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Wer nichts weiß muss alles glauben

SBP004 - Die Zerstörung der Nacht

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SBP004 - Die Zerstörung der Nacht

Und die wichtige Auslandserfahrung der Meteoriten

Ausgabe 4 des Science Busters Podcasts: Kabarettist Martin Puntigam und der Astronom Florian Freistetter besprechen, womit man den Mond kaputtmachen könnte, ob Elon Musk der schlimmste Nachtverschmutzer ist und wo man die besten Darkrooms für Astronomen findet. Plus Buchtipp für das Leben nach dem Tod.

Publikumsfrage: Wie kriegt man den Mond kaputt?

Taelion hat den Mond beobachtet und wollte von uns wissen, was mit dem Mond kollidieren müsste, damit er kaputt geht. Und wie groß ein Asteroid sein muss, damit wir die Kollision von der Erde aus beobachten können.

Wenn der Mond zerstört wird, würde man das durchaus ohne große Probleme sehen können. Der Mond geht aber nicht so einfach kaputt. Da müsste man schon was drauf schmeißen, was annähernd so groß ist wie der Mond. Etwas wie Pluto zum Beispiel. So große Objekte kommen aber nicht einfach aus dem Nichts; die, die es im Sonnensystem gibt sind alle weit weg und bleiben da auch.

Was passieren würde, wenn der Mond zerstört wird, kann man übrigens in dem schönen Science-Fiction-Roman “Seveneves” von Neil Stephenson lesen (heißt auf deutsch: “Amalthea”). Es beginnt mit dem Satz ““Der Mond explodierte ohne Warnung und ohne ersichtlichen Grund.” und mehr verraten wir nicht.

Kleinere Einschläge gibt es immer wieder am Mond, zum Beispiel während der Mondfinsternis am 21. Januar 2019. Da hat ein kleines Ding, nur einen halben Meter im Durchmesser gereicht, um einen für uns sichtbaren Lichtblitz zu erzeugen. Die NASA hat alle beobachteten Einschläge katalogisiert. Wie hell ein Einschlag ist hängt von der Energie ab. Ein kleines schnelles Objekt kann heller sein als langsames, größeres Objekt. Bei solchen Einschlägen kann Material vom Mond ins All geschleudert werden und als Mondmeteorit auf der Erde landen. Das geht auch bei andern Himmelskörpern. Auch die Erde verteilt Material im All und auf diesem Weg könnte sie auch Leben auf anderen Himmelskörpern “gesäht” haben. Einen solchen “Erdmeteoriten” haben wir sogar auf dem Mond gefunden.

Ohne Mond wäre das Leben auf der Erde auf jeden Fall anders. Wir hätten keine stabilen Jahreszeiten, die Menschen hätten sich vielleicht gar nicht entwickelt, die Tage wären kürzer. Und die Nächte natürlich sehr viel dunkler.

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Dunkel ins Licht

Der Mond macht die Nacht hell. Das tun aber auch wir Menschen und diese “Lichtverschmutzung” ist gar nicht gut. Nicht für die Wissenschaft, aber auch nicht für uns Menschen und für die gesamte Ökologie. Geldverschwendung ist die unnötige künstliche Beleuchtung des Nachthimmels auch. Nun hat eine neue Studie von Miroslav Kocifaj & Co gezeigt, dass auch die Satelliten zur Aufhellung des Nachthimmels beitragen. Das von ihnen verursachte Streulicht sorgt für eine Aufhellung um 16 bis 20 Mikrocandela pro Quadratmeter. Das entspricht 10 Prozent der natürlichen Helligkeit der Nacht - und liegt damit über der kritischen Schwelle, die die International Astronomical Union (IAU) 1979 als akzeptable Obergrenze für die Lichtverschmutzung an astronomischen Standorten eingestuft hat.

Das Problem wird eher größer als kleiner, in Zukunft werden immer mehr “Megakonstellationen” aus zehntausenden Satelliten geplant. Die sind ein Problem für die Astronomie. Die ungehemmte Nutzung des erdnahen Weltraums hat aber auch jede Menge andere Probleme. Aber zumindest was die Lichtverschmutzung auf der Erde angeht, gibt es auch gute Nachrichten. In Österreich wurde kürzlich der erste “Dark Sky Park” eröffnet; das erste “Lichtschutzgebiet”, das sich besonders um dunkle Nächte kümmert (anderswo gibt es das natürlich schon längst).

Empfehlungen

Florian empfiehlt in dieser Folge den YouTube-Kanal “Stand-up Maths” von Matt Parker. Und ganz besonders das Buch “Abschied von Hermine” von Jasmin Schreiber, in dem das Thema Tod & Trauer aus naturwissenschaftlicher, psychologischer und kultureller Sicht beschrieben wird. Absolut lesenswert!

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Über diesen Podcast

Der Science Busters Podcast ist ein Podcast der Science Busters. Das trifft sich insofern sehr gut, weil der Name leicht zu merken ist.

Seit 2007 gibt es die Science Busters als Wissenschafts-Show-Projekt. Auf der Bühne, auf Radio FM4, als Bücher, als Lehrveranstaltung und TV-Sendungen. Und ab 2021 auch als Podcast. Weil fast immer mehr zu einem Thema zu sagen wäre, als im jeweiligen Format Platz hat. Nachhaltige Wissenschaftskommunikation, wenn man so will, lehrreich, unterhaltsam und durchgehend in Stereo.

In jeder Folge wird eine aktuelle Frage der Hörerschaft beantwortet, oder zwei. Und ein Thema umfassend beackert. Am Ende gibt es Tipps und Empfehlungen. Um Eigenwerbung zu vermeiden, muss immer einer die Arbeit seines Gegenüber bewerben.

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