine neue Show eben im Uranier Puppentheater in Wien.
Martin Puntigam: Kasperl Bezi, die Großmutt, die Helmut Jungwirth und ich.
Martin Puntigam: Und schauen uns an, wie geht Fliegen, warum können Vögel das so gut,
Martin Puntigam: warum brauchen wir ein Flugzeug dazu Und wie kann ein Bär fliegen lernen,
Martin Puntigam: eventuell unter Zuhilfenahme des Bär-Nulle-Effekts.
Martin Puntigam: Ab 6. Mai bis 11.
Martin Puntigam: Mai im Uranier-Puppentheater Wien.
Ursula Hollenstein: Und die Glückskatze, der Solo von und mit Martin Pundigam, schnurrt auch 2025 wieder.
Ursula Hollenstein: Am 13.03. im Scharfrichterhaus in Passau und am 15.03. im Jakob-Meyer-Dorfen.
Ursula Hollenstein: Und dann noch einmal am 11. und 12.04. im Kabarett Niedermeier.
Martin Puntigam: Informationen wie immer unter sciencebusters.at oder Puntigam.
Martin Puntigam: AT-Tickets unter sciencebusters.at slash Termine.
Martin Puntigam: Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts 99 Mal
Martin Puntigam: bereits unterstützt haben.
Martin Puntigam: Danke fürs Zuhören, Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten,
Martin Puntigam: Empfehlen, Verhüten, Anstecken, Erblühen, Trippen, Trappen und dass man sonst
Martin Puntigam: noch alles mit einem Podcast anstellen kann. Danke Ursula Hollenstein für die Auskünfte.
Martin Puntigam: Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.
Ursula Hollenstein: Vielen Dank, auf Wiedersehen und bitte alle aufpassen.